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Schneeglöckchen für Sie!

Eine Serie von Texten, Impulsen, Gedanken und Tipps. Mal aufgeschrieben, mal interaktiv ,mal digital erweitert, mal mit einer Audio- oder auch einer Videodatei gekoppelt. Schneeglöckchenimpulse-Schneeglöckchentexte hat ein Projektteam, aus Kirchenvorstand und Hauptamtlichen, diese Impulse genannt. Fast täglich werden in den kommenden Wochen Kochrezepte, biblische Impulse, Gymnastikanleitungen, literarische Päckchen, Gedichte, oder auch Wandertipps hier veröffentlicht.

Sie sollen von Hoffnung in grauen und kalten Zeiten künden, sowie die Kraft des Lebens in aller Vielfalt zeigen. Denn das können gerade Schneeglöckchen hervorragend: Sich in Kälte und Frost behaupten und zeigen, dass das Leben sich durchsetzt auch unter schlimmsten Bedingungen. So sollen diese Impulse Ihre Begleiter durch die kommenden Tage der Pandemie sein und zeigen, dass wir als Ihre Kirche in dieser Zeit an Ihrer Seite stehen.

24) 24.12.2020

Nur zur Erinnerung, dieses Foto entstand Heiligabend.Ein Regenbogen über dem Sportplatz in Raitersaich, während des Krippenspieles der evangelischen Jugend. Ein Zeichen der Hoffnung, ein Blick in die Zukunft und jetzt auch wieder Zeit sich daran zu erinnern und dieses Bild, nicht zu vergessen. Und Gottes versprechen gilt, solange die Erde steht soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Und solch eine Verheißung in Verbindung mit der Weihnachtsbotschaft das darf jetzt mitten in der dritten Welle gerne erinnert werden und macht Mut nicht nur in diesen Tagen.

23) Wer schreibt der bleibt!

Das ist der Grund für in Bäume geschnitzte Herzen. Darum gibt es Tagebücher und das ist die Motivation für mit Zimmermannsblei beschriftete Balken auf dem Dachboden der Kirche. Wer schreibt der bleibt, darum gibt es Gästebücher und auch handgeschriebene Lebensläufe, die auch in unserem Archiv in Roßtal schlummern. Wie in einer Zeitkapsel sind die Leben von Menschen vor 120, 100 Jahre dort konserviert und man erfährt, was die Menschen damals dachten, was üblich war und wie das Leben gemeistert wurde, allen Anfechtungen zum Trotz. Diese Lebensläufe und der Gedanke an eine Zeitkapsel werden zum Anstoß für dieses Schneeglöckchen, denn wer schreibt, der bleibt, das gilt auch noch heute und unser Archiv ist wirklich eine Fundgrube für Geschichte und Geschichtchen. Darum wollen wir einen weiteren Akt hinzufügen und Corona-Erfahrungen sammeln, solche die Hoffnung schenken, die von gelungenem Leben mitten in der Pandemie berichten, solche, die Ihre Erfahrungen widerspiegeln, solche die vom Leben ihrer Familien berichten. Schreiben Sie uns, schicken Sie uns Ihre Eindrücke vom Leben in der Pandemie, beschreiben Sie Tagesläufe und Erlebnisse mit ihren Kindern, oder Enkeln, oder von Ihrer Arbeit und Ihrem täglichen Einerlei. Wir nehmen alles in unser Archiv und machen daraus eine einzigartige Schatzkammer und wer weiß, was ihre Ururenkel im Jahre 2170 dazu sagen werden. Nutzen Sie die Möglichkeit unsere Zeitkapsel zu füllen, denn wer schreibt, der bleibt.   
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 22) Jordanien: Zaatari, oder was wir von armen Ländern lernen können

Heute ist Zaatari als großes Flüchtlingslager bekannt. Es wurde 2012 mit internationaler Unterstützung in Jordanien für Menschen aus dem syrischen Kriegsgebiet errichtet, obwohl Jordanien nur ca. 11 Mio Einwohner zählt und selbst enorme wirtschaftliche Schwierigkeiten hat. Zeitweise wurden über 120.000 Menschen aufgenommen, viele weitere Tausend Menschen kamen irgendwie im Land privat unter.

2014 habe ich das Lager zum ersten Mal besucht. Die Flüchtlinge hatten natürlich keine Arbeitserlaubnis, sie konnten nichts unternehmen. Die Menschen waren wohl am stärksten mit der Frage nach ihren Zukunftsperspektiven beschäftigt. Zeit zum Nachdenken gab es reichlich. Für die Kinder wurden spezielle Zelte eingerichtet, in denen sie wenigsten etwas lernen, aber vor allem mit Gleichaltrigen spielen konnten.

Ich wurde von einer Frau in ihr Zelt eingeladen. Sie erzählte mir ihre Geschichte, wie sie in Syrien lebte, wie es zur Flucht kam und wie sie sich hier fühlt.

In Syrien arbeitete sie als Englischlehrerin, hatte drei eigene Kinder. Sie lebten bescheiden, aber in einem eigenen schönen Haus, das sie sehr vermisse, wie sie schilderte. Die Zelte im Lager waren undicht, es gab in diesem Februar viel Regen und es war auch kalt. Im Zelt spielten fünf Kinder. Als ich auf dem Teppich Platz genommen hatte, waren sie ruhig und beobachteten mich genau. Was will wohl dieser fremde Mann?

Irgendwie kamen wir auf die Kinder zu sprechen und ich bemerkte, wie gut es sei, dass ihre Kinder mit den Nachbarkindern spielten. Nein, nein, meinte sie, das seien keine Kinder von anderen Leuten, die fünf seien alle hier zuhause. Die zwei anderen Kinder habe sie auf der Flucht mitgenommen. Sie waren am Straßenrand, die Eltern nicht mehr ausfindig zu machen, und niemand habe sich um sie gekümmert. Sie konnte sie doch nicht stehen lassen, sagte sie mir.

Eine Mutter auf der Flucht, mit drei eigenen Kindern, eine völlig unsichere Zukunft, die Frage, wie ernähre ich mich und meine Kinder, wo werde ich wohnen, wird die Flucht überhaupt klappen? Diese Mutter nimmt noch zwei kleine Kinder einfach so mit. Sie ist Muslima und hat doch in aufopferungsvoller Weise perfekt christliche Werte umgesetzt? Nein, sie hat muslimische Werte umgesetzt, die sich offensichtlich gar nicht von christlichen Werten unterscheiden. Aber es spielt auch keine Rolle, ob diese Werte christlich oder muslimisch sind, wichtig ist, dass sie diese umgesetzt hat. Dieses Beispiel an Nächstenliebe und Aufopferung bleibt mir als wichtigstes Bild meiner damaligen Reise immer in Erinnerung.

Aber auch dass das karge, kleine und arme Land Jordanien bereit war, über Nacht ein Flüchtlingslager von fünf Quadratkilometern zur Verfügung zu stellen, muss uns doch verdeutlichen, dass wir reichen Europäer eine enorme Schuld auf uns nehmen, wenn wir Verhältnisse wie in Moria oder in Bosnien zwar bedauern, aber unser Nichthandeln mit dem Verhalten anderer Staaten begründen. Ja, Polen und Ungarn wollen keine Flüchtlinge aufnehmen, das ist nicht zu akzeptieren, aber das legitimiert unsere Ignoranz nicht.

Ein Blick auf Jordanien muss auch uns die Schamesröte ins Gesicht treiben. Die jordanische Regierung hat beschlossen, dass die Menschen in Zaatari bleiben können, nicht über die Grenze abgeschoben werden. Während unsere Regierung nach Afghanistan abschiebt und ständig über Abschiebungen nach Syrien spricht.

Zaatari ist inzwischen zu einem Ort geworden ist, in dem heute über 60.000 Menschen leben und auch bleiben werden, in dem Wasser- und Stromversorgung (Photovoltaikanlagen decken den größten Teil des Strombedarfs ab) eingerichtet wurden, die medizinische Versorgung und die Schulbildung gut organisiert sind und in dem sogar Mülltrennung betrieben wird. Die Zelte sind verschwunden und es stehen den Familien stabile Häuschen zur Verfügung. Inzwischen gehen viele positive Impulse vom ehemaligen Lager in die gesamte Gesellschaft aus – auch wenn nicht alles konfliktfrei verläuft, aber das ist bei uns nicht anders.

Mein Wunsch ist, dass sich Zaatari erfolgreich weiterentwickelt und vor allem uns zeigt, dass sowohl Europa als auch Deutschland nicht überfordert wären, würden wir unseren christlichen Werten entsprechend handeln. Wir können viel von den armen Ländern lernen. Tun wir es.

Beitrag von Uwe Kekeritz, Mitglied des Deutschen Bundestages Bündnis90/Die Grünen

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21) Erdbeer-Cookies-Dessert von Christiane Schuster

Zutaten:   
1 kg Erdbeeren (frisch oder tiefgefroren) 400 ml Sahne
500 g Joghurt
4 Päckchen Vanillezucker, Zucker nach Geschmack
2 Packungen Cookies, grob zerbröseln

Zubereitung:   
Erdbeeren waschen, putzen und zerkleinern.
Sahne, Zucker und Vanillezucker steif schlagen, mit Joghurt mischen.

Wie folgt in eine Schale oder Gläser schichten: Mit 1/3 Cookies-Brösel auslegen.
Darauf die ½ der geschnittenen Erdbeeren und ½ der Creme streichen. Dann wieder Cookies, Erdbeeren und Creme.
Zum Schluss das letzte 1/3 Cookies-Brösel darauf verteilen Über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.
Gutes Gelingen und guten Appetit!
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20) Schlittschuhlaufen

„Du musst ihn jetzt auch mal loben!“, fordert mein Mann mich recht ungehalten auf. Wir sind Schlittschuhlaufen und unser Sohn unternimmt seine ersten Versuche auf dem Eis. Und ich, zugegeben, bin mit meiner Aufmerksamkeit bei den beiden anderen. Im allgemeinen Trubel hatte ich nicht bemerkt, wie wichtig das gerade für meinen Sohn war. Wie wichtig es ist, dass wir ihn sehen.

Er geht es unerschrocken an. Zunächst mit Hilfestellung stakt er prüfend auf dem Eis. Dann traut er sich allein. Oft schwankt er gefährlich, kann sich mal gerade noch retten, mal schmeißt es ihn hin. Doch er lässt sich nicht beirren. Immer mehr gewinnt er an Sicherheit. Immer mehr gelingt es ihm.

Und wir werden zu seinen Cheerleadern. Wir bangen mit, wir freuen uns mit. Es ist klasse, ihm zuzusehen! Es wird ein gelungener Familienmoment. Er hat unsere Aufmerksamkeit. Das puscht ihn. Er ist ganz bei der Sache, es macht ihm Spaß, außer Atem und mit leuchtenden Augen.

Wenn vielleicht auch nicht mehr Schlittschuhlaufen, doch etwas Neues zu lernen, sich in einer ungewohnten Situation zurechtzufinden, ist eine Erfahrung, die wir in jedem Lebensalter machen. Vielleicht machen müssen? Das ist spannend, kann aber auch Druck erzeugen. Behalten wir dabei im Blick, wie das mit dem Schlittschuhlaufen Lernen geht? Also übertragen auf unser Leben: Wie aufmerksam sind wir bei all dem Neuen, all dem Wandel, all den Umbrüchen, all den gewollten oder unerwünschten Planänderungen mit uns und miteinander?

Manchmal denke ich, dass wir Christen einander doch unglaublich ermutigende Cheerleader sein können. Oder anders gesagt: Dass wir uns Aufmerksamkeit schenken. Dass wir uns sehen, dass wir aufeinander achten. In dieser unsicheren Zeit, in die wir gerade gestellt sind, haben wir das ziemlich nötig. Und gibt es so viele verschiedene Möglichkeiten, sich dies zu zeigen. Mut zusprechen, ein aufmunternder Blick, eine praktische Hilfestellung. Oder ganz einfach: Wir müssen uns jetzt auch mal loben!

Diakonin Sandra Höchsmann, Diakonisches Werk Fürth
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19) “Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir”

“Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.” Dieser Vers aus  Psalm 139 (Vers 5) ist für mich immer ein stärkender Satz gewesen. Und jetzt in Corona-Zeiten ist er es noch mehr. Und vielleicht geht es Ihnen in Rosstal ja genauso.

Denn es ist ein Lebensgefühl, das dieser Satz zum Ausdruck bringt, wie ich es mir nicht schöner vorstellen könnte. “Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.” Das drückt eine Geborgenheit aus, ein Behütetsein, eine innere Sicherheit, wie wir sie uns, glaube ich, alle wünschen.

Aber wie komme ich dahin? Wie kann dieses Gefühl in mir entstehen, wenn ich es eben nicht spüre? Wir kennen wohl alle diese Frage, ob wir 12 Jahre oder 82 Jahre alt sind. Mir hilft es, diesen Satz immer wieder zu sagen, laut oder leise. Wenn ein inneres Gefühl der Verlorenheit aufkommt, dann können wir – egal, wo wir gerade sind - Stopp sagen, innehalten, uns an diesen Satz erinnern. Vielleicht auch an Menschen denken, die ihn uns durch liebe Gedanken oder Umarmungen immer wieder sinnlich erfahrbar machen. Die Eltern, ein Freund oder eine Tante.

Mit unserem Kopf Gott verstehen, das gelingt uns oft nicht. Direkt nach dem Vers heißt es in Ps 139: „Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.“ Aber Gott in unser Herz einlassen, das können wir. Uns in Psalm 139 die Worte dafür leihen. Und sprechen: “Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.” 

Und so wünsche ich Ihnen in Rosstal viel Kraft aus den biblischen Worten und die Erfahrung, dass Gott in all dem Schweren, was wir gerade durchstehen müssen, immer wieder von Neuem eine Tür für uns öffnet. Gott begleite Sie mit seinem Segen!

Beitrag von Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof

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18) Rotkäppchen im Lockdown

„Hallo.“ meldete sich Rotkäppchen am Telefonhörer.
„Hallo, Rotkäppchen, hier ist deine Großmutter.“ hörte es die Antwort.
„Du hörst dich heute aber sehr rauh und belegt an, Großmutter. Hast du etwa Corona?“
„Wie soll ich Corona bekomme? Es besucht mich ja doch niemand.“ Die Stimme klang sehr verärgert. Und er war wirklich verärgert, der Wolf. Anfang Dezember hatte er noch mitbekommen, dass Rotkäppchen sich von der Großmutter verabschiedet und ihr versprochen hat, an Weihnachten wieder zu kommen. Geschickt hatte der Wolf die Situation ausgenutzt. Er fraß die Großmutter, zog ihr Nachthemd an und legte sich ins Bett. Er wartete auf Weihnachten, er wartete an Neujahr, jetzt war das Jahr schon einen Monat alt und der Wolf wartete noch immer. Inzwischen war er hungrig und so ein junges Mädchen käme ihm gerade recht.
„Wo bis du gewesen? Du wolltest doch an Weihnachten kommen.“ vorwurfsvoll klang die Stimme des Großmutter-Wolfs.
„Ach, Großmutter du weißt doch, der Lockdown und dann die 15-Kilometer-Regel. Papa durfte mich nicht zu dir fahren. Und mit Bus und Bahn, weißt du, was das für Ansteckungsherde für Viren sind?“
„Die 15 Kilometer Regel hat das Gericht aber schon seit Wochen zurückgenommen.“
„Ja, Großmutter. Aber da ist immer noch die Regel, dass man sich nur mit einer Person aus einem anderen Haushalt treffen darf.“
„Du wolltest über Weihnachten in Quarantäne gehen, damit ich deine eine andere Person bin.“ Der Großmutter-Wolf versuchte flehentlich zu klingen.
„Aber Großmutter. Jetzt hat wieder die Schule angefangen. Wir haben online Unterricht. Ich bin jeden Tag bei meiner Freundin Luise, weil das Handy von Mama nicht stabil läuft. Luise ist jetzt meine eine Person, die ich besuchen darf.“
„Ach, ja.“ der Großmutter-Wolf klang enttäuscht.
„Großmutter, wenn du mir 500 € gibst, dafür bekäme ich ein vernünftiges Tablett und könnte allein daheim lernen. Dann könntest du meine Besuchsperson sein.“
„So, so.“ Der Großmutter-Wolf wurde sehr einsilbig. So waren die jungen Dinger heutzutage. Früher reichte ein Strauß Blumen, selbstgepflückt am Waldesrand. Aber heute muss es immer Geld sein, nicht einmal für Klamotten und Schmuck, nein nur für Handys und diesen elektronischen Schnickschnack. Der Großmutter-Wolf schwieg.
„Großmutter? Großmutter!“ Rotkäppchen klang jetzt schuldbewußt. „Großmutter, ich könnte dir einen Kuchen backen und mit der Post schicken. Weißt du einen richtigen Großmutterkuchen, mit vielen Gewürzen, der lecker schmeckt, und mit Rotwein, das ist gut für dein Herz und deine Gesundheit, und mit viel Liebe, von deiner Enkelin gebacken.
Dann hast du alles, was eine Großmutter braucht. Etwas zum Essen, etwas für die Gesundheit und viel Liebe.“
Der Wolf sagte nichts. Er legte einfach auf. So waren diese jungen Dinger. Aus einem leckeren jungen Mädchen zum Fressen würde nichts mehr werden. Er stieg aus dem Bett, zog das Nachthemd aus und verließ das Haus der Großmutter. Vielleicht würde er im Wald ein süßes Mäuschen finden oder ein schüchternes Rehlein.
nach einem post aus dem Internet nacherzählt und erweitert von thomas rucker

für alle die trotzdem den Großmutterkuchen backen wollen, hier das Rotweinkuchen-Rezept:

4 Eigelb
200g Butter oder Margarine
150g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
200g Mehl
1 Päckchen Backpulver
1 Eßlöffel Kakao
1 Teelöffel Zimt
100g Raspelschokolade
0,1l Rotwein
4 Eiweiß zu steifem Schnee geschlagen

Die Butter mit dem Eigelb und dem Zucker schaumig schlagen. Mehl, Backpulver, Kakao, Schokolade, Gewürze und den Rotwein nach und nach zugeben und mit der Schaummasse verrühren. Zuletzt den steif geschlagenen Eischnee unterheben.

Backen: etwa 1 Std., E-Herd 180-190° / Gas-Herd Stufe 3

Den Kuchen nach dem Abkühlen je nach Belieben mit einer (Schokoladen)Glasur überziehen. Die Teigmenge reicht aus für  eine  2-Liter-Backform.
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17) Fitzgerald Kusz:

schnäiglögglä
im schneegeschdöbä
edz haßds durchhaldn

Ein fränkischer Haiku (japanische Gedichtform) erreichte am Montagmorgen die Kirchengemeinde.
Der fränkische Autor und Philosoph, beides gehört ja untrennbar zusammen, Fitzgerald Kusz, hat uns dieses Haiku zu unseren Schneeglöckchen zukommen lassen. Sein Schneeglöckchenbeitrag ist nach Vermutung des Redaktionstems eine freundliche Antwort auf den Schneeglöckchenimpuls mit dem unverwüstlichen Usamabaraveilchen, der weiter unten zu lesen ist.  Die Kirchengemeinde und das Redaktionsteam bedanken sich bei seinem aufmerksamen Leser für diesen Beitrag und wir machen es wirklich wie die Schneeglöckchen, Durchhaldn…

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16) „Jesus spricht: Sorgt euch nicht um euer Leben“
Matthäus 6,25

Die Warnung vor dem Sorgen kann in der heutigen Situation leichtfertig und zynisch klingen. Denn viele Menschen sorgen sich in unseren Corona-Zeiten zu Recht: Um ihr Leben und um das Leben ihrer Liebsten. Um die Kinder und Jugendlichen, die nicht in die Schule können. Um die Wirtschaft, der eine Pleitewelle vorausgesagt wird.
Und generell muss man sich durchaus sorgen, dass die Unterschiede zwischen Reich und Arm immer stärker werden. Auch der Wind der öffentlichen Diskussionskultur wird immer rauer. Fällt unsere Gesellschaft möglicherweise auseinander?

Solche Sorgen sind angebracht. Und trotzdem ist Jesu Warnung vor dem Sorgen gerade in unserer Zeit berechtigt, ja heilsam. Denn die Sorge um das, was kommen könnte, und die entsprechende Vorsorge, kann einen Menschen vollkommen in Beschlag nehmen. Er ist dann nicht mehr offen für die Freuden der Gegenwart und die Chancen der Zukunft, für seinen Mitmenschen und für Gott. Ja, die Sorge tritt dann an die Stelle Gottes. Sie wird zum Götzen. Sie beherrscht das Fühlen und Denken des Menschen absolut. Das aber will Jesus verhindern.

Menschen dürfen – bei allem was kommt – auf Gott vertrauen. Sie können ihm das eigene Leben wie die Welt getrost anheimstellen. Dann wird ihnen das zufallen, was sie nötig haben.
Das ist nicht nur ein frommer Wunsch, das sind nicht nur Kanzelworte jenseits der Realität. Das entspricht vielmehr der Lebenserfahrung. Wenn wir genau hinschauen, müssen wir einräumen: Vieles von dem, was unser Leben bereichert hat, kam unverhofft, ohne dass wir es geplant hatten. Es war ein Geschenk, es war Glück, es war Gnade. Und das Schwere legen wir in Gottes Hand.

Beitrag von Elisabeth Hann von Weyhern, Regionalbischöfin im Kirchenkreis Nürnberg
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15) Winterspaziergang

Jeder Schritt knirscht und die Welt sieht wie verzaubert aus. Warum heute Nachmittag nicht einmal hinausgehen und den Winter genießen. Oder heute Abend durch den Schnee stapfen, bis 21 Uhr ist es ja erlaubt. Dabei den eisklaren Nachthimmel betrachten, Sterne beobachten, die sternenerhellte Nacht fühlen und hinterher einen heißen Tee-Glühwein, eine heiße Milch mit Honig oder eine warme Schokolade trinken. Probieren sie es aus! Viele schöne Wanderwege rund um Roßtal laden dazu ein. Tanken Sie neue Energie in der Sonne bzw. an der frischen Luft für die langen Wintertage.
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14) Lebensgrüße aus Afrika

Es gibt noch etwas anderes, als Kälte, Schnee, Regen und bedeckten Himmel. Das zeigte sich unübersehbar am samstäglichen Himmel und am nächsten Morgen auf allen Autos. Gelblich der Himmel, fast wie vor einem Gewitter, der Himmel bedrohlich ockerfarben und früh die Nacht ankündigend… Saharastaub so die Erklärung, zog mit starken Südwinden über Mitteleuropa hinweg. Das ist natürlich erst einmal ein meteorologisches Phänomen und auch im Sommer manchmal möglich. An diesem Wochenende, vor der großen Kälte, war es auch ein Gruß aus dem Süden und der Hinweis darauf, dass es neben all der Kälte noch etwas anderes gibt. Ein Land mit Sonne, mit Oasen, mit Sommer und Hitze. Ein Gruß eben aus dem Süden.  Auch wenn zurzeit Sommerurlaube nur schwer vorstellbar sind, es gibt sie noch die Länder des Südens, der Sonne und der Wärme. Es gibt sie noch die Sehnsuchtsorte für uns vom Lock down und Winter gedrückte Menschen. Und der Saharastaub wird zum Schneeglöckchen und zum Hoffnungszeichen.
Und nebenher kann man nur staunen über die Staubmassen. Unvorstellbar, welche Menge an feinstem Staub der Wind transportieren kann, damit überall in Mitteleuropa der Himmel gelb werden konnte und alle Oberflächen einen leicht ockerfarbenen Farbton bekamen….
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 13) Manche Sätze sind einfach zeitlos und bekommen immer wieder eine andere Bedeutung

Der von vielen verzweifelten Müttern ausgerufene Schrei „Räum auf, denn Ordnung ist das halbe Leben!“ hilft überraschender Weise auch gegen den Corona Blues. Damit ist nicht, das inzwischen schon in vielen Haushalten durchgeführte, Entrümpeln und Wegwerfen gemeint. Auch nicht das Durchsuchen des Kleiderschrankes und der Weg zum Kleidercontainer. Sondern der Tipp Ordnung und Struktur in der Corona Zeit zu schaffen. Denn Ordnung gibt Sicherheit und Überblick. Anders ausgedrückt, wer immer nur Serien anschaut oder so in den Tag hineingammelt, der verliert am Ende sich selber und sein Leben. Bis jetzt gaben Feiertage und Feste auf die man sich freuen konnte Halt und Struktur für eine Woche, für einen Monat oder ein ganzes Jahr. Wenn es immer nur heißt Kirchweih ausgefallen, Sommerurlaub abgesagt, Weihnachten nur im kleinsten Kreis und auch der Fasching ist bereits gecancelt, dann verliert ein Jahr seine Struktur und ein Leben kommt aus der Fassung. Homeschooling, Homeoffice tun da ein übriges, denn sie helfen notwendiges immer wieder zu verschieben oder Schule und Büro besetzen auch den privatesten Bereich und das gilt nicht nur für den Bildschirmhintergrund bei Videokonferenzen, bei denen Lehrer und Chefs Privatestes sehen können. Und jeder kennt den Satz, das mach ich nach dem Abendessen noch schnell am Computer.
Nein Ordnung muss sein und hilft als einfaches Hausmittel gegen den Corona Blues, denn Tage bekommen damit wieder eine Struktur und graue Wochen Höhepunkte und das einerlei der Corona Zeit wird durch dieses Schneeglöckchen durchbrochen und besiegt und am Ende ist Ordnung tatsächlich ein gutes Stück Leben.

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12) Entdeckerfreude

Auf Entdeckungsreise gehen, neues finden, altbekanntes neu entdecken oder einen Schatz heben. Wer macht das nicht gerne? Nein, es liegt nicht nur an den Abenteuerbüchern ihrer Jugend oder den spannenden Reportagen bei Terra X heute. Die Entdeckerfreude ist tief in uns verwurzelt und stammt vielleicht noch aus der Zeit als die Menschen Sammler und Jäger waren. Als das Überleben davon abhing Beeren zu finden ohne von Bären gefunden zu werden. Jedenfalls wurzelt die Schnäppchensuche im Internet oder der Einkaufsbummel durch die Fußgängerzone, auf dieser menschlichen Neugier und der Freude etwas Schönes neues für sich zu entdecken. Werbestrategen haben das längst schon erkannt und nutzen dies für höhere Umsätze ihrer Kunden. Und ja, es macht Freude neues zu entdecken und wenn es dann noch quasi direkt vor unseren Augen liegt, dann noch mehr. Deshalb lernen sie unsere Kirche neu zu sehen und entdecken Sie welche Schätze es hier zu heben gilt. Unsere neue Postkartenserie gibt ein paar atemberaubend schöne Motive wieder, die in Kirche und Kirchenbüro zu erwerben sind.
Machen Sie mit bei der Aktion „Schreib mal wieder!“ - ein handgeschriebener Brief bzw. Karte wiegt alle Drucksachen hundertfach auf.  

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11) Captain Tom ist tot

Das ist zunächst traurig und erst einmal kein Grund in unseren Schneeglöckchentexten aufzutauchen. Gestorben ist der 100-Jährige an Corona.

Erinnert aber sei an seinen Einsatz als Greis für das britische Gesundheitswesen. Erinnert sei an seine legendären Runden mit de Rollator im Familiengarten. Ein Fundraising-Projekt, das er zugunsten der Krankenhäuser Großbritanniens durchgeführt hatte und das am Ende weit über 30 Millionen Euro erbrachte. Weltweit wurde er dafür bekannt und von der ebenfalls nicht mehr ganz jungen Queen zum Ritter geschlagen und geadelt. 
Das Schneeglöckchen in seinem Lebenslauf ist sicher seine Idee als 99-Jähriger zusagen: Ich will dazu beitragen, dass die Welt ein klein wenig besser wird. Ich will, dass Corona besiegt werden kann. Und aus den 1.000 Pfund Wetteinsatz wurden über 30 Millionen…

Und England hatte seinen ältesten Coronahelden. Und die Welt ein Schneeglöckchen der Hoffnung mehr.

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10) Grüße aus Frankenmuth

Diese eisigen Schneegrüße erreichten  die Kirchengemeinde am Wochenende. Frankenmuth ist eine Gründung von Roßtaler Auswanderern, die vor 175 Jahren auswanderten. Im Fränkischen hatten sie für sich weder eine wirtschaftliche, noch eine politische Zukunft gesehen und Amerika war das gelobte Land und das Land der Träume in dem ihre Nachkommen dann tatsächlich zu Wohlstand und Einfluß kommen konnten.

Seit langem schon gibt es Kontakte aus den Staaten zurück in die alte Heimat. Daniel Haubenstricker hat regelmäßigen Mailkontakt nach Roßtal und schreibt für die örtliche Zeitung regelmäßig über Themen der Partnerschaft. Hier jetzt seine Bilder und Impressionen aus dem noch wirklich eisigen Michigan.

 

"Es waren viele Leute in Frankenmuth dieses Wochenende fuer Snowfest.  Jeder freut sich, etwas im Freien zu sehen. Die Temperaturen sind kalt geblieben, uebernacht manchmal sogar -14 Celsius.  Samstag war Main Street total Stau!  Mit dem Kleeblatt aus Eis habe ich natuerlich an meinen Verwandten und Bekannten in FUERTH gedacht!
Ab 1. Februar darf Restaurants in Michigan wieder öffnen, about nur 25 Prozent voll.
Euer Daniel Haubenstricker"

P.S. Hier haben wir für Interessierte das "Neuendettsauer Heft Nr.5: Wilhelm Löhe und die Amerika Auswanderung 1841-1872" verlinkt

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9) Warum dieses Usambaraveilchen unverwüstlich ist

Erinnern Sie sich an den Konfirmationsklassiker:  „Schweig Bub“, verfasst vom Nürnberger Mundartdichter Fitzgerald Kusz? Der mit diesem Stück der Fränkischen Konfirmation einschließlich Familienkrach, Schweinebraten und Leberkniedlasubbn ein immer wieder anschauenswertes Denkmal gesetzt hat.  Unvergessen Sophie Käser, die irgendwann keinen Schweinebraten mehr sehen konnte und natürlich der Bub, dem immer wieder gesagt wird, schweig Bub du hast zwar Konfirmation, aber zu sagen hast du nichts…. Außer dem einen Mal, wo er auf seine Geschenke angesprochen wird und im vierten Akt jammert, dass er 15 Blumenstöckla bekommen hat, wo ihm doch ein Fünfer viel mehr getaugt hätte…

Solch ein Blumenstöckla, genauer gesagt ein Usambaraveilchen, vielleicht sogar mit Umschlag, fand sich auf dem Geschenketisch unserer Tochter zur Konfirmation auch. Fast 15 Jahre ist das jetzt her. Damals, bekam sie dieses Usambaraveilchen und sie hatte sicher den gleichen Gedanken wie der Fritz in Schweig Bub. Das allerdings dieses Veilchen heute noch regelmäßig blüht und nicht schon längst auf dem Komposthaufen gelandet ist, grenzt an ein Wunder und bringt dieses Veilchen in unsere Schneeglöckchentexte. Es überstand lange Trockenzeiten, Wässerungen die Überschwemmungen glichen und Kälteperioden. Als die Tochter ausgezogen war auch noch die heißen Sommer der letzten Jahre. Jetzt steht es auf dem Fensterbrett in der Küche und profitiert von der Nähe zum Wasserhahn. Es hat den Blick auf Grundschule mit Abendsonne und schiebt eine Blüte nach der anderen heraus. Eine echte Hoffnungspflanze mit der Widerstandsfähigkeit eines Schneeglöckchens. Eine Ermutigung für uns alle auch unter widrigsten Bedingungen durchzuhalten.

Der Rat für diese Woche heißt: Machen wir es wie das Usambaraveilchen, durchhalten und ab und zu eine nette kleine Blüte als Lebenszeichen!
Versprochen, wir schätzen das Veilchen jetzt viel mehr als damals und wir kümmern uns …
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8) 25 Jahre Partnerschaft Siha-Fürth

2020 war ein Jubiläumsjahr für die Partnerschaft zwischen den beiden lutherischen Dekanaten Siha in Tansania und Fürth in Deutschland: 25 Jahre geistliche und menschliche Verbundenheit, gegenseitige Besuche, Gottesdienste, Mail- und Briefverkehr, Arbeit an gemeinsamen Projekten im Dekanat Siha. Vergangenen Sommer sollte eine kleine Delegation aus unserem Dekanat zum Jubiläum nach Siha reisen. Corona verhinderte dies.
Auch unter derzeit erschwerten Bedingungen geht die Partnerschaft weiter. Unsere Partner schicken uns immer wieder Informationen und Bilder aus ihrem Gemeindeleben und von den Projekten.
Im dringend benötigten Operationssaal sind alle Leitungen verlegt und die Malerarbeiten erledigt. Für die Handwerkerschule stehen die ersten Gebäude zur Verfügung. Mit unserer Hilfe konnte letzten Herbst ein gebrauchtes Auto gekauft und zu einem Ambulanzfahrzeug umgebaut werden. Nach wie vor bezuschussen wir verschiedene Gehälter von Krankenschwestern und Hebammen.
Nach allen bisherigen Aussagen unserer Partner zu Corona scheint das Virus in Tansania kein riesengroßes Problem zu sein. Sie berichten nicht von einer erhöhten Sterblichkeit. Es wird wenig getestet, aber dem Land helfen einige Faktoren: die Bevölkerung ist sehr jung (Durchschnittsalter 19 Jahre); ein Großteil des Alltags spielt sich im Freien ab; das Land hat Erfahrungen mit anderen Viren und Epidemien. Die Weihnachtsgottesdienste fanden wieder ohne Masken und Auflagen statt.
Die Präsidentenwahl und die Parlamentswahl haben das Land sehr aufgewühlt, weil es im Vorfeld nicht besonders demokratisch zuging. Der autoritäre Präsident Magufuli wurde wiedergewählt. Seine Partei erhielt eine Zweidrittelmehrheit. Die Opposition wittert Wahlbetrug.
Der ausgefallene Besuch soll dieses Jahr im Sommer nachgeholt werden. Die Projekte werden weiter unterstützt. Auf Verlangen der deutschen Steuerbehörden arbeiten wir, wie alle anderen Hilfsorganisationen, an besonderen Strukturen und Verfahren zur transparenten und nachvollziehbaren Weitergabe von deutschen Spendengeldern („Compliance“). Der Landkreis Fürth unterstützt mit dem Landkreiskaffee aus Tansania den Aufbau der Handwerkerschule. Der Partnerschaftspfarrer Fadhili Lyamuya sendet herzliche Grüße, auch im Namen von Dekan Elisa Kileo.

Am 1.Sonntag im Februar (7.Februar) feiern die meisten Kirchengemeinden in den beiden Dekanaten Siha und Fürth mit Gottesdiensten den Partnerschaftssonntag. --> Partnerschaftsgottesdienst um 10 Uhr, in der  St.-Laurentius-Kirche, Roßtal

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7 ) Das Gedicht von Amanda Gorman zur Amtseinführung von Joe Biden

The hill we climb - Der Hügel, den wir erklimmen

Deutsche Übersetzung

Wenn es Tag wird, fragen wir uns,
wo wir Licht zu finden vermögen, in diesem niemals endenden Schatten?
Den Verlust, den wir tragen,
ein Meer, das wir durchwaten müssen.
Wir haben dem Bauch der Bestie getrotzt.
Wir haben gelernt, dass Ruhe nicht immer Frieden bedeutet.
Und dass die Normen und Vorstellungen von dem, was gerecht ist,
nicht immer Gerechtigkeit sind.
Und doch gehört die Morgendämmerung uns,
noch ehe wir es wussten.
Irgendwie schaffen wir es.
Irgendwie haben wir es überstanden und bezeugten
eine Nation, die nicht kaputt ist,
sondern einfach unvollendet.
Wir, die Nachfahren eines Landes und einer Zeit,
in der ein dünnes, schwarzes Mädchen,
das von Sklaven abstammt und von einer alleinerziehenden Mutter großgezogen wurde,
davon träumen kann, Präsidentin zu werden,
nur um sich selbst in einer Situation zu finden, in der sie für einen vorträgt.
Und ja, wir sind alles andere als tadellos,
alles andere als makellos,
aber das bedeutet nicht, dass wir danach streben,
eine Gemeinschaft zu bilden, die perfekt ist.
Wir streben danach, eine Gemeinschaft zu schmieden, die ein Ziel hat.
Ein Land zu bilden, das sich allen Kulturen, Farben, Charakteren und menschlichen Lebensverhältnissen verpflichtet fühlt.
Und so richten wir unsere Blicke nicht auf das, was zwischen uns steht,
sondern auf das, was vor uns steht.
Wir schließen die Kluft, weil wir wissen, dass wir, um unsere Zukunft an erste Stelle zu setzen,
zuerst unsere Differenzen beiseitelegen müssen.
Wir legen unsere Waffen nieder,
damit wir unsere Arme
zueinander ausstrecken können.
Wir wollen niemandem schaden und Harmonie für alle.
Lasst die Welt, wenn auch sonst nichts, sagen, dass dies wahr ist:
Dass wir, selbst als wir trauerten, wuchsen
Dass wir, selbst als wir Schmerzen hatten, hofften
Dass wir, selbst als wir ermüdeten, es weiter versucht haben
Dass wir für immer verbunden sein werden, siegreich
Nicht weil wir nie wieder eine Niederlage erleben werden,
sondern weil wir nie wieder Spaltung säen werden.
Die Heilige Schrift sagt uns, dass wir uns vorstellen sollen,
dass jeder unter seinem eigenen Weinstock und Feigenbaum sitzen soll
und keiner ihnen Angst machen soll.
Falls wir unserer eigenen Zeit gerecht werden,
dann wird der Sieg nicht in der Klinge liegen,
sondern in all den Brücken, die wir gebaut haben.
Das ist das Versprechen:
Der Hügel, den wir erklimmen,
wenn wir uns nur wagen,
denn Amerikaner zu sein, ist mehr als ein Stolz, den wir erben,
es ist die Vergangenheit, in die wir treten,
und wie wir sie reparieren.
Wir haben eine Macht gesehen, die unsere Nation eher zerstören würde,
als sie zu heilen,
die unser Land zerstören würde, wenn es dazu führe, Demokratie zu verzögern.
Und dieser Versuch war fast erfolgreich.
Doch auch wenn Demokratie von Zeit zu Zeit verzögert werden kann,
kann sie niemals dauerhaft besiegt werden.
In diese Wahrheit,
in diesem Glauben, vertrauen wir.
Denn obwohl wir unsere Augen auf die Zukunft richten,
hat die Geschichte ihre Augen auf uns gerichtet.
Dies ist die Ära gerechter Wiedergutmachung.
Wir fürchteten zu Beginn,
wir fühlten uns nicht bereit, die Erben
einer solch schrecklichen Stunde zu sein,
doch in ihr fanden wir die Kraft,
ein neues Kapitel zu schreiben,
und uns selbst Hoffnung und Lachen zu schenken.
Also während wir uns einst fragten,
wie wir jemals diese Katastrophe überstehen könnten,
fragen wir jetzt:
Wie könnte eine Katastrophe jemals uns überstehen?
Wir werden nicht zurück zu dem marschieren, was war,
sondern auf das zugehen, was sein wird.
Ein Land, das zwar verletzt, aber dennoch intakt ist,
gütig, aber kühn
wild und frei.
Wir werden uns nicht umdrehen
oder durch Einschüchterung unterbrechen lassen,
weil wir wissen, dass unsere Untätigkeit und Trägheit
das Erbe der nächsten Generation sein wird.
Unsere Fehler werden zu ihren Lasten.
Aber eines ist sicher:
Wenn wir Barmherzigkeit mit Macht verbinden
und Macht mit Recht,
dann wird Liebe unser Vermächtnis
und Veränderung das Geburtsrecht unserer Kinder.
Also lasst uns ein Land hinterlassen,
das besser ist als das, welches uns hinterlassen wurde.
Mit jedem Atemzug aus meiner bronzegegossenen Brust,
werden wir diese verwundete Welt in eine wundersame verwandeln.
Wir werden uns von den goldbeschienenen Hügeln des Westens erheben,
wir werden uns aus dem windgepeitschten Nordosten erheben,
in dem unsere Vorfahren zum ersten Mal die Revolution verwirklichten,
wir werden uns aus den von Seen gesäumten Städten der Staaten des Mittleren Westens erheben,
wir werden uns aus dem sonnengebrannten Süden erheben,
wir werden wieder aufbauen, uns versöhnen und erholen,
und jeden bekannten Winkel unserer Nation und
jede Ecke, die unser Landes genannt wird.
Unser Volk, vielfältig und schön, wird aufstreben,
zerschunden und schön.
Wenn der Tag kommt, treten wir aus dem Schatten heraus,
entflammt und ohne Angst.
Die neue Morgendämmerung erblüht, wenn wir sie befreien.
Denn es gibt immer Licht,
wenn wir nur mutig genug sind, es zu sehen,
wenn wir nur mutig genug sind, es zu sein.

Englisches Original

When day comes we ask ourselves,
where can we find light in this never-ending shade?
The loss we carry,
a sea we must wade
We’ve braved the belly of the beast
We’ve learned that quiet isn’t always peace
And the norms and notions
of what just is
Isn’t always just-ice
And yet the dawn is ours
before we knew it
Somehow we do it
Somehow we’ve weathered and witnessed
a nation that isn’t broken
but simply unfinished
We the successors of a country and a time
Where a skinny Black girl
descended from slaves and raised by a single mother
can dream of becoming president
only to find herself reciting for one
And yes we are far from polished
far from pristine
but that doesn’t mean we are
striving to form a union that is perfect
We are striving to forge a union with purpose
To compose a country committed to all cultures, colors, characters and
conditions of man
And so we lift our gazes not to what stands between us
but what stands before us
We close the divide because we know, to put our future first,
we must first put our differences aside
We lay down our arms
so we can reach out our arms
to one another
We seek harm to none and harmony for all
Let the globe, if nothing else, say this is true:
That even as we grieved, we grew
That even as we hurt, we hoped
That even as we tired, we tried
That we’ll forever be tied together, victorious
Not because we will never again know defeat
but because we will never again sow division
Scripture tells us to envision
that everyone shall sit under their own vine and fig tree
And no one shall make them afraid
If we’re to live up to our own time
Then victory won’t lie in the blade
But in all the bridges we’ve made
That is the promise to glade
The hill we climb
If only we dare it
because being American is more than a pride we inherit,
it’s the past we step into
and how we repair it
We’ve seen a force that would shatter our nation
rather than share it
Would destroy our country if it meant delaying democracy
And this effort very nearly succeeded
But while democracy can be periodically delayed
it can never be permanently defeated
In this truth
in this faith we trust
For while we have our eyes on the future
history has its eyes on us
This is the era of just redemption
We feared at its inception
We did not feel prepared to be the heirs
of such a terrifying hour
but within it we found the power
to author a new chapter
To offer hope and laughter to ourselves
So while once we asked,
how could we possibly prevail over catastrophe?
Now we assert
How could catastrophe possibly prevail over us?
We will not march back to what was
but move to what shall be
A country that is bruised but whole,
benevolent but bold,
fierce and free
We will not be turned around
or interrupted by intimidation
because we know our inaction and inertia
will be the inheritance of the next generation
Our blunders become their burdens
But one thing is certain:
If we merge mercy with might,
and might with right,
then love becomes our legacy
and change our children’s birthright
So let us leave behind a country
better than the one we were left with
Every breath from my bronze-pounded chest,
we will raise this wounded world into a wondrous one
We will rise from the gold-limbed hills of the west,
we will rise from the windswept northeast
where our forefathers first realized revolution
We will rise from the lake-rimmed cities of the midwestern states,
we will rise from the sunbaked south
We will rebuild, reconcile and recover
and every known nook of our nation and
every corner called our country,
our people diverse and beautiful will emerge,
battered and beautiful
When day comes we step out of the shade,
aflame and unafraid
The new dawn blooms as we free it
For there is always light,
if only we’re brave enough to see it
If only we’re brave enough to be it.



Originaltexte von: https://www.rnd.de/kultur/amanda-gorman-gedicht-auf-deutsch-lesen-sie-hier-die-ubersetzung-und-das-original-the-hill-we-climb-QOXSZUHXRREFJNXHXKM2S4VEUY.html

überarbeitet von Judith Gräf (Evangelische Jugend)

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6) Feiner Schmandkuchen von Christiane Schuster

Zutaten Mürbteig:    
125 g    Butter / Margarine 125 g    Zucker
1    Vanille-Zucker
1    Ei
250 g    Mehl
1/2 Pck. Backpulver
½ TL    Zitronensaft    
Aus diesen Zutaten einen Mürbteig herstellen
(Mein Tipp: statt 125 g Weizenmehl: 1 Vanillepuddingpulver und Rest bis 125 g mit Weizenmehl auffüllen.
Bei einem Schokoboden verwende ich statt Vanillepudding einen Schokopudding) Den Teig in eine Springform drücken.

Für die Füllung:
500 ml Milch
2 Päckchen Vanille-Pudding
200 g Zucker  mit diesen Zutaten einen Pudding kochen. Unter den warmen Pudding
200 g Quark
800 g Schmand
2 kleine Dosen Mandarinen (ohne Saft) unterrühren und in die Form füllen.
(Mein Tipp: statt 200 g Quark und 800 g Schmand verwende ich 1.000 g Schmand) Der Kuchen ist auch ohne Mandarinen sehr lecker.

Backzeit:
Ober-/Unterhitze: etwa 180 ° (vorgeheizt) Heißluft etwa 75 Min.

Der Kuchen muss einen Tag vorher gebacken werden und in der Form auskühlen lassen. Erst am nächsten Tag aus der Form lösen.
Die angegebenen Mengen beziehen sich auf eine 26er / 28er Form.
Ich wünsche Euch gutes Gelingen und einen guten Appetit!

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5) Corona-Gedicht von Margot Gruber - Schreibkreis WORTKUNST

Corona, Corona,
wos soll etz nu kumma?
Kanne Feiern, kanne Kracher,
Do gibt’s einfach nix zum Lacher.

Ober is des net schee, wenn alles so ruhich is?
Wennst kaum an Fliecher am Himmel sichst?
Die Strassn sind ruhich wie nie zuvor,
Mir kennas fast nimmer, aber es is wohr.

Die Natur fangt si langsam widder,
die Vögl singa laut ihre Lieder.
Die Familien genga namittoch spaziern,
„Wo soll denn des bloß alles nu hie führn?“

Der Gottesdienst am Marktplatz
is nur a klaner Ersatz.
Die Senioren hocken in ihre Häuser drinnen,
des muss si ändern, do muss mer si kümmern

Am Omd die Parties, der Verkehrslärm, die Fliecher,
des kummt a alles irgendwann widder.
Obber sin mir uns sicher,
„Wolln mir des widder?“

Mir wolln a normals Lebn, mit Auto und Familienfeier,
des wird obber af jeden Fall arch deier.
Bezohln kenna mir des bloss mit aner Sachn:
Lassts eich impfen, dann hammer vielleicht bald widder wos zum Lachen.

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4) Vom Rotkehlchen lernen…
Eigentlich sind sie Einzelgänger, die kleinen Vögel mit der auffallend roten Brust. In Hecken und Büschen führen sie ein vorsichtiges Vogelleben und verstecken sich bei Gefahr blitzschnell im Gebüsch. Deshalb sieht man im Sommer unter all den Blättern nur sehr selten ein Rotkehlchen. 
Nun aber hat sich einer dieser kleinen Einzelgänger für diesen Winter einen besonderen Überlebenstrick ausgedacht. Pünktlich jeden Morgen nach Sonnenaufgang ist es mit einer Gruppe Spatzen auf Futtersuche unterwegs und leert mit ihnen zusammen die Futterstation vor dem ersten Pfarrhaus. Getreu dem Motto zusammen sind wir stark wird erst die Lage gepeilt. Gibt es irgendwo eine Katze? Was machen die Wanderfalken? Sind Menschen in der Nähe? Ist die Luft rein, dann wird gemeinsam das Futterhaus angeflogen. Kern für Kern, Samen für Samen holt sich der kleine Schwarm. Erfahrene männliche Spatzen halten derweil Wache und schlagen Alarm, wenn Gefahr droht. Natürlich ist der Tisch für jeden reich gedeckt und das Angebot an Winterfutter reicht für alle. 
Sind die Vögel erst einmal satt, verstecken sie sich gemeinsam in den Büschen vor dem Pfarrhaus und warten das Ende des Winters ab. Getreu dem Motto schwierige Zeiten lassen sich am besten zusammen überwinden. 
Vielleicht auch eine Mahnung für uns Menschen…
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3) Corona-Poetry von Ronja

Corona bedeutet auf lateinisch Kranz oder Krone.
Und manchmal habe ich das Gefühl, dass diese Krone in meinem Inneren ein wenig umhergereicht wird.
Zuerst an mein leichtsinniges Ich, das seine Freunde vermisst und trotz der entzweienden Coronakluft, körperliche Nähe sucht.
Und dann herrscht mal mein wütendes Ich, das sich lauthals fragt „Hast du ‚n Stich?!“, wenn die Lehrerin doch allen Ernstes sagt, das Tragen einer Kapuze sei untersagt, während bei -10 Grad Celsius ständig das Fenster aufgerissen werden muss.
Als nächstes darf die Angst in mir die Krone tragen, und alle erzählen einem nicht zu verzagen, aber wie bitte soll das gehen, wenn auf einmal so viele Dinge in Frage stehen.
Dann gibt es da noch mein enttäuschtes Ich, dass sich im Konjunktiv verkriecht. Ja, hätte ich doch nur Glück gehabt, dann wäre ich jetzt auf Abschlussfahrt, und würde das alles vorüber gehen, könnte ich nächstes Jahr am Flughafen stehen.
Doch dann wird die Krone dreifach so groß, hat die Hoffnung sie auf dem Kopf.
Sie lächelt mich an, sagt: „Hey, deine Zukunft ist offen, du hast doch noch mich, wir sind beide betroffen. Sei doch nicht traurig, denn du bist so beschenkt, mit einer wunderbaren Gemeinschaft, die zusammen hält. Also aufgehts, wir überstehen diese Zeit, auch wenn wir noch nicht wissen, was uns davon bleibt.

Ronja ist seit Ihrer Konfirmation in der Evangelischen Jugend aktiv und wir danken Ihr von Herzen, dass Sie Ihre Gefühle und Gedanken mit uns teilt.

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2) Winterblüher in Feld und Garten
Im Winter ist alles tot und grau? Nein, manches blüht einfach nur ein wenig kleiner und unscheinbarer, als in einem durchschnittlichen Sommer. Aber wer in diesen Tagen mit offenen Augen unterwegs ist, der entdeckt sie dann doch. Die kleinen und unscheinbaren Winterblüher in unseren Breiten. Bereits ein Gang über den Roßtaler Friedhof zeigt, was alles auch der Kälte und dem Frost trotz und manchmal auch unter einer dicken Schneedecke blüht. Unsere Schneeglöckchen, Namensgeberin dieser Texte, allen voran. Ab Ende Januar, manchmal auch schon früher strecken sich ihre Stengel und ihre Blüten in großer Vielzahl und Fülle aus dem frostigen Boden und manchmal blühen die Schneeglöckchen noch, wenn längst die Osterglocken läuten, oder auch blühen….
Aber Schneeglöckchen sind nicht die einzigen Winterblühenden Pflanzen. Da gibt es den gelb, wie eine Frosythie blühenden Winterjasmin und man reibt sich ob des Frühlingsgelbes die Augen, oder die Zaubernuß in vielerlei Farbschattierungen von Weiß bis Gold…. Bizarr die Blütenblätter und wie aus einer anderen Welt schmiegen sich die Blüten an ihre graubraunen Zweige. Und explodieren dann doch… Beharrlich auch blüht in Vorgärten und auf dem Friedhof die Schneeheide, unzählig viele kleine Blütenglöckchen sorgen für Farbakzente mitten im Winter und gedeihen in vielen Töpfen und Gefäßen. Sie bringen Farbe ins triste Winterkleid der Gärten. Bleibt noch der Hinweis auf die vielen Varietäten der Christrosen. Die mit ihren großen Blüten von Februar bis Mai blühen und die sich in einer halbschattigen Ecke im Garten problemlos vermehren und  einen jedes Jahr vor die Entscheidung stellen, sind die lila Blüten die schöneren, oder die weißen?
Viel Spaß beim Spaziergang und beim Suchen all der Winterblüher daheim und in den Gärten. Aber Vorsicht vor der den Pollen der Hasel, die in diesen Tagen oft für einen ersten allergischen Schub sorgen.

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1) Liebe Leserinnen! Liebe Leser!

Eine neue Serie von Texten, Impulsen, Gedanken und Tipps erwartet Sie in den kommenden Wochen. Mal aufgeschrieben, mal interaktiv ,mal digital erweitert, mal mit einer Audio- oder auch einer Videodatei gekoppelt.

Schneeglöckchenimpulse-Schneeglöckchentexte hat ein Projektteam, aus Kirchenvorstand und Hauptamtlichen, diese Impulse genannt.
Fast täglich werden in den kommenden Wochen Kochrezepte, biblische Impulse, Gymnastikanleitungen, literarische Päckchen, Gedichte, oder auch Wandertipps hier veröffentlicht.

Allen Beiträgen und Anregungen gleich ist ihr Ihr Ziel. Sie sollen von Hoffnung in grauen und kalten Zeiten künden, sowie die Kraft des Lebens in aller Vielfalt zeigen. Denn das können gerade Schneeglöckchen hervorragend: Sich in Kälte und Frost behaupten und zeigen, dass das Leben sich durchsetzt auch unter schlimmsten Bedingungen. So sollen diese Impulse Ihre Begleiter durch die kommenden Tage der Pandemie sein und zeigen, dass wir als Ihre Kirche in dieser Zeit an Ihrer Seite stehen.

Viel Freude mit unseren Schneeglöckchen!

Evang.-Luth. Pfarramt Roßtal

Schulstraße 17
90574 Roßtal

Telefon: 09127 57416
Telefax: 09127/951002
E-Mail: pfarrbuero@ev-kirche-rosstal.de

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