Schneeglöckchen für Sie!

Schneeglöckchen für Sie!

Eine Serie von Texten, Impulsen, Gedanken und Tipps. Mal aufgeschrieben, mal interaktiv ,mal digital erweitert, mal mit einer Audio- oder auch einer Videodatei gekoppelt. Schneeglöckchenimpulse-Schneeglöckchentexte hat ein Projektteam, aus Kirchenvorstand und Hauptamtlichen, diese Impulse genannt. Fast täglich werden in den kommenden Wochen Kochrezepte, biblische Impulse, Gymnastikanleitungen, literarische Päckchen, Gedichte, oder auch Wandertipps hier veröffentlicht.

Sie sollen von Hoffnung in grauen und kalten Zeiten künden, sowie die Kraft des Lebens in aller Vielfalt zeigen. Denn das können gerade Schneeglöckchen hervorragend: Sich in Kälte und Frost behaupten und zeigen, dass das Leben sich durchsetzt auch unter schlimmsten Bedingungen. So sollen diese Impulse Ihre Begleiter durch die kommenden Tage der Pandemie sein und zeigen, dass wir als Ihre Kirche in dieser Zeit an Ihrer Seite stehen.

30) Lá Fhéile Pádraig - Der Tag des Heiligen Patrick von Irland
Das grüne Wasser des Chicago-River fließt durch die Stadt, in den Pubs wird grün-gefärbtes Bier ausgeschenkt. Die Menschen tragen grüne Hosen, grüne Röcke und grüne Jacken, oder haben wenigstens einen komischen grünen Hut auf. Manche stecken sich auch ein dreiblättriges Kleeblatt an den Hut oder ins Knopfloch.
Nicht nur in Chicago, sondern überall auf der Welt sind Menschen irischer Abstammung oder die glauben irischerAbstammung zusein oder die ein Faible für Irland haben ganz aus dem Häuschen. Es ist der 17. März, St. Patricks Day, der Gedenktag des Heiligen Patricks, des Nationalheiligen Irlands.

Es widerspricht unseren Vorstellungen von Tod und Sterben am 17. März, dem Todestag des Heiligen Party zu feiern, im irischen Pub sein Guinnes und den Whiskey zutrinken und Musik zu machen.
Aber der Heilige Patrick soll gesagt haben als er seinen Tod nahen spürte: „Wenn ich gestorben bin, dann seid nicht traurig. Der Tod ist nur eine Übergang in eine neue Welt. Dann bin ich bei Gott und das ist ein Grund zur Freude. Wenn ich gestorben bin, dann esst und trinkt und feiert.“
Das ist eine gute Einstellung. Slainte Gaelach

Über das Leben das Patrick haben wir zwei Zeugnisse von seiner Hand, eine Brief und die Confessiones, eine Art Lebensbeichte. Allerdings nur in Abschriften die rund 400 Jahre später entstanden sind. Alle anderen Lebensbeschreibungen des Heiligen sind erst Jahrhunderte nach seinen Tod entstanden. Interessant ist, dass sich diese Lebensbeschreibungen deutlich unterscheiden, und oft Sachverhalte erzählen, die politische, national oder religiös beeinflusst sind, oder die durch andere Quellen widerlegbar sind. Was in den Heiligenlegenden über den Heiligen Patrick erzählt wird, ist vermutlich aus den Lebensbeschreibungen von mindestens zwei Menschen zusammengeflossen, und dies ist dann je nach politischer und religiöser Einstellung des Biographen deutlich überarbeitet worden.  Ebenso tauchen in seiner Lebensbeschreibung viele Motive aus dem Leben der Apostel und anderer Heilger auf.
Der Patrick der Legenden wurde um das Jahr 400 geboren im Westen Britanniens, an der Grenze zu Wales. Sein Vater war römischer Offizier und als Diakon in der christlichen Gemeinde tätig. Andere Quellen legen seinen Geburtsort nach Wales oder in den Süden Schottlands. So wurde er zum einheimischen Kelten, damit der Nationalheilige Irlands ja nicht aus Britannien kommt. Katholische Heiligenbücher aus dem Zeitalter der Gegenreformation verlegen seinen Geburtsort nach Nordfrankreich. Er sollte gar nicht aus der vom römischen Glauben abgefallenen britischen Insel kommen. Sein Vater war demnach ein heidnischer Römer, seine Mutter aber Christin und sogar eine Nichte des Heilgen Martin von Tour, jenem Soldaten, der den Mantel teilte und später Bischof in Tour wurde. Damit bekommt Patrick eine Parallele zu dem großen Kirchenlehrer Augustin, seinem Zeitgenossen. Dieser hatte auch eine heidnischen Vater, aber eine christliche Mutter, die ihn stark beeinflusst hat.

Die Vita des Patrick erzählt weiter, dass er im Alter von sechzehn Jahren von irischen Plünderern gefangen genommen wurde, und als Sklave nach dem Norden Irlands verschleppt wurde. Dort musste er Schafe hüten. In der Einsamkeit auf den Bergen, bei dem wenigen was man ihn zu essen gab, kehrte er zurück zum Glauben an den Vater im Himmel, bereute seine Sünden und fand Trost im christlichen Glauben. Die Parallele zur Geschichte vom Verlorenen Sohn ist unverkennbar.
Nach sechs Jahren wagte Patrick die Flucht, nachdem er eine entsprechende Vision von einem Engel hatte. Er kam nach Nordfrankreich, wo er in ein Kloster eintrat und Priester wurde. Zwölf Jahre bleib er dort.
Dann hatte er wieder eine Vision. Er sah einen Menschen mit Briefen. Als er einen dieser Briefe öffnete, hörte er die irische Stimme, die ihn zurief: „Komm zu uns zurück, junger Mann.“ Sowie der Makedonier für Paulus der Ruf war, nach Europa zu gehen, war dieses Erlebnis für Patrick die Gewissheit, dass er zurück auf die Insel sollte.
Die römisch katholischen Legenden aus dem 16 Jahrhundert erzählen, dass Patrick nach Rom pilgerte um sich dort zum ersten Bischof von Irland weihen lassen, wobei es allerdings in den päpstlichen Chroniken, heißt dass Papst Coelestin I einen gewissen Palladius zu ersten Bischof von Irland geweiht hat.
Als nun Patrick zurück nach Irland gekommen ist, so heißt, es haben alle Schlange das Land verlassen. Auf manchen Bildern ist er auch dargestellt als ein kämpferischer Bischof, der mit seinem Bischofsstab die Schlange vertreibt. Die Wissenschaft sagt uns allerdings, dass es im nacheiszeitlichen Irland, aufgrund seiner Insellage, niemals Schlangen in der Freiheit gegeben hat. Und somit ist die Schlange wohl ehr Symbol für das Böse oder das Heidnische, das durch Patrick zurückgedrängt wurde.
Es heißt, dass der Heilige, wie es sich gehört, viele Wunder getan hat, aber noch mehr durch sein Leben und seine Predigten die Menschen begeistert und vom Christentum überzeugt hat. Er gründete viele Kirche, Schulen und Klöster, ehe er dann an einem 17. März 461 oder 493 verstarb.
Wer auch immer dieser Patrick war, er hat die guten Nachricht nach Irland gebracht, und nicht nur dorthin. Sondern durch ihn ist auch uns das Heil widerfahren.
Ob es nun einer oder mehre Personen waren, die Irland missioniert haben, interessant ist die Methode. Irland war niemals Teil des Römischen Reiches. Es ist die einzige antike christliche national Kirche, die in Europa außerhalb der Grenzen des Römischen Reiches entstanden ist. Die alten Kirchensprachen Latein und Griechisch waren in diesem Land nicht in Gebrauch. Von daher ist es von Vorteil, dass der Patrick der Legenden durch seine Zeit als Sklave die Sprache, Kultur und Gebräuche auf der Insel kennen gelernt hat. So konnte er in der Landessprache mit den Menschen reden und Gottesdienst so feiern, dass es die Leute auch verstanden haben. Patrick nutzte das iro-schottische Clan-System. Wenn der Chef und die Oberen eines Clans eine Entscheidung getroffen haben, dann war das bindend für die Gefolgsleute. Und so wandte sich Patrick in seinen Predigten besonders an die Clan-Chefs und ihre Berater, die Druiden.
Und hier in den Disputen mit den Druiden kommt das Kleeblatt zur Wirkung. Es war keine besonders heilige Pflanze, der Klee in Irland, aber da die drei Blätter ein Dreieck formen, eine in der keltischen Kunst of verwendete Form, wurde die Pflanze doch von den Druiden geehrt. Wie bei vielen Völkern machte auch den Iren das Konzept der Dreieinigkeit Gottes große Probleme. Es heißt, dass Patrick eine Kleeblatt nahm und zu den Leuten sagte: „Seht euch das an. Diese Pflanze hat drei Blätter und doch laufen die alle in einen Stängel zusammen und bilden eine Pflanze. So ist es auch mit Gott. Es sind nicht drei Götter sondern einer, sowie die Pflanze nur einen Stängel hat. Aber sie erscheinen uns in drei Formen, als Gott der Vater, Gott Jesus Christus und Gott der Geist. So wie diese Pflanze drei Blätter hat.“
Indem Patrick die verehrte Pflanze nahm, zeigte er den Leuten, dass er ihre Traditionen ernst nahm, und indem er ihr eine neue Bedeutung gab, verankerte er christliches Gedankengut in ihrem Herzen. Genauso machte er es auch bei der Gründung von Kirchen und Klöstern, wofür er besonders heilige Orte der alten Religion aussuchte.
Die Kirche in Irland wuchs beträchtlich im 5. Jahrhundert zur Zeit des Patrick, sie hatte wohl die ganze Insel erfasst. Besonders das Kloster war eine Säule dieser Kirche, und ein Ort der Gelehrsamkeit, an dem das antike Wissen gesammelt und verarbeitet wurde.
In den folgenden Jahrhunderten zerbrach das römische Reich unter den Ansturm der gotischen und germanischen Stämmen zur Zeit der Völkerwanderung. Viel Wissen ging verloren und auch die christliche Kirche zog sich vor den Heiden zurück. Irland auf Grund der Insellage bleib verschont. Allerdings war die keltische Kirche auch abgetrennt von der Entwicklung in Rom, und in ihr hatte sich manche theologische Position erhalten, die Rom inzwischen als Irrlehre verdammt hatte.
Das Klosterwesen war eine Säule der keltischen Kirche. Für fromme Menschen war es ein Ziel Christus gleich zu werden, und so wie Christus in die Wüste ging, wollten auch sie in die Wüste gehen. Das ist bei der vom Regen verwöhnten irischen Insel etwas schwer, und so war es die symbolische Wüste, in die sie aufbrachen. Der eine Weg war in die Einsamkeit, die Zelle im Wald oder das Kloster zu gehen. Das nannte man den weißen Weg. Andere wählten den schwereren Weg in die Fremde zu gehen, weg aus der Heimat und den vertrauten Menschen, das war der grüne Weg und manche suchten die größte Herausforderung den roten Weg, in die Fremde zu den Heiden zu gehen mit der Möglichkeit dort auch als Märtyrer zu sterben.
Und davon gab es im zusammenbrechenden Römischen Reich der Völkerwanderung viele Möglichkeiten. Der erste Weg hinüber auf die Britische Hauptinsel, auf der die Römer von den Pikten, Angeln und Sachsen vertrieben worden waren. Und dann Germanien, der Alpenraum bis hinunter nach Oberitalien, hier waren inzwischen viele heidnische Germanen eingewandert oder eingefallen. So brachen im 7. und 8. Jahrhundert die iroschottischen Mönche auf, zu dritt oder zu zwölft um den Heiden Jesus Christus nahe zu bringen. Bis nach Oberitalien zogen die Mönchsmissionare. Gallus am Bodensee, nach ihn ist die Stadt St. Gallen benannt ist einer von ihnen oder in Würzburg und Umgebung Kilian, Kolonat und Totnan. Es waren diese irische Missionare die zu den heidnischen germanischen Stämmen, den früheren Bewohnern im heute fränkischen Land, die gute Nachricht von Jesus Christus brachten und die oft auch als Glaubenszeugen ihr Leben ließen.
Sie brachten mit sich das keltische Christentum, das wie schon gesagt, sich in manchen von dem römischen Unterschied. Man berechnete das Osterdatum anders oder hatte eine andere Auffassung zur Erbsündenlehre. Und natürlich in ihrer Missionsmethode nahmen sie die Traditionen der Menschen wesentlich ernster als die römische Mission.
Leider aber setzte sich bald die Position Roms durch, da deren Vertreter darauf bestanden, dass der Papst als Nachfolger des Heiligen Petrus allein von Jesus das Recht erhalten hat zu binden und zu lösen auf Erden und wer nicht auf dessen Linie liegt verdammt ist. Bis ins zwölfte Jahrhundert hinein war die keltische Kirche mehr oder weniger friedlich romanisiert und Rom-hörig geworden.

Was bleibt von der Missionsarbeit des Patrick und seiner Kirche:
* Ein Missionskonzept, das die Menschen ernst nimmt. Patrick sprach die Sprache der Menschen. Er achtete ihre Traditionen, ihre heiligen Plätze und Symbole und deutete sie um oder erweiterte ihre Bedeutung. Ohne ihn hätten wir nicht die imposanten keltischen Hochkreuze mit den Sonnenkranz außen herum. In Irland entstanden in den Klöstern wunderschöne Buchmalereien unter Verwendung dieser Keltischen verschlungenen Linie.
* In Irland wurde das Wissen der antiken Welt in den Klöstern bewahrt, als durch die Völkerwanderung in Mittel- und Südeuropa die Klöster und Bibliotheken in Flammen aufgingen und zerfielen. Von dort und später durch die Araber wurde dieses Wissen wieder in das Frankenreich zurückgebracht.
* Und was noch geblieben ist sind die Irischen Segenswünsche. Auch ein Teil des heidnischen Erbes. Die Christen übernahmen die Tradition der Druiden, den Reisenden wenn sie aufbrachen mit der Lorica, ein Segens und Schutzgebet mit auf den Weg zu geben. Alltägliche Gegebenheiten werden mit Geistlichem verbunden. Die Tradition war früher rein mündlich und aus der Situation heraus. Und in den Letzten Jahrzehnten wurde dieses Tradition im englischen und auch im deutschen Sprachraum neu belebt. Als wir im Gottesdienst noch singen durften haben wir oft aus dem violetten Liederbuch das Lied „Möge die Straße uns zusammenführen“ angestimmt, eine Vertonung irischer Segenswünsche.

May God hold you in the palm of his hand,
and a strong drink for you in the other.
thomas rucker

29) Tortenrezept aus der Bäckerei Gerlinger

Sahnequark-Torte mit Birnen:
Man braucht zwei Dosen Birnen ohne Saft, der wird von 4 Esslöffeln Birnenschnaps ersetzt. Den Saft bitte auffangen und nach Vorschrift mit Gelatine mischen und anschließend unter die Sahne-Quarkmasse rühren
Dazu  500 g Magerquark, 200 g Zucker und den Saft und die abgeriebene Schale einer Biozitrone.  Unter den Quark wird 500 ml steifgeschlagene gehoben.
Nun wird um den Tortenboden ein Tortenring gelegt. Der Boden wird mit Saft, oder noch einmal mit Schnaps leicht befeuchtet, dann mit den Birnen belegt und mit der Quarksahne übergossen. Anschließend kommt die Torte für mehrere Stunden in den Kühlschrank. Anschließend entfernt man den Tortenring und verziert die Torte nach Belieben.

Grundrezept für den Tortenboden:
1 Springform mit 26 cm leicht einfetten. 3 Eier mit 75 g Zucker schaumig rühren, 55 g Mehl, 55 g Stärkemehl und einen Teelöffel Backpulver unterheben. Den Teig bei 160 Grad ca. 30 Minuten backen.

28) Das Wunder der Schneeglöckchen

Es war schon faszinierend wie schnell in den letzten Wochen eine dick gefrorene Schneedecke weggeschmolzen ist. Auslöser waren die unglaublichen Temperaturschwankungen von minus 25° bis plus 25° Grad Celsius. Wann hat es das schon mal in „Roschtl und drumrum“ gegeben? … und wie schnell hat sich die Natur von gefühlt „tiefstem Winter“ in eine wohlig warme Frühlingslandschaft verwandelt? Dieses Wunder der Natur spiegeln auch die Schneeglöckchen wieder, die unter der dicken Schneedecke bereits den Frühling in sich tragen – anfangs noch zaghaft, später immer kraftvoller – und als Frühlingsboten erste Blüten in die Winterlandschaft zaubern.

Wir haben in Buttendorf auf unserer „Altbauwiese“ ein kleines Meer an Schneeglöckchen unterm Kastanienbaum (anbei ein paar Bilder). Mir war bislang nicht bewusst, dass die Schneeglöckchen dieses faszinierende Schauspiel fast täglich durchleben: Morgens sind sie matt am Boden liegend und wirken wie erfroren vom Frost der Nacht, aber während des Tages erhalten sie durch die warme Wintersonne neue Kraft, richten sich auf und zeigen ihre dezent anmutende Blütenpracht. Einfach herrlich! 😊

Diese starken Bilder aus der Natur helfen mir persönlich auch im Glaubensleben. Schneeglöckchen sind „zarte Durchbrecher und Überwinder von Dunkelheit und Kälte“; sie harren im „Frost des Lebens“ aus, bis ihre Zeit gekommen ist, um erste Freudenboten einer neuen Zeit, eines neuen Lebensabschnittes zu sein. Wie ist es mit uns? Wie ist es mit Ihnen? Wie ist es mit dir?

Wenn wir die aktuelle Pandemie als lebensbedrohende Schneedecke sehen; wochen- ja monatelang nur eintöniges Ausharren bis es endlich vorüber ist. Was macht diese Zeit mit uns? Verändert sie unser Wesen, unser Denken, unseren Sinn? Worauf kommt es im Leben an? Was zählt denn noch, wenn man am Bett eines Sterbenden steht? Einen eng vertrauten Menschen ganz in Gottes Hand übergeben muss bzw. darf. Da ist nur noch eines wichtig: Die persönliche Beziehung zu Gott und mein Vertrauen zu ihm – zu Jesus, unserem Herrn, der für uns am Kreuz gestorben ist, sich selbst für uns geopfert hat und damit alles vollbracht hat, um für uns den Weg ins Himmelreich zu ebnen. Er ist der Durchbrecher aller Bande – ja, er hat sogar den Tod besiegt, damit wir ewiges Leben haben können!

Ein guter Übergang für die Passionszeit, wo wir uns bewusst dem Leiden und Sterben Jesu hingeben – wohlwissend, dass er auferstanden ist … und wir mit ihm, sofern wir das glauben! Es kommt im Leben und im Sterben letztlich immer auf eine innige und vertraute Gottesbeziehung an, auf ein tägliches Aufrichten im Gebet, so wie die Schneeglöckchen durch die Sonnenstrahlen neue Kraft erhalten, so dürfen wir uns täglich an den lebendigen Gott wenden, der alles so wunderbar geschaffen hat und uns in seiner Hand hält!

Lasst uns zu Schneeglöckchen werden, die in den schweren Zeiten ausharren; diese mit Gottes Kraft überwinden und „Freudenboten des Frühlings“ werden. Genauso gilt es auch, den „Winter unseres Lebens“ mit Gottes Hilfe zu überwinden und auf Menschen in unserer näheren Umgebung zuzugehen, die unsere Hilfe und Gottes Trost brauchen. Lasst uns zu Boten der Nächstenliebe und Versöhnung werden, wo der „Winter des Lebens“ seine Spuren hinterlassen hat. Lasst uns ganz auf Jesus Christus und sein vollbrachtes Heil vertrauen, denn mit seiner Auferstehungstat hat er die Schneedecke durchbrochen und Licht ins Dunkel gebracht! 😊

Lasst uns zu Schneeglöckchen werden und diese Passionszeit bewusst erleben. Jesus macht alles neu: Er schafft lebensverändernde Bedingungen! Er ist die Wintersonne, die Wärme gibt. Er ist die Luft zum Atmen; er ist der fruchtbare Boden unter uns, der Leben schenkt! Lasst uns dieses neue Leben in Jesus Christus bewusst erleben! Lasst uns zu Schneeglöckchen werden!

Eine gesegnete Passionszeit wünscht
Mike Neugebauer  
Kirchenvorsteher aus Buttendorf

27) Jahrestag der Corona-Pandemie in Bayern

Vor einem Jahr haben sich in Bayern die ersten Menschen mit Corona infiziert. Damals ahnten wir nicht, was auf uns zukommt.
Jetzt leben wir genau ein Jahr unter den Bedingungen der Pandemie. Einschrän-kungen und soziale Distanz gehören zum Alltag. Es hat uns schwer getroffen und trifft uns weiterhin schwer. Das Leben wurde massiv entschleunigt und auf den Kernbereich der Familie oder des Hausstands reduziert.

Zu Beginn des Jahres 2021 zeichnet sich ein Hoffnungsstreif am Horizont ab. Die ersten Impfstoffe sind zugelassen und die Impfzentren beginnen mit der Arbeit. Es muss uns bewusst sein, dass für die Rückkehr zur Normalität viele Schritte notwen-dig sind:
•    Die Impfung schützt zunächst nur die Einzelperson.
•    Der Schutz der Gemeinschaft beginnt, wenn voraussichtlich mindes-tens 70% der Bevölkerung geimpft sind. Bei einer ansteckenderen Variante des Virus ist der Anteil noch höher.
•    Die Impfanstrengungen müssen weltweit erfolgen.

Es gilt nicht nur an sich und das eigene Land, sondern an alle Menschen auf der Erde zu denken. Die Welt steht vor einer großen Aufgabe, die Zeit braucht. Jeder muss selbst aktiv seinen Anteil beitragen und Geduld im Sinne von Römer 12,12 haben: Seid fröhlich in Hoffnung und geduldig in der Bekämpfung der Pandemie.

Franz Forman (Stadtradt Oberasbach und stellvertretender Landrat)

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26) Vertrauliches Gesprächsangebot für Eltern und Familien: Die Erziehungsberatung

Seit vielen Jahren ist die Erziehungsberatungsstelle des Landkreises Fürth bei der Diakonie Fürth angesiedelt. Nun konnte der Vertrag erneut verlängert werden. Wir nehmen dies zum Anlass, die Erziehungsberatungsstelle genauer vorzustellen. Unsere Fragen haben Jana Klemesch vom Allgemeinen Sozialdienst am Landratsamt Fürth und die Leiterin der Erziehungsberatungsstelle, Elisabeth Breer, beantwortet.

Frau Breer, was genau ist eine Erziehungsberatung?
Elisabeth Breer: „Bei der Erziehungsberatung handelt es sich um eine niederschwellige Hilfe zur Erziehung. Es ist ein freiwilliges, sehr persönliches und vertrauliches Gesprächsangebot für Eltern und Familien. Um eine erfolgreiche Beratung durchführen zu können, braucht es die Bereitschaft und die Mitarbeit der Eltern. Erziehungsberatung will Beziehungen in Familien aufbauen und verbessern, Familien in Krisenphasen begleiten und die Eltern dabei unterstützen, die Entwicklung ihres Kindes/ihrer Kinder positiv zu fördern. Sie will Eltern, Kindern und Jugendlichen helfen, Probleme zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu finden. Kurz: Sie will dabei helfen, Familien in Beziehungs- und Konfliktfähigkeit zu stärken und zum Handeln zu befähigen.”
Jana Klemesch: „Bei der Erziehungsberatung gibt es auch Überschneidungen zu anderen Beratungsangeboten, wie etwa Beratung in Fragen der Partnerschaft, Trennung und Scheidung und Unterstützung der Eltern bei der Ausübung der Personensorge und beim Umgang.”
Wie laufen die Gespräche ab? Elisabeth Breer: „Die Klienten kommen normalerweise persönlich in die Beratungsstelle. Im ersten Gespräch werden sie zunächst über die Rahmenbedingungen (Vertraulichkeit, Kostenfreiheit) informiert. Nach einer Schilderung der Anliegen durch die Klienten wird besprochen, ob die Hilfe der Erziehungsberatungsstelle die geeignete Hilfe für die Probleme und Schwierigkeiten darstellen kann und welche Mitglieder der Familie an der Beratung beteiligt werden sollten. Je nach Problemlage finden Gespräche mit Einzelpersonen, (Eltern) Paaren, Kindern, Jugendlichen oder Familien in allen denkbaren Kombinationen statt. Häufigkeit und Dauer des Beratungsangebotes können dabei stark variieren, weil sie von der jeweiligen Problemlage und den Ressourcen der Klienten abhängen.“

Was hat sich durch die Pandemie bei der Beratung verändert?
Elisabeth Breer: „Verändert haben sich zum einen die angebotenen Beratungsformate. Im Rahmen eines „Blended Counseling Konzeptes" werden Telefonberatung, Mailberatung, Videoberatung und Face-to-Face-Beratung angeboten. Das heißt, der größte Teil wird derzeit - je nach Stand der Einschränkungen durch Corona - über Online-Medien vorgenommen. Trotzdem finden je nach Bedarf weiterhin persönliche Gespräche von Angesicht zu Ange-sicht statt, zum Beispiel bei der Unterstützung beim Umgang von getrennt lebenden Eltern-teilen mit Kindern.  Zum anderen haben sich die Beratungsthemen - nicht in ihren Inhalten, aber in ihrer Intensität und Dringlichkeit - ver-ändert. Wie in einem Brennglas haben sich Probleme, die vorher schon bestanden haben, verstärkt - je nachdem, wie die Maßnahmen gegen die Pandemie die Lebensmöglichkeiten und Bewältigungsstrategien eingeschränkt haben.”
Mit welchen Themen kommen die Menschen zu Ihnen?
Elisabeth Breer: „Im weitesten Sinne sind die benannten Probleme „Beziehungsprobleme“, entweder in der Beziehung der Klienten zu sich selbst oder zum Partner, innerhalb der Familie, zwischen Geschwistern, Eltern und Kindern, Jugendlichen und ihren Freunden. Die Erziehungsberatung unterstützt Kinder und Jugendliche unter anderem bei Konflikten innerhalb der Familie oder mit Gleichaltrigen, bei Problemen mit Schulleistungen, Lehrern, Mitschülern oder der Motivation, dem Selbstwertgefühl, Ängsten oder bei Suchtgefährdung. Da viele Probleme jedoch meist mehrere Ursachen haben, stehen auch die Eltern und damit das ganze Familiensystem im Blick-punkt. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist auch die Beratung bei Trennung und Scheidung sowie die Beratung von hochkonflikthaften Elternpaaren. Auch Themen wie „psychische Erkrankung in der Familie“, „körperliche oder sexuelle Gewalt“ und „posttraumatische Belastungsstörung“ tauchen in der Beratung vermehrt auf.”

Was ist das Ziel der Erziehungsberatung?
Jana Klemesch:  „Im ersten Schritt ist es wichtig, eine Vertrauensbasis zu schaffen und die Eltern in ihren Sorgen und Erziehungsschwierigkeiten ernst zu nehmen. Während der Beratung wird auch das Handeln der Ratsuchenden reflektiert und die Auswirkungen der getroffenen Entscheidungen angeschaut. So können die Ratsuchenden verstehen, wie zum Beispiel ihre Reaktionen in verschiedenen Situationen bei den Kindern oder dem anderen Elternteil ankommen sind und sie bei Bedarf überdenken oder verändern. Das Verständnis füreinander soll gestärkt und die Unsicherheiten abgebaut werden.”

Sind die Gespräche vertraulich?
Jana Klemesch: „Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Erziehungsberatungsstelle unterliegen der Schweigepflicht, damit die Basis für eine vertrauensvolle Beratungsarbeit gewährleistet wird. Die Weitergabe von Informationen ist nur nach vorheriger Rücksprache und einer schriftlichen Zustimmung der Ratsuchenden möglich. In dieser wird konkret festgehalten, welche Informationen und an welche Stellen weitergegeben werden können.”

Kostet diese Hilfe etwas?
Elisabeth Breer: „Nein, die Beratung bei der Erziehungsberatungsstelle ist für alle Ratsuchenden kostenfrei.”

Der Vertrag zwischen Landkreis und Diakonie wurde soeben verlängert. Was ändert sich durch die neue Vereinbarung?
Elisabeth Breer: „Der neue Zuwendungsvertrag zwischen dem Landkreis Fürth und der Diakonie Fürth als Träger der Erziehungsberatungsstelle ermöglicht, das seit Jahren kontinuierlich und stark gestiegene Fallaufkommen besser zu bewältigen und somit auch die Wartezeiten für einen Beratungstermin im Rahmen zu halten. Geplant ist mit der erweiterten Personalressource, die Angebote in Einrichtungen vor Ort, etwa in Kindertagesstätten, zu verstärken. Jana Klemesch: „Zudem ist es dann möglich, die in einer Kooperationsvereinbarung präzisierten Übergabegespräche zwischen dem ASD und der EB in Anwesenheit der Eltern durchzuführen, was vor allen Dingen bei der Beratung hochkonflikthafter Elternpaare nach Trennung und Scheidung und in Umgangsfragen notwendig ist.”

Gibt es auch eine Kooperation zwischen der Erziehungsberatungsstelle und dem Jugendamt?
Jana Klemesch: „Bei vielen Beratungsfällen gibt es Schnittstellen zwischen der Erziehungsberatungsstelle und dem Allgemeinen Sozialdienst. Zum Beispiel kann sich im Rahmen der Erziehungsberatung ein Bedarf für eine ambulante Jugendhilfemaßnahme he-rauskristallisieren, welche beim Jugendamt beantragt werden muss. Oder auch in Verbindung mit einer Hilfe zur Erziehung, etwa Vollzeitpflege, kann sich ein zusätzlicher Bedarf für die Erziehungsberatung ergeben. Im Rahmen der Mitwirkung in familiengerichtlichen Verfahren werden durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ASD Beratungs-/Vermittlungsgespräche zur Findung einvernehmlicher Lösungen zum Umgang bei der Erziehungsberatungsstelle empfohlen, oder es wird Bedarf für begleitete Umgänge gesehen.
In diesen Fällen ist eine Kooperation der bei-den Stellen wichtig. Um Transparenz und eine gute Arbeitsgrundlage zu schaffen, sind gemeinsame Übergabegespräche zwischen dem ASD und der EB in Anwesenheit der Eltern/Ratsuchenden sinnvoll, um ihre Anbindung an die andere Stelle zu erleichtern. Auch hier gilt natürlich das Prinzip der Vertraulichkeit, sodass jede Weitergabe der Informationen nur mit Zustimmung der Ratsuchenden möglich ist.”

Quelle: Landkreis Magazin Ausgabe 03/2021

Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle der Diakonie für den Landkreis Fürth
Königswarterstr. 56-60
90762 Fürth
Telefon: 0911 749 33-35
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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25) „ Früher hat man es Gottvertrauen genannt“

Analysen, Studien, Gesprächsrunden zum Umgang mit uns selber, zum Einfluss von Angst auf unser Denken sind an der Tagesordnung. Und das ist gut so.
Reflexion und Aufmerksamkeit, gerade in dieser Zeit der neuen Herausforderungen sind unabdingbar.
Ich lausche den Vorträgen eines Neurobiologen und Gehirnforschers. Er spricht in unsere Zeit. Über den Machbarkeitswahn, der uns und unsere Generationen prägt, über erlerntes Kontrolldenken und die Unterdrückung von vitalen Bedürfnissen dabei und über die Angst.

Dabei finde ich meine Gedanken wieder.
Und stimme zu, wie wichtig es ist, dass Lebendigkeit mein Leben prägen soll und darf.
Mir ist bewusst, dass es vitale Bedürfnisse sind, nämlich das nach Verbundenheit, Zugehörigkeit und jenes nach eigenen Gestaltungsmöglichkeiten, eben der Freiheit.

Beides versuchen wir doch unseren Kindern zu bieten: einen Ort an dem sie sich wohl fühlen, geliebt und geborgen sein können und die Freiheit, sich selber zu entfalten, und dabei nicht zum Objekt unserer Bewertungen werden.
Doch nun sehen wir zu, wie all dieses anstrengend, ja, eigentlich unmöglich ist, wenn wir fortlaufend Grenzen setzen und belohnen beim besseren Einhalten der Regeln. Ich staune immer wieder, wie gut das die jungen Familien doch machen, wie diszipliniert gerechnet und organisiert wird. Aber ist nicht die Sorge auch zu verstehen, dass dennoch vieles auf der Strecke bleibt?

Und gleichzeitig kommt Angst ins Spiel, Angst mit der unterschiedlich umgegangen wird. Ist es nicht Angst, die die einen antreibt, noch mehr zu tun, zu verbieten und zu regeln? Und die anderen erklären, dass eine Verschwörung hinter dem Ganzen steckt.

Was ist denn nun die Lösung? Gibt es ein Rezept?
Genau hier tritt Entspannung ein. Beim Wort Vertrauen. Vertrauen worauf?
Nun, das lässt sich zwar nicht so leicht definieren. „Früher hat man es Gottvertrauen genannt“, heißt es. „Sich wieder mit dem Lebendigen verbinden. Lernen, liebevoll mit sich selber umzugehen.“

Ja, genau das ist es, sage ich mir und meine: auch heute noch darf man es Gottvertrauen nennen!
Es ist ein Lernprozess: wir dürfen uns entschließen, innerlich frei zu sein, zu spüren was uns gut tut. Unseren lebendigen Bedürfnissen nachgeben und liebevoll zu uns sein. So können wir auch anderen liebevoll begegnen, offen sein für Gespräche, Leben gestalten. Jeder hat dabei bereits sein eigenes Bündel an Erfahrungen...
Wir haben wieder gelernt, dass nicht alles planbar und längst nicht beherrschbar ist. Und lernen ein wiederholtes Mal: unser Leben ist nicht in unserer Hand. Wie gut :))
Dabei fallen mir vertraute Verse ein:

                                           Ich trau auf Dich, oh Herr,
                                           ich sage: Du bist mein Gott.
                                           In Deiner Hand steht meine Zeit.
       

                                
Fürchte dich nicht
Fürchte dich nicht,
gefangen in deiner Angst,
mit der du lebst.
Fürchte dich nicht,
gefangen in deiner Angst.
Mit ihr lebst du.
 
Fürchte dich nicht,
getragen von seinem Wort,
von dem du lebst.
Fürchte dich nicht
getragen von seinem Wort.
Von ihm lebst du.
 
Fürchte dich nicht,
gesandt in den neuen Tag,
für den du lebst.
Fürchte dich nicht,
gesandt in den neuen Tag.
Für ihn lebst du.
 
Fritz Baltruweit
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24) 24.12.2020

Nur zur Erinnerung, dieses Foto entstand Heiligabend.Ein Regenbogen über dem Sportplatz in Raitersaich, während des Krippenspieles der evangelischen Jugend. Ein Zeichen der Hoffnung, ein Blick in die Zukunft und jetzt auch wieder Zeit sich daran zu erinnern und dieses Bild, nicht zu vergessen. Und Gottes versprechen gilt, solange die Erde steht soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Und solch eine Verheißung in Verbindung mit der Weihnachtsbotschaft das darf jetzt mitten in der dritten Welle gerne erinnert werden und macht Mut nicht nur in diesen Tagen.

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23) Wer schreibt der bleibt!

Das ist der Grund für in Bäume geschnitzte Herzen. Darum gibt es Tagebücher und das ist die Motivation für mit Zimmermannsblei beschriftete Balken auf dem Dachboden der Kirche. Wer schreibt der bleibt, darum gibt es Gästebücher und auch handgeschriebene Lebensläufe, die auch in unserem Archiv in Roßtal schlummern. Wie in einer Zeitkapsel sind die Leben von Menschen vor 120, 100 Jahre dort konserviert und man erfährt, was die Menschen damals dachten, was üblich war und wie das Leben gemeistert wurde, allen Anfechtungen zum Trotz. Diese Lebensläufe und der Gedanke an eine Zeitkapsel werden zum Anstoß für dieses Schneeglöckchen, denn wer schreibt, der bleibt, das gilt auch noch heute und unser Archiv ist wirklich eine Fundgrube für Geschichte und Geschichtchen. Darum wollen wir einen weiteren Akt hinzufügen und Corona-Erfahrungen sammeln, solche die Hoffnung schenken, die von gelungenem Leben mitten in der Pandemie berichten, solche, die Ihre Erfahrungen widerspiegeln, solche die vom Leben ihrer Familien berichten. Schreiben Sie uns, schicken Sie uns Ihre Eindrücke vom Leben in der Pandemie, beschreiben Sie Tagesläufe und Erlebnisse mit ihren Kindern, oder Enkeln, oder von Ihrer Arbeit und Ihrem täglichen Einerlei. Wir nehmen alles in unser Archiv und machen daraus eine einzigartige Schatzkammer und wer weiß, was ihre Ururenkel im Jahre 2170 dazu sagen werden. Nutzen Sie die Möglichkeit unsere Zeitkapsel zu füllen, denn wer schreibt, der bleibt.   
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 22) Jordanien: Zaatari, oder was wir von armen Ländern lernen können

Heute ist Zaatari als großes Flüchtlingslager bekannt. Es wurde 2012 mit internationaler Unterstützung in Jordanien für Menschen aus dem syrischen Kriegsgebiet errichtet, obwohl Jordanien nur ca. 11 Mio Einwohner zählt und selbst enorme wirtschaftliche Schwierigkeiten hat. Zeitweise wurden über 120.000 Menschen aufgenommen, viele weitere Tausend Menschen kamen irgendwie im Land privat unter.

2014 habe ich das Lager zum ersten Mal besucht. Die Flüchtlinge hatten natürlich keine Arbeitserlaubnis, sie konnten nichts unternehmen. Die Menschen waren wohl am stärksten mit der Frage nach ihren Zukunftsperspektiven beschäftigt. Zeit zum Nachdenken gab es reichlich. Für die Kinder wurden spezielle Zelte eingerichtet, in denen sie wenigsten etwas lernen, aber vor allem mit Gleichaltrigen spielen konnten.

Ich wurde von einer Frau in ihr Zelt eingeladen. Sie erzählte mir ihre Geschichte, wie sie in Syrien lebte, wie es zur Flucht kam und wie sie sich hier fühlt.

In Syrien arbeitete sie als Englischlehrerin, hatte drei eigene Kinder. Sie lebten bescheiden, aber in einem eigenen schönen Haus, das sie sehr vermisse, wie sie schilderte. Die Zelte im Lager waren undicht, es gab in diesem Februar viel Regen und es war auch kalt. Im Zelt spielten fünf Kinder. Als ich auf dem Teppich Platz genommen hatte, waren sie ruhig und beobachteten mich genau. Was will wohl dieser fremde Mann?

Irgendwie kamen wir auf die Kinder zu sprechen und ich bemerkte, wie gut es sei, dass ihre Kinder mit den Nachbarkindern spielten. Nein, nein, meinte sie, das seien keine Kinder von anderen Leuten, die fünf seien alle hier zuhause. Die zwei anderen Kinder habe sie auf der Flucht mitgenommen. Sie waren am Straßenrand, die Eltern nicht mehr ausfindig zu machen, und niemand habe sich um sie gekümmert. Sie konnte sie doch nicht stehen lassen, sagte sie mir.

Eine Mutter auf der Flucht, mit drei eigenen Kindern, eine völlig unsichere Zukunft, die Frage, wie ernähre ich mich und meine Kinder, wo werde ich wohnen, wird die Flucht überhaupt klappen? Diese Mutter nimmt noch zwei kleine Kinder einfach so mit. Sie ist Muslima und hat doch in aufopferungsvoller Weise perfekt christliche Werte umgesetzt? Nein, sie hat muslimische Werte umgesetzt, die sich offensichtlich gar nicht von christlichen Werten unterscheiden. Aber es spielt auch keine Rolle, ob diese Werte christlich oder muslimisch sind, wichtig ist, dass sie diese umgesetzt hat. Dieses Beispiel an Nächstenliebe und Aufopferung bleibt mir als wichtigstes Bild meiner damaligen Reise immer in Erinnerung.

Aber auch dass das karge, kleine und arme Land Jordanien bereit war, über Nacht ein Flüchtlingslager von fünf Quadratkilometern zur Verfügung zu stellen, muss uns doch verdeutlichen, dass wir reichen Europäer eine enorme Schuld auf uns nehmen, wenn wir Verhältnisse wie in Moria oder in Bosnien zwar bedauern, aber unser Nichthandeln mit dem Verhalten anderer Staaten begründen. Ja, Polen und Ungarn wollen keine Flüchtlinge aufnehmen, das ist nicht zu akzeptieren, aber das legitimiert unsere Ignoranz nicht.

Ein Blick auf Jordanien muss auch uns die Schamesröte ins Gesicht treiben. Die jordanische Regierung hat beschlossen, dass die Menschen in Zaatari bleiben können, nicht über die Grenze abgeschoben werden. Während unsere Regierung nach Afghanistan abschiebt und ständig über Abschiebungen nach Syrien spricht.

Zaatari ist inzwischen zu einem Ort geworden ist, in dem heute über 60.000 Menschen leben und auch bleiben werden, in dem Wasser- und Stromversorgung (Photovoltaikanlagen decken den größten Teil des Strombedarfs ab) eingerichtet wurden, die medizinische Versorgung und die Schulbildung gut organisiert sind und in dem sogar Mülltrennung betrieben wird. Die Zelte sind verschwunden und es stehen den Familien stabile Häuschen zur Verfügung. Inzwischen gehen viele positive Impulse vom ehemaligen Lager in die gesamte Gesellschaft aus – auch wenn nicht alles konfliktfrei verläuft, aber das ist bei uns nicht anders.

Mein Wunsch ist, dass sich Zaatari erfolgreich weiterentwickelt und vor allem uns zeigt, dass sowohl Europa als auch Deutschland nicht überfordert wären, würden wir unseren christlichen Werten entsprechend handeln. Wir können viel von den armen Ländern lernen. Tun wir es.

Beitrag von Uwe Kekeritz, Mitglied des Deutschen Bundestages Bündnis90/Die Grünen

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21) Erdbeer-Cookies-Dessert von Christiane Schuster

Zutaten:   
1 kg Erdbeeren (frisch oder tiefgefroren) 400 ml Sahne
500 g Joghurt
4 Päckchen Vanillezucker, Zucker nach Geschmack
2 Packungen Cookies, grob zerbröseln

Zubereitung:   
Erdbeeren waschen, putzen und zerkleinern.
Sahne, Zucker und Vanillezucker steif schlagen, mit Joghurt mischen.

Wie folgt in eine Schale oder Gläser schichten: Mit 1/3 Cookies-Brösel auslegen.
Darauf die ½ der geschnittenen Erdbeeren und ½ der Creme streichen. Dann wieder Cookies, Erdbeeren und Creme.
Zum Schluss das letzte 1/3 Cookies-Brösel darauf verteilen Über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.
Gutes Gelingen und guten Appetit!
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20) Schlittschuhlaufen

„Du musst ihn jetzt auch mal loben!“, fordert mein Mann mich recht ungehalten auf. Wir sind Schlittschuhlaufen und unser Sohn unternimmt seine ersten Versuche auf dem Eis. Und ich, zugegeben, bin mit meiner Aufmerksamkeit bei den beiden anderen. Im allgemeinen Trubel hatte ich nicht bemerkt, wie wichtig das gerade für meinen Sohn war. Wie wichtig es ist, dass wir ihn sehen.

Er geht es unerschrocken an. Zunächst mit Hilfestellung stakt er prüfend auf dem Eis. Dann traut er sich allein. Oft schwankt er gefährlich, kann sich mal gerade noch retten, mal schmeißt es ihn hin. Doch er lässt sich nicht beirren. Immer mehr gewinnt er an Sicherheit. Immer mehr gelingt es ihm.

Und wir werden zu seinen Cheerleadern. Wir bangen mit, wir freuen uns mit. Es ist klasse, ihm zuzusehen! Es wird ein gelungener Familienmoment. Er hat unsere Aufmerksamkeit. Das puscht ihn. Er ist ganz bei der Sache, es macht ihm Spaß, außer Atem und mit leuchtenden Augen.

Wenn vielleicht auch nicht mehr Schlittschuhlaufen, doch etwas Neues zu lernen, sich in einer ungewohnten Situation zurechtzufinden, ist eine Erfahrung, die wir in jedem Lebensalter machen. Vielleicht machen müssen? Das ist spannend, kann aber auch Druck erzeugen. Behalten wir dabei im Blick, wie das mit dem Schlittschuhlaufen Lernen geht? Also übertragen auf unser Leben: Wie aufmerksam sind wir bei all dem Neuen, all dem Wandel, all den Umbrüchen, all den gewollten oder unerwünschten Planänderungen mit uns und miteinander?

Manchmal denke ich, dass wir Christen einander doch unglaublich ermutigende Cheerleader sein können. Oder anders gesagt: Dass wir uns Aufmerksamkeit schenken. Dass wir uns sehen, dass wir aufeinander achten. In dieser unsicheren Zeit, in die wir gerade gestellt sind, haben wir das ziemlich nötig. Und gibt es so viele verschiedene Möglichkeiten, sich dies zu zeigen. Mut zusprechen, ein aufmunternder Blick, eine praktische Hilfestellung. Oder ganz einfach: Wir müssen uns jetzt auch mal loben!

Diakonin Sandra Höchsmann, Diakonisches Werk Fürth
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19) “Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir”

“Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.” Dieser Vers aus  Psalm 139 (Vers 5) ist für mich immer ein stärkender Satz gewesen. Und jetzt in Corona-Zeiten ist er es noch mehr. Und vielleicht geht es Ihnen in Rosstal ja genauso.

Denn es ist ein Lebensgefühl, das dieser Satz zum Ausdruck bringt, wie ich es mir nicht schöner vorstellen könnte. “Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.” Das drückt eine Geborgenheit aus, ein Behütetsein, eine innere Sicherheit, wie wir sie uns, glaube ich, alle wünschen.

Aber wie komme ich dahin? Wie kann dieses Gefühl in mir entstehen, wenn ich es eben nicht spüre? Wir kennen wohl alle diese Frage, ob wir 12 Jahre oder 82 Jahre alt sind. Mir hilft es, diesen Satz immer wieder zu sagen, laut oder leise. Wenn ein inneres Gefühl der Verlorenheit aufkommt, dann können wir – egal, wo wir gerade sind - Stopp sagen, innehalten, uns an diesen Satz erinnern. Vielleicht auch an Menschen denken, die ihn uns durch liebe Gedanken oder Umarmungen immer wieder sinnlich erfahrbar machen. Die Eltern, ein Freund oder eine Tante.

Mit unserem Kopf Gott verstehen, das gelingt uns oft nicht. Direkt nach dem Vers heißt es in Ps 139: „Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.“ Aber Gott in unser Herz einlassen, das können wir. Uns in Psalm 139 die Worte dafür leihen. Und sprechen: “Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.” 

Und so wünsche ich Ihnen in Rosstal viel Kraft aus den biblischen Worten und die Erfahrung, dass Gott in all dem Schweren, was wir gerade durchstehen müssen, immer wieder von Neuem eine Tür für uns öffnet. Gott begleite Sie mit seinem Segen!

Beitrag von Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof

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18) Rotkäppchen im Lockdown

„Hallo.“ meldete sich Rotkäppchen am Telefonhörer.
„Hallo, Rotkäppchen, hier ist deine Großmutter.“ hörte es die Antwort.
„Du hörst dich heute aber sehr rauh und belegt an, Großmutter. Hast du etwa Corona?“
„Wie soll ich Corona bekomme? Es besucht mich ja doch niemand.“ Die Stimme klang sehr verärgert. Und er war wirklich verärgert, der Wolf. Anfang Dezember hatte er noch mitbekommen, dass Rotkäppchen sich von der Großmutter verabschiedet und ihr versprochen hat, an Weihnachten wieder zu kommen. Geschickt hatte der Wolf die Situation ausgenutzt. Er fraß die Großmutter, zog ihr Nachthemd an und legte sich ins Bett. Er wartete auf Weihnachten, er wartete an Neujahr, jetzt war das Jahr schon einen Monat alt und der Wolf wartete noch immer. Inzwischen war er hungrig und so ein junges Mädchen käme ihm gerade recht.
„Wo bis du gewesen? Du wolltest doch an Weihnachten kommen.“ vorwurfsvoll klang die Stimme des Großmutter-Wolfs.
„Ach, Großmutter du weißt doch, der Lockdown und dann die 15-Kilometer-Regel. Papa durfte mich nicht zu dir fahren. Und mit Bus und Bahn, weißt du, was das für Ansteckungsherde für Viren sind?“
„Die 15 Kilometer Regel hat das Gericht aber schon seit Wochen zurückgenommen.“
„Ja, Großmutter. Aber da ist immer noch die Regel, dass man sich nur mit einer Person aus einem anderen Haushalt treffen darf.“
„Du wolltest über Weihnachten in Quarantäne gehen, damit ich deine eine andere Person bin.“ Der Großmutter-Wolf versuchte flehentlich zu klingen.
„Aber Großmutter. Jetzt hat wieder die Schule angefangen. Wir haben online Unterricht. Ich bin jeden Tag bei meiner Freundin Luise, weil das Handy von Mama nicht stabil läuft. Luise ist jetzt meine eine Person, die ich besuchen darf.“
„Ach, ja.“ der Großmutter-Wolf klang enttäuscht.
„Großmutter, wenn du mir 500 € gibst, dafür bekäme ich ein vernünftiges Tablett und könnte allein daheim lernen. Dann könntest du meine Besuchsperson sein.“
„So, so.“ Der Großmutter-Wolf wurde sehr einsilbig. So waren die jungen Dinger heutzutage. Früher reichte ein Strauß Blumen, selbstgepflückt am Waldesrand. Aber heute muss es immer Geld sein, nicht einmal für Klamotten und Schmuck, nein nur für Handys und diesen elektronischen Schnickschnack. Der Großmutter-Wolf schwieg.
„Großmutter? Großmutter!“ Rotkäppchen klang jetzt schuldbewußt. „Großmutter, ich könnte dir einen Kuchen backen und mit der Post schicken. Weißt du einen richtigen Großmutterkuchen, mit vielen Gewürzen, der lecker schmeckt, und mit Rotwein, das ist gut für dein Herz und deine Gesundheit, und mit viel Liebe, von deiner Enkelin gebacken.
Dann hast du alles, was eine Großmutter braucht. Etwas zum Essen, etwas für die Gesundheit und viel Liebe.“
Der Wolf sagte nichts. Er legte einfach auf. So waren diese jungen Dinger. Aus einem leckeren jungen Mädchen zum Fressen würde nichts mehr werden. Er stieg aus dem Bett, zog das Nachthemd aus und verließ das Haus der Großmutter. Vielleicht würde er im Wald ein süßes Mäuschen finden oder ein schüchternes Rehlein.
nach einem post aus dem Internet nacherzählt und erweitert von thomas rucker

für alle die trotzdem den Großmutterkuchen backen wollen, hier das Rotweinkuchen-Rezept:

4 Eigelb
200g Butter oder Margarine
150g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
200g Mehl
1 Päckchen Backpulver
1 Eßlöffel Kakao
1 Teelöffel Zimt
100g Raspelschokolade
0,1l Rotwein
4 Eiweiß zu steifem Schnee geschlagen

Die Butter mit dem Eigelb und dem Zucker schaumig schlagen. Mehl, Backpulver, Kakao, Schokolade, Gewürze und den Rotwein nach und nach zugeben und mit der Schaummasse verrühren. Zuletzt den steif geschlagenen Eischnee unterheben.

Backen: etwa 1 Std., E-Herd 180-190° / Gas-Herd Stufe 3

Den Kuchen nach dem Abkühlen je nach Belieben mit einer (Schokoladen)Glasur überziehen. Die Teigmenge reicht aus für  eine  2-Liter-Backform.
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17) Fitzgerald Kusz:

schnäiglögglä
im schneegeschdöbä
edz haßds durchhaldn

Ein fränkischer Haiku (japanische Gedichtform) erreichte am Montagmorgen die Kirchengemeinde.
Der fränkische Autor und Philosoph, beides gehört ja untrennbar zusammen, Fitzgerald Kusz, hat uns dieses Haiku zu unseren Schneeglöckchen zukommen lassen. Sein Schneeglöckchenbeitrag ist nach Vermutung des Redaktionstems eine freundliche Antwort auf den Schneeglöckchenimpuls mit dem unverwüstlichen Usamabaraveilchen, der weiter unten zu lesen ist.  Die Kirchengemeinde und das Redaktionsteam bedanken sich bei seinem aufmerksamen Leser für diesen Beitrag und wir machen es wirklich wie die Schneeglöckchen, Durchhaldn…

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16) „Jesus spricht: Sorgt euch nicht um euer Leben“
Matthäus 6,25

Die Warnung vor dem Sorgen kann in der heutigen Situation leichtfertig und zynisch klingen. Denn viele Menschen sorgen sich in unseren Corona-Zeiten zu Recht: Um ihr Leben und um das Leben ihrer Liebsten. Um die Kinder und Jugendlichen, die nicht in die Schule können. Um die Wirtschaft, der eine Pleitewelle vorausgesagt wird.
Und generell muss man sich durchaus sorgen, dass die Unterschiede zwischen Reich und Arm immer stärker werden. Auch der Wind der öffentlichen Diskussionskultur wird immer rauer. Fällt unsere Gesellschaft möglicherweise auseinander?

Solche Sorgen sind angebracht. Und trotzdem ist Jesu Warnung vor dem Sorgen gerade in unserer Zeit berechtigt, ja heilsam. Denn die Sorge um das, was kommen könnte, und die entsprechende Vorsorge, kann einen Menschen vollkommen in Beschlag nehmen. Er ist dann nicht mehr offen für die Freuden der Gegenwart und die Chancen der Zukunft, für seinen Mitmenschen und für Gott. Ja, die Sorge tritt dann an die Stelle Gottes. Sie wird zum Götzen. Sie beherrscht das Fühlen und Denken des Menschen absolut. Das aber will Jesus verhindern.

Menschen dürfen – bei allem was kommt – auf Gott vertrauen. Sie können ihm das eigene Leben wie die Welt getrost anheimstellen. Dann wird ihnen das zufallen, was sie nötig haben.
Das ist nicht nur ein frommer Wunsch, das sind nicht nur Kanzelworte jenseits der Realität. Das entspricht vielmehr der Lebenserfahrung. Wenn wir genau hinschauen, müssen wir einräumen: Vieles von dem, was unser Leben bereichert hat, kam unverhofft, ohne dass wir es geplant hatten. Es war ein Geschenk, es war Glück, es war Gnade. Und das Schwere legen wir in Gottes Hand.

Beitrag von Elisabeth Hann von Weyhern, Regionalbischöfin im Kirchenkreis Nürnberg
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15) Winterspaziergang

Jeder Schritt knirscht und die Welt sieht wie verzaubert aus. Warum heute Nachmittag nicht einmal hinausgehen und den Winter genießen. Oder heute Abend durch den Schnee stapfen, bis 21 Uhr ist es ja erlaubt. Dabei den eisklaren Nachthimmel betrachten, Sterne beobachten, die sternenerhellte Nacht fühlen und hinterher einen heißen Tee-Glühwein, eine heiße Milch mit Honig oder eine warme Schokolade trinken. Probieren sie es aus! Viele schöne Wanderwege rund um Roßtal laden dazu ein. Tanken Sie neue Energie in der Sonne bzw. an der frischen Luft für die langen Wintertage.
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14) Lebensgrüße aus Afrika

Es gibt noch etwas anderes, als Kälte, Schnee, Regen und bedeckten Himmel. Das zeigte sich unübersehbar am samstäglichen Himmel und am nächsten Morgen auf allen Autos. Gelblich der Himmel, fast wie vor einem Gewitter, der Himmel bedrohlich ockerfarben und früh die Nacht ankündigend… Saharastaub so die Erklärung, zog mit starken Südwinden über Mitteleuropa hinweg. Das ist natürlich erst einmal ein meteorologisches Phänomen und auch im Sommer manchmal möglich. An diesem Wochenende, vor der großen Kälte, war es auch ein Gruß aus dem Süden und der Hinweis darauf, dass es neben all der Kälte noch etwas anderes gibt. Ein Land mit Sonne, mit Oasen, mit Sommer und Hitze. Ein Gruß eben aus dem Süden.  Auch wenn zurzeit Sommerurlaube nur schwer vorstellbar sind, es gibt sie noch die Länder des Südens, der Sonne und der Wärme. Es gibt sie noch die Sehnsuchtsorte für uns vom Lock down und Winter gedrückte Menschen. Und der Saharastaub wird zum Schneeglöckchen und zum Hoffnungszeichen.
Und nebenher kann man nur staunen über die Staubmassen. Unvorstellbar, welche Menge an feinstem Staub der Wind transportieren kann, damit überall in Mitteleuropa der Himmel gelb werden konnte und alle Oberflächen einen leicht ockerfarbenen Farbton bekamen….
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 13) Manche Sätze sind einfach zeitlos und bekommen immer wieder eine andere Bedeutung

Der von vielen verzweifelten Müttern ausgerufene Schrei „Räum auf, denn Ordnung ist das halbe Leben!“ hilft überraschender Weise auch gegen den Corona Blues. Damit ist nicht, das inzwischen schon in vielen Haushalten durchgeführte, Entrümpeln und Wegwerfen gemeint. Auch nicht das Durchsuchen des Kleiderschrankes und der Weg zum Kleidercontainer. Sondern der Tipp Ordnung und Struktur in der Corona Zeit zu schaffen. Denn Ordnung gibt Sicherheit und Überblick. Anders ausgedrückt, wer immer nur Serien anschaut oder so in den Tag hineingammelt, der verliert am Ende sich selber und sein Leben. Bis jetzt gaben Feiertage und Feste auf die man sich freuen konnte Halt und Struktur für eine Woche, für einen Monat oder ein ganzes Jahr. Wenn es immer nur heißt Kirchweih ausgefallen, Sommerurlaub abgesagt, Weihnachten nur im kleinsten Kreis und auch der Fasching ist bereits gecancelt, dann verliert ein Jahr seine Struktur und ein Leben kommt aus der Fassung. Homeschooling, Homeoffice tun da ein übriges, denn sie helfen notwendiges immer wieder zu verschieben oder Schule und Büro besetzen auch den privatesten Bereich und das gilt nicht nur für den Bildschirmhintergrund bei Videokonferenzen, bei denen Lehrer und Chefs Privatestes sehen können. Und jeder kennt den Satz, das mach ich nach dem Abendessen noch schnell am Computer.
Nein Ordnung muss sein und hilft als einfaches Hausmittel gegen den Corona Blues, denn Tage bekommen damit wieder eine Struktur und graue Wochen Höhepunkte und das einerlei der Corona Zeit wird durch dieses Schneeglöckchen durchbrochen und besiegt und am Ende ist Ordnung tatsächlich ein gutes Stück Leben.

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12) Entdeckerfreude

Auf Entdeckungsreise gehen, neues finden, altbekanntes neu entdecken oder einen Schatz heben. Wer macht das nicht gerne? Nein, es liegt nicht nur an den Abenteuerbüchern ihrer Jugend oder den spannenden Reportagen bei Terra X heute. Die Entdeckerfreude ist tief in uns verwurzelt und stammt vielleicht noch aus der Zeit als die Menschen Sammler und Jäger waren. Als das Überleben davon abhing Beeren zu finden ohne von Bären gefunden zu werden. Jedenfalls wurzelt die Schnäppchensuche im Internet oder der Einkaufsbummel durch die Fußgängerzone, auf dieser menschlichen Neugier und der Freude etwas Schönes neues für sich zu entdecken. Werbestrategen haben das längst schon erkannt und nutzen dies für höhere Umsätze ihrer Kunden. Und ja, es macht Freude neues zu entdecken und wenn es dann noch quasi direkt vor unseren Augen liegt, dann noch mehr. Deshalb lernen sie unsere Kirche neu zu sehen und entdecken Sie welche Schätze es hier zu heben gilt. Unsere neue Postkartenserie gibt ein paar atemberaubend schöne Motive wieder, die in Kirche und Kirchenbüro zu erwerben sind.
Machen Sie mit bei der Aktion „Schreib mal wieder!“ - ein handgeschriebener Brief bzw. Karte wiegt alle Drucksachen hundertfach auf.  

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11) Captain Tom ist tot

Das ist zunächst traurig und erst einmal kein Grund in unseren Schneeglöckchentexten aufzutauchen. Gestorben ist der 100-Jährige an Corona.

Erinnert aber sei an seinen Einsatz als Greis für das britische Gesundheitswesen. Erinnert sei an seine legendären Runden mit de Rollator im Familiengarten. Ein Fundraising-Projekt, das er zugunsten der Krankenhäuser Großbritanniens durchgeführt hatte und das am Ende weit über 30 Millionen Euro erbrachte. Weltweit wurde er dafür bekannt und von der ebenfalls nicht mehr ganz jungen Queen zum Ritter geschlagen und geadelt. 
Das Schneeglöckchen in seinem Lebenslauf ist sicher seine Idee als 99-Jähriger zusagen: Ich will dazu beitragen, dass die Welt ein klein wenig besser wird. Ich will, dass Corona besiegt werden kann. Und aus den 1.000 Pfund Wetteinsatz wurden über 30 Millionen…

Und England hatte seinen ältesten Coronahelden. Und die Welt ein Schneeglöckchen der Hoffnung mehr.

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10) Grüße aus Frankenmuth

Diese eisigen Schneegrüße erreichten  die Kirchengemeinde am Wochenende. Frankenmuth ist eine Gründung von Roßtaler Auswanderern, die vor 175 Jahren auswanderten. Im Fränkischen hatten sie für sich weder eine wirtschaftliche, noch eine politische Zukunft gesehen und Amerika war das gelobte Land und das Land der Träume in dem ihre Nachkommen dann tatsächlich zu Wohlstand und Einfluß kommen konnten.

Seit langem schon gibt es Kontakte aus den Staaten zurück in die alte Heimat. Daniel Haubenstricker hat regelmäßigen Mailkontakt nach Roßtal und schreibt für die örtliche Zeitung regelmäßig über Themen der Partnerschaft. Hier jetzt seine Bilder und Impressionen aus dem noch wirklich eisigen Michigan.

 

"Es waren viele Leute in Frankenmuth dieses Wochenende fuer Snowfest.  Jeder freut sich, etwas im Freien zu sehen. Die Temperaturen sind kalt geblieben, uebernacht manchmal sogar -14 Celsius.  Samstag war Main Street total Stau!  Mit dem Kleeblatt aus Eis habe ich natuerlich an meinen Verwandten und Bekannten in FUERTH gedacht!
Ab 1. Februar darf Restaurants in Michigan wieder öffnen, about nur 25 Prozent voll.
Euer Daniel Haubenstricker"

P.S. Hier haben wir für Interessierte das "Neuendettsauer Heft Nr.5: Wilhelm Löhe und die Amerika Auswanderung 1841-1872" verlinkt

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9) Warum dieses Usambaraveilchen unverwüstlich ist

Erinnern Sie sich an den Konfirmationsklassiker:  „Schweig Bub“, verfasst vom Nürnberger Mundartdichter Fitzgerald Kusz? Der mit diesem Stück der Fränkischen Konfirmation einschließlich Familienkrach, Schweinebraten und Leberkniedlasubbn ein immer wieder anschauenswertes Denkmal gesetzt hat.  Unvergessen Sophie Käser, die irgendwann keinen Schweinebraten mehr sehen konnte und natürlich der Bub, dem immer wieder gesagt wird, schweig Bub du hast zwar Konfirmation, aber zu sagen hast du nichts…. Außer dem einen Mal, wo er auf seine Geschenke angesprochen wird und im vierten Akt jammert, dass er 15 Blumenstöckla bekommen hat, wo ihm doch ein Fünfer viel mehr getaugt hätte…

Solch ein Blumenstöckla, genauer gesagt ein Usambaraveilchen, vielleicht sogar mit Umschlag, fand sich auf dem Geschenketisch unserer Tochter zur Konfirmation auch. Fast 15 Jahre ist das jetzt her. Damals, bekam sie dieses Usambaraveilchen und sie hatte sicher den gleichen Gedanken wie der Fritz in Schweig Bub. Das allerdings dieses Veilchen heute noch regelmäßig blüht und nicht schon längst auf dem Komposthaufen gelandet ist, grenzt an ein Wunder und bringt dieses Veilchen in unsere Schneeglöckchentexte. Es überstand lange Trockenzeiten, Wässerungen die Überschwemmungen glichen und Kälteperioden. Als die Tochter ausgezogen war auch noch die heißen Sommer der letzten Jahre. Jetzt steht es auf dem Fensterbrett in der Küche und profitiert von der Nähe zum Wasserhahn. Es hat den Blick auf Grundschule mit Abendsonne und schiebt eine Blüte nach der anderen heraus. Eine echte Hoffnungspflanze mit der Widerstandsfähigkeit eines Schneeglöckchens. Eine Ermutigung für uns alle auch unter widrigsten Bedingungen durchzuhalten.

Der Rat für diese Woche heißt: Machen wir es wie das Usambaraveilchen, durchhalten und ab und zu eine nette kleine Blüte als Lebenszeichen!
Versprochen, wir schätzen das Veilchen jetzt viel mehr als damals und wir kümmern uns …
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8) 25 Jahre Partnerschaft Siha-Fürth

2020 war ein Jubiläumsjahr für die Partnerschaft zwischen den beiden lutherischen Dekanaten Siha in Tansania und Fürth in Deutschland: 25 Jahre geistliche und menschliche Verbundenheit, gegenseitige Besuche, Gottesdienste, Mail- und Briefverkehr, Arbeit an gemeinsamen Projekten im Dekanat Siha. Vergangenen Sommer sollte eine kleine Delegation aus unserem Dekanat zum Jubiläum nach Siha reisen. Corona verhinderte dies.
Auch unter derzeit erschwerten Bedingungen geht die Partnerschaft weiter. Unsere Partner schicken uns immer wieder Informationen und Bilder aus ihrem Gemeindeleben und von den Projekten.
Im dringend benötigten Operationssaal sind alle Leitungen verlegt und die Malerarbeiten erledigt. Für die Handwerkerschule stehen die ersten Gebäude zur Verfügung. Mit unserer Hilfe konnte letzten Herbst ein gebrauchtes Auto gekauft und zu einem Ambulanzfahrzeug umgebaut werden. Nach wie vor bezuschussen wir verschiedene Gehälter von Krankenschwestern und Hebammen.
Nach allen bisherigen Aussagen unserer Partner zu Corona scheint das Virus in Tansania kein riesengroßes Problem zu sein. Sie berichten nicht von einer erhöhten Sterblichkeit. Es wird wenig getestet, aber dem Land helfen einige Faktoren: die Bevölkerung ist sehr jung (Durchschnittsalter 19 Jahre); ein Großteil des Alltags spielt sich im Freien ab; das Land hat Erfahrungen mit anderen Viren und Epidemien. Die Weihnachtsgottesdienste fanden wieder ohne Masken und Auflagen statt.
Die Präsidentenwahl und die Parlamentswahl haben das Land sehr aufgewühlt, weil es im Vorfeld nicht besonders demokratisch zuging. Der autoritäre Präsident Magufuli wurde wiedergewählt. Seine Partei erhielt eine Zweidrittelmehrheit. Die Opposition wittert Wahlbetrug.
Der ausgefallene Besuch soll dieses Jahr im Sommer nachgeholt werden. Die Projekte werden weiter unterstützt. Auf Verlangen der deutschen Steuerbehörden arbeiten wir, wie alle anderen Hilfsorganisationen, an besonderen Strukturen und Verfahren zur transparenten und nachvollziehbaren Weitergabe von deutschen Spendengeldern („Compliance“). Der Landkreis Fürth unterstützt mit dem Landkreiskaffee aus Tansania den Aufbau der Handwerkerschule. Der Partnerschaftspfarrer Fadhili Lyamuya sendet herzliche Grüße, auch im Namen von Dekan Elisa Kileo.

Am 1.Sonntag im Februar (7.Februar) feiern die meisten Kirchengemeinden in den beiden Dekanaten Siha und Fürth mit Gottesdiensten den Partnerschaftssonntag. --> Partnerschaftsgottesdienst um 10 Uhr, in der  St.-Laurentius-Kirche, Roßtal

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7 ) Das Gedicht von Amanda Gorman zur Amtseinführung von Joe Biden

The hill we climb - Der Hügel, den wir erklimmen

Deutsche Übersetzung

Wenn es Tag wird, fragen wir uns,
wo wir Licht zu finden vermögen, in diesem niemals endenden Schatten?
Den Verlust, den wir tragen,
ein Meer, das wir durchwaten müssen.
Wir haben dem Bauch der Bestie getrotzt.
Wir haben gelernt, dass Ruhe nicht immer Frieden bedeutet.
Und dass die Normen und Vorstellungen von dem, was gerecht ist,
nicht immer Gerechtigkeit sind.
Und doch gehört die Morgendämmerung uns,
noch ehe wir es wussten.
Irgendwie schaffen wir es.
Irgendwie haben wir es überstanden und bezeugten
eine Nation, die nicht kaputt ist,
sondern einfach unvollendet.
Wir, die Nachfahren eines Landes und einer Zeit,
in der ein dünnes, schwarzes Mädchen,
das von Sklaven abstammt und von einer alleinerziehenden Mutter großgezogen wurde,
davon träumen kann, Präsidentin zu werden,
nur um sich selbst in einer Situation zu finden, in der sie für einen vorträgt.
Und ja, wir sind alles andere als tadellos,
alles andere als makellos,
aber das bedeutet nicht, dass wir danach streben,
eine Gemeinschaft zu bilden, die perfekt ist.
Wir streben danach, eine Gemeinschaft zu schmieden, die ein Ziel hat.
Ein Land zu bilden, das sich allen Kulturen, Farben, Charakteren und menschlichen Lebensverhältnissen verpflichtet fühlt.
Und so richten wir unsere Blicke nicht auf das, was zwischen uns steht,
sondern auf das, was vor uns steht.
Wir schließen die Kluft, weil wir wissen, dass wir, um unsere Zukunft an erste Stelle zu setzen,
zuerst unsere Differenzen beiseitelegen müssen.
Wir legen unsere Waffen nieder,
damit wir unsere Arme
zueinander ausstrecken können.
Wir wollen niemandem schaden und Harmonie für alle.
Lasst die Welt, wenn auch sonst nichts, sagen, dass dies wahr ist:
Dass wir, selbst als wir trauerten, wuchsen
Dass wir, selbst als wir Schmerzen hatten, hofften
Dass wir, selbst als wir ermüdeten, es weiter versucht haben
Dass wir für immer verbunden sein werden, siegreich
Nicht weil wir nie wieder eine Niederlage erleben werden,
sondern weil wir nie wieder Spaltung säen werden.
Die Heilige Schrift sagt uns, dass wir uns vorstellen sollen,
dass jeder unter seinem eigenen Weinstock und Feigenbaum sitzen soll
und keiner ihnen Angst machen soll.
Falls wir unserer eigenen Zeit gerecht werden,
dann wird der Sieg nicht in der Klinge liegen,
sondern in all den Brücken, die wir gebaut haben.
Das ist das Versprechen:
Der Hügel, den wir erklimmen,
wenn wir uns nur wagen,
denn Amerikaner zu sein, ist mehr als ein Stolz, den wir erben,
es ist die Vergangenheit, in die wir treten,
und wie wir sie reparieren.
Wir haben eine Macht gesehen, die unsere Nation eher zerstören würde,
als sie zu heilen,
die unser Land zerstören würde, wenn es dazu führe, Demokratie zu verzögern.
Und dieser Versuch war fast erfolgreich.
Doch auch wenn Demokratie von Zeit zu Zeit verzögert werden kann,
kann sie niemals dauerhaft besiegt werden.
In diese Wahrheit,
in diesem Glauben, vertrauen wir.
Denn obwohl wir unsere Augen auf die Zukunft richten,
hat die Geschichte ihre Augen auf uns gerichtet.
Dies ist die Ära gerechter Wiedergutmachung.
Wir fürchteten zu Beginn,
wir fühlten uns nicht bereit, die Erben
einer solch schrecklichen Stunde zu sein,
doch in ihr fanden wir die Kraft,
ein neues Kapitel zu schreiben,
und uns selbst Hoffnung und Lachen zu schenken.
Also während wir uns einst fragten,
wie wir jemals diese Katastrophe überstehen könnten,
fragen wir jetzt:
Wie könnte eine Katastrophe jemals uns überstehen?
Wir werden nicht zurück zu dem marschieren, was war,
sondern auf das zugehen, was sein wird.
Ein Land, das zwar verletzt, aber dennoch intakt ist,
gütig, aber kühn
wild und frei.
Wir werden uns nicht umdrehen
oder durch Einschüchterung unterbrechen lassen,
weil wir wissen, dass unsere Untätigkeit und Trägheit
das Erbe der nächsten Generation sein wird.
Unsere Fehler werden zu ihren Lasten.
Aber eines ist sicher:
Wenn wir Barmherzigkeit mit Macht verbinden
und Macht mit Recht,
dann wird Liebe unser Vermächtnis
und Veränderung das Geburtsrecht unserer Kinder.
Also lasst uns ein Land hinterlassen,
das besser ist als das, welches uns hinterlassen wurde.
Mit jedem Atemzug aus meiner bronzegegossenen Brust,
werden wir diese verwundete Welt in eine wundersame verwandeln.
Wir werden uns von den goldbeschienenen Hügeln des Westens erheben,
wir werden uns aus dem windgepeitschten Nordosten erheben,
in dem unsere Vorfahren zum ersten Mal die Revolution verwirklichten,
wir werden uns aus den von Seen gesäumten Städten der Staaten des Mittleren Westens erheben,
wir werden uns aus dem sonnengebrannten Süden erheben,
wir werden wieder aufbauen, uns versöhnen und erholen,
und jeden bekannten Winkel unserer Nation und
jede Ecke, die unser Landes genannt wird.
Unser Volk, vielfältig und schön, wird aufstreben,
zerschunden und schön.
Wenn der Tag kommt, treten wir aus dem Schatten heraus,
entflammt und ohne Angst.
Die neue Morgendämmerung erblüht, wenn wir sie befreien.
Denn es gibt immer Licht,
wenn wir nur mutig genug sind, es zu sehen,
wenn wir nur mutig genug sind, es zu sein.

Englisches Original

When day comes we ask ourselves,
where can we find light in this never-ending shade?
The loss we carry,
a sea we must wade
We’ve braved the belly of the beast
We’ve learned that quiet isn’t always peace
And the norms and notions
of what just is
Isn’t always just-ice
And yet the dawn is ours
before we knew it
Somehow we do it
Somehow we’ve weathered and witnessed
a nation that isn’t broken
but simply unfinished
We the successors of a country and a time
Where a skinny Black girl
descended from slaves and raised by a single mother
can dream of becoming president
only to find herself reciting for one
And yes we are far from polished
far from pristine
but that doesn’t mean we are
striving to form a union that is perfect
We are striving to forge a union with purpose
To compose a country committed to all cultures, colors, characters and
conditions of man
And so we lift our gazes not to what stands between us
but what stands before us
We close the divide because we know, to put our future first,
we must first put our differences aside
We lay down our arms
so we can reach out our arms
to one another
We seek harm to none and harmony for all
Let the globe, if nothing else, say this is true:
That even as we grieved, we grew
That even as we hurt, we hoped
That even as we tired, we tried
That we’ll forever be tied together, victorious
Not because we will never again know defeat
but because we will never again sow division
Scripture tells us to envision
that everyone shall sit under their own vine and fig tree
And no one shall make them afraid
If we’re to live up to our own time
Then victory won’t lie in the blade
But in all the bridges we’ve made
That is the promise to glade
The hill we climb
If only we dare it
because being American is more than a pride we inherit,
it’s the past we step into
and how we repair it
We’ve seen a force that would shatter our nation
rather than share it
Would destroy our country if it meant delaying democracy
And this effort very nearly succeeded
But while democracy can be periodically delayed
it can never be permanently defeated
In this truth
in this faith we trust
For while we have our eyes on the future
history has its eyes on us
This is the era of just redemption
We feared at its inception
We did not feel prepared to be the heirs
of such a terrifying hour
but within it we found the power
to author a new chapter
To offer hope and laughter to ourselves
So while once we asked,
how could we possibly prevail over catastrophe?
Now we assert
How could catastrophe possibly prevail over us?
We will not march back to what was
but move to what shall be
A country that is bruised but whole,
benevolent but bold,
fierce and free
We will not be turned around
or interrupted by intimidation
because we know our inaction and inertia
will be the inheritance of the next generation
Our blunders become their burdens
But one thing is certain:
If we merge mercy with might,
and might with right,
then love becomes our legacy
and change our children’s birthright
So let us leave behind a country
better than the one we were left with
Every breath from my bronze-pounded chest,
we will raise this wounded world into a wondrous one
We will rise from the gold-limbed hills of the west,
we will rise from the windswept northeast
where our forefathers first realized revolution
We will rise from the lake-rimmed cities of the midwestern states,
we will rise from the sunbaked south
We will rebuild, reconcile and recover
and every known nook of our nation and
every corner called our country,
our people diverse and beautiful will emerge,
battered and beautiful
When day comes we step out of the shade,
aflame and unafraid
The new dawn blooms as we free it
For there is always light,
if only we’re brave enough to see it
If only we’re brave enough to be it.



Originaltexte von: https://www.rnd.de/kultur/amanda-gorman-gedicht-auf-deutsch-lesen-sie-hier-die-ubersetzung-und-das-original-the-hill-we-climb-QOXSZUHXRREFJNXHXKM2S4VEUY.html

überarbeitet von Judith Gräf (Evangelische Jugend)

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6) Feiner Schmandkuchen von Christiane Schuster

Zutaten Mürbteig:    
125 g    Butter / Margarine 125 g    Zucker
1    Vanille-Zucker
1    Ei
250 g    Mehl
1/2 Pck. Backpulver
½ TL    Zitronensaft    
Aus diesen Zutaten einen Mürbteig herstellen
(Mein Tipp: statt 125 g Weizenmehl: 1 Vanillepuddingpulver und Rest bis 125 g mit Weizenmehl auffüllen.
Bei einem Schokoboden verwende ich statt Vanillepudding einen Schokopudding) Den Teig in eine Springform drücken.

Für die Füllung:
500 ml Milch
2 Päckchen Vanille-Pudding
200 g Zucker  mit diesen Zutaten einen Pudding kochen. Unter den warmen Pudding
200 g Quark
800 g Schmand
2 kleine Dosen Mandarinen (ohne Saft) unterrühren und in die Form füllen.
(Mein Tipp: statt 200 g Quark und 800 g Schmand verwende ich 1.000 g Schmand) Der Kuchen ist auch ohne Mandarinen sehr lecker.

Backzeit:
Ober-/Unterhitze: etwa 180 ° (vorgeheizt) Heißluft etwa 75 Min.

Der Kuchen muss einen Tag vorher gebacken werden und in der Form auskühlen lassen. Erst am nächsten Tag aus der Form lösen.
Die angegebenen Mengen beziehen sich auf eine 26er / 28er Form.
Ich wünsche Euch gutes Gelingen und einen guten Appetit!

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5) Corona-Gedicht von Margot Gruber - Schreibkreis WORTKUNST

Corona, Corona,
wos soll etz nu kumma?
Kanne Feiern, kanne Kracher,
Do gibt’s einfach nix zum Lacher.

Ober is des net schee, wenn alles so ruhich is?
Wennst kaum an Fliecher am Himmel sichst?
Die Strassn sind ruhich wie nie zuvor,
Mir kennas fast nimmer, aber es is wohr.

Die Natur fangt si langsam widder,
die Vögl singa laut ihre Lieder.
Die Familien genga namittoch spaziern,
„Wo soll denn des bloß alles nu hie führn?“

Der Gottesdienst am Marktplatz
is nur a klaner Ersatz.
Die Senioren hocken in ihre Häuser drinnen,
des muss si ändern, do muss mer si kümmern

Am Omd die Parties, der Verkehrslärm, die Fliecher,
des kummt a alles irgendwann widder.
Obber sin mir uns sicher,
„Wolln mir des widder?“

Mir wolln a normals Lebn, mit Auto und Familienfeier,
des wird obber af jeden Fall arch deier.
Bezohln kenna mir des bloss mit aner Sachn:
Lassts eich impfen, dann hammer vielleicht bald widder wos zum Lachen.

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4) Vom Rotkehlchen lernen…
Eigentlich sind sie Einzelgänger, die kleinen Vögel mit der auffallend roten Brust. In Hecken und Büschen führen sie ein vorsichtiges Vogelleben und verstecken sich bei Gefahr blitzschnell im Gebüsch. Deshalb sieht man im Sommer unter all den Blättern nur sehr selten ein Rotkehlchen. 
Nun aber hat sich einer dieser kleinen Einzelgänger für diesen Winter einen besonderen Überlebenstrick ausgedacht. Pünktlich jeden Morgen nach Sonnenaufgang ist es mit einer Gruppe Spatzen auf Futtersuche unterwegs und leert mit ihnen zusammen die Futterstation vor dem ersten Pfarrhaus. Getreu dem Motto zusammen sind wir stark wird erst die Lage gepeilt. Gibt es irgendwo eine Katze? Was machen die Wanderfalken? Sind Menschen in der Nähe? Ist die Luft rein, dann wird gemeinsam das Futterhaus angeflogen. Kern für Kern, Samen für Samen holt sich der kleine Schwarm. Erfahrene männliche Spatzen halten derweil Wache und schlagen Alarm, wenn Gefahr droht. Natürlich ist der Tisch für jeden reich gedeckt und das Angebot an Winterfutter reicht für alle. 
Sind die Vögel erst einmal satt, verstecken sie sich gemeinsam in den Büschen vor dem Pfarrhaus und warten das Ende des Winters ab. Getreu dem Motto schwierige Zeiten lassen sich am besten zusammen überwinden. 
Vielleicht auch eine Mahnung für uns Menschen…
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3) Corona-Poetry von Ronja

Corona bedeutet auf lateinisch Kranz oder Krone.
Und manchmal habe ich das Gefühl, dass diese Krone in meinem Inneren ein wenig umhergereicht wird.
Zuerst an mein leichtsinniges Ich, das seine Freunde vermisst und trotz der entzweienden Coronakluft, körperliche Nähe sucht.
Und dann herrscht mal mein wütendes Ich, das sich lauthals fragt „Hast du ‚n Stich?!“, wenn die Lehrerin doch allen Ernstes sagt, das Tragen einer Kapuze sei untersagt, während bei -10 Grad Celsius ständig das Fenster aufgerissen werden muss.
Als nächstes darf die Angst in mir die Krone tragen, und alle erzählen einem nicht zu verzagen, aber wie bitte soll das gehen, wenn auf einmal so viele Dinge in Frage stehen.
Dann gibt es da noch mein enttäuschtes Ich, dass sich im Konjunktiv verkriecht. Ja, hätte ich doch nur Glück gehabt, dann wäre ich jetzt auf Abschlussfahrt, und würde das alles vorüber gehen, könnte ich nächstes Jahr am Flughafen stehen.
Doch dann wird die Krone dreifach so groß, hat die Hoffnung sie auf dem Kopf.
Sie lächelt mich an, sagt: „Hey, deine Zukunft ist offen, du hast doch noch mich, wir sind beide betroffen. Sei doch nicht traurig, denn du bist so beschenkt, mit einer wunderbaren Gemeinschaft, die zusammen hält. Also aufgehts, wir überstehen diese Zeit, auch wenn wir noch nicht wissen, was uns davon bleibt.

Ronja ist seit Ihrer Konfirmation in der Evangelischen Jugend aktiv und wir danken Ihr von Herzen, dass Sie Ihre Gefühle und Gedanken mit uns teilt.

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2) Winterblüher in Feld und Garten
Im Winter ist alles tot und grau? Nein, manches blüht einfach nur ein wenig kleiner und unscheinbarer, als in einem durchschnittlichen Sommer. Aber wer in diesen Tagen mit offenen Augen unterwegs ist, der entdeckt sie dann doch. Die kleinen und unscheinbaren Winterblüher in unseren Breiten. Bereits ein Gang über den Roßtaler Friedhof zeigt, was alles auch der Kälte und dem Frost trotz und manchmal auch unter einer dicken Schneedecke blüht. Unsere Schneeglöckchen, Namensgeberin dieser Texte, allen voran. Ab Ende Januar, manchmal auch schon früher strecken sich ihre Stengel und ihre Blüten in großer Vielzahl und Fülle aus dem frostigen Boden und manchmal blühen die Schneeglöckchen noch, wenn längst die Osterglocken läuten, oder auch blühen….
Aber Schneeglöckchen sind nicht die einzigen Winterblühenden Pflanzen. Da gibt es den gelb, wie eine Frosythie blühenden Winterjasmin und man reibt sich ob des Frühlingsgelbes die Augen, oder die Zaubernuß in vielerlei Farbschattierungen von Weiß bis Gold…. Bizarr die Blütenblätter und wie aus einer anderen Welt schmiegen sich die Blüten an ihre graubraunen Zweige. Und explodieren dann doch… Beharrlich auch blüht in Vorgärten und auf dem Friedhof die Schneeheide, unzählig viele kleine Blütenglöckchen sorgen für Farbakzente mitten im Winter und gedeihen in vielen Töpfen und Gefäßen. Sie bringen Farbe ins triste Winterkleid der Gärten. Bleibt noch der Hinweis auf die vielen Varietäten der Christrosen. Die mit ihren großen Blüten von Februar bis Mai blühen und die sich in einer halbschattigen Ecke im Garten problemlos vermehren und  einen jedes Jahr vor die Entscheidung stellen, sind die lila Blüten die schöneren, oder die weißen?
Viel Spaß beim Spaziergang und beim Suchen all der Winterblüher daheim und in den Gärten. Aber Vorsicht vor der den Pollen der Hasel, die in diesen Tagen oft für einen ersten allergischen Schub sorgen.

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1) Liebe Leserinnen! Liebe Leser!

Eine neue Serie von Texten, Impulsen, Gedanken und Tipps erwartet Sie in den kommenden Wochen. Mal aufgeschrieben, mal interaktiv ,mal digital erweitert, mal mit einer Audio- oder auch einer Videodatei gekoppelt.

Schneeglöckchenimpulse-Schneeglöckchentexte hat ein Projektteam, aus Kirchenvorstand und Hauptamtlichen, diese Impulse genannt.
Fast täglich werden in den kommenden Wochen Kochrezepte, biblische Impulse, Gymnastikanleitungen, literarische Päckchen, Gedichte, oder auch Wandertipps hier veröffentlicht.

Allen Beiträgen und Anregungen gleich ist ihr Ihr Ziel. Sie sollen von Hoffnung in grauen und kalten Zeiten künden, sowie die Kraft des Lebens in aller Vielfalt zeigen. Denn das können gerade Schneeglöckchen hervorragend: Sich in Kälte und Frost behaupten und zeigen, dass das Leben sich durchsetzt auch unter schlimmsten Bedingungen. So sollen diese Impulse Ihre Begleiter durch die kommenden Tage der Pandemie sein und zeigen, dass wir als Ihre Kirche in dieser Zeit an Ihrer Seite stehen.

Viel Freude mit unseren Schneeglöckchen!

Evang.-Luth. Pfarramt Roßtal

Schulstraße 17
90574 Roßtal

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Telefax: 09127/951002
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