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v.l. Hr. Bühling, Fr. Popp, Hr. Schübel, Hr. Schneider

Diakon Herbert Bühling, Geschäftsführer der ev. Kindertagesstätten in Roßtal

Diakonie ist Elementar.
Denn überall, wo Menschen ihre elementaren Bedürfnisse noch nicht oder nicht mehr alleine befriedigen können, brauchen sie die Hilfe von anderen. Die Geschichte vom barmherzigen Samariter zeigt das sehr deutlich.
Kindertagesstätten sind elementar.
Denn in ihnen lernen die Kinder ihre elementaren Bedürfnisse überhaupt erst ken-nen und diese auszusprechen und zu entwickeln. Sicheres Sprechen, gemeinsames Essen in der Gruppe, Regeln einzuhalten, sicher auf die Toilette zu gehen, stabile Beziehungen aufzubauen und einen Freund oder eine Freundin zu finden. Und nicht zuletzt: Gott und seine befreiende Botschaft kennen zu lernen. Diese Bedürfnisse sind elementar und werden jeden Tag aufs Neue von unseren 60 Mitarbeitern professionell und reflektiert gefördert und weiterentwickelt.
Kindertagesstätten sind elementar.
Das hat die Corona-Pandemie auch aufgezeigt. Denn wenn von heute auf morgen die Kitas mit einem Betretungsverbot belegt werden, stellt man die gesellschaftliche Relevanz unserer Einrichtungen fest. Denn nur durch sie wird den Eltern die regelmäßige und planbare Teilnahme am Ar-beitsleben ermöglicht. Deswegen gilt es für uns, unsere tägliche, wertvolle Arbeit auch in den Zeiten der Pandemie auf qualitativ höchstem Niveau aufrecht zu erhalten.
Auch in den Zeiten der Pandemie gilt:
Unsere Kindertagesstätten und unsere Diakonie darin sind elementar.

 

Diakonin Judith Popp

Wie ist die aktuelle Lage in den Familien in unserer Kirchengemeinde?
Die Familien stehen kurz vor dem zweiten Lockdown/light und haben schon ein halbes Jahr Pandemie hinter sich.
Als Diakonin erlebe ich, dass diese Krise Familien sehr belastet, Eltern und Kin-der an ihre Grenzen kommen und erschöpft sind. Zu den ganz normalen Alltags-sorgen kommen Ängste, Hilflosigkeit und Ohnmacht dazu.
Angst vor Ansteckung, dass Angehörige vom Virus angesteckt werden könnten. Hilflosigkeit im Umgang mit ihren Kindern.
Ohnmacht und Angst: Wie geht es weiter, was bringt die Zukunft?
Manche Familien ziehen sich zurück und viele von ihnen klagen.  
Als Diakonin erlebe ich, dass Familien überfordert sind und ich mache mir Sorgen um die seelische Gesundheit der Eltern und Kinder. Mehr denn je bin ich in dieser Krise als Seelentrösterin gefragt.  
Bei Gesprächen am Telefon, Beratungsterminen im Büro oder Mitarbeitertreffen.  
Als Diakonin versuche ich besonders jetzt die Familien zu unterstützen und zu begleiten, bin an ihrer Seite, tröste und ermutige sie.
Darüber hinaus bin ich Verkündigerin. In der Familienkirche finden Familien Ermutigung und Halt, wenn sie unsere Gottesdienste besuchen. Das Format „Mini-gottesdienst in der Tüte“ schätzen vor allem die Kinder.
Und wie gelingt mir das?
Mit viel Gottvertrauen: Weil ich weiß, dass ich nicht allein bin. Gott ist bei mir, er geht mit in dieser schweren Krise.

 

Diakon Alexander Schneider, Jugenddiakon  
 
Für Jugendliche von heute sind soziale Beziehungen besonders wichtig. Auch die Themen Gesundheit und Sicherheit sind ihnen wichtig. Die letzte Shell-Jugendstudie, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde, hat gezeigt: Für 69 Prozent der Jugendlichen sind ihre Freunde das wichtigste im Leben. Außerdem ist ihnen die Familie sehr wichtig. Für Jugendliche hängt sehr viel von ihren Eltern ab. Wenn es den Eltern wirtschaftlich gut geht, sind Jugendliche zuversichtlicher. Sie glauben dann eher, dass sie gute Chancen im Leben haben. Jugendliche aus armen Eltern-häusern glauben das seltener. Die Shell-Studie zeigt: Jugendliche aus armen El-ternhäusern bekommen seltener ihren Wunsch-Beruf. Das schafft nur jeder Zwei-te. Das gleiche gilt für junge Menschen mit Migrationshintergrund. Auch für junge Menschen mit Behinderung ist es schwierig, gute Bildung zu bekommen. Auch gute Jobs bekommen sie seltener. Die meisten Schulen sind noch immer nicht inklusiv.  
Jugendliche wünschen sich eine sinnvolle und sichere Arbeit. Außerdem wollen sie nicht nur arbeiten. Sie wollen auch genügend Freizeit haben.
Ich erlebe, dass sich Jugendliche immer früher fragen: Was ist gut für mein späteres Leben? Das tun sie dann. Allerdings ist das oft schwierig. Weil viele Ent-scheidungen so kompliziert sind. Und weil man oft nicht abschätzen kann, welche Folgen eine Entscheidung haben wird.  
Und junge Menschen leben heute in einer vielfältigen Gesellschaft. Es gibt Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Es gibt traditionelle Familien mit Mutter, Vater und Kindern. Und es gibt Patchwork-Familien. Manche Menschen sind gläubig. Andere sind das nicht. Jugendliche leben in einer Zeit, in der digitale Medien wichtig sind. Sie gehören zur Arbeitswelt. Und sie gehören zum Privatle-ben. Digital und flexibel zu arbeiten: Das ist heute eine Voraussetzung für den Job. Das Internet ist für Jugendliche die Hauptinformationsquelle. Man muss also onli-ne sein um nichts zu verpassen.  
Das verursacht aber auch Stress. Jugendliche leben heute in einer Welt mit sehr vielen Möglichkeiten. Deshalb ist es nicht leicht für Jugendliche, sich zu orientie-ren. Sicher ist nur, dass nichts sicher ist.
Wie also mit all dem umgehen? Was brauchen Jugendliche heute?
Es ist wichtig Jugendlichen zu helfen, selbstbewusst zu werden. Man muss ih-nen helfen, Entscheidungen treffen zu können. Und man muss das Interesse we-cken, immer weiter zu lernen. Sie sollen sinnvoll finden was sie lernen und Neues entdecken. Kinder und Jugendliche brauchen Freiräume. Das heißt: Sie müssen machen können, was ihnen wichtig ist. Bei uns in der Evangelischen Jugend sollen die Jugendlichen einen solchen Freiraum haben. Hier sollen sie mitbestimmen, Dinge ausprobieren, Ideen entwickeln und umsetzen, ihre Talente entdecken und sie entfalten, Stärken weiterentwickeln, Freunde finden und einander Halt geben. Mit unseren Aktionen und Freizeiten will die evangelische Jugendarbeit genau das fördern. Jugendliche sollen Einfühlungsvermögen lernen und Team-Geist. Die Her-kunft und das Elternhaus spielen dabei keine Rolle. Auch das Geschlecht zählt nicht. Auch eine Behinderung ist nicht wichtig. Wenn Jugendliche solche Vielfalt erleben, weitet das ihren Horizont. Denn auch unsere Gesellschaft wird immer vielfältiger und darum braucht sie eine zuversichtliche, tolerante und engagierte Jugend.

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Mein Name ist Karen Paul, ich bin die Stationsleitung der Diakoniestation

Was bewegt uns in der Pflege?

Uns bewegt die Sorge sich bei der Arbeit anzustecken.
Uns bewegt die Sorge unwissentlich Klienten oder Angehörige anzustecken.
Uns bewegt die Angst vor zunehmender Vereinsamung unserer Kunden durch die Kontaktbeschränkungen und die Angst vor Ansteckung! Lassen Sie Ihre Angehörigen nicht alleine, besuchen Sie sie weiter, mit Abstand und Vorsicht, aber besuchen Sie sie!
Uns bewegt die Sorge vor noch mehr Personalmangel durch eventuelle Infektion oder Erkrankung der Mitarbeitenden. Dies kann bis zur Handlungsunfähigkeit der Station führen, und wer versorgt dann unsere Klienten?

Mich bewegt sehr unsere Teamleistung in der Station! Nur weil wir alle im Team für einander da sind und uns immer und in jedem Fall gegenseitig unterstützen haben wir die Zeit bis her so gut überstanden! Dafür möchte ich unserem Team und somit allen Kolleginnen der Station herzlich Danken! Ihr seid einfach toll!

Wetterfest im Regentest

Auch wenn es am Sonntag kräftig regnete, trotzten rund 70 Roßtalerinnen und Roßtaler, dem strömenden Regen. Vor dem Betreuten Wohnen am Jakobsweg feierten sie den diesjährigen Diakoniegottesdienst. Unter Pavillons und in den freigeräumten Carports lauschten Sie der Mut machenden Predigt von Rektor Reiner Schübel (Rummelsberg) und den Klängen der Roßtaler Posaunen. In kurzen Statements schilderten die Diakone der Kirchengemeinde und die Leitung der Diakoniestation die Lage von Kindern, Jugendlichen, Familien und Pflegebedürftigen in Roßtal und Umgebung. Es erschütterte die Anwesenden, dass die Lage in der ambulanten Pflege besonders dramatisch werden könnte, wenn Mitarbeitende ausfallen. Doch umso kräftiger war der Applaus, als Karen Paul als Stationsleitung Ihren Mitarbeitenden dankte, die angesichts der Herausforderungen von Corona Großartiges leisten.

Die Roßtaler bestanden diesen ersten Regentest und stellen sich auf weitere Freiluftgottesdienste im November und im Dezember ein.

Evang.-Luth. Pfarramt Roßtal

Schulstraße 17
90574 Roßtal

Telefon: 09127 57416
Telefax: 09127/951002
E-Mail: pfarrbuero@ev-kirche-rosstal.de

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