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Liebe Gemeinde, dieses Tagebuch ist für Sie!
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Samstag 6. Juni 2020


Die gute Nachricht
Der Mount Everest ist klar zu erkennen und manch anderer Berg ebenso. Die Luft in Neu Delhi kann man wieder atmen und in Peking scheint die Sonne... In Roßtal ist die Luft so klar, dass jedes Auto, das vorbeifährt, noch minutenlang zu riechen ist. Die Luft ist rein und klar wie schon lange nicht mehr und sie so zu erhalten, das wäre ein Ziel für das neue Normal.

Der Bibellesetipp
Früher war es ganz selbstverständlich, die Kinder wurden gesegnet, wenn sie am Morgen das Haus verließen. Taufe, Konfirmation, Trauung, ja der Tod sie alle waren und sind Anlässe für einen Segen und mancher der den fränkischen Gruß Ade sagt meint Gott behüte dich. Ein solches Segenswort ist das älteste Stück Bibel, das bis heute erhalten ist. Ein kleines Silberplättchen mit dem Segen, der in vielen Sonntagsgottesdiensten noch heute gesprochen wird. Lesen Sie selber und spüren Sie die Kraft dieser Worte: 4.Mose 6.22-27

Aus dem Gemeindeleben
Gottesdienste am Sonntag, 7.Juni 2020
Feiern wir, mit unserem Coronaschutzkonzept um 9 Uhr und um 10 Uhr in St. Laurentius Roßtal. Kindergottesdienst und Gottesdienste in den Filialkirchen finden noch nicht statt.

Blickwinkelgottesdienst am Sonntag, 7.Juni 2020, 18 Uhr
Erstmals nach Ausbruch der Coronapandemie feiern wir einen Blickwinkelgottesdienst. Dieser knüpft an die nachösterlichen Terrassen- und Haustürkonzerte von Wilgard Hübschmann an. Unsere roßtaler Gitarrenvirtuosin wird diesen Gottesdienst am Sonntag ab 18 Uhr maßgeblich prägen und mitgestalten.

Gottesdienstregeln
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine - 2 Meter Abstand sind Pflicht.
5. Abstand gilt auch für das hereinkommen und das hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.

Gottesdienst Zuhause
Anleitung für Gottesdienst@home von Vikarin Natascha Kreß aus Veitsbronn

Kindergottesdienst am Sonntag um 10 Uhr auf kirchemitkindern.digital.de

Neu: Projekt: Video -  Kurzandachten in der Kirche
Es ist soweit. Ganz bequem von zu Hause können Sie nun eine Kurzandacht aus der St. Laurentiuskirche ansehen. In Zeiten von Corona versuchen wir als Kirchengemeinde auf die Veränderungen zu reagieren. Digitale Kommunikation rückt mehr in den Vordergrund und wir suchen nach neuen Wegen, um mit Ihnen in Kontakt zu bleiben. So ein Ansehen von einem Video auf dem Handy oder PC ist absolut virenfrei und daher für uns eine sichere Möglichkeit mit Ihnen Andacht zu feiern.
Wir haben auch noch festgestellt, dass sich unser Kirche, also unser Kirchenraum verändert hat. Die Kirche ist oft leer. Allein oder zu zweit sitzen wir zum Abendgebet in den Kirchenbänken. Wir sehen plötzlich alles aus einer neuen Perspektive. Eine neue Stille lenkt die Blicke auf die Kanzel, den Altar und die vielen anderen großen und kleinen Objekte in unserer Kirche. Wir gehen auf Entdeckungsreise und sehen dabei viele Kirchenschätze! Das wollen wir zum Anlass nehmen und spüren dieser neuen Sicht auf die Dinge in unserer Kirche und der Welt nach.
In dieser neuen Andachtsreihe wird ein Team aus Hauptamtlichen und Kirchenvorstehern sich diesem neuen Projekt stellen und Videoandachten für Sie drehen. Bleiben Sie gespannt: Etwas Neues wird kommen! Diese und weitere Videos finden Sie ab sofort auf dem Youtube-Kanal der Evangelischen Kirche Roßtal


Der Welt-Laden Roßtal hat für Sie geöffnet
Donnerstags von 14:00-18:00 und samstags von 09:00-12:00 Uhr.
Sie haben zudem auch die Möglichkeit während dieser Öffnungszeiten unter der Tel.-Nr. 0160 9108 6972 eine Bestellung mitzuteilen, die Sie wahlweise
-    selbst abholen, nur während der Öffnungszeiten
-    oder sich die Bestellung liefern zu lassen
Die Lieferung erfolgt: Donnerstags zwischen 18:00 und 19:00 Uhr, Samstags zwischen 12:00 und 13:00 Uhr

Auf dem Weg zur neuen Bücherstube
Eine erste Schneise in die Wildnis vor dem zweiten Pfarrhaus schlug eine Einsatzgruppe des Bücherladenteams. Angeleitet von Reinhard Westphal und Helmut Held entsorgten sie säckeweise den abgeschnittenen Wildwuchs rund ums zweite Pfarrhaus.

Was bisher geschah...
Nachdem der Bücherladen in der Richtergasse am 18. Oktober 2019 ausgeräumt werden musste, haben fleißige Helfer alle Bücher und Regale ins zweite Pfarrhaus gebracht. Damit waren in drei Räumen mehr als 13.000 Bücher gestapelt. Für den geplanten Grafflmarkt erwarteten wir wieder drei bis vier tausend Bücher. Weitere außerplanmäßige Bücherannahmen waren damit ohnehin ausgeschlossen. Um Platz zu schaffen, luden wir PKW-Anhänger voll und transportierten wir mit mehreren Fuhren etwa 5400 Bücher zu den benachbarten Gebraucht-warenhöfen der Diakonie.
- Eine Bücherabgabe im geringen Umfang ging weiter, indem wir ein Bücherregal zur Selbstbedienung im Gemeindehaus aufgestellt hatten. Diese Option wird übrigens gut angenommen.-
Neue erfreuliche Messwerte zur Schadstoffbelastung im zweiten Pfarrhaus ließen ein Wunschtraum des Bücherteams wieder auferstehen, einen Bücherladen dort einzurichten. Bis zur Sanierung des Gebäudes kann im Erdgeschoss ein Bücherladen eingerichtet und zumindest für Sonderaktionen geöffnet werden.
Regale aus dem Bücherladen wurden bereits aufgestellt und mit Büchern bestückt. In einem zweiten Raum wurden Büroschränke zu Regalen umfunktioniert. In einemnächsten Schritt wollte das Bücherteam Räume und Regale reinigen, Bücher nach Sparten sortieren und die Räume für eine erste Öffnung vorbereiten. Auch sollte der Garten in Ordnung gebracht werden. Die Corona-Krise hat die Zeitpläne ordentlich durcheinander gebracht. Aber wir sind optimistisch, bald wird es weitergehen.
(Fotos und Text: Reinhard Westphal)

Kirchen in unserer Nachbarschaft - Zur schwarzen Madonna in Langenzenn
An der alten karolingischen Reichsstraße gelegen, war Langenzenn schon Ende des ersten Jahrtausend Sitz eines Königshofes. Mitte des 13. Jahrhunderts haben die Nürnberg Burggrafen die Stadt erworben. Im Städtekrieg 1388 wurde der Ort von durchziehenden Armeen niedergebrannt, samt der damaligen Marienkapelle. Aus dem Schutt der Kirche zog man noch eine Marienstatue, die durch Asche und Ruß schwarzgefärbt war. Die Statue wurde als wunderwirkend verehrt und war das Ziel viele Wallfahrten.
Dieses einzige Überbleibsel des alten Langenzenns bekam einen Ehrenplatz in dem Anfang des 15 Jahrhunderts neu gestifteten Augustinerchorherrenstiftes.
Mit der Einführung der Reformation wurde das Kloster aufgelöst. Die Kirche wurde von der Marienenkirche zur Trinitatiskirche umbenannt. Die schwarze Madonna verblieb in der Kirche, auch wenn ihre Bedeutung schwand, sodass man sie Mitte des 19. Jahrhunderts nach Mähren verkaufte. In den Wirren des Zweiten Weltkrieges ist sie verloren gegangen.
Heute findet man zwar eine schwarze Madonnenstatue hoch über den Kirchenbänken, dies ist jedoch eine Nachbildung.
Wesentlich imposanter ist jedoch der frischrenovierte Chorraum mit den vielen Fresken und bunten Fenster. An einem sonnigen Tag erlebt auch der heutige Besucher, was die spätmittelalterlichen Gläubigen hier gesehen haben: die leuchtenden Farben des Himmlischen Jerusalems.
Im Jahr des Reformationsjubiläums 2017 wurde hier das Megaprojekt „Luther“ nach dem gleichnamigen Spielfilm von 2003 aufgeführt. Die imposante Klosteranlage, die große Hallenkirche und der umliegende Kirchplatz boten dafür ein einmaliges Ambiente, das von den Theatergruppen Langenzenns bespielt wurde.
In Kirche und Kloster gibt es noch weiter Zeugnisse des Glaubens unserer Mütter und Väter zu entdecken, und wenn man Glück hat hört man auch Markus Simon, den Langenzenner Organisten in dieser Kirche üben.
Das Langenzenner Kloster ist etwa 4 km Fußweg von der Kirche in Laubendorf  entfernt. Bevor man mit dem Zug wieder zurück nach Roßtal fährt, lohnt sich der Besuch der Langenzenner Bibelausstellung Bibel-o-thek. Etwas Zeit sollte man sich trotzdem nehmen für den Besuch der Eisdiele östlich des Bahnhofs. (Fotos und Text: Thomas Rucker)

Der Literaturtipp von Frank Jungnickel
Coronazeit ist Lesezeit. Das gilt natürlich nicht für alle. So mancher ist dienstlich extrem gefordert oder hat existenzielle Sorgen und findet nicht die nötige Ruhe für eine entspannende Lektüre.
Aber einige meiner Freunde und Bekannten berichten mir, was sie in diesen Wochen für literarische Neuentdeckungen gemacht haben.
Der eine oder andere wird sich vielleicht mehr Zeit für die Bibellektüre genommen haben.
Ich will hier mal einen kleinen Brückenschlag versuchen:
Wer ist beim Studium des Buches Hiob nicht schon ins Grübel geraten? Ich entsinne mich noch gut, dass ich mich schon als Jugendlicher mächtig aufgeregt habe, dass Gott sich vom Satan so provozieren lässt und den unschuldigen Hiob grausamen Qualen und Kümmernissen aussetzt. Und Gottes Argumentation kann mich auch heute nicht im Geringsten überzeugen. Wo ist da der allgütige Gott?
Nehme ich aber den Roman „Hiob“ von Joseph Roth zur Hand, dann geht es mir überraschenderweise besser damit. Ich kann gar nicht sicher begründen, woran das liegt. Der gläubige Jude Mendel Singer erleidet ein ähnliches Schicksal wie Hiob. Er lebt allerdings zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Russland und später in den USA. Er ist, im Gegensatz zu Hiob, ein armer Mann. Die geniale Sprache des Autors lässt uns mit ihm hoffe, leiden und letztlich auch verstehen, wenn er alle Brücken zu Gott abbrechen möchte. Mendel Singer ist mir emotional viel näher als Hiob. Gott selbst kommt im Roman nicht vor. Er schweigt. Über ihn wird nur gemutmaßt. Das entspricht eher meiner Lebenswirklichkeit.
Joseph Roth hat mich bereichert, das Buch Hiob befremdet mich.

Der Coronakommentar
Der Countdown läuft, ab diesem Wochenende wird es spannend. In vielen vielen Büros dürften ab Montag Virologen und Immunologen sitzen und auf die Zahlen der Johns Hopkins Universität und des RKI warten. Denn dann sind die Pfingstferien fast vorüber und damit der Beginn der großen Lockerungswelle zwischen vierzehn und zehn Tagen… Und das sind die magischen Zahlen rund um die Ansteckungsgefahr von Corona.  Zahlen nach dieser Zeit und nach einer entscheidenden Änderung in den Möglichkeiten für die Menschen, sind aussagekräftig und wenn sie und die berühmte Zahl R nicht weiter ansteigen, oder nur ein klein wenig angestiegen sind, dann ist Corona vorerst zurückgedrängt. Ferien, Urlaub, Schifahrn, Länderspiele und Party im Karneval, manchmal auch Konzerte und Gottesdienste,  sie alle sorgten für eine schnelle europaweite Verbreitung von Corona…
Manch Bilder aus den vergangen Tagen, lassen keinen Unterschied mehr erkennen zu Zeiten, als Corona nur Fledermäuse mochte… Darum drücken wir die Daumen, daß die Werte mit den Neuinfektionen, in den kommenden Tagen nicht explodieren, sondern das Virus zurückgedrängt ist und wir diese zweite Hürde auch gemeinsam genommen haben. Denn es droht ja noch der Herbst mit seinen Wetterwechseln und dem Grippewetter, das Coronaviren ja auch so lieben. …. Darum bleiben Sie vorsichtig und bleiben Sie gesund. Ihr Jörn Künne

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Freitag, 5. Juni

Die gute Nachricht
Die Mehrwertsteuer sinkt. Mehr muß man eigentlich gar nicht sagen. Damit geschieht ein politisches Wunder und wie beim niedrigen Benzinpreis sind auf einmal echte Einsparungen bei den Ausgaben zu erwarten und jeder Bürger hat mehr Geld in der Tasche, dass er dann auch entsprechend zur Ankurbelung der Konjunktur nutzen sollte… Aber wie gesagt - von 19% auf 16% - das Einkaufen wird ab Silvester billiger…

Der Bibeltipp 
Paßt ein wenig zur geplanten Senkung der Mehrwertsteuer, denn Jesus mahnt im Lukasevangelium zum sinnvollen Geldausgeben und paßt letztlich auch auf das Regierungshandeln rund um das Konjunkturpaket, denn letztlich geht es nicht ums Geldverdienen und sparen, sondern darum sich mit dem Geld Freunde zu schaffen… Doch lesen Sie selber: Lukas 16 1-9

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
An der Südseite des Kirchturms der St. Laurentius-Kirche befindet sich eine Sonnenuhr, die jetzt an sonnigen Tagen wieder die Uhrzeit (allerdings nicht nach Sommerzeit) anzeigt.
An manchen Sonnenuhren steht der Sinnspruch: „Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heitren Stunden nur.“
Schade, wenn ich in meinem Leben nur die heitren Stunden zähle, nur die Tage n denen es mir gut geht und alles gelingt, dann schrumpft das Tagebuch meines Lebens auf wenige Seiten zusammen. Auch die traurigen Zeiten gehören mit zu meinem Leben und weise ist der Mensch, der beides in seine Leben integrieren kann, Lachen und Weinen, Klagen und Tanzen, Streit und Frieden.
Denn ihr seid alle Kinder eures Vaters im Himmel. Er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. (Matthäusevangelium 5,45)

Aus dem Gemeindeleben
Neu: Projekt: Video -  Kurzandachten in der Kirche
Es ist soweit. Ganz bequem von zu Hause können Sie nun eine Kurzandacht aus der St. Laurentiuskirche ansehen. In Zeiten von Corona versuchen wir als Kirchengemeinde auf die Veränderungen zu reagieren. Digitale Kommunikation rückt mehr in den Vordergrund und wir suchen nach neuen Wegen, um mit Ihnen in Kontakt zu bleiben. So ein Ansehen von einem Video auf dem Handy oder PC ist absolut virenfrei und daher für uns eine sichere Möglichkeit mit Ihnen Andacht zu feiern.
Wir haben auch noch festgestellt, dass sich unser Kirche, also unser Kirchenraum verändert hat. Die Kirche ist oft leer. Allein oder zu zweit sitzen wir zum Abendgebet in den Kirchenbänken. Wir sehen plötzlich alles aus einer neuen Perspektive. Eine neue Stille lenkt die Blicke auf die Kanzel, den Altar und die vielen anderen großen und kleinen Objekte in unserer Kirche. Wir gehen auf Entdeckungsreise und sehen dabei viele Kirchenschätze! Das wollen wir zum Anlass nehmen und spüren dieser neuen Sicht auf die Dinge in unserer Kirche und der Welt nach.
In dieser neuen Andachtsreihe wird ein Team aus Hauptamtlichen und Kirchenvorstehern sich diesem neuen Projekt stellen und Videoandachten für Sie drehen. Bleiben Sie gespannt: Etwas Neues wird kommen! Diese und weitere Videos finden Sie ab sofort auf dem Youtube-Kanal der Evangelischen Kirche Roßtal

Gottesdienste am Sonntag, 7.Juni 2020
Feiern wir, mit unserem Coronaschutzkonzept um 9 Uhr und um 10 Uhr in St. Laurentius Roßtal. Kindergottesdienst und Gottesdienste in den Filialkirchen finden noch nicht statt.

Blickwinkelgottesdienst am Sonntag, 7.Juni 2020, 18 Uhr
Erstmals nach Ausbruch der Coronapandemie feiern wir einen Blickwinkelgottesdienst. Dieser knüpft an die nachösterlichen Terrassen- und Haustürkonzerte von Wilgard Hübschmann an. Unsere roßtaler Gitarrenvirtuosin wird diesen Gottesdienst am Sonntag ab 18 Uhr maßgeblich prägen und mitgestalten.

Printausgabe
Die analoge Druckausgabe des Coronatagebuches ist ab heute Nachmittag wieder in der Kirche und bei Blumen Fröschel erhältlich. Bitte holen Sie dort die neueste Ausgabe ab und verteilen Sie sie auch an interessierte Nachbarinnen und Nachbarn weiter.

Der Gesundheitstipp: Work-Life-Balance oder vom guten und vom schlechten Stress
Dass Streß das Immunsystem belastet ist klar, wird doch bei Stress der ganze Körper herausgefordert. Nun lässt sich Stress nicht immer vermeiden. Weder in der Arbeit noch in der Familie kann man stresslos leben. Darum gehört das Unterscheiden beim Stress unbedingt dazu. Guter Stress fordert, aber er erfüllt auch. Schlechter Stress dagegen nervt und das ist das Kriterium für die Unterscheidung: Nervt etwas oder mache ich etwas gerne. Und klar heißt der Tipp: ich versuche schlechten Stress zu minimieren und ganz ehrlich hilft es da schon manchmal etwas früher aufzustehen oder etwas mehr Zeit für eine neue Aufgabe einzuplanen.

Das schnelle Essen: Kartoffeln, Butter und Quark
Man nehme neue Kartoffeln, wasche sie gründlich und koche sie als Pellkartoffeln weich. Während die Kartoffeln kochen, wird Schnittlauch kleingeschnitten und unter einen Becher Sahnequark gezogen. Dieser kann mit etwas Sahne noch geschmeidiger gemacht werden oder mit Saurer Sahne etc. Wichtig ist nun, das richtige Maß an Salz für den Quark. Sobald die Kartoffeln gar sind, diese pellen und mit Butterflocken und dem Quark servieren….
Und klar kann man den Quark auch mit Tomaten, Gurken, Knoblauch, Zwiebeln und allen anderen Gewürzen auch je nach Geschmack variieren...  Guten Appetit!

Die harten Fakten zu Corona
Bitte informieren Sie sich über Corona unter folgenden Adressen: www.rki.de (Robert Koch Institut) oder auf der Homepage der Johns Hopkins Universität

Der Coronakommentar: Der Mensch ist ein Lernender
Was Kindern problemlos zugestanden wird, ist für Erwachsene offenkundig ein Problem. Von Kindern wird erwartet,d aß sie lernen. Von Kindern wird erwartet daß sie Irrtümer ausräumen und daß sie einen Lernforschritt machen…Daß die Schulen und die Kitas geschlossen hatten war darum für viele ein großes Problem. Lernen wird von Kindern erwartet, aber offenkundig gilt immer noch die Einstellung von einst: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr… und darum wird Erwachsenen unterstellt, lernen geht langsamer und ein Lernfortschritt ist steht hier meist nicht mehr zu erwarten…. Dabei ist es umgekehrt, der Mensch lebenslang am lernen und das auch im Hohen Alter und auch das ist eine Erfahrung, die wir machen können und müssen. Selbst Professoren können noch dazulernen. Und im Falle des Virus geschieht das auch sehr öffentlich. Das ist zwar schwer nachzuvollziehen, daß Corona  oft anders funktioniert als zu Beginn vermutet aber so funktoniert Wissenschaft nun einmal. Thesen werden aufstellt, Thesen werden widerlegt…. Und damit ist es klar warum es manch widersprüchliche Aussagen gibt und der Stand des Wissens heute ein anderer ist, als vor einem Monat, denn der Mensch ist ein Lernender und das als Professor, oder als Normalbürger.  Wichtig ist, daß gelernt werden kann. Und daß das Gelernte auch angewendet wird zum Schutz der Allgemeinheit.  Meint ihr Jörn Künne

 

Donnerstag, 4. Juni 2020

Die gute Nachricht
Europa wir kommen!!! Die Reisewarnungen für fast überall in Europa  werden am Ende der Pfingstferien aufgehoben. Europa kann wieder zueinander finden und was touristisch gilt, gilt auch für die Bewältigung der Folgen der Pandemie, denn freies Reisen innerhalb Europas war nach dem freien Handelsverkehr der zweite Schritt hin zu einem vereinten und starken Europa. Darum: Europa wir kommen und das als Europäer und nicht nur als Touristen.

Der Bibellesetipp
Eigentlich ist es eine Falle, für uns aber eine klare Einschränkung staatlciher Macht. Jesus wird eine Fangfrage gestellt, denn entweder ist er ein Auführer, wenn er die Steuer verweigert, oder er ist ein Verräter an der Sache seines Volkes, wenn er die Steuerzahlung bejaht. Jesus aber antwortet Grundsätzliches, gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist und damit ist jegliche staatliche Gewalt in ihre Schranken gewiesen  und kann nicht frei tyrannisch bestimmen, was geschehen soll, was gerade angesichts der Bilder aus Amerika wieder in Erinnerung gerufen werden muß. Doch lesen sie selbst: Matthäus 22.15-22

Pfingstgrüße aus Pontault-Combault
Elisabeth Ritterbeck ist Elsässerin, wohnt schon lange bei Paris und schreibt uns mit französischem Charme:

Liebe FREUNDE
Bei uns ist die ausgangsperre zu ende seit 16 Tage
An erster stelle ,raus dem HAUS  ,wenige geschäfte und nicht mehr als
10 personnen gruppiert immer mit schustmasken und 1 meter entfernt
Das wurde gut respecktiert ,und jetz haben wir mehr freiheit
Heute hatten wir den ersten Gottesdienst  in der Kirche gefeiert  unötig
zu erwähnen dass wir uns freuten uns wieder zu sehen
Wir haben werend der Zeit viele  neue und schöne entdekungen gemacht
sowie jeden Tag Gebetstreffen ,unsere Pastoren teilten uns regelmässig Méditationen
mit une jeden Sontag und Feiertag Online Gottesdienst
Die Vorstandssitzungen finden auch Onllne statt und wir geben zu dass es uns gut
gefallen hat Abends unser zuhause nicht zu verlassen
All dies um zu sagen das wir in dieser Zeit ,die noch nicht vorbei ist , auch positive
Ergebnisse erzielt haben
Nichts ist sicher  dass das Leben zuvor zurükkerren wird , aber wir sind  zuversichtlich ,
unser Leben  und unsere Welt ist in GOTTES Hände  und ihn SEINE HÄNDE wird alles gut  
Liebe Freunde ,ich Grüsse Sie und wunsche alles Gute für ihre Familien und die Gemeinde

ELISABETH 

Aus dem Gemeindeleben
Gottesdienste am Sonntag, 7.Juni 2020
Feiern wir, mit unserem Coronaschutzkonzept um 9 Uhr und um 10 Uhr in St. Laurentius Roßtal. Kindergottesdienst und Gottesdienste in den Filialkirchen finden noch nicht statt.

Blickwinkelgottesdienst am Sonntag, 7.Juni 2020, 18 Uhr
Erstmals nach Ausbruch der Coronapandemie feiern wir einen Blickwinkelgottesdienst. Dieser knüpft an die nachösterlichen Terrassen- und Haustürkonzerte von Wilgard Hübschmann an. Unsere roßtaler Gitarrenvirtuosin wird diesen Gottesdienst am Sonntag ab 18 Uhr maßgeblich prägen und mitgestalten.

Printausgabe
Die analoge Druckausgabe des Coronatagebuches ist ab Freitagnachmittag wieder in der Kirche und bei Blumen Fröschel erhältlich. Bitte holen Sie dort die neueste Ausgabe ab und verteilen Sie auch an interessierte Nachbarinnen und Nachbarn weiter.

Gottesdienstregeln
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine - 2 Meter Abstand sind Pflicht.
5. Abstand gilt auch für das hereinkommen und das hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.


Fünf Wünsche vom stellv. Landrat Franz Forman
Krisen sind stets auch eine Chance für Erneuerung. In ihnen sollen zukunftsweisende Entscheidungen gefällt werden, wie eine Gesellschaft gestärkt aus schwierigen Zeiten hervorgehen kann.
Was bleiben soll:
•    Die Gesundheit der Bevölkerung steht über wirtschaftlichen Zielen. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass es möglich ist, angesichts der weltweiten unmittelbaren Bedrohung das öffentliche Leben weitgehend anzuhalten. Im Lock-down war die große Solidarität und Hilfsbereitschaft der Menschen eine wohltuende Erfahrung.
•    Kein Weiter so: Es gilt Lehren aus den Erfahrungen der Krise zu ziehen.
•    Das Gesundheitswesen muss gestärkt werden. Warme Worte für Ärzte und Pflegepersonal allein reichen nicht.
•    Wir brauchen Vorräte an Schutzkleidung, Masken und Medikamenten. Die Produktion von solch lebenswichtigen Gütern sollte im eigenen Land oder mindestens in Europa sicher gestellt sein.
•    Bundesweit muss ein Pandemieplan aufgestellt werden, damit wir in Zukunft vorbereitet und gut koordiniert auf solche Ereignisse reagieren können. Für die Bürger/innen sollte mehr Klarheit im Flickenteppich der Bundesländer geschaffen werden.
Was kommen soll:
Lösungen von gestern wie eine Autoprämie zielen nur darauf, den „alten“ Zustand wieder herzustellen. Klüger ist es, zukunftsweisenden Ideen den Weg zu ebnen, um besser für bestehende und neue Gefahren gerüstet zu sein. So leben wir im siebten Jahr, das zu trocken ist. Jetzt müssen Maßnahmen gefördert werden, mit denen wir die gesteckten Klimaziele mindestens einhalten können. Die kommenden Generationen und die Schöpfung werden es uns danken.
Corona heißt auch eine Heilige, die im zweiten Jahrhundert gelebt hat und in Bayern und Österreich verehrt wird. Sie wird bei Seuchen, Unwetter aber auch Geldangelegenheiten angerufen und ist die Patronin der Schatzsucher. Ihre Eigenschaften passen erstaunlich gut in unsere Zeit auf der Suche nach Lösungen.

Der Gesundheitstipp
Abnehmen! Leichter gesagt als getan und extrem mühsam, denn Bauchringe insbesondere bei Männern können verheerende Wirkungen auch jenseits von Corona haben und darum Abnehmen, Abnehmen, Abnehmen, durch Sport, durch Bewegung, durch Ernährungsreduktion, oder auch durchs Intervallfasten. Der Körper und das Immunsystem werden es Ihnen danken.

Der Coronakommentar
Allein gelassen? Diesen Vorwurf bekommen Staat, Regierung, Kirchen, Altenheimträger. Allein gelassen und vergessen, das sollen die Seniorinnen und Senioren in den Heim gewesen sein. Die Besuchsverbote waren streng und die Regeln jetzt variieren von Heim zu Heim und verhindern Überraschungsbesuche. Und ja es gab einsames Sterben und eine Vereinsamen älterer Menschen in den Heimen, da kam auch die aufmerksamste Pflege und der hohe Einsatz des Pflegepersonales nicht dagegen an.
Aber Allein gelassen, das waren und sind viele Menschen schon vorher gewesen und manch Wort des Bedauerns sind Krokodilstränen. Die Vorwürfe zeugen oft genug eher vom schlechten Gewissen der Angehörigen, als dass sie wirklich berechtigt wären.
Denn der Besuch bei Opi, Großtante, oder Nachbarin gehört oft genug nicht zum normalen Wochenablauf moderner Familien und weil Senioren oft genug schlecht hören ist der kurze Anruf am Sonntagabend nur ein sehr bescheidener Ersatz für eine Stunde Spaziergang in der Sonne und ein gutes Gespräch miteinander.
Nein, Menschen in den Heimen waren schon zuvor oft alleingelassen, aber Corona rückt sie wieder in den Blick. Damit stellt sich eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft erneut und die Frage muß beantwortet werden: wie gehen wir mit den Menschen um, die aufgrund von Erkrankungen und Alter in Einrichtungen leben müssen? 
Alleinlassen, ob mit oder ohne Corona, ist keine Option und alt werden wollen alle…
Meint Ihr Jörn Künne

 

Mittwoch, 3. Juni 2020

Die gute Nachricht
Es wird sich gekümmert. Sicher nicht um jedes Lebensdetail in Deutschland, sicher nicht für alle Bereiche eines Lebens, aber rund um die Grundlagen. Da wird sich gekümmert und das Konjunkturpaket, das am Dienstag verabschiedet wurde, ist dafür ein gutes Beispiel, auch wenn man nicht mit allen Details dieses Paketes einverstanden sein muss. Aber nicht das freie Spiel der Kräfte, sondern eine gezielte Unterstützung durch die Gemeinschaft des Staates soll Arbeitsplätze für jetzt und für das neue Normal erhalten und zukunftstauglich machen. Dafür Geld in die Hand zu nehmen lohnt und ja, es wird sich um unsere Zukunft gekümmert.

Der Bibellesetipp
Manchmal sind Jesu Worte nur schwer auszuhalten und seine Kritik am Leben der Menschen und ihrer Lebensziele erschreckt. Gerade im Lukas-Evangelium bildet die Frage "Geld oder Gott?" einen Schwerpunkt. Niemand kann zwei Herren dienen und ein Reicher kommt schwerer ins Himmelreich als ein Kamel durch ein Nadelöhr. Das den Menschen - das uns zur Warnung, wenn jetzt über das neue Normal nachgedacht wird. Doch lassen Sie sich gerne selbst von Jesus warnen und klicken Sie hier: Lukas 16 19-31

Der Gesundheitstipp
Wir müssen reden über Alkohol und Zigaretten! Beides sind legale Drogen - Genussmittel sagen manche - und beide sorgen langfristig für Schäden im Körper, denn beide fordern das Immunsystem heraus und der Körper versucht zunächst diese Genussgifte aus dem Körper zu entfernen. Das erhöht die Chancen aller Kleinstparasiten, sich im Körper erfolgreich zu vermehren. Krebszellen bleiben unentdeckt, Pilze, Bakterien, Viren haben eine größere Chance, sich anzusiedeln und eine neue Heimat in einem menschlichen Körper zu finden. Darum müssen wir über Alkohol und Rauchen reden.

Aus dem Gemeindeleben
Heute  von 10-11 Uhr spielt Michael Bauer an der Orgel der Laurentiuskirche in Roßtal

Heute findet um 19.30 Uhr ein Freiluftgottesdienst vorrangig für die Sängerinnen und Sänger der Kantorei statt. „Geh aus mein Herz und suche Freud“ heißt das Thema dieses Gottesdienstes, der unter den ganz besonderen Bedingungen der Coronazeit im Pfarrgarten gefeiert wird.

Der Kinder- und Jugendtipp: Action rund um den Kirchturm
Kennst Du Geocaching? Kurz gesagt ist Geocaching Rätselraten und Schatzsuche mit dem Smartphone in einem. Für viele Menschen auf der ganzen Welt ist dies eine freizeitfüllende Beschäftigung. Auf der Internetplattform geocaching.com veröffentlichen Geocacher die Geokoordinaten ihrer versteckten Schätze, der sogenannten Geocaches. Millionen Geocaches sind weltweit versteckt.
Mit Hilfe der auf der Plattform genannten Koordinaten, die man auch in einer App auf dem Smartphone sehen kann, suchen und finden Geocacher die Schätze in der realen Welt bei Spaziergängen, Wanderungen oder Radtouren. Diese Schätze sind kleine Boxen oder Dosen und werden an schönen Plätzen, die oft mit einer kleinen Geschichte verbunden sind, versteckt. Die Finder tragen sich in einem kleinen Logbuch ein, das in der Dose liegt. Zusätzlich zu diesem Eintrag sammelt jeder Geocacher auch auf der Internetplattform seine „Schätze“.
Bei manchen Schätzen ist es notwendig, vorher Rätsel verschiedenster Art zu lösen, um die Geokoordinaten herauszufinden, an denen die Dose versteckt ist.
Beim „Roschtler Kirchturm Käsch – RKTK“ muss der Geocacher so ein kleines Rätsel lösen, um die Koordinaten des Schatzes zu erhalten: Wie viele Kirchtürme stehen im Markt Roßtal mit seinen Außenorten? Wo liegen diese?
Wenn Du die Antwort weißt und den Schatz auch finden möchtest, kannst Du auf der Internetseite coord.info/GC7E88H (das ist die Seite des Roschtler Kirchturm Käsch) die Lösungen in einer Tabelle ergänzen und Du erhältst nach einer kleinen Rechenaufgabe die Geokoordinaten des Schatzes. Besuche dann den Ort mit den Koordinaten, die Du herausgefunden hast und trage dich in das Logbuch vor Ort ein!
Viel Erfolg und Spaß beim Lösen und Suchen des Kirchturm-Schatzes!

In der Kirche warten auf dich 14 knifflige Fragen für echte Spürnasen und Kirchenchecker. Mit der Kirchenrallye kannst Du mit deiner ganzen Familie die Roßtaler Laurentiuskirche erkunden und erfährst dabei Spannendes über den Namensgeber der Kirche und über die geheimen Grabstätten! So entdeckst Du viele unserer Kirchenschätze ganz neu und Spaß gibt's obendrauf. Hier kannst Du dir die Kirchenrallye herunterladen. Das Lösungsblatt findest Du in der Kirche auf dem Schriftentisch.

Menschen in Not - Beratung im Diakonischen Werk Fürth
wegen der anhaltenden Kontaktbeschränkungen hat sich auch das Beratungsangebot der Diakonie Fürth verändert. Ein Besuch der Beratungsstellen ist bis auf weiteres nicht möglich, aber die Beratung findet trotzdem weiterhin statt. Gerne beraten wir telefonisch, online per gesicherter Mailverbindung und in besonderen Fällen auch per Videoberatung. Die Informationen dazu finden Sie auf unserer Webseite unter https://t1p.de/dwf
Die Coronakrise stellt viele Menschen und Familien in Stadt und Landkreis Fürth vor große Herausforderungen. Um so wichtiger ist es, dass die Angebote der
•        Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit (KASA)
•        Schuldner- und Insolvenzberatung
•        Sexual- und Schwangerschaftsberatung sowie der
•        Erziehungsberatung für den Landkreis Fürth bekannt sind und in Anspruch genommen werden.

Der Kommentar zur Zeit…
Es war der große Aufreger:  Letztes Jahr haben alle über Klimaschutz und Fridays for future diskutiert. Vieles wurde angeregt, vieles aber durch Corona überlagert und vergessen. Aber der Klimawandel schlägt auch in diesem Frühjahr unbarmherzig zu. Ein Blick auf die Felder und das, was dort jetzt schon gelb wird, ist die Wintergerste mit vertrockneten viel zu kleinen Körnern. Daneben die Maisfelder, sonst um diese Zeit schon fast einen halben Meter hoch, kümmernde kleine Stengel. Kartoffeln, die kaum austreiben und ob der Weizen überhaupt noch kommt…
Die Trockenheit hier, bei kalten Nächten, ohne Wasser…. Soll das jetzt der dritte Trockenheitssommer in Folge werden? Einen Blick in die Wälder will man gar nicht mehr werfen, so entsetzlich das Sterben der Kiefern, die Notblüte der Fichten und selbst in den Obstgärten die  Apfelbäume. Der Klimawandel ist reell und er ist ungelöst. All die Anstrengungen, die zum Wiederanfahren der Wirtschaft gemacht werden, bräuchte auch die Natur und der Klimaschutz und gerade, weil wir in Franken in einer der trockensten Gegenden Deutschlands wohnen, wir brauchen eine Wende, die dem Klimawandel entgegensteuert. Das muss ein Teil des neuen Normals werden, in das sich die Welt gerade vorantastet. Die Bilder  sind apokalyptisch, die Pandemie auf der ganzen Welt, die Dürre bei uns und in Afrika, die Überflutungen in Amerika und die Heuschrecken ebenfalls in Afrika.  Es ist Zeit, aufzuwachen und diesen Weckruf zu hören und die Achtung vor der Schöpfung in das neue Normal einzubauen. Die Herausforderung dieser Woche heißt hinzuschauen, auf was konnte man in der Coronazeit problemlos verzichten und was braucht man deswegen auch in den kommenden Monaten nicht.
Die Trockenheit ist das Menetekel für unser Land, auch wenn es in den kommenden Tagen regnen sollte. Bis die Wälder genug Feuchtigkeit haben, braucht es viele und lange Regenperioden.  Hoffen wir auf Regen und beginnen wir mit dem Klimaschutz ernst zu machen.
Meint Ihr Jörn Künne

 

Dienstag, 02. Juni 2020

Die gute Nachricht
Regen in Sicht. So schön ein paar warme Tage gerade sind, die Trockenheit in Garten, Feld und Flur hat Ausmaße angenommen, wie sonst im Hochsommer. Darum gilt: jetzt die warmen Tage genießen und sich auf den Regen ab Wochenmitte freuen! Wald und Flur und unser Garten danken für den Segen von oben.

Der biblische Lesetipp
Verstehst Du auch, was du dort liest? Wegbegleiter sind wichtig, die mit Menschen mitgehen und ihnen nicht nur im Glauben weiterhelfen. Der Finanzminister aus Äthiopien hat dieses Glück. Philippus begleitet ihn ein Stück des Weges und als er genug gehört hat und getauft ist, kann er fröhlich seines Weges gehen. Doch lesen sie selber: Apostelgeschichte 8, 26-40

Aus dem Gemeindeleben - kurz notiert:
- Heute um 16 Uhr finden die inzwischen traditionellen Fensterlgottesdienste vor dem AWO Altenheim statt.

- Morgen am Mittwoch spielt Michael Bauer wieder von 10 Uhr auf der Orgel in der Laurentiuskirche. Zuhörer sind auf der Bank vor der Kirche oder im Gotteshaus erlaubt.

- Morgen um 19.30 Uhr feiert die Kantorei im Pfarrgarten einen abendlichen Gottesdienst - natürlich mit Abstand und Mundschutz. Die Musik in diesem Gottesdienst kommt dabei vom Tonband.

- Die Malerarbeiten am Gemeindehaus in Buchschwabach sind abgeschlossen und der blätternde Anstrich des Fachwerkes auf der Südseite des Gebäudes ist nun renoviert und frisch gestrichen. Ebenso sind alle Wetterschenkel der Fenster ausgebessert und nachgestrichen, denn auch in Coronazeiten ist der Bauunterhalt nötig und wichtig.

Neue Bilder von Günter Hochberger
Mit der neuen Bildergalerie nimmt uns der Weitersdorfer Günter Hochberger mit auf einen sommerlichen Sparziergang durch die blühende Flur. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten!)

Die zwei Wochen Challange – Was nehmen wir aus der Coronazeit mit?
Die Pandemie ebbt in Deutschland immer weiter ab und selbst die vorsichtigsten Virologen klingen optimistischer.  Nun wird es Zeit festzuhalten, was die Menschheit aus dieser Zeit lernen und mitnehmen soll.  Darum heißt die Challange in den beiden kommenden Wochen Nachdenken und Festhalten, Formulieren und Bewahren - was diese Zeit überdauern soll. Was sind für jeden Einzelnen von uns die Erfahrungen und Veränderungen, die im neuen Normal weitergelten sollen? Und weil die Kirche immer ein guter Raum zum Nachdenken ist, liegen hier dafür Merkzettel und Stifte bereit.

Der Gesundheitstipp
Das Trinken nicht vergessen. Gerade, wenn die Temperaturen steigen und die Sonne ungehindert scheint, gilt Trinken Trinken, Trinken. Und zwar am Besten Wasser und das kommt unschlagbar gut kontrolliert und gesund aus der Leitung. Mit einer Biozitronenscheibe aufgepeppt schlägt es jede süße Limo  und das Roßtaler Wasser ist eines der Besten. Mehrere Blindverkostungen in Gemeindeveranstaltungen beweisen es.
Warum denn in die Ferne schweifen? Wandertipps rund um Roßtal klicken sie hier:  hier bitte eine Verlinkung machen zur Seite des Heimatvereins Roßtal, der unter Wanderwege Roßtal anklickbar ist…

Weltkindertag am 01. Juni - der Bundespräsident dankt Kindern und Eltern                                                                                                                                       Gestern, am 01. Juni, war internationaler Kindertag. Nachdem Mama und Papa bereits ihren Tag feiern durften, waren gestern die Kinder dran. Viele nahmen diesen Tag zum Anlass um den Jüngsten einmal "Danke" zu sagen - vor allem für das starke Durchhalten in den letzten Wochen. Vergessen wir nicht, dass auch die Kinder in dieser Zeit auf vieles verzichten mussten wie zum Beispiel das Spielen mit den Freunden, das Lernen mit den Klassenkamerad_innen in der Schule oder den Besuch bei den Großeltern. In einem Interview mit dem Kinderkanal KIKA hat sich unser Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier darum direkt an alle Kinder und Eltern gewandt um ihnen allen seinen Dank auszudrücken. Das komplette Interview finden Sie hier: https://bit.ly/3gJG692

Und wussten Sie eigenlich, dass Kinder bei uns das Glück haben zweimal im Jahr Kindertag zu feiern? Klicken Sie hier und erfahren Sie mehr darüber.

Der Coronakommentar
Es fühlt sich wie ein Neustart an. Rund um Pfingsten, jetzt bei herrlichstem Wetter, es ist wie wenn Deutschland aus einem langen Winterschlaf erwacht. Geschäfte, Kaffees, Kirchen, Biergärten, Hotels und Freizeiteinrichtungen haben wieder offen und der Neubeginn in den Schulen steht vor der Türe… Es fühlt sich wie ein Neustart an und ist doch für vieles kein Frühlingserwachen. Zum einen weil die Themen von zuvor weiterbestehen und zum anderen, weil das neue Normal oft genug ganz anders werden wird, als Menschen sich das vorstellen. Denn ein Weiterso, mit dem Höher, schneller, weiter klappt nicht und ja es gibt Bedrohliches aus der Wirtschaft zu hören und auch in Roßtal werden Menschen unter den Folgen der Krise zu leiden haben.  Corona hinterläßt weltweit Spuren und das trifft eine Exportwirtschaft natürlich besonders.  Es ist eine Illusion, daß das neue Normal die alte Normalität ist und alles ungebrochen weitergehen wird, so als ob es Corona nicht gegeben hätte.  Darum ist es an der Zeit aus dem Starttermin in eine Vergangenheit, die es nicht mehr geben wird, einen Starttermin in die Zukunft zu machen. Und je intensiver sich jeder darüber Gedanken macht und die restlichen Pfingstferien dafür auch nutzt, desto leichter gelingt wirklich ein Neustart und ein Aufbruch in das neue Normal, denn eines ist auch klar, es liegt an jedem einzelnen wie er die nächsten Schritte ins neue Normal geht und welche Lehren er aus Corona zieht und vielleicht fühlt sich manches danach wirklich wie ein Neustart an. Lassen Sie sich darum zum Nachdenken anregen von Ihrem Pfarrer Jörn Künne

 

Samstag, 30. Mai 2020

Zum Geburtstag der Kirche: Ein bunter Bilderbogen aus dem vergangenen Jahr (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten!)


Geburtstagsgrüße an die Kirche


Monika Huber: Glückwunsch Kirche!
Liebe Kirche!
Jetzt feierst Du am kommenden Wochenende Deinen Geburtstag. Naja, feiern ist vielleicht ein bisschen zu viel gesagt. Ruhig lässt Du es in diesem Jahr angehen. Die Feiern finden streng nach den Hygienemaßnahmen statt. Sogar die Personenzahl ist eingegrenzt. Nicht wie damals an Pfingsten, als das Brausen die Menschen ergriff, als die Leute zusammenkamen und sehen wollten was da passiert, Petrus alles in seiner Predigt zusammenfasste und erklärte, sich dann über 3.000 Menschen taufen ließen.
Solch eine Zusammenkunft von so vielen Menschen ist im Moment bei uns strengstens verboten, liebe Kirche. Dabei würden wir uns wirklich gerne zwanglos zum Feiern zusammensetzen.
Aber Du hast ja in den Jahrtausenden seit damals schon viel erlebt.
Wie oft wurdest Du angefeindet, wie oft gedacht, dass Du am Boden liegst und nicht mehr weiter kannst.
Nicht nur in Rom, in dem jetzt sozusagen der Stellvertreter Christi lebt, wurden Deine Anhänger, die Menschen die ihr Leben ganz Dir übergeben hatten, verfolgt und grausam hingerichtet. Und doch wurdest Du größer. Immer mehr glaubten an Dich, weil die Worte die Jesus gesprochen hatte tief in ihre Herzen hineinfiele.
Leider wurden in Deinem Namen auch viele Gräuelltaten verübt. Wenn man die alten Geschichtsbücher liest, dann kann man sich nur erschüttert abwenden. Ich glaube, liebe Kirche, dass Du Dich da auch abgewandt hast und Dich von den Menschen die da ihr Machtbewusstsein in Deinem Namen auslebten, nichts mehr wissen wolltest. Es ist ja auch zum Steinerweichen wenn die Geschöpfe Gottes meinen dass sie selbst alles besser können und nicht mehr nach den Geboten Gottes fragen. Dabei sind sie doch mit ein Grundstein auf dem Du aufgebaut bist. Der Bund den Gott damals mit seinem Volk geschlossen hatte. Mit Jesus Christus hat Gott dann einen neuen Bund geschlossen auf dem du gewachsen bist.
Immer wieder musstest Du Dich neu orientieren. Und immer botest Du uns Menschen in Deinen Häusern Geborgenheit und Sicherheit an. Mit offenem Herzen können alle zu Dir kommen, sich in den alten Mauern Mut und Kraft holen um das Leben meistern zu können.
Liebe Kirche! Was hast Du Dir nicht schon alles anhören müssen! Du bist alt und hausbacken, gehst an der heutigen Zeit vorbei, stellst Dich nicht den Herausforderungen der heutigen Zeit.
Über Vorwürfe, Zorn, Wut, Enttäuschungen durftest Du auch von so mancher Freude hören. Viele Menschen stehen voller Dankbarkeit und manchmal auch voller Demut zu Dir.
Die Liebe der Menschen zueinander ist eigentlich Dein bestes Metier.
Dein Ambiente wird gar manchmal nur für einen tollen Event genutzt, und ich frage mich, was Du dazu eigentlich sagst. Es gibt ja auch in Deinen Mauern viele gegensätzliche Meinungen, immer ein Für und ein Wieder. Menschen haben eben einfach unterschiedliche Anschauungen.
Du bist allerdings nicht nur sichtbar in den Gebäuden denen wir Menschen einen Turm angefügt haben, damit mit dem Läuten der darin befindlichen Glocken alle an Dich erinnert werden. Nein, wer sich mit Dir auseinandersetzen will, kann Dich in allem was wir als Gottes Schöpfung bezeichnen, sehen und spüren. DU Kirche bist nicht nur in den Mauern zu finden, sondern in dem – modern gesagt- Spirit der Dir nachgesagt wird. Mit Deinen Gebäuden stehst Du in der Mitte der Gesellschaft. Sichtbar. Oder wirst Du nicht mehr gesehen, weil Du halt schon immer da bist?
Ja, liebe Kirche, Du hast schon ganz schön viele Jahre auf dem Buckel. Trotzdem kannst Du Dich immer wieder auch auf Neues einlassen, auch wenn es manchmal Zeit braucht. Aber vielleicht sollten wir Menschen in unserer Zeit auch wieder Geduld lernen, die uns wahrhaftig ziemlich abhandengekommen ist.
Gerate jetzt in den vergangenen Wochen wurde diese Geduld sehr auf die Probe gestellt. Plötzlich zeigtest Du auch ein ziemlich junges Gesicht.
Es ist schön festzustellen, dass Du offen bist, wobei jedoch nicht immer alles super gut ist, auch wenn es zunächst super toll scheint. Irgendwie muss auch das Neue zu Dir passen.
Vielleicht sollten wir Menschen uns klar darüber sein, dass das Vergangene der Jahrhunderte ebenso zu Dir gehören, wie das Neue das vor Dir liegt.
In einem alten Sprichwort lautet es: Gut Ding will Weile haben.
Damit wünsche ich Dir für die Zukunft viel Erfolg beim Wachsen und beim Beständigbleiben, was ja ein Widerspruch ist. Doch dieser Widerspruch passt zu Dir.

Martin Horneber: Herzliche Glückwünsche Du sehr alte und allzu menschliche Kirche!
Je älter man wird, desto ironischer werden die Geburtstagswünsche, die man erhält:
Dass die Torte nicht mehr alle Kerzen fassen kann, dass mit dem Alter die Schönheit der Reife weicht, dass sich anstelle der spontanen Umtriebigkeit nun Klugheit und Weisheit einstellen.
In der Tat ist es so, dass der Geburtstag unserer evangelischen Kirche - sei es die Reformation oder die Geburt Christi - schon ziemlich lange her ist und mit dem Geburtstag eines Menschenleben nicht wirklich zu vergleichen ist.
Und doch ist es ein guter Anlass, darüber nachzudenken, was Kirche ausmacht, was sie aus der Vergangenheit mitbringt und was man ihr für die nähere und ferne Zukunft.
Vor etlichen Jahren habe ich in einem Fernsehinterview einen Bischof auf die Frage, wie es um die Zukunft der Kirche bei sinkenden Kirchensteuereinnahmen bestellt sei sagen hören: die Kirchensteuer gibt es seit ein paar Jahrzehnten, die Kirche ein paar Jahrhunderte länger.
Und da steckt viel Wahrheit drin in diesem Satz, dass die Kirche immer unter dem Brennglas der Jetztzeit bedroht, bedrängt, veraltet scheint und Updates dringend nötig hätte.
Und auf die lange Sicht gesehen wissen wir doch, dass dieses Suchen nach Erneuerung, dieses Wissen der Notwendigkeit von Reformation also Neugestaltung die Essenz der Kirche ist. Nach meinem Verständnis treffen sich in der evangelischen Kirche Menschen verschiedenster Glaubensrichtung, Glaubenserfahrung eben mit ihrem Glauben, mit ihren Zweifeln, mit dem, was sie an Lebendigkeit und Lebenserfahrung mitbringen.
Und da ist es gut, dass die Kirche ein großer Raum ist, der Platz hat, der eine lange Tradition besitzt und mit dieser Tradition immer auch die Herausforderung der Erneuerung, der Neugestaltung und des Updates.
Darum wünsche ich unserer evangelischen Kirche und unsere Kirche in Roßtal zum Geburtstag weiterhin die Fähigkeit, sich selbst auf dem Weg und unterwegs zu sehen, die innere Unruhe auszuhalten, die Kritik von innen und außen zu ertragen, wohl wissend dass die uns fordert und formt.
Nahe bei den Menschen zu sein, das ist nach meinem Verständnis vor allem Luthers Ziel der Reformation gewesen. Das wünsche ich unserer evangelischen Kirche: nahe bei den Menschen zu sein und trotz dieser langen jahrhundertealten Tradition „nicht die Asche zu hüten, sondern die Glut zu bewahren!“
Auch wenn uns jetzt in Coronazeiten Ende Mai 2020 erstmals so vieles von Gewohntem in Gottesdiensten, Gruppen und Kreisen weggebrochen ist, so kann uns dieser Geburtstag zeigen, dass die Kirche schon viele Stürme und Veränderungen erlebt und überlebt hat - nicht einfach um ihrer selbst willen, sondern weil sie immer auf der Suche war nach dem, was ihr Auftrag ist und was die Menschen jetzt brauchen: Nahe bei den Menschen sein!
 
5 Wünsche von Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern
Über Monate gab es verständlicherweise fast nur ein Thema.
Wir sind noch mittendrin und doch bewegt viele schon die Frage „Was kommt nach Corona?“.
Die einen hoffen auf Rückkehr zur Normalität, die anderen sind sich sicher, dass fortan sowieso alles anders sein wird.
Wie es auch kommen mag, die Krise, in der wir uns aktuell befinden, fordert uns dazu heraus, ganz grundsätzlich auf uns und unser Leben zu schauen.
Und so frage ich mich und Sie:
Was haben wir in den Wochen des strikten „Lockdowns“ schmerzlich vermisst und worauf freuen wir uns jetzt? Was haben wir als lebenswichtig für uns erfahren, als es plötzlich nicht mehr verfügbar war?
Was haben wir in der Zeit des Ausnahmezustandes erlebt und gelernt, was wir uns für die „Normalität des Danach“ erhalten wollen?

Ich bin etwa froh darüber, dass Gottesdienste nun wieder „live“ gefeiert werden.
Ich bin froh darüber, dass jetzt wieder mehr Gemeinschaft gelebt werden kann.
Ich bin froh darüber, dass nun die Besuchsmöglichkeiten in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen wieder gelockert werden können.
Ich bin froh darüber, dass die von uns in die Verantwortung Gewählten offenbar rechtzeitig und besonnen Schutzmaßnahmen eingeführt haben.

Ich wünsche mir, dass auch in der Post-Corona-Zeit die, die gerade jetzt oft bis zur Erschöpfung das System am Laufen halten, nach der Krisenzeit nicht wieder aus dem Blick geraten.
Ich wünsche mir, dass das Personal in Krankenhäusern, in Alten- und Pflegeheimen, in Einrichtungen für Kinder und Jugendliche wie auch für Menschen mit Behinderung weiterhin hohe Anerkennung und Dankbarkeit erfahren.
Ich wünsche mir, dass Familien Modelle finden, in denen sie gemeinsam Herausforderungen meistern können.
Ich wünsche mir, dass wir wirklich lernfähig sind.
Ich wünsche mir, dass wir uns die Erkenntnis bewahren, dass wir etwas erreichen können, wenn alle zusammenhalten und mitmachen. Ich denke da z.B. an die Bemühungen einen Lebensstil zu etablieren, der nicht zulasten der Schwachen und der kommenden Generationen geht – und das lokal, regional und global.

Wir stehen vor Pfingsten, dem Fest der Be-Geisterung der Kirche. Der Geist weht, wo er will, heißt es in der Bibel. Er steht in der Christenheit darum auch für Visionen und Überzeugungskraft, für Selbstkritik und Mut zum Risiko, für Aufbruch und Leben.
Ich wünsche mir für „nach Corona“ die Kraft des Heiligen Geistes, der uns und unsere Welt umgestaltet und bewahrt.

Aus dem Gemeindeleben

Gottesdienst an Pfingstsonntag
An Pfingsten finden zwei Gottesdienste in der Laurentiuskirche statt. Thomas Rucker wird mit einer netten Überraschung diese Gottesdienste um 9 Uhr und um 10 Uhr gestalten.
An Pfingstmontag ist coronabedingt kein Gottesdienst. Die nächsten Gottesdienste finden am Sonntag den 7. Juni wiederum um 9 Uhr und um 10 Uhr statt.

Gottesdienstregeln
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine. 2 Meter Abstand sind Pflicht!
5. Abstand gilt auch für das Hereinkommen und das Hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.

Die Printausgabe Coronatagebuch 7 liegt bei Blumen Fröschel und in der Laurentiuskirche zur Mitnahme aus. Bitte denken Sie an Ihre, vielleicht nicht so mobilen, Nachbarn und bringen Sie Ihnen unser Coronatagebuch mit.


Kirchen in unserer Nachbarschaft – das Zautendorfer Schatzkästlein
Zautendorf ist ein kleines Kirchdorf zwischen Cadolzburg und Ammerndorf gelegen. Ursprünglich gab es hier eine kleine Kapelle, die zum Kloster Langenzenn gehörte. Diese Kapelle wurde im Jahr 1591 zur Kirche mit festem Wehrturm erweitert. Darauf weist eine am östlichen Turm-Zifferblatt eingemeißelte Jahreszahl hin. Die Kirche selber ist Johannes dem Täufer gewidmet. Der erste evangelische Gottesdienst wurde in der St. Johannes Kirche in Zautendorf am zweiten Sonntag in der Passionszeit (Reminiscere) im Jahr 1533 gefeiert, nachdem Markgraf Georg der Fromme in seinem Fürstentum Ansbach der Reformation zum Durchbruch verholfen hatte.
Wie für viele Ort in unseren Umland brachte der dreißigjährige Krieg einen großen Einbruch, er ließ Zautendorf völlig verarmt zurück. Markgraf Georg Friedrich der Jüngere ließ die ärgsten Nachwirkungen des Dreißigjährigen Krieges auch in der Zautendorfer Kirche beseitigen.
Dabei wurde der Kirchenraum im sogenannten „Markgrafenstil“ umgestaltet. In der Mittelachse der Kirche sind Taufstein, Altar, Kanzel und Orgel angeordnet, und stellen so auch den Glaubensweg des Christen dar:
Mit dem Sakrament der der Taufe beginnt das Christsein.
Wer getauft ist (und konfirmiert),
darf das Heilige Abendmahl am Tisch des Herrn (Altar) empfangen
Christus ist gegenwärtig in Wort und Sakrament,
deshalb befindet sich die Kanzel bei/über Altar und Taufstein.
Aus der Predigt des Wortes Gottes kommt der Glaube.
Und im Lied, begleitet von der Orgel, antwortet die Gemeinde lobend auf Gottes Taten.
Die sogenannten Markgrafenkirchen drücken in ihrem Baustil das protestantische Grundprinzip vom Priestertum aller Gläubigen aus.
Im Jahre 1700 wurde Zautendorf zur selbständigen Pfarrei mit ihren seit alters dazugehörigen Ortschaften Deberndorf, Rütteldorf und Vogtsreichenbach. Da sich jedoch kein Geistlicher auf Dauer auf die sehr schlecht bezahlte Stelle meldete, blieb sie lange Zeit von der Pfarrei Seukendorf mitversorgt, bis die Pfarrstelle 1810 an die Schloßpfarrstelle in Cadolzburg angegliedert wurde.
Als Dorfkirche im Markgrafenstil ist die Zautendorfer St. Johanneskirche ein Schatzkästlein fränkischer Kirchen in unserm Umland. Die Kirche ist an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen jeweils 9 bis 19 Uhr geöffnet. (Foto: ThM)
 
Gottesdienst ditital
Kindergottesdienst „Feuer und Flamme“ am Sonntag um 10 Uhr auf www.kirchemitkindern.digital.de

Schätze der Kirche
Video mit Pfarrer Thomas Rucker über verborgene Schäte der St.-Laurentius-Kirche

Neue Bilder von Günter Hochberger
Mit der neuen Bildergalerie nimmt uns der Weitersdorfer Günter Hochberger mit auf einen sommerlichen Sparziergang durch die blühende Flur. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten!)

Videotipp für Kinder: Pfingsten kurz erzählt und erklärt
Das Pfarrerehepaar Cornelia und Andreas Kraft erzählen für Kinder und Erwachsene, was an Pfingsten geschah, was dies mit dem Heiligen Geist zu tun hat und warum dieses Fest der Geburtstag der Kirche ist.

 

Freitag, 29. Mai 2020

Die gute Nachricht
Jeder Tag ist ein besonderer Tag und der 29. Mai für mich schon immer und so heißt die gute Nachricht dieses Tages, machen wir jeden Tag zu etwas besonderem und genießen wir jeden Tag als Geschenk Gottes

Denkanstoß Pfarrer Thomas Rucker
Nachdem ich mich im Video aus der Kirchen in Roßtal gesehen habe, habe ich mich auch getraut mich im Spiegel für längere Zeit zu betrachten. Ja, ein Besuch beim Barber ist mehr als angemessen. Lange Haare, langer Bart. Aber wenn ich nur mit Nase-Mund-Schutz zum Barber darf, kann der meinen Bart auch nicht verschönern. Ich sehe aus wie das Monster aus „Die Schöne und das Biest“, nur noch die Hörner fehlen.
So ein richtiges Monster war das Biest in dem Film nicht. Am Anfang war er abstoßend, solange er den anderen Menschen mit Hochmut, abweisend, kalt und ungehobelt gegenübertritt. Je mehr er sich aber mit der schönen Frau anfreundet, gleiche Interessen mit ihr teilt, seine Manieren wiederentdeckt, wird das Biest trotz der Hörner und dem zotteligen Pelz zu einer liebenswerten Figur, mit der man sich im Film identifizieren kann, auch wenn er die Bocksbeine hat.
Gott weist den Propheten Samuel zurecht als dieser bei der Suche nach einem neuen König sich nur von Äußerlichkeiten blenden lässt: „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.“ (1. Samuelbuch 16.7)
(Die letzte Zeile von Emma Watson, die in dem Film die schöne Frau spielt, finde ich ganz toll. Sie fragt den erlösten Prinzen: „Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dir eine Bart wachsen zu lassen?“)

Der Bibellesetipp
Aus aktuellem Anlass, lohnt sich wieder einmal ein Blick auf den Psalm 23. Klar, das Vertrauen der Tiere auf den Hirten und dessen Fürsorge für die Herde bestimmen diesen Psalm. Daneben aber gibt es das großartige Bild des gedeckten Tisches, allen Feinden gegenüber. Und wenn man das auf die Gegenwart überträgt und das Wort Feinde mit Herausforderungen übersetzt, dann wird es ein passendes Bild und ermutigt gerade in schwierigen Zeiten, darauf zu trauen, es gibt genug und Gott sorgt für einen gedeckten Tisch auch angesichts der nicht ganz einfachen Zeiten auf der Welt. Doch lassen Sie sich von diesen Worten ermutigen und lesen Sie unseren Psalm einmal wieder von Anfang bis zum Ende. Klicken Sie hier: Psalm 23

Aus dem Gemeindeleben
Die Printausgabe des Coronatagebuches liegt in der Laurentiuskirche, oder bei Blumen Fröschel zur Abholung bereit. Hier können Sie es sich als PDF herunterladen.
Die Fassade des Gemeindehauses in Buchschwabach wird zur Zeit überarbeitet und frisch gestrichen.

 

Heute spielt Michael Bauer von 10-11 Uhr an der Orgel der Laurentiuskirche.

Am Sonntag, aber nicht am Montag feiert die Kirchengemeinde Roßtal ihr Pfingstfest mit einem Gottesdienst um 9 Uhr und um 10 Uhr. Pfarrer Thomas Rucker wird dabei die Gemeinde pfingstlich überraschen…



Gott erneuert und gibt frische Kraft von Dieter Schuh
 „Die aber, die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft,
sie bekommen Flügel wie Adler. Sie laufen und werden nicht müde,
sie gehen und werden nicht matt.“
Jesaja 40, 31

Die Corona-Zeit habe ich auf eine ganz besondere Weise erlebt.
Anfang März wurde bei mir völlig überraschend ein Tumor im Kopf diagnostiziert. Es verging eine Zeit des Hoffens, Bangens und des Wartens auf Befunde.
Einerseits kam da die erzwungene äußere Ruhe gerade recht. Andererseits wurden mir aber auch Grenzen aufgezeigt. Die Angst vor der Zukunft und vor der Endlichkeit des Lebens und das Bewusstsein, die eigene Gesundheit nicht selbst im Griff haben zu können, beschäftigten und beunruhigten mich. Dieses Ausgeliefertsein und Alleinsein – wegen Corona durfte ich keinen Besuch empfangen - machte mich auch demütig.
Mein tiefes Vertrauen in Gott hat mich getragen und gestärkt, diese Zeit der Erkrankung zu überstehen. Dazu haben mir viele Mitmenschen durch Gebete und Botschaften Mut und Kraft zugesprochen.
Ende April wurde ich in Erlangen erfolgreich operiert. Seither erhole ich mich zusehends und versuche, wieder in meinen Alltag zurückzufinden.
Von Gott bewahrt worden zu sein, empfinde ich in tiefer Dankbarkeit. Die Erfahrungen aus dieser Zeit stimmen mich für die nahe Zukunft zuversichtlich. Neben meiner Partnerin und meiner Familie gibt mir mein Glaube an Gott viel Kraft und ‚erneuert‘ mich.
So wie Pfingsten der Geburtstag der Kirche ist, habe ich nach all diesen Erfahrungen auch einen „weiteren Geburtstag“ dazugewonnen.


Das Pfingstessen Sauerbraten mit Anni Grüttner
1 kg. Rinderbraten (aus Schulter oder Keule)
Für den Essigsud: 1 gelbe Rübe/Karotte, 1 Zwiebel, etwas Salz, kräftig Essig, 1Packung Sauerbratengewürz (Koriander, Pfeffer, Piment, Paprika, Wacholderbeeren, Senfkörner, Lorbeerblätter, Nelken, Zimt, Thymian, Muskatblüte), 1 Liter Wasser alles zusammen aufkochen und Fleisch in einem großen Topf damit übergießen, ca. 1 Woche ziehen lassen (Fleisch wird dadurch zarter), kühl stellen, ab und zu Fleisch wenden. Dann das Fleisch aus dem Sud herausnehmen, abtropfen und in heißem Bratöl von allen Seiten anbraten. Das Fleisch zurück in die noch nicht fertige Sauce und ca. 1 Stunde auf kleiner Hitze garen. Dann Fleisch herausnehmen, abkühlen, damit man Scheiben schneiden kann, erst dann Soße mit Sahne- Schmand fertig machen.
Für die Sauce: 4 Esslöffel Zucker in Bratfett karamellisieren, mit Essigsud ablöschen und kräftig aufkochen, bis des Zucker komplett aufgelöst ist. Soße durchseien, 1 kurz eingeweichter Soßenlebkuchen einrühren, aufkochen bis die Soße ganz glatt ist, 1 Packung eingeweichte, abgetropfte Steinpilze zugeben nochmal aufkochen und 1 Becher Schmand mit 1 Becher süße Sahne verrühren und zur Sauce einrühren, mit Salz, Zucker evtl. etwas Essig abschmecken. Die Soße sollte sehr sämig sein.
Beilage: Semmelklöße, gekochte Klöße (seidene) Spätzle oder breite Nudeln
Serviervorschlag: An den Rand von Fleischplatte oder großem Teller Pfirsichhälften aus Dose oder Glas mit Preiselbeeren füllen, schmeckt gut und gibt ein schönes Bild
Ein schönes Festtagsessen und guten Appetit wünscht Ihnen Anni Grüttner.


Der Gesundheitstipp:
Lüften, Lüften, Lüften….Kein Wunder, dass sich Coronaviren in  Senioreneinrichtungen wohl fühlen, oder in Klassenzimmern und Gemeinschaftsunterkünften. Stickige, warme Luft scheint Corona zu gefallen, darum ist Lüften, Lüften und noch einmal Lüften eine Maßnahme gegen Corona. Offene Fenster und offene Türen helfen die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Darum immer wieder Fenster auf und Luft rein….

Coronakommentar - Haben wirs denn immer noch nicht kapiert?
Statt eines Coronakommentares gibt es heute noch einmal einen Fernsehtipp und den schon zum wiederholten Male, denn in diesen Tagen wurden die Pflegesatzverhandlungen für die Ambulante und die Stationäre Pflege ergebnislos abgebrochen, nachdem die Kostenträger kaum Zugeständnisse an die Leistungserbringer gemacht hatten. Statt mit einer satten Erhöhung der Zahlungen,  das Engagement der Pflegerinnen und Pfleger in der Coronazeit zu belohnen, werden nur minimale Verbesserungen angeboten und das obwohl die Pflege Zigtausende von neuen motivierten Schwestern und Pflegern brauchen würde, von der Systemrelevanz dieser Berufe ganz zu schweigen. Der Pflegenotstand ist nur mit mehr Pflegekräften zu überwinden und die kosten einfach mehr Geld. Denn mit mehr Geld und mit mehr Mitarbeitern könnten die Pflegeschlüssel auch erhöht werden und mehr eingestellte Mitarbeiter, entlasteten, die einzelnen Schichten und damit wird der Beruf und die Arbeit in der Pflege wieder attraktiver und das ist nach diesen Monaten eigentlich das Gebot der Stunde. Doch schauen Sie selbst noch einmal ZDF die Anstalt Ausgabe 5. Mai.

 

Donnerstag, 28. Mai 2020


Die gute Nachricht
Pfingsten steht vor der Türe und damit die normalerweise schönsten Ferien des Jahres. Auch für alle, die arbeiten müssen, zwei kurze Arbeitswochen mit je vier Tagen und damit auch einem zusätzlichen freien Tag. Und das Schöne in diesem Jahr ist, dass nicht alles vorgearbeitet werden muss, denn Corona verschiebt die Maßstäbe und manches hat auf einmal viel Zeit, das früher unter Druck noch schnell vor den Ferien fertig gemacht werden musste. Darum schöne Pfingsttage für alle.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Letzte Woche war Vadderdach. Der Tag an dem die männlichen Menschen, die noch keine Väter sind, mit einem Faß Bier im Bollerwagen losziehen und abends angeheitert bis besoffen wieder nach Hause wanken.
Freitag ist dann immer Brückentag, da fällt es nicht auf, wenn Mann mit einem MordsKater zuhause bleibt. Und später erzählt Mann, wieviel Bier Mann gesoffen hat ohne umzufallen. Andere Männliche sprechen nicht so sehr dem Alkohol zu, dafür erzählen und prahlen sie mit anderen Dingen, mit dem Job, dem Verdienst, den PS-starken Auto, den tollen Urlaub und den waghalsigen Unternehmungen, die sie schon gemacht haben. Je mehr die Gleichstellung der Frau voranschreitet, beteiligen sich auch Frauen an diesem, sich gegenseitig übertrumpfen. Jede_er will der_die Beste, Tollste, Schönste sein.
Zu Jesus kamen einmal die beiden Brüder Johannes und Jakobus und baten ihn um die Plätze an seiner Seite im Himmel Reich. Jesus weist sie zurück: „Seid ihr wirklich so toll, wie ihr glaubt es zu sein?“ Und weiter sagt er ihnen, dass über die Plätze im Himmelreich nicht entschieden wird danach, wie toll und wie gut sich einer darstellen kann, sondern dass Gott diese nach seinem Willen verteilen wird. (nach Markus 10,35-45)

Der biblische Lesetipp
Ich kann ja eh nichts bewirken, oder was macht das schon, wenn ich so vernünftig denke und alle anderen nicht? Das Gefühl nichts bewirken zu können, bewegt viele und verhindert noch mehr. Aber Corona lehrt, kleine Ursache große Wirkung, in diesem Falle zum Schlimmen. Wer sich aber von Gottes Reich bewegen lässt, der erlebt mit, aus dem Senfkorn unseres Glaubens wächst ein Lebensbaum für die Welt.
Doch lesen Sie selbst:  Markus 4. 30-34

Kirchen in unserer Nachbarschaft – Wintersdorf, die Montagekirche
Nein, in Wintersdorf wurden die Gottesdienste nicht nur an Montage gefeiert. Die Bezeichnung „Montagekirche“ bezieht sich auf ein Haus aus Fertigteilen, das am Bauplatz nur noch zusammengeschraubt, montiert werden mussten. Die bayerische Landeskirche hatte hierfür einen Bauplan mit mehreren Größen, der von den Gemeinden als Gemeindehaus mit oder ohne Kirchenraum bestellt werden konnte. Durch die Normierung der Bauteile und die hohe Stückzahl waren diese Varianten sehr preisgünstig und wurden in vielen Gemeinden in Bayern als Ersatz für eine Notkirche, als Gemeindehaus oder als geistliches Zentrum in einem wachsenden Gemeindeteil errichtet.
Die evangelischen Christen bauten in Wintersdorf in Eigenleistung in kaum zwei Monaten den Keller, auf dem dann das Haus von der Fachfirma errichtet wurde. Rechtzeitig zur Dorfkirchweih 1975 wurde der Bau fertig, so dass am Kirchweihtag 1975 das evangelische Gemeindehaus mit Kirchenraum und die im Frühjahr erbaute katholische Kirche gemeinsam getrennt eingeweiht werden konnten. Damals fuhr neben dem weitläufigen Areal des Wintersdorfer Kirchengebäudes noch die Bibertbahn.
Das ist Geschichte. Das Bibert-Bärbala fährt nicht mehr, die katholische Kirche wird inzwischen von der koptischen Gemeinde genutzt. Noch feiert die evangelische Gemeinde Gottesdienste in Wintersdorf. Aber das Haus braucht, wie viele der Montagekirchen, nach über 40 Jahren umfassende Renovierungsmaßnahmen. Der Zirndorfer Kirchenvorstand steht vor der Frage, ob es noch sinnvoll ist, in ein Gebäude zu investieren, in dem nur wenige Veranstaltungen stattfinden und nur wenige Gottesdienstbesucher kommen.
Für manche Wintersdorfer ist es die Kirche, an der ihre Eltern und Großeltern mitgebaut haben. Für die meisten ist es aber nur eine alte Baracke, und es gibt doch so viele schöne Kirchen im Umland.
Aber noch steht die Wintersdorfer evangelische Kirche neben der alten Trasse der Bibertbahn und ist von Weinzierleinl in nicht mal einer halben Stunde zu Fuß zu erreichen.
Fotos: Kirchengemeinde Zindorf und Thomas Rucker (Fotos: Gemeinde Zirndorf und Thomas Rucker)

Lasst die Nachbarschaft aufblühen - Mitmachaktion der Diakonie Fürth zum „Tag der Nachbarn“
Nichts klingt so schön, wie wenn wir Blumen sprechen lassen. Gerade jetzt können wir unseren Nachbar_innen mit Blumen oder Pflanzen eine Freude machen und ein Zeichen der Wertschätzung schenken. Denn in den vergangenen Wochen standen angesichts der coronabedingten Ausnahmesituation viele vor neuen, zum Teil großen Herausforderungen - sei es die alleinerziehende Mutter mit zwei Kita-Kindern in der Wohnung gegenüber, der ältere Mann im ersten Stock oder die besonders geforderte Pflegerin nebenan. Diesen Menschen und vielen weiteren tut eine Aufmunterung gut.

Deshalb laden die Stadtteil- und Quartiersprojekte der Diakonie Fürth zum „Tag der Nachbarn“ am 29. Mai dazu ein, Zeichen für gute Nachbarschaft zu setzen, die sich mit dem gebotenen Abstand und Coronakonform umsetzen lassen. „Überlegen Sie, welche_r Ihrer Nachbar_innen sich über einen Blumengruß als Aufmunterung besonders freuen würde“, so Dorothea Eichhorn, Leiterin des Fachbereichs „Diakonische Sozialarbeit“ bei der Diakonie Fürth. „Wer hatte es vielleicht besonders schwer in den letzten Wochen oder wer ist besonders betroffen? Wem möchten Sie einfach mal ‚Danke‘ sagen für die gute Nachbarschaft?“ Mitmachen ist ganz einfach: Blumen, kleine Topfpflanzen oder Blumensamen kaufen, einen persönlichen Gruß schreiben und die Nachbar_innen damit überraschen.

Der „Tag der Nachbarn“ ist eine jährliche Initiative zur Stärkung des nachbarschaftlichen Miteinanders. Ziel des bundesweiten Aktionstages ist es, mehr Miteinander in unseren Nachbarschaften sowie Hilfsbereitschaft über Alters-, Herkunfts- und Einkommensgrenzen hinweg zu fördern. Initiiert wurde der „Tag der Nachbarn“ von der nebenan.de Stiftung, gefördert wird er unter anderem vom Bundesfamilienministerium, der Deutschen Fernsehlotterie, der Diakonie Deutschland und vom Deutschen Städtetag.

Hilfetelefon für Männer
Männer erleben Gewalt. Erleiden Gewalt. In der Kindheit, auf der Straße, in Institutionen oder auch in der Partnerschaft. Deshalb gibt es uns, das Hilfetelefon Gewalt an Männern. Wenn Sie also in irgendeiner Form Gewalt erlitten haben, rufen Sie uns an!
Wenn Sie nicht (mehr) zu denen gehören wollen, die alles „mit sich selbst ausmachen“, die es
„in sich hineinfressen“ und die so alleine bleiben mit dem, was ihnen widerfahren ist, dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf!
Gerne telefonisch zu unseren Sprechzeiten unter 0800 1239900 oder auch per Mail an
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Sie können uns ebenfalls anrufen, wenn Sie sich als Angehörige oder Fachpersonal über Hilfsmöglichkeiten für gewaltbetroffene Männer informieren wollen.


Hurra, der neue Minigottesdienst in der Tüte ist da!
Pfingsten steht vor der Tür und pünktlich zum Fest hängen die neu bestückten Tüten wieder in der Kirche zum Abholen bereit. Mit dieser Tüte können die Kleinen und Großen den Minigottesdienst ganz gemütlich zu Hause feiern. Alles, was man für so einen Gottesdienst braucht, findet man darin. Die Großen können mit Hilfe eines Ablaufs vorlesen, die Kleinen eine LED Kerze anzünden und die Lieder mitsingen. Zeit für eine kurze Gesprächsrunde rund um Pfingsten ist auch eingeplant. In der Tüte ist diesmal eine kleine Überraschung versteckt. Ich wünsche der ganzen Familie viel Freude beim Minigottesdienstfeiern zu Hause. Eure Judith Popp

Corona und die heimische Landwirtschaft - Bettina Hechtel (Kreisbäuerin Fürth)
Das öffentliche Leben pendelt sich mit zunehmender Aufhebung der Corona- Beschränkungsmaßnahmen wieder auf halbwegs Normalität ein. Für uns, in der Landwirtschaft, waren die letzten Wochen trotz des normalen Arbeitsalltags ebenfalls keine einfache Zeit.
Auf den meisten Betrieben leben mehrere Generationen unter einem Dach. In dieser Zeit ein Privileg, denn man konnte sich immer sehen. Dankbar waren auch die Kinder, sie konnten raus. Abwechslung auf einem Bauernhof gibt es genug. Trotzdem immer im Hinterkopf der Gedanke: Hoffentlich bleiben wir alle gesund! Was passiert, wenn wir in Quarantäne müssen. Wer versorgt unsere Tiere, wer macht die anstehenden Arbeiten auf dem Feld, wird die Milch von der Molkerei abgeholt? Fragen, auf die man am Anfang der Beschränkungen nur schwerlich Antworten bekam. War ja klar, so eine Situation gab es noch nie. Doch mit der Zeit, wurden diese geklärt. Ein „Corona-Alltag“ unter Beachtung vorgegebener Regeln stellte sich ein.
Was macht die ungewisse Wirtschaftslage mit unseren Betrieben? Wie wichtig die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln aus dem eigenen Land in solchen Krisenzeiten ist, wird allen bewusst. Die regionale Vermarktung ab Hof erfährt momentan einen enormen Zulauf. Es bleibt zu wünschen, dass der neu geschätzte Wert, die Vielfalt an pflanzlichen und tierischen Produkten vor Ort zu haben, bleibt.
Dennoch wie geht`s weiter? Die Absatzmärkte z.B. im Gastronomiebereich brechen stark ein. Bis sich alles wieder entspannt, werden noch Monate vergehen. Zudem belasten die Anforderungen der Viehvermarktung, der Düngeverordnung, die neuen Vorgaben aus der EU usw. Hinzu kommt noch die niedrige Niederschlagssituation, ein weiteres Dürrejahr wird vorausgesagt.
Doch jede Krise beinhaltet auch eine Chance. Die Landwirtschaft ist systemrelevant.
Ich hoffe diese Erkenntnis bleibt!

Aus dem Gemeindeleben

Gottesdienst zur Einheit der Christen
Heute feiern wir um 20 Uhr den ökumenischen Gottesdienst zur Einheit der Christen in Christkönig.
Bitte melden Sie Ihr Kommen im dortigen Pfarramt an.

Geburtstag der Kirche
Pfingsten steht vor der Türe. Wünsche und Anregungen für unsere Kirche und unsere Gemeinde sind herzlich zum Geburtstag der Kirche willkommen. Bitte werfen Sie Ihre Wünsche, Ihre Anregungen, Ihre Gedanken in den Briefkasten des Kirchenbüros am Gartenzaun, oder schicken Sie ihn uns per Post, Mail, Telefon. Vielen Dank für alle Anregungen und Wünsche, die uns auf den verschiedensten Wegen erreichen und erreicht haben.

Der Gesundheitstipp: Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf
Wusste die Bibel schon und ausgeschlafen sind Körper , Geist und Seele fit und die Immunabwehr ist gestärkt, darum flugs der Weisheit der Bibel getraut und heute einmal früher ins Bett oder morgen einmal länger ausschlafen, denn zwischen sieben und acht Stunden braucht der Mensch nun einmal, um ausgeschlafen zu sein.

Videotipp für Kinder: Pfingsten kurz erzählt und erklärt
Das Pfarrerehepaar Cornelia und Andreas Kraft erzählen für Kinder und Erwachsene, was an Pfingsten geschah, was dies mit dem Heiligen Geist zu tun hat und warum dieses Fest der Geburtstag der Kirche ist.

Anstelle eines Coronakommentares
Und es gibt immer noch Menschen, die behaupten Corona gibt es nicht, oder es sei nur wie ein Schnupfen. Darum gibt es heute statt eines Kommentars zwei Links. Der eine führt zu den Zahlen und Fakten des Robert Koch Institutes und ist erreichbar unter www.rki.de und der andere führt in die Mediathek des ZDF und zu genesenen, aber nicht geheilten Patienten: Hier der ergreifende Fernsehbericht von Frontal 21 vom 26.5.2020 - Überlebende berichten.

 

Mittwoch, 27. Mai 2020

Die gute Nachricht
Es gibt viele Maskierte und das ist gut so, denn mit den Masken werden die Anderen geschützt und darum macht es sich gut, nicht nur dort, wo es vorgeschrieben ist, in Bussen, Bahnen und Geschäften in Restaurants und Cafés Maske zu tragen, sondern auch bei anderen Begegnungen dem Gegenüber ein freies Wahlrecht zu lassen. Es gilt die neue Regel bei Begegnungen auch im öffentlichen Raum, höflich nachzufragen, ob das Gegenüber, eigentlich lieber hätte, dass eine Maske getragen wird. Und das gilt aus Höflichkeit selbst dann, wenn man sich auf zwei Meter Entfernung gegenübersteht. Gut, dass es viele gibt, die diese neue Etikette anwenden und so andere und sich selber schützen.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Dieser Tage hat mir unserer Gemeindediakonin Frau Popp eine Gesichtsmaske für Kinder gezeigt, die eine Frau vom Familienfrühstück genäht hatte. Auf dem Stoff waren Anna und der Schneemann Olaf aus dem Film „Frozen“ (Die Eiskönigin - völlig unverfroren) gedruckt. Wäre Elsa die Eiskönigin darauf gedruckt gewesen, ich hätte ihr die Maske aus der Hand gerissen. Ja, ich steh auf gewisse Disney Prinzessinnen.
Ich mag Elsa, die aus der Isolation ausbricht und sich ihre eigen Welt, den Eispalast fern ab von den Menschen, die sie hassen erbaut. Sie lernt aber auch, dass sie ohne die Liebe ihrer Schwester Anna nicht leben kann, ja dass die ganze Welt ohne Liebe ein einziger Eisschrank sein wird.
Gott hat den Menschen als soziales Wesen geschaffen. Er sagt: „Es ist nicht gut, dass die Mensch alleine sei. Ich will ihr eine Hilfe schaffen, die ihr entspricht.“ (nach 1. Mose 2,18)

Der biblische Lesetipp
Heikel ist es allemal, wenn der Versucher auftritt. Und auch bei Jesus kommt die Versuchung nach 40 Tagen Fasten und Selbstisolation in der Wüste, und die Steine könnten Brot werden… Und  nach 65 Tagen Shutdown ist die Versuchung riesig, aber der Mensch lebt nicht vom Brot allein und er braucht auch nicht alle Königreich der Welt… und manch Bibelstelle liest sich aktueller denn je. Lesen Sie selbst: Lukas 4,1-13

Aus dem Gemeindeleben

Gottesdienst zur Einheit der Christen
Am Donnerstag um 20 Uhr findet in Christkönig der traditionelle Gebetsgottesdienst zur Einheit der Christen statt. Eine Anmeldung im katholischen Kirchenbüro Tel. 902020 wird erbeten.

Buchschwabach
Die Malerarbeiten zur Ausbesserung der Südfassade des Buchschwabacher Gemeindehauses haben begonnen. Der lose Holzanstrich wird ausgebessert und die herausgebrochenen Gefache werden dabei nachgeputzt.

Orgelmusik
Michael Bauer ist heute um 10 Uhr in St. Laurentius zu hören.

Videoaufnahmen
Ab 11 Uhr finden heute Ton und Videoaufnahmen in St. Laurentius statt. Aufgenommen werden drei weitere Videos für die Serie Schätze der Kirche. Die fertigen Videos finden Sie unter folgenden Adressen: www.quempas.jimdosite.com

Die Wochenchallenge: Geburtstagswünsche für St. Laurentius
Am Sonntag ist Pfingsten und damit der Geburtstag der Kirche und der Kirchengemeinde. Darum erbitten Kirchenvorstand und Hauptamtlichen-Team gute Wünsche und Ideen an das Gemeindeleben und für die Kirchengemeinde. Denn die Corona-Ausnahmesituation löst sich langsam auf, darum geht der Blick nach vorne und gute Wünsche und Ideen für die Zeit nach Corona werden wichtig.
Schreiben Sie uns elektronisch an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder analog Ihre Wünsche für St. Laurentius im kommenden Jahr. In der Kirche steht eine Holzbox für Ihre Vorschläge und Wünsche bereit.

Der Gesundheitstipp
Rauchen schadet ihrer Gesundheit und Alkohol auch. Mehr muss man eigentlich gar nicht sagen. Beide Genussgifte, beschäftigen die körpereigene Abwehr so, dass andere Schädlinge leichteres Spiel beim Eindringen in den Körper haben. Verzicht und Abstinenz fallen schwer, aber der Körper dankt es.

Der Friedhof und die Blumen von Monika Huber
Vor einem Jahr wurde zu dem Bürgerbegehren „Rettet die Bienen“ unterschrieben. Ich selbst muss dazu sagen, dass ich viel sensibler auf Insekten reagiere. Bei mir am Hof beobachte ich die Bäume und Sträucher, wenn sie blühen. Ich wundere mich, wie viele Wildbienen überhaupt da sind, höre das Summen und Brummen der Bienen und freue mich über die Schmetterlinge, die ihre Eier in der Brennesselecke ablegen können. Ich sehe durch das Anbringen von Nistkästen mehr Vögel, die im Moment fleißig ihre Kinder versorgen, unermüdlich hin und her fliegen.
Ja, und das alles bringt mich in Gedanken auf den Friedhof.
Es gibt viele Menschen, die sich gerne auf Friedhöfen aufhalten. So mancher davon lädt auch ein mit Bänken um sich darauf auszuruhen, um die Ruhe und Stille zu genießen. Die Gräber sind vielfältig bepflanzt, wo Baumbestand da ist, da sitzt es sich gut an heißen Tagen. Wer dann ganz aufmerksam ist, die Ohren spitzt, die Augen aufmacht, der hört den Gesang der Vögel, der morgens und abends am stärksten zu hören ist. Nistkästen sind in den Friedhöfen angebracht, damit die Meisen, Rotschwänzchen, Rotkehlchen und viele andere Arten auch ein Zuhause finden. Egal, ob Specht oder Kuckuck, wenn Gehölze da sind, findet so ziemlich jede Art ihren Platz und auch Nahrung. Der Distelfink/Stieglitz freut sich über die Samenstände die in den Hecken zu finden sind. Die Spatzen finden immer etwas und die frechen Amseln sind auch überall. Eine Vielfalt an Vögeln gibt es zu entdecken, wenn man mal eine Zeit auf dem Friedhof verweilt. Und wenn dann noch ein Eichhörnchen frech und keckernd über den Weg huscht, bringt es einfach auch eine Freude, gerade da, wo Erinnerung an die Menschen die hier ihren letzten Ruheplatz gefunden haben stark ist.
In dieser Erinnerung bepflanzen wir auch die Gräber. Da hat sich im Laufe der Jahre auch vieles verändert. Traditionell werden viele immer noch mit Gottesaugen bepflanzt. Doch immer mehr sieht man Blumen, die die Insekten anziehen. Ich wundere mich immer wieder, wie sich zum Beispiel an ganz einfachen Blumen, besonders ungefüllte Sorten, die Hummeln, Bienen und andere Insekten tummeln. Und über den „Kolibri“, das Taubenschwänzchen muss ich lachen, wenn es duftende und einfache Blüten umflattert und seinen Rüssel in die Blüten versenkt.
Wer den Mut hat, Gewürzpflanzen auf sein Grab zu pflanzen wie zum Beispiel Thymian, oder auch Salbei, der wird mit staunen, wie sich diese fleißigen Tierchen einfinden. Auch der einfache Lavendel ist heiß begehrt.
Allerdings muss man beim Bepflanzen auch darauf achten, ob der Standort auch der richtige ist. Wie viel Sonne bekommt das Grab oder liegt es im Schatten? Steht gleich ein großer Baum daneben, der sich freut, dass er Nahrung durch die Bepflanzung bekommt und dessen feine Wurzeln das Gieswasser schnell aufsaugen?
Die verschiedensten Kriterien sind ausschlaggebend für Pflanzen die man verwendet.
Ein besonderer Punkt ist: Wieviel Zeit kann für die Pflege aufgewendet werden und auch – wie kann ich etwas bei dem Klimawandel beitragen, d.h. welche Pflanze braucht vielleicht nicht so viel Wasser? So mancher blühende Bodendecker erweist sich als sehr genügsam. Dann kann es sogar passieren, dass in einer genügsamen Staudenpflanze ein Vogel seinen Nistplatz hat.
Leider hat sich der Buchs, der ja eine ausgesprochene Friedhofspflanze war, durch den Buchsbaumzünsler fast verabschiedet. Zwar gibt es Spritzmittel, die auch helfen sollen, es aber nicht immer tun. Aber wer will denn immer diese giftigen Mittel verwenden, die zudem auch ziemlich teuer sind? Es gibt buchsähnliche Pflanzen wie zum Beispiel Ilex Granada. Bei der Vielfalt der Angebote findet bestimmt jeder etwas um sein Grab insektenfreundlich anzupflanzen. Unsere Garten- und Blumenhandlungen beraten dazu gerne.

Gerade auf unseren Friedhöfen ist ein Ökosystem zu finden, das wir alle unterstützen sollten. Nein, ein Friedhof ist kein Stück Garten, sondern ein ganz besonderer Ort, auf dem man inmitten von Trauer, Wehmut, Erinnerung viel Leben finden kann. Außerdem ist er auch ein Filter gegen den Feinstaub.
Dieses Öko- und Filtersystem kann jeder ganz leicht unterstützen. Schauen Sie mal ganz bewusst auch auf die kleinen Krabbler, die da überall unterwegs sind.
Was ich mir wünsche wäre: auch wenn die Insekten bestimmt ihr „Haus“ sich irgendwo bauen, so wäre ein Insektenhotel auf dem Friedhof ein ganz besonderer Hingucker. Wer hat Ideen und Zeit, sich mit solch einem Hausbau zu beschäftigen?

Kinder und Familientipp – Insektenhotel für den Garten
Ohne Insekten wie die Wildbienen läuft in Sachen Bestäubung und Fortpflanzung nichts, das wissen wir alle. Helft ein wenig nach, werdet Umweltschützer und Baumeister zugleich - und eröffnet ein Insektenhotel im Garten. Geolino liefert euch eine Bauanleitung.

Bildergalerie „Das große Fressen“
Günter Hochberger hat für uns Tiere bei der erfolgreichen Jagd nach Beute beobachtet und uns eine Bildergalerie zusammengestellt. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Coronakommentar- Die hohe Kunst der Achtsamkeit
Es war der Megatrend der letzten Jahre, Achtsamkeit zu üben, auf sich, den Anderen, die Umwelt zu achten und es gab eine Vielzahl von Literatur dazu. Ob sie das Denken verändert hat zeigt sich in dieser Krise.
Achtsamkeit ist das Gebot der Stunde. Nicht nur, weil Abstand halten nur gelingt, wenn Menschen aufeinander achten, sondern auch weil Achtsamkeit hilft die Fragen und Sorgen und Anliegen anderer Menschen zu verstehen und das hilft im Zusammenleben enorm.
Achtsamkeit fragt nach dem ganzen Menschen. Fragt nach seinen Bedürfnissen, fragt nach seinen Motiven.
Wie geht es wohl einem Vierzehnjährigen, der seit zweieinhalb Monaten nur Homeschooling und Computer kennt?
Wie reagiert eine Mutter, in der achten Woche, in der die Kinder daheim sind?
Was fühlt ein fünfjähriger, der nicht in den Kindergarten darf und dem langweilig ist?
Was macht den Familienvater der auf dem Heimweg einkaufen will und sich in der Schlange vor dem Eingang gedulden muss, so wütend?
Warum schweigt die Oma am Telefon immer mehr und es kommt kein Gespräch in Gang.
Warum hat die Geschäftsführerin so gar kein Verständnis für meine familiäre Situation?
Weshalb flippt der Chef nach dem Anruf in Italien beim Zulieferer so aus?
Was denken Menschen in Quarantäne?
Was passiert, wenn einer mit der Diagnose Covid auf die Intensivstation muss und das noch mitbekommt?
Achtsamkeit erklärt vieles und schickt Menschen auf die Entdeckungsreise zu den Menschen unserer Tage. Wer das Leben der Anderen achtet, wird sich und dem Anderen gerechter und der versteht die Unruhe, die Corona in die ganze Gesellschaft gebracht hat und der kann dann auch manchmal seine eigenen Gefühle hinten anstellen, denn ich weiß ja warum das Gegenüber so tickt und warum er Angst, Ärger, Wut, Verzweiflung, Depression hat und ich ahne wie es sich anfühlt und damit wächst das Verständnis füreinander und  es gelingt deutlich besser miteinander auszukommen, denn jetzt auch noch ständig Streit und Ärger?  Das muss nicht sein und Achtsamkeit auf und für einander, befreit zu einem friedlicheren Leben.  Meint Ihr Jörn Künne


Dienstag 26. Mai 2020

Die gute Nachricht
Jetzt sind auch die Kinder dran. Schule, Kindergärten, Kinderbetreuungseinrichtungen öffnen auch in Bayern.
Schrittweise und immer sehr sehr vorsichtig. Aber nach der Öffnung von Spielplätzen und Museen, folgt damit ein weiterer logischer Schritt. Und nach den Pfingstferien kehrt dann das neue Normal in den Familien ein und es tut gut, dass jetzt die Kinder dran sind.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Es häufen sich die Gedenktage, Gestern vor 43 Jahren am 25.5.1977 lief der erste Film der Star Wars Saga in den amerikanischen Kinos an. Im letzten Dezember wurde nach 42 Jahren mit dem neunten Teil die Hauptgeschichte um den Skywalker Clan abgeschlossen. Aber um die drei ersten Episoden die 1977, 1980 und 1983 erschienen sind, hat sich ein ganzes Universum an Merchandising, Spielen, Filmen und Bücher entwickelt. Ob die Macher des ersten Films sich das vorgestellt haben?
Dass der kleine Fischerverein, den ein gewisser Jesus aus Nazareth vor zweitausend Jahren gegründet hat einmal ein Weltumspannendes Unternehmen wird, ja sogar eines das das ganze Universum und die ganze Welt verändern will, Jesus hatte das auf dem Plan gehabt. Er sagte einmal: „Man kann Gottes himmlisches Reich mit einem Sauerteig vergleichen, den eine Frau zum Brotbacken nimmt. Obwohl sie nur wenig davon unter eine große Menge Mehl mischt, ist am Ende alles durchsäuert.“ (Matthäusevangelium 13,33)

Der biblische Lesetipp
Nach der Grundlage des christlichen Glaubens gefragt, antworten die meisten mit den 10 Geboten und benennen dabei eine der Wurzeln christlichen Glaubens die in der jüdischen Tradition verwurzelt ist. Doch auch das Gebot der Nächstenliebe ist dort schon vorgebildet und wird von Jesus als Dreifachgebot der Liebe zusammengestellt. Gottes Liebe, Nächstenliebe und Selbstliebe sind die drei Aufgaben für uns Christen. Doch lesen Sie selbst und denken Sie nicht nur heute an diese Aufgabe: Matthäus 22, 34-40

Der Gesundheitstipp
Bewegung ist gesund, jeder weiß es. Darum gibt es auf dem Roßtaler Freizeitgelände einen Bewegungsparcour zum gezielten Training verschiedenster Muskelpartien. Für die einzelnen Geräte und was man damit machen kann, gibt es eine hervorragende Anleitung als pdf Dokument.

Die Challange der Woche Geburtstagswünsche für St. Laurentius
Am Sonntag ist Pfingsten und damit der Geburtstag der Kirche und der Kirchengemeinde. Darum erbitten Kirchenvorstand und Hauptamtlichen-Team gute Wünsche und Ideen an das Gemeindeleben und für die Kirchengemeinde. Denn die Corona-Ausnahmesituation löst sich langsam auf, darum geht der Blick nach vorne und gute Wünsche und Ideen für die Zeit nach Corona werden wichtig.
Schreiben Sie uns elektronisch an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder analog Ihre Wünsche für St. Laurentius im kommenden Jahr. In der Kirche steht eine Holzbox für Ihre Vorschläge und Wünsche bereit.

Aus dem Gemeindeleben

Restaurierungsarbeiten beginnen
Heute beginnen die Maler und Restaurierungsarbeiten an den Gemeindehäusern in Buchschwabach und in Roßtal, sowie am Kirchturm in Großweismannsdorf. Außerdem wird in den kommenden Wochen der Ostgiebel des Pfarrhauses überarbeitet, ausgebessert und neu gestrichen. 

Fensterln vor dem AWO-Kompetenzzentrum
Heute Nachmittag um 16 Uhr finden vor den Fenstern des Altenheimes in der Hans-Eckstein-Straße 1 wieder zwei Freiluftgottesdienste mit Pfarrer Rucker und Brigitte Stief statt. 

St. Laurentius in Zeiten von Corona  für Vater, Mutter, Kind und Kegel – generationenübergreifend die Laurentiuskirche kennenlernen.
Ganz einfach Raum und Zeit genießen. Die Kirche betreten, die Kraft und die Ruhe des alten Kirchenraumes spüren und merken Glaube trägt. Dafür ist die Kirche täglich von acht bis acht, also von 8-20 Uhr geöffnet.

Mit der Krypta gibt es einen ganz besonderen Raum der Stille und der Meditation, dessen Wurzeln 1200 Jahre in die Zeit Karls des Großen zurückreichen. Echtes Mittelalterfeeling ist so direkt vor unserer Haustüre erlebbar.

Auch ganz analog bietet die Kirchenrally eine halbe Stunde Spiel und Spaß für Familien. Sie liegt auf dem Schriftentisch aus, oder kann hier heruntergeladen werden.
Bewegung mit historischem Hintergrund bietet das Geochaching rund um die Laurentiuskirche und den Oberen Markt an.

St. Laurentius für Fortgeschrittene: Für historisch Interessierte gibt es in den Roßtaler Heimatblättern jede Menge fundierte Informationen zur Laurentiuskirche.

Musik in der Kirche miterleben, ist jeden Mittwoch und jeden Freitag um 10 Uhr möglich, wenn Michael Bauer der Roßtaler Orgel so manch Geheimnis entlockt.
Musik in St. Laurentius auch daheim genießen, das ist möglich unter www.quempas.jimdosite.com

Der Coronakommentar
Kann man sich an alles gewöhnen und muss man sich über alles aufregen?
Ich bin entsetzt über mich selber. Mich regt die beschlagene Brille auf, denn der notwendige Nasen-Mundschutz macht mich als Brillenträger immer wieder blind. Mich regen Menschen auf, die keine Kontakthemmungen haben und mich regen die vielen Recht(e)haber auf, die mit Anforderungen und Ansprüchen (die vielleicht auch berechtigt sind) auf mich zukommen.
Und dann frage ich mich „Wo bleibt die Dankbarkeit?“ Meine Dankbarkeit hier in Deutschland zu leben und es geht einigermaßen glimpflich ab… Meine Dankbarkeit für verantwortungsvolle Politiker, die Leben retten wollen und denen jede_r Verstorbene weh tut. 
Und ja, über was rege ich mich auf, was sind meine Probleme noch für Probleme, wenn gleichzeitig Kühllaster die Verstorbenen aus Kliniken abholen und Bulldozer Massengräber ausheben, weil die an Covid Sars 19 Verstorbenen die Bestattungsunternehmen überfordern.
Habe ich mich an die Schreckenszahlen gewöhnt? 8.000 Menschen in Deutschland verstorben, oder 100.000 in Amerika? Noch einmal: Der Vietnamkrieg kostete Amerika rund 60.000 Tote in eineinhalb Jahrzehnten und jetzt in zweieinhalb Monaten diese Zahl. Und was in China, Russland, Brasilien passiert, was in den armen Ländern der Südhalbkugel geschieht? Mit welchen Maßstäben lebe ich hier und rege ich mich über die richtigen Themen auf und genauso schlimm, habe ich mich an die täglichen Opferzahlen gewöhnt?
Die vielen, vielen Menschen, die nicht mehr weiterleben durften, die vielen, vielen Menschen, geopfert auch von ihren Regierungen? Kann man sich daran gewöhnen? Ja, man kann und ich blicke erschrocken in den Spiegel und nehme mir vor, mich nicht mehr über alles aufzuregen, aber über das was wirklich schlimm ist umso mehr, denn man darf sich nicht an alles gewöhnen und schon gar nicht an Menschenleben, die achtlos geopfert werden.

 

 

Montag 25. Mai 2020

Die gute Nachricht
Verantwortung füreinander - der Mund Nasen Schutz schützt nicht mich, sondern ich schütze den anderen… In den Geschäften, in den Gottesdiensten, oft auch auf der Straße, die Menschen in Roßtal halten Abstand und tragen den Mund-Nasenschutz, einen Schutz, der zu allererst den anderen schützt. Und ja, auch wenn das subjektive Gesundheitsgefühl sagt,  ich bin gesund, kann keiner ausschließen schon längst ansteckend zu sein, denn Corona ist nachweislich schon über eine Woche ansteckend, bevor Symptome auftreten. Darum die gute Nachricht: Roßtal übernimmt Verantwortung und trägt Mundschutz, um andere zu schützen und damit letztlich selber geschützt zu werden.

Denkanstoß von Thomas Rucker 
Haben Sie ihr Handtuch griffbereit? Heute ist Towel-Day (Handtuch-Tag) zur Erinnerung an Douglas Adams den Autors des „Hitch Hackers Guide to the Galaxy“ (Per Anhalter durchs All), einer Trilogie in fünf Bänden, ein Werk das viele unserer irdischen (englischen) Gebräuche und Traditionen satirisch verarbeitet. Unter anderen wird darin auch erklärt, warum es so wichtig ist stets ein Handtuch dabei zu haben. Man kann es als Segel verwenden wenn man den Moth Fluss hinabfährt, nass ist es eine ausgezeichnete Nahkampfwaffe, vors Gesicht gebundenen dient es als Schutz vor dem Gefräßigen Plapperkäfer von Traal. Nicht zu unterschätzen ist der psychologische Aspekt. Wenn ein Anhalter ein Handtuch dabei hat, dann hat er sicher auch Zahnbürste, Waschlappen, Seife, Keksdose, Trinkflasche, Kompass, Landkarte, Bindfadenrolle, Insektenspray, Regenausrüstung, Raumanzug, usw.
Für ChristenMenschen gibt es etwas, das ähnlich nützlich und wichtig ist wie ein Handtuch, was einen Türen öffnet und gegen Feinde verteidigt, was als Ausweis dient und vermuten läßt, dass dieser Mensch einen weiterhelfen kann. Paulus beschreibt es so: „Wenn ich allen Glauben hätte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.“ (nachzulesen im 1. Korintherbrief 13. Kapitel)

Der biblische Lesetipp
Die himmlischen Momente sind rar gesät, solange man auf der Erde lebt. Hier bestimmen Corona, Sorgen, Probleme das Leben und manchmal legen sie sich wie ein Schleier über das Leben. Umso wichtiger die himmlischen Momente zu bewahren und zu erinnern und zu merken sie sind da und sie sind unendlich wertvoll, denn sie geben Kraft für den Alltag. Darum lesen Sie hier: Lukas 13, 44-46

Aus dem Gemeindeleben:

Rückblick Gottesdienste
Es ist wieder möglich Gottesdienst zu feiern und das Konzept geht auf. In bisher acht Gottesdiensten, die in St. Laurentius und in Buchschwabach gefeiert wurden, hielten sich die Menschen an die Hygieneregeln und wurden dabei von freundlichen Ordnerinnen und Ordnern kompetent eingewiesen.

Trauerfeiern und Beerdigungen
Dürfen stattfinden, aber es gelten strenge Hygieneregeln und Obermengen. Diese bestimmt für Gottesdienste im Freien eine Obergrenze von maximal 50 Personen. Daraus errechnen sich die Zahlen auf unseren Friedhöfen. In der Kirche in Großweismannsdorf gibt es 20 Sitzplätze und 30 Stehplätze im Freien. In der Martinskappelle gibt es maximal 34 Sitzplätze und entsprechend 16 Stehplätze im Freien und in der Laurentiuskirche gibt es zwar knapp 70 Sitzplätze, aber für die Beisetzung im Freien sind nur 50 Personen erlaubt. Die engsten Angehörigen in den Familien übernehmen die Auswahl der erlaubten Personen. Aufgrund der Regeln in dieser Zeit bitten Friedhofsverwaltung und Kirchenbüro darum, deren Entscheidungen anzunehmen und das Beileid und die Trauer auf andere Weise auszudrücken. 

Ökumenischer Einheitsgottesdienst am 28.5.2020. Es sind noch Plätze frei
Leider nur nach Voranmeldung, aber diese ist auch jetzt noch möglich, Tel. 902020, feiern die evangelische und die katholische Kirchengemeinde Roßtal den Gebetsgottesdienst für die Einheit der Christen.

Fensterln in der AWO
Am Dienstag um 16 Uhr geht Thomas Rucker zusammen mit Frau Stief wieder vor das soziale Kompetenzzentrum und gestaltet mit Lautsprecher zwei Freiluftgottesdienste

Toni fliegt
Ella und Harold, unsere Falken, haben ihr erstes Ziel für dieses Jahr erreicht. Toni, ihr Falkenjunges fliegt. Zwar noch immer ziemlich unsicher und immer noch ziemlich wackelig, was die Landegenauigkeit betrifft, aber Toni fliegt und lernt mit den Altvögeln jetzt das Jagen. Lautes Geschrei auf dem Kirchturm kündigt darum zurzeit das Kommen der Wanderfalken an.

Schätze der Kirche
Video mit Pfarrer Thomas Rucker über verborgene Schäte der St.-Laurentius-Kirche

Der Informationstipp - RKI  und John Hopkins Universität
Sie wollen mehr wissen über das Virus und seine weltweite Verbreitung, dann besuchen Sie die Seiten des Robert-Koch-Instituts oder der Johns-Hopkins-Universität.

Diakonie Fürth hat Telefonkontaktbörse ins Leben gerufen
Die Plauderei beim Stadtteilcafé entfällt, die beim gemeinsamen Spielenachmittag mit den Nachbarn meist auch und zu Hause ist niemand zum Reden. Gerade alleinstehende und ältere Menschen treffen die Folgen der Corona-Pandemie hart. Als Antwort darauf hat die Diakonie Fürth eine Telefonkontaktbörse ins Leben gerufen. Die Idee dazu stammt aus den Stadtteil- und Quartiersbüros des Fürther Wohlfahrtsverbandes.

„Wer jetzt jemanden zum Plaudern sucht, sollte zum Hörer greifen“, sagt Dorothea Eichhorn, Leiterin des Fachbereiches „Diakonische Sozialarbeit“ bei der Diakonie Fürth. „Wir bringen mit unserer Telefonkontaktvermittlung Gleichgesinnte zusammen.“ Diese telefonieren regelmäßig miteinander und verlegen so den unterhaltsamen Plausch von Angesicht zu Angesicht, der derzeit nicht ohne weiteres möglich ist, kurzerhand einfach an den Hörer.

„Es ist wichtig etwas dafür zu tun, dass soziale Kontakte trotz aller Einschränkungen nach wie vor möglich sind“, betont Diakonie-Vorstand Stephan Butt, verantwortlich für die Sozialen Dienste. „Wir alle sind aktuell gefordert, gerade denen, die einsam sind, unter die Arme zu greifen und für sie da zu sein.“ Und wer weiß, vielleicht entwickelt sich aus der ein oder anderen Plauderei sogar eine anhaltende Telefonfreundschaft oder später eine echte Begegnung im Stadtteil- und Quartiersleben.

Anmeldung zur Plauderzeit
Interessierte melden sich bitte direkt in den Stadtteil- und Quartiersbüros der Diakonie Fürth: Koordiniertes Stadtteilnetzwerk GeH Hin Hardhöhe, Billinganlage, Scherbsgraben (T 0176 455 442 35), Stadtteilprojekt Eigenes Heim/Schwand (T 0176 4555 09 76), Stadtteilprojekt Ronhof (T 0911 988 087 78), Quartiersprojekt Oberasbach (T 0911 80 1935 69), Quartiersprojekt Langenzenn (T 09101 703 635). Dort werden den Anrufer*innen passende Kontakte vermittelt. Weitere Informationen: www.diakonie-fuerth.de.

Zur Entspannung: Das große Fressen - Bildergalerie
Günter Hochberger hat für uns Tiere bei der erfolgreichen Jagd nach Beute beobachtet und uns eine Bildergalerie zusammengestellt. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Der Gesundheitstipp
„Wasch dir die Hände, aber bitte mit Seife!“ Das ist ein typischer Elternsatz. Aber das ist auch ein Satz, der in dieser Zeit immer und immer wiederholt gehört. Es tut gut, dass dieser Satz gilt und sich der gefährliche Virus von normaler Seife in die Schranken weisen lässt. Also nicht nur vor und nach dem Essen Händewaschen nicht vergessen. Wenn jemand einen anderen originellen Spruch kennt, dann bittet das Coronatagebuch-Team um Zusendung.

Coronakommentar
Ausgerechnet ein Gottesdienst… Passend zum Sonntag, ploppte die Meldung auf. In einem Gottesdienst in Frankfurt haben sich mehrere Dutzend Menschen mit Corona infiziert. Ein Alptraum für den Gemeindeleiter, ein Alptraum für jede Gemeinde. Schuld zu sein an der Krankheit eines anderen Menschen… Und das Grübeln geht los und die Suche nach Fehlern beginnt. Was konnte der Virus und wie hätte man die Teilnehmenden schützen können? 
Klar, das hat Folgen, auch für unsere Gemeinde. In die allgemeinen Lockerungen schleicht sich die Sorge ein, was wäre wenn? Und wenn selbst die Schutzkonzepte nicht mehr Schutz bieten… Und die Besucherinnen und Besucher entstammen zumeist den Risikogruppen….  Und der Zwiespalt ist da. Öffentliche Verkündigung sucht ein Publikum und ist auf möglichst viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgerichtet. Da ist das Auftreten von Corona nach einem Gottesdienst erschreckend kontraproduktiv.
Was also dann? Zum einen liegt es in der Verantwortung eines jeden einzelnen, ob er am Gottesdienst teilnehmen soll und ob er die letzten Tage gesund genug dafür war. Die Entscheidung dafür trifft jeder selber. Die Konzepte der Kirchengemeinden bieten dafür nur den hoffentlich gut überlegten Rahmen für eine möglichst sichere Teilnahme. 
Und ja, Kirche sammelt Erfahrungswerte und Kirche ist mit allen in Deutschland am Lernen. Das ist das tröstliche an dieser Meldung. Das ganze Land tastet sich vorwärts und lernt gemeinsam mit der Herausforderung zu leben. Und Gottesdienste sind nun einmal ein Teil des Lebens und aus möglichen Fehlern, oder Schwachpunkten zu lernen ist auch Aufgabe von Kirche und Gemeinde nur wenn sie das nicht tut, dann müssten alle Gottesdienste erneut in den Shutdown.
Meint Ihr Pfarrer Jörn Künne und freut sich auf Anregungen und Ideen aus der Gemeinde.

 

Samstag, 23. Mai 2020

Die gute Nachricht
Es normalisiert sich, aber viele wollen ein neues Normal und nicht mehr das Vergangene. Darum wird in vielen Familien diskutiert und vor vielen Geschäften ebenso, was soll von den Corona Veränderungen bleiben, was soll das neue Normal sein, neben der Digitalisierungswelle und den Vor- und Nachteilen eines Homeoffices. Und die Diskussion steht erst am Anfang. Was ist das neue Normal? Diskutieren Sie mit!

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Manch einer von den Älteren erinnert sich noch an die Disco-Pop-Gruppe Boney M, die den 137. Psalm „By The Rivers Of Babylon“ 1978 in die Charts gebracht hat. Sie hatten dafür einen Raggaesong der Melodians aus den frühen siebziger Jahren etwas überarbeitet. Allerdings wurde nicht der ganze 137. Psalm verwendet, das brutale Ende wurde weggelassen und dafür Worte aus dem 19. Psalm angefügt: „Let the words of my mouth, and the meditation of my heart, be acceptable in thy sight, O LORD.“
Wenn ich schon nicht singen kann, dann möge „the meditation of my heart“ oder wie Luther es übersetzt „das Gespräch meines Herzens“ vor Gott stehen. „Ich singe dir mit Herz und Mund.“ hat Paul Gerhardt gebetet. Teil Zwei muss Corona bedingt, im Gottesdienst, leider jetzt ausfallen.
Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, HERR. (Psalm 19,15)

Der Bibellesetipp zum Wochenende
Bevor sie in den Gärten verblüht sind, hier das Loblied Jesu auf die Lilien auf dem Felde und der zeitlose Hinweis Gottes, dass man vom Geldverdienen alleine nicht leben kann. Aber lesen Sie selbst Matthäus 6, 19-34 als Beitrag zur Frage, was ist das neue Norma?

Bildergalerie „Das große Fressen“
Günter Hochberger hat für uns Tiere bei der erfolgreichen Jagd nach Beute beobachtet und uns eine Bildergalerie zusammengestellt. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Unsere Kirchenmusik zum Entspannen finden sie unter www.quempas.jimdosite.com

Aus dem Gemeindeleben

Sonntagsgottesdienst
Gottesdienst in St. Laurentius feiern wir mit allen bekannten Hygieneregeln am Sonntag den 24. Mai um 9 Uhr und um 10 Uhr.

Regeln für Gottesdienste
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine - 2 Meter Abstand sind Pflicht.
5. Abstand gilt auch für das hereinkommen und das hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.

LKG-Gottesdienst
Gottesdienst feiert die Landeskirchliche Gemeinschaft Roßtal ebenfalls am 24. Mai um 16.30 Uhr in der Laurentiuskirche, nachdem die eigenen Räumlichkeiten der LKG im Brückenweg das Feiern eines Gottesdienstes nicht unbedingt erleichtern.

Ökumenischer Gottesdienst zur Einheit der Christen
Seien Sie einer der Ersten beim Ökumenischen Gottesdienst für die Einheit der Christen. Rufen Sie im katholischen Pfarramt Tel. 92020 an und sichern Sie sich einen der 34 Plätze, die es in Christkönig gibt und feiern Sie mit uns den ökumenischen Gottesdienst zur Einheit der Christen um 20 Uhr am Donnerstag den 28. Mai.

Gottesdienst digital
Fernsehgottesdienst am 24. Mai um 9:30 Uhr live im ZDF www.zdf.fernsehgottesdienst.de
Kindergottesdienst „Gottes Hoffnungszeichen“ um 10 Uhr  unter www.kirchemitkindern-digital.de

Printausgabe des Coronatagebuches
Die Druckausgabe unseres Coronatagebuches erhalten Sie an diesem Wochenende im Anschluss an die Gottesdienste in der Kirche, bei Blumen und Gemüse Fröschel und zu den Öffnungszeiten in der Laurentiuskirche. Sie können sich das pdf auch selbst ausdrucken.

Post für den Falkner
Vielen lieben Dank an Lukas (6 Jahre) für das schöne Falkenbild!

Toni, kurz vor dem Ausfliegen
Hier kommt das jüngste Fotos von unserem Falkennachwuchs auf dem Kirchturm

Der Gesundheitstipp
Der Mensch ist was er isst. Und wieder geht es ums gesünder essen. Erbsen und Bohnen statt Steak und Braten. Das Gemüse schenkt genauso viel Eiweiß wie Fleisch und ist mit seinen Faserstoffen noch weit gesünder. Darum weniger Fleisch, aber mehr Gemüse und Nüsse und dem Körper geht es besser….

Leider nicht persönlich
Am 20. Mai sollte eigentlich eine größere Veranstaltung des Jugendfördervereins Roßtal stattfinden:  alles war geplant, angekündigt, eingeladen und vorbereitet, aber der Corona-Virus hat auch hier zugeschlagen und es verhindert.
„75 Jahre Frieden“ wäre das Thema gewesen angesichts des 8. Mai und ist es trotz Corona dennoch!
Ein heiterer Sommerabend hätte es sein sollen mit dem Musical-Film „Mademoiselle Marie“ und einer Podiumsdiskussion u.a. mit Frau Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags a.D., Ihrer Tochter Claudia Stamm und Fritz Stiegler, dem Autor des Musicals und Impresario der Cadolzburger Burgfestspiele. Diesen KiK (Kino in der Kirche) konnte es nun nicht geben, aber wir haben Frau Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags a.D. und Fritz Stiegler (seine Antworten finden Sie bereits im Tagebuch vom 20. Mai) vier Fragen gestellt, die wir hier gerne mit ihren Antworten verbreiten wollen:

Betrifft uns der 8. Mai 1945 und die 75-jährige Zeit des Friedens?
Natürlich betrifft uns der 8. Mai 1945 auch heute noch, denn wir haben seit 75 Jahren Frieden in Deutschland und Europa. Es ist heute wichtiger denn je, diesen Tag zu feiern und ihn als Tag der Befreiung zu würdigen. Die Verbrechen des Nationalsozialismus dürfen niemals in Vergessenheit geraten. Wer an diesem Gedenktag von einem "Tag der Niederlage" spricht, betreibt hochgefährliche Geschichtsverzerrung. Eine „Schlussstrichdebatte“ darf es nicht geben.

Was hat uns in den letzten 75 Jahren als Gesellschaft stark gemacht?
Ich denke, die Menschen sind sich heute bewusst, was ein Leben in Freiheit und Demokratie bedeutet. Und dass es sich dafür lohnt, zu kämpfen. Im Moment zeigt sich, dass Stäke auch bedeuten kann, auf Freiheiten zu verzichten und solidarisch zu sein, weil das die momentane Corona-Krise erfordert. Die allermeisten Menschen halten sich ja an diese für uns alle nicht einfachen Regeln und Maßnahmen. Nicht zuletzt das Vertrauen in einen gerechten Staat und in eine lebendige Demokratie hat unsere Gesellschaft stark gemacht. 

Wie hält man eine Gesellschaft zusammen – damals und heute?
Ich denke, eine Gesellschaft wird von etwas Sinnstiftendem zusammengehalten, etwas, wofür es sich lohnt, zu kämpfen. Fatal war es, dass damals die falschen Werte zu Menschenverachtung, Unrecht und unendlichem Leid geführt haben. Heute wissen wir, welch hohes Gut wir in Freiheit, Frieden und Demokratie haben. Der Zusammenhalt der Gesellschaft ist aber nichts, was man einfach als gegeben hinnehmen kann. Er muss immer wieder von den Menschen neu geschaffen werden. Dort, wo Menschen füreinander da sind, sich einsetzen für das Wohl der anderen, da wo Menschen mehr tun als sie eigentlich müssten, da haben wir ein lebendiges Miteinander und echten Zusammenhalt.

Wie gelingt Verständigung/Versöhnung/konstruktiver Dialog/guter politscher Diskurs?
Auch in der Politik ist es natürlich wichtig, dass man miteinander und nicht gegeneinander arbeitet. Es ist unsere vordringlichste Aufgabe, alles dafür zu tun, den Frieden, nicht nur in Europa, sondern überall auf der Welt, wo immer es möglich ist, zu erhalten oder herzustellen. Dies gelingt nur in einem länderübergreifenden Dialog. In Europa ist dafür in den letzten 75 Jahren viel getan und erreicht worden. Wir gedenken gemeinsam der Opfer und Vertriebenen, oder heuer des 75. Jahrestages der Befreiung. Und auch jetzt, in dieser, seit dem Zweiten Weltkrieg nie dagewesen Krise, sollten wir den Blick nicht nur auf Deutschland lenken, sondern mit unseren Nachbarn gemeinsam nach Lösungen suchen.

Lesetipp: „Mann werden – Mann sein“ von Josef van Scharrel
Kochen, Putzen, Kinder und Gefühle – ist doch nur was für Frauen. Echte Männer schauen Fußball, pflegen ihr Autor und grillen mächtige Steaks. Zum Glück sind solche Rollenbilder nur noch Klischees. Die früher klar definierten und dabei ziemlich einschränkenden Geschlechterideen sind im Wandel begriffen. Diese Entwicklung bietet ungeahnte Wahlmöglichkeiten, die Freiheit aber auch Orientierungslosigkeit bedeuten können.

Als Seelsorger und Seminarleiter im Gästehaus des Klosters Nütschau begegnen dem Mönch Josef van Scharrel immer wieder Männer, die nach ihrem ganz persönlichen Bild von Mann-sein suchen. In seinem Buch „Mann werden – Mann sein“ gibt er ihren Erfahrungen Raum. Mit inspirierenden Texten und ganz praktischen Anleitungen will er Männern Mut machen, über sich und ihr Verhältnis zu Männlichkeit nachzudenken. Und sich als Männer mit allen Gefühlen, allen Stärken und Freuden, Schwächen, Ängsten und Fehlern zu zeigen.
Was ihn zum Schreiben bewegt hat, was für ihn Mann-sein bedeutet und wieso das Männerbild der Bibel fortschrittlicher als gedacht ist, verrät er im Interview:

Verlag: Br. Josef, ganz ehrlich: Brauchen wir noch ein Buch über Männer?
Br. Josef: Brauchen wäre übertrieben, mit meinem Buch will ich aber meine Freude am Mann-sein ausdrücken und zeigen, wie viele unterschiedliche Formen von Mann-sein möglich sind.

Verlag: Was bedeutet Mann sein für Sie?
Br. Josef: Professor Gerald Hüther, Neurobiologe und Autor, meinte einmal: „Der Mann der Zukunft muss ein Liebender sein“. Das ist für mich ein entscheidender Gedanke! Mann-sein heißt für mich, sich liebend der Welt, dem Kollektiven zuzuwenden, den Platz einzunehmen, an dem Mann seinen Teil als Gabe für die Schöpfung beitragen kann. Mann-sein heißt dann aber auch, selbstbewusst sein Mann-sein zu leben.

Verlag: Kann es überhaupt diesen Zustand von „Mann-sein“ geben?
Br. Josef: Es gibt keinen endgültigen Zustand des Mann-seins, keinen Punkt, an dem man sagen kann: Jetzt bin ich ein Mann. Es gibt so viele Formen von Mann-sein wie es Männer gibt. Wichtig ist, diese Verschiedenheit zu erkennen und anzunehmen.

Verlag: Über Jahrhunderte hinweg wurden Stellen aus der Bibel zitiert, um die klare Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern zu rechtfertigen. Wie kann da die Bibel überhaupt eine Quelle für neue Formen des Mannseins sein?
Br. Josef: Der Theologe und Journalist Franz Alt schrieb bereits in den 80er Jahren ein Buch, das „Jesus – der erste neue Mann“ heißt. Auch der schon zitierte Gerald Hüther meinte in seinem Vortrag über den liebenden Mann, wir hätten seit 2000 Jahren eine Blaupause, wie dieser Mann zu sein habe. Die Bibel dient also schon länger als Inspirationsquelle für Formen des Mann-seins, die keinem bestimmten Rollenklischee entsprechen.
Wir müssen aber lernen, die Bibel neu zu lesen. Und wir Männer dürfen uns vom Patriarchat, das auch seinen Platz in der Bibel gefunden hat, befreien.

Verlag: Als Mönch scheinen Sie sich an vielen Stellen traditionellen männlichen Rollenbildern, der Idee von Männern als Väter, Ehemänner, Versorger der Familie, zu entziehen. Was macht Sie so sicher, dass Sie in Ihren Kursen und mit Ihrem Buch trotzdem Ideen und Hilfestellungen für Männer bieten können?
Br. Josef: Ich sehe Mönch-sein nicht als ein sich der traditionellen Idee des Mann-seins entziehen. Vielmehr lebe ich eine Form des Mann-seins. Im Kloster zu leben heißt nicht, auf einer Insel zu leben. Die Welt mit all ihren Herausforderungen tangiert auch das Kloster. Gerade hier musste ich mich meiner Rolle als Mann stellen, indem ich mich fragte: Wer bin ich als Mönch und als Mann? Wo habe ich meine Vaterschaft gelebt? Wie lebe ich meine Sexualität?
In meinem Buche gebe ich auf diese Fragen Antworten. Dabei versuche ich andere Männer, die sich ähnliche Frage stellen, zu unterstützen. Mein Buch ist ein Angebot an sie, und vielleicht findet der ein oder andere Leser darin Hilfen, um seinen Weg als Mann zu gehen.

Link zum Onlineshop: https://www.vier-tuerme-verlag.de/buecher/lebenshilfe/leben-und-beruf/2752/mann-werden-mann-sein


Freitag, 22. Mai 2020

Die gute Nachricht
Wir sind Roßtal, wir halten zusammen. Schlagworte und blinder Zweckoptimismus könnte man meinen. Stimmt aber nicht. Was in diesen Wochen Familien füreinander schafften. Was die unglaublichen Frauen alles leisteten und wie solidarisch Roßtalerinnen und Roßtaler füreinander da sind, das ist unglaublich und dafür kann man nur Danke sagen, oder eben wir sind Roßtal und wir halten zusammen in dieser Krise und auch dann, wenn die Krise vorbei ist.
 
Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Endlich wieder Gottesdienst. Gottesdienst mit Auflagen, Abstandsregeln, Mund-Nase-Schutz, Desinfektion und ohne Gesang. Evangelischer Gottesdienst ohne Lieder - unvorstellbar.
Unvorstellbar, wie so vieles was wir in den letzten Wochen als Realität erlebt haben. Unvorstellbar, wie das, was hätte geschehen können, wenn die Kontaktsperre und die damit verbundenen Einschränkungen nicht erfolgt wären.
Das Volk Israel erinnert sich auch an eine Zeit als ihnen der Lobgesang für Gott im Halse stecken blieb. Die Eroberer hatten einen Großteil der Bevölkerung Jerusalems und Judas weggeführt nach Babylon. Und als sie traurig vor ihren Hütten saßen forderten die Bewacher sie auf: „Singt, singt Lieder für euren Gott.“
Im 137. Psalm wird davon erzählt: An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten. Unsere Harfen hängten wir an die Weiden im Lande. Denn dort hießen uns singen, die uns gefangen hielten, und in unserm Heulen fröhlich sein: „Singet uns ein Lied von Zion!“ Wie könnten wir des HERRN Lied singen in fremdem Lande? (Psalm 137,4)

Der Bibellesetipp
Und der Vater ist barmherzig, Lukas nimmt das berühmte Gleichnis Jesu und erzählt es im 15. Kapitel und es geht weder um den Zorn des älteren Bruders, noch um die Naivität und den eventuellen Ungehorsam des Jüngeren. Der barmherzige Vater steht im Mittelpunkt und seine offenen Arme gelten beiden Söhnen, weshalb dieses Gleichnis heute vom Barmherzigen Vater handelt. Doch lesen Sie selbst in Lukas 15, 11-32.

Die neue Bildergalerie von Günter Hochberger
Das große Fressen ist der Name der neuen Bildergalerie vom Weitersdorfer Günter Hochberger. Vom akrobatischen Flugkünstler, beeindruckenden Bewegungskünstler, stillen Genießer und cleveren Resteverwerter ist in dieser Bildergalerie eine Vielzahl tierischer Charaktere vertreten. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Aus dem Gemeindeleben

Sonntagsgottesdienst
Gottesdienst in St. Laurentius feiern wir mit allen bekannten Hygieneregeln am Sonntag den 24. Mai um 9 Uhr und um 10 Uhr.

LKG-Gottesdienst
Einen Gottesdienst feiert die Landeskirchliche Gemeinschaft Roßtal ebenfalls am 24. Mai um 16.30 Uhr in der Laurentiuskirche, nachdem die eigenen Räumlichkeiten der LKG im Brückenweg das Feiern eines Gottesdienstes nicht unbedingt erleichtern. 

Ökumenischer Gottesdienst zur Einheit der Christen
Seien Sie einer der Ersten beim Ökumenischen Gottesdienst für die Einheit der Christen. Rufen Sie im katholischen Pfarramt Tel. 92020 an und sichern Sie sich einen der 34 Plätze, die es in Christkönig gibt und feiern Sie mit uns den ökumenischen Gottesdienst zur Einheit der Christen um 20 Uhr am Donnerstag den 28. Mai.

Konfirmation
Wahlfreiheit für den Zeitpunkt der Konfirmation schlagen die Mitglieder des Gemeindeentwicklungsausschusses den Kolleginnen und Kollegen im Kirchenvorstand vor. Denn so langsam geht den Jugendlichen beim Warten die Luft aus und die Zeit zieht sich. Darum soll es verschiedene Wahlmöglichkeiten rund um die Konfirmation geben, unter denen die Eltern mit ihren Jugendlichen wählen können. Noch vor Pfingsten werden die Angebote für die Konfirmationen an die Eltern versandt werden, damit ein wenig mehr Planungssicherheit in Familien und in der Gemeindeplanung herrschen kann.

Resümee
Erste Eindrücke von den Gottesdiensten mit der neuen Normalität der Masken und der Abstände wurden ausgetauscht und auch die Gottesdienstzeiten wurden in diesem Zusammenhang reflektiert. Dabei wurde festgelegt, dass die Besucherzahlen von den Mesnern festgehalten werden sollen. 

„Frauen sind unglaublich“ - 333 Masken nebenher genäht
Selbst im Kindbett, nach einer Geburt, wurde in Roßtal fleißigst genäht. Rund 15 Frauen taten ihr Bestes, und nutzten die Coronazeit zum Nähen von Mundschutzen aller Größen. 333 Masken lieferten Mütter und Großmütter in der Sammelstelle der Kirche ab. Viele Besucherinnen und Besucher der Kirche waren dankbar für eine günstige DIY Maske und so versorgten die Unglaublichen Mütter nicht nur Kinder, Mann, Schule und Homeoffice, sondern Menschen in ganz Roßtal. Eine Leistung, die Gemeindediakonin Judith Popp einfach unglaublich findet.

Die Öffnungszeiten des Weltladens
Donnerstag 14:00 – 18:00 Uhr
Samstag    09:00 – 12:00 Uhr
Sie haben die Möglichkeit während der Öffnungszeiten zu bestellen – Tel: 0160 9108 69 72
Die Bestellung können Sie während der Öffnungszeiten abholen oder liefern lassen.
Die Anlieferung erfolgt Donnerstag zwischen 18:00 und 19:00 Uhr und Samstag zwischen 12:00 und 13:00 Uhr.

Die Printausgabe des Coronatagebuches
Es ist wieder Freitag und damit Zeit für die Druckausgabe des Coronatagebuches. Ab heute Nachmittag wird es in der Kirche und bei Blumen Fröschel zur Abholung bereit liegen. Sie können sich das pdf auch selbst ausdrucken.

Der Gesundheitstipp Vitamin C und Vitamin D
Und immer wieder das Essen, Immer wieder diese beiden Vitamine und nicht als Zusatzstoffe, sondern im normalen Essen zum Beispiel mit Zitronen, Orangen, Paprika, Sanddorn, bei Vitamin C , Lachs und Hering und dazu Sonne bei Vitamin D. Damit lässt sich die Körpereigene Abwehr stärken und erhalten.

Leckere Rezepte von Christiane Schuster  
Was kochen Sie am Wochenende? Eierspeisen oder ein Gulasch sind immer eine leckere Wahl. Christiane Schuster hat für Sie zwei neue Rezepte für Sie bereitgestellt. Vogelmilch mit Schneeballen oder Kartoffel-Schweinegulasch bringen Abwechslung auf den Tisch. Guten Appetit!

Der Coronakommentar
Es braucht einen neuen Dialog miteinander, um das neue Normal für und miteinander zu gestalten. Jetzt ist die Zeit dafür zu planen statt zu protestieren.
Über das neue Normal wird viel geredet und das ist gut so, denn so einmütig die ersten Wochen der Coronazeit bewältigt werden mussten, so vielfältig war das Leben zuvor und ist das Leben auch jetzt noch und Menschen sind unterschiedlich und Menschen sind so frei ihr Leben in die Hand zu nehmen und selber zu gestalten. Allerdings nach Corona ist vieles nicht mehr wie einst. Die langsamen Lockerungen signalisieren, es ist noch nicht vorbei. Das langsame Tempo der Öffnungen schenkt auch Zeit zum Nachdenken und zur Besinnung. Auch wenn es eher lächerlich klingt, wenn Schülerinnen und Schüler an einem Mittwoch für 60 Minuten das Schulgebäude betreten dürfen und sonst weiter daheim beschult werden müssen. Das sind 60 Minuten neues Normal und vielleicht auch 60 Minuten Ruhe um nachzudenken, was lohnt sich aus dieser Zeit mitzunehmen. Was behalten wir in Erinnerung, was ist uns wichtig auch für die kommende Zeit und was wird damit unser neues Normal werden. Die Zeit dafür zu nutzen ist jetzt die Aufgabe. Und weil es die Aufgabe von vielen ist, sprechen sie miteinander, hören sie hin, lassen sie sich bewegen und suchen Sie das neue Normal gemeinsam. Vergeuden Sie ihre Energie nicht mit dem Schimpfen über den Sinn mancher Regeln oder über diese Krankheit, denn die Zukunft ist das neue Normal und das kann man gemeinsam im Gespräch, im Dialog gestalten - dafür ist jetzt Zeit.

 

 

Himmelfahrt – Donnerstag, 21. Mai 2020

„Vadderdach“
Als Pfarrer habe ich ein gespaltenes Verhältnis zu diesem „Vatertag“. In meinem Kalender steht er als Christi Himmelfahrt. Ja, ich könnte es noch verstehen, wenn wir sagen würden, das ist der Tag an dem Jesus Christus zum Vater gegangen ist. Aber wenn jetzt Männer Vatertag feiern nur weil Mütter den Muttertag haben, das halte ich für überzogen. Überhaupt da es am Vatertag eigentlich ganz unwichtig ist, dass Väter von ihren Kindern selbstgemalte Bilder, einen Blumenstrauß, Rasierwasser oder eine Sixpack Bier bekommen. Vatertag heißt, dass Buben, die meist noch zu jung sind, eine Familie zu gründen mit dem Bollerwagen und mehreren Kästen Bier oder gleich einem ganzen Fass losziehen und abends sturzbesoffen nach Hause kommen.

Ich wollte das anders machen. Als unsere Tochter geboren war, bin ich mit ihr nach dem Himmelfahrtsgottesdienst im Kinderwagen spazieren gegangen. Natürlich im Park, im Wald, wo die Vatertagsausflügler auch hingezogen sind. In mancher Gruppe habe ich junge Männer entdeckt, die ich kannte und manchmal wurde mir auch eine Flasche Bier angeboten. Ja, ich habe mitgetrunken, nur eine, ich hatte ja schließlich Verantwortung für den Kinderwagen. Aber es war so schön mit Männern zusammen zu sein, zu Reden über Dinge, über die nur Männer reden können, Dinge zu tun, die Männer nur dann machen, wenn sie unter sich sind.

Auf dem Dorf sind die Kärwaburschen, die aktuellen und die ehemaligen, alte und junge, einmal im Jahr am dritten Adventswochenende zum Skifahren in die Alpen gefahren. Manche hatten auch Skier dabei, aber für die meisten waren am Wichtigsten die sieben Fässer Bier, die in den Bus geladen wurden. Den Herrn Pfarrer haben sie auch eingeladen und manchmal bin ich auch mitgefahren.
Was macht man ein Wochenende lang im Winter in der Hütte? Sechsundsechzig klopfen, Musik machen, reden. Reden von all den tollen Dingen, die man so macht, von dem neuen PS starken Auto, von der Beförderung, vom Boldern und  Bungeejumping, vom Urlaub in Thailand und von der Bedienung oben in der Hütte am Berg. Und wenn all die wichtigen Themen abgearbeitet waren, wurde von dem anderen erzählt, von dem, was Mann oft verschweigt. Von der Arbeit, wo man nicht mehr so schnell ist, vom Hof wo es nicht klar ist ob jemand die Nachfolge antritt, von all den Zipperlein, die man hat, von den Kindern die man nicht mehr versteht, von der Frau, wo es nicht mehr so läuft, besonders im Bett. Es braucht schon sehr viel Vertrauen, dass Männer davon erzählen, oder fünf, sechs oder noch mehr Seidla Bier.
In der Nachbarhütte war eine gemischte Gruppe Motorradfahrer untergebracht. Am Samstag Abend
kamen die zu uns, ihnen war das Bier ausgegangen. Die Männer waren recht schnell integriert. Und die drei Frauen, um sie herum stand eine Schar junger Gockel, die sich alle von ihrer besten Seite präsentierten mussten. Selbst manche von den Alten haben sich zum Affen gemacht, um vor den jungen Madla aufzutrumpfen und wie ein fescher Gockel um sie herum zu stolzieren.
Männer haben auch Gefühle und sie können darüber reden, wenn sie alleine sind. Aber schick nur eine Frau in die Gruppe, dann werden alle zum stolzen Gockel.

Wieder ein Gottesdienst an Christi Himmelfahrt. Wir wollen ihn im Freien für die ganze Familie feiern.
Im Posaunenchor war die erste Reaktion auf die Anfrage, ob sie spielen: „Dann fällt ja unsere Vatertagsausflug ins Wasser.“ Vatertagsausflug, die alten Männer ziehen eh nur zum Nachbarn in den Garten, wo das Bier schon kalt steht und der Grill glüht. Ich weiß nicht, was meinen Kollegen geritten hat. „Nach dem Gottesdienst gibt es ein Weißwurst-Frühstück.“ versprach er ihnen.
Wir haben im Garten vom Kindergarten Gottesdienst gefeiert, mit Posaunenchor und mit vielen Familien, Vätern mit ihren Kindern. Und danach saßen wir an Bierbänken, tranken Weißbier und aßen Weißwürste mit Brezen. Und immer wieder stand einer der Männer auf und schaute, was seine Kinder oder seine Enkel machen, im Sandkasten, auf der Schaukel oder beim Ball spielen.
Christi Himmelfahrt, Vaddertach, Männer unter sich, halt so oder irgendwie oder ganz anders, naja.
Ihr Thomas Rucker

Aus dem Gemeindeleben

Gottesdienst in Buchschwabach
Wir feiern heute an Himmelfahrt in Buchschwabach Gottesdienst um
9 Uhr. Und freuen uns, das erste Mal wieder in der Buchschwabacher
Kirche feiern zu können.

Tagebuch gedruckt
Die Printausgabe des Coronatagebuches ist am Freitag ab ca. 16 Uhr in der Kirche und bei Blumen Fröschel zu erhalten.

Der Familientipp
In der Laurentiuskirche liegt ein Kirchenquiz für Jung und Alt aus und es gibt Informationen zu Wanderfalken und ein Malbuch für Kinder.


Mittwoch, 20. Mai 2020

Die gute Nachricht
Hofläden boomen. Das ist nicht nur eine Schlagzeile aus Oberbayern, sondern trifft auch bei uns zu. Entweder, weil die Kleinen die Krise überstehen sollen, weil das Bewusstsein für Lieferketten und regionale Produkte gewachsen ist, weil die Menschen mehr Zeit haben oder einfach weil es wirklich besser schmeckt, gibt es einen Boom bei den Direktvermarktern und Hofläden in unserer Nachbarschaft und das darf trotz Warteschlangen so bleiben.

Der biblische Lesetipp
Die Weisheit der Bibel- Eine Mahnung zum Nutzen der Zeit.  Alles hat seine Zeit. Die gut zu nutzen, die auch zu genießen und das selbst unter Coronabedingungen, das ist die Lebensweisheit im Buch Prediger und ja da hat dann wirklich alles seine Zeit.  Doch lesen Sie selbst in Prediger 3, 1-13

Gedanken zu Himmelfahrt von Markus (Mike) Neugebauer
was mir an Christi Himmelfahrt immer wieder in den Sinn kommt: Der Sohn Gottes kehrt zurück zu seinem himmlischen Vater! Kommt heim ins Himmelreich und hat für uns geliebte Menschen hier auf Erden alles vollbracht! Hat die Weichen für eine herrliche Zukunft gestellt! 😊

Also eigentlich ein Grund stolz auf seinen Sohn zu sein … so würde es zumindest in unserem Sprach-Jargon lauten, aber bei Gott ist alles anders! Hier geht es nicht um oberflächliche Bekundungen von Stolz – zumal dieses Wort in der Heiligen Schrift überwiegend negativ belastet ist – nein, hier geht es um die Zukunft der Menschheit – Jesus hat durch sein teures Blut den neuen Bund besiegelt und bietet allen Menschen, die ihm nachfolgen, den Weg in die himmlische Ewigkeit an. Von daher bietet sich Christi Himmelfahrt auch immer als Eigenreflexion an, um inne zu halten und zu prüfen, ob man auf dem richtigen Wege ist … und wenn tiefer Friede einkehrt, kann man auch ein stückweit vom Himmelreich träumen! 😊

An Christi Himmelfahrt gibt es aber auch für uns Männer die Möglichkeit – ganz im Sinne eines „Vatertages“ – bewusst den Tag mit seinem Sohn / mit seiner Tochter zu verbringen … und sich womöglich gemeinsam Gedanken zu machen, wie schön es einmal im Himmel sein wird! 😊
Auf einen „herrlichen Vatertag an Christi Himmelfahrt“ …
Ihr Mike Neugebauer

Mademoiselle Marie ist abgesagt
Für den 20. Mai hatten wir eine große Veranstaltung in der Laurentiuskirche mit Barbara Stamm, ihrer Tochter und Fritz Stiegler geplant. Diese Veranstaltung wird ausfallen. Alternativ dazu hat sich der Jugendförderverein als Veranstalter entschlossen, Statements der jeweiligen Teilnehmer-innen des Podiums zu erbitten.
Rechtzeitig dazu hat Fritz Stiegler geantwortet.
 
Betrifft uns der 8. Mai 1945 und die  75-jährige Zeit des Friedens?
Die Zeit zwischen dem 8. Mai 45 und heute wurde geprägt von der Nachkriegsordnung und dem Zusammenwachsen der europäischen Staaten. Europa wurde für die Völker der Garant für Frieden und Wohlstand in einer Zeit, in der die Weltmächte ihre eigenen Süppchen kochen und von Köchen geführt werden, die Salz und Zucker nicht unterscheiden können. Europa tut gut daran fest zusammen zu stehen. Einzelne Staaten würden zerrieben werden, zwischen Dummheit, Arroganz und Machtstreben.      

Was hat uns in den letzten 75 Jahren als Gesellschaft stark gemacht?
Die offensive Aufarbeitung der Vergangenheit hat den Kern unserer Gesellschaft so stark gemacht, dass Populismus, Antisemitismus und Ausländerhass auch in Zukunft nur von einer Minderheit zelebriert wird. Ich habe es zu meinen Recherchen von „Valentina“ und nun auch vom neuen Musical „Heiner“ erleben dürfen, dass die Gemeinden in Langenzenn und in Wilhermsdorf offen und konstruktiv mit den Gräueln der Nazizeit umgehen. Es hilft ungemein, dass die Bürger und ihre gewählten Vertreter aufbegehren und dem aufkeimenden braunen Spuk die Stirn bieten. Endlich ist auch unsere Jugend aufgewacht und streitet mit ihren Demos gegen den Klimawandel um ihre Zukunft.

Wie hält man eine Gesellschaft zusammen – damals und heute?
Corona zeigt, wie ein kleines Virus die ganze Welt lahmlegen kann. Was passiert da erst, wenn der große Brocken, die Klimakrise voll hereinbricht. Wenn Dürren, Überschwemmungen, Stürme oder auch Kältewellen für Massenflüchtlingsströme, Hungersnöte und ungeahnte soziale Verwerfungen sorgen, zumal die dreiviertelste Welt von verantwortungslosen und dreisten Politikern geführt wird.

Wie gelingt Verständigung/Versöhnung/konstruktiver Dialog/guter politscher Diskurs?
Verständigung und Versöhnung braucht Vorbilder. Politiker, die nicht auf die nächste Wahl schielen, Wirtschaftsbosse, denen die Dividenden nicht das Hirn vernebeln. Führungskräfte, die endlich Nachhaltigkeit praktizieren. Die so wirtschaften, dass für die nächsten Generationen nicht nach bewohnbaren Planeten im Universum gesucht werden muss. Weg von Geiz ist geil. Weg von immer größer, immer weiter, immer mehr, weg vom steten Wachstum. Endlich mit der Natur leben und nicht wie bisher gegen sie.      

Aus dem Gemeindeleben

Michael Bauer spielt heute wieder an der Orgel der Laurentiuskirche in Roßtal
Wie jeden Mittwoch und jeden Freitag ist er ab 10 Uhr auf dem Friedhof zuhören.
 
Endlich wieder Gottesdienst in Buchschwabach
Am Himmelfahrtsmorgen um 9 Uhr in der Frühe, läuten die Glocken zum ersten Gottesdienst seit einem knappen Vierteljahr in Buchschwabach. Zwar sind hier nur 24 Plätze im Innenbereich ausweisbar, aber ein Lautsprecher wird vor der Türe stehen und einige Stühle im nötigen Mindestabstand sorgen auch für die Einhaltung der Hygienekriterien. Diese lauten entsprechend der Kriterien für St. Laurentius Roßtal:
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine 2 Meter Abstand sind Pflicht!
5. Abstand gilt auch für das hereinkommen und das hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.

Der Kinder und Familientipp
Noch gibt es Malbücher und Stifte in unserer Kirche, damit Kinder mehr von unseren Wanderfalken erfahren und erleben können und noch ist Toni nicht ausgeflogen, auch wenn er schon längst kein knuddeliger Federball mehr ist.

Der Gesundheitstipp
Honig. Naturbelassener Honig vom Imker aus dem Ort oder vielleicht auch von den eigenen Bienen. Jederzeit beim Nachbarn zu erwerben oder in den Roßtaler inhabergeführten Lebensmittelläden. Jeden Tag ein Löffel Honig pur, im Tee aufgelöst oder in heißer Milch. Die desinfizierende Wirkung des Honigs lindert und verhindert Krankheiten und das schon seit Jahrtausenden.

Die Schokosahnetorte mit Bananen von Mesnerin Monika Bauer
Ein echtes Geschenk für den Vatertag ist eine Schokosahnetorte und vielleicht haben die Roßtaler diese fantastische Torte verdient.
Zutaten für den Boden:
6 Eier
150g Zucker
85g Mehl 405
85g Stärkemehl
40g Schokopulver
2,25 Teelöffel Backpulver
Zutaten für die Füllung:
6 Becher Sahne
2 Portionen Sahnesteif
Ca. 4-5 Bananen (Fairtrade)
Einige Esslöffel Schokoladenpulver
Aprikosenmarmelade
Rum zum Tränken der Böden
Und Schokostreusel zum Verzieren
Sowie eine mit Backpapier ausgelegte 26 cm. Springform
Die Arbeitsschritte
Eier und Zucker schaumig schlagen und die restlichen Zutaten des Bodens sorgsam unterheben.
Den Teig in die Form füllen und bei 170 Grad ca. 45 Minuten backen.
Den Kuchen aus der Form lösen und einige Stunden ruhen lassen. Anschließen den Boden zwei Mal durchschneiden und den unteren Boden mit einem Tortenring umfassen, dann etwas mit Rum tränken und mit Marmelade bestreichen, sodann mit den halbierten Bananen belegen.
3 Becher Sahne mit Sahnesteif und Schokopulver aufschlagen und die Hälfte über die Bananen verteilen. Ebenso dann auch mit dem zweiten Boden verfahren. Anschließend den Deckelboden auflegen und einige Stunden kühlen.
Den Tortenring entfernen und die restliche Sahne mit dem Sahnesteif und dem Schokopulver aufschlagen. Den Rand und den Deckel damit bestreichen und 16 Stücke anzeichnen. Nach Belieben verzieren und mit Schokostreuseln bestreuen, evtl., auch den Rand so verzieren. Gutes Gelingen und einen guten Appetit.

Der Coronakommentar
Hochmut kommt vor dem Fall – Die Coronapandemie scheint eingegrenzt, das macht leichtsinnig und kann gefährlich werden.
Die Lockerungen, die Demonstrationen, der wieder erlaubte Schulbesuch, die Diskussion über den Sommerurlaub… Es hat den Anschein, als ob das neuartige Coronavirus ausgerottet wäre, oder zumindest fast… Aber Vorsicht, wer einen derart unbekannten Gegner, ohne Impfschutz und Impfstoff, ohne wirksame Medikamente schon besiegt haben will, überschätzt sich und unterschätzt den Virus. Einen Virus, über den alle Experten täglich Neues herausfinden und der vor allem in den armen Ländern und in den Ländern, deren Regierende  bereits die Existenz des Virus leugneten, massiv Todesopfer fordert und das nicht nur bei Vorerkrankten.
Sich selber zu überschätzen, den Gegner aber unterschätzen ist eine gefährliche Mischung und das geht normalerweise nach Hinten los und trifft wieder alle Risikogruppen, also Menschen, die übergewichtig sind, die einen zu hohen Blutdruck haben, deren Cholesterinspiegel nicht stimmt, die fast 60 Jahre alt sind und die damit ein Drittel der Bevölkerung, wenn nicht mehr stellen…. Nein Corona ist zurückgedrängt, aber keineswegs verschwunden und darum geht an alle die große Bitte, seid Vorsichtig, es ist noch nicht vorbei…


Dienstag, 19. Mai 2020

Die gute Nachricht
Heiraten ist wieder in. Im Büro beobachten wir: Nächstes Jahr gibt es einen wahren Heiratsboom und im Kirchenbüro kommen wöchentlich neue Hochzeitsanmeldungen an. Wir freuen uns über die vielen Paare und wünschen eine gute Vorbereitung.

Der biblische Lesetipp - nicht nur für starke Männer
Frag nach, dann kann dir geholfen werden. Fragen ist keine Schwäche und Nachfragen hilft weiter und so kann dem mächtigen Finanzminister aus Äthiopien geholfen werden. So findet er was er sucht und so kann er seine Expedition nach Jerusalem, erfolgreich beenden. Doch lesen Sie selbst in der Apostelgeschichte 8, 26-39

Die neue Serie: Kirchen in unserer Nachbarschaft
Thomas Rucker hat in seinem Berufsleben schon manch Kirche kennengelernt. Diese stellt er uns in einer heute beginnenden neuen Serie vor. Sein erster Ausflug geht nach Zirndorf.

Pest und Cholera - Die Kirche St. Rochus in Zirndorf
In früheren Zeiten vertraute man bei Pandemien wie Pest und Cholera weniger auf Hygiene und Social Distancing, sondern rief die Heiligen um Hilfe an. Einer der hilfreichen Heiligen war Rochus von Montpellier. Er soll im 14. Jahrhundert gelebt haben und sich bei einer Pilgerreise nach Rom um Pestkranke gekümmert haben. Dabei erkrankte er selbst schwer, genas aber von der Seuche. Seit dem wird er als Schutzpatron bei Pest und Seuchen angerufen. Auch in unserer Gegend wurden ihm Altäre und Gedenkstätten (z.B. der Rochusfriedhof in Nürnberg) errichtet.
Einen Vorgängerbau der Kirche in Zirndorf gab es schon vor der ersten Jahrtausendwende. Sie war dem Heiligen Clemens geweiht, der Bischof in der Stadt Rom um das Jahr 100 war. Im 14. Jahrundert wurde das heutige Langhaus gebaut, das 1412 durch die Norderweiterung und den Turm ergänzt wurde. Hundert Jahre später war die Kirche schon wieder zu klein und 1510 wurde sie nach Osten hin erweitert. Im Innenraum und an den Außenmauern kann man die unterschiedlichen Erweiterungsbaue sehen. Bei dieser letzten Erweiterung wurde der Altar versetzt und damit auch der Patronatswechsel zum Pestheiligen Rochus vollzogen.
Leider konnte weder der Heilige Rochus noch die befestigte Friedhofsmauer die Kirche und den Ort Zirndorf vor der großen Katastrophe bewahren. Im Sommer 1632 lagerte der Kaiserliche Heerführer Wallenstein in Zirndorf um den Schwedenkönig Gustav Adolf in Nürnberg zu belagern. Die Schlacht an der Alten Veste im September 1632 ging ohne klaren Sieger aus. Verlierer waren auf alle Fälle aber Zirndorf und die umliegenden Orte. Die Einwohnerschaft Zirndorfs sank auf weniger als eine Drittel der Vorkriegspopulation. Die Rochus-Kirche war als Lager, Stall und Unterkunft von den Soldaten benutzt worden. Viele der Kunstwerke und Einrichtungsgegenstände waren verfeuert oder zerstört.
Die Markgrafen von Ansbach, denen Zirndorf gehörte, legten erst vierzig Jahre später ein, wie wir heute sagen würden, Wirtschaftsförderungsprogramm auf. Sie gründeten eine Brauerei, errichteten eine Schule und ließen die Kirche renovieren. Diese Dreierallianz aus Bier, Bildung und Beten stärkte Körper, Geist und Seele der Einwohner und verhalf Zirndorf zum Zuzug neuer Bürger und zu einer wirtschaftlichen Blüte.
Leider war die Kirchenrenovierung an den Außenmauern der Kirche stehen geblieben. Der Innenraum wurde erst Anfang des 18. Jahrhunderts durch Spenden begüterter Bürger von heimischen Handwerkern wieder hergerichtet nach dem Vorbild der Wilhermsdorfer evangelischen Kirche.
Sehenswert ist der Hochaltar der deutlich Zeichen des katholischen Barocks trägt, aber ein protestantisches Bildprogramm zeigt. Einzigartig in unserer Gegend ist die Bilderbibel mit der die Emporen geschmückt sind. 44 Tafeln zeigen Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament. Die bunten Glasfenster der Kirche sind Spenden Zirndorfer Industrieller aus dem beginnenden 20. Jahrhundert.
Die St. Rochuskirche in Zirndorf ist von Roßtal aus nach einer angenehmen Sonntagswanderung (2 Stunden) erreichbar.
Ihr Thomas Rucker
Fotos: St. Rochus Zirndorf

Aus dem Gemeindeleben
Heute findet um 16 Uhr wieder ein Fensterl –Gottesdienst vor dem AWO-Kompetenzzentrum statt. Frau Stief mit dem Akkordeon und Pfarrer Künne mit dem Mikrophon erzählen von Himmelfahrt und bringen Dank und Klage vor Gott.
Unsere Kirche ist offen. Von 8 bis 20 Uhr kann man zum Gebet, zur Besinnung, oder einfach nur zum Ausruhen die Kirche besuchen und die heilsame Kraft dieses Ortes spüren.

Der Gesundheitstipp nicht nur für Männer
Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf, so die Weisen der Bibel und darin liegt viel Wahrheit, denn wer sich genügend Zeit zum Schlafen nimmt, stärkt sein Immunsystem und damit seine Gesundheit und gewinnt damit Lebensqualität und letztlich Lebensjahre. Darum empfehlen Experten immer zwischen sieben und acht Stunden Schlaf täglich.

Fotogalerie „Fenster“
Das Fenster sind das Thema der Bilderserie von Günter Hochberger. (Bitte pdf im Vollbild-Modus betrachten)


Der Coronakommentar
Dass Covid 19 in Wohnheimen verstärkt auftritt, stellt auch in Deutschland die Armutsfrage erneut auf die Tagesordnung. 
Corona trifft die Schwachen. So schlimm es ist, Corona ist eine Krankheit, die eben nicht wahllos alle Menschen trifft, sondern Corona ist eine Krankheit, die in  Massenunterkünften, in beengten Wohnverhältnissen und in Heimen aller Art auftritt. Das ist erschreckend und die Landkreise, die die 50er Marke reißen, haben diese Fälle in Wohnheimen, in Gemeinschaftsunterkünften. Das identifiziert ein Problem und das wirft Fragen auf. Fragen, wie menschenwürdig Unterbringung ist und was eine gerechte Bezahlung von Menschen ist und warum gerade Covid wieder einmal sehr deutlich zeigt, dass Armut und früher Tod so eng beieinander liegen. Hier gibt es noch viel zu tun. Corona gibt uns viele Hausaufgaben mit. Die Frage der Armut und der Wanderarbeiter in Deutschland ist auch bei uns neu gestellt. 

 

Montag, 18. Mai 2020

Die gute Nachricht:
Auch diese Woche ist kürzer. Auch diese Woche hat nur vier Arbeitstage und am Donnerstag ist Himmelfahrt und auch Vatertag. Damit ist diese Woche insbesondere allen Männern gewidmet und das Coronatagebuch ebenso. Das fängt bei der täglichen Bibelleseempfehlung an und endet bei den Gesundheitstipps noch lange nicht. Lassen Sie sich überraschen, was Männer in dieser Woche so alles empfehlen, schreiben und machen.

Der biblische Lesetipp
Es gibt ärgerliche Bibelstellen gerade in den Evangelien. Aber manchmal geht es um Prioritäten, die gesetzt werden müssen. Diese müssen Frauen und Männer jeder für sich lösen. Aber schauen sie selbst einmal: Da gibt es Martha, die die ganze Arbeit hat, da Jesus mit 12 Jüngern zu Gast ist. Das ist viel Arbeit und als sie ihre Schwester Maria um Mithilfe bittet, hört sie von Jesus, dass ihre Schwester alles richtig macht, wenn sie die Zeit mit Jesus verbringt. Das aber ist nicht das Lob der Faulheit, sondern der Erkenntnis was wichtiger ist. Wenn Jesus schon da ist, dann hat der Abwasch auch noch später Zeit. Aber lesen sie selbst in Lukas 10, 38-40

Aus dem Gemeindeleben
Gruppe und Kreise
Noch immer sind Gruppen und Kreise verboten. Chorproben, Vorträge und gesellige Runden sind damit nicht möglich und finden auch in dieser Woche nicht statt.
Besuche
Noch immer sollen öffentliche Kontakte vermieden werden. Darum wird es auch in der nächsten Zeit keine Besuche durch das Hauptamtlichenteam geben. Telefonanrufe, aber auch elektronische Kontakte helfen miteinander im Gespräch zu bleiben.  Unsere Laurentiuskirche allerdings ist offen und es findet um 18 Uhr täglich ein Gebet für Roßtal, Corona und die Welt statt.

Der Gesundheitstipp  - Gesund, abwechslungsreich und fleischarm essen
Die Sonne bringt es an den Tag. Frisches Gemüse gibt es jetzt überall zu kaufen. Regional, möglichst biologisch erzeugt, gibt es viele zarte und leckere Gemüse, um mit Rohkost, oder auch fein zubereitet den Hunger zu stillen, denn eines ist seit Jahrzehnten bekannt: Es fördert die Gesundheit fleischarm, abwechslungsreich, frisch zubereitet zu essen und damit den Hunger zu stillen.

Der Kinder und Familientipp (auch für Väter geeignet): Kirchenrally zum Mitnehmen
Nachmittags mit den Kindern die Laurentiuskirche erkunden, auf eigene Faust klären, was für ein Tier den Kanzeldeckel ziert oder wo Weihnachten das ganze Jahr in der Kirche zu finden ist. Die Kirchenrally macht es möglich und ist auf dem Schriftentisch zu finden.

Falkenbuch zum Ausmalen
Auch das Falkenmalbuch liegt in der Kirche aus. Zusätzlich zu der kleinen Ausstellung über das Heranwachsen von kleinen Wanderfalken auf dem Kirchturm gibt es ein Ausmalbuch zum kostenlosen Mitnehmen in der Kirche und dank der Spende eines regionalen Bleistiftherstellers gibt es auch zu jedem Malbuch zwei Buntstifte dazu.

Der Coronakommentar
Diskussion gehört zur Demokratie. Der Austausch unterschiedlichster Meinungen auch und die prallen bei den Demonstrationen ungebremst auf einander.  Demokratie braucht Auseinandersetzungen und Kompromisse. Kompromisse, die auf fachliche Expertisen angewiesen sind.  Und da taucht im Windschatten der Hygienedemonstrationen eine andere Ungeheuerlichkeit auf. Hat unsere Regierung zu spät gehandelt? Waren Karneval am Rhein und Skifahren in Österreich wichtiger, als der entschlossene Kampf gegen Corona? Hätte ein Lockdown bereits einen Monat zuvor noch viel mehr Tote verhindern können? Laut ARD Nachrichten, lagen die warnenden Berichte und die Pandemie Handlungspläne ja schon in den Schubladen. Und auch wenn die chinesische Informationspolitik auf Gesichtswahrung aus ist, die Szenarien waren seit 2012, ja eigentlich seit Beginn der 2000 er Jahre bekannt und vorhanden. Aber wer traut sich ein ganzes Land herunterzufahren, wenn das noch nie geschehen musste. Wer traut sich den Bayern das Skifahren zu verbieten und den Rheinländern den Karneval? Und jetzt wird demonstriert, dass alles zu streng war. Ganz das Gegenteil war der Fall. Wenn schon bekannt war, was kommt, dann müsste jetzt demonstriert werden, dass man nicht schnell genug, hart genug gehandelt hat. Und fast 8.000 Menschen, nach internationalen Berechnungen gerne noch fast 10 Jahre länger hätten leben können. Dagegen ist Maskenpflicht in Geschäften doch wirklich nichts. Meint Ihr Jörn Künne

 


Samstag, 16. Mai 2020

Die gute Nachricht
Die Kalte Sophie ist vorbei und mit ihr die Eisheiligen, die dieses Jahr ihrem Namen alle Ehre gemacht haben. Jetzt ist Spargel, Erdbeerzeit und die Sonne scheint. Was will man an diesem Wochenende mehr? Und ganz klar, Corona lehrt auch die kleinen und nahen Vergnügungen wertzuschätzen und zu genießen. Darum achten sie auf das Schöne, nutzen sie die Zeit im Garten und lassen sie sich anstecken von der lebensspendenden Lust, die der Mai allen schenkt und stellen sie am Abend fest, ja es war ein schöner Tag und ich habe auch hier daheim viel Schönes miterlebt.

Der biblische Lesetipp
Loben macht frei. Das erleben Paulus und Silas in der Apostelgeschichte mit und das ist für jeden möglich. Beim Abendgebet den Dank nicht vergessen und schon schläft man besser. Beim Tagesrückblick auch in Coronazeiten das Loben nicht vergessen und schon lebt es sich leichter und die manchmal scheinbar so festen Mauern wanken und zerbrechen und Menschen sind wieder frei.  Doch lesen Sie selbst die Apostelgeschichte 16, 23-34.

Die Familienaktion – Falken beobachten  
Ein besonderes Naturerlebnis kann der Familienspaziergang am Wochenende werden. Hoch oben auf dem Kirchturm haben die Wanderfalken ihren Horst. Direkt unter der Turmuhr auf der Ostseite brütete das Wanderfalkenpaar mit Namen Ella und Harold, seinen Nachwuchs aus. Das Toni genannte Küken sitzt seither auf dem Sims, wartet auf Nahrung und ist inzwischen vom flaumigen Baby zu einem pubertären Muskelprotz, der seine Flügel trainiert, herangewachsen. Mit dem bloßen Auge, aber noch besser mit einem Fernglas ist Toni mit seinen Eltern zu beobachten.
Bevor Toni ausfliegt ist an diesem Wochenende noch einmal die Gelegenheit ihn und seine Familie zu beobachten. Rund um diese schnellsten, Tiere der Welt, immerhin sind Wanderfalken bis zu 320 Stundenkilometer schnell und damit schneller als ein ICE , gibt es in der Kirche eine kleine Ausstellung mit Fotos der Falken aus dem vergangenen und diesem Jahr.

Für alle Schulkinder liegt ein Greifvogel-Malbuch von Bernd Pöppelmann zum Mitnehmen auf. Bedingung fürs Mitnehmen ist das Zeichnen eines Falkenbildes, das im Kirchenbüro abgegeben werden soll. (Hier ein Auszug des Malbuches zum selbst ausdrucken) 

Damit man Toni und seine Eltern auch wirklich gut sehen kann, empfiehlt es sich Ferngläser mitzunehmen. Die besten Beobachtungspunkte sind auf dem Kirchhof markiert. Willkommen im Reich der Falken.

Fernseh- bzw. Videotipp: Anna und die wilden Tiere - Der Falkner und seine Greifvögel

Kinder fragen und der Falkner antwortet
In der Kirche liegen Stifte und Zettel, mit denen man Fragen an den Falkner Hans Kurt Hussong stellen kann. Diese Fragen leitet das Kirchenbüro weiter, ebenso wie die Antworten. Lassen Sie sich von der Expertise des Fürther Falken experten informieren.

Fernsehtipp: Der Fürther Falkenexperte Hans Kurt Hussong ist zu sehen in der Mediathek des Franken Fernsehens am 30.4.2020 „zu Besuch bei den Wanderfalkenküken auf St. Paul.“

Familienrally in der Kirche
Als weiteres Highlight für Familien, liegt die Familienrally für alle, die die Geheimnisse der Kirche erkunden wollen, am Eingang auf.

Aus dem Gemeindeleben

Printausgabe
Übers Wochenende liegt die Druckversion des Coronatagebuches bei Blumen Fröschel und auch in der Kirche aus. Die neue Ausgabe beginnt mit einem Editorial von Diakonin Judith Popp und trägt die Nummer fünf. Einige Restexemplare der Nummer 4 sind in der Kirche ebenfalls zu erhalten.

Gottesdienstregeln
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine. 2 Meter Abstand sind Pflicht!
5. Abstand gilt auch für das Hereinkommen und das Hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.

Gottesdienste in Roßtal
Wir feiern am Sonntag um 9 Uhr und um 10 Uhr Gottesdienste in St. Laurentius musikalischer Überraschung.

Himmelfahrt in Buchschwabach
In Buchschwabach findet der erste Gottesdienst an Himmelfahrt den 21. Mai statt. 24 Plätze hat die Kirche und ein paar Stühle vor der Türe. So dass gemäß der Regeln aus Roßtal an Himmelfahrt auch in Buchschwabach endlich wieder Gottesdienst gefeiert werden kann. Dieser beginnt um 9 Uhr in der Kirche in Buchschwabach.


Gottesdienst Zuhause
Anleitung für Gottesdienst@home von Pfarrerin Ulrike Weeger aus Obermichelbach
Kindergottesdienst am Sonntag um 10 Uhr auf www.kirchemitkindern.digital.de

Gestickte Karten
Es gibt Karten und Stickarbeiten von Frau Ulscht zugunsten unseres Partnerdekanat in Siha, Tansania Bestellungen können über das Pfarramt gehen.

Aktion „Gut, dass es dich gibt“
Schicken Sie einen Kommentar, oder einen Dank an die Mitarbeitenden des diakonischen Werkes. Denn die Arbeit der Pflege ist hart und braucht jedwede Unterstützung. Schreib deiner Krankenschwester, oder grüße einen Menschen aus dem Gesundheitssystem, der sich gerade in der Pflege, oder Versorgung alter, oder kranker Menschen einbringt.
Die Diakonie Fürth ruft unter dem Motto „Gut, dass es dich gibt“ alle Menschen in Stadt und Landkreis Fürth dazu auf, den Diakonie-Pflegekräften in einer kurzen Grußbotschaft zu sagen, warum es gut ist, dass es sie gibt. Gefragt sind persönliche Statements (Text, Bild, Video, Audio), die als wertschätzende Botschaft nach und nach auf der Diakonie-Website veröffentlicht werden. Mitmachen ist ganz einfach: Eine kurze Mail mit der eigenen Grußbotschaft an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! genügt.

Wenn sich Corona im Geldbeutel bemerkbar macht
Diakonie Fürth bietet Beratung bei coronabedingten Einkommenseinbußen - hier der Link zum Angebot

Kultur einmal anders
Unsere Kirchenmusikseiten finden Sie hier

Der kleine Gesundheitstipp
Viele Fragen wie kann man das Immunsystem stärken. Und die Antwort ist manchmal ganz einfach: Rechtzeitig ins Bett gehen und genügend Schlafen und das nicht nur am Wochenende.

Neue Fotogalerie „Fenster“
Das Thema der neuen Bilderserie von Günter Hochberger sind Fenster. (Bitte pdf im Vollbild-Modus betrachten)

Der Coronakommentar
„Kein Schaden ohne Nutzen“ sagt der Volksmund und das trifft auch auf Corona zu. Manches könnte in der Zeit nach Corona beibehalten werden.
Es lohnt sich genauer hinzusehen und nachzufragen. Corona ist gefährlich und hat schlimme Folgen. Das ist unbenommen und jeder der eine der schlimmeren Versionen hatte wird es nie im Leben wiederholen wollen. Dennoch gibt es sicher mehr als 10 Gründe warum Corona nicht nur schlechte Seiten hatte, auch wenn diese deutlich überwiegen und die Welt noch lange bewegen werden.
Hier nun der Versuch 10 Gründe für einen Nutzen der Coronazeit zu finden:
1.    Die Coronazeit zeigt die Vorzüge und die Qualität des deutschen Gesundheitswesens, einschließlich des deutschen Krankenkassensystems im internationalen Vergleich.
2.    Die Coronazeit führt zu einer  Neuentdeckung systemrelevanter Berufe und einer Hochschätzung des öffentlichen Dienstes und der Pflege
3.    Die Coronazeit zeigt, daß Deutschland handlungsfähig ist und den Wert menschlichen Lebens mit viel Aufwand schützt.
4.    Die Coronazeit ermöglicht einen Digitalisierungs- und Fortschrittsschub, den vor Monaten keiner für möglich hielt und technische Innovationen ungeahnter Größe werden geplant und umgesetzt.
5.    Die Coronazeit zeigt, wie hoch die Bereitschaft war und ist sich für den Schutz menschlichen Lebens einzusetzen und füreinander Verantwortung zu übernehmen, denn das Maskengebot, oder die Kontaktverbote schützten ja die Anderen.
6.    Das Grundgesetz und seine Grundrechte sind endlich in der Diskussion. Viele entdecken den Schatz, der hier zu finden ist neu und lesen das erste Mal wieder ihre Rechte und die Grundlagen unseres Landes, 75 Jahre nach Kriegsende und im 30. Jahr der Wiedervereinigung dringend notwendig.
7.    Homeoffice, von vielen Arbeitgebern als unmöglich abgetan, ist nun eine Selbstverständlichkeit.
8.    Familie und Nachbarschaft haben eine neue Bedeutung bekommen und beweisen täglich neu ihre Tragfähigkeit.
9.    Lokal einkaufen und global denken, Über die Verbindungen in die ganze Welt wird neu nachgedacht und es entstehen wieder mehr lokale Versorgungs- und Lieferketten, auch wenn sie ein wenig teurer sein sollten.
10.     Es muss nicht immer das große Event sein, auch eine Videoschaltung mit dem Freundeskreis kann zu einem gemütlichen Weinabend werden und statt der Kreuzfahrt geht man im Buchschwabacher Mühlbachgrund spazieren.
Überlegen Sie selbst, es stimmt - kein Schaden ohne Nutzen. Und manches, jetzt angewöhnt lohnt sich auch weiterhin zu bewahren.
Meint Ihr Jörn Künne

 

Freitag, 15. Mai 2020

Die gute Nachricht:
Es ist Wochenende und es fühlt sich auch langsam wieder an, wie ein Wochenende. Die Eisheiligen sind vorbei. Also Zeit für die Bohnen und die Tomaten und das Wetter soll schön werden darum hinaus in die Natur, den Garten gerichtet und die Sommerpflanzen gepflanzt. Der Sommer kann kommen und mit ihm die Lebenslust und die Lebensfreude und damit ist Hochbetrieb in unseren Gärten an diesem Wochenende vorprogrammiert.

Der biblische Lesetipp
Zwei Monate dauert nun der Coronaausnahmezustand in Deutschland. Zwei Monate, in denen das öffentliche Leben eingeschränkt war und vielfach noch ist. Eine Ahnung wie es dem Volk Israel während seiner fast 70 jährigen Gefangenschaft in Babylon erging, bekommen wir in diesen Tagen. Diesem halfen prophetische Worte, wie die Jesajas, der ihnen Gottes Tröstet tröstet mein Volk entgegenruft und damit Mut macht sich der Gegenwart zu stellen. Nachzulesen ist dieser zeitlose Text im Propheten Jesaja 40, 1-11.

Die Familienaktion – Falken beobachten  
Ein besonderes Naturerlebnis kann der Familienspaziergang am Wochenende werden. Hoch oben auf dem Kirchturm haben die Wanderfalken ihren Horst. Direkt unter der Turmuhr auf der Ostseite brütete das Wanderfalkenpaar mit Namen Ella und Harold, seinen Nachwuchs aus. Das Toni genannte Küken sitzt seither auf dem Sims, wartet auf Nahrung und ist inzwischen vom flaumigen Baby zu einem pubertären Muskelprotz, der seine Flügel trainiert, herangewachsen. Mit dem bloßen Auge, aber noch besser mit einem Fernglas ist Toni mit seinen Eltern zu beobachten.
Bevor Toni ausfliegt ist an diesem Wochenende noch einmal die Gelegenheit ihn und seine Familie zu beobachten. Rund um diese schnellsten, Tiere der Welt, immerhin sind Wanderfalken bis zu 320 Stundenkilometer schnell und damit schneller als ein ICE , gibt es in der Kirche eine kleine Ausstellung mit Fotos der Falken aus dem vergangenen und diesem Jahr und für alle Schulkinder liegt ein Malbuch zum Mitnehmen auf. Bedingung fürs Mitnehmen ist das Zeichnen eines Falkenbildes, das im Kirchenbüro abgegeben werden soll. 
Außerdem haben wir einen Kasten aufgestellt, in den Fragen an den Falkner gestellt werden können. Seine Antworten finden sich dann am kommenden Wochenende im Coronatagebuch und werden per Mail bearbeitet.
Damit man Toni und seine Eltern auch wirklich gut sehen kann, empfiehlt es sich Ferngläser mitzunehmen. Die besten Beobachtungspunkte sind auf dem Kirchhof markiert. Willkommen im Reich der Falken.
Fernseh- bzw. Videotipp: Anna und die wilden Tiere - Der Falkner und seine Greifvögel

Neue Fotogalerie „Fenster“
Das Thema der neuen Bilderserie von Günter Hochberger hat das Thema Fenster. (Bitte pdf im Vollbild-Modus betrachten)

Aus dem Gemeindeleben

Gottesdienste
Wir feiern am Sonntag um 9 Uhr und um 10 Uhr Gottesdienste in St. Laurentius (hier gibt es eine musikalische Überraschung) und an Himmelfahrt um 9 Uhr in Buchschwabach.

Gottesdienstregeln
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine. 2 Meter Abstand sind Pflicht!
5. Abstand gilt auch für das Hereinkommen und das Hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.

Es trommelt um 19 Uhr
Ein Trommel-Flashmob ist am heutigen Abend gegen 19 Uhr in Roßtal zu hören. Die Trommel- und Sambagruppe von und mit Andrea Herzog spielt und trommelt von ihren Terrassen, Balkons und Haustüren aus.

Die Printvariante des Coronatagebuches
Ist auch an diesem Wochenende in der Kirche, oder auch bei Blumen Fröschel zu erhalten (pdf zum selbst drucken). Auch von der 4. Ausgabe gibt es noch ein paar Restexemplare in der Kirche.

Die Wochenchallenge
Schreib deiner Krankenschwester und lobe sie, läuft auch an diesem Wochenende weiter. Anerkennung tut gut und das gerade in der Pflege. Darum lob deine Nachbarn aus dem Gesundheitswesen persönlich, oder schicke ihnen über das Diakonische Werk Fürth einen elektronischen Gruß.

Die Diakonie Fürth ruft unter dem Motto „Gut, dass es dich gibt“ alle Menschen in Stadt und Landkreis Fürth dazu auf, den Diakonie-Pflegekräften in einer kurzen Grußbotschaft zu sagen, warum es gut ist, dass es sie gibt. Gefragt sind persönliche Statements (Text, Bild, Video, Audio), die als wertschätzende Botschaft nach und nach auf der Diakonie-Website veröffentlicht werden. Mitmachen ist ganz einfach: Eine kurze Mail mit der eigenen Grußbotschaft an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! genügt.

Kochen und backen mit Christiane Schuster
Haben Sie auch während der Spargelsaison Eiweiß übrig? Dann hat Christiane Schuster mit dem Eiweißkuchen ein leckeres Rezept zur Eiweißverwertung für Sie. Und vorher vielleicht überbackene Käsenudeln?

Der Coronakommentar
Was bleibt von der Pandemie und wo hinterlässt sie ihre Spuren. In der Roßtaler Küche hat sie bereits ihre Spuren hinterlassen, meint unser Autor.
Keine Lust mehr auf Fertigpizza! Kein Interesse an Dosenravioli, aber frischer Salat aus dem Garten ein Walnusstopping dazu und ein paar Spitzen Rucola, Essig, Salz und Öl und fertig ist der perfekte Salat. Die Pandemie, rüttelt die Essgewohnheiten nicht nur in Roßtal durcheinander. Weil Homeoffice für mehr Pfunde auf den Hüften sorgt, stehen heimische Produkte, die schnell zubereitet sind, zunehmend auf dem Speiseplan. In den ersten Wochen waren Nudeln, Reis und Klopapier ausverkauft. Nun haben Zutaten für schnelle heimische Küche, wie Spiegelei mit Bratkartoffeln, wieder Hochkonjunktur. Heimische Kost, die nicht auf lange Lieferketten angewiesen ist, nicht in Coronageplagten Landstrichen geerntet wird, sondern kurze Wege hat. Die ist in Roßtaler Küchen inzwischen allgegenwärtig und gerne auch vegetarisch. Zum Beispiel Salat, Stopfer, Kartoffelsalat mit Sellerieschnitzel oder Hengleins Schupfnudeln mit Kraut. Kurze Wege, heimische Produkte… und die Nudeln halten sich im Regal noch eine ganze Weile. Corona verändert die Ess- und Kochgewohnheiten und der Trend zu frisch, schnell und regional ist vielleicht gar nicht so schlecht. Auch in Zukunft und damit vielleicht auch Vorbild für den Einkauf bei anderen Warengruppen.


Donnerstag, 14. Mai 2020

Die gute Nachricht
Die Zahlen sprechen für sich: Auch in Bayern gibt es kaum Neuinfektionen durch Corona. Ein deutliches Zeichen für den Erfolg der Kontaktbeschränkungen und der Verbote der vergangenen Wochen. Es ist ein Erfolg aller, dass hier die Zahlen derartig fielen und die Zahl der Neuerkrankten so deutlich gefallen ist. Und ja, es ist noch nicht vorbei, aber mit Disziplin und einem guten Plan sind Erfolge gegen Corona möglich.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Rätselfrage: Welches ist der älteste Pop-Song?
Zumindest was den Text betrifft ist es „Turn, turn, turn (to everything there is a season)“ von The Byrds, der1965 die Spitzen der Charts erreichte. In unterschiedlichen Arrangements und Coverversionen wurde schon vorher der Text, den Pete Seeger 1950 geschrieben hatte, verwendet. Er bezog sich damit auf einen 3000 Jahre alten Abschnitt aus dem Buch des Predigers (3. Kapitel) „Alles hat seine Zeit.“ Ein Text, der selbst heute wieder seine Aktualität hat.
Alles, was auf der Erde geschieht, hat seine von Gott bestimmte Zeit: geboren werden und sterben, töten und Leben retten, weinen und lachen, sich umarmen und sich aus der Umarmung lösen. (Prediger 3,1+2+5, Übersetzung Gute Nachricht)

Der biblische Lesetipp
Heute gibt es noch einmal einen kleinen Blick in die Welt der Psalmen. Auch zur Warnung vor vielen Fake News und zur Warnung für alle, die mit falschen Tipps über die Coronazeit nachdenken. Wenn man diese aktuelle Situation mitbedenkt, bekommt das, was in Psalm 1 steht, ganz schön aktuelle Bedeutung.
Doch lesen sie selbst im Psalm 1.

Der Gesundheitstipp zur Stärkung des Immunsystems
In loser Folge werden hier Tipps zur Stärkung des Immunsystems veröffentlicht, die Mitglieder des
Kirchenvorstandes und Mitarbeitende in der Kirchengemeinde weitergeben.
Heute empfiehlt Jörn Künne heißen Holundersaft.
Damit haben wir fast alles besiegt. Das war das Hausmittel bei Künnes und so wurde jeden Herbst schwarzer Holunder geerntet, grob von den Stielen abgestriffen und im Dampfentsafter entsaftet. Aufgekocht mit etwas Zucker und dann in Twist-off-Flaschen abgefüllt. So stand diese alte Medizin im Schrank und wartete auf die erste Erkältung. Heiß gemacht und warm getrunken, wirkte Holundersaft wahre Wunder und manchmal schwitzten wir dann das Fieber erst richtig aus….

Aus dem Gemeindeleben

Michael Bauer spielt
Am Freitag ab 10 Uhr spielt Michael Bauer erneut an der Orgel der Laurentiuskirche Roßtal. Die Türen der Kirche stehen offen, hören Sie einfach einmal hinein.

Die Druckausgabe Nummer 5
Die neue Printausgabe des Coronatagebuches wird es am Freitag ab ca. 16 Uhr in der Laurentiuskirche und bei Blumen Fröschel geben. In der Kirche gibt es auch Restexemplare der Coronatagebuchausgabe 4. 

Die Bildergalerien von Günter Hochberger
Immer wieder faszinierend und erholsam die Bilder von Günter Hochberger (Bitte pdf im Vollbild-Modus betrachten)

Wir kommen zu ihnen nach Hause
Filme bei YouTube: Evangelische Kirche Roßtal (als Suchbegriff eingeben) Ganz neu Geh aus mein Herz und suche Freud mit Stephen Jenkins.
Homepage für Kirchenmusik: www.quempas.jimdosite.com

Der Coronakommentar
Schade, dass der öffentliche Diskurs so entgleist. Schade, dass das Gemeinschaftsgefühl der ersten Coronawochen so entschwindet. Denn Gemeinsam waren wir stark und gemeinsam ertrug sich die Bedrohung auch tatsächlich leichter. Aber wenn heute Verführer von einer Coronalüge sprechen und wenn das Virus als Fake abgetan wird, dann zerbricht die Gemeinschaft, die im Kampf gegen die steigenden Fallzahlen, so erfolgreich war. Nein, Corona ist weiterhin da und bei genauerem Nachdenken, kennt inzwischen jeder mindestens einen Menschen der an Corona erkrankt, oder vielleicht sogar verstorben ist. Meine Coronabekannten sind zwischen 35 und 99 Jahre alt und keiner der Genesenen möchte Corona jemals wieder haben. Als Pfarrer weiß ich von 15 Menschen aus Roßtal und Umgebung, die erkrankt waren, oder sind und ja, das sind eine Menge Menschen in unserem Gebiet. Und sie alle berichten, sofern sie überlebten, dass sie das nicht noch einmal miterleben wollten. Und nein, es waren nicht alles ältere Menschen, sondern zur Hälfte Menschen unter 45 Jahren, ohne Vorerkrankung wie Übergewicht, Diabetes, oder Herzkrankheiten. Corona ist gefährlich, aber nur, wenn man sich nicht dagegen rüsten kann. Die Todeszahlen anderer Länder, warnen davor zu früh zu lockern und es braucht die ganze Gesellschaft, um hier vorsichtig einander zu schützen und das gelingt zurzeit noch einigermaßen gut. Darum bitte, passen Sie aufeinander auf und stimmen Sie nicht jeder Stimme zu, die sagt, es gibt Corona nicht, denn ist noch nicht vorbei und es gibt viel Grund, um vorsichtig sein zu müssen. Weiß Ihr Jörn Künne

 

 

Mittwoch, 13. Mai 2020

Die gute Nachricht 
Wir bleiben vernünftig in Roßtal. Kein Gespräch in den letzten Tagen bei dem nicht Besorgnis durchklang, verspielen wir das Erreichte durch zu schnelles Öffnen. Keine Begegnung, in der nicht nachgefragt wurde, wir öffnen zu schnell? Und in der Konsequenz viele die noch daheim bleiben. Der Mundschutz wird zum Schutze der Anderen getragen und vor den kleineren Geschäften gibt es immer Warteschlangen. Wenn sich Menschen auf der Straße treffen, dann immer mit Abstand und Vorsicht. Wir bleiben vernünftig und tragen so zum Erfolg gegen Corona bei.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Manch einer von den Älteren erinnert sich noch an die DiscoPopGruppe BoneyM, die den 137. Psalm „By The Rivers Of Babylon“ 1978 in die Charts gebracht hat. Sie hatten dafür einen Raggae-Song der Melodians aus den frühen siebziger Jahren etwas überarbeitet. Allerdings wurde nicht der ganze 137. Psalm verwendet, das brutale Ende wurde weggelassen und dafür Worte aus dem 19. Psalm angefügt: „Let the words of my mouth, and the meditation of my heart, be acceptable in thy sight, O LORD.“
Wenn ich schon nicht singen kann, dann möge „the mediation of my heart“ oder wie Luther es übersetzt „das Gespräch meines Herzens“ vor Gott stehen. „Ich singe dir mit Herz und Mund.“ hat Paul Gerhardt gebetet. Teil zwei muss, coronabedingt, im Gottesdienst leider jetzt ausfallen.
Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, HERR. (Psalm 19,15)

Neue Bilder von Toni
Unser, unsere Toni wächst und wird größer. Inzwischen werden bereits die Flügel trainiert, denn immerhin sollen sie den Wanderfalken zu Spitzengeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern schnell machen. Damit wird Toni eines Tages zu den schnellsten Tieren unserer Erde gehören und ein erfolgreicher Jäger werden. 

Printausgabe ist noch erhältlich
Noch gibt es in der Kirche, oder im Kirchenbüro die neueste Ausgabe des Coronatagebuches in der Printversion. Holen Sie sich die Printausgabe, oder bringen Sie diese jemandem mit, der kein Internet hat.

Post für den Seniorenkreis
Lag in diesen Tagen im Briefkasten. Weil im Mai und wohl auch im Juni noch kein Seniorenkreis stattfinden kann, erhielten alle bekannten Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen kleinen Gruß vom Seniorenkreis, damit die Verbindung nicht abreißt. Vielen Dank an Inge Eichinger, die so aus der Ferne grüßen muss.

Stickarbeiten für Tansania
Mit dieser Stickarbeit, einem Spezialauftrag zu einem Hochzeitsjubiläum, bringt sich Hannelore Ulscht in Erinnerung. Stickaufträge, wie dieser zu Hochzeiten, Jubiläen oder runden Geburtstagen, nimmt die Leiterin unseres Missionskreises gerne entgegen. Auch ihre traditionellen Karten gibt es nach wie vor zu bestellen. Der Erlös der Karten, wie auch anderer Stickarbeiten kommt dem Fürther Partnerdekanat am Kilimandscharo zu Gute und soll den Bau eines Operationssaales finanzieren. Bestellanfragen werden über das Kirchenbüro Tel 57416 weitergeleitet. 

Die Wochenchallenge - Anerkennung für die Pflege
Sie kennen einen Menschen, in der Nachbarschaft, der in der Pflege arbeitet? Sie haben eine Krankenschwester, oder einen Altenpflegehelfer in der Verwandtschaft? Sie haben Angehörige in einem Heim? Dann schicken Sie doch einen persönlichen Gruß an diese Menschen. Sagen Sie danke, oder beteiligen Sie sich an der Aktion des Diakonischen Werkes Fürth, das zu virtuellen Grüßen an die Pflegenden in Stadt und Land aufruft.

Die Diakonie Fürth ruft unter dem Motto „Gut, dass es dich gibt“ alle Menschen in Stadt und Landkreis Fürth dazu auf, den Diakonie-Pflegekräften in einer kurzen Grußbotschaft zu sagen, warum es gut ist, dass es sie gibt. Gefragt sind persönliche Statements (Text, Bild, Video, Audio), die als wertschätzende Botschaft nach und nach auf der Diakonie-Website veröffentlicht werden. Mitmachen ist ganz einfach: Eine kurze Mail mit der eigenen Grußbotschaft an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! genügt.


Fünf Wünsche von Jan Mrochen
Die Welt steht Kopf und wir mit ihr. In den letzten Wochen hat sich unser Leben verändert wie nie zuvor. Die Menschen helfen sich wieder gegenseitig und erleben ihr Umfeld mit offenen Augen und Ohren. Man könnte auch einfach sagen: „Uns und unserem Umfeld geht es so gut, dass die meisten sich nicht im Ansatz beschweren können!“.

Wir bewältigen diese Krise ganz nach dem Motto „Vorsicht ist besser als Nachsicht“, denn jedes Leben ist gleich viel wert und muss bewahrt werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Wir weiterhin alles geben, um unser Umfeld zu beschützen. 
30 Millionen Menschen haben sich in den Vereinigten Staaten seit dem Beginn der Corona-Krise Arbeitslos gemeldet (Stand 30.04.2020). Die Folge ist, dass manche sich nicht mal mehr eine Krankenversicherung leisten können. Ob ein börsennotiertes Unternehmen ein paar Prozent verliert sollte niemals wichtiger sein als die Gesundheit der Menschen, die hinter diesem Unternehmen stehen. 

Für unsere Zukunft nach Corona wünsche ich mir:
1.    Dass die Achtsamkeit der Menschen untereinander bestehen bleibt und der Alltagstrott nicht wieder die Überhand ergreift.
2.    Dass soziale Berufe mehr Wertschätzung in unserer Gesellschaft erfahren und deren Attraktivität erhöht wird.
3.    Dass wir trotzdem positiv auf diese Zeit zurückblicken können und für uns etwas daraus mitnehmen konnten.
4.    Dass die Politik die Forschung im Gesundheitssektor mehr fördert.
5.    Dass die alt gedienten Strukturen in Wirtschaft und Politik aufgebrochen werden, um mit den führenden Wirtschaftsnationen (USA, China) mithalten zu können.

Bildergalerie
Das große Summen – eine Bildergalerie von Hummel, Biene und Wespe fotografiert von Günter Hochberger. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Coronakommentar 
Persönliche Kontakte sind nicht zu ersetzen, dazu brauchen sich Menschen viel zu sehr. Raum dafür langsam und vorsichtig zu geben, ist Konsens in Roßtal.
Die Welt ist elektronisch vernetzt, Konferenzen finden am Telefon, oder als Videokonferenz statt, Schüler haben Lernplattformen und mit der Oma in Hamburg wird geskypt. WhatsApp hält den Freundeskreis zusammen und Twitter wird nur noch vom amerikanischen Präsidenten genutzt, auf Instagram tummeln sich die reichen und Schönen und im Internet gibt es unendlich viele Gescheite und auch ein paar reichlich dumme Foren und Chatrooms. Der Mensch will in Kontakt miteinander bleiben, voneinander wissen und miteinander leben. Der Mensch will miteinander sprechen und voneinander Neues erfahren. Aber trotz vielfältigster elektronischer Möglichkeiten, trotz all der vielen technischen Lösungen, jetzt nach langen Wochen voller Telefonkonferenzen, sehnt man den persönlichen Kontakt herbei . Endlich den anderen  zwar mit Maske sehen, endlich den anderen persönlich treffen. Im Gottesdienst, beim Einkaufen, beim Spaziergang und jedes Gespräch dauert ein klein wenig länger, als früher und jede kleine Begegnung wird noch ein klein wenig wertvoller und es tut gut, dass sie mit der nötigen Vorsicht auch möglich sind. Selbst jugendliche lesen nicht mehr alle Nachrichten und wer im Homeoffice ist, der drückt ständig neue Mails weg. Nein, nicht die sozialen Medien sind die große Zukunft sondern nach wie vor die persönliche Begegnung zwischen Menschen und dafür Räume und Treffpunkte zu haben das ist zutiefst menschlich und  mit den nötigen Abstandsregeln und dem Mundschutz ja auch wieder in kleinen Grüppchen möglich und es tut so gut sich wieder zu treffen. Es tut so gut einander zu haben, es tut so gut miteinander direkt zu kommunizieren, es gehört einfach zum Menschsein dazu und es tut gut, dass wir dank Corona lernen einander wieder mehr zuzuhören und auch direkter miteinander zu sprechen. Denn der persönliche Kontakt ist durch nichts zu ersetzen.

 

Dienstag, 12. Mai 2020

Die gute Nachricht
Auch in den Altenheimen waren Besuche rund um den Muttertag möglich. Mit vielen, vielen Vorsichtsmaßnahmen, war es möglich in den verschiedensten Altenheimen Familienangehörige zu treffen. Auch wenn es sich noch fremd anfühlt unter Beachtung von Coronaregeln Besuche bei der Mutter oder dem Vater zu machen. Es war wieder möglich und vielleicht hat auch der ein oder andere Besuch von seinen Kindern bekommen, die sich auch ohne Corona selber Abstandsregeln geschaffen haben…

Der biblische Lesetipp
Vier Freunde muss man haben, die einen auf einer Trage über Stock und Stein tragen. Vier Freunde, die sich von nichts schrecken lassen und den Gelähmten durchs Dach herunterlassen. Wahrscheinlich haben sie auch zusätzlich noch die Pflege übernommen und über die Jahre ausgefüllt. Glücklich also, wer solche Freunde hat. Doch lesen Sie selbst in Lukas 5, 17-26

Das Tagesthema: Tag der Pflege
Heute erinnert, der bundesweit begangene Tag der Pflege, an die angespannte Situation im Gesundheitswesen. Natürlich hat sich unter der Corona Pandemieherausforderung seine Leistungsfähigkeit herausgestellt. Trotz vieler Kritikpunkte und vieler Verbesserungsideen, gab es in Deutschland nicht die Bilder aus Spanien, Italien und Amerika. Dennoch sind inzwischen rund 7.000 Tote zu beklagen und in vielen Bekanntenkreisen gibt es Menschen, die infiziert waren, oder noch krank sind. Sie zu pflegen und all die anderen „normalen“ Kranken in dieser Zeit, wird den Pflegekräften überall auf der Welt zugemutet. Und die Arbeits- und Lebensbedingungen sind oft hart. Deshalb verschaffen sich deutschlandweit Pflegekräfte am Tag der Pflege Gehör und weisen auf ihre Anliegen hin. Das soll auch heute und hier in diesem Coronatagebuch geschehen, das darum heute den Schwerpunkt Pflege hat.

Wie lebt es sich an einem Corona Hotspot?
Das AWO Heim in Langenzenn ist einer der am Schlimmsten von Corona befallenen Orte in ganz Bayern. Die Ausnahmesituation für Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch für die Pflegekräfte war und ist erschreckend und zeigte die Gefährlichkeit des neuen Virus. Dekan Friedrich Schuster hat sein Erleben der Situation in Langenzenn mit diesen Stichworten zusammengefasst:
-    Dramatische Situation im AWO-Seniorenheim: Aktuell 23 an Corona Gestorbene. Davon 16 Evangelische.
-    Wir begleiten die Hinterbliebenen / führen Trauergespräche über das Telefon (wenn Hinterbliebene Corona-Kontaktpersonen sind), sitzen teilweise im Freien auf der Terrasse und führen dort mit ausreichend Abstand die Trauergespräche. Dabei verstehen uns die älteren Hinterbliebenen manchmal nicht, wenn wir mit Mund-Nasen-Schutzmaske sprechen. 
-    Wir arbeiten momentan die Sonntage durch (arbeiten die Beerdigungen ab)
-    Wir erleben nicht nur Trauer über den Verlust, sondern auch große Betroffenheit, weil Hinterbliebenen nicht beim Sterben dabei sein durften, weil Schutzkleidung gefehlt hat.
-    Wir erleben Wut über unser kommerzialisiertes Gesundheitssystem, das v.a. über Fallzahlen geregelt ist und nicht ausreichend den Menschen sieht. So wurde eine betagte Seniorin mit Halswirbelfraktur nach wenigen Tagen nach Hause „entlassen“ (eigentlich hinausgeschmissen), weil sie nicht mehr operiert werden konnte und alle Betten für Corona-Patienten freigehalten werden mussten, die dann nicht kamen. Für die Familie war es ein traumatisches Erlebnis, allein gelassen zu werden – auch mit der Pflege. 
-    Viele Beerdigungen werden verschoben, die Trauer hängt in der Luft, hat keinen Ort (Grab). Kann man nach Wochen als Seelsorger noch anknüpfen?
-    Die Frage der Schutzkleidung und der flächendeckenden Schnelltests muss dringend für alle Beteiligte geklärt werden.
-    Warum gibt es so viele Tote in Pflegeheimen? Zu wenig Schutzkleidung? Zu wenig Tests? Zu viele Gemeinschaftsflächen? Zu viel Austausch der Mitarbeitenden? Diese Fragen werden von den Hinterbliebenen gestellt.

Gut, dass es dich gibt - Diakonie Fürth setzt mit Aktion zum „Internationalen Tag der Pflege“ ein Zeichen
Sie leisten Großartiges für andere. An 365 Tagen im Jahr helfen sie mit ihrer Fürsorge und Hingabe pflegebedürftigen Menschen, die im täglichen Leben auf Unterstützung angewiesen sind. Die Pflegekräfte der Diakonie Fürth machen damit das Leben älterer Menschen in den beiden Seniorenpflegeheimen Sofienheim in Fürth und Gustav-Adolf in Zirndorf sowie in der ambulanten Pflege lebenswerter. Sie haben stets ein offenes Ohr für die Bedürfnisse und Anliegen der ihnen anvertrauten Menschen, den Bewohner*innen und Patient*innen.

Es ist eben ein echter Job für Alltags-Helden. Aus diesem Grund will die Diakonie Fürth zum „Internationalen Tag der Pflege“ ein Zeichen setzen: Unter dem Motto „Gut, dass es dich gibt“ ruft der Fürther Wohlfahrtsverband alle Menschen in Stadt und Landkreis Fürth dazu auf, den Diakonie-Pflegekräften gegenüber mit einer kurzen Grußbotschaft ihre Anerkennung und Wertschätzung für die wertvolle Arbeit, die diese jeden Tag leisten, auszudrücken.

„Pflegekräfte erfüllen absolut wichtige gesellschaftliche Funktion“

„Sie nehmen einen Arbeitsalltag in Kauf, der allzu oft fordernd und anstrengend ist“, unterstreicht Ruth Papouschek. Die für die Pflege zuständige Diakonie-Vorständin weiter: „In diesen Tagen sprechen wir völlig zurecht von Alltagshelden, wenn wir an die Ärzte und Pflegekräfte in unseren Krankenhäusern denken. Wir dürfen aber auch die nicht vergessen, die in der ambulanten Pflege und in den Seniorenpflegeheimen Tag für Tag über sich hinaus wachsen.“

Vor diesem Hintergrund stößt ihr vor allem eines sauer auf: die gescheiterten Gebührenverhandlungen für die ambulante Pflege mit den Kassen. Darüber könne auch der 500 Euro Bonus der Staatsregierung für die bayerischen Pflegekräfte nicht hinwegtäuschen. „Natürlich nehmen wir das als Zeichen der Anerkennung für unsere Mitarbeitenden gerne an“, betont Ruth Papouschek. Jedoch dürfe der Bonus nicht vergessen lassen, dass die Pflegeberufe grundsätzlich neu und besser zu bewerten seien als bisher. Ihre Sorge: „Ich sehe trotz des Applauses in der Corona-Krise keine generellen Anzeichen für eine Besserung im Pflegeberuf.“

Den „Internationalen Tag der Pflege“ am 12. Mai will Ruth Papouschek aber auch nutzen, um noch einen weiteren Aspekt in den Mittelpunkt zu rücken, an dem noch gearbeitet werden muss, wenn der Beruf attraktiver werden soll. Die Diakonie-Vorständin wirbt für mehr gesellschaftliche Wertschätzung für den Pflegeberuf, die über bloße Worthülsen hinausgeht: „Pflegekräfte erfüllen eine absolut wichtige gesellschaftliche Funktion und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass jeder von uns irgendwann einmal auf sie angewiesen sein wird. Es ist ein fordernder Beruf, den nicht jeder ausüben kann. Das sollte man sich klarmachen und in alltäglichen Situationen ernsthafte Anerkennung zeigen.“

Die Diakonie Fürth ruft unter dem Motto „Gut, dass es dich gibt“ alle Menschen in Stadt und Landkreis Fürth dazu auf, den Diakonie-Pflegekräften in einer kurzen Grußbotschaft zu sagen, warum es gut ist, dass es sie gibt. Gefragt sind persönliche Statements (Text, Bild, Video, Audio), die als wertschätzende Botschaft nach und nach auf der Diakonie-Website veröffentlicht werden. Mitmachen ist ganz einfach: Eine kurze Mail mit der eigenen Grußbotschaft an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! genügt.

Die Wochenchallenge: Wir danken für die Pflege
Kennen Sie eine Krankenschwester? Ist ihr Neffe Krankenpfleger? Sind ihre Nachbarn Ärzte? Kennen Sie eine Altenpflegerin: Dann bereiten Sie ihnen doch eine Freude, dann schenken sie ihnen doch eine Aufmerksamkeit, dann geben sie ein wenig Dankbarkeit weiter und setzen ein Zeichen des Dankes und der Anerkennung für Menschen, die in dieser Zeit eine wirklich schwierige Arbeit machen. Sagen, singen, schreiben Sie ihren Dank und schicken ihn weiter an Mitarbeitende im Gesundheitswesen und in der Pflege. Karten für diese Aktion liegen auf dem Schriftentisch der Kirche auch aus. 

Das Coronabild von Tobias Döllinger
Wie erleben Kinder und Teenager Corona mit. Die Pandemie verändert das Leben total und bringt viele Gedankenanstöße in Bewegung. Tobias Döllinger hat seine Gedanken in einem Bild zusammengefasst.

Aus dem Gemeindeleben
Fensterln auf die andere Art
Heute findet vor dem AWO Kompetenzzentrum erneut ein Fensterl –Gottesdienst statt. Zwar hat sich die Lage auf den Stationen inzwischen einigermaßen entspannt, aber größere Zusammenkünfte sind immer noch ein Risiko. Darum findet unser Gottesdienst im Freien statt. Und es besteht die Möglichkeit Mitarbeitende, wie Bewohnerinnen und Bewohner mit Grußbändern und Plakaten zu grüßen.  Der Beginn ist auf der Nordseite des Heimes um 16 Uhr.

Blog-Tipp für Mamas:
„Stadt Land Mama“ ist wie eine Tasse Kaffee mit Deiner Freundin – er wärmt von innen und man fühlt sich nicht mehr so unfähig, verloren und alleine. Der Blog ist das Herzblut-Hobby von zwei Journalistinnen und Alltags-Verarbeitungs-Selbsthilfegruppe in einem. Sie schreiben über Gefühle, Alltag, Versagen und Glück. Nehmt Euch eine Tasse Kaffee und lest selbst! Hier mein Lieblingsbeitrag der letzten Woche: "Nach 8 Wochen ist die Luft raus"


Der Coronakommentar
Ist heute ein Link und ein Fernsehhinweis. Die Satiresendung „Die Anstalt“ des ZDF bringt es auf den Punkt. Eine Dreiviertelstunde Gesundheitswahn und Pflegefragen rund um Corona. Klicken Sie einfach hier: www.zdf.de /comedy/die Anstalt Ausgabe 5. Mai und sie verstehen unser Gesundheitssystem neu.

 

Montag, 11. Mai 2020

Die gute Nachricht
Unser Gottesdienstkonzept ging auf. Ich freue mich, dass in beiden Gottesdiensten jeweils rund 45 Menschen saßen und diesen ersten Gottesdienst nach dem Shutdown miterlebten. Natürlich ist die Gemeindebeteiligung sehr eingeschränkt, wenn nicht gesungen werden darf. Auch die Abstände zu einander sind erschreckend, aber es war wieder möglich und dank der Organistin erklangen am Sonntag Kantate (übersetzt singt) auch wieder Lieder in der Kirche.
 
Lesetipp in der Bibel
Kennen Sie die Psalmen? Wissen sie von der Kraft ihrer Worte? Der 23. Psalm fällt sicher vielen auf Anhieb ein und ist ein wirkliches Kraftwort für alle. „Der Herr ist mein Hirte“ - Geborgenheit und Schutz sprechen aus diesen Worten, aber da gibt es noch weitere 149 Psalmen, Glaubenszeugnisse und Gebete von einst. Worte, mit denen die Menschen ihren Glauben und ihr Leben beschrieben. Dankbarkeit schwingt mit und Lebensfreude, wenn Sie den heutigen Lesetipp ansehen. Der 98. Psalm ruft zum Singen und zur Freude auf. Die eigene Geschichte, das Leben in dieser Woche, die Freude über viel Gelungenes und die Begegnung mit den Angehörigen am Muttertag - loben macht fröhlich. Loben lässt eine graue Krankheitswoche leichter werden. Loben hilft bei einem guten Wochenstart. Lesen Sie hier den Psalm 98.

5 Wünsche für die Zeit nach Corona von Luca Bäuerle
Mittlerweile ist es schon über 4 Wochen her, dass eine Ausgangsbeschränkung für uns alle gilt. Langsam dürfen wir uns wieder mit der Familie/den Freunden treffen und etwas unternehmen, jedoch nur unter bestimmten Regeln. Was in der Zukunft kommt das weiß leider noch niemand. Daher kommen hier meine 5 Wünsche für die Zeit nach Corona.
1.    Ich wünsche mir, dass trotz der Corona Pandemie, langsam aber sicher wieder ein „normaler“ Alltag einkehrt und jeder wieder in seinen Job, zu seiner Familie oder zu seinen Freunden gehen kann.
2.    Ich wünsche mir, dass wir trotz alle dem geduldig sind und uns dafür einsetzen eine zweite Welle des Corona Virus zu vermeiden
3.    Ich wünsche mir, dass nach der Corona Pandemie, bestimmten Berufsgruppen mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung geschenkt wird.
4.    Ich wünsche mir, dass die nationale und internationale Wirtschaft schnell wieder auf die Beine kommt und sich von der Pandemie schnellstmöglich wieder erholen kann.
5.    Mein letzter Wunsch ist ein Wunsch der mit meinem beruflichen Leben zusammenhängt. Ich wünsche mir für die Zeit nach Corona, dass die Menschen sich wieder raus trauen und in Gaststätten sowie Biergärten gehen. Und so mithelfen, dass es jedem Gastwirt in Deutschland bald wieder besser geht.

Aus dem Gemeindeleben

75 Jahre Frieden in Europa
Roßtal hat auf seinem Friedhof eine nicht ganz alltägliche Besonderheit. Gleich an der Friedhofsmauer findet sich ein immer noch gepflegtes Grab, eines unbekannten Soldaten. Dort fand am 8. Mai, dem Tag des Kriegsendes in Europa, eine ökumenische Gedenkandacht statt. Bei strahlendem Sonnenschein und gemäß der geltenden Abstandsregelung erinnerten der katholische Priester Wolfgang Jäger und der evangelische Pfarrer Jörn Künne an die Erfahrungen ihrer Familien mit Krieg und Vertreibung und gaben so dem feierlichen Erinnern eine sehr persönliche Färbung. In seiner Ansprache betonte der evangelische Pfarrer das verbrecherische Handeln Deutschlands in den Jahren 1933-1945 und verwies darauf, dass Lehren aus dieser Zeit gezogen wurden und der Schutz und die Würde menschlichen Lebens seit 75 Jahren politisches Handeln bestimmen.  Das spiegelt sich auch in der Coronakrise wider. Zusammen mit dem Bürgermeister des Marktes Roßtal, Rainer Gegner, legte die Kirchengemeinde am Grab dieses unglücklichen, unbekannten Soldaten eine Schale nieder. Für eine ganz eigene, friedliche Stimmung sorgte Reyno Schödel. „Where have all the flowers gone“ oder die deutschen Protestlieder „Zogen einst fünf wilde Schwäne“ und „Die Gedanken sind frei“ prägten, gerade weil sie auch Evergreens sind, diesen Freiluftgottesdienst der der erste, öffentliche Gottesdienst in Roßtal, seit knapp zwei Monaten war.

Ein bisschen wie bei Dornröschen
So wie es gerade im Kindergarten Sonnenblume ist, stellt man sich den beschriebenen Schlaf im Märchen Dornröschen vor.
Alle sind da, aber es war kein Leben im Schloss!
Wobei, Leben findet bei uns schon statt, nur in anderer Form.

Seit Mitte März, der Beginn des Betretungsverbotes von Kindertageseinrichtungen und der Einschränkungen, hat sich unsere Kinderzahl von 12 auf, jetzt Anfang Mai, 24 Kinder erhöht, deren Eltern zur kritischen Infrastruktur gehören und sie somit die Einrichtung besuchen dürfen.
Im Gespräch mit den Kindern merkt man, sie wissen gut über Corona und die Hygienevorschriften Bescheid und gehen diesen nach!
Über Mindestabstand und Masken brauchen wir hier kaum nachdenken, da dies für Kindergartenkinder schwer und Krippenkindern kaum oder nicht nachvollziehbar ist.
Gerade die Mimik, von welcher sich Kinder ein Bild vom Erwachsenen machen, geht völlig verloren und wir wirken auf die Kinder befremdlich.

Da es uns wichtig ist, mit allen Eltern einheitlich zu kommunizieren, wurde für jede Gruppe ein Emailverteiler erstellt. Um den Eltern Informationen und für die Kinder Beschäftigungen und Anregungen zum Basteln, verschiedene Lieder und Fingerspiele, Bilder und Videos in regelmäßigen Abständen aus der Sonnenblume zukommen zu lassen.
Für alle Kinder, ob Krippe oder Kindergarten, ging Anfang April die Aufgabe raus, dass sie Regenbogen in individueller Weise zuhause gestalteten, diese in den Briefkasten werfen. Nun zieren die unterschiedlichsten Regenbogen unseren Gartenzaun im Hof. Als weitere Aufträge folgten Schmetterlinge, Sonnenblumen und Papageie für die jeweiligen Gruppen der Kinder, um diese damit zu dekorieren.
Auch hier erhalten wir wunderschöne und einmalige Kunstwerke der Kinder – man sieht wieviel Zeit, Mühe und Kreativität in den Familien steckt!!!
Unsere Biggi`s (Vorschulkinder) werden so mit Aufgaben für das „Home-Schooling“ versorgt, um nicht völlig aus der Spur zu geraden. Auch für sie ist es zurzeit nicht dasselbe Lernen - im Kindergarten gehört die Biggi-Stunde am Mittwoch zum Alltag.
Um gerade für die Krippenkinder und kleineren Kinder in Erinnerung zu bleiben, haben wir ein kurzes Video vom Team in der Kita aufgenommen. Sieben Wochen seine Erzieher nicht zu sehen, kann vielleicht eine schwere Wiederkehr in die Einrichtung bedeuten.
Nachdem Anfang April klar war, dass in diesem Monat keine Kita-Veranstaltungen stattfinden, wurden kurz darauf auch die Mai Veranstaltungen wie z.B. Elternsprechabend, Elternfrühstück, Muttertags- und Vatertags-Kaffee der Krippen und das Sommerfest abgesagt.
Da hatten wir noch große Hoffnung, dass es dann wieder „normal“ sein wird und dann folgte Ende April die traurige Gewissheit, dass alle Veranstaltungen bis August abgesagt sind.
Die Aussicht, dass alle Kinder zeitnah in die Kindertagesstätte zurückkehren schwand damit auch. Was uns dazu bewegte, die Osternester der Kindergartenkinder nun doch nach Ostern zu jedem Kind nach Hause zu bringen, weil ein gemeinsamer Start aller Kinder nicht ersichtlich sein wird.

Es ist etwas wie im Märchen, alle warten darauf, dass jemand vorbei kommt und die Kindertagesstätte aus dem Schlaf erweckt und das Leben geht wieder wie vorher weiter…

Bleibt alle gesund und bis hoffentlich bald!
Ihr/Euer Team aus der Sonnenblume

Bildergalerie
Das große Summen – eine Bildergalerie von Hummel, Biene und Wespe fotografiert von Günter Hochberger. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Buchtipp: Ein eigenes Zimmer von Virginia Woolf
„A Room of One's Own“, 1929 entstanden, erschien in deutscher Übersetzung erst 1978 unter dem Titel ›Ein Zimmer für sich allein‹. Virginia Woolf greift auf ihre eigene, erzählerisch-essayistische Weise eine ganze Reihe von Fragen zum Thema Frauen und Literatur auf, die sie und ihre Zeit bewegten: Warum haben Töchter aus gebildetem Haus nicht die gleichen Möglichkeiten zur Universitätsausbildung wie ihre Brüder? Warum ist die Literatur über Frauen fast ausschließlich von Männern geschrieben? Hätte Shakespeare eine Schwester gehabt, ebenso begabt wie er, wie wäre es ihr ergangen? Wie könnte weibliches Schreiben in der Gegenwart aussehen? Was brauchen Frauen, um künstlerisch tätig sein zu können: ein gewisses Maß an finanzieller, vor allem aber geistige Unabhängigkeit, symbolisiert durch ein eigenes Zimmer.

Der Kommentar
Manchmal erschrickt man schon über das was Kardinäle sagen und Bischöfe sagen. Gut es waren diesmal katholisch, konservative Kollegen, die letztlich den Papst beschädigen wollten und für die Corona der Anlass bildete krude Thesen zu verbreiten. Klar gibt es eine lautstarke Bewegung, die Corona für eine Verschwörung halten und Absicht dahinter vermuten, was ihnen umso leichter fällt, als sie selber nämlich keine guten Absichten rund um die Pandemie haben. Und klar, was man selber denkt unterstellt man dann den Anderen auch… Im Klartext hier ist die Absicht: Verwirrung stiften auf Stimmenfang gehen, Unruhe schaffen und den eigenen Vorteil daraus schöpfen. China und Russland sind da im Internet ganz geschickt - stiften Verwirrung und mischen Wahrheit und Fälschung. So manch einer fällt darauf herein und lässt sich wie die Kardinäle vor diesen Karren spannen oder besser benutzt den Windschatten des Karren um dem Papst ans Bein zu fahren. Papst Franziskus nämlich warnt vor Corona und erträgt die Einschränkungen solidarisch mit. Italien hatte wirklich harte Maßnahmen zur Covid 19 Bekämpfung ergriffen, da waren selbst die bayerischen Maßnahmen ein Spaziergang… Aber wenn man genügend Verwirrung gestiftet hat, dann kann man im Verborgenen seine eigenen Ziele besser durchsetzen und da sind manch Organisatoren von Demos, oder Protestkundgebungen auf undurchsichtige Weise dabei.  Und während in Roßtal alle, nun gut fast alle, sagen: „Macht langsam, Corona ist noch nicht vorbei“ wird von diesen Verwirrung gestiftet und zum Umsturz aufgerufen.
Und einige katholische Kollegen und sicher auch viele amerikanische, protestantische Kollegen werden zum Sprachrohr kruder Ideen. Wer die Gefährlichkeit von Corona unterschätzt, der nimmt zusätzliche Tote in Kauf und dann stellt sich die Schuldfrage in ganz verschärftem Ton. Denn dann sind nicht die Chinesen und ihre Essgewohnheiten mehr schuld… Dann ist Corona auch kein Schicksal mehr, sondern womöglich ein Verbrechen an der Menschlichkeit. Darum aufgepasst es gibt bei Corona viele Falschmeldungen und viele seltsame Interessen. Informationen aber findet man beim googeln übers RKI oder die Johns Hopkins Universität. Zu deren Daten rät Ihr Jörn Künne

 

Samstag, 9. Mai 2020

Die gute Nachricht:
Es ist vorbei. Die längste Pause in der es in St. Laurentius keine Gottesdienste gab ist vorüber. Das Evangelium von Jesus Christus, die gute Nachricht der Liebe Gottes zu den Menschen und der Auftrag an uns Menschen dieser Liebe Gottes zu entsprechen erklingt an diesem Sonntag wieder öffentlich in unserer Kirche.
Gott Sei Dank dürfen wir wieder öffentliche Gottesdienste feiern.

Die Bibelstelle zum Nachlesen
Wenn von Frauen in der Bibel die Rede ist, dann werden sie entweder in die Schranken gewiesen, das geschieht gerne in gesetzlichen Texten, sobald aber von Frauen, Müttern und Töchtern erzählt wird, treten selbstbewusste Frauen auf, die das Leben in die Hand nehmen und ihre Belange und die Belange der Familie durchsetzen und klären. Angefangen von Eva bis zu Maria, ohne Frauen und Mütter geht gar nichts. Und das erste bekannte Revolutionslied stammt von einer Frau. Maria selber singt und schreit es hinaus. Doch lesen Sie selbst wie sie mit der Ankündigung der Geburt Jesu umgeht:  Lukas 1. 46-56

Aus dem Gemeindeleben

Gottesdienst
Gottesdienste feiern wir am Sonntag um 9 Uhr und um 10 Uhr in St. Laurentius. Wir freuen uns über Ihr Kommen, auch wenn einiges anders und ungewohnt sein wird. Bitte bringen Sie ihren Mundschutz mit.

Gottesdienstregeln
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine. 2 Meter Abstand sind Pflicht!
5. Abstand gilt auch für das Hereinkommen und das Hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.

Musik macht Mut
Die Welle der Hoffnung startet um 11 Uhr und rollt durch Roßtal. Stephen Jenkins, der Posaunenchor, der Musikzug , Mitglieder der Sing- und Musikschule - sie alle spielen von zu Hause aus noch einmal mit bei der Welle der Hoffnung und gestalten so in Roßtal  ein kleines Muttertagskonzert.

Leider wohnen in den verschiedenen Außenorten nur wenig Musikerinnen und Musiker Aber vielleicht ist dieser bedauernswerte Mangel ein Anstoß wieder einmal die Trompete aus dem Schrank zu holen oder ein Instrument zu lernen, wenn man in Buttendorf, oder Großweismannsdorf, in Buchschwabach, oder Weinzierlein wohnt…. Aber vielleicht gibt es ja auch Menschen, von denen wir in Roßtal einfach nichts wissen und die trotzdem dabei sind und schon immer mitgewirkt haben.

Haustürkonzert
Wilgard Hübschmann spielt am Sonntagabend um 18 Uhr vor ihrer Haustüre auf ihrer Gitarre in der Frankenmuther Straße 16 und verbreitet Fröhlichkeit und Maistimmung. Hier können Sie in ein vergangenes Haustürkonzert hineinhören.

Weltladen hat geöffnet
Donnerstag    14:00 – 18:00 Uhr
Samstag            09:00 – 12:00 Uhr
Sie haben die Möglichkeit während der Öffnungszeiten zu bestellen – Tel. 0160 9108 69 72
Die Bestellung können Sie – während der Öffnungszeiten – abholen oder liefern lassen.
Die Anlieferung erfolgt:
Donnerstag zwischen 18:00 und 19:00 Uhr
Samstag zwischen 12:00 und 13:00 Uhr

Neue Bildergalerie
Ein Muttertagsspaziergang in die Welt von Hummel, Biene uns Wespe. Vielen Dank an Günter Hochberger der uns diese Fotos zur Verfügung stellt. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)


Gedanken zum Muttertag von Renate Ströbel
Muttertag – da fällt mir spontan ein, dass ich zwei Tage vor dem Muttertag geboren wurde. Ich war sozusagen die Muttertagsüberraschung für meine Mutter.
Einen errechneten Geburtstermin gab es damals nicht, also rechnete meine Mutter „irgendwann“ im Mai mit der Niederkunft. Das war dann für sie der erste Muttertag, an dem sie selber Mutter war. Gefeiert hat sie den nicht, schließlich war sie da noch in der Klinik. Am Tag nach dem Muttertag wurde ich getauft, in der Klinik noch. Meine Mutter war nicht dabei. Das hat mich als Kind schon irgendwie verstört, dass bei meiner Taufe meine Mutter nicht dabei war. Auf meine Frage nach dem „Warum“ hieß es: das war halt damals so. Je älter ich wurde, desto mehr war ich überzeugt davon, dass ich als Mutter ein Riesentheater gemacht hätte, wenn ich an der Taufe meines Kindes nicht hätte teilnehmen dürfen. Aber damals war nur eines wichtig: dass das Kind möglichst bald nach der Geburt getauft wurde!

Von späteren Muttertagen weiß ich nur noch, dass wir jedes Jahr in der Schule im Fach Handarbeit etwas für unsere Mutter fabriziert hatten, meistens was Nützliches, wie Topflappen. Über diese Sachen hatte sich die Mutter dann zu freuen, ob sie sonderlich gelungen waren oder nicht.

Etliche Jahre später war ich selber Mutter. Ich erinnere mich noch gut an wunderschöne Muttertagsfeiern im Kindergarten. Sie fanden meistens draußen im Garten statt. Es waren herrlich entspannte Feiern bei Kaffee und Kuchen, Liedern und Gedichten der Kinder. Ein großes „Danke“ an Heidi Hetzer, die damals noch Scheuerpflug hieß, und ihrem Team in der Großweismannsdorfer Zwergenburg! 
Daheim haben sich meine Töchter am Muttertag schon früh am Morgen mächtig ins Zeug gelegt (eigentlich schon am Abend vorher, da wurde meistens „heimlich“ ein Kuchen gebacken). Da wurde ein Frühstückstisch so reichlich gedeckt, dass es eigentlich an diesem Tag kein Mittagessen gebraucht hätte, dazu ein großer Strauß Wiesenblumen gepflückt. Ich durfte die Küche erst betreten, wenn alles komplett fertig war. Wir hatten ein ausgiebiges Familienfrühstück, danach war der Muttertag für meine Kinder erledigt und sie hatten sich so dafür verausgabt, dass das Tischabräumen nicht auch noch dazu gehörte, das „durfte“ dann wieder ich selber machen, schließlich war ich ja schon sehr verwöhnt worden und konnte dabei wunderbar entspannen ;-) . Zur Ehrenrettung meiner drei Töchter muss ich anmerken, dass sich das inzwischen geändert hat und sie das Aufräumen von Frühstückstisch und Küche jetzt selbstverständlich auch übernehmen … und die Frühstücksideen werden von Jahr zu Jahr ausgefallener und aufwändiger :-)
Was von all diesen verschiedenen Muttertagen geblieben ist? Es kommt nicht auf große Geschenke an, an diesem einen Tag im Jahr. Wertschätzung und Zuneigung sind es, die uns Mütter „aufblühen“ lassen, gerne das ganze Jahr über, aber auch an diesem Tag besonders.

Vielleicht schätzen wir es in diesen schwierigen Tagen besonders, wie gut es tut, wenn jemand Zeit für uns hat oder wir Zeit mit unserer Mutter oder Großmutter verbringen, zuhören, staunen, welche Herausforderungen sie im Laufe ihres Lebens gemeistert haben. Da relativiert sich manches, was uns im Moment zu schaffen macht und wir nehmen vielleicht manche Einschränkung gelassener hin. Es freut mich, dass ein Teil dieser Einschränkungen nun noch rechtzeitig zum Muttertag gelockert wurde und Besuche von nahen Verwandten, auch in Heimen, wieder möglich sind.
In diesem Sinne wünsche ich allen Müttern und Kindern (auch den „großen Kindern“, die wir für unsere Mütter ja immer bleiben) einen fröhlichen und gesegneten Muttertag
Ihre Renate Ströbel

Gedanken zum Muttertag von Monika Huber
Was kann man denn dazu schreiben?
Am Sonntagabend ein Satz sinngemäß von Herrn Habeck:
Alleinerziehende Frauen sind einfach hinten runtergefallen. Vielleicht weil man dachte, die Mutti wird’s schon richten.
Diese Aussage hat mich zu vielen Gedanken bewegt. Provokant gefragt: War das denn nicht schon immer so? Gerade jetzt erinnern wir uns an das Kriegsende des 2. Weltkrieges.
Wenn ich im Gespräch, mit Frauen aus dieser Generation bin, dann erfährt man vieles, was da im Gegenüber so einfach erzählt wird. Alles in allem kommt dabei heraus:  Frauen mussten es richten. Den Haushalt, mit aufwändigem waschen, bügeln und kochen, das großziehen der Kinder, das so ganz anders war als in unserer heutigen Zeit. Sie mussten schauen, dass ihre Familie möglichst etwas zum Essen bekam. Was gerade in den Städten außerordentlich schwierig war. Mit Diensten in besseren Häusern, oft mit Näh- und Flickarbeiten, konnten sie ihre Angehörigen durchbringen. Nachdem die Städte in Schutt und Asche lagen, kam ihnen beim Wiederaufbau die Aufgabe zu, aufzuräumen, damit Neues begonnen werden konnte. Auf dem Land sah es wieder anders aus. Dort wo die Männer für den Krieg eingezogen waren, mussten die Frauen den Hof oft alleine bewirtschaften. Die Frauen schafften das, ob in der Stadt oder auf dem Lande. Auch als die Männer traumatisiert, krank, teilweise hilfsbedürftig aus dem Krieg und der Gefangenschaft heimkehrten, schafften die Frauen das - sie mussten es schaffen. Sie mussten unwahrscheinliche Einschränkungen und Entbehrungen hinnehmen, aber sie schafften es, ihre Kinder und sich durch die Zeit zu bringen.
 
„Wir schaffen das“ - ich finde, das ist nicht nur so ein daher gesagter Satz von Frau Merkel, sondern ein Satz, den sich Generationen von Frauen zu Eigen gemacht haben. SIE schafften das. Alle Achtung vor den Frauen, die Männerarbeit verrichteten und dann den Männern wieder das Ruder überließen. Damals, nach dem 1. und dem 2. Weltkrieg.
Frauen standen ihre Frau/ihren Mann, weil die Arbeit eben getan werden musste. Sie schafften es, im aufstrebenden Wirtschaftswunder „Homeoffice“ zu machen- Heimarbeit! Da gingen die halbe Nächte drauf, damit Geld in die Haushaltskasse kam. Schlecht bezahlter Stundenlohn, erst wenn die Kinder mithalfen rentierte sich die Arbeit. Heimarbeit durfte auch gemacht werden, aber um arbeiten zu gehen, brauchten Frauen die Genehmigung ihres Mannes.
Eigentlich hatte ich mir keine Gedanken darüber gemacht, wie männerlastig die Coronazeit geprägt ist. Erst nach genauen Überlegungen ist mir aufgefallen, dass z.B. weniger Virologinnen als Virologen im Fernsehen auftreten. Bei Nachrichtensendungen wird anscheinend darauf geachtet, dass immer eine Frau und ein Mann die Sendung moderieren. Bei Politiker/ Politikerinnen ist in manchen Bereichen die öffentliche Präsenz scheinbar ganz gut ausgeglichen, auch wenn Frauen nicht so oft zu hören sind als Männer, da sie nicht so lautstark und im Hauruck-Verfahren Änderungen der Einschränkungen durchsetzen.
Nach wie vor gibt es viele „frauenspezifische“ Berufe, in denen auch gerne Frauen in Teilzeit arbeiten. Wobei hier die Bezahlung für die wenigen Männer, die diese ergreifen, und für die Frauen fast gleich schlecht ist. Da gab ein Physiotherapeut auf die Frage ob denn seine Frau auch den gleichen Beruf hat, zur Antwort: „Nein, die muss was gescheites arbeiten, damit wir als Familie auch über die Runden kommen.“
 Ärgerlich ist, dass oft nach wie vor Frauen für die gleiche Arbeit noch immer weniger bezahlt bekommen als Männer.
Was ist für Familien wichtig? Gemeinsam das Leben zu meistern, ohne dass der eine den Anderen ganz vereinnahmt. Jede Lebensgemeinschaft sollte sich fragen, was der Partner nötig hat, wo er Hilfe braucht und nicht ob es denn mehr Frauensache oder auch Männersache ist, um Arbeiten abzuschieben oder liegen zu lassen.
Ihre Monika Huber

Buchtipp zum Muttertag: Petra Urban „Der Duft von Glück“
Mit mir zufrieden sein? Nicht immer nur meine Fehler sehen? Gar mich selbst lieben? – Darf ich das?
Auch wenn ich es sonntags nicht in die Kirche schaffe? Ich einfach keine Torten für den Kindergeburtstag backen kann? Ich keine Lust habe, schon wieder mit meinen Kindern zu basteln? Meine Kinder nicht immer oberste Priorität besitzen? Oder ich mich gegen eine Karriere und stattdessen ganz zu Hause bleibe? Oder meine Familie nicht dem klassischen Vater-Mutter-Kind-Prinzip entspricht?
Ja! Eindeutig und klar: Ja, ich darf! Weshalb, zeigt Schriftstellerin Petra Urban in „Der Duft von Glück“ – der Buchtipp zum Muttertag.
Leseprobe:
„Aus eigener Erfahrung weiß ich nur zu gut, wie unglaublich schwer es sein kann, sich selbst zu lieben. Ja zu sagen zu der Frau, die tagtäglich aus dem Spiegel herausschaut. Sie mit liebenden Augen anzusehen und ihren Wert nicht allein an dem zu messen, was uns allen so wichtig ist im Leben: Leistung und Erfolg, gutes und makelloses Aussehen. Sie vielmehr so zu akzeptieren und anzunehmen, wie sie ist. Und zwar ohne Kompromisse und Bedingungen.
Selbstliebe – das ist das tief eingegrabene Wissen, wertvoll, das Urvertrauen, gut und goldrichtig zu sein. Jetzt höre ich schon die ersten Einwände: So, wie ich bin? So ungenügend und fehlerhaft? Auf gar keinen Fall! – Doch! Die frohe Botschaft lautet: Wir alle, die wir in dieses wunderbare Leben hineingeboren sind, tragen von Anfang an das Prädikat »besonders wertvoll«. Ein Gütesiegel, das uns bis ans Lebensende bleibt. Unabhängig von den Stärken und Schwächen, die wir im Lauf der Zeit entwickeln, von Alter, Aussehen und Kleidergröße. Jeder Mensch ist einmalig und einzigartig, ein absolutes Wunderwerk der Schöpfung. Jeder Mensch trägt einen göttlichen Funken in sich.
Mich nicht nur dann zu lieben, wenn alles rundläuft, das Leben mich auf Händen trägt, sondern auch dann, wenn es seine Leichtigkeit wieder einmal verloren hat, wenn Kummer den Alltag dominiert, Gefühle erkalten, Beziehungen ungemütlich werden. Das ist Selbstliebe: eine warme, lebendige Kraft, die uns zuverlässig durchs Leben trägt. Eine Geisteshaltung, die uns innerlich wachsen und äußerlich aufblühen lässt. Die wichtigste Energiequelle, die wir haben, um ein glückliches Leben zu führen. Und genau das verdienen wir alle: ein glückliches Leben. Also: Wer im Badezimmer ein Frauenzimmer mit dem gewissen Etwas sehen will, sollte in den Spiegel gucken!“
Das Buch ist online unter https://www.vier-tuerme-verlag.de/buecher/lebenshilfe/gutes-fuer-leib-und-seele/2750/der-duft-von-glueck-selbstbegegnung-im-spiegel-der-jahreszeiten erhältlich.
ISBN: 978-3-7365-0296-3
Foto: Copyright Irina Fürstenau
Über die Autorin: Dr. phil. Petra Urban wuchs in Düsseldorf auf. Bereits im zarten Alter von acht Jahren verfasste sie erste Gedichte, die sie Passant*innen auf der Straße anbot. Vorerst aber ohne nennenswerten Erfolg. Sie studierte Philosophie und Germanistik, wie sie heute mit einem Augenzwinkern sagt, um dieses kindliche Trauma zu kompensieren. Zurzeit lebt sie als Schriftstellerin in Bingen am Rhein. Schwerpunkt ihres Schreibens ist die Lebenswirklichkeit von Frauen, mit Blick auf die Momente seelischer Befreiung.

 

Freitag, 8. Mai 2020

Gratulation Roßtal! Wir leben 75 Jahre im Frieden.
Heute vor 75 Jahren, am 8. Mai 1945, unterzeichneten die Befehlshaber der Deutschen Wehrmacht ihre bedingungslose Kapitulation – der Zweite Weltkrieg auf europäischem Boden war zu Ende. In den sechs Kriegsjahren brachte das nationalsozialistische Deutsche Reich mit seinen Achsenmächten unermessliches Leid, Tod und Zerstörung über weite Teile des Kontinents und die gesamte Welt. Über 55 Millionen Menschen verloren in diesem sinnlosen Krieg ihr Leben, unter ihnen sechs Millionen Juden, die dem ideologischen Rassenwahn zum Opfer gefallen waren. Hitler hatte sich seit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 einen faschistischen Staat erschaffen, in dem rechtsextremes Gedankengut die Meinungsvorherrschaft innerhalb der Bevölkerung erlangte. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Erinnerung an die Gräueltaten des Dritten Reiches in Vergessenheit gerät, da sie uns ermahnen, wozu Fanatismus und Rassismus führen können. Seit dem Ende dieses dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte erlebt unser Land Zeiten des Friedens – wofür wir alle, denke ich, unendlich dankbar sein sollten und an dessen Fortwähren wir jeden Tag arbeiten müssen. Auch in Europa insgesamt herrschte seit dem Zweiten Weltkrieg zwar nicht ununterbrochen Frieden – stellvertretend seien hier nur der immer noch andauernde Ukraine-Konflikt und die Jugoslawienkriege in den 1990ern genannt – aber in dieser Zeit wurde die „europäische Idee“ geboren und über Montanunion und Europäische Gemeinschaft schließlich die Europäische Union etabliert. Wirtschaftlicher Wohlstand und Reisefreiheit sind nur zwei der zahlreichen Errungenschaften dieses Gemeinschaftsprojektes. Wenngleich sich die EU in den letzten Jahren großen, komplexen Herausforderungen, wie etwa der Flüchtlingskrise oder dem aufkeimenden Nationalismus bzw. europakritischen Stimmen in einigen Mitgliedsländern, stellen musste und immer noch muss, ist sie ein einzigartiges Friedensprojekt, das zu einem Mehr an Völkerverständigung und in vielen Fragen auch zu einem transnationalen Denken geführt hat. Gerade in Zeiten der Krise wie jetzt – vielleicht die größte globale Krise seit dem Zweiten Weltkrieg – muss die EU zusammenhalten. Auch wenn es gewiss herausfordernd ist, ist es das wert. Denn niemand von uns, so meine ich, möchte wieder in Zeiten Leben, wie sie vor der Geburt des europäischen Gemeinschaftssinns bestanden und heute vor 75 Jahren mit der Kapitulation des Dritten Reiches endeten.
Ihr Rainer Gegner, Erster Bürgermeister

Denkanstoß zum Frieden von Pfarrer Thomas Rucker
8. Mai 1945, das Ende des zweiten Weltkrieges in Europa, VE-Day (Victory Europa), Tag der Niederlage des deutschen Volkes, Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
Eine Generation später, 40 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs hat unsere damaliger Bundespräsident eine denkwürdige Rede gehalten. Manches von dem was er als noch andauernde Nachwirkung des Zweiten Weltkrieges anspricht, zum Beispiel die deutsche Teilung ist eine weitere Generation später auch überwunden. Anderes, was er als Errungenschaften der Nachkriegsgeneration hervorhebt, die Überwindung des Nationalismus, das Zusammenwachsen Europas ist wieder in Gefahr.
Etwas das Richard von Weizsäcker in seiner Rede als Leid des Krieges und der Nachkriegszeit beschreibt, hat sich bis heute nicht geändert, und ist und war in Deutschland, in Europa, ja in der ganzen Welt immer noch aktuell:

„Den vielleicht größten Teil dessen, was den Menschen aufgeladen war, haben die Frauen der Völker getragen.
Ihr Leiden, ihre Entsagung und ihre stille Kraft vergißt die Weltgeschichte nur allzu leicht. Sie haben gebangt und gearbeitet, menschliches Leben getragen und beschützt. Sie haben getrauert um gefallene Väter und Söhne, Männer, Brüder und Freunde.
Sie haben in den dunkelsten Jahren das Licht der Humanität vor dem Erlöschen bewahrt.
Am Ende des Krieges haben sie als erste und ohne Aussicht auf eine gesicherte Zukunft Hand angelegt, um wieder einen Stein auf den anderen zu setzen, die Trümmerfrauen in Berlin und überall.
Als die überlebenden Männer heimkehrten, mussten Frauen oft wieder zurückstehen. Viele Frauen blieben aufgrund des Krieges allein und verbrachten ihr Leben in Einsamkeit.
Wenn aber die Völker an den Zerstörungen, den Verwüstungen, den Grausamkeiten und Unmenschlichkeiten innerlich nicht zerbrachen, wenn sie nach dem Krieg langsam wieder zu sich selbst kamen, dann verdanken wir es zuerst unseren Frauen.“ (Link zur Rede Richard Weizsäcker vom 8. Mai 1985)


Die Bibelstelle der Hoffnung: Jesaja11, 1-10
Ja es ist wie Weihnachten! Wenn Frieden herrscht, dann ist das Leben so, wie es Jesaja verheißt. Darum lesen Sie selbst Jesaja 11, 1-10.

Fünf Wünsche für die Zeit nach Corona von Carsten Träger, MdB
(Umweltpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion)
Die letzten Wochen waren und sind für viele Menschen eine enorme Herausforderung. Die Corona-Pandemie hat unser Leben tiefgreifend verändert. Vieles, was uns selbstverständlich schien, ist heute ein kostbares Gut geworden: Der Besuch der Großeltern, das Grillfest mit Freunden, der gemeinsame Sport in der Mannschaft – aber viel grundlegender auch ein Leben ohne Angst.
Der Schutz von Gesundheit und Leben aller hat für mich weiter die höchste Priorität. Ein echtes „Ende“ der Pandemie sind leider noch nicht absehbar, weil es noch keinen Impfstoff oder Immunität gibt. Wann wir also wirklich eine Zeit „nach Corona“ erleben werden, kann noch immer niemand wissen. Aber es mehren sich die Anzeichen, dass ein unkontrollierter Ausbruch verhindert werden konnte und dass viele der strengsten Maßnahmen zurückgenommen werden können. Die Zeit „nach dem Corona-Shutdown“ bricht gerade an. Für diese ganz konkrete Zukunft habe ich fünf Wünsche.
1)    Ich wünsche mir, dass auch wenn die Infektionszahlen zurückgehen und wieder ein Stück „Alltag“ einkehrt, weiterhin alle besonnen handeln. Es ist noch nicht vorbei. Wir haben es bisher gut gemacht. Aber wir dürfen nicht nachlassen. Ich wünsche mir, dass wir die Solidarität und Hilfsbereitschaft, die viele Menschen für Ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger in den Risikogruppen gezeigt haben, aufrechterhalten.
2)    Ich wünsche mir, dass muss mit aller Kraft an einem Strang ziehen, dass mit allen Mitteln gegen das neuartige Coronavirus geforscht und die Gesundheitsämter und Forschungseinrichtungen so unterstützt werden, dass wir für eine „zweite Welle“ oder eine weitere Pandemie noch besser gerüstet sind als für diese.
3)    Ich wünsche mir, dass der Applaus und die Dankbarkeit, dass das Verständnis dafür, wie wichtig manche Berufsgruppen sind, die wir in den letzten Jahren für selbstverständlich genommen haben und die in unserer Gesellschaft viel zu kurz gekommen sind, dauerhaft bestehen bleiben. Die Arbeit von Pflegekräften, Kassiererinnen und Kassierern, von Paket- und Postzustellern, aber auch von Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern, muss uns mehr Wert sein; sie brauchen bessere Arbeitsbedingungen und großzügigere Personalschlüssel.
4)    Ich wünsche mir, dass wir das Verhältnis von Staat und Markt unter dem Eindruck der Pandemie neu überdenken. Wenn es hart auf hart kommt, kann nicht der Markt für uns entscheiden – wir müssen gemeinsam als Gesellschaft demokratisch entscheiden. Nur ein starker Staat kann alle schützen. Hätten wir auf die neoliberalen Einflüsterungen gehört, dann stünden wir jetzt schutzlos der Pandemie gegenüber. Krankenhäuser etwa dürfen für mich keine auf Gewinn ausgelegten Gesundheitsunternehmen sein; sie sind Garant für die Gesundheit der Menschen und dürfen uns deshalb etwas kosten.
5)    Die große Aufgabe der kommenden Zeit wird sein, unsere Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, auch wenn das Virus noch nicht besiegt ist. Ich wünsche mir, dass wir dabei in die Zukunft schauen: Wir werden Konjunkturpakete brauchen und weitere Hilfen des Staates. Aber wenn wir alle gemeinsam helfen, dann muss auch klar sein, dass nicht Einzelne durch Boni und Dividenden von dieser Unterstützung der großen Solidargemeinschaft profitieren. Und vor allem müssen wir den wirtschaftlichen Neustart auch als Chance sehen. Wir müssen jetzt Wirtschaft, Umwelt und gesellschaftlichen Zusammenhalt zusammendenken, gezielt neue, umweltfreundliche Technologien fördern und in gute Arbeitsplätze investieren.

Aus dem Gemeindeleben

Heute um 11 Uhr ökumenisches Friedensgebet
Nach dem Friedensläuten um 11 Uhr, findet am Grabmal des Unbekannten Soldaten auf dem Laurentiusfriedhof ein ökumenisches Friedensgebet statt. Reyno Schödels Musik, die erinnernden Worte von Pfarrer Wolfgang Jäger und Jörn Künne, erinnern das Kriegsende, die Befreiung vom Naziterror und die lange Friedenszeit seither.

Heute ab 16 Uhr
Die Printversion des Coronatagebuches wird, in der Kirche und bei Blumen Fröschl, erhältlich sein. Falls Sie es selbst ausdrucken möchten finden Sie hier das pdf-Dokument.

Heute um 18 Uhr
Findet das Abendgebet mit Liveübertragung per Jitsi Meet statt.
(Die Detailanleitung finden Sie im Tagebucheintrag vom Mittwoch)

Sonntagsprogramm am Muttertag
Wir feiern Gottesdienste am Sonntag um 9 Uhr und um 10 Uhr mit dem ausgehängten Hygiene Konzept und in Form eines Predigtgottesdienstes.
Um 11 Uhr startet vom Kirchturm aus wieder eine Welle der Hoffnung. Stephen Jenkins, der Posaunenchor, der Musikzug Roßtal, Mitglieder der Musikschule,
freie Musiker, sie alle spielen zum Muttertag ein vorerst letztes Mal die Welle der Hoffnung.
Um 18 Uhr findet wie immer das Gebet für Roßtal statt und ihr Hauptamtlichenteam betet für Roßtal in der Laurentiuskirche.
Ebenfalls um 18 Uhr nach dem Läuten spielt Wilgard Hübschmann vor ihrer Haustür in der Frankenmuther Straße 16 auf der Gitarre.

Gottesdienstregeln
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine. 2 Meter Abstand sind Pflicht!
5. Abstand gilt auch für das Hereinkommen und das Hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.

Frühlingsgewand für St. Laurentius
Rechtzeitig zur Wiederaufnahme der Gottesdienste ist das Roßtaler Gotteshaus mit Blumen und Bildern neu geschmückt. Statt Informationstafeln über das Gemeindeleben, das zurzeit ruht, schmücken nun großflächige Bilder von Blumensträußen, die die Roßtaler Künstlerin Ilse Westphal gemalt hat, die Wände.
Fröhliche Farben, sollen die Tristesse der letzten Wochen vertreiben, als die Kirche zwangsweise über Wochen leer bleiben musste. Umso mehr freut es das Mesnerehepaar Bauer, dass zur Wiederaufnahme der Gottesdienste in der Laurentiuskirche bunte Blumen die erwarteten Besucherinnen und Besucher begrüßen. Und am Sonntag um 9 Uhr und um 10 Uhr die Kirchenglocken wieder in die altehrwürdige Laurentiuskirche rufen. Dass dabei die nötige Vorsicht herrscht zeigen die bunten Punkte auf den Bänken, die es erlauben mit dem nötigen Sicherheitsabstand Platz zu nehmen, darauf legt der Mesner wert und freut sich auf die Besucher, die in der großen Kirche viel Platz haben.

Toni geht’s gut
Ella und Harold kümmern sich intensiv um ihren kleinen Wanderfalkennachwuchs und Toni gedeiht wie auch diese Fotos von Herrn Hussong zeigen.

Sonntagsentspannung einmal anders
Für einen virtuellen Muttertagsspaziergang mit den Bildern von Herrn Hochberger (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten) oder mit einem Gitarrenkonzert von Wilgard Hübschmann, das Sie auf der Homepage für Kirchenmusik finden – www.quempas.jimdosite.com

Das schnelle Rezept fürs Wochenende
Nachkriegsrezepte meiner Großmutter für einen schnellen Brotaufstrich, wenn beispielsweise überraschend Gäste kommen. Fünf Kinder, Kriegerwitwe und eine drei Zimmerwohnung in Nürnberg. So startete die Familie meiner Mutter in Nürnberg durch. Oft waren Freunde da und dann hieß es in der Küche zaubern. Hier nun ein Rezept, das in den 50er Jahren schnelle und leckere Imbisse ermöglichte:
Obatzda nach Großmutter Art
Man nehme einen Teil weiche Butter (z.B. 100 Gramm)
Füge Zwei Teile (jetzt 200g) möglichst schon älteren Camembert, oder weichen Briekäse dazu. Mische alles mit klein gehackten Zwiebeln gut durch. Jetzt noch nach Geschmack pfeffern oder mit Paprika überstreuen. Nun noch einmal eine Stunde in den Kühlschrank stellen und guten Appetit!


Donnerstag, den 7. Mai 2020

Die gute Nachricht
Es entwickelt sich ein neues Normal. Überall in Deutschland gibt es mehr öffentliches Leben. Überall setzt die Lockerung Energien und Perspektiven frei für ein neues Normal. Wie dieses Normal neben der Maskenpflicht und der wirtschaftlichen Fragen aussieht, das ist Gestaltungssache nicht nur der Länder, sondern eines jeden Einzelnen und liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen. Und das ist die gute Nachricht. Jeder kann diese Verantwortung für sich wahrnehmen und jeder darf sein Leben wieder frei gestalten und dabei vielleicht auch die Lehren aus der Coronazeit berücksichtigen.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Im Religionsunterricht der vierten Klasse hat mich die Einstellung des Schulunterrichts im März mitten in einem großen Erzählzyklus unterbrochen. Wir haben gerade die Mose-Geschichten durchgenommen und ich kam gerade bis an den Punkt, wo die Israeliten das erste Passafest feiern, während der Todesengel durch Ägypten geht und in jedem Haus, das nicht durch das Blut des Lammes gesichert ist, die Erstgeborenen erschlägt. Mitten in der Nacht machen sich die Israeliten auf und ziehen aus der Sklaverei in die Freiheit. Tolle Geschichte soweit, und vielleicht auch ein guter Einschnitt für die Pause.
Aber der wichtigste Teil der Geschichte kommt ja noch. Mose zieht mit einer Bande dahergelaufener Sklaven durch die Wüste. Die ehemaligen Sklaven müssen erst soziales Zusammenleben lernen. Freiheit bedeute nicht, dass sie tun und lassen dürfen, was sie wollen. Nehmen, was einen gefällt. Schlagen, wen man so trifft. Lügen, dass sich die Bäume biegen.
Mose macht den ehemaligen Sklaven klar, dass ihre Freiheit dort begrenzt ist, wo sie die Freiheit eines anderen Menschen verletzt. Das müssen wir heute in Zeiten von Corona auch wieder beherzigen. Meine Freiheit wird eingeschränkt, weil sonst einem anderen Menschen die Freiheit zu leben genommen wird. Mit Gottes Hilfe gibt Mose den Volk Israel zehn einfache Regeln, die ein soziales Zusammenleben ermöglichen.
Du sollst deine Mutter und deinen Vater ehren. Du sollst nicht töten. (2. Mose 20,12+13)

Der biblische Lesetipp
Verstehen Sie Paulus? Nicht immer sind seine Texte eingängig, oder beim ersten Durchlesen verständlich. Doch einer der Schlüssel, um den Apostel und Briefautor zu verstehen, findet sich im 1. Korintherbrief im 13. Kapitel, der mit einem Lobpreis der Liebe endet. Die größte unter ihnen aber ist die Liebe. Gottes Liebe, der wir entsprechen können und die damit Maßstab allen Lebens sein sollte. Doch lesen Sie selbst im 1. Korintherbrief 13, 1-13

Aus dem Gemeindeleben

Schutzmasken
Gibt es weiterhin in der Kirche. Sie werden von den Frauen der Familienarbeit in aufwendiger Heimarbeit hergestellt.
Gegen eine Spende sind diese dort abzuholen

Neue Bilder in der Kirche
Seit Mittwoch gibt es in der St.-Laurentius-Kirche wieder einen neuen Wandschmuck und es hängen statt der Fotos aus dem Gemeindeleben Bilder gemalt von der Roßtaler Künstlerin Ilse Westphal aus.

Die Roßtaler Tafel öffnet wieder
Mit einem neuen und klaren Hygienekonzept startet am Freitag um 12 Uhr die Ausgabestelle der Roßtaler Tafel im Gemeindehaus wieder.

4. Printausgabe des Coronatagebuches
Zum vierten Mal und wieder in einer Auflage von 300 Stück erscheint am Freitagnachmittag die Druckausgabe des Coronatagebuches. Ab etwa 16 Uhr ist sie druckfrisch in der Kirche oder auch bei Blumen Fröschel zu erhalten.

Das Sonntagsprogramm am Muttertag
Wir feiern Gottesdienste am Sonntag um 9 Uhr und um 10 Uhr mit dem ausgehängten Hygiene Konzept und in Form eines Predigtgottesdienstes.
Um 11 Uhr startet vom Kirchturm aus wieder eine Welle der Hoffnung. Stephen Jenkins, der Posaunenchor, der Musikzug Roßtal, Mitglieder der Musikschule, freie Musiker, sie alle spielen zum Muttertag ein vorerst letztes Mal die Welle der Hoffnung.
Um 18 Uhr findet wie immer das Gebet für Roßtal statt und ihr Hauptamtlichenteam betet für Roßtal in der Laurentiuskirche.
Ebenfalls um 18 Uhr nach dem Läuten spielt Wilgard Hübschmann vor ihrer Haustür in der Frankenmuther Straße 16 auf der Gitarre.

Der 8. Mai und unser ökumenisches Friedensgebet
Morgen nach dem Friedensläuten um 11 Uhr, findet am Grabmal des Unbekannten Soldaten auf dem Laurentiusfriedhof ein ökumenisches Friedensgebet statt. Reyno Schödels Musik, die erinnernden Worte von Pfarrer Wolfgang Jäger und Jörn Künne, erinnern das Kriegsende, die Befreiung vom Naziterror und die lange Friedenszeit seither.

Kindertipp: Basteln für Muttertag
Inspirationen für ein selbstgemachtes Muttertagsgeschenk findet Ihr auf der Seite www.familie.de.

Der Coronakommentar
Jetzt fehlen nur noch Kindergärten, Schulen und Events, dann ist alles wieder wie normal. Doch welche Events brauchen wir wirklich? Es empfiehlt sich hier sehr genau hinzuschauen.
Biergärten, Gastwirtschaften und ein erster Teil Tourismus, dazu Museen, Tierparks und Spielplätze, das sind die Lockerungen in diesen Tagen und damit beginnt die Frage:“Was mache ich am Wochenende?“ Und welche Highlights kann ich am Montag im Büro erzählen? Womit beeindrucke ich mein Kaffeekränzchen am Mittwoch und wann kann ich meine Kreuzfahrt nach Venedig endlich buchen. Noch finden keine Konzerte, keine Kirchweihen, oder Gemeindefeste statt. Aber die Frage, was mache ich am Wochenende, die wird wieder wichtig. Und die muss jeder für sich selbst entscheiden.  Für viele steht die Antwort sicher schon fest. Ich mache da weiter, wo ich aufgehört habe vor Corona. Mein Wochenende ist mein Heiligtum und mein Wochenende lass ich mir nicht verderben … aber muss immer alles sein? Die jetzt für die meisten schon ganz schön bequemen letzten Corona Einschränkungen lassen sich auf der Sonnenterrasse mit einem Hugo inzwischen ganz gut aushalten. Es sei denn, man hat Kinder für die virtuellen Hausaufgaben zu motivieren, aber ansonsten auf der Terrasse sitzen, den Hugo oder einfach eine Tasse Kaffee in der Hand und dann einmal nachdenken, dazu könnte man diese Tage nutzen. Und dabei nachdenken, welches Event brauche ich denn wirklich, welches Ereignis brauche ich denn für mein Leben, was macht mich zufriedener, was schenkt mir Erholung, was nehme ich aus der Stille dieser Tage mit und was sind meine Prioritäten in Zukunft. Und klar, dann stehen viele Events auf dem Prüfstand und viele liebgewonnene Gewohnheiten, aber muss ich wirklich jede Woche einmal in die Stadt? Oder warum war mir der Hexenkessel beim Club so wichtig? Weshalb fliehe ich jedes Wochenende aus meiner Wohnung?
Oder gibt es andere Alternativen, solche die Ressourcen und den Geldbeutel schonen? Diese, die mit unseren Kindern zu tun haben, oder mit viel mehr Zeit für mich? Wichtig, sich jetzt diesen Fragen zu
stellen, denn wenn diese Fragen jetzt nicht beantwortet werden, dann kann es passieren, dass ich im nächsten Frühjahr da sitze und sehnsüchtig zurückblicke auf eine Zeit in der es manchmal schon fast himmlisch ruhig war und das Coronafrühjahr für viel Zeit zum Nachdenken, über das was wichtig ist schenkt.

 

Mittwoch, den 6. Mai 2020

Die gute Nachricht:
Rund 250 Masken, für Erwachsene und Kinder haben die Unterstützerinnen der Familienarbeit schon genäht und in der Kirche verteilt. Vielen Dank für so viel Engagement und so viel Phantasie bei der Gestaltung dieser Masken. Sie helfen andere zu schützen und zeigen wir tragen auch in der Lockerungsphase von Corona Verantwortung füreinander.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Bei einem Spaziergang durch unser Wohnviertel sah ich ein Mädchen auf einem Trampolin im Garten springen. Hoch, Salto rückwärts, Salto vorwärts. Dass es sowas noch gibt. Trampolin-Springen dachte ich wäre out. Soviel stehen eingewachsen in den Gärten oder wurden in den letzten Jahren abgebaut. Aber hier sprang noch einmal ein Mädchen.
Ich weiß nicht, wovon sie träumte, mit ihren Freundinnen wieder Spaß haben, zum Sportunterricht gehen oder zum Bouldern? Träumt sie davon über all die Einschränkungen und Kontaktsperren hinweg zuspringen?
Leider ist das nur, oder „Gott sei Dank“ ist das noch in unserer Phantasie möglich. Und wer nicht genug Phantasie hat, darf ein Buch lesen, zum Beispiel die Leseempfehlungen in unserer Bibel und sich mitnehmen lassen über Zeit und Raum hinweg in eine andere Welt.
Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen. (2. Samuel 22,30)

Der biblische Lesetipp: Matthäus 25, 14-30
Das Gleichnis von den genutzten, oder vergrabenen Talenten erschreckt und ermutigt zugleich. Nicht das Wuchern und Handel treiben im Wirtschaftssystem ist gemeint, obwohl das Nutzen der Talente gerade jetzt gefragt ist, um flexibel den Neustart zu wagen. Es geht um das Nutzen der Gaben, die Gott uns Menschen geschenkt hat. Talente, die in Coronazeiten wieder entdeckt werden, Talente, die helfen Verantwortung für andere zu übernehmen, Talente die helfen eine andere Welt zu schaffen, als die Welt vor Corona. Aber lesen Sie selbst in Matthäus 25, 14-30

Aus dem Gemeindeleben

Live dabei – Abendgebet um 18 Uhr
Schon seit Beginn der Corona-Krise wird jeden Tag um 18 Uhr ein Gebet für Roßtal und die Welt gesprochen. Mit diesem Abendgebet möchte das Hauptamtlichen-Team der Pfarrei ein Zeichen der Verbundenheit im Glauben und der Solidarität setzen. Viele Roßtaler sind diesem Aufruf bereits gefolgt. Einige zünden eine Kerze an, sprechen ein kurzes Gebet und ein Vater Unser oder halten einfach kurz inne während die Glocken läuten. Es tut gut sich in dieser Zeit mit vielen anderen Christen in einer Gebetsgemeinschaft verbunden zu wissen.
Mithilfe der Online-Plattform für Videokonferenzen „Jitsi“ besteht nun am Mittwoch (06.05.) und am Freitag (08.05.) die Möglichkeit, diese Gebetsgemeinschaft sichtbar zu machen und sich daran zu beteiligen. Wer möchte lädt sich dafür die Jitsi-App auf sein Smartphone (downloadbar im App-Store) oder öffnet diesen Link in seinem Internetbrowser: https://meet.jit.si/
Jetzt muss nur noch der Konferenzname Abendgebet18 eingeben werden und schon kann man ab 18 Uhr der Übertragung folgen.
Eine Teilnahme per Telefon ist ebenfalls möglich. Wählen Sie dafür die Telefonnummer 089/38038719. Nicht erschrecken, es antwortet eine Computer-Stimme und fordert Sie auf Englisch auf, diese PIN-Nummer einzugeben: 1057 1120 93. Nachdem Sie diese Zahlenfolge eingegeben haben, bestätigen Sie die Eingabe durch Drücken der Taste mit dem Doppelkreuz (#) und schon sind Sie per Telefon zugeschaltet.

Die Übertragung beginnt mit dem Läuten der Glocken und endet mit einem Abendsegen. Herzliche Einladung zu diesem digitalen Abendgebet in Ihrer Laurentiuskirche!

75 Jahre Frieden- Ökumenisches Friedensgebet
An Freitag jährt sich das Ende des zweiten Weltkrieges zum 75. Mal. Damals am 8. Mai 1945 schwiegen die Waffen und es begann eine unglaubliche Friedensgeschichte. An diese soll am Freitag um 11 Uhr, am Grabmal des unbekannten Soldaten, auf dem Roßtaler Friedhof erinnert werden. Zusammen mit dem Sänger Reyno Schödel wird an diesem Vormittag, nach dem Glockenläuten, ein ökumenisches Friedensgebet stattfinden. Der Dank für die lange Friedenszeit, aber eben auch die Erinnerung an die Schrecken dieser Zeit und des Nationalsozialismus stehen im Mittelpunkt dieses Gedenkens.

Die Printausgabe des Coronatagebuchs ist noch erhältlich
Die Druckausgabe des Coronatagebuches der vergangenen Woche ist in der Kirche immer noch zu erhalten. Bitte bedienen Sie sich und nehmen Sie dieses Tagebuch auch für Ihre Nachbarn mit.

Ella & Harold
Es gibt neue Bilder unserer Wanderfalken. Am Wochenende war der Falkenexperte Kurt Hussong in Roßtal und hat die folgenden Aufnahmen unserer Wanderfalkenfamilie fotografiert.

Gottesdienstregeln
Gottesdienste sind ab Sonntag möglich. Aber es gibt Coronaregeln, über die zwei Ordner in der Kirche informieren und die für einen geregelten Ablauf der Gottesdienste, gemäß des Hygienekonzeptes unserer Kirche, sorgen.
Es darf niemand kommen, der an Husten, oder einem Infekt der Atemwege leidet. Auch Fieberpatienten sind vom Gottesdienst ausgeschlossen.
Sind Sie gesund, dann kommen Sie bitte mit Abstand über den Haupteingang in die Kirche und desinfizieren Sie Ihre Hände.
Ein Nasen-Mundschutz ist leider Pflicht.
Halten Sie bitte Abstand beim Hineingehen und beim Hinausgehen.
Desinfizieren Sie bitte Ihre Hände
Setzen Sie Sich bitte nur auf die markierten Sitzplätze.
Bringen Sie bitte Ihr eigenes Gesangbuch mit.
Verlassen Sie im Anschluss die Kirche und den Friedhof zügig und mit Abstand.
Und lassen Sie sich von all den Regeln nicht entmutigen Ihren Glauben fröhlich zu leben.

Wie geht’s weiter mit Gruppen und Kreisen?
Nachdem jetzt Gottesdienste und Andachten in jeglicher Form wieder erlaubt sind, stellt sich die Frage nach Gruppen und Kreisen, nach Vorträgen und Veranstaltungen. Nach Chören und Musikensembles. Diese sind nach wie vor nicht erlaubt und werden darum von uns auch nicht angeboten. Damit entfallen auch all die geplanten Veranstaltungen bis auf weiteres.
Wenn es um Fakten und begründete Daten geht, dann schauen Sie doch nach bei www.rki.de  Das Robert Kochinstitut informiert dort breit und ausführlich über das Virus und den Kampf dagegen. Schlagen Sie nach.

Kindertipp: Papierflieger falten
Welches Papierflugzeug bleibt am Längsten in der Luft? Welches kann die weiteste Strecke zurück legen? Probiert es aus! Ob Düse, Schwalbe oder Doppeldecker - hier zeigt geolino fünf Papierflieger und die Anleitungen der Modelle zum Papierflieger basteln. Viel Spaß beim Bauen und fliegen lassen!

Der Coronakommentar:
Man soll keine Äpfel mit Birnen vergleichen das ist der Schluss aus unendlich vielen Coronastatistiken. Und daraus wächst die Erkenntnis, dass für jedes Land, jede Region andere Regeln und Krankheitsverläufe gelten.
Die Macht der Zahlen bestimmt das Leben in Deutschland. Auf der Grundlage von Daten der John Hopkins Universität, des Robert Koch Institutes und vieler wissenschaftlicher Studien aus der ganzen Welt, bis hin zur Heinsbergstudie, die gerade diskutiert wird. Wir erleben mit, Zahlen lügen nicht. Aber Zahlen müssen interpretiert werden und das ist nicht ganz einfach. Denn ganz schnell kommt die banale Weisheit zum Tragen, dass Äpfel mit Birnen verglichen werden. Das ist zwischen Staaten so. Das ist mit den Bundesländern so und sogar zwischen einzelnen Regionen. Dass in Mecklenburg Vorpommern andere Regeln gelten müssen als in Bayern wird beim Blick auf die Landkarte verständlich. Von München aus ist man schneller in Norditalien, als in Schwerin…. Und wie man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen kann, ist es eben auch bei unseren Bundesländern so. Das mag man bedauern, aber wenn man im Bundesland mit den meisten Coronainfektionen lebt und im Landkreis mit den meisten fränkischen Todesopfern an Covid Sars 19, dann ist mir ein Deutschland mit den unterschiedlichen Geschwindigkeiten ganz recht und die Bedingungen hier sind andere, als dort und in Frankreich gelten andere Regeln und in Schweden auch. Nur eines bleibt gewiss. Corona ist für viele Menschen tödlich und mögen die Zählweisen auch unterschiedlich sein und mögen auch manchmal die daheim Gestorbenen nicht mitgezählt worden sein. Es ist eine Pandemie und es kann jeden treffen und die Zahl der Toten aus der sogenannten Übersterblichkeitsquote zeigt, es ist noch nicht vorbei und es ist immer noch lebensgefährlich, auch wenn die Zahlen unterschiedlich berechnet werden und die Ursachen je nach Region verschoben sind. Daraus für alle Länder das Gleiche zu fordern oder umgekehrt egoistisch zu schreien, der darf, aber ich nicht, das ist dann nicht möglich. Denken sie an die Äpfel und an die Birnen… und nein es ist nicht Gehorsam, in Bayern langsamer mit der Öffnung zu sein, sondern es ist Vernunft und Einsicht und hier lügen unsere Zahlen nicht. Klicken sie ruhig einmal auf die Seite des Robert Koch Instituts www.rki.de oder der www.john-hopkins Universität und schauen nach, wie es in Bayern ist, oder in Mecklenburg-Vorpommern.

Dienstag, 5. Mai 2020

Die gute Nachricht:
Wir feiern wieder Gottesdienst. Zusammen mit dem Kirchenvorstand, der gestern Abend tagte, wurde das Hygienekonzept beschlossen. Ab Sonntag, den 10. Mai - ab Muttertag also, sollen sonntags vorläufig zwei Gottesdienste in der Laurentiuskirche stattfinden. Um 9 Uhr und um 10 Uhr feiert die Gemeinde Gottesdienst, damit auch alle einen Platz finden, die kommen wollen. Ein strenges Regelwerk organisiert das Corona konforme Verhalten der Besucher, von dem wir in der Rubrik „Aus dem Gemeindeleben“ noch berichten werden. Wir freuen uns auf den ersten Gottesdienst mit Ihnen. 

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Chocolate is the proof that GOD wants us to be happy.
Eine Geschichte der Polizei Mittelfranken erwärmt das Herz.
Ein 11-jähriger Junge aus der Region Ansbach rief in der Einsatzzentrale an und brach in Tränen aus. Seine Mutter war gerade außer Haus, und er fühlte sich einsam.
Eine freundliche Polizistin beruhigte ihn am Telefon und schickte eine Streife vorbei, die vor Ort feststellte, dass er wohlauf ist. Mit einem leckeren Nutella/Nutoka/…-Schokoladencreme-Brot konnten sie dem kleinen Mann wieder ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Die Polizei Mittelfranken hat mit zwei Erkenntnissen absolut Recht: „#wirbleibenzuhaus ist nicht immer einfach“, und „Manchmal braucht die Seele einfach etwas Schokolade!“
Die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. (Jesaja 40,31)

Der biblische Lesetipp:
Gerade in dieser Woche lohnt es sich einmal wieder in der Bergpredigt die Seligpreisungen anzuschauen. Gerade weil diese Woche 75 Jahren Frieden in Deutschland erinnert werden können und mit dem 8. Mai 1945 ein anderes Wertesystem wichtig wurde, das auch von den Seligpreisungen geprägt wurde, gerade darum lohnt ein Blick aufs Original und Jesus macht Mut zu  Frieden, Sanftmut und Gerechtigkeit. Doch lesen Sie selbst in Matthäus 5, 1-12.

Ramadan was ist das eigentlich?
Nicht nur Ostern entfiel als religiöses Fest in den Kirchen auch Muslime in Deutschland erleben die Corona Maßnahmen als Einschränkung. Grund genug einmal nachzufragen, was ist eigentlich der Ramadan? Dr. Rainer Oechslen ist der Islamexperte unserer Landeskirche und erklärt was der Ramadan ist:

Am 24. April hat der Monat Ramadan begonnen, für unsere muslimischen Geschwister der wichtigste Monat des Jahres. Der Enthaltsamkeit tagsüber folgen normalerweise Abende in froher Gemeinschaft. Man lädt Verwandte und Freunde ein oder wird eingeladen. Die Pflege guter Beziehungen ist ein Element des Ramadans; dazu gehört auch, dass man sich in diesem Monat nicht nur des Lästerns über andere Menschen enthält, sondern überhaupt aller unguten Reden. Moscheegemeinden und muslimische Organisationen geben an den Abenden im Ramadan oft Empfänge, bewirten ihre Partner aus der Kommunalpolitik und den Kirchen und tauschen Grußworte aus.
Viele Muslime gehen nach dem Essen noch einmal in die Moschee, verrichten das Nachtgebet und anschließend noch ein besonderes Gebet, das es nur im Ramadan gibt, das Tarawwih-Gebet. Oft wird dabei im Laufe des Monats der gesamte Koran in 30 Abschnitten rezitiert. Wenn ein guter Koran-Rezitator anwesend ist – die Rezitation des Korans ist hohe Kunst –, dann wird diese Lesung des Korans für viele Muslime zum wichtigen spirituellen Erlebnis.
In diesem Jahr nun ist alles anders. Schon eine Woche bevor der Staat im März öffentliche Gottesdienste untersagt hat, wurden viele Moscheen in Deutschland für das gemeinsame Gebet geschlossen. Auch die heiligen Stätten in Mekka, Medina und Jerusalem liegen verwaist. Es gibt dafür – ähnlich wie bei den Kirchen in Deutschland – kein Beispiel aus der jüngeren Geschichte. Auch die Geselligkeit in den Großfamilien ist in diesem Jahr nicht möglich. Die Abende des Ramadans können nur mit denen gefeiert werden, die das Jahr über miteinander leben. Wer die Anhänglichkeit der allermeisten Muslime an ihre Eltern kennt und ihren tiefen Respekt vor den Älteren, der weiß, was dieses Opfer bedeutet.
Auch nun, da der Staat das Gottesdienstverbot vorsichtig lockert, gibt es in fast keiner Moschee gemeinsame Gebete. Grund dafür ist, dass zu den vorgeschriebenen Gebeten Körperkontakt gehört. Männer und Frauen stehen in ihren Bereichen jeweils Reihe für Reihe Schulter an Schulter. Das aber ist nun gerade ausgeschlossen. Ein anderer Grund ist der Teppichboden in vielen Moscheen. Der lässt sich nur schwer desinfizieren. Ähnlich wie die Kirchen verweisen muslimische Gemeinden auf das Gebet zuhause. Auch sie versuchen mit Videobotschaften, Telefon- und Onlinekontakten ihren Mitgliedern nahe zu sein.
Vielen Muslimen hat das Beispiel des Propheten Muhammad geholfen, die Einschränkungen zu ertragen. Muhammad (oder Mohammed) hat während einer Epidemie den Muslimen geraten, weder in die Moschee noch sonst in die Öffentlichkeit zu gehen und alle nicht unbedingt nötigen Kontakte zu meiden.
Auffällig ist für mich, dass die Unterschiede zwischen den Religionen zurzeit fast keine Rolle spielen. Sie unterliegen alle den gleichen Vorschriften und stehen vor den gleichen Herausforderungen. Wenn ich mit der Maske vor Mund und Nase zum Einkaufen gehe, dann schmunzele ich bei dem Gedanken, welche Aufregung die Verschleierung mancher muslimischen Frauen noch vor kurzem bedeutet hat. Nun sind wir alle verschleiert, sogar die Männer und die Polizei muss uns auffordern, beim Autofahren die Maske abzunehmen, damit sie uns erkennt, falls wir zu schnell fahren. Ich kann nur hoffen, dass wir uns das merken für die Zukunft.

Aus dem Gemeindeleben:

Abendgebet digital
Schon seit Beginn der Corona-Krise wird jeden Tag um 18 Uhr ein Gebet für Roßtal und die Welt gesprochen. Mit diesem Abendgebet möchte das Hauptamtlichen-Team der Pfarrei ein Zeichen der Verbundenheit im Glauben und der Solidarität setzen. Viele Roßtaler sind diesem Aufruf bereits gefolgt. Einige zünden eine Kerze an, sprechen ein kurzes Gebet und ein Vater Unser oder halten einfach kurz inne während die Glocken läuten. Es tut gut sich in dieser Zeit mit vielen anderen Christen in einer Gebetsgemeinschaft verbunden zu wissen.
Mithilfe der Online-Plattform für Videokonferenzen „Jitsi“ besteht nun am Mittwoch (06.05.) und am Freitag (08.05.) die Möglichkeit, diese Gebetsgemeinschaft sichtbar zu machen und sich daran zu beteiligen. Wer möchte lädt sich dafür die Jitsi-App auf sein Smartphone (downloadbar im App-Store) oder öffnet diesen Link in seinem Internetbrowser: https://meet.jit.si/
Jetzt muss nur noch der Konferenzname Abendgebet18 eingeben werden und schon kann man ab 18 Uhr der Übertragung folgen.
Eine Teilnahme per Telefon ist ebenfalls möglich. Wählen Sie dafür die Telefonnummer 089/38038719. Nicht erschrecken, es antwortet eine Computer-Stimme und fordert Sie auf Englisch auf, diese PIN-Nummer einzugeben: 1057 1120 93. Nachdem Sie diese Zahlenfolge eingegeben haben, bestätigen Sie die Eingabe durch Drücken der Taste mit dem Doppelkreuz (#) und schon sind Sie per Telefon zugeschaltet.

Die Übertragung beginnt mit dem Läuten der Glocken und endet mit einem Abendsegen. Herzliche Einladung zu diesem digitalen Abendgebet in Ihrer Laurentiuskirche!

Die Gottesdienstregeln
Wir dürfen wieder -  Gottesdienstfeiern ist wieder erlaubt, allerdings mit ganz klaren Regeln!
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine 2 Meter Abstand sind Pflicht!
5. Abstand gilt auch für das hereinkommen und das hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.
Und so laden wir ein, am Sonntag den 10.Mai um 9 Uhr oder um 10 Uhr, zu einem unserer beiden Gottesdienste zu kommen und miteinander in St. Laurentius zu feiern.

Orgelmusik
Michael Bauer spielt am Mittwoch und am Freitag verlässlich um 10 Uhr auf der Orgel der Laurentiuskirche in Roßtal.

Das Coronagedicht von Ludwig Felsenstein 
So klein, wir können ihn nicht sehn,
unsichtbar in unserm Licht,
man mag ihn wenden, oder drehn,
den kronenstacheligen Wicht.

Unlebensfähig gar allein,
ein Nichts im Angesicht der Welt
in unser Zellen geht er rein,
dort alles überkopf er stellt.

So groß, so stark ist seine Macht
Das halbe Leben legt er lahm,
was keine Politik geschafft,
bringt der zuwege ohne Scham.

So wie verbreitet hat er sich
Auf dem gesamten Erdenrunde,
nach Möglichkeit nun schütze dich,
Corona ist in aller Munde!

So still ist es nun um micht her,
ob Flieger, Auto, oder Schiene,
in Stadt und Land ruht der Verkehr,
vertagt, vergessen die Termine.

So blau der Himmel ob der Stadt,
so klar das Wasser in Venedig,
wie man es kaum gesehen hat,
Klimarettung hochkarätig!

Wie lange wird dies weitergehn
Wohl auf der Erd in Stadt und Land?
Auf den Schöpfer lasst uns sehn
Gott hat die Zügel in der Hand!

Die Fotogalerie von Herrn Hochberger
Wer sie noch nicht gesehen hat, Herr Hochberger entführt mit diesen Wasserbildern wieder in eine zauberhaft schöne Welt außerhalb von Corona. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Frag den Vogelphilipp: ein Tipp nicht nur für Kinder
Sie sind draußen unterwegs, hören einen Vogel singen und wüssten gern, was für ein Vogel das ist? Der Vogelphilipp sagt es Ihnen. Alles, was Sie brauchen, ist ein Smartphone und die kostenlose App "WhatsApp". Schon kann´s losgehen:
1.    Telefonnummer des Vogelphilipp zu Ihren Kontakten hinzufügen: 01 60 / 44 2 44 50
2.    Vogelgesang mit WhatsApp aufnehmen und an den Vogelphilipp senden.
3.    Der Vogelphilipp antwortet und sagt Ihnen, welchen Vogel Sie singen hören.
Philipp Herrmann, wie der „Vogelphilipp“ wirklich heißt, erkennt alle heimischen Singvögel an ihrer Stimme. Schon als kleiner Junge nahm er an Vogelstimmen-Wanderungen des BUND Naturschutz teil, war begeistert und kaufte sich Vogelstimmen-CDs. So wurde er schließlich ein ausgewachsener Vogelkundler.

Mit der Vogelstimmen-Hotline auf WhatsApp möchte der Vogelphilipp Spaziergängern wieder ein Gefühl für die Vogelarten geben, die um uns und mit uns leben. Die Teilnehmer sollen für die Natur vor der Haustür sensibilisiert und ihr Interesse für die Biologische Vielfalt geweckt werden.
Die Aktion läuft bayernweit. Alle Interessierte aus Bayern können sich gerne an den Vogelphilipp wenden und ihm auf WhatsApp eine Aufnahme einer Vogelstimme schicken. Probieren Sie es aus!

Der Coronakommentar: Vor dem Tod sind auch alle gleich!
Die ständige Berufung auf Gleichbehandlung und den Gleichheitsgrundsatz nervt und verführt zu leichtsinnigem Verhalten und dann gibt es diese schockierende Wahrheit: Vor dem Tod sind alle gleich…
Alles soll lockerer werden. Die Ministerpräsidenten überbieten sich in Lockerungen, die Gerichte kippen Verbote mit dem Hinweis auf den Gleichheitsgrundsatz und gleichzeitig protestiert eine bunte Mischung von Wutbürgern und ja auch echt besorgten Mitmenschen, für mehr Freiheiten und Lockerungen. Die Fußballdiskussion wird abendfüllend geführt und die gesamte Autoindustrie fordert neue Staatshilfen immer mit dem Hinweis, alle müssten gleich behandelt werden. Menschenschutz muss gegen den Schutz der Wirtschaft abgewogen werden.
Dagegen wehrt sich nicht nur der gesunde Menschenverstand. Auch im Grundgesetz gibt es einen Vorrang für den Schutz eines jeden Lebens. Und die körperliche Unversehrtheit, die der Staat zu schützen hat, ist Grundbedingung für eine freie Entfaltung der Persönlichkeit eines jeden Menschen und folgt in Artikel 2 des Grundgesetzes, gleich dem Grundsatz dass die Würde eines Menschen unantastbar ist.
Keiner kann darum sagen, sein Gewinnstreben ist wichtiger als ein Menschenleben und dass Fußball wichtiger sei, als der Schutz der Spieler, oder gar der Zuschauer und auch der Druck der Wirtschaftsverbände, die alte Normalität wieder zu erreichen ist zur Zeit menschenverachtend und Humbug noch dazu. Denn welche Länder sind unsere Haupthandelspartner? Frankreich? Amerika, die EU und welche Grenzen sind gerade dicht? Für wen also Autos produzieren mit Staatsunterstützung? Nur weil der Gleichheitsgrundsatz für alle Geschäfte und Industrien gelten soll? Nein der Schutz des Lebens ist der Grundsatz nach dem sich alles zu richten hat. Der gelingt durch Abstandhalten, Mundschutz, Händewaschen, Daheimbleiben und Rücksichtnahme den Schwachen gegenüber. Und Vorsicht, damit nicht am Ende dieser Krise, einer der Gleichmacher ist und der Tod dann wirklich alle gleich macht. Die Zahlen warnen immer noch denn rund 7.000 Menschen haben in Deutschland bisher nicht überlebt…. Darum ist es so viel besser, wenn alle gleich vorsichtig sind und damit gleich erfolgreich durch die Krise kommen.

 

Montag, den 4. Mai 2020 

Die gute Nachricht:
Kommt aus Amerika und berichtet von einem Heilmittel, das eine Coronaerkrankung deutlich verkürzen kann. Ein gegen das Ebola Virus wirkendes Arzneimittel zeigt nach dem wissenschaftlichen Berater des amerikanischen Präsidenten Fauci deutlich Wirkung. Klinische Tests lassen hoffen, dass es damit eine weitere Waffe im Kampf um das Leben von Menschen gibt.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker: Text und Video
Ostern konnten wir nicht feiern wie wir es gewohnt waren. Keine Feier der Osternacht in der Krypta, keine festlichen Ostergottesdienste. Der russische Schriftsteller Leo Tolstoi erzählt in einer seiner Geschichten auch von einer ungewöhnlichen Osterfeier.
In den Weiten Russlands hatte der sadistische Gutsverwalter den leibeigenen Bauern befohlen die Felder am Ostersonntag zu pflügen. Mürrisch, schimpfend und fluchend machen sich die Bauern unwillig an die Arbeit. Aber keiner wagt sich zu wehren oder zu widersprechen. Nur einer, er schirrt die Pferde an und fährt mit den Pflug hinaus auf die Felder. Dort zündet er eine Kerze an und stellt sie auf das Querholz des Pfluges. So zieht er die Furchen. Obwohl der Wind bläst, geht sein Licht nicht aus. Und auch wenn er am Ende des Feldes den Pflug wendet, fällt die Kerze nicht herab. Er singt die Osterpsalmen und jedem den er begegnet, sendet er den Ostergruß „Christus ist auferstanden“. Er feiert Ostern, auch wenn die Umstände gar nicht danach sind.
Ostern hängt nicht an einen besonderen Termin, den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond. Ostern ist da, wo wir die frohe Botschaft weitersagen: „Christus ist auferstanden.“ Ostern ist da wo wir mit unseren Worten und unseren Taten von dem Auferstandenen Christus erzählen, dessen Liebe allen Menschen gilt.
 Wir müssen unser Licht nicht unter einen Scheffel stellen. Christus sagt seinen Jüngern: „Ihr seid das Licht der Welt. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Matthäusevangelium 5,14+16)

Hier geht es zum Video auf unserem YouTube-Kanal: https://www.youtube.com/watch?v=Zs3k8hIQ1xE

Diese Woche aktuell: Das Kriegsende
Vor 75 Jahren näherte sich das Kriegsende in Europa. An diesem Freitag vor 75 Jahren war  Schluss mit dem Gemetzel, natürlich nicht schlagartig und es wurde weiter gestorben und es wurde weiter geschossen und Befreiung, Flucht, Vertreibung, Rache, Verzweiflung, Hunger,  sorgten weiter für viele Opfer und in Asien ging der Wahnsinn weiter. Aber in Europa war der Krieg zu Ende und dank des Engagements US-Amerikanischer Truppen aber auch des unendlich hohen Blutzolles der sowjetischen Bevölkerung war Schluss mit dem faschistischen Raubzuges durch Europa und eine neue, beispiellose Friedenszeit konnte beginnen. Daran kann in dieser Woche dankbar gedacht werden, gerade, weil Corona die schlimmste Bedrohung seit dem Ende des zweiten Weltkrieges für die ganze Welt ist.

Zu dieser Ausgabe des Coronatagebuches:
Weil das Ende des zweiten Weltkrieges gleichzeitig auch der zaghafte Beginn der Völkerfreundschaft mit den westlichen Alliierten wurde, steht in diesem Coronatagebuch Amerika im Vordergrund und biblische Geschichten, ein historischer Aufbruch und das Kriegsende sind heute hier zu lesen.

Der biblische Lesetipp: Eine Aufbruchsgeschichte, Genesis 12, 1-9
Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein. Das hört Abraham. Das lässt ihn aufbrechen, damit beginnt die Geschichte seines Wüstenzuges. Nicht, dass Abraham ein junger Mann ist, nein im gesetzten Alter von 75 Jahren, bricht Abraham mit seiner Familie auf und wagt Neues, von Gott gesegnet und anderen Segen bringend. Heute 75 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges ist das eine Ermutigung, es ihm gleich zu tun. Heute in dieser Krise ist das eine Ermutigung den eigenen Segen für andere zum Segen werden zu lassen, auch im Aufbruch, auch im Losziehen in die Welt nach, oder mit Corona. Und diese Geschichte ermutigte immer schon Menschen aufzubrechen und Neues zu wagen auch vor 175 Jahren als die fränkischen Siedlungen in Amerika gegründet wurden und Menschen motiviert durch Wilhelm Löhe nach Saginaw Country Michigan aufbrachen. Doch lesen Sie die biblische Geschichte selbst Genesis 12, 1-9

Die Bibelstelle des Kirchenvorstandes:  Martin Horneber über Angst und Zuversicht
Dieses Bibelwort begleitet mich seit meiner Konfirmation 1975:
Wir wissen aber dass denen, die Gott lieben alle Dinge zum Besten dienen müssen. Römer 8, 28

Wie viele Ängste hatte ich schon in meinem Leben?
Heute bin ich 58 und erinnere mich zwischen vage und deutlich an meine Angst vor dem dritten Weltkrieg, vor dem NATO Doppelbeschluss, der Aids-Epidemie, vor dem Waldsterben, vor Lebensmittelvergiftung, vor der Bankenkrise und was nicht alles.

Und heute sind wir mitten in einer Pandemie, mit der ich niemals gerechnet habe und denke wieder an meinem Konfirmationsspruch aus Römer 8: wir wissen aber, dass denen die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen müssen.
Was haben mich all die Ängste meines bisherigen Lebens geleert?
Angst ist eine Grundkonstitution des Lebens und notwendig. Und gleichzeitig müssen wir lernen, mit diesen Ängsten umzugehen, den Ängsten Zuversicht, Realität, Fakten und Erfahrung entgegen zu setzen.
Meine Ängste haben mich gelehrt, gelassen und zuversichtlich zu bleiben.
Das, was mich wirklich bedroht und worauf ich auch wirklich Einfluss habe, realistisch einzuschätzen. Und ganz konkret mir vieles vom Leib - sprich von meinen Augen und Ohren fernzuhalten. Konkret heißt das, nicht zu viele Nachrichten zu konsumieren, auf meinem Handy alle Push Nachrichten, die mir in Echtzeit Katastrophen auf dem Bildschirm bringen zu deaktivieren und Sendungen, die mit Angst Geld machen, die Unsicherheit breit treten, die mir von Katastrophen berichten, deren Wissen keinerlei Nutzen für mich oder sonst jemanden hat, abzuschalten.
Gott lieben im obigen Sinne heißt: ihm als dem Spender des Lebens zu vertrauen und zu wissen, dass hier Schutz, Zuversicht und Geborgenheit sind.
Das ist herausgewachsen aus dem Kinderglauben, dass schon alles gut gehen wird und dass der liebe Gott meine manchmal naiven, manchmal frommen Wünsche erhört und erfüllt.
Da halte ich es lieber mit Dietrich-Bonhoeffer: Gott erfüllt nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen!

Und die Verheißung heißt: alles was passiert, dient mir zum Besten.
Das habe ich trotz der Krisen und Ängste gelernt und auch erlebt: jede Krise hat einen Ausgang, ich kann anpacken, ich kann nach Lösungen suchen und kann mir immer die stärkste Kraft bewahren, die das Leben fördert und schützt: die Zuversicht!
Dabei hilft mir mein Konfirmationsspruch, den ich vor 45 Jahren am Altar der Laurentius-Kirche zugesprochen bekommen habe: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben alle Dinge zum Besten dienen müssen!

Ich wünsche uns allen viel Zuversicht! Ihr Martin Horneber

Der Gruß aus Frankenmuth von Daniel Haubenstricker
Liebe Roßtaler,
in diesen unsicheren Zeiten, mit Corona Virus in Frankenmuths Pflegeheimen, mit unseren leeren Straßen und Schulen und Geschäften und Kirchen, denke ich manchmal an die kleinen Schönheiten:  Die Tulpen blühen, die Vögeln singen, der Regen gießt die neu gesäten Felder. Und ich denke anr die großen Freuden: Die Oster-Botschaft, unseren Glauben, unsere Familien und Freunden.  Gott sei Dank dürfen wir uns am Telefon unterhalten, entweder Ortgespräch mit Nachbarn oder Ferngespräch mit fränkischen Verwandten und Freunden. Ich persönlich bin sehr dankbar, dass ich im Sommer 2019 meine fränkische Heimat besucht habe. 
Ich wünsche Ihnen Muth, Trost, Lust, und Hilf, wie Pfarrer Löhe unsere 4 Franken-Siedlungen in Michigan genannt hat. 
Ihr Daniel Haubenstricker
 
Der Lesetipp:
In Trettendorf zeigte man bis nach dem Krieg noch die sogenannte Löhestube. In ihr übernachtete der Neuendettelsauer Pfarrer Wilhelm Löhe, wenn er vom Besuch seiner Familie in Fürth auf dem Weg nach Hause war. Dort auch hielt er viel beachtete Gemeindeabende und Bibelstunden ab, nicht immer zur Freude der Roßtaler Pfarrer. Hier auch motivierte er junge Menschen aus Roßtal nach Amerika auszuwandern. Sein Ziel waren Gemeindegründungen dort, die durch ihr besonderes christliches Leben segensreich für die indigene Urbevölkerung und die geistlich verarmten Neusiedler sorgen sollten. So kam es zur Gründung der Frankenstädte in Michigan Frankenmuth, Frankenlust, Frankenhilf und Frankentrost. Doch lesen sie die Abenteuer der Franken in Amerika selbst.

Evangelisches Leben in Frankenmuth:
Und so geht die evangelisch Lutherische Kirchengemeinde Frankenmuth mit der Coronakrise um:  
Hymn Marathon
Have you ever wondered what it would be like to hear EVERY hymn in the Lutheran Service Book?? Well, here’s your chance! 
You are invited to tune into the “virtual” hymn fest to end all hymn fests this Friday, April 24th from 8:00 am – 4:30 pm live from St. Lorenz Lutheran Church!
Dr. Scott Hyslop will put on his running shoes at 8:00 am and start with the first hymn in the Lutheran Service Book and isn’t going to stop until he gets to the other end of the book! 
 Here is how it will work.  You will either turn on Facebook Live, stlorenz.org, or Channel 191. Dr. Hyslop will play an introduction to each hymn and then play one stanza of each hymn in LSB UNLESS you would like to hear a hymn in its entirety! If you would like to hear an entire hymn presented or, if there is a hymn you LOVE that isn’t in LSB you can email Dr. Hyslop at Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! before 5:00 pm on Thursday, April 23rd.

Aus dem Gemeindeleben Roßtal
Kirchenvorstandsitzung
Heute Abend findet erneut eine digitale Kirchenvorstandssitzung statt. In dieser wird über das Hygienekonzept und die Wiedereröffnung unserer Kirchen nachgedacht und die Einzelheiten für den Beginn der Gottesdienste festgelegt. Ab Sonntag 10. Mai sollen dann zumindest in St. Laurentius wieder Gottesdienste stattfinden.


Masken
Gegen Spende können auch in der neuen Woche selbstgemachte Masken in der Kirche erworben werden. Dank des Engagements von Müttern, ehemaligen Lehrerinnen und Frauen aus der Gemeinde wurden bereits rund 200 Gesichtsmasken verteilt, mit denen Menschen sich vor dem Weitergeben des Virus schützen können.


Kindergottesdienst
Einige Exemplare des Familien- und Minigottesdienstes, den Gemeindediakonin Judith Popp entworfen hat, hängen noch zum Mitnehmen in der Kirche. Mit diesem Arbeitsmaterial können Kinder und Familien ihren Glauben leben und sich stärken lassen für die nicht ganz einfache Coronazeit. 


Printausgabe Coronatagebuch
Die Druckausgabe des Coronatagebuches liegt in der Kirche, im Kirchenbüro oder bei Blumen Fröschel aus und kann kostenlos dort mitgenommen werden. Die Printausgabe wendet sich vornehmlich an Menschen, die keinen digitalen Zugang habend und sie kann auch von dieser Seite aus heruntergeladen werden.

Bildergalerie
Wasser ist das Thema der Bildergalerie für diese Woche von Günter Hochberger (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten).  

Coronakommentar:
Wer den Krieg in Roßtal noch bewusst miterlebt hat, hat drei Erinnerungen an diese Zeit. Die erste Erinnerung ist der Bombenangriff auf Nürnberg am 2. Januar, bei dem viele Eltern, ihre Kinder aus den Kellern holten und ihnen den blutroten Nachthimmel über Nürnberg zeigten. Das geschah im vollen Bewusstsein, hier geschieht etwas historisch Grausames. Die zweite Erinnerung war das Erschrecken, dass der ehemalige Bürgermeister Hans Eckstein am Weinzierleiner Berg Opfer von Tieffliegern wurde und das Grauen des Krieges bekam in der Zivilbevölkerung einen Namen.
Diesen beiden erschreckenden Erinnerungen standen aber Vielen, die damals Kinder waren die Bilder von Amerikanern entgegen, die egal, ob Sie von Weinzierlein kamen, oder von Clarsbach auf Roßtal vorrückten,  aus ihren Jeeps und Panzern Schokolade und Kaugummis warfen. Strahlende meist farbige Amerikaner, Fröhlich lachend und vor allem kinderlieb. Das sind die hängengebliebenen Erinnerungen vieler Jungs und Mädels, die damals offenkundig völlig unbeaufsichtigt an den Straßenrändern standen, und die sich über die Lockerheit der Soldaten freuten, die Schokolade verteilten. Während die abziehende Wehrmacht noch Angst und Schrecken verbreitete, war mit den ersten amerikanischen Soldaten in Roßtal klar, jetzt beginnt eine andere Zeit und wo es Schokolade gibt und Kaugummi, kann der Friede nicht mehr weit sein. Damit wurde die Wurzel einer tiefgehenden Völkerfreundschaft gelegt und damit der Beginn der Westbindung in die Wege geleitet. Statt schnarrender Befehle und der Drohung jeden zu erschießen, der nicht gehorcht, gab es Jazzmusik und Survival kits, Zigarettenstumpen und Tabak. An Stelle von Plünderungen, wie sie die Nazi Propaganda verkündete, wurden Ham and Eggs - Schinken und Eier  meist höflich verlangt und dazu vielleicht noch die Flasche Rheinwein, die im Keller lagerte. So sieht eine ausgestreckte Hand aus. Und nichts begründete die enge Bindung an den Westen und die USA so sehr wie freundliche Gesichter der GIs, die Kinder anstrahlten und die Menschen am Straßenrand beschenkten und damit konnte es wirklich Frieden werden, damals am 18. April 1945, hier in Roßtal.

 

Samstag, den 2. Mai 2020

Die gute Nachricht:
Captain Tom ist 100. Gut, dass Großbritannien seine Senioren hat, an der Queen, die 94 wurde und an Captain Tom, der mit 99 Jahren 33 Millionen Euro fürs Gesundheitssystem sammelte, kann sich ganz Großbritannien festhalten. Während der Staatschef mit Corona und jetzt auch seinem neuesten Nachwuchs kämpfen muss, geben die Superalten der ganzen Nation Mut und Rückhalt und Hoffnung in einer bis jetzt nie dagewesenen Krise. Und vielleicht kommen dann auch hier manch voreilig über Senioren Urteilende ins Nachdenken….

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Ein Blättern in unserem Gesangbuch zeigt, dass unsere Vorfahren genauso wie wir liebten und lebten mit ihren Familien und Freunden. Und dass sie oft die gleichen Ängste geplagt haben wie uns heute. In unserem Gesangbuch haben die Gedanken derer überlebt, die sich mit Gottvertrauen der Krise entgegen gestellt haben. Matthias Claudius hat vor 440 Jahren gedichtet (EG Lied Nr 482,7)
So legt euch denn Geschwister
in Gottes Namen nieder;
kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns Gott mit Strafen
und lass uns ruhig schlafen.
Und unseren kranken Nachbarn auch.
Behüt Sie Gott, und Ihre kranken und gesunden Nachbarn auch. Bleibms xund.
Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, HERR, hilfst mir, dass ich sicher wohne. (Psalm 4,9)

Der biblische Lesetipp: Markus 8, 1-9
Es reicht für alle, das ist die Quintessenz der Speisungswunder in den Evangelien. Es genug für alle im neuen Reich Gottes, oder dort wo die Regeln des Gottesreiches gelten und dann werden auch die 4000 satt. jedenfalls gibt es für eine große Menge von Menschen, die Jesus in die Wüste folgten genug. Die Versorgungslage ist schwierig, aber am Ende reicht es für alle und das ermutigt auch in unseren Tagen mit Gottvertrauen und Phantasie dem Mangel zu begegnen. Doch lesen Sie selbst Markus 8, 1-9

Aus dem Gemeindeleben

Ein Gruß aus dem Kindergarten Sonnenblume:
Dort wartet das Team sehnsüchtig auf die Kinder und auf einen geregelten Betrieb und der Regenbogen im Fenster der Kinder ist die Antwort auf diesen Gruß. Achten Sie im Gemeindegebiet einmal auf die vielen Fenster, an denen ein Regenbogen klebt dahinter darauf ein Kind wartet, dass es wieder in seinen Kindergarten gehen kann. (Ausmalvorlagen für Regenbögen)

Online Gebete:
In der kommenden Woche gibt es zwei Möglichkeiten an einem Abendgebet für Roßtal teilzunehmen. Am Mittwoch und am Freitag kann man online mitdenken, mitdanken und mitbeten. Das tägliche Gebet für Roßtal um 18 Uhr wird dabei von einer Kamera aufgezeichnet und Zuhörerinnen und Zuhörer können elektronisch live dabei sein….Die Einwahldaten folgen in den nächsten Tagen.

Turmblasen & Haustürkonzert:
Ein voraussichtlich letztes Mal wird Stephen Jenkins am Sonntag um 10 Uhr auf dem Kirchturm stehen und mit seiner Posaune allen Roßtalerinnen und Roßtalern  ein frohmachendes Ständchen spielen und auf Wunsch einer Roßtaler Familie, wird auch das Lied  Die Gedanken sind frei, zu hören sein.
Wilgard Hübschmann aus der Frankenmuther Straße stellt am Sonntagabend Ihren Lautsprecher wieder vor die Haustür und spielt um 18 Uhr auf ihrer Gitarre - ein Haustür-Terrassenkonzert.

Gebet für Verstorbene der Woche.
Guter Gott!
Wir erinnern heute an Reiner Tiefel aus Weinzierlein, an Georg Lindert aus Großweismannsdorf, an Alma Riedel aus Roßtal und Elisabeth Geißendörfer aus Roßtal, die in diesen Tagen verstorben sind. Wir bitten Gott um seine schützende Hand unter unseren Verstorbenen, Wir bitten um Trost für die Trauernden und hoffen, dass unser Vertrauen ins Leben auch heute wieder Kraft gibt die Zukunft zu wagen.

Gottesdienste beginnen wieder:
Ab dem 4. Mai sind Gottesdienste in Bayern wieder erlaubt. Unter einem klaren Hygienekonzept, dürfen gesunde Menschen miteinander feiern und zu Gebet und Predigt zusammenkommen. Das wird bei uns ab dem 10. Mai sein. Die genauen Regeln beschließt der Kirchenvorstand am Montag.

Die Printausgabe:
Schon seit Donnerstag liegt die Printausgabe des digitalen Coronatagebuches in der Kirche und bei Blumen Fröschel aus.  Dazu gibt es eine Variante zum downloaden  und ausdrucken, mit der Bitte diese Exemplare  Weiterzugeben.

Die Aktionen der Woche:
Es gibt wieder selbstgenähte Mundschutze in der Kirche, Karten, um bei der Aktion „Vergiss mein nicht!“ mitzumachen und einen Mini-Gottesdienst in der Tüte für Kindergarten- und Grundschulkinder.

Neue Bildergalerie:
Wasser ist das große Thema der neuesten Galerie von Günter Hochberger, der mit wunderbaren Bildern ein wenig von der Tristesse der Coronazeit ablenkt und Urlaubsgefühle auf den Bildschirm zaubert. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)  

Gruß an Konfirmanden
Einen kleinen Gruß erhielten die Konfirmandinnen und Konfirmanden an diesem Wochenende. Werner Albert aus Buchschwabach widmete Ihnen wieder sein Lied und spielte für die Jugendlichen in der Buchschwabacher Kirche. Die Jugendlichen erhielten die Möglichkeit exklusiv das Lied anzuhören. Wer mehr von unseren Chören wissen will und mehr Chöre hören möchte, der klicke hier: www.quempas.jimdosite.com

Gottesdienstprogramm:   
Anleitung für Gottesdienst@home von Pfarrer Johannes Meisinger aus Veitsbronn/Obermichelbach
Kindergottesdienst am Sonntag um 10 Uhr auf www.kirchemitkindern.digital.de


Familientipp: GC7E88H – Dieser Code führt Sie zu den Roßtaler Kirchtürmen
Kennen Sie Geocaching? Kurz gesagt ist Geocaching Rätselraten und Schatzsuche mit dem Smartphone in einem. Für viele Menschen auf der ganzen Welt ist dies eine freizeitfüllende Beschäftigung. Auf der Internetplattform geocaching.com veröffentlichen Geocacher die Geokoordinaten ihrer versteckten Schätze, der sogenannten Geocaches. Millionen Geocaches sind weltweit versteckt.
Mit Hilfe der auf der Plattform genannten Koordinaten, die man auch in einer App auf dem Smartphone sehen kann, suchen und finden Geocacher die Schätze in der realen Welt bei Spaziergängen, Wanderungen oder Radtouren. Diese Schätze sind kleine Boxen oder Dosen und werden an schönen Plätzen, die oft mit einer kleinen Geschichte verbunden sind, versteckt. Die Finder tragen sich in einem kleinen Logbuch ein, das in der Dose liegt. Zusätzlich zu diesem Eintrag sammelt jeder Geocacher auch auf der Internetplattform seine „Schätze“.
Bei manchen Schätzen ist es notwendig, vorher Rätsel verschiedenster Art zu lösen, um die Geokoordinaten herauszufinden, an denen die Dose versteckt ist.
Beim „Roschtler Kirchturm Käsch – RKTK“ muss der Geocacher so ein kleines Rätsel lösen, um die Koordinaten des Schatzes zu erhalten: Wie viele Kirchtürme stehen im Markt Roßtal mit seinen Außenorten? Wo liegen diese?
Wenn Sie die Antwort wissen und den Schatz auch finden möchten, können Sie auf der Internetseite coord.info/GC7E88H (das ist die Seite des Roschtler Kirchturm Käsch) die Lösungen in einer Tabelle ergänzen und Sie erhalten mit einer kleinen Rechenaufgabe die Geokoordinaten des Schatzes. Besuchen Sie dann den Ort mit den Koordinaten, die Sie herausgefunden haben und tragen Sie sich in das Logbuch vor Ort ein!
Viel Erfolg und Spaß beim Lösen und Suchen des Kirchturm-Schatzes!



WELCHE HUMMEL IST DAS? FRAG DIE HUMMEL-HOTLINE!
Hummeln sind beliebt. In Deutschland gibt es 41 Arten von ihnen - aber welche habe ich gerade vor mir? Einfach die Hummel fotografieren und uns das Bild per WhatsApp oder Mail schicken.
Das Hummeltelefon-Team antwortet mit dem Namen der Hummel-Art  und Informationen rund um Ihre Hummel.
1.    Telefonnummer der Hummel-Hotline zu Ihren Kontakten hinzufügen: 01 51 / 18 46 01 63
2.    Hummel mit WhatsApp fotografieren und Foto an die Hummel-Hotline senden.
3.    Unsere Experten antworten sagen Ihnen, welchen Hummel-Art Sie entdeckt haben.
Gerne können Sie Ihr Hummel-Foto auch per Mail die Hummel-Hotline schicken: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Hummel-Hotline ist ein Gemeinschaftsprojekt des BUND Naturschutz (BN) und des Institut für Biodiversitätsinformation (IFBI).
"Da immer weniger Wildbienen in heimischen Gärten zu finden sind, möchten wir mit dieser Aktion auf das Insektensterben aufmerksam machen und die Menschen für die pelzigen Flieger begeistern", erklärt Dr. Klaus Mandery, Leiter des IFBI, Vorsitzender des BUND Naturschutz Haßberge und Bienenexperte.
Jeder Hummelfund wird auch dieses Jahr wieder in eine interaktive Karte eingetragen. Im Jahr 2019 waren es mehr als 1.000 Funde. So kann man mehr über die Verbreitung der Hummelarten in Bayern lernen. Das ist enorm wichtig, um den Schutz der Wildbienen bestmöglich an deren Bedürfnisse anpassen zu können.
Mit Ihrer Hummel-Beobachtung helfen Sie also auch, mehr über die pelzigen Brummer zu erfahren und sie besser schützen zu können!

Der Coronakommentar:  Das Leben geht weiter
Nicht nur Corona bestimmt unser Leben. Vieles geht weiter und ändert sich. So ist der Wechsel an der Spitze des Marktes Roßtal fast geräuschlos vorübergegangen. Dabei markiert der Wechsel an der Rathausspitze auch eine Zäsur für alle Bürger und braucht eine möglichst breite Unterstützung aus der Bevölkerung.
Vielen Dank Hannes und Gottes Segen Rainer!
Der Wechsel im Bürgermeisteramt unterstreicht sehr deutlich es wird anders werden. Corona macht alles anders und die bis dahin bekannten Herausforderungen verändern die gewohnte Politik im Roßtaler Rathaus.  Die Fragen nach angemessener Kinderbetreuung, einer renovierten oder neuen Schule standen vorher im Raum und natürlich auch Finanzfragen. Jetzt aber kommen all die Coronaprobleme und kulminieren im Marktgemeinderat und in der Verwaltung unseres Gemeinwesens. Dicke Bretter werden in der kommenden Periode zu bohren sein. 
Doch zuvor gilt es zu danken. Den ausgeschiedenen Marktgemeinderatsmitgliedern, die sich für diesen Ort engagierten, einbrachten und manchmal verkämpften. Aber gemeinsam auch Erfolge feierten und Roßtal voranbrachten.
Zu danken ist selbstverständlich auch dem ausgeschiedenen ersten Bürgermeister Hannes Völkl. In diesen 12 Jahren ist vieles mit seiner Beharrlichkeit und seinem Engagement erreicht worden. Viele Einweihungen durften gefeiert werden, viele Feste und viel Gutes wurde fertig.
 Klar nicht immer ist man einer Meinung und nicht immer sind alle auf gleicher Linie, aber Roßtal wird und gedeiht und es waren wichtige und gute Jahre, die wir unter der Ägide von Hannes Völkl miterleben durften. Die richtige Mischung von Moderne und Tradition, von Aufbruch und Bewährtem, Ausgleich und Gemeinschaft, jedenfalls meistens. Anstrengend ist das Amt eines Bürgermeisters sowie so. Vielen Dank Lieber Hannes, vielen Dank auch an den Marktgemeinderat, der in den vergangenen 6 Jahren unseren Ort geprägt und bewegt hat. Es tut gut mit welcher Ernsthaftigkeit hier gearbeitet wurde und was erreicht werden konnte. Vielen Dank.
Und natürlich dem neuen Marktgemeinderat, dem neuen Bürgermeister wünsche ich Weitblick, Ausdauer, Kreativität für alles was kommt. Ein offenes Ohr für die Gemeinde und ein sachliches und gutes Ringen um die besten Lösungen.  Darum Gottes Segen für alle, die Verantwortung in schwieriger Zeit übernehmen.  Und wie immer in diesen Coronatagen, bleiben Sie gesund und behütet. Ihr Jörn Künne


Donnerstag, der 30. April 2020

Die gute Nachricht: Das gar nicht mehr so unbekannte Alien Corona
Gut fünf Monate ist es her, dass das neue Corona Virus über die Menschheit herfiel. Wie ein Alien bemächtigte es sich der gesamten Welt. Aber innerhalb dieser fünf Monate verlor das Virus einen großen Teil seiner Geheimnisse und damit auch seiner Macht. Forscherteams auf der ganzen Welt verstehen immer besser, wie das Virus funktioniert und auch was es wann und wo im Menschen auslöst. Gigantische Forschungskapazitäten wurden mobilisiert und jetzt fünf Monate nach seinem Entstehen gibt das Virus seine Geheimnisse preis und die Chancen auf Gegenmittel, auf Impfstoffe, auf verbesserte Behandlungen wachsen täglich und keiner muss den absurden Ratschlägen medizinischer Laien folgen.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Heute ist Walburgis-Nacht. Die meisten denken dabei an den Tanz der Hexen um das Feuer am Bocksberg und für mich war lange Zeit „Wallpurg“ der Name für irgendeine nordische Gottheit oder einen Dämon.
Aber ganz im Gegenteil. Es ist die Nacht vor dem Gedenktag der Heiligen Walburga am 1. Mai. Sie war eine der angelsächsischen Missionare, die zusammen mit Bonifatius im 8. Jahrhundert ins Frankenreich gekommen sind. Ihr Bruder Willibald ist der erste Bischof des Bistums Eichstätt und sie selbst hat, neben dem Männerkloster ihres anderen Bruders Wunibald, in Heidenheim ein Frauenkloster gegründet.
Dorthin schickten fränkische Adelige ihre Töchter. Die Bildung der Frauen im Kloster war hervorragend. Während die Männer sich mit Jagd, Politik und Kampf vergnügten, lernten die jungen Frauen einen Haushalt zu führen. Heute würde man sagen, sie machten eine betriebswirtschaftliche Ausbildung. Sie lernten, eine Burg oder einen großen Gutshof zu verwalten. Nach dem Tod ihres Bruders Wunibald leitete Walburg die beiden Klöster in Heidenheim alleine und verhandelte, was wirtschaftliche Dinge betraf, mit Adeligen und Grundbesitzern bis hin zu Kaiser Karl dem Großen.
Mit dem, was die frommen Frauen den adeligen Töchtern beibrachten, sorgten sie dafür, dass diese ihren Ehemännern zumindest ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen waren.
Und noch etwas: Wenn die Frau des Hauses für das Christentum begeistert war, gab sie diese Begeisterung an ihre Kinder und das Gesinde weiter, und auch der Ehemann wurde dadurch beeinflusst. So gesehen war Walburga und die angelsächsischen Frauenklöster nicht nur ein Schritt zur Verkündigung des Christlichen Glaubens, sondern auch zur Gleichberechtigung der Geschlechter. 
Hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt eines in Christus Jesus. (Brief an die Galater 3,28)

Biblischer Lesetipp: Lukas 7, 1-10
Der Hauptmann von Kapernaum eine Glaubensgeschichte aus dem Lukasevangelium. Zu den eher an den Rand gedrängten Geschichten aus den Evangelien gehört auch die Erzählung vom Hauptmann von Kapernaum, der als Fremder Jesus vertraut und dafür auch entsprechend gelobt wird. Aber lesen Sie selbst www.bibleserver.com/LUT/Lukas7

Minigottesdienst in der Tüte
Ab dem 1. Mai 2020 hängen diese Tüten in der St. Laurentiuskirche in Roßtal zum Mitnehmen

Zu Hause als Familie gemeinsam singen und beten ist momentan im Alltag nicht so einfach. Der Minigottesdienst in der Tüte soll den Familien eine Hilfe daheim Gottesdienst zu feiern. Holen Sie sich eine Tüte aus der Kirche, diese hängen an einem Seil gespannt vorne im Chorraum. Ohne große Vorbereitung suchen sich dann zu Hause als Familie mit ihren kleinen einen gemütlichen Ort um zur Ruhe zu kommen. In der Tüte finden Sie
•    einen kurzen Ablauf des Minigottesdienstes zum Selberlesen.
•    eine LED Licht zum anzünden
•    ein Liedblatt mit Liedern die Ihre Kinder aus dem Kindergarten bereits kennen
Ich wünsche Ihnen zu Hause einen gesegneten Gottesdienst mit Ihrer Familie.
Ihre Diakonin Judith Popp

Aus dem Gemeindeleben

Printausgabe bereits am Donnerstag
Bereits heute gibt es die Printausgabe des Coronatagebuches. In der Kirche, bei Blumen Fröschel und verteilt durch Kirchenvorsteher ist es ab Donnerstagnachmittag ca. 16 Uhr zu bekommen. Eine Downloadvariante, für alle, die die Wochenausgabe ausdrucken, oder weitergeben wollen, findet sich hier.


Videos aus dem Gemeindeleben:
Musik aus unserer Gemeinde finden Sie auf der Homepage für Kirchenmusik www.quempas.jimdosite.com
Auf dem YouTube-Kanal Evangelische Kirche Roßtal finden Sie beispielsweise eine Abendgebet von Pfarrer Thomas Rucker und ein Lied von Organistin Brigitte Vogt.

Die Aktion der Woche: Den Feiertag zum schreiben nutzen
Schreib mal wieder! Nichts ist in diesen Tagen wichtiger, als in Kontakt zu bleiben. Darum unterstützen wir die Aktion „Vergiss mein nicht!“ und laden ein einander Karten zu schreiben. Die Kirchengemeinde unterstützt sie dabei mit Karten aus und von der Kirche. Auf dem Schriftentisch liegen diese zum Mitnehmen aus.

Die Bildergalerie von Günter Hochberger
sind immer noch zu sehen:  Hier geht es zum virtuellen Spaziergang (Bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Fünf Wünsche für die Zeit nach Corona von Uwe Kekeritz, MdB
(Stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Sprecher für Entwicklungspolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen)

 „Wiederhochfahren“, „zurück zur Normalität“, sind die Wünsche vieler Menschen und etlicher meiner Kolleg*innen. Doch zu welcher Normalität wollen wir zurück? Zu einer Normalität, in der unser Wirtschaften und damit unser Konsumverhalten die Klimakrise beständig verschärft, die Artenvielfalt gefährdet und unsere Erde immer weiter an den Rande des ökologischen Kollaps bringt? Eine Normalität, in der die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird, bei uns und weltweit? Eine Normalität, in der Populist*innen und Rassist*innen immer mehr Einfluss gewinnen?
Nein, zu dieser Normalität wollen wir und will ich nicht zurück. Deshalb wünsche ich mir für die Zeit während und nach Corona …
1.    Einen Neustart für eine andere politische Kultur, in der vernünftige, wissenschaftsbasierte Argumente zählen wohlwissend, dass es immer Alternativen gibt, dass aber auch Entscheidungen getroffen werden müssen. In der die demokratischen Parteien als gemeinsames Ziel das Gemeinwohl, das Wohl aller Bürger*innen und besonders auch das kommender Generationen verfolgen. Um den Weg dorthin darf und muss gestritten werden, aber fair und kompromissbereit.
2.    Bedingung dafür und zugleich Ergebnis davon ist ein stärkerer gesellschaftlicher Zusammenhalt. Und das brauchen wir während und nach der Krise: Mehr Solidarität bei uns und weltweit. Zum Beispiel muss endlich der ALG-II-Regelsatz angehoben werden, um den Ärmsten in unserer Gesellschaft ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Außerdem dürfen wir trotz der großen Herausforderungen durch die Corona-Krise die Menschen in den Ländern des Globalen Südens nicht vergessen. Vielmehr müssen wir auch sie großzügig und entschlossen unterstützen. Das können wir uns leisten.
3.    Damit wir und unsere Kinder und Kindeskinder eine Zukunft auf diesem Planeten haben, müssen wir endlich wirksamen Klimaschutz umsetzen. Die Corona-Krise zeigt, dass große gemeinsame Lösungen möglich sind, wenn der politische Wille da ist. Politisches Handeln in der Corona-Krise ist geleitet von wissenschaftsbasierten Argumenten. So müssen wir auch beim Klimaschutz verfahren. Es ist höchste Zeit.
4.    Darüber hinaus müssen wir unser Gesundheits- und Pflegesystem stärken und es nicht weiter profitorientiert führen. Vor allem müssen wir dafür sorgen, dass Pfleger*innen leistungsgerecht entlohnt werden, das heißt dass sie am Ende des Monats deutlich mehr Geld auf dem Konto haben. Das ist nicht zuletzt wichtig für die Nachwuchsgewinnung in diesem Bereich, damit künftig mehr junge Menschen den wichtigen Beruf der Pfleger*in ergreifen. Ähnliches gilt für die weiteren als „systemrelevant“ erkannten Tätigkeiten, denen weit überwiegend Frauen nachgehen. Dies würde auch endlich die ungerechte Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern verringern.
5.    Schließlich müssen wir jetzt und in Zukunft unsere Zivilgesellschaft und Demokratie stärken. Unsere Demokratie funktioniert auch in der Krise sehr gut. Das gilt es zu bewahren und weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt, damit Populist*innen und Rassist*innen immer weiter an den Rand gedrängt werden. Ich wünsche mir eine Politik mit menschlichem Antlitz, die Hilfebedürftige unterstützt und nicht zurückweist. Ein erster konkreter Schritt in diese Richtung wäre, die Menschen in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln und anderswo zu evakuieren und gerecht auf alle Länder der EU zu verteilen.

Das Rezept gegen die Eisheiligen und gegen kalte Mainächte: Eiergrog
Ein Getränk aus dem Norden spielt in den Gemeindeabenden, meist im Februar, eine wichtige Rolle: Der leckere Eiergrog mit dem Originalrezept aus St. Peter-Ording. Hier in der traditionellen und geselligen, warmmachenden Form.
Gebraucht wird:
1 frisches Eigelb -bitte so perfekt wie möglich vom Eiweiß trennen
Dazu 2-4 Teelöffel Zucker (je mehr Zucker, desto schneller ist man fertig)
Den Zucker und das Eigelb in eine breite Tasse geben und dann mit einem Teelöffel solange schlagen, bis die Masse schneeweiß und cremig ist. Nur dann ist der Eiergrog ein richtiger Eiergrog.
In der Zwischenzeit wird Wasser aufgekocht und der Rum (40 prozentiger Rum reicht) im Wasserbad gewärmt.
Ist die Masse in der Tasse weiß und cremig, wird der Rum zugegeben. Vom Esslöffel bis zum Stamperl reichen hier die Mengenempfehlungen. Anschließend wird die Tasse mit dem kochenden Wasser aufgefüllt. 
Wichtig: nun nicht umrühren und durch den Eierschaum das wärmende Heißgetränk genießen….

Der Coronakommentar:
Kreativität geht auch in Krisenzeiten nicht verloren, sondern hilft durch Krisen hindurch.
Die Krise wird Spuren hinterlassen. Die Krise wird Entscheidungen treffen und sie wird Firmen und Geschäftsideen vernichten. Das ist in jedem Einzelfall schlimm und die staatlichen Unterstützungen werden in keinem Fall die Sorgen, die Ängste, die schlaflosen Nächte aufwiegen, die eine Coronapleite verursacht. Das Leid und die Sorgen vieler Selbstständiger soll hier nicht klein geredet werden. Und doch gibt es ein großes Aber, eines, das in der Krisenzeit und in all den Diskussionen über die wirtschaftlichen Folgen nicht vergessen werden sollte.
Mag sein, dass Firmen und Ideen scheitern, mag sein, dass Materielles verloren geht, aber die Köpfe bleiben und eine Pleite ist kein Grund mehr für einen Freitod, wie es vor 150 Jahren noch üblich war, sondern sie ist ein Grund neu anzufangen und ganz viel neue Kreativität zu entwickeln. Denn hinter jeder Geschäftsidee, hinter jedem Konzept, hinter jeder Ladentheke, jedem Labor, jedem Computer sitzt ein Mensch, der seine Kreativität, seine Ideen, seinen Wagemut, seine wirtschaftlichen Kenntnisse und seine Netzwerke behalten hat. Und darauf lässt sich auch in dieser Zeit vertrauen und das hilft auch in dieser Zeit weiterzumachen, oder neues zu entwickeln und neues zu schaffen. Ganz vieles ist ja schon in dem erzwungenen Homeoffice entstanden und entwickelt worden. Ganz viel ist schon geschehen in diesen Zeiten und ganz viel Neues wird nach diesen Tagen unser Denken, unser Handeln, unser Leben bestimmen und ich bin mir sicher, einmal kreativ, immer kreativ und einmal Unternehmerin, immer Unternehmerin. Das macht Hoffnung in nicht ganz einfacher Zeit.

 

Mittwoch, den 29. April 2020

Die gute Nachricht
Corona kann in seine Schranken verwiesen werden und Corona ist auch mal vorbei. Rund 120.000 Menschen können davon berichten und darunter sind auch viele, die aus den Intensivstationen wieder zurückkamen. Gott sei Dank, auch wenn es für viele Menschen, hochbetagt und vielseitig erkrankt, der Schubser auf die andere Seite wurde. 120.000 gesundete Menschen sprechen der Medizin, der Pflege, der Pharmaindustrie und der Politik ein gutes Zeugnis aus. Gut, dass das so möglich war.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Sie: „Ich geh jetzt einkaufen!“
Er: „Schatz, jetzt? Es ist Mitternacht und du bist im Nachthemd!“
So begann im letzten Jahr ein Werbespot im Lokalradio, der für den Lieferservice eines lokalen Supermarktes warb. Jetzt wird er wieder gesendet.
Wir müssen nicht alles neu erfinden. Wir haben Mittel und Wege, die uns auch in dieser Zeit helfen. Lieferservice, Internet, Chatprogramme, Telefon, und nicht zu vergessen: Nachbarn, die ein Augen auf uns haben, und manchmal auch die Tüte mit dem Einkauf an unsere Haustüre hängen.
Ich bin dankbar für die vielen Menschen, die sich im Gesundheitswesen um die Kranken und um die (noch)Gesunden kümmern. Aber ich bin auch dankbar für die vielen Menschen, die diese kleinen Helferlein erfunden haben, die uns jetzt in der Zeit der Kontaktsperre helfen in Kontakt zu bleiben und uns mit den Dingen des täglichen Bedarfs versorgen.
Friede sei mit deinen Helfern, denn dein Gott hilft dir! (1. Chronik 12.19)

Die Lieblingsstelle aus der Bibel: Monika Huber (Kirchenvorstand)
Eine Geschichte, die sehr selten zu hören ist, ist das Buch Tobit. Die Geschichte von Tobias ist eine spannende, faszinierende Erzählung: Der alte Vater bittet seinen Sohn Tobias, zu dem Stamm, zu den Wurzeln seiner Väter zu gehen um sich dort eine Frau zu suchen und um dort das hinterlegte Silber zu holen. Aber er möchte, dass der Junge sich einen Begleiter mitnimmt. Es meldet sich Raphael, ein Engel Gottes, der allerdings nicht als Engel sichtbar ist. Mit dem Segen des Vaters machen sich beide auf den Weg. Raphael gibt dem Tobias so manchen guten Rat auf diesem Weg. Tobias nimmt die Ratschläge gerne an, er verlässt sich auf den Mann der da bei ihm ist und dessen Hund auch hinter ihnen herläuft. Voller Vertrauen geht der junge Tobias seinen Weg, besteht alle die Gefahren die ihm drohen, erfüllt die Aufträge des Vaters auch weil er sich immer wieder mit Nachfragen vertrauensvollen an seinen Begleiter wendet. Er geht zurück zu seinen Eltern, immer noch mit Raphael, den er Asarja nennt. Erst ganz am Schluss, beim Abschied, gibt sich Asarja als Raphael zu erkennen.
Aus der ganzen Weggeschichte spricht so viel Gottvertrauen. Da ist zuerst Tobit, der in der Fremde, in Ninive, seinen Glauben auch lebt, da ist Tobias, der voller Gottvertrauen seinen Weg geht. Sie rührt mich immer wieder von neuem an. Über allem steht Gottes: Fürchte dich nicht, ich bin bei dir alle Tage.

Die fünf Wünsche für die Zeit nach Corona von Petra Guttenberger, MdL
Das Corona-Virus stellt unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen und zeigt wie fragil unser Zusammenleben und unser gesamtes System ist. Es zeigt aber auch, wie wichtig Vertrauen und Zuversicht sind, welchen Stellenwert Familie und menschliche Nähe haben und wie wichtig der Erhalt von Freiheit und der unbedingte Schutz des Rechtsstaates für unsere Demokratie ist.
Die massiven Einschränkungen der Rechte des Einzelnen in den letzten Wochen waren wichtig. Man darf sich diese aber auch nicht schönreden, sondern sollte dies dazu zum Anlass nehmen, sich des Wertes unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung bewusst zu sein. Ich wünsche mir eine Welt nach Corona, die die offene und freiheitliche Welt vor Corona fortsetzt.
Deshalb wünsche ich mir:
1. Kontinuierliche Rückkehr zu einem Alltag, in dem mitmenschliches Miteinander innerhalb, wie außerhalb der Familien wieder ohne Einschränkungen gelebt werden kann.
2. Den Erhalt von Offenheit und Miteinander zwischen den Staaten, vor allem aber auch mit den Menschen in unseren Nachbarstaaten und weit darüber hinaus.
3. Ein neues Bewusstsein für den Wert und die Bedeutung unseres Gesundheitssystems für jeden Einzelnen, in dem kontinuierlicher Sparzwang keinen Platz mehr hat und ein besonderes Bewusstsein für die Freiheit in unserer Gesellschaft.
4. Eine umfassende Wiederherstellung der Rechte des Einzelnen und ein Wiederstarken unserer wirtschaftlichen Systeme, da die Angst des Einzelnen um seine Existenz eine Gesellschaft lähmt. Ein angstfreies Miteinander ist deshalb unumgänglich.
5. Die Bewahrung eines starken Bewusstseins dafür, dass die Stabilität regionaler Erzeugerketten verstärkt in den Blick gerät.

Aus dem Gemeindeleben:

Musikalisch:
Michael Bauer spielt heute wieder von 10-11.30 Uhr an der Orgel der Laurentiuskirche
Ein Video von Frau Vogt ist auf der kirchenmusikalischen Seite unserer Kirche zu hören. Ebenso die Kantorei und der Posauenenchor.


Gemeinsam – einsam singen
In Roßtal wird gerne gesungen, das ist in Zeiten von Corona in der Gemeinschaft nicht möglich und sinnvoll. Aber zur gleichen Zeit das gleiche Lied an verschiedenen Orten, also gemeinsam-einsam singen, das erlauben die Regeln doch und so hat Michael Bauer, der Chorleiter der Roßtaler Kantorei, die Telefonkette seines Chores aktiviert und den Chor zu einem gemeinsamen Singen aufgerufen. Zum normalen Probentermin am Mittwochabend um 19.30 Uhr sind die Sängerinnen und Sänger der Kantorei eingeladen die Choräle „Weißt du wieviel Sternlein stehen“ und „der Mond ist aufgegangen“ anzustimmen. Damit wird das Gemeinschaftsgefühl im Chor wieder gestärkt und gleichzeitig konnten die meist älteren Mitglieder der Kantorei ausgiebig miteinander telefonieren, was der um sich greifenden Vereinsamung entgegenwirken soll. Und dass sich Sängerinnen und Sänger der anderen Chöre der Aktion anschließen. Vielleicht verwandelt sich diesen Mittwoch Roßtal in einen Klangteppich des Vertrauens und der Freude.

Gottesdienste feiern – Wir warten auf die Ausführungsbestimmungen
Für das Feiern von Gottesdiensten gibt es klare Vorgaben der Landeskirche. An diese ist die Kirchengemeinde Roßtal gebunden und wir werden an dieser Stelle über all die Möglichkeiten berichten, die sich damit eröffnen.

„Vergiss mein nicht!“ – die Aktion der Woche: Karten für die Freunde 
In der Kirche liegen Postkarten für die Wochenaktion bereit. Wer sie an Freunde in der weiten Welt, oder auch in Roßtal schreibt, darf sie sich abholen und einem Menschen damit Freude bereiten.

120 Masken in einer Woche genäht – Dankeschön an die Frauen vom Familienfrühstück
Am Montag vor einer Woche fragte ich über eine Videoanruf unsere Frauen von Familienfrühstück: „Ich weiß, dass einige von euch richtig gut nähen können, was haltet ihr davon, wenn wir für die Kirchengemeinde Masken nähen und die dann in der Laurentiuskirche in einem Körbchen auslegen? Wäre das nicht eine tolle Aktion?“
Die Reaktionen darauf waren: Super, Klasse Idee – Ich nähe eh gerade für meine Familie, da könnte ich gerne einige mehr nähen und vorbeibringen. Ich habe auch bunte Stoffe für die Kindermasken…
Zwei Stunden später konnte ich bereits die ersten 20 Masken in der Kirche auslegen! Großartig, ich war einfach nur begeistert, wie schnell und hilfsbereit die Frauen die Idee umgesetzt hatten.
Und die Masken kommen in der Gemeinde auch richtig gut an! Senioren, die nicht nähen können sind dankbar, dass sie sich in der Kirche bedienen dürfen und legen auch gerne eine kleine Spende ein. Mütter mit Kindern freuen sich vor allem über die selbstgenähten Kindermasken. Herzlichen Dank an die fleißigen Näherinnen!!!!!
Mit über 120 selbstgenähten Masken nach einer Woche kann man ja ausrechnen wie lange die Frauen genäht haben, über 40 Stunden! Und das Nähen geht weiter…
Judith Popp für die Frauen vom Familienfrühstück

Coronagedanken: Wünsch dir was bei Papa Staat
Mitten in der Krise beginnt ein Wettbewerb der Lobbyisten, Staatliche Hilfen wollen alle. Dabei die nicht so Stimmgewaltigen nicht zu vergessen, ist das Gebot der Stunde mitten im Wunschkonzert der Konzerne und Verbände.
Corona ist eine Herausforderung, für den Einzelnen, der mit Beschränkungen zurechtkommen muss. Für Familien, die schauen müssen, wie sie mit ihren Kindern zurechtkommen, für die Gastwirtschaften und Cafés, wie sie überleben, für Start-ups, wie eine ungeplante Zukunft planbarer wird, für den Sport, wie es weitergehen kann mit Geisterspielen und  für die Kommunen, was gemacht werden kann, wenn die Gewerbesteuereinnahmen so einbrechen, wie zu befürchten steht. Und es hat Gründe, warum der Entwicklungsminister Deutschlands von einer drohenden Hungerpandemie im globalen Süden spricht.
Corona bewegt uns alle und Corona bedroht die Welt und was geschieht im politischen Diskurs: Wir spielen „Wünsch dir was…“ Jeder Pressesprecher, jeder Berufsverband, jede Interessensvertretung spielt gerade „Wünsch dir was“ oder schlimmer noch:Ich bin auch noch da und habt ihr nicht vergessen, dass es mich auch noch gibt. Klar, an all diesen Verbänden, in all diesen Industriezweigen, stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel und es ist Aufgabe eines jeden Verbandes zu schreien, auf sich aufmerksam zu machen und getreu dem Motto: Wer am lautesten schreit, findet sich als erstes in einem ARD Brennpunkt wieder, oder darf vor laufender Kamera um Absatzhilfen für seine, immer noch nicht sauberen PKW werben. Und so spielen sie gerade „Wünsch dir was“ und jeder hat gute Vorschläge, wie eine Öffnung am besten passieren kann und wie die Steuergelder, also unser aller Gelder am besten verteilt werden können und wie diese unsere Gelder dann doch Unternehmen retten sollen. Dass VW und Adidas hier schreien müssen, schmerzt aber dennoch…. Unser Geld für Firmen, die tricksten und satte Gewinne erwirtschafteten und die davon nur geringe Rücklagen bildeten… Aber klar 50.000 Arbeitsplätze….
Und doch es klingt alles ein wenig nach „Wünsch dir was…“ und alles ist erlaubt zu fordern…. Das Leben ist kein Wunschkonzert, auch und gerade nicht für die Großen, die eigentlich von unserer aller Leistung profitierten. Und dennoch Rettungspakete sind richtig und antizyklische Konjunkturpolitik auch. Arbeitslosenzahlen wie in Amerika braucht kein Mensch und schon gar nicht am Vorabend des 1. Mai. Aber bitte kein „Wünsch dir was„ von Konzernen, während es bei den Familien vor Ort immer prekärer wird. Darum alles mit Maß und Ziel und vor allem die Schwachen, ohne laute Stimme nicht vergessen, das ist der Wunsch zum ersten Mai.
Ihr Jörn Künne

 

Dienstag, den 28. April 2020

Die gute Nachricht:
Das Leben wird lockerer und das Wetter wird schlecht. Beides sind gute Nachrichten, denn die Klimakrise war ja nie weg. Regen ist so dringend nötig, wie wohl im Trockenjahr 1947 das letzte Mal. Darum ist der angekündigte Regen für die kommenden Tage zumindest eine Linderung der Trockenzeit bei uns. Gleichzeitig verhindert der Regen auch, dass die Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen dazu verführen über die Stränge zu schlagen und damit viele neue Infektionsketten beginnen. Gleichzeitig gibt es Grund zu vorsichtigem Optimismus, dass es gelingt Corona einzugrenzen und den Blick wieder auf mindestens genauso bedrohliche Themen zu richten, wie eben die erschreckende Trockenheit bei uns.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
In unserem Gesangbuch unter der Nummer 454 steht folgendes Lied:
1. Auf und macht die Herzen weit, euern Mund zum Lob bereit!
Gottes Güte, Gottes Treu sind an jedem Morgen neu.
2. Gottes Wort erschafft die Welt, hat die Finsternis erhellt.
Gottes Güte, Gottes Treu sind an jedem Morgen neu.
3. Gottes Macht schützt, was er schuf, den Geplagten gilt sein Ruf.
Gottes Güte, Gottes Treu sind an jedem Morgen neu.
6. Darum macht die Herzen weit, euren Mund zum Lob bereit!
Gottes Güte, Gottes Treu sind an jedem Morgen neu.
Der Text ist schon (oder erst) siebzig Jahre alt, die Melodie beruht jedoch auf einen alten chinesischen Tempelgesang. Es ist nicht alles schlecht was aus China kommt. Auch nicht jenes Morgengebet aus China, das ich beim Surfen im Internet gefunden habe:

Herr, erwecke Deine Kirche und fange bei mir an.
Herr, baue Deine Gemeinde auf und fange bei mir an.
Herr, lass Frieden und Gotteserkenntnis überall auf Erden kommen und fange bei mir an.
Herr, bringe Deine Liebe und Wahrheit zu allen Menschen und fange bei mir an. Amen


Mein Lieblingsbibelvers: Markus „Mike“ Neugebauer (Kirchenvorstand)
Meine biblische Lieblingsgeschichte ist eindeutig im Lukas-Evangelium 15, 11-32 mit den unterschiedlichen Titeln: „Der verlorene Sohn“ bzw. „Das Gleichnis von den beiden Söhnen“ bzw. „Der liebende Vater“. In dieser Geschichte geht es um so viele Lebens- und Glaubenswahrheiten, dass man damit womöglich eine ganze Bibelwoche gestalten könnte… und ich bin auch sehr dankbar, dass dies das Leitbild unserer Kirchengemeinde ist bzw. über viele Jahre war.

V11-13: Die Geschichte beginnt damit, dass der jüngere Sohn aus seinem gut bürgerlichen, wohlhabenden Leben „ausbrechen“ möchte, von seinem Vater sein Erbe einfordert und ihn dabei bis auf die Knochen blamiert; denn es bedeutet: „Vater, ich wünschte, du wärst tot … lass‘ uns so tun als ob und gib‘ mir meinen Anteil!“ – Stichwort: Aufbruch des Aussteigers – öffentliche Blamage und massive Enttäuschung des Vaters und dennoch Verständnis, weil er das Herz seines Sohnes sieht , der einen unersättlichen Lebensdurst hat und meint, weit draußen fernab von seiner Familie und Heimat das wahre Leben zu finden. Weit gefehlt!

V14-19: Der jüngere Sohn verprasst ALLES – ein immenses Vermögen … übertragen in die heutige Zeit dürften das Unsummen – vielleicht Millionen - gewesen sein! Das Hoffnungsvolle: In der Gosse am Schweinetrog kommt er zur Einsicht, tut Buße, kehrt um zu seinem Vater mit den Worten: „Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir und bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße…“ – Stichwort: Buße, Reue und Umkehr

V20-24: Das vorläufige Happy-End: Der liebende Vater rennt seinem heimkehrenden Sohn entgegen und blamiert sich aus lauter Liebe ein zweites Mal, denn seine Liebe ist größer als alles andere! Der Vater richtet ein großes Fest aus, weil sein jüngerer Sohn nun wieder daheim ist … und versöhnend zurück ins Leben gefunden hat. – Stichwort: Liebe – Versöhnung – aufeinander zugehen – großes Fest feiern und andere am Lebensglück teilhaben lassen.
An dieser Stelle spielt auch die Glaubenswahrheit hinein, dass Gott das Verlorene sucht (siehe V4-10) … und es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.

V25-32: Nun kommt der ältere Sohn ins Spiel, der treu und gehorsam immer der Arbeit seines Vaters nachgegangen ist, aber ähnlich wie Marta vielleicht nur oder verstärkt die Arbeit sah … und weniger die Herzenshaltung. Natürlich hat man auch mit dem älteren Sohn Verständnis, aber was ihm fehlt, war der Blick für das Wesentliche im Leben … und man kann auch nicht sagen, dass er verantwortungsbewusst gehandelt hat, denn damals war der ältere Sohn dafür verantwortlich, auf das Wohl des jüngeren zu achten … der ältere Sohn hat im Grunde an seiner Berufung und letztlich dem Sinn des Lebens vorbeigelebt. – Stichwort: Sind wir in der richtigen Spur? Wer ist mein jüngerer Bruder bzw. Nächster? Lebe ich am Sinn meines Lebens vorbei? Bin ich dankbar, für all das Wunderschöne in meinem Leben oder nehme ich es als Selbstverständlichkeit hin?

Jede Passage bewegt mein Herz, weil ich Vater von zwei Söhnen bin, wo gewisse Vergleiche (zumindest beim jüngeren Sohn) nicht unangebracht sind … und es treibt mir immer wieder Tränen in die Augen, wenn ich von der Liebe des Vaters überwältigt werde. Beim älteren Sohn hinterfrage ich auch immer wieder mein Leben, meine Herzenshaltung und meinen Umgang mit meinem Nächsten! Eine wirklich sehr bewegende Geschichte … mehr geht nicht.

Der biblische Lesetipp: Lukas 15
Das Schlamperkapitel aus dem Lukasevangelium ist der heutige biblische Lesetipp. Im 15. Kapitel seines Evangeliums erzählt Lukas drei Gleichnisse, in denen etwas, oder jemand verloren geht. Der Vater schließt den verloren geglaubten Sohn in die Arme, die Hausfrau freut sich über den wiedergefundenen Groschen und der Hirte macht sich auf die Suche nach dem verlorenen Schaf. Verloren geglaubtes wird wiedergefunden und am Ende rennt Gott uns voller Freude entgegen, denn Verlorenes wird von Gott gesucht und gefunden. Doch lesen Sie selbst – Link zum Bibelserver
https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas15

Die Wochen-Aktion: „Schreib mal wieder!“
Erinnern Sie sich noch an handgeschriebene Karten und Briefgrüße? Die Freude aus dem Briefkasten nicht nur Rechnungen und Werbung zu holen? Corona bietet die Chance Anderen wieder eine Freude zu bereiten und die wachsenden Mauern der Einsamkeit zu durchbrechen. Darum machen Sie mit bei der Aktion „Vergiss mein nicht“, schreiben Sie eine Karte und schicken Sie diese an Menschen, die vielleicht gerade besonders unter den Kontaktbeschränkungen leiden müssen. Die Kirchengemeinde Roßtal unterstützt diese Aktion mit Karten, die in der Kirche abgeholt werden können.

Aus dem Gemeindeleben:

We proudly present Toni
Wir freuen uns Ihnen Toni den Nachwuchs unserer Wanderfalken Harold und Ella, fotografiert von Kurt Hussong, dem Falkenkenner aus Fürth, zeigen zu können. Nachdem Corona und die Wohnvorlieben der Eltern ein erneutes Falken TV, also die Installation einer Kamera verhindert haben, ist das jetzt das erste offizielle Foto des roßtaler Falkennachwuchses.

Michael Bauer spielt
Wie jeden Mittwoch und jeden Freitag um 10 Uhr an der Orgel der Laurentiuskirche Roßtal.

Gebet für Roßtal
Jeden Abend um 18 Uhr nach dem Gebetsläuten spricht ein Geistlicher der Kirchengemeinde ein Gebet für Roßtal in der Laurentiuskirche. Persönliche Anliegen, aber vor allem die Pandemie mit ihren Folgen und auch die anhaltende Dürre sind Themen dieses Gebetes für Roßtal

Brigitte Vogt an der Orgel:
"Großer Gott wir loben Dich" auf der Orgel der St.-Laurentius-Kirche mit einem kleinen Rundgang durch unserer Kirche. Hier gehts zum Video auf der Homepage für unsere Kirchenmusik oder direkt bei YouTube.

„Fensterln“ einmal anders
Heute Nachmittag um 16 Uhr baut die Kirchengemeinde wieder ihren Lautsprecher vor den Fenstern des sozialen Kompetenzzentrums auf. Und eine kurze Andacht der Hoffnung erschallt vor den Fenstern des roßtaler Altenheimes.

Ein Ausflug zu den schönsten Osterbrunnen
So könnte man die Bildergalerie von Günter Hochberger für diese Woche nennen. Verreisen Sie doch einfach in unserem schönen Franken und achten Sie auf die vielen Osterbrunnen. Hier geht es zum virtuellen Spaziergang (Bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Coronakommentar: Corona Lockerungen - dem Winterschlaf entkommen
Nur nicht übertreiben, ist das Motto der bayerischen Staatsregierung und ihrer Coronaregelungen das sei wichtig zum Schutz vor einer zweiten Welle der Infektionen. Dabei können sich die Menschen ein Beispiel an der Natur nehmen, wenn Tiere aus dem Winterschlaf erwachen.
Die Länge der Tage, der Anstieg der Temperaturen, der Hunger im Bauch. Dann weiß der Bär, es ist Zeit aus dem Winterschlaf aufzuwachen. Es ist Zeit aus der Höhle hervorzukommen und weiterzuleben. Wobei ein Bär weiß was wichtig ist und was er braucht und die nächsten Schritte führen ihn dorthin.
Und genau das ist jetzt unsere Situation. Wie aus dem Winterschlaf sich ins Leben zurückbewegen mit dem sicheren Instinkt, was ist wichtig in meinem Leben, was sind die Lebensmittel für mich.
Die rund 6 Wochen Lock down, die rund 40 Tage in der Wüste der Corona, waren und sind eine Zäsur und eine Pause, die keiner je vergessen wird. Wohl aber muss jetzt deutlich werden, was zählt und was brauche ich, was brauchen wir wirklich zum Leben und das in der richtigen Reihenfolge und ein klein wenig waren die Tage jetzt wie Winterschlaf. Wir haben mehr Pelz auf dem Kopf und auf dem Bauch ein paar Pfund mehr… Wir wissen wie Homeoffice geht und wir waren wochenlang nicht einkaufen und unsere Senioren waren fast, wie weggesperrt. Wer dann allein war, wer dann manchmal nur telefonieren konnte, der muss sich erst einmal akklimatisieren, gleichsam wie aus dem Winterschlaf aufwachen und sich aufwärmen und erst dann geht es los. Aber auch nicht mit dem alten Tempo, sondern gemach und nicht alles auf einmal und vor allem erst einmal das Wichtigste. Da können wir von all den Winterschläfern lernen, langsam tun, sich aufwärmen, alte Kontakte neu knüpfen, langsam nach vorne schauen und dann das Wichtigste zu erst.
Für die Bären heißt das sicher den Stoffwechsel in Gang bringen und sich auf die Nahrungssuche zu begeben. Und was ist für sie, was ist für uns das Wichtigste Was brauchen  Menschen nach dieser Zwangspause, um auch aus dem Kokon der Einsamkeit zu entkommen, um auch den Kokon der Selbstgespräche, der Stille, des verlangsamten Rhythmus zu durchbrechen…
Events, Fernreisen, Luxuseinkäufe, das sicher nicht, lange Kneipenabende, oder Fußballbundesligaspie, das sind sicher nette Dinge, aber sicher nicht das, was wir brauchen um aus dem Lock down aufzuwachen. Darum lernen wir von den Tieren, machen Langsam und nur das für uns wichtigste zuerst und vielleicht brauchen wir dann vieles andere gar nicht mehr und das schont Geldbeutel und Umwelt gleichermaßen.   Meint Ihr Jörn Künne

 

Montag, den 27. April 2020

Die gute Nachricht:
Es kehrt wieder ein Stück Leben in die Städte zurück. Auch in Bayern öffnen heute wieder kleinere Läden und es wird möglich schnell einmal im Lieblingsladen vorbeizuschauen. Immer mit Abstand und immer die Regeln befolgend mit Mundschutz. Aber man muss jetzt nicht mehr nur im Internet shoppen, oder eben verzichten, sondern Einkauf ganz real wird wieder möglich und das tut einfach gut.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Der 27. April 1986 war ein wunderschöner Sonntag im Frühling. Wir waren mit dem Fahrrad am Neckar unterwegs, saßen im Gras in der Sonne und haben Picknick gemacht. Abends hörten wir in den Nachrichten von der radioaktiven Wolke, die aus Tschernobyl Richtung Westen sich ausbreitet. Eine Gefahr, die man nicht sieht, die man nicht riecht, die man nicht spürt.
Der Aufenthalt draußen im Freien war gefährlich. Spielplätze lagen verlassen, Biergärten und Straßencafés waren leer. Viele schwangere Mütter sorgten sich um ihre ungeborenen Kinder. Die Bauern pflügten wunderschöne, aber verstrahlte Salatköpfe unter.
Wir hatten damals Angst. Wir beachteten die Anweisungen, die uns die Wissenschaftler und Politik gegeben haben.
Vierzehn Jahre später habe ich viele gesunde Mädchen und Jungen konfirmiert, die inzwischen oft selbst schon Eltern geworden sind. Wir haben überlebt, und das Leben, das einige Wochen lang fast stillstand, ging weiter.
Erhöre mich, HERR, wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knecht, denn mir ist angst; erhöre mich eilends. (Psalm 69,17+18)

Der biblische Lesetipp: Matthäus 14. 22-34
Noch einmal ein Rettungs- und ein Glaubenswunder. Nein es geht nicht ums Nachahmen und versuchen. Keiner sollte auf der Spitzweed das Laufen versuchen, das bitte nicht, aber zu wissen Jesus zieht den sinkenden Petrus aus dem Wasser, das ist trostreich und es tut gut auf Gott vertrauend sich den Stürmen des Lebens zu stellen. Doch lesen Sie selber, die Erzählung vom sinkenden Petrus macht Mut und tut auch uns einfach gut. 

Neu der Lieblingsbibelvers:
An dieser Stelle berichten Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher von ihren Lieblingsbibelversen. In loser Folge stellen sie vor, welche Worte sie ihr Leben lang begleiteten. Den Anfang macht Sybille Mrochen:
„Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und dein Stab trösten mich.“ Psalm 23, 4

Immer wieder gibt es in unserem Leben Stunden, Tage und Begebenheiten die uns betrüben und traurig machen. Für mich ist die Gewissheit, dass Gott bei mir ist Trost und Sicherheit. Gerade dann wenn ich keine Lösung weiß oder voll Bangen auf ein wichtiges Ergebnis, wie ein Arztbesuch, warte. Schön ist es auch wenn unverhofft etwas Gutes oder Positives passiert. Da sag ich danke, mit einem Blick nach oben. „ Denn du bist bei mir.“

Ein Psalm Davids. „Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten!“ Psalm 27, 1

Die Aktion der Woche: „Vergiss-mein-nicht!“ - 5 Karten gegen die Vereinsamung  
Seit fast zwei Monaten hält Corona uns Bayern im Griff. Seit fast zwei Monaten reduziert das Virus die persönlichen Kontakte auf ein Minimum. Die engste Familie, Arbeitskollegen und manchmal beim Einkaufen. Damit die Vereinsamung vieler Alleinstehenden, Älteren und chronisch Kranken ein wenig gelindert wird, gibt es diese Woche eine erste Challenge, eine Herausforderung mit der Bitte sich vielfach daran zu beteiligen. „Schreib mal wieder“ heißt die Aufgabe der Woche. Wenn viele Gemeindeglieder in der kommenden Woche nur fünf Postkarten schreiben und einen Gruß  mit der Post an einen Menschen schicken, schenken Sie fünfmal Freude und egal, ob Jung, oder Alt die klassische Post zeigt: Ich denke an Dich und das sehr persönlich. Um diese Aktion schreib mal wieder zu unterstützen liegen in der Laurentiuskirche liegen Karten mit Motiven unserer Kirche auf dem Schriftentisch aus. Und die Challenge beginnt. Fünf Karten an Menschen, von denen Sie lange nichts gehört haben. Schick Freude mit der Aktion „Vergiss-mein-nicht!“ – eine Karte gegen die Vereinsamung.

Aus dem Gemeindeleben:

Eine Gebrauchsanweisung für den neuen Kirchenboten
In diesen Tagen, liegt der Kirchenbote Ausgabe Mai in den Briefkästen der Roßtalerinnen und Roßtaler und der Weinzierleiner, Sichersdorfer und Oberbüchleiner. Selbstverständlich wird nicht gesammelt und auch das, sonst im Mai, übliche Kirchgeldschreiben liegt nicht bei. Dafür aber soll der Kirchenbote Kontakt mit der Gemeinde halten und da bei Redaktionsschluss (Anfang April) noch nicht bekannt war, wie sich die Pandemie und das kirchliche Leben weiterentwickeln, stehen alle Gottesdienste und alle geplanten Veranstaltungen in diesem Heft. Nachdem sich die Kirchengemeinde an die staatlichen Vorgaben halten muss, sind aus heutiger Sicht die meisten Veranstaltungshinweise und Gruppeninformationen hinfällig. Es gibt keine Seniorenkreise und keine Chorproben und was Andachten und Gottesdienste betrifft so wird es ab dem 10. Mai einen ganz zaghaften Wiederbeginn geben. Sobald Näheres bekannt ist, wird es im Coronatagebuch und in der Zeitung zu lesen sein.

Neues zum Gottesdienstlichen Leben? Fragen an die Gemeinde. Wie halten Sie es mit Abstandsregeln? Wie gerne tragen Sie einen Mundschutz? Waren Lieder im Gottesdienst nicht immer einer der Gründe, warum Sie kamen? Wie gehen sie damit um, wenn Sie der 51. Besucher sein sollten, oder der 16.? Und gehören Sie zu einer der Risikogruppen? Viele, viele Fragen - Kirchenleitung und das roßtaler Hauptamtlichenteam werden zusammen mit dem Kirchenvorstand nach Lösungen ab dem 10. Mai suchen und hier berichten.

Trockenheit und Pandemie
Sind die Themen der abendlichen Gebete des Hauptamtlichenteams. Jeden Abend um 18 Uhr nach dem Läuten der Gebetsglocken spricht einer der Hauptamtlichen ein Gebet für den Ort. Diese Woche steht die Pandemie und die schreckliche Trockenheit im Mittelpunkt des Nachdenkens. Und zur Erinnerung: Das Abendläuten beendet nicht nur den Arbeitstag, sondern lädt ein zum Mitbeten und das in dieser Woche rund um die Themen Trockenheit in unserem Landstrich und Corona und die Folgen.

Printausgabe – vergriffen
200 Exemplare zählte die letzte Druckausgabe des Coronatagebuches, die noch am Wochenende vergriffen war. Falls Sie das Tagebuch für jemanden ausdrucken möchten finden Sie hier das pdf-Dokument

Fünf Wünsche für die Zeit danach: Hans Wölfel Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Fürth
1. Die mutigen und selbstlosen Menschen - oft in einfachen Berufen - die uns das Leben in der Krise möglich machen, bekommen einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft, dauerhaft höheres Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen.
2. Die Verantwortlichen der in der Krise geretteten Unternehmen erweisen sich der Hilfen würdig.
3. Gescheiterte Existenzen finden schnell wieder eine Perspektive.
4. Die naive und gewinnmaximierende Form der Globalisierung ist beendet. Lokales und regionales Handeln stehen an erster Stelle.
5. Termine und Veranstaltungen sind auf ein erträgliches Maß reduziert. Die atemlose Hektik ist vorbei.

Faszination Osterbrunnen:
So könnte man die Bildergalerie von Günter Hochberger für diese Woche nennen. Verreisen Sie doch einfach in unserem schönen Franken und achten Sie auf die vielen Osterbrunnen. Hier geht es zum virtuellen Spaziergang (Bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Kindertipp: Experimente für Zuhause
Broschüre der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V. soll Kinder dazu anregen, selber zu experimentieren und genau wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untereinander oder mit anderen über ihre Ergebnisse zu diskutieren. Hier geht es zum Download der 33-seitigen Broschüre.

Der Coronakommentar: So soll es nicht mehr weitergehen!
Die Geschäfte öffnen heute wieder, es soll nicht mehr so weitergehen, das ist der Wunsch aller. Damit sind aber nicht allein die Coronabeschränkungen gemeint, deren Ende auch jeder herbeisehnt, sondern da sind sich fast alle Roßtalerinnen und Roßtaler einig: Die Pandemie ist auch ein Anstoß über Lebens- und Arbeitsweisen nachzudenken und sich auf die Suche nach Alternativen zu begeben. Immer wieder kommen diese Sätze:  Das musste einmal kommen, ein weiter so geht einfach nicht mehr. Es gibt Grenzen des Wachstums und Jeder weiß: das Höher, Schneller, Weiter, - das immer Mehrhabenwollen, - das kann nicht der Weg sein, irgendwann ist selbst unsere Welt endlich. Und das Nachdenken hat begonnen: eine Rückkehr zur Normalität kann nicht eine Rückkehr zum System vorher sein. Die Rückkehr zur Normalität wird zu einer anderen Normalität führen müssen, als bisher. Denn eine Welt auf immer neuen Rekordjagden ist keine lebenswerte Welt und ist für Krankheiten anfällig, ja ist selber krank. Und Homeoffice und Digitalisierungsschub in diesen Tagen, dürfen das Tempo hinterher nicht noch mehr erhöhen. Außerdem wurden in dieser Zeit auch andere Werte gelebt und neu gelernt. Familie, der Garten, Zeit haben, Sport im Freien, die nähere Umgebung. Dazu die großen existentiellen Erfahrungen: Krankheit und Sorge, Angst und die Frage nach dem Sinn des Lebens. Solidarität und nach wie vor Verantwortung für die Menschen in den armen Ländern des Südens oder auch innerhalb Europas. Der Wert des Menschen und wir setzen uns füreinander ein und ein 99 jähriger Brite ist der beste Coronaspendensammler der Welt, weil hinter seinem Handeln ein Mensch steht und es in dieser Krise und dann auch Hinterher immer um die Menschen geht. 
In vielen Gesprächen sind das die Themen der Roßtaler, sind das die Beiträge zum Weiterdenken und dem Denken folgt das Handeln. Es wird für die meisten kein weiter so, sondern ein anders weiter werden und das lasst uns im Gespräch und im Handeln suchen und versuchen. Meint Ihr Jörn Künne

 

Samstag, den 25. April 2020

Die gute Nachricht:
Man lernt nie aus! Der Mensch lernt solange er lebt. Es bleibt dabei, wo immer Menschen leben, sie lernen ständig dazu. In diesen Zeiten natürlich jeden Tag. Corona schafft einen hohen Lerndruck, aber wir sind ganz gut unterwegs. Wann habe ich eine Maske auf, wann nicht, welches Geschäft hat mehr als 800 Quadratmeter und wie komme ich auch ohne Friseur aus und mache mein Haar, so, dass ich mich trotzdem aus dem Haus traue zum Sport, oder aus triftigem Grund….  Und die Streber wissen auch: was gilt jetzt in Hessen und was machen die Berliner?
Ok, manches verwirrt auch und es tut gut, dass wir uns auf unsere bayrischen Regeln beschränken können. Und vermutlich wird uns noch Einiges an Lernstoff zugemutet, ganz analog und durchs Leben. Und darum ist es gut, dass wir lernfähig sind und lernwillig auch, denn die Zensur stellt diesmal die Krankheit aus…. Gut also, dass wir lernfähig sind.

Eine Hoffnungsgeschichte aus der Bibel:  Lukas 8.22-25
Ein tosendes Meer, Sturm, ein kleines Boot und die Angst der Jünger; das sind die Zutaten dieser kleinen Hoffnungsgeschichte. Die Jünger im Sturm und sie entdecken, wenn Jesus mit in Boot sitzt, dann brauchen sie in den Stürmen des Lebens keine Angst zu haben. Allerdings stellt sich ihnen dann doch die Frage, wie groß ist unser Glaube und das Vertrauen, dass es mit Gott an der Seite gut ausgehen wird. Aber lesen Sie selber und entdecken Sie sich in den Stürmen unserer Zeit geborgen in Gottes Hand.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Am Sonntag wäre Konfirmation in Buchschwabach gewesen, aber wie so Vieles in der Zeit der Ausgangsbeschränkungen muss sie verschoben werden. Zur Konfirmation haben wir allen Familien eine Videobotschaft mit Bildern aus unserer gemeinsamen Konfirmandenzeit gesendet. Eine der Antworten darauf war das Bild von einem wunderschön gedeckten Konfirmations-Brunch-Tisch, auf dem der aufgeklappte Computer stand und unsere Videobotschaft zu sehen war.
Ich fand das süß. In der Zeit des Home-Schooling und des Home-Office und der Beschränkung auf die Hausgemeinschaft ist die Gefahr groß, dass jeder Tag wie der andere wird. Ohne Sonntag hat die Woche nur noch Werktage.
Auch wenn Sie keinen Konfirmanden in der Hausgemeinschaft haben, machen Sie doch mal einen Tag in der Woche zu etwas Besonderem, frühstücken Sie miteinander oder machen Sie eine Cocktailparty am Abend (es gibt auch gute nicht-alkoholische Cocktails), gestalten Sie einen Spielenachmittag oder einen altmodischen Dia-Abend mit Bildern von Ihrem Handy oder … vielleicht fällt Ihnen etwas ganz anderes Tolles ein.
Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. (1. Buch Mose 2,2)

Fünf Wünsche für die Zeit nach Corona: Martin Horneber (Kirchenvorstand)
Es gibt so Tage, da stehe ich mit einem dumpfen Gefühl auf, und die Last, Unsicherheit und Ängste haben mich im Schlaf beschäftigt. Und trotz dem Sonnenschein und blauen Himmel draußen ist meine Stimmung trüb.
Und genauso ein Tag ist heute und damit der richtige Tag, um mir über 5 Wünsche für die Zeit nach Corona Gedanken zu machen.

1. Zuallererst wünsche ich mir, dass wir das Richtige lernen und mitnehmen aus Corona. Die guten Lerneffekte sind ja: wir rücken näher zusammen, wir schätzen den Wert von direktem Kontakt, Begegnung. Das Falsche lernen wäre: das war halt eine Krise, und ist jetzt rum und jetzt geht so weiter wie vorher. Betriebsunfall!

2. Ich wünsche mir die dauerhafte Erkenntnis, dass wir mit Krisen umgehen können und müssen! Und nicht nur mit solchen, die direkt und unmittelbar das Leben betreffen, wie eben Corona. Ich weiß wohl, dass unsere Hirne nicht dafür gebaut sind, auf langfristige Gefährdungen einzugehen, weil sie nicht sichtbar sind. Ich wünsche mir, dass wir uns bewusst machen, welche Gefahr Umweltzerstörung, Turbokapitalismus und ungebremster Ressourcenverbrauch sind und dass wir dabei dann ebenso entschlossen, zielstrebig und konsequent handeln.

3. Ich wünsche mir, dass wir den Wert von Regionalität, von Nachbarschaft, von lokaler Qualität in der globalisierten Welt erkennen und diese Erkenntnis sich in unserem täglichen Handeln auswirkt: beim Einkaufen, beim Bestellen im Internet (oder eben nicht!), beim Urlaubsziel, bei der Auswahl von Herstellern und Lieferanten.

4. Ich wünsche mir, dass wir falsche Ängste vor der Globalisierung bewusst erkennen und uns nicht ins Boxhorn jagen lassen von Vereinfachern und Schwarz-Weiß-Malern. Die Globalisierung ist eine riesige Herausforderung und ein friedliches und gerechtes Miteinander ist das grundlegende Ziel.
Diese Krise kann uns helfen, die Spielregeln dafür zu überdenken, ernsthaft, ehrlich und wertorientiert darüber nachzudenken, wie viele Vorteile es hat, wenn es gerecht zugeht, wenn Mitbestimmung und Demokratie gelten, wenn wir ein ausgewogenes Maß zwischen Lokalität und Globalisierung finden.

5. Ich wünsche mir, dass die Erkenntnis, wozu wir Menschen und wir als Gesellschaft in einer akuten Krise bereit sind etwas zu tun oder zu unterlassen uns den Mut und die Zuversicht gibt, auch andere Krisen anzugehen, zu meistern und das Richtige zu lernen. Krisen sind existentielle Herausforderungen.
Diese Krise zeigt uns, dass zusammen stehen, Zuversicht und Würde von Jung und Alt die Werte sind, mit denen wir als Gesellschaft leben und handeln wollen. Das ist ein gutes Mittel und ein Schutz gegen Hetze, dumpfe Parolen, gegen Empörungs-Unkultur und Sündenbock-Suche.

Wenn uns die Krise lehrt, nach dem tiefsten Erschrecken wieder mehr auf dem Boden der Tatsachen unserer natürlichen Grundlagen und der Verletzlichkeit des Lebens zu landen, dann haben wir glaube ich vieles gelernt, was wir auch in Zukunft sehr gut brauchen können!

Aus dem Gemeindeleben:


Die Printausgabe des Coronatagebuches
Liegt seit Freitagnachmittag in der Kirche und bei Blumen Fröschel aus und wartet auf Leserinnen und Leser. Nehmen Sie sich dieses Heft mit, bringen Sie es Ihren Seniorinnen und Senioren mit, für die diese Ausgabe extra gemacht ist.

Kirchturmblasen mit Stephen Jenkins
Wenn der letzte Glockenschlag verklungen ist, ertönt Stephen Jenkins Posaune erneut vom Kirchturm. Hoffnungslieder und alte Choräle, Musik zum mitschwingen wird auch an diesem Sonntagmorgen um 10 Uhr erklingen. Darum Fenster auf und hingehört, je nach Windrichtung ist Stephen überall in Roßtal zu hören….

Wilgards Terassenkonzert
Am Sonntagabend, wenn das 18 Uhr Läuten verstummt ist, spielt Wilgard Hübschmann auf Ihrer Terrasse und in ihrem Vorgarten mit der Gitarre und vielleicht schließen sich andere Musiker an und unterhalten sonntags um 18 Uhr Menschen aus der Nachbarschaft.

Die Sonntagsöffnung
Unsere Kirchen in Weitersdorf, Buttendorf und Großweismannsdorf sind am Sonntagnachmittag geöffnet. Ab 12 Uhr bis 18 Uhr stehen die Türen offen und die Osterkerzen brennen. Auch in Buchschwabach ist die Kirche von 14 Uhr bis 15.30 Uhr geöffnet. Und St. Laurentius ist wie jeden Tag von acht bis acht offen…

Die Bildergalerie Osterbrunnen:
Günter Hochberger aus Weitersdorf hat uns eine Bildergalerie mit Osterbrunnen zusammengestellt. Vielen Dank für diesen farbenfrohen Augenschmaus. Hier geht es zum virtuellen Spaziergang (Bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Seniorentipps:
Das Amt für Gemeindedienst hat uns einige Tipps für Senioren zur Verfügung gestellt, die wir gerne an Sie weitergeben.

Gottesdienstprogramm:  
Anleitung für Gottesdienst@home von Diakon Gerhard Landes aus Veitsbronn/Obermichelbach
Aufgezeichneter Gottesdienst aus Wachendorf wird am Sonntag um 9:15 Uhr bei Franken Life (Facebook) gesendet und ist danach auf dem Youtube-Kanal der Kirchengemeinde Cadolzburg zu sehen.
Kindergottesdienst am Sonntag um 10 Uhr auf www.kirchemitkindern.digital.de

Coronakommentar: Haarige Probleme
So langsam wird es haarig, mit unserem Aussehen und mit noch ganz anderen Problemen, meint Ihr Pfarrer Jörn Künne und hat leider weder für die Haare, noch für die anderen Probleme eine Lösung.
Keine guten Zeiten für Spiegel. Der Blick dorthin, am frühen Morgen verführt zu sagen, ich kenn dich zwar nicht, aber ich wasch dich trotzdem. Nein, den Blick in den Spiegel meidet man zur Zeit gerne. Der Ansatz, der herauswächst und die natürliche Haarfarbe spitzt durch und wer ist schon gerne bei den grauen Panthern dabei? Die Frisuren, denen die Welle Dauer verleiht, der Pony, der das Kinn erreicht und dann erst wir Männer, Haarfrisuren Stand 1981. Noch keine wallenden Mähnen, aber ganz schön Wolle auf dem Kopf, oder doch gleich die Glatze mit dem Bartschneider machen? Und bei Manchen fehlen nur noch die Kotletten und wir wünschen uns die gelbschwarzen Mantas von Opel zurück….  Haarige Zeiten, haarige Probleme, aber lös- und ertragbare Probleme. Und wir werden an alte Zeiten erinnert und wir erinnern uns später an diese Zeit, wenn wir die Frisuren sehen und die Bilder, heute gemacht, anschauen. Und wir werden uns im Rückblick daran erinnern, wir haben es geschafft, damals 2020, dieses Virus zu bekämpfen und trotzdem fröhlich zu leben….
Allerdings, da gibt es noch eine ganze Reihe anderer haariger Probleme und deren Lösungen warten noch und teilweise schon recht lange. Damals, als  1979 die Dritte Welt Bewegung losging, oder die Sache mit der Kernkraft eskalierte, wir friedensbewegt waren, oder die Grünen warnten, wir haben nur die eine Welt und keine zweite in der Tasche. Damals, als wir Männer diese Frisuren schon einmal trugen zu Bundeswehr-Parkas und Jeans… da ploppten diese Themen schon auf. Und wir lösten sie nicht, weder als „Langhaarerte“, noch später. Teilerfolge gelangen, aber wenn jetzt der Exit folgen wird, und alle das „Weiter so“, mit einem enormen Spardruck verbunden, einfordern, dann  ist es höchste Zeit, diese ganzen haarigen Fragen mit einzubringen, zu diskutieren und zu lösen. Manche unserer Antworten werden deutlich weitergehend sein, müssen, als die damals bei Ziggi und Bier gefundenen.    Kurzum, es wird haarig werden…  Meint Ihr Pfarrer mit den langen Haaren.  
Ihr Jörn Künn

 

Freitag, der 24. April 2020

Die gute Nachricht:
Anders, als bei Epidemien vergangener Jahrtausende, weiß die Menschheit um die Ursachen der Krankheit heute. Und anders als zu Pestzeiten und in Choleratagen vergangener Jahrhunderte ist heute der Auslöser der Pandemie bekannt. Die ganze Welt kämpft mit dem Virus und die ganze Welt entwickelt Impfstoffe und Medikamente. Für eine Krankheit, die noch nicht einmal ein halbes Jahr alt ist, ist das ganz schön schnell und die Hoffnung ist berechtigt, dass die vernetzte Welt der Medizinforschung zu Erfolgen kommt und das Leben mit und trotz Corona wieder möglich wird.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Bei der Fahrt zu meiner Arbeitsstelle in Roßtal fahre ich einen Teil des Weges durch das Knoblauchsland. Auf manchen Feldern sehe ich schon die Maschinen, die den Boden bearbeiten oder die Spargelstecher mit ihren Körben durch die Furchen gehen. Viele andere Felder sind noch leer, der Boden ist umgebrochen, aber für mein Auge hat sich nichts getan. Ist hier der Samen schon ausgestreut oder warten die Landwirte auf die Saisonkräfte, die dann den Salat und Anderes pflanzen?
Bei all den Sorgen, die uns umtreiben, bei all den Ängsten, die uns lähmen und mutlos machen: Es gibt ein Leben nach Corona. Und jetzt wird der Samen dafür gelegt. Auf unseren Feldern, in unseren Gärten wird jetzt angepflanzt, was wir im Herbst ernten und wovon wir im Winter leben werden.
Möge Gott uns Sonne und Regen, Frost und Hitze geben, alles zu seiner Zeit,
damit wir im Herbst wieder eine Ernte einbringen können.
Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen. (Psalm 145,16)

Das gute Wort: Lukas 10, 25-36  Der barmherzige Samariter
Das ist die biblische Geschichte für unsere Zeit. Das ist das Wort zum Nachdenken, nicht nur heute. Der barmherzige Samariter, aus Kindertagen vertraut, handelt und hilft, dort wo es nötig ist, dem der es nötig hat. Sein eigenes Leben setzt er damit allen Gefahren aus, denn die Räuberbande könnte ja immer noch auf weitere Beute lauern. Und als Samariter, also als Mensch aus Samaria, hätte er keine Verpflichtung gehabt, einzugreifen und zu handeln. So aber sorgt er dafür, dass der verletzte Reisende gerettet wird und die bestmögliche Versorgung erhält. Und damit wird er zum Maßstab der Nächstenliebe für alle Zeiten.  Aber lesen Sie selber:

Das Kochrezept: Langosch und das berühmte Zeltlagerstockbrot der Evangelischen Jugend
Mit dem Langos kann man eine ganze Gruppe von 20 Menschen versorgen und mit dem Stockbrot weitere 10 Personen. Hier geht es zum Rezept-pdf. Bitte achten Sie auch auf die mögliche Waldbrandgefahr.

Aus dem Gemeindeleben:

Kirchturmblasen statt Trübsal blasen
Freuen Sie sich wieder auf Sonntag. Denn auch an diesem Sonntag spielt der Leiter des Posaunenchores Roßtal Stephen Jenkins auf dem Kirchturm und  erfreut mit seinen Melodien die Menschen im ganzen oberen Markt. Öffnen Sie einfach zum Läuten der Kirchenglocken um 10 Uhr Ihre Fenster und lauschen Sie. Und wenn der Wind richtig steht, dann spüren Sie die Kraft der Musik.

Sonntag 18 Uhr Hoffnungsmusik in der Frankenmuther Straße
Ein weiteres kleines Terassenkonzert gibt Wilgard Hübschmann am Sonntag um 18 Uhr in ihrem Garten und auf ihrer Terrasse. Wer zufällig an diesem Abend dort seinen Spaziergang macht, geht beschwingt nach Hause. Und vielleicht motiviert ihr Beispiel noch weitere Musikerinnen und Musiker gegen 18 Uhr ihre Instrumente auszupacken und für Andere zu spielen.

Das Coronatagebuch auch ausgedruckt:
Heute Nachmittag liegt es wieder aus, das gedruckte Coronatagebuch mit der Zusammenfassung der letzten Woche. Druckexemplare können in der Kirche und bei Blumen Fröschel mitgenommen werden. Falls Sie das Tagebuch für jemanden ausdrucken möchten finden Sie hier das pdf-Dokument. Bitte drücken Sie bei Tippfehlern ein Auge zu und schmunzeln Sie einfach darüber hinweg.


Basteltipp: Heimische Vögel als Papiermosaik oder Ausmalbild
Das ARD Buffet hat eine schöne Videobastelanleitung mit Vorlagen bereit gestellt.
Die heimische Vogelwelt ist ein aktuelles Thema. Diese Grußkarten oder Wandschmuckbilder sind das ganze Jahr aktuell und ein schönes Geschenk für die Großeltern, Freunde oder zum Muttertag.


Gottesdiensthinweise fürs Wochenende:

Übersichtstabelle zu Kirche im Fernsehen, Radio und Internet als pdf-Dokument und Übersichtskarte der Evangelischen Funkagentur.

Jeden Sonntag, 10:32 Uhr, Bayern 1: Evangelische Morgenfeier. Danach in der in der Mediathek
Jeden zweiten Sonntag ab 10.05, Deutschlandfunk (DLF) Gottesdienst (Informationen unter www.rundfunk.evangelisch.de/kirche-im-radio/) Nächste Termine 22.3. / 5.4. (im Wechsel mit ZDF).
Jeden zweiten Sonntag um 9.30 Uhr, ZDF: evangelischer Gottesdienst. Nächster Termin 26.4. (im Wechsel mit DLF)


Coronagedanken:
Es gibt ein Leben auch neben all den Herausforderungen durch Corona. Das Virus und die Pandemie dürfen unser Denken und Leben nicht allein bestimmen. Zeit, den Blick aufs Frühjahr zu lenken und das Leben zu feiern.
Plötzlich saß er da, der Storch auf dem Pfarrhaus. Heimgekehrt aus dem tiefen Süden Afrikas, wohl auf der Durchreise in den Zenngrund oder auf dem Weg in den Norden, rastete der Storch auf dem Dach des ersten Pfarrhauses. Ein Zeichen, natürlich ein Zeichen. Das Zeichen dafür, dass  es ganz banal Frühjahr ist und die Störche zurück sind, aber natürlich auch ein Zeichen fürs Leben, das überall zu sehen ist, aber nur, wenn man hinschaut
Es ist Frühjahr und der Wiesengrund leuchtet im Gelb des Löwenzahns. Es ist Frühjahr und die Bäume treiben aus, überall erst grüne Schatten und dann über Nacht ein Blättermeer. Vogelgesang am Morgen und die Amsel schmettert am Abend mit den Kirchenglocken um die Wette. Ein blauer Himmel, wie selten. Dazu die Sonne auf der Haut, endlich warm.
Käfer und Schmetterlinge und an geschützten Stellen der blühende Flieder und er braucht Sonnenschein, damit er duftet.  Gut, es ist überall zu trocken und natürlich, jeder weiß um Corona, aber die Lust am Leben mitten im Frühjahr kann uns das Virus nicht nehmen. Die Kinder toben im Garten, und der Weißwein für den Abend ist kaltgestellt. Das Telefonat mit der Oma gab Entwarnung und mit den Enkeln wurde geskypt. Ja, es ist Leben und der Storch auf dem Pfarrhaus mahnt, schaut hin, das Leben in diesem Frühjahr ist nicht abgesagt. Das Leben ist da, heute und gerade in diesen unwirklich schönen Tagen unter dieser unwirklich schwerwiegenden Bedrohung. Aber das Leben ist da und das lasst uns dieses Wochenende, mit Abstand und mit Mundschutz, entdecken und nutzen und leben und feiern. Corona ist nicht alles. Und ein Storch auf dem Dach ist immer ein Zeichen fürs Leben.

 

 

Donnerstag, den 23. April 2020

Die gute Nachricht
Azurblau und Sternenlicht. Der Blick zum Himmel lohnt. Zwar hat kein Regen den Himmel abgewischt, aber die fehlenden Flugzeuge und die eingeschränkte Industrieproduktion und nicht zu vergessen, der deutlich reduzierte Verkehr, sie alle führen zu einer deutlich besseren Luft, erkennbar daran, dass die Abgase eines vorbeifahrenden Autos noch lange in der Luft zu erschnuppern sind… probieren sie es aus….
Die Luft ist klar, der Himmel südfranzösisch blau und die Sterne funkeln nachts am Firmament und wer eine Sternschnuppe in den letzten Tagen sah, konnte sich das Ende der Coronakrise wünschen. Und dann erst der hellste Stern am Firmament, hier zeigt sich Venus in ihrer ganzen Schönheit und auch solche stillen Momente unter dem Himmelszelt sind Coronamomente….

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker: Die ermutigende Geschichte Josef und seine Brüder
Mitten ins gestresste Familienleben hinein greift die kleine Novelle Josef und seine Brüder. Alles, was zu einem großen, oder auch kleinen Corona Lagerkoller gehört, findet sich hier wieder. Tragische Verwicklungen, Gestrafte Eltern, Geschwisterzank und Hass. Vergebung und Liebe, Verführung und die Führung durch Gott, all das und noch viel mehr beinhaltet der Lesetipp zum Wochenende. Josef und seine Brüder durch die Jahre zu begleiten und in den Plagen auch unsere Zeit wieder entdecken, das ist möglich, wenn Sie sich eine halbe Stunde auf die Terrasse setzen und die Josefsgeschichte aufschlagen: Die entzückende biblische Geschichte von Josef und seinen Brüdern findet sich im 1. Buch Mose von Kapitel 37 bis 50 wieder.

5 Wünsche an die Zukunft von Ronja:
Eines ist sicher: Den Kampf um Klopapier, Desinfektionsmittel und Nudeln wollen wir langsam aber sicher hinter uns bringen. Dennoch habe ich mir Gedanken gemacht, was denn Gutes durch das Corona-Virus passiert ist. Was möchte ich, das bleibt? Was vermisse ich? Was vermisse ich überhaupt nicht?

Ich wünsche mir zuallererst, dass die Hilfsbereitschaft erhalten bleibt. Sei es das Einkaufen der Nachbarn für die Älteren, oder das Durchhaltevermögen der tapferen Notfallsanitäter die mehrfach mit COVID-19 Erkrankten in Berührung gekommen sind. Die Solidarität untereinander ist stark bemerkbar, das sollte auch für die Zukunft erhalten bleiben.

Mein zweiter Wunsch ist, dass wir bald wieder normal zur Schule bzw. in die Arbeit gehen können, ohne Angst haben zu müssen, ein Gast einer riesigen “Corona-Party” zu sein. Auch wenn es heutzutage durch digitale Kommunikationstechnologien durchaus möglich ist, den Unterricht zu Hause stattfinden zu lassen, bin ich dennoch ein Fan der Schule, als Begegnungsstätte und Ort des Lernens, und lasse mir den Unterricht am liebsten gut verständlich vortragen.

Dazu kommt, dass dadurch, dass sich keine Menschenmassen ansammeln dürfen, die Existenz einiger Freizeitstätten, die von Besuchern leben, sehr gefährdet ist und dass ehrenamtliche Beteiligungen, die oft sehr wichtig für manche Bereiche in unserer Gesellschaft sind, nicht stattfinden können. Beispielsweise werden Tiergärten gezwungen Notpläne für die Schlachtung ihrer Tiere zu erstellen, da sie neben den Spenden schließlich keine weiteren Einkommen mehr haben. Deshalb wünsche ich mir von Herzen, dass es trotzdem gelingt, das alles zu erhalten und dass das Engagement und die Motivation der Ehrenamtlichen trotz dieser längeren Pause nicht kaputtgeht.

Außerdem ist mir persönlich aufgefallen, dass Nachhaltigkeit ein sehr wichtiger Wert für mich geworden ist, und ich denke, dass mir hierbei einige zustimmen können. Und damit meine ich nicht zwingend, dass ich nur noch darauf achte, regionale Produkte zu kaufen, sondern, dass mir generell mein Verbrauch und Konsum bewusst geworden sind. Wodurch ich auch gelernt habe zu verzichten, auch wenn einmal keine Tafel Schokolade mehr daheim ist, ich sehr reflektiert über diese kritische Lage nachgedacht habe, ob es nun wirklich nötig ist in den Supermarkt zu gehen, oder ob ich damit noch ein paar Tage warten kann, um das dann bei einem etwas größeren Einkauf zu erledigen. Ich wünsche mir, dass wir weiterhin mehr über unseren Verbrauch nachdenken und aufgrund gleicher Anschauungen und Ziele bereit sind, zu verzichten.

Mein letzter Wunsch ist, für uns alle, dass die Dinge die uns bewusst geworden sind, noch etwas länger anhalten, wir sie auf uns wirken lassen, und sich dadurch vielleicht nachhaltige Veränderungen in uns selbst, aber auch für die Gesellschaft entwickeln können, die uns für die Zukunft stärken, denn diese Krise wird sicherlich nicht die letzte gewesen sein. Daher hoffe ich, dass wir daran reifen und die Zukunft gemeinsam positiv gestalten.

Aus dem Gemeindeleben
 
Öffnungszeiten Weltladen:
Donnerstag 14:00–18:00 Uhr und Samstag 09:00–12:00 Uhr
Sie haben die Möglichkeit während der Öffnungszeiten zu bestellen – Tel: 0160 9108 69 72. Die Bestellung können Sie (während der Öffnungszeiten) abholen oder liefern lassen.

Printausgabe Coronatagebuch:
Die zweite Printausgabe unseres Coronatagebuches liegt ab morgen Nachmittag in der Laurentiuskirche und beim Obst- und Gemüsegeschäft Fröschel auf. Darin finden sich alle Artikel vom letzten Donnerstag an, bis zum 23.04.
Bitte nehmen Sie das Coronatagebuch mit und bringen Sie es Menschen, die noch nicht digital unterwegs sind mit.
 
Der neue Kirchenbote:
Ab Freitag gibt es den neuen Kirchenboten. Dieser besteht aus zwei Teilen. Einer Zusammenschau von Coronaerfahrungen von Mitarbeitenden aus der Kirchengemeinde und aus dem üblichen Serviceteil. Dieser enthält unser Programm, wie es normal gewesen wäre. Welche Gottesdienste ab wann und von wem gehalten werden dürfen ist noch nicht absehbar. Wir informieren auf diesen Seiten und in der Presse, welche Termine jetzt wirklich stattfinden können.

Fensterln einmal anders:
Vor den Fenstern des AWO Heimes fand am Dienstag zur gewohnten Zeit eine Freiluft Kurzandacht statt. Viele Fenster waren geöffnet, als Brigitte Stief und Jörn Künne mit Hilfe des Friedhofslautsprechers eine kurze österliche Andacht für die seit Wochen in Quarantäne befindlichen Menschen im Heim, gestalteten. Vertraute Lieder, vertraute Texte unter einem strahlend blauen Himmel machten Hoffnung und schenkten neuen Mut in schwieriger Zeit.

Bilder des Frühlings:
Ein virtueller Spaziergang mit Bilder von Günter Hochberger - klicken Sie einfach hier. (Das hinterlegte pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten!)

Der Kindergartengruß:
Wir von der ev. Kita Regenbogenland, sind gerade in dieser besonderen Zeit in der Notbetreuung für unsere Kleinsten jeden Tag vor Ort.
Und wollen mit diesem Plakat einen besonderen Gruß an alle Kinder und Eltern senden, die wir momentan nicht in unserer Einrichtung betreuen dürfen.
Liebe Kinder... wir vermissen euch... euer Lachen, euer Leben, eure Unbeschwertheit, eure Freude und noch so vieles mehr!!!!
Wir wünschen Gottes Segen, seinen Schutz und Gesundheit,
das Team vom Regenbogenland

Der Kindertipp: Die Maus Seite im Internet
Die Sendung mit der Maus kennt jeder. Aber kennt ihr auch den Hobbyraum auf der Homepage der Maus? Hier geht es zum Hobbyraum mit Filmen, Fotos, Experimenten, Basteltipps von und für Maus-Fans.

Alle gegen Alle - die Coronawarnung:
Die Lockerung der Coronaregeln hat nicht nur Vorteile, sie weckt Begehrlichkeiten. Die Untugend des Neids bedroht die Schicksalsgemeinschaft aller. Die tödliche Gefahr durch das Virus wird dadurch verstärkt.
Alle Menschen sind gleich, aber einige sind gleicher… Als noch alle zu Hause bleiben mussten, als noch alle Geschäfte geschlossen waren, als noch alle Menschen die gleichen Regeln befolgen mussten, war es ziemlich friedlich in Deutschland und man wähnte den großen Egoismus eingedämmt. Seit aber die einen dies dürfen und die anderen das verboten bekommen geht es los, auf europäisch und gesamtdeutscher Ebene ist er wieder da der Lobbyismus und jeder Bundesverband bekommt sein ZDF Spezial. Und was im Großen geschieht, geschieht im Kleinen auch, warum darf der Gartenmarkt öffnen, aber das Blumengeschäft nicht, warum sind Autogeschäfte weniger ansteckend, als Babymärkte und woher weiß ich als Kunde, dass ich gerade der 41. Bin oder mein Lieblingsgeschäft 815 Quadratmeter groß ist und ich gerade dieses mit meinem Einkauf unterstützen wollte… und noch eine Stufe tiefer, da stehen sich dann Kindergarteneltern, die im Homeoffice sind, den Eltern gegenüber, die ihre Kinder in die Kita bringen dürfen, oder da sind die Vorsichtigen und Vernünftigen daheim, während der Kaffeeklatsch an der Supermarktkasse stattfindet.  Und damit immer mehr und immer lauter verbunden, der Satz, die haben aber, oder der darf jetzt schon, und warum ich nicht.
Warum ich nicht, der Beginn einer jeden Neidsituation, der Beginn vieler Auseinandersetzungen im Kinderzimmer und der Beginn eines Kampfes aller gegen alle. Und natürlich ist der Virus nicht gerecht und es ist nicht gerecht für die Gastwirte, aber natürlich auch nicht für die Schwestern im Heim, oder die Ärzte auf der Intensiv und was für uns alle als Notfallkrankenhäuser aufgebaut wurde, ließ Schrecklichstes erwarten und was geschieht in unseren großzügigen Wohnungen mit Gartenanteil  und gefülltem Kühlschrank hier? Die Neid Diskussion läuft trotzdem an. Dabei gilt: noch sind die wenigsten wirklich wirtschaftlich am Ende und auch dann ist keiner wirklich allein. In anderen Staaten geht es weit bedrohlicher zu…   und dennoch der Spaltpilz ist unterwegs und eine Mischung aus Neid und Egoismus ist immer schlimm und ich bin froh, dass bei uns das Klopapier ausverkauft war. In Amerika sahen wir es, da wurden die Waffenläden leergekauft, als der Lock down sichtbar wurde.
Darum halten wir uns zurück mit Sätzen, wie die da und der da und warum die und weshalb die nicht. Corona ist ungerecht aber kein Grund sich zu zerfleischen, weil keiner dem anderen die Lockerungen gönnt.

 

Mittwoch, den 22. April 2020

Die gute Nachricht buy local - oder Kauf daheim…
Noch haben in Nürnberg nicht alle Geschäfte geöffnet, Noch warnen Lieferdienste und Amazon vor Lieferengpässen in unserer Region. Noch sind die Schlangen vor den Baumärkten überschaubar, und schon stellt sich die Frage warum müssen wir uns dort überhaupt anstellen? Warum müssen wir überhaupt fortfahren und außerhalb Roßtals einkaufen?
Pflanzen, Erde, Dünger, Gartenwerkzeuge, das kann man alles in Roßtal auch erwerben und keiner muss dazu das Risiko eingehen mit wildfremden Menschen in der Schlange zu stehen. Vieles, von dem was wir brauchen gibt es in Roßtal auch und wer nachfragt erlebt, es gibt fast alles auch geliefert und bestellbar und keiner muss unnötig in die Stadt fahren. Benzinkosten, Parkgebühren, Wertverluste und Klimaschäden, die nicht entstehen, kompensieren den manchmal etwas höheren Preis in den meisten Fällen.

Fünf Wünsche für die Welt danach von Dekan Jörg Sichelstiel
1. Keine Rückkehr zur Normalität
Der so oft vorgebrachte Wunsch auf Rückkehr zur Normalität unterstellt, dass es früher besser oder gar in Ordnung gewesen wäre. Wir wissen alle, dass das nicht stimmt. Ich brauche nur an die Diskussionen zum menschengemachten Klimawandel, zum wachsenden Antisemitismus und zum Rechtsterrorismus zu erinnern. Die jetzt angekündigten „Lockerungen“ entwickeln bereits eine Dynamik hin zu einem Weiter-so-wie früher, die mir verhängnisvoll erscheinen.
2. Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig
Das vermeintlich starke globalisierte Wirtschaftssystem hat sich als äußerst anfällig und schwach erwiesen. Produktionsausfälle an einem Ort der Welt und zusammengebrochene Lieferketten haben Alarm ausgelöst. Zu viele Infizierte, Krankgeschriebene oder Sterbende kann sich kein Wirtschaftssystem und kein Staat leisten. Die Legitimationsbasis verflüchtigt sich, wenn der Staat nicht mit allen Mitteln eingreift, damit nicht noch mehr Tote mit Lastwägen abtransportiert werden. Dadurch rückten die „schwachen Berufe“ in den Fokus der Aufmerksamkeit – Berufe, die überdurchschnittlich von Frauen ausgeübt werden. Das gilt für die Pflege, aber genauso für die Verkäuferinnen.  Sie wurden systemrelevant. Ihre Kraft hält und trägt. Stärke und Schwäche haben den Platz gewechselt – zumindest eine Zeitlang in der öffentlichen Wahrnehmung. Mein Wunsch: Dass diese Erkenntnis Konsequenzen haben muss, auch in Form besserer Bezahlung und besserer Arbeitsbedingungen.
3. Zukunftsorientierter Neustart mit Nachhaltigkeit statt „Wiederhochfahren“
In diesen Komplex gehört das verhängnisvolle Wort vom „Wiederhochfahren“ der Wirtschaft. Der durch Corona erzwungene Stopp sollte zu einer Zäsur werden. Corona ist kein sog. „Black swan“, also kein unvorhersehbares Ereignis außer der Reihe, sondern es wird sichtbar und spürbar, was durch die sich gegenseitig verstärkenden Wechselwirkungen von gesellschaftlichen und technologischen Dynamiken und der rapiden Verschlechterung der globalen Umweltsituation ausgelöst wird. Es gibt einen elementaren Zusammenhang zwischen Tier-, Umwelt- und menschlicher Gesundheit. Konsequenter Klima- und Artenschutz bedeuten auch effektiven Gesundheitsschutz. Es braucht eine echte Weiterentwicklung von Energie-, Ernährungs- und Verkehrswende. (vgl. Der Schock hat System, SZ 15.4.2020, S. 9)
4. Buße als Normalität
Martin Luther hat in seiner ersten der 95 Thesen geschrieben, dass das ganze Leben Buße sein soll. Die Corona-Pandemie hat in vielen Bereichen Bußfragen aufgebracht, Fragen nach Umkehr, Schuld, Neuorientierung. Das Gesundheitswesen wurde lange Jahre mit falschen  Zielvorgaben gesteuert. Schmerzhaft stellen wir fest, dass Schutzausrüstung fehlt. Die kleinen Krankenhäuser werden gebraucht, sterben aber reihenweise den Finanztod. Das sind nur einige Beispiele aus einem Bereich. Es betrifft auch Privates. Das Leben ist von Terminen und Freizeitstress geprägt. Corona zwingt zur Auszeit. Nachbarschaften werden neu entdeckt. Hilfsbereitschaft wächst.
5. Den Buß- und Bettag wieder einführen, mit neuem Namen: Tag der Umkehr oder Zukunftstag
Der Buße als Normalität entspricht, dass der Buß- und Bettag als gesamtgesellschaftlicher Umkehrtag neues Gewicht gewinnt. Der Name sollte ein in der pluralen Gesellschaft akzeptierter sein. Als evangelische Kirche werden wir ihn mit Gottesdiensten und Buße und Beichte feiern und unseren Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog leisten. Der Tag könnte Umkehrtag oder auch Zukunftstag heißen, denn es soll um eine bessere Zukunft gehen.

--> Dazu gibt es jetzt auch ein youtube-Video: https://youtu.be/qJWsT67RbUg

Ein Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker: LeihBello
In der Zeitung stand, dass zur Zeit viele Menschen im Tierheim anfragen, ob sie für die Zeit der Kontaktsperre ein Tier, einen Hund oder eine Katze ausliehen dürfen. Ich kann verstehen, dass Menschen in der Zeit des Alleinseins sich nach Nähe sehnen, und sei es nur ein pelziger, weicher Kamerad, der sich an einen kuschelt. Was wird aber in einem kleinen Tier vor sich gehen, wenn es nach der Zeit der großen Nähe wieder in den Käfig und Zwinger des Tierheimes eingesperrt wird?
Es gibt so viele Zeichen der nachbarschaftlichen Nähe und Hilfe in der jetzigen Zeit. Ein netter Gruß im Briefkasten, ein selbstgebackener Kuchen an der Haustüre, die Nachbarskinder, die für die nichtmehr so agilen einkaufen. Was wir daraus nach der Corona-Krise? Ich hoffe doch eine Straßenfest oder eine Grillparty im Garten oder wenigstens das tägliche „Guten Morgen“ über den Gartenzaun.
Denn wer den Herrn fürchtet, der wird auch gute Freundschaft halten; und wie er ist, so wird auch sein Nächster sein. (Sirach 6,17)
[Das Buch Sirach gehört zu den Apokryphen (=verborgenen) Schriften, die nach Abschluss des Kanons der Schriften des Alten Testaments und vor den Ereignissen um Jesus Christus (Neues Testament) im Judentum entstanden sind. Martin Luther sah in ihnen keinen notwendigen Bestandteil der Bibel, fand sie aber für nützlich zu lesen. Deshalb sind sie nur in manchen evangelischen Bibelausgaben zwischen dem Alten und dem Neuen Testament eingeordnet. In der katholischen Bibel (Einheitsübersetzung) sind sie in das Alte Testament eingegliedert.]

Aus dem Gemeindeleben
Schutzmasken in der Tüte
Auch auf dem Schriftentisch der Kirche kann man Alltagsschutzmasken bekommen. Mitarbeiterinnen aus der Familienarbeit haben in den letzten Tagen diese Masken für die Gemeinde genäht. Gerne darf für die Masken eine Spende in den Danke-Kasten der Kirchengemeinde geworfen werden.
Orgelmusik mit Michael Bauer:  Zuverlässig jeden Mittwoch und jeden Freitag um 10 Uhr ist Michael Bauer an der Orgel der Laurentiuskirche zu hören. Wer zufällig an einem dieser Tage über den Friedhof geht, kommt so in den Klanggenuss eines kleinen Orgelkonzertes.
Gottesdienstöffnungen
Viel wird in diesen Tagen über die Wiederaufnahme von Gottesdiensten gesprochen. Immer wieder werden neue Ideen und Gedanken in den Raum geworfen und die Gerüchte verdichten sich, dass ab Mai auch in Bayern wieder Gottesdienste stattfinden. Die Kirchengemeinde Roßtal hält sich dabei streng an die landeskirchlichen Auflagen und informiert hier, wenn es soweit ist, über die Modalitäten und Regelungen unter denen Gottesdienste stattfinden können, dabei hat der Schutz vor Ansteckung  oberste Priorität. Denn Andacht, Bibellese und Gottesdienst kann man auch daheim halten.

Der Bibellesetipp:
Eine entzückende Liebesgeschichte und Novelle findet sich im Buch Ruth. Nicht allein der Treueschwur zur Schwiegermutter, einer der bekanntesten Trausprüche: wo du hingehst, da gehe auch ich hin, findet sich dort - sondern die Geschichte, wie sich Boas und Ruth näher kommen, empfiehlt sich zur entspannten Lektüre. Versuchen Sie es doch einmal und lesen sie die Geschichte mit etwas Phantasie und viel Freude.  Und immerhin ist Ruth eine der Ahnen Jesu.  Also hineingeschaut und die Geschichte einmal gelesen.

Fünf Wünsche an die Zeit nach Corona von Christopher Eckert (Evangelische Jugend)
1. Ich wünsche mir, dass die Menschen aus der Krise lernen, was Gemeinschaft angeht. Es haben sich so viele Initiativen in der Nachbarschaftshilfe oder ähnlichen Bereichen gegründet, es wäre schade, wenn diese Bemühungen danach im Sande verlaufen würden.
2. Ich wünsche mir, dass die Wertschätzung für die wirklich systemrelevanten Berufe nicht nur krisenbedingt ausgesprochen wird, sondern, dass hier ein grundsätzliches Umdenken stattfindet. Vielleicht merken wir uns, dass überbezahlte Fußballspieler in der Krise zu bedeutungslosen Randfiguren verblassen, aber trotzdem ihre Millionen an Gehältern kassieren, während das Pflegepersonal, das an der Front leben rettet, ebenso, wie viele andere Berufe, die jetzt in der Krise zu Rettern avancieren, mit dem Gehalt kaum über die Runden kommt.
3. Ich wünsche mir, dass die Digitalisierung der Schulen und Hochschulen weiter fortschreitet. Während der Schulschließungen haben viele Schulen gemerkt, dass die technischen Voraussetzungen für effektives Home-Learning kaum gegeben sind und die Schülerinnen und Schüler die Versäumnisse der Verantwortlichen ausbaden müssen. Ebenso sollten Online-Vorlesungen an Hochschulen nicht nur in Krisenzeiten möglich sein, sondern es sollte grundsätzlich über Alternativen nachgedacht werden
4. Ich wünsche mir, dass die Menschen aus ihrem Verzicht lernen. Nach der Krise soll nicht jeder seine versäumten Urlaubsreisen kompensieren und in Konsumwahn verfallen. Vielleicht lernen die Menschen ein wenig kürzer zu treten. Vielleicht merkt man, dass man auch gut ohne zwei Luxusurlaube pro Jahr und auch ohne wöchentliche Shoppingtouren gut leben kann. Aber natürlich wünsche ich dennoch dem Einzelhandel, dass nach der Krise genug Geld in die Kassen fließt, um die Defizite auszugleichen.
5. Ich wünsche mir, dass die Menschen lernen, das zu schätzen, was sie besitzen, materiell und immateriell. In der Krise zeigt sich, welche Menschen mir wichtig geworden sind, wie glücklich man über einen Garten sein kann, wie privilegiert man ist, wenn man gesund und fit ist. Das soll nach der Krise nicht verloren gehen. Die Menschen sollen optimistischer in die Zukunft gehen, weniger Neid und mehr Freude über die eigene Familie, die besten Freunde und die Kleinigkeiten, die das Leben lebenswert machen.

Das Oktoberfest entfällt-ein Plädoyer für das Bänkchen vor der Haustür
Die Absagen aller Großveranstaltungen bis weit in den Herbst hinein ist schade, kann aber auch zur Rückbesinnung auf traditionelle Formen der Begegnung und des Erlebens führen. Ein Beispiel dafür könnte die Renaissance des Bänkchens vor der Haustüre sein.
Wissen Sie was das größte Event für viele Roßtalerinnen und Roßtaler war, bevor es den Fernseher gab und jeder auf Weltreise ging? Klar die Kärwa in den verschiedensten Ortsteilen und der Turnerball im Fasching. Aber Großveranstaltungen fallen jetzt aus.  Und ansonsten? Welches Event bescherte der Feierabend? Ja es war meist das Bänkchen neben der Haustüre. Und fast jeder hatte dort gleich neben der Eingangstüre eine Bank, auf der tagsüber auch einmal die Katze ihren Platz fand, oder die Milchkannen zum Trocknen standen. Der Hausbaum daneben warf Schatten und wenn das Gebetläuten zur Arbeitsruhe rief, dann war das der Ort für das Event des Abends. Die Kinder wurden zum Bierholen in die Wirtschaft geschickt, manch eines der Kinder musste dann das Bier an der Schlossquelle noch einmal mit etwas Wasser auffüllen, denn etwas Verlust war ja immer, besonders wenn man den Schlossberg durstig mit einem gefüllten Krug hinunter musste.
War das Bier dann da, war Zeit zum Gespräch. Die Familie dabei, die Nachbarn, die kamen. Geschäfte wurden abgesprochen, Neuigkeiten ausgetauscht, das was am Milchhäusla noch nicht gesagt werden konnte ausgesprochen. Hatte der Bauer Tabak, wurde gemeinsam Pfeife geraucht und über den Stand der Ernte, oder die Trockenheit des Sommers geredet.  Man erzählt sich: bei einigen gab es auch eine Sauerstoffflasche, die miteinander geteilt wurde und nicht nur der Schnaps. So saß man bis die Füße kalt wurden, oder der Nachtwind um die Ecke fegte. Oder der Altsitzer fragte: „Du hast gwiß ka Aerbert mehr?“  So war man zufrieden und hatte Zeit miteinander, Füreinander. Mann, Frau, Kind, Oma, Opa, Knecht und Magd, Nachbarn, Freunde und manchmal zufällig Vorbeikommende und dann war Feierabend. Kein Event, kein Sport, kein Termin, kein Oktoberfest, aber eine Bank vor dem Haus. Und abends auch ein Platz im Freien für den Nachbarn, oder die Bekannten. Einst und jetzt auch:
 Und ein Eis ist schnell geholt, oder ein Hugo ist schnell selbst gemacht, oder ein Ammerndorfer, oder ein Zirndorfer geöffnet. Und wenn man den Bierpreis auf dem Oktoberfest rechnet, dann ist eine Bank neben der Haustüre schnell finanziert und in diesen Coronazeiten sind auch nicht ganz so viele mit dem Auto unterwegs, was in normaleren Zeiten oft ganz schön nervig ist. 
Dafür mit Abstand heute der Nachbar, oder die Nachbarin mit auf dem Bänkla und den Feierabend so als Event gestaltet. Und ja das ist ein triftigerer Grund, das Haus zu verlassen, als die meisten Feiern und Feste, die dieses Jahr eh ausfallen müssen.
Probieren Sie es aus, das Bänkla vor dem Haus macht dann schnell süchtig…..

 

 

Dienstag, den 21. April 2020

Die gute Nachricht:
Überall in Roßtal hängen Regenbogenbilder in den Fenstern und verbinden die Kinder aus Roßtal mit Kindern aus der ganzen Welt. Unter dem Hoffnungszeichen des Regenbogens zeigen die Kinder, so bunt ist unsere Welt und so bunt wollen wir sie auch in Zukunft erleben. Und so bunt werden wir sie mit und nach Corona auch gestalten. 

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Wieder ein Filmabend, „Fluch der Karibik“, der Piratenfilm mit Johnny Depp. Kapitän Jack Sparrow landet mit seinem maroden Boot am Pier von Port Royal an. Der Hafenmeister kommt ihm entgegen und verlangt einen Schilling Hafengebühr und den Namen des Neuankömmlings. Kapitän Jack Sparrow legt drei Schillinge in das Buch und meint „Vergessen wir den Namen.“
An diesen und den beiden folgenden Sonntagen wäre in unseren Gemeinden die Konfirmation von 32 jungen Menschen gewesen. Nein, das ist nicht vergessen, nur aufgeschoben in dieser Zeit der Ausgangsbeschränkungen. Wir werden die Konfirmationen an anderen Tagen nachholen, genauso wie die Jubelkonfirmationen, und dann wird jede Konfirmandin und jeder Konfirmand bei seinem Namen gerufen, ihr/ihm wird der Konfirmationsspruch zugesprochen und sie werden im Vertrauen auf unseren Gott gesegnet.
So spricht der HERR, der dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! (Jesaja 43,1)

Aus dem Gemeindeleben:
Ella und Harold sind Eltern!
Und sie haben ein Sonntags(Küken)kind. Am Sonntag war er das erste Mal zusehen der kleine Wanderfalke, den die Eltern, der inzwischen prächtig gefärbte Harold und seine erfahrene Henne Ella jetzt auf dem Kirchturm aufziehen. Toni soll der kleine Falke heiße, von dem ja noch nicht klar ist, ob es ein Männchen, oder ein Weibchen ist. Sobald wir ein Foto von ihm haben schicken wir es. Falken TV wird es dieses Jahr nicht geben, denn Ella und Harold bevorzugten zur Brut nicht den extra angefertigten Brutkasten, sondern die Nische des vergangenen Jahres.
 Den glücklichen Eltern, herzlichen Glückwunsch und allzeit guten Flug über den Feldern und Fluren von Roßtal.
Blumen fürs Heim:
Kurz vor Ostern brachte das Blumengeschäft: „die Blume“ den Bewohnerinnen und Bewohnern des sozialen Kompetenzentrums einen Frühlingsgruß der Kirchengemeinde. Die bunten Blumen und ein kleiner Lesegruß ließen es hinter den Altenheimmauern ein klein wenig Ostern werden.

Zukunftsmusik?
Fritz Stiegler, Mundartdichter und Landwirt aus Gonnersdorf schreibt uns seinen Blick auf die Zeit mit und nach Corona.  

Klammheimlich mischt sich ein unsichtbares Virus unter uns Menschen und sorgt binnen kurzer Zeit für mehr Unruhe, als alles bisher da gewesene seit dem Krieg. Die Welt kommt zum Stillstand, Ausgangssperren werden verhängt. Die Politik agiert verantwortungsvoll und umsichtig. Sie hört auf die Wissenschaft, auf Fachleute und der Bürger hat das Gefühl, er ist in diesem Land gut aufgehoben, denn der Bürger hat Angst - vor diesem kleinen Wesen, das für’s  Auge unsichtbar, anscheinend mehr Schaden anrichten kann, als tausende Atomsprengköpfe, die überall auf der Welt verteilt, per Knopfdruck von verwirrten Staatsmännern, den ganzen Planeten in Sekunden in die Luft jagen könnten.  
Den anderen Wissenschaftlern jedoch, die schon seit Jahrzehnten gebetsmühlenartig vor einer noch viel größeren Herausforderung, nämlich dem Klimawandel warnen, denen will der Bürger nicht recht glauben. Denen ihr Horrorszenario trifft ihn ja nicht so plötzlich wie ein Virus, das ihn von heute auf morgen auf die Intensivstation befördern könnte.    
Denn der Bürger denkt, es sind ja nicht die eigenen Wälder, die dahinsiechen und absterben. Und für das Grundwasser, das in unserer Trockenregion immer weniger wird, ist die Gemeinde verantwortlich. Es ist ja auch das Co2 der Chinesen und der Amis, das die Erderwärmung ansteigen lässt. Es ist die Schuld der armen Länder, dass sie nicht reich sind. Es ist die Schuld der Flüchtlinge, dass sie vor Krieg und Hunger flüchten.
Und es ist das Schicksal der nächsten Generation, dass sie nicht in eine Zeit hinein geboren wurde, als die Welt noch in Ordnung war. Als das Wirtschaftswachstum über allem thronte. Als die Welt genügend Öl und Rohstoffe besaß, als die Flieger täglich hundertausendmal  von einem Flughafen zum nächsten pendelten und Millionen von Fahrzeugen die Städte verstopften. Als Sojaschrot und Palmöl von Brasilien nach Europa transportiert wurden und man dafür Autos und Maschinen nach Brasilien schaffte, auf Kosten des Regenwaldes, der wiederum für Äcker weichen musste, auf denen man Sojaschrot und Palmöl anbaute. Ganz zu schweigen von Millionen Tonnen Plastikmüll, der die Mägen der Fische verstopfte.
Achselzuckend macht sich der Bürger seine Gedanken über die Sorgen von Gestern, die das Virus wie ein Geist zurück in die Flasche gepresst hatte. Der Bürger verschränkt die Arme, seufzt ein kurzes „Noja.“ Und damit wäre alles gesagt.
Obwohl! Vielleicht bleibt ja doch was hängen von der Entschleunigung, vom Stillstand. Vielleicht denkt der eine oder andere Bürger um. Vielleicht ein Urlaub weniger im Jahr, kein Wochenendtrip nach Istanbul, kein Linienflug von Nürnberg nach München, keine hunderte  PS unter der Motorhaube, keine Erdbeeren aus China, kein Massenbesäufnis am Ballermann...
Vielleicht hört der Bürger beim Wandern wieder die Lerche am Himmel zwitschern. Vielleicht genießt er den heimischen Spargel, besucht die Kulturveranstaltung nebenan, jubelt den Spielern in der Kreisliga zu, wandelt sich vom „Ich“ hin zum „Wir“ und denkt daran, dass es ein einzigartiges Geschenk ist, auf diesem herrlichen Planeten leben zu dürfen.
Vielleicht wird ihm auch bewusst, dass der Planet krank ist, schwerkrank sogar. Befallen von einem Virus, das ihm seine Lunge zerstört. Das kleine Virus hat bereits einen Namen. Es nennt sich Mensch.         
Fritz Stiegler, Gonnersdorf       
                  

Der Kindertipp: Regenbogen fürs Fenster basteln
Malvorlagen für Regenbögen findet ihr im Hommeschooling-Bereich des Labbé-Verlages. Dort gibt es bis zum 30.04.2020 viele tolle Vorlagen gratis, die normalerweise kostenpflichtig sind.

Schöne neue Welt - oder wie Corona eine neue Wirklichkeit schafft
Corona ist gelungen, was kaum einer für möglich gehalten hätte, die gesamte Welt ist eine andere geworden und das ruft Widerstand hervor. Dabei sollte der Grund für die Einschränkungen nicht vergessen werden.
Quarantäne, Kontaktverbote, Lockdown- Shutdown, Virologen an der Macht, Schul- und Kitabetretungsverbote, Gottesdienstverbot, Versammlungsverbote, Homeoffice und Home schooling Corona schränkt ein. Grundrechte werden außer Kraft gesetzt und jetzt gibt es noch diese grässlichen Masken. Die Welt ist eine andere. Und das mit Recht. Warum sind Menschen oft so vergesslich? Wäre Corona ein Erdbeben, keiner würde gegen die Maßnahmen des Staates protestieren, wäre Corona ein Wirbelsturm gewaltigen Ausmaßes, oder auch ein Supergau eines Atomkraftwerkes , den Anweisungen der Regierung würde kein Widerstand entgegenschlagen. So aber ist es ein fast unsichtbarer Virus und weil man ihn nicht sehen kann, sind den Verschwörungstheoretikern Tor und Tür geöffnet. Und Normalbürger fragen, ist der Virus wirklich so schlimm? Müssen wir uns noch mehr einschränken? Und was ist mit meinen Grundrechten? Klar vieles erschreckt und Firmen und Betriebe, die jetzt pleitegehen und Familien, die nicht wissen, wie es weitergehen kann, und Menschen weggesperrt in Heimen, sind schlimm… Aber!
Aber warum sind Menschen so vergesslich. Massengräber in New York, Kühllaster vor den Krankenhäusern, um die Verstorbenen einzuladen, mit Särgen gefüllte Kirchen, Überfüllte Krankenhäuser und Ärzte und Schwestern, die verzweifeln und dann selber wegsterben. Warum sind wir Menschen nur so vergesslich. Corona ist tödlich und was nützt es mir in die Wirtschaft zu gehen, wenn ich 10 Tage später auf der Intensivstation liege?
Gut diese Bilder erschrecken und schmerzen und das sollen sie auch, denn Corona ist nicht pille palle, sondern tödlich und vor allen Rechten die ich habe, und die ich mir nehme, steht der Schutz menschlichen Lebens. Und alle anderen Rechte sind davon abgeleitet. Alle anderen Rechte sind damit auch untergeordnet dem Gebot der Nächstenliebe, und auch dem Willen Gottes, der wollte, dass es Menschen gibt und der den Menschen zu seinem Gegenüber gemacht hat. Diesen Menschen, dieses Leben zu schützen mit Masken und Kontaktverboten, mit Daheim sein und Sitzen auf dem Balkon, ist letztlich ein leichteres Opfer, als zu riskieren, dass es bei uns so wird, wie in Italien, England und den USA, wobei die Dunkelziffern der Verstorbenen und der Erkrankten noch viel höher sind.
Darum vergessen wir nicht den Grund warum unsere Bürgerrechte zeitweilig eingeschränkt sind und warum die Welt jetzt eine andere sein muss. Und das mit der Freiwilligkeit, die als Alternative ins Spiel gebracht wird, ist dann doch so eine Sache, aber darüber können wir ein anderes Mal nachdenken. 
Meint Ihr Jörn Künne


 
Montag, den 20. April 2020

Die gute Nachricht:
Wir haben die 0,7 - was nach einer super guten Abiturnote klingt, ist für uns alle die Kennzahl für die Verhaltensnote der letzten vier Wochen. Die 0,7 ist die Richtzahl für die Ansteckungsquote und so ist es jetzt auch gut. Denn 0,7 bedeutet, dass ein Infizierter nur noch 0,7 andere Personen ansteckt und nicht mehr drei bis vier, wie zu Beginn der Pandemie. 0,7 bedeutet das Virus stirbt aus, ok nicht gleich, aber es infiziert immer weniger Menschen, und am Ende gibt es ein Medikament, oder eine Impfung und am besten gleich Beides, aber auch das ist eine gute Nachricht. Daran wird auch gearbeitet. Und wir haben die Zeit dazu, es sei denn zu Viele sind nicht mehr vorsichtig. Und dann rächt es sich, heute im Baumarkt gewesen zu sein und mit mehr Menschen Sport zumachen, als in der eigenen Wohnung wohnen, oder doch zu dicht beieinander gestanden zu sein im Supermarkt.
Doch die 0,7 steht und dafür uns allen Herzlichen Glückwunsch, weiter so und wer hätte gedacht, dass wir das so schaffen. Alle anderen Fakten und Zahlen finden Sie auf www.rki.de

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker: Gottesdienst um jeden Preis?
Die Ausgangsbeschränkungen werden gelockert. Kleine Geschäfte werden wieder öffnen. Aber wir dürfen weiterhin keine Gottesdienste feiern. Das ist ein gewaltiger Eingriff in unsere Grundrechte, die Religionsfreiheit wird massiv eingeschränkt.
Ich kann verstehen, dass römisch-katholische Christen auch hier eine Lockerung fordern. Die Sonntägliche Messe erfordert die körperliche Anwesenheit, wenn man die vom Priester geweihte Hostie empfangen soll.
Als Evangelische ist es nicht so dringend. Wir feiern das Heilige Abendmahl nicht an jedem Sonntag. Singen, beten und in der Bibel lesen können wir auch alleine oder im kleinen Kreis. Auch eine Auslegung der Bibelstelle, eine Predigt kann man nachlesen, im Fernsehen anschaue, im Radio hören oder im Internet mitverfolgen. Das wichtig ist, dass wir das zusammen machen. Ehrlich, es kommen so wenigen Menschen zum Gottesdienst, dass wir in der Laurentius Kirche gut den Sicherheitsabstand von 1,5m einhalten können.
Aber was ist nach dem Gottesdienst? Nach so vielen Tagen der Selbstisolation werden wir mit unseren Freunden und Bekannten auf dem Friedhof stehen, in kleinen Grüppchen, ohne Sicherheitsabstand, erzählen und uns umarmen.
Darum verzichten wir um unsere Sicherheit willen und um der Sicherheit der anderen Menschen willen auf unsere Zusammenkunft, und vertrauen auf unseren Herrn Jesus Christus, der auch der Andacht in unserer Hausgemeinde seinen Segen zugesprochen hat: Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. (Matthäusevangelium 18,20)

Aus dem Gemeindeleben:
Stephen Jenkins war es, der am Sonntagmorgen zur Gottesdienstzeit vom Kirchturm spielte
Und Wilgard Hübschmann wars, die am Sonntagabend in der Frankenmutherstraße ein kleines Konzert der Hoffnung gab.

Statt eines feierlichen Gottesdienstes und eines großen Festes erhielten die verhinderten Konfirmandinnen und Konfirmanden eine weitere Mail aus dem Kirchenbüro. Alexander Schneider, Thomas Rucker, Jörn Künne grüßten elektronisch und präsentierten dann die Fotos, die während des gesamten Präparanden und Konfirmandenjahres aufgenommen wurden in einem speziellen Link für die Jugendlichen. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben und noch besteht die Hoffnung im Sommer die Konfirmationen nachzuholen und zu feiern.
Regeln der Landeskirche für die langsame Lockerung der Bestimmungen fehlen immer noch. Auch wenn sie angekündigt wurden, noch gibt es keine Ausführungsbestimmungen für die schrittweisen Lockerungen im Gemeindeleben. Hier heißt es einfach Fortsetzung folgt und wir warten.

Die Printvariante unseres Coronatagebuches erschien in einer Auflage von 80 Exemplaren, von denen nur noch fünf im Kirchenbüro zu erhalten sind. Die nächste Ausgabe gibt es am Freitag um 11 Uhr in Kirche und bei Blumen Fröschel.

Ab sofort ist der Welt-Laden wieder geöffnet
Donnerstags von 14:00-18:00 und samstags von 09:00-12:00 Uhr.
Sie haben zudem auch die Möglichkeit während dieser Öffnungszeiten unter der Tel.-Nr. 0160 9108 6972 eine Bestellung mitzuteilen, die Sie wahlweise
-    selbst abholen, nur während der Öffnungszeiten
-    oder sich die Bestellung liefern zu lassen
Die Lieferung erfolgt: Donnerstags zwischen 18:00 und 19:00 Uhr, Samstags zwischen 12:00 und 13:00 Uhr


Wie soll die Welt anders sein? Fünf Wünsche von Tobias Winkler (Leiter des Verbindungsbüros des europäischen Parlamentes zur bayrischen Staatsregierung)
1.    Stärkung der Pflegeberufe: Die Wertschätzung für die Beschäftigten in der Pflege, in den Krankenhäusern und bei den Rettungsdiensten soll sich auch in besseren Löhnen und Gehältern und besseren Arbeitsbedingungen widerspiegeln. Wir verstehen jetzt sicher besser, wie wichtig diese Berufe für uns alle sein können. Ich hoffe deshalb sehr, dass wir den seit vielen Jahren kaum beachteten Forderungen der Pflegebediensteten mehr Gehör schenken und es nicht bei symbolischen Solidaritätsbekundungen bleibt. Besonders eine alternde Gesellschaft benötigt ein intaktes Gesundheitssystem.
2.    Neues Vertrauen in die Politik: Die Krise legt unbarmherzig die Schwächen der Links- und Rechtsextremisten, besonders der jüngst erstarkten rechten Populisten offen. Nach dem Motto "große Klappe, nix dahinter " bieten sie für keines der akuten Probleme eine Lösung. Besonders in schweren Zeiten merkt man, auf wen man sich verlassen kann, wer da ist, wenn man Hilfe braucht, wer konstruktiv an Lösungen arbeitet, wem man auch zutraut, künftige Herausforderungen zu meistern. Ich wünschen mir, dass viele der Wählerinnen und Wähler dieser Parteien, Vertrauen in die Politik zurückgewinnen und bei kommenden Wahlen die seriösen und etablierte Kräfte unterstützen.
3.    Gemeinsames Handeln in Europa: Die ersten Reaktionen der europäischen Nachbarn auf die vielen Infektionen in Italien, Österreich und Spanien waren nicht Hilfsangebote oder solidarische Unterstützung, sondern Grenzschließungen! Bei der medizinischen Versorgung, von der Materialbevorratung bis zur Bereitstellung von Beatmungsplätzen, hätte früheres gemeinsames Handeln vermutlich Leben gerettet. Hier haben die EU-Mitgliedstaaten eine Chance vertan. In wirtschaftlicher Zusammenarbeit sind wir besser geübt, deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir die bevorstehende Rezession in Europa gemeinsam bewältigen werden. Solidarität heißt dabei nicht, "Deutschland zahlt für die Schulden der Anderen", sondern wir heben gemeinsam die Wirtschaftskraft Europas wieder auf ein Niveau, das den Wohlstand möglichst vieler Menschen in aller Welt sichert.
4.    Verantwortungsvolle Demokratie: Für die Demokratie wünsche ich mir mehr Ernsthaftigkeit. Wahlentscheidungen sollten nicht aufgrund der schönsten Frisur oder der meisten Follower auf Instagram getroffen werden. Wir sollten PolitikerInnen wählen, denen wir zutrauen, uns sicher durch Krisenzeiten zu führen. In Talkshows über politische Utopien zu schwadronieren ist das Eine, aber Verantwortung zu tragen, wenn es darauf ankommt, frei von Ideologien abzuwägen und weitreichende Entscheidungen zu treffen, die am Ende über Leben und Tod entscheiden, das ist etwas für Führungspersönlichkeiten, die über Erfahrung, Stärke aber auch Besonnenheit und Empathie verfügen. Wahlen sind weder ein Spiel noch ein Experimentierfeld für Protest oder Satire, auch Wählerinnen und Wähler haben eine Verantwortung in der Demokratie.
5.    Neuordnung der Prioritäten: Die Nutzung der Möglichkeiten der Digitalisierung in Schule und Beruf hat einen großen Schub bekommen, der hoffentlich noch lange nachwirkt und unser Leben einfacher und nachhaltiger macht. Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wenn eine Videokonferenz eine Dienstreise ersetzt, ist nur ein positives Beispiel und schont auch noch unsere CO₂-Bilanz. Die "erzwungene Entschleunigung" führt aber bei vielen Menschen auch zur Besinnung auf das Wesentliche im Leben. Man spürt, dass es leichter ist, auf Fernreisen zu verzichten, als auf Begegnungen mit Familie und Freunden, mit den Eltern oder Großeltern. Nach dieser Krise bleiben bei möglichst vielen Menschen hoffentlich: Der Zusammenhalt in der Gesellschaft, die gegenseitige Rücksichtnahme und die neue Freude an vermeintlich kleinen Dingen, die unsere Umwelt jedem preisgibt, der sich und anderen gegenüber offen und vorurteilsfrei entgegentritt.

Grüße von Maede Soltani:  
Erinnern Sie sich noch, eine brechend volle Kirche,  das war damals noch möglich, Fritz Stiegler, die Cadolzburger , das Weihnachtsmusical,  und das Ganze zugunsten eines Schulprojektes im Iran. Damals stellte die Tochter des nürnberger Menschenrechtspreisträgers, Maede Soltani , das Projekt und die Arbeit im Schulprojekt vor. Jetzt im Rahmen der Coroanapandemie und dem Zusammenrücken der Menschheit, schreibt Sie uns:

Lieber Herr Künne, lieber Fritz und lieber Cadolzburger Vorstand,
ich hoffe Sie hatten alle ein fröhliches Osternfest trotz allen Einschränkungen.
Wir erleben sicherlich gerade einen sehr wichtigen Zeitabschnitt der Geschichte.
Danke für Ihre beide letzte Emails Herr Künne, meine Mutter und meine Familie bestellen Ihnen viele schöne Grüße aus dem Iran aus.
Die Übergabe von Spenden ist vor der Coronapandemie bei NGO "Mehr e Giti" in Tehran passiert. Sollte eigentlich einige Tagen nachdem meine Mutter zurück im Iran war passieren, wegen Hochwasser in Provinz Sistan Balouchestan und danach die plötzliche Tot von einem ehrenamtlichen Mitglied von NGO müssten sie den Termin ein paar Mal verschieben.
 Die Schule für Homa ist schon geöffnet worden, eine offizielle Öffnungsfeier gab es aus verschiedenen Gründen noch nicht. Ich habe ein Paar Bilder die ich Ihnen später schicken werde.
 Ich habe einen Beleg in Englisch und ein Paar Bilder von der Übergabe bekommen, die ich in diesem Email angehängt habe. Die Bilder kommen in What's app, daher haben keine gute Qualität.
 Christine Roth hat mich inzwischen auch über einen Spendeneingang auf das Konto musica nova benachrichtigt. Es sind 494 € mit Bettref "Benefizkonzert Fritz Stiegler "eingegangen. Diese werde ich auch über meine Familie an das NGO ankommen lassen, Meine Mutter kommt sicherlich nach der Coronasperre wieder zum Besuch.
Nochmal vielen Dank für Ihre freundliche Unterstützung.
Liebe Grüße Ihre Maede Soltani

Der virtuelle Spaziergang Bilder von Günter Hochberger - klicken Sie einfach hier und finden Sie sich an den schönsten Orten unserer Welt wieder. (Das hinterlegte pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten!)


Vorsicht vor den Eisheiligen! Vorsicht vor der kalten Sophie und der fiesen Corona
Heute öffnen Garten- und Baumärkte in Bayern! Aber bevor Sie sich in die Schlange vor Dauchenbeck, Bauhaus, oder Obi einreihen, denken Sie an die kalte Sophie und an die fiese Corona. (Die kalte Sophie ist die letzte der Eisheiligen am 15. Mai. Bis dahin sind Bodenfröste immer noch möglich)
Darum können und sollten Tomaten, Geranien, Sommerterassenblumen und Bohnensamen auch noch in drei, vier Wochen gekauft werden und sie reifen dieses Jahr aus.
Und nebenbei stände ja Corona heute auch noch neben Ihnen in der Schlange. Und zugegeben, ein Gartenmarktbesuch ist nur dann wirklich schön, wenn das ausgegebene Geld nicht reut weil die Pflanzen hinterher erfrieren.  Er ist nur dann schön, wenn wir Zeit zum Bummeln haben und auch nur dann, wenn man nicht eine Stunde auf den Einlass warten muss. Seien Sie darum vernünftig, bleiben Sie daheim, denn die unfreundlichen Damen warten nur auf uns ….

Der Kindertipp: Lust auf eine Zeitreise?
Wer etwas über Geschichte erfahren möchte ist bei Kinderzeitmaschine.de genau richtig. Auf dieser Kinderinternetseite geht es mit einer Zeitmachine in verschiedenen Epochen – von der Steinzeit bis zur Neuzeit. Die Kinder wählen das gewünschte Ziel und fliegen mit der Zeitmaschine los. Dort angekommen, lernen sie die damalige Bevölkerung in kurzen Animationen kennen und haben dann anhand von Texten und Spielen die Möglichkeit, die jeweilige Epoche genau zu erkunden.

Der Coronakommentar: Und plötzlich ist dein Job lebensgefährlich
Dass Krankenschwestern und Altenpfleger einen verantwortungsvollen Beruf haben, ist jedem in der Pflege bewusst, dass die Hilfe für den Nächsten auch einmal Opfer fordert und man ungeplant einspringen muss, ist ein Teil des Berufsethos. Dass der Dienst in der Pflege aber plötzlich lebensgefährlich werden kann, wie im Falle von Corona Infektionen, das erschreckt und muss zu einer neuen Hochachtung für die Pflegenden führen.
Normalerweise wissen die Mitarbeitenden in der Pflege sich zu schützen. Denn natürlich gab es schon immer infektiöse Patientinnen und Patienten und nach manchem Hausbesuch war man froh die Hände desinfizieren zu können. Aber die Pflege, die Arbeit als Arzt, Gesundheit und Leben von diesen, war nicht in dieser Massivität bedroht.
Corona sprengt hier den Rahmen. Viele der Corona Toten weltweit waren Ärzte und Pflegepersonal, die sich einsetzten für ihre erkrankten Mitmenschen und dabei von Covid-19 befallen und getötet wurden. Und ja ein ganz normaler Beruf mit ganz normalen Schichten mit ganz normalem Stress ist auf einmal lebensgefährlich, vergleichbar wahrscheinlich mit dem Beruf eines Polizisten in Mexiko City oder in den Downtowns Chicagos…
Und so gilt meine Hochachtung all denen, die trotzdem tagtäglich auf Tour sind, in der Praxis sitzen, oder im Krankenhaus arbeiten, denen, die immer noch nicht optimal mit Schutzkleidung versorgt sind, die zusätzlich zu den Aufgaben in der Arbeit, ihre Männer, Kinder, Frauen beruhigen müssen und doch nicht wissen, was in 14 Tagen ist. Hut ab vor dieser Berufs-Einstellung zur Hilfe für den Nächsten.
Hut ab und Dankeschön für diese große Leistung in einer Zeit und in einem Land in dem der Wert eines Menschenlebens die Richtung des gesellschaftlichen und politischen Handelns bestimmt und der Mensch im Mittelpunkt steht. Gott sei dank . Das heißt aber auch wir brauchen Ärzte, Pfleger, Krankenschwestern, damit dieses Menschenleben gerettet, gepflegt, geheilt werden kann.
Dies muß nach Corona Folgen haben.  Aber nicht so wie der abgrundtiefe Egoismus mancher Nachbarn,  die Ärzten und Krankenschwestern empfehlen  umzuziehen, denn sie gefährdeten die Nachbarschaft. Unerträglich daß man auf solch einen Gedanken überhaupt kommt.
Nein zuallermeist steht der verbale Dank im Mittelpunkt und das Lob für den Einsatz und es wird wahrgenommen, daß allein schon das Sitzen in einem Schutzanzug  anstrengend ist. Dazu wächst auch das Verständnis daß nicht alle Wünsche an die Pflege erfüllt werden können in dieser Zeit. Corona bringt Pflegende und Ärzte an die Grenzen und das muß akzeptiert werden.  Und da wäre noch die ganz große Aufgabe,  wenn es dann wieder ruhiger wird, dann sind die strukturellen Verbesserungen gefragt, im Schichtdienst, in der Ausbildung, in der Schutzausrüstung und vor allem in der Attraktivität dieser Berufe, denn die Lösung für alle Fragen sind mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die bekommt man leichter, wenn die Heldinnen und Helden dieser Tage nicht sofort wieder vergessen werden, und der gnadenlose Spardruck im Gesundheitswesen wieder Einzug hält.
Vorerst bleibt nur der Dank, daß soviele in Pflege, Betreuung und in Praxen arbeiten und das oft über die Belastungsgrenzen hinweg. Darum Machen Sie mit und zeigen Sie den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Roßtaler Pflegedienste und vor allem des AWO-Kompetenzzentrums,  und unseren Arztpraxen daß Sie deren Arbeit schätzen. Sagen Sie und zeigen Sie Ihren Dank, denn Anerkennung und Lob motivieren weiter für die manchmal ganz schön gefährliche Arbeit.

 

Samstag, den 18. April 2020

75 Jahre Frieden in Roßtal: Johann Völkl erster Bürgermeister
Die Nacht vom 17. auf den 18. April 1945 endete für viele Roßtalerinnen und Roßtaler mit einem gewaltigen Schrecken durch eine Explosion. Die letzten verbliebenen deutschen Soldaten hatten die Winkelbrücke gesprengt, um die unaufhaltsam vorrückenden amerikanischen Soldaten aufzuhalten. Zum Glück war außer vielen zerborstenen Fensterscheiben und Beschädigungen durch herumfliegende Teile an Bauwerken kein größerer Schaden entstanden. Vor allem wurden keine Mitbürger verletzt oder getötet.

Den meisten Roßtalern, die noch hier lebten, war allerdings schon vorher klar, dass der Krieg verloren war. Sie bangten um die Zukunft unseres Ortes und hofften, dass er von Angriffen durch die amerikanischen Streitkräfte verschont bleiben würde.

Nach den Schilderungen der Begebenheiten an diesem 18. April vor genau 75 Jahren, die in den Roßtaler Heimatbüchern von 1978 und 2004 sowie im Buch von Ulrich Grimm „Roßtal 1945/46“ ausführlich beschrieben sind, war es eine Handvoll Männer, die gegen den Befehl des sogenannten Führers die weiße Fahne am Turm unserer Laurentiuskirche hissten. Leider wissen wir bis heute die Namen dieser Männer nicht. Aber für mich sind sie Helden im wahrsten Sinne des Wortes. Ihr unerschrockenes Handeln hat Roßtal vor größeren Schäden und vor allem von weiteren Opfern dieses unseligen Krieges bewahrt.

Ich, ein Angehöriger der Enkelgeneration, der in einem offenen, friedlichen, von Freundlichkeit, Solidarität und Nächstenliebe geprägten Heimatort aufwachsen durfte, bin diesen Männern noch heute dankbar.

Die damaligen Bewohnerinnen und Bewohner unseres Marktes lebten in einer ungewissen Zeit mit Sorgen um das tägliche Brot, um im Krieg befindliche Angehörige und mit der Angst, wie die Zukunft werden würde.

Nachdem die Roßtalerinnen und Roßtaler den Neuanfang nach dem Krieg und die vielfältigen Aufgaben des gesellschaftlichen Lebens in den vergangenen 75 Jahren gemeinsam sehr gut gemeistert haben, sollten wir uns an ihnen - unseren Eltern, Großeltern, Freunden, Bekannten und Mitbürgern - ein Beispiel nehmen, gerade in der jetzigen Krise.

Mit Solidarität, Nächstenliebe, Rücksichtnahme und gegenseitiger Achtsamkeit werden wir auch die, für das Leben unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger notwendige Zeit, überstehen.

Denn, wie wir alle wissen, verlief das Leben nach dem 18. April 1945 für die Bewohnerinnen und Bewohner unseres Marktes Roßtal bis heute gut.

Die Amerikaner kommen: Erwin Hemmeter
Unter dieser Überschrift wurde in den letzten „Kirchlichen Nachrichten“ der Pfarrei Roßtal eingeladen, am 18. April um 19 Uhr ein Erinnerungsbistro zum 75. Jahrestag des Einmarsches der Amerikaner in Roßtal zu besuchen. Dies ist, wie auch alles andere, der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Deshalb bat mich Pfarrer Künne, meine Erinnerungen, soweit es möglich ist, aufzuschreiben.

Ich, Erwin Hemmeter, bin im Juli 1936 geboren, war also zu diesem Zeitpunkt 8 ¾ Jahre alt. Eingeschult im September 1942, besuchte ich in einer reinen Jungenklasse bis 1944 die beiden ersten Jahrgänge. Unsere Roßtaler Volksschule wurde ein Behelfskrankenhaus für die Luftangriffe auf Nürnberg und unsere dritte Klasse fiel ins Wasser. Schulbeginn mit der vierten Klasse war, soweit ich mich erinnere, am 1. Oktober 1945, als die Amerikaner unser Schulhaus geräumt hatten.

Gewohnt habe ich in der Felsenstraße, wo mehr als die Hälfte, außer den Belians, Nebenerwerbslandwirte mit meist zwei Kühen, mit Schweinen, Ziegen und Hühnern waren. Mit Hilfe von eigenen Kindern, Verwandtschaft, Freunden und Tagelöhnern wurde im Krieg von Frauen die schwere Feldarbeit mit Hand ohne Traktor bewältigt. In der „Felsen“ hatte jeder mindestens einen großen Felsenkeller zugänglich vom Haus bzw. Nebengebäuden. Einer von uns war vom Hausgang aus zu erreichen, hatte einen Lüftungskamin, war abgestützt und besaß einen Notausgang.

Schlimm für uns Kinder, ich hatte noch eine um vier Jahre jüngere Schwester, war nächtlicher Fliegeralarm bei Angriffen auf Nürnberg. Die feindlichen Verbände kamen immer aus Nordwest, flogen also nördlich an Roßtal vorbei. Bomben fielen bei uns keine: Raus aus dem Bett, Anziehen der gestrickten wollenen, langen Strümpfe, die immer so kratzten, kurze Hose und Schuhe. Schlaftrunken in den Keller bis die Sirenen Entwarnung verkündeten.

Schon Anfang April hörten wir, dass die Amerikaner von Unterfranken her auf Nürnberg zukommen. Tiefflieger bombardierten einen Munitionszug am Bahnhof Roßtal. Gott sei Dank kam meines Wissens niemand ums Leben. Flakfeuer der deutschen Wehrmacht zwischen Schwalbenhof und Fernabrünster Weg Richtung Westen und Süden (in Clarsbach wurde eine Scheune in Brand geschossen). Mein Cousin Hans-Peter Bauer und ich haben noch am 17. April einen deutschen Soldaten, der sein Gepäck auf unseren Handwagen geladen hatte nach Zirndorf gebracht, obwohl zu diesem Zeitpunkt die Amerikaner schon in Cadolzburg waren und der Flugplatz in Buchschwabach von einer US-Einheit besetzt war.

An diesem Dienstag hat Gastwirt und Metzger Leonhard Fischhaber bei uns im Hinterhof ein Kälbchen von uns geschlachtet, damit die Menschen in unseren beiden Kellern, die auch aus dem Gebiet über der Wegbrücke wegen des Luftschutzes zu uns kamen, nicht verhungerten: Das war schon sehr mutig, denn darauf stand ja zu diesem Zeitpunkt noch die Todesstrafe. Ich kann mich noch an die Hakenkreuzfahne auf der Laterne unseres Kirchturms erinnern. Die von der Roßtaler Hitlerjugend (HJ) bewacht wurde

Es war schon hell in den frühen Morgenstunden des 18. April, einem Mittwoch, als ich neben unserem belegten Keller auf einer Matratze durch einen mächtigen Knall aus dem Schlaf geweckt wurde. Die Fensterscheiben flogen durch den Raum: Die Winkelbrücke wurde von einem deutschen Wehrmachtskommando gesprengt. Die nahe Holzturnhalle auf dem Turnplatz, bei der ich mich noch an die dort von der Wehrmacht gelagerten Segelflieger erinnerte, wurde so stark beschädigt, dass sie bald darauf abgerissen werden musste. Die Häuser in der unmittelbaren Umgebung hatten keinen Ziegel mehr auf dem Dach. In unserer St. Laurentiuskirche waren auch viele Fenster geborsten. Die Trümmer der Brücke, auch kurze Gleisabschnitte flogen weit bis in den oberen Markt. Meine Cousine Irmgard Wagner erzählte mir, dass am Vortag, dem 17. April, Soldaten des Sprengkommandos bei ihnen am Brückenweg um Trinkwasser gebeten hatten.

Am späten Vormittag dieses 18. April ging ich zur Wegbrücke, um von der gesprengten Winkelbrücke etwas mitzubekommen. Oben angelangt sah ich wie ein US-Jeep vom Süden her kommend, einen Konvoi von etwa fünf Fahrzeugen anführte mit aufgepflanztem MG. Panzer meine ich waren nicht dabei. Einer der Soldaten fragte immer wieder: „Wo Bürgermeister, wo Deutsch-Soldat?“ Sie bekamen von den dort versammelten älteren Roßtalern den Weg über die Felsenstraße zum Matzenberg gezeigt, wo rechts oben im ersten Haus des noch freien Geländes Bürgermeister Flachenecker wohnte, der aber nicht zuhause war. Am Kirchturm wehte nun die weiße Fahne, wobei nicht sicher ist, wer sie gehisst hatte, es könnten auch mehrere gewesen sein. Ich rannte von der Wegbrücke aus gleich nach hause und rief meiner Mutter zu: „Di Ami senn dou!“

Ausnahmslos hatten zu diesem Zeitpunkt alle ihre Häuser in unserer Straße mit einem an der Festerbrüstung angebrachtem weißen Bettlaken geziert. Noch an diesem Tag bestand Ausgangssperre, ich glaube ab 17 Uhr, was für mehrere Tage galt und von Patrouillen kontrolliert wurde.

Gehört habe ich später, dass auch etwa zur selben Zeit von Clarsbach bzw. Raitersaich kommend Jeeps in gleicher Weise durch die Bahnunterführung der Clarsbacher Straße Roßtal ohne Gegenwehr eingenommen haben. In der Villa des Bürgermeisters waren die Offiziere und in der Pelzleinstraße die Mannschaften untergebracht, wobei die Eigentümer ihre Häuser kurzfristig räumen mussten. Dorthin bin ich in den ersten Tagen allerdings nicht gekommen. Jedenfalls haben die GIs überall Eier verlangt, die sie sich dann gebraten haben. Da waren sie sich sicher, dass diese nicht vergiftet sind.

Großes Glück hatten wir in Roßtal, dass der während des Krieges bei uns praktizierende Arzt Dr. Landvogt eine Amerikanerin als Ehefrau hatte. Sie soll, wie man erzählte, öfter mit den Offizieren im Auto gesehen worden sein und auch wegen der friedlichen Übergabe unseres Ortes verhandelt haben.

Am Nachmittag ging ich dann über den Ortnersberg bis zur gesprengten Winkelbrücke und sah erstaunt, dass die Amerikaner durch Fahrzeuge mit Räumschild schon den gesamten Schutt zur Seite geschoben und die Straße wieder befahrbar war.

Ich sammelte damals Hoheitszeichen und Orden der deutschen Wehrmacht und tauschte mit einem Verwandten aus Fürth. Diese vergrub ich und meine Mutter unsere Hakenkreuzfahne mit zwei Sportgewehren meines im September 1944 verstorbenen Großvaters im Garten. Den Volksempfänger brachten wir zur Sammelstelle im Gasthaus „Zur Linde“ in der Felsenstraße.

Es war unser Glück, dass wir von den Amerikanern besetzt wurden, denn von da an ging es uns besser. Wir bekamen von ihnen auch von den Farbigen Kaugummi, Schokolade und Drops, sowie Orangen. Stationiert waren die GIs den Sommer über im Schulhaus und erlebten dort auch den Brand der riesigen Oetterich-Scheune , wo ich auch gesehen habe, dass sie am Anfang versuchten, mit Wassereimern zu löschen.

Corona, was uns im Moment die Natur auferlegt, ist sehr schlimm. Aber übertroffen wird diese Pandemie noch von den heutigen  Kriegen auf der ganzen Welt. Wir in Roßtal sind bisher verschont geblieben; aber ich habe meinen Vater und meinen Paten im 2. Weltkrieg verloren, die ich in meinem Leben sehr vermisste. Wenn bloß die Großen dieser Welt aus der Vergangenheit lernen würden und ihre Macht- und Gewinnansprüche endlich aufgeben könnten. Dafür sollten wir täglich unseren Gott bitten!
Erwin Hemmeter

Literaturhinweis: Roßtaler Heimatblätter
Wer gerne mehr zum Thema lesen möchte der sei auf die Roßtaler Heimatblätter verwiesen, die alle im Internet aufrufbar sind. Rund ums Kriegsende berichtet das Heimatblatt 30.

Aus dem Gemeindeleben:
Wieder kein Gottesdienst in unseren Kirchen… Dafür wieder der Hinweis auf Rundfunk und Fernsehgottesdienste und die Bitte machen Sie zumindest am oberen Markt, die Fenster weit auf und hören Sie Musik, die Hoffnung macht von unserem Posaunenchorleiter Stephen Jenkins und vielleicht auch von ihren Nachbarinnen und Nachbarn. Um 10 Uhr zur vertrauten Gottesdienstzeit spielt Stephen Jenkins Musik, die Hoffnung macht.

Am Dienstag trifft sich der Kirchenvorstand Roßtal digital zum Nachdenken über Corona und all die damit verbundenen Fragen. Von dieser Sitzung werden sicher Impulse für das Gemeindeleben dieses Sommers ausgehen und nicht nur Absagen für alle unsere Großveranstaltungen. Näheres wird im Coronatagebuch stehen.

Gottesdienst:
Anleitung für Gottesdienst@home von Pfarrerin Ulrike Weeger aus Obermichelbach
Kindergottesdienst live um 10 Uhr unter www.kirchemitkindern-digital.de
Übersicht der Gottesdienstangebote

Beratungsangebote der Diakonie Fürth:
Wegen der anhaltenden Kontaktbeschränkungen hat sich auch das Beratungsangebot der Diakonie Fürth verändert. Ein Besuch der Beratungsstellen ist bis auf weiteres nicht möglich, aber die Beratung findet trotzdem weiterhin statt. Gerne beraten wir telefonisch, online per gesicherter Mailverbindung und in besonderen Fällen auch per Videoberatung. Die Informationen dazu finden Sie auf unserer Webseite unter https://t1p.de/dwf.

Vorsicht Suchtgefahr: Das Feuerspatzenrezept von Anna Behringer
Sie brauchen:
500 gr. Quark (gleich welche Fettstufe)
500gr. Biomehl 405/550
5 glückliche Eier
175 gr. Zucker
1 Prise Salz
1 Packung Backpulver
2 Packungen Vanillezucker
Abrieb einer Biozitrone
Evtl. etwas Puderzucker für die Deko
Sowie rund einen Liter Rapsöl zum Ausbacken
Zunächst werden Eier, Zucker und Quark miteinander vermischt, anschließend Salz, Vanillezucker und Zitronenabrieb zufügen  dann erst Backpulver und das Mehl dazugeben und alles gut miteinander vermischen.  Anschließend mit einem Eßlöffel die Spatzen abstechen und im Rapsöl auf mittlerer Hitze ausbacken. Sie sind fertig, wenn sie goldbraun aussehen und der Schaschlikspießtest gelingt und kaum mehr Teig an ihm hängen bleibt...
Auf einem Küchentuch abtropfen lassen und vielleicht mit etwas Puderzucker überstreuen. Anschließen warm oder kalt genießen. Vorsicht! diese Feuerspatzen machen süchtig. 

Basteltipp: Schutzengel-Handschmeichler
Ein Handschmeichler ist ein Gegenstand, der sich gut anfühlt, wenn man ihn in der Hand hält. Er verbindet mit den Menschen, von denen man ihn bekommen hat, und spendet Trost. Er passt auch gut in eine Hosen- oder Jackentasche. Ein Schutzengel darauf bringt zum Ausdruck, dass Gott uns begleitet.
Anleitung: Man benötigt glatte ovale Steine, die die richtige Größe haben, dass wir sie mit unserer Hand umschließen können. Filzstifte in dunklen, kräftigen Farben und Klarlack (schnell trocknend), Pinsel, eventuell etwas Glitzerpaste. Stehen keine Steine, aber Modelliermasse wie Fimo zur Verfügung, können in einem ersten Schritt die Steine geformt werden. Modellierte Handschmeichler haben den Vorteil, dass sie sich besonders gut in die Hand schmeicheln.
Die Steine werden mit den Filzstiften bemalt: Engelgestalten oder einfach nur Flügel, die dann auch noch mit der Glizterpaste verziert werden können. Nach dem Trocknen wird das Bild mit Klarlack fixiert. Quelle:Kirche mit Kindern - Sorgen zu Gott bringen

Freitag, den 17. April

Die gute Nachricht:
Es geht aufwärts und auch wieder hinaus. Erste vorsichtige Lockerungen und erste neue Geschäftsöffnungen finden wieder statt. Und wenn die Menschen wirklich weiterhin ganz vorsichtig sind, dann ist Corona ein Teil unserer Geschichte und auch ein Teil unseres Lebens, aber nicht mehr die Pandemie, die alles kaputt macht und bedroht. Schade nur, dass das Feiern von Gottesdiensten weiterhin untersagt ist und unsere Veranstaltungen immer noch nicht stattfinden können.

Darf der Staat das Feiern von Gottesdiensten verbieten? Eine Würdigung auf dem Hintergrund von Dietrich Bonhoeffer schreibt Dekan Jörg Sichelstiel aus Fürth:
Religionsfreiheit und Corona
Ob der Staat wegen der Corona-Pandemie Gottesdienste verbieten darf und ob sich die Kirchen daran halten sollen bzw. müssen, hat das Bundesverfassungsgericht für den Staat beantwortet. Es wäre zwar ein überaus schwerwiegender Eingriff in die Glaubensfreiheit – insbesondere in den Tagen von Karfreitag und Ostern - , aber gerechtfertigt, weil der Lebensschutz höher wiegen würde.
Aber sollen sich die Kirchen auch daran halten? Dietrich Bonhoeffer unterscheidet in seiner Ethik letzte und vorletzte Dinge und setzt sie in Beziehung zueinander. Er stellt eine radikale Lösung, eine Kompromisslösung und sein Modell der Wegbereitung vor. Der Staat, das Gesundheitswesen, die Corona-Regelungen und das Verhalten der Kirchen gehören zu den „vorletzten Dingen“.
Wer radikal sei, sehe nur das Letzte: den Glauben an die Rechtfertigung durch Christus. Was aus der Welt wird, fällt dann nicht mehr ins Gewicht, weil die Welt sowieso vergehen wird. Wer so denkt, den kümmert die Frage der Rechtmäßigkeit des Gottesdienstverbotes im Grunde nicht, weil er Mittel und Wege finden wird, das Wort Gottes zu lesen, zu sagen und zu hören.
Wer dagegen Kompromisse schließe, belasse die Welt in ihrem Recht, denn noch steht die Welt, noch ist das Ende nicht da. Bestehendes wird gerechtfertigt, die Kirche ordnet sich dem Staat unter. Wer so denkt, der interessiert sich im Grunde auch nicht für die gestellte Frage, weil er die Vorgaben fraglos hinnimmt.
Für Bonhoeffer sind beide Lösungen extrem. Der Radikalismus würde das Bestehende hassen, d.h. Gottes Schöpfung, der Kompromiss dagegen das Letzte. Mit der Kompromisslösung muss man mit der Welt durch Mittel der Welt allein fertig werden. Das Wort Gottes habe da nichts mehr zu suchen.
Bonhoeffer will beides würdigen. Man müsse für das Vorletzte Sorge tragen, weil man alles dafür tun müsse, dass das Wort Gottes auch gehört werden kann. Ihm müsse der Weg bereitet werden. „Es gibt eine Tiefe der menschlichen Unfreiheit, der menschlichen Armut, der menschlichen Unwissenheit, die das gnädige Kommen Christi hindert.“ Die Aufgabe der Wegbereitung ist damit eine von „unermesslicher Verantwortung“. Bonhoeffer kommt hier zum schärfsten Urteil: Es wäre eine Lästerung Gottes, den Hungernden hungrig zu lassen.
Würde sich die Kirche heute nicht darum scheren, ob Versammlungen in Gottesdiensten Gesundheitsrisiken beinhalteten, würde sie den Menschen und damit Christus verachten. Würde sie nur online auf allen Kanälen predigen und sich nicht in Wort und Tat der Not vieler – Naher wie Ferner, Christen wie Nichtchristen – annehmen und ihre Stimme für sie erheben, würde sie Gott lästern. Würde sie nicht darauf dringen, die Einschränkungen der Religionsfreiheit immer wieder neu auf den Prüfstand der Verhältnismäßigkeit zu stellen, wäre sie lächerlich. Würde sie den demokratischen Rechtsstaat nicht respektieren, verfiele sie in Willkür. Verantwortung hat das alles in den Blick zu nehmen.

Aus dem Gemeindeleben:
Ab heute Neu: Das Coronatagebuch zum Mitnehmen.
Eine gedruckte einfache Form unseres Coronatagebuches gibt es ab heute in der Kirche, im Kirchenbüro und im Laden Blumen Fröschel. Bitte nehmen Sie es von dort mit und bringen Sie es auch Menschen, die das Coronatagebuch nicht digital lesen können

Wir sind für Sie da: Im Internet und am Telefon sowieso, aber auch jeden Vormittag bis auf Dienstag von 9-12 Uhr und bitte klopfen Sie am Fenster, dann erreichen Sie Friedhofsverwaltung, Hauptamtlichenteam, Kitaverwaltung und Pfarramt. Vielen Dank allen, die die Stellung halten und im Hintergrund dafür sorgen, dass die Arbeit weitergeht.
Gottesdienste und Gottesdienste in Rundfunk und Fernsehen entnehmen Sie bitte durch klicken auf diesen Link.

Neu im Coronatagebuch: Bilder des Friedens - Bilder zur Besinnung
Dank des Hobbyphotographen Günter Hochberger aus Weitersdorf gibt es von dieser Seite ausgehend, Bildergalerien mit Spaziergängen und Ausflügen, die ein wenig von der Tristesse mancher Coronatage ablenken können. Klicken Sie einfach hier und finden Sie sich an den schönsten Orten unserer Welt wieder. (Das hinterlegte pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten!)

Das Rezept zu Ostern-Kuchen nach Siebenbürgener Art: 
Christiane Schuster hat uns ihre Rezepte für Rahm-Hanklich, süßer Maiskuchen Mali und Nussstriezel zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür und Ihnen gutes Gelingen.

Coronakommentar:
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Das gilt für viele Probleme, die jetzt fünf sechs Wochen nicht mehr die Schlagzeilen beherrschten. Aber sie sind weiter da und auch wenn sich rund um Corona vorsichtiger Optimismus breit machen kann, die alten Probleme bleiben. Weder Klimawandel, noch der Frieden in der Welt, noch die Wohlstandsproblematik zwischen Nord und Süd sind gelöst.
Wissen Sie noch wann es bei uns das letzte Mal ergiebig geregnet hat? Nur diese eine Frage und wir merken, es braucht nicht nur Energie, um die Krankheit Covid-19 zu bekämpfen, sondern der Klimawandel hinterlässt seine Spuren erneut in Wald und Flur und manch Gartenbesitzer ist entsetzt über den Zustand seines Rasens. Ein Griff in die Erde und alles staubt. Was das für die jetzt schon lichter werdenden Wälder heißt ist gar nicht abzusehen.
Und damit sind die alten Schlagzeilen zurück und die Probleme vor Corona harren weiter auf Lösungen. Frieden in der Welt, Verteilung des Wohlstandes auf der Erde, Hass auf Minderheiten, Terrorismus, all das ist aus dem Blick geraten, aber es ist nicht weg. Die Erkenntnisse, der Diskussionsstand hier, die Gedanken und die Fortschritte bei all diesen Themen sind überlagert und hier muss ein erster Weckruf erfolgen, manche meinen derartig wichtige Menschheitsthemen im Gefolge der erwarteten Weltwirtschaftskrise, gleich abräumen zu können. Die Diskussion über die Klimaziele dieses Jahres zeigte es bereits öffentlich mit erschreckender Deutlichkeit.  
Und das Hauen und Stechen wird beginnen, wenn es um die Bezahlung unserer Rettungsschirme geht, was ist dann noch in den öffentlichen Kassen für Klimaschutz und Radwegeprogramm, für Fair Tradebeschaffung und sauberes Trinkwasser für alle übrig? Und wie lösen wir den Schulbetrieb und die Kindergartenversorgung…
Corona geht, aber die Probleme bleiben und manche lassen sich vielleicht zusammen mit Coronathemen lösen. Die Verantwortung für sauberes fließendes Wasser damit in den Häusern der Armen des Südens Hygienemaßnahmen greifen können. Das schützte uns, vor einer Wiederkehr der Pandemie und das schützt die Menschen dort ein wenig besser vor Ansteckung.
Oder die Veränderung im Reiseverhalten, solch einen blauen Himmel gibt es selten und vielleicht ist es eine der Stellschrauben, daß es bei uns wieder regnet.
Oder die Absagen von all den Events, die so schön und so gut sind und unsere Zeit manchmal von dem ablenkt, was vor unserer Haustüre liegt und nach Corona kennt jeder jede Ecke seines Gartens und weiß ihn zu schätzen….
Und die Frage nach dem Wert des Menschen? Was ist ein Menschenleben wert in Deutschland auf der Intensivstation, in Frankreich und Italien in England und Brasilien, von Kenia und Tansania wage ich nicht mal mehr zu schreiben… Wir lernen den Wert eines Menschenlebens und der ist für alle Menschen gleich. Das wird uns noch lange beschäftigen….
Sie merken es, der Themen gibt es viele und es sind keine unbekannten Themen. Man kann sie mit Corona verknüpfen und was noch viel wichtiger ist, man kann sie in der Coronapause auch miteinander besprechen und damit vielleicht auch lösen.
Meint Ihr Jörn Künne

 

Donnerstag, 16. April 2020

Eilmeldung:
Es ist noch nicht vorbei! Gottesdienste, Chöre, Feste und Feiern, Gruppen und Kreise bleiben nach wie vor verboten. Näheres und unser weiterer Spielraum folgt in den nächsten Ausgaben unseres Coronatagebuches.

Die gute Nachricht:
Unsere Krankenhäuser haben noch Kapazitäten. Und das nicht nur für Menschen mit Corona, sondern eben auch für viele viele bereits vorher bekannte Krankheiten. Und auch wenn alles in den Krankenhäusern der Region auf Corona vorbereitet ist, Herzinfarkte, kleine oder größere Schlaganfälle, Brüche und vermutete Krebserkrankungen, all das und noch viel mehr wird in der gewohnten Qualität in unseren Krankenhäusern behandelt und es gilt nach wie vor: Lieber einmal zu viel nachgefragt, als die Folgen eines Schlaganfalles, lebenslang mit sich herumtragen. Aber natürlich gilt zuallererst: Bleiben Sie gesund!

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Unser Telefonanbieter hat uns jetzt in der Zeit der Kontaktbeschränkungen das Angebot gemacht in dieser Zeit kostenlos einen Streaming-Dienst zu nutzen. Wir haben jetzt Zugriff auf einige hundert Spielfilme und Serien. Das haben wir über Ostern reichlich genutzt. Abends gab es großes Kino mit den Superhelden-Filmen: Superman, Ironman, Batman, Hulk und wie sie alle heißen. Die Stadt, die Welt, die Menschheit ist bedroht durch eine Geheimorganisation, einen verrückten Wissenschaftler, eine außerirdische Bedrohung gegen die der Superheld ankämpft. Und nach viel Zack, Bumm, Krach und vielen Kämpfen siegt das Gute über das Böse.
Von einer ähnlichen Situation erzählt H.G. Wells in seinem Buch „The War Of The Worlds / Krieg der Welten“. Marsianer greifen das England des neunzehnten Jahrhunderts an. In diesem Buch sind es keine Superhelden, die die außerirdische Bedrohung aufhalten, sondern kleine unsichtbare Bakterien, die das Immunsystem der Marsianer angreifen und zerstören.
Es ist schon komisch, wir haben große StarWars-Projekte und Abwehrschirme gegen die scheinbar riesige Bedrohung aus West oder Nord, Süd oder Ost, oder aus dem All, und vergessen dabei die alltägliche Bedrohung durch die kleinsten Angreifer Bakterien und Viren, die unsere Welt genauso lahmlegen. Wir stecken Milliarden in unsere militärische Verteidigung und vernachlässigen dabei unser Gesundheitssystem, unsere physische und psychische Gesundheit.
Jesus Christus fragt: Was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und Schaden zu nehmen an seiner Seele? (Markusevangelium 8,36)

Wie soll es nach Corona weitergehen:
Fünf Wünsche für die Zeit nach Corona wurden bei verschiedensten Menschen in Kirche, Politik, Gesellschaft angefragt. Heute nun die Wünsche und Anregungen von Bruder Wolfgang aus dem Kloster Münster Schwarzach.
Bruder Wolfgang Sigler ist Mönch der Benediktinerabtei Münsterschwarzach. Der gebürtige Regensburger ist seit 2015 Teil der Mönchsgemeinschaft. Zurzeit studiert er Theologie am Kolleg St. Benedikt in Salzburg. Zudem engagiert sich der 32-Jährige in der Jugendarbeit der Abtei „Junges Münsterschwarzach“. Foto © Julia Martin / Abtei Münsterschwarzach

Für die Zeit nach Corona wünsche ich mir, dass sich unsere Kinder erinnern werden.
Zwar daran, wie sie sich eingesperrt fühlten und nicht zu ihren Freunden zum Spielen durften. Wie Mama weinte und Papa ratlos daneben stand. Wahrscheinlich nicht an die Beerdigung von Tante Anni aus dem ersten Stock. Da durften sie nicht hin.
Aber auch daran, wie sie am Balkon standen, mit den anderen lauthals und herrlich falsch mitsangen und klatschten. An das Osternest, dessen Überbringer sie wieder nicht erwischten, weil er schon zwei Treppen weiter war, nachdem es an der Tür geklingelt hatte. An die Kerze, die sie jeden Abend ans Fenster stellten.
Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass danach alles anders werden wird. Schnell werden unsere alten Raster wieder einrasten. Umso mehr kommt es darauf an, dass wir uns erinnern, worauf es ankam. Auf die Menschen, die durchhielten und halfen, obwohl man es von ihnen nicht hätte einfordern können. Auf den Moment, da wir unsere Alten wieder in die Arme schließen und feste drücken konnten. Und an diese Stimmung, als man endlich wieder raus durfte und alle, die man im Park traf, einem zulächelten.
Warum auch immer Gott das so gefällt: Ostern geht zuerst den Kreuzweg, und wir gehen mit. Das Todesdunkel wird aber immer durchbrochen werden vom Licht, und sei es noch so klein. Mitten im Tod ist das Leben. Selbst die Nacht strahlt vor Gott wie der Tag. Darauf kommt es an.


Aus dem Gemeindeleben:
-Am Sonntag wäre die erste Konfirmation gewesen, wir denken an die Jugendlichen, die an diesem Sonntag konfirmiert hätten. Ein kleiner Gruß der Kirchengemeinde erreicht die verhinderten Konfirmandinnen und Konfirmanden und wir hoffen auf ein Nachholen der Konfirmationen im Sommer und im Herbst.
-Inzwischen haben auch die goldenen Konfirmandinnen und Konfirmanden ihren Jubiläumsgottesdienst abgesagt, denn für derartige Veranstaltungen gibt es zur Zeit keine Planungssicherheit.
-Es wird auch einen Kirchenboten Mai geben. Fertig geschrieben und mit einer Reihe von Erfahrungsberichten aus der Coronazeit versehen, wird er gerade gedruckt.
-Am Freitag gegen 10 Uhr spielt Michael Bauer wieder an der Orgel der St. Laurentiuskirche  und weil die Türen offenstehen kann es jeder, der auf dem Friedhof Sport betreibt auch hören und miterleben.
-Unsere Kirche-österlich geschmückt - lädt weiter zu stillem Gebet und Nachdenken über Gott und die Welt ein. Sie ist von 8-20 Uhr jeden Tag geöffnet.
-Am Sonntag spielt Stephen Jenkins vom Kirchturm. Für Muttertag, oder Pfingsten ist dann je nach Coronalage wieder eine gemeinsame Aktion mit allen Musikerinnen und Musikern, die sich beteiligen wollen eine Welle der Hoffnung geplant.

Neu! Neu! Das Coronatagebuch ist ab Freitag auch als Printausgabe erhältlich.
Gerade weil viele ältere Menschen unser Coronatagebuch nicht aus dem Internet lesen können, wird es in Zukunft ab Freitag eine gedruckte Sammelausgabe der vorhergehenden Woche geben. Diese liegt aus bei Blumen Fröschel und in der Laurentiuskirche. Dort kann sie beim Wochenendeinkauf mitgenommen werden. Machen Sie der älteren Generation damit eine große Freude und bringen Sie ihnen das Coronatagebuch mit.

Kindertipp: Zaubersand - kinetischen Sand selbst machen
Um Zaubersand selber zu machen, braucht ihr nur zwei Zutaten: Mehl und Öl. Wie ihr den Sand herstellen und damit basteln könnt, findet ihr hier bei geolino erklärt. Zaubersand ist eine tolle Möglichkeit, um auch drinnen mit Sand spielen zu können. Besonders praktisch: Zaubersand klebt nicht und hinterlässt somit keine Spuren.
Außerdem kann mit Zaubersand noch leichter geformt werden als mit normalem Sand, da er länger die Form hält und nicht so schnell zerfällt.
Ein weiterer Pluspunkt: Der Zaubersand kann nach Lust und Laune verändert werden. Wer bunten Sand möchte, fügt einfach etwas Lebensmittelfarbe hinzu und wer sich glitzernden Zaubersand wünscht, mischt bei der Herstellung einfach etwas Glitzerpulver unter. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Wenn der Zaubersand nach dem Spielen abgedeckt aufbewahrt wird, kann man ihn mehrere Tage lang verwenden.Viel Spaß beim Zubereiten und spielen.

Der Coronakommentar: Mitmenschlichkeit lohnt
Alle Regierenden hat Corona überrascht, aber in dieser Herausforderung zeigt sich, wer auf der Seite seiner Mitmenschen steht und Leben rettet und für den nicht nur Macht, Geld, Einfluss zählt. Viele Regierungen haben in der Krise ihr wahres hässliches Gesicht gezeigt. Und sie gehören meist einer Sorte von Regierungen an. Die aber sollen gewarnt sein, Hochmut kommt vor dem Fall.

Die Coronakrise offenbart den wahren Charakter von Menschen. Das gilt im Kleinen wie im Großen. Hamsterkäufe von Toilettenpapier auf der einen Seite, aber auch unglaubliche Disziplin von 80 Millionen Deutschen, die sich an Kontaktverbote und Ausgangsbeschränkungen halten, damit Kranke und Alte, immerhin rund ein Drittel der Bevölkerung geschützt werden und wie es scheint, es wirkt.  Und natürlich sind da die Rücksichts- und Bedenkenlosen immer noch unterwegs, aber wie gesagt Corona holt das Beste und das schlechteste aus uns Menschen heraus, wie es der Bundespräsident ganz zu Anfang gesagt hatte.
Was das heißt wird in einer weltweiten Groteske, in einer homerischen Tragödie gespielt. Wie verantwortungsvoll reagieren die Mächtigen der Welt und was sind ihre wahren Bestrebungen. Und auch wenn unser Europa und die EU nicht immer glücklich agieren, das gibt es eben nicht, dass man innerhalb von zwei Stunden eine Ausgangssperre verhängt und sich dann über überfüllte Geschäfte und Straßen beschwert. Abstand statt Kontakt wird so unmöglich gemacht. (Türkei) Oder man schließt die Wirtschaft und Abermillionen arbeitslose Wanderarbeiter versuchen in überfüllten Zügen zu fliehen. (Indien) Oder man erklärt das Wort Corona für verboten und für eine Erfindung des Westens und damit gibt es keine Pandemie (Weißrussland) Oder das oberste Gericht verbietet dem Präsidenten das Virus zu leugnen. (Brasilien) Oder und da stockte es bei mir endgültig: Da erklärt ein Präsident, dass der Tod von nur 100.000, oder 200.000 Menschen schon ein Sieg gegen die Pandemie wäre….  (Amerika, das Land in dem im blutigen Vietnamkrieg  innerhalb von 15 Jahren 58.000 Soldaten starben…)
Dazu wird gelogen, vertuscht, gefälscht, oder wie es in Russland geschieht, die Verantwortung auf die nächste Ebene verlagert….
Im tiefsten Mittelalter handelten Landesherren oftmals vernünftiger und ihrer Bevölkerung dienlicher, als es heute im Zeitalter des Computers geschieht. Es ist erschreckend, wer alles seine Maske fallen ließ und wer alles menschenverachtend sprach und spricht, wer alles Aufklärung und Informationen steuerte und dabei log, leugnete, verzögerte, angebliche Macht demonstrierte, Machtkämpfe austrug und dabei dafür sorgte, dass es noch weit mehr Tote gab und schwere Fälle dazu.
In der Krise lernten die eigenen Bevölkerungen, das wahre Gesicht ihrer Regierungen kennen und wieviel ihnen ein Menschenleben, auch das Leben eines Schwächeren wert ist. Und das Gedächtnis der Menschheit ist lang. Das nur all denen zur Warnung, die meinen sie seien Gottgesandt in ihrer Position und das Elend der Anderen ist ihnen gleich.  In der Geschichte der Menschheit war der Hochmut von Menschen und die Verachtung der Schwachen immer der erste Schritt in den Untergang. Und das gilt auch für diese Krise und ihre Folgen. Meint ihr Jörn Künne

 

Mittwoch, den 15. April 2020

Die gute Nachricht:
Heute entscheidet es sich, wie wird es weitergehen mit den Bewegungsbeschränkungen? Wie wird es weitergehen mit den Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Und am Exit wird hin und hergezogen. Die gute Nachricht daran ist, man kann darüber schon ernsthaft reden, es kommt eine andere Zeit, aber das Virus ist nicht fort, das wissen wir alle und es wird wellenförmig wieder kommen, solange es keinen Impfstoff geben wird. Aber man kann guten Gewissens über einen Ausstieg aus dem Katastrophenszenario nachdenken und das allein macht Mut. 

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker: Notre Dame - ein Jahr nach dem Brand
Vor einem Jahr war die Welt noch in Ordnung. Am Abend des 15. April 2019 brach in der Pariser Kathedrale Notre Dame ein Feuer aus. Am Morgen war der Dachstuhl abgebrannt und die Kirche nichtmehr betretbar. In einem Frankreich in dem die christlichen Kirchen kaum noch gesellschaftliches Gewicht haben, wird es für die meisten Menschen nicht die Zerstörung des geistlichen Mittelpunkts ihrer Gemeinde gewesen sein, sondern ein Bauwerk ist abgebrannt, das von der nationalen Geschichte erzählt.
Man kann auch in anderen Kirchen Ostern feiern. Und trotzdem mir fehlte es in den alten vertrauten Formen die Auferstehung Jesus Christi zu feiern. Aber andererseits entdeckte ich in der OsterKlangWelle in Roßtal, in Onlinegottesdiensten ganz andere Formen wie die Botschaft von der Auferstehung Christi in unserem Leben deutlich werden kann.
Vielleicht muss manchmal etwas Altes abgebrochen werden, damit Neues wachsen kann.
Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! (Offenbarung 21,5)

Aus dem Gemeindeleben:
-Michael Bauer spielt heute um 10 Uhr wieder auf der Orgel der Laurentiuskirche Roßtal
-Unsere Kirche ist offen – und das soll auch so bleiben. Jeden Tag von 8-20 Uhr ist ST. Laurentius geöffnet. Zeit zum Nachdenken, zum Kerze anzünden, zum Gebet, zur Stille, zum Spüren der Glaubenskraft in Krypta und Kirche.
-Das Coronatagebuch zum Weitergeben. Viele Seniorinnen und Senioren, die zurzeit allein daheim sind, haben kein Internet und keine Möglichkeit unser Coronatagebuch zu lesen. Aber vielleicht können Sie als Leserinnen und Leser Artikel und Inhalte herunterladen und ausdrucken? Damit die ältere Generation auch sieht und merkt wir denken an Sie und sie sind nicht allein.

Die neue Kolumne: Ein Leben nach Corona
In loser Reihenfolge sollen an dieser Stelle Wünsche für die Zeit nach Corona zu finden sein. Ideen, Anregungen von Menschen, die Verantwortung tragen, von engagierten Gemeindegliedern, Promis in Landkreis und Kirche werden hier fünf Themen, fünf Wünsche für die Zukunft nach Corona formulieren, getreu des Auftrages unseres Bundespräsidenten, es liegt an uns was wir aus Corona lernen und wie wir unser Land danach verändern. Den Beginn dieser Zukunftswünsche schreibt Thomas Rucker.

Fünf Wünsche nach Corona oder was mir in der Zeit der Ausgangsbeschränkung bisher wichtig geworden ist.
Wie bringen wir das Wirtschaftssystem nach dem Lockdown wieder in Gang? Diese Frage wird immer lauter diskutiert. Wie wird meine Leben nach Corona aussehen, wird alles wieder so wie vorher oder gibt es Dinge, die ich in der Zeit des LockDowns erlebt habe, die auch danach noch Auswirkungen haben?
1. Kontakt halten
Jetzt in der Zeit der Kontaktsperre treffe ich mich fast täglich im Internet mit Menschen, die ich sonst vielleicht einmal im Jahr für ein verlängertes Wochenende persönlich treffe. Ich schreibe Verwandten und Freunden kurze E-Mails oder telefoniere und erzähle wie es uns geht. Ich möchte diese Kontakte behalten.
2. Die Alten ehren
Im Februar haben wir den neunzigsten Geburtstag meines Vaters gefeiert. Alle Kinder, Enkel, Nichten und Neffen waren da. Jetzt in der Zeit der Kontaktbeschränkungen erzählen meine Eltern, dass die Verwandtschaft immer wieder bei ihnen anruft. Meine Eltern sind die Letzten ihrer Generation in unserer Familie. Meine Cousinen und Cousins haben erlebt, wie das ist wenn die Eltern nicht mehr da sind. Es ist weniger das Wissen und die Erfahrung, als vielmehr die Liebe, die sie uns gegeben haben, die die Generation unserer Eltern, Tanten und Onkels für uns so wichtig und wertvoll macht. Das 4. Gebot (nach lutherischer Zählung) wird mir immer wichtiger.
3. Was ist systemrelevant?
So viele Dinge haben immer Aufmerksamkeit gefordert und erklärt, dass sie sofort und dringend notwendig sind. Jetzt wo vieles nicht möglich ist, merke ich wir können auch ohne das leben. Auto fahren, Flugreisen, industrielle Produktion, es ist still gelegt. In manchen Zeitungsartikeln wird sogar vermutet, dass die BRD ihre Klimaziele für 2020 einhalten kann, wegen dem ShutDown im Frühjahr. 
Wenn dem wirklich so ist, oder wenn dem nur annähernd so ist, könnten wir dem Klimawandel aufhalten, wenn wir unseren Lebensstil radikal ändern? Die CoronaKrise zeigt: wir können uns einschränken.
4. Zeit haben
Ein Freund von mir ist im Homeoffice und Kurzarbeit und postet auf Facebook, womit er seine Zeit ausfüllt. Er bäckt Brot, macht Käse und Bratwürste. Andere erzählen von Bücher, die sie lesen oder posten Bilder von Dingen, die sie gebaut haben. Wir haben Zeit für manches, das auch wichtig ist. Ich genieße die 38,5 Stunden Woche und den Familien Sonntag. Wenn das jetzt geht, warum soll das danach nicht auch möglich sein?
5. Ein großes Fest
Wenn wir wieder zusammen kommen dürfen, dann werden wir mit all unseren Freunden ein großes Fest im Garten feiern. Wir werden die Bratwürste meines Freunds grillen, den Käse und das Brot probieren, und all die leckeren Kuchen, von denen wir nur Bilder gesehen haben. Wir werden uns gegenseitig zeigen und vorführen, was wir in den letzten Wochen gebaut haben, aus den Bücher vorlesen, die uns wichtig geworden sind, vielleicht auch miteinander Musik machen auf den Instrumenten, die so lange vernachlässigt in der Ecke lagen. Ich werde bis zur letzten Flasche Wein aus dem Keller holen und wenn es sein muss noch nachts zur Tankstelle gehen und Nachschub besorgen. Und wir werden uns besoffen von Liebe und Freundschaft in den Armen liegen.


Der praktische Tipp: Hefe selbst herstellen  
½ Würfel Hefe
100 ml lauwarmes Wasser
100 g Mehl
1 EL Zucker
Falls der halbe Hefewürfel nicht vorhanden ist, geht es auch mit lauwarmen Hefeweizenbier statt Wasser. Alles vermengen und über Nacht stehen lassen. Eine Hälfte verwendet man zum Backen (ca. 1 Würfel Hefe) und die zweite Hälfte kann man erstmal in den Kühlschrank stellen und später wieder mit Wasser, Mehl und Zucker füttern. So ist jetzt immer Hefe im Haus.

Sterben in Zeiten von Corona:
Sprich darüber, sonst entscheiden andere über dich! Das ist nicht nur das Gebot der Stunde, wenn man in diesen Zeiten über ein gutes Lebensende nachdenken will.
Denn der Tod in Form von Massengräbern in New York, oder in Kühllastern vor Kliniken, oder in Form von Bodypacks, vor chinesischen Kliniken ist uns auf den Bildschirmen sehr nahe gerückt. Dazu die horrenden Zahlen des Sterbens von Menschen durch das Virus und die bedrückenden Erfahrungen aus all den Ländern, die den Bevölkerungsschutz und ihr Gesundheitswesen privatisiert hatten und die Herausforderungen nicht ernst genug nahmen. Das Sterben findet auf dem Bildschirm statt, oder in fremden Ländern. Bis jetzt kommt Deutschland ganz gut durch die Krise aber der Tod und seine Bilder kommen doch in die Wohnzimmer.
Dabei ist das Sterben immer schon gegenwärtig. Immer schon wird gestorben und im Ort Roßtal, gibt es von echten Roßtalern, das Altenheim muss etwas herausgerechnet werden ,auf unseren Friedhöfen rund 100-120 Trauerfeiern und Beerdigungen. Etwas mehr als 1,5 Prozent unserer Bevölkerung stirbt jedes Jahr. Trauer und Schmerz gehören immer dazu und Krankheiten und hohes Alter auch. Und bei jedem Menschen stellt sich die Frage, wie gelingt ein gutes Sterben?
Wir haben inzwischen einen hohen Standard für ein, wenn man so will, gelingendes Sterben und das ist gut so. Hausaufgaben machen, nannte es die frühere Leitung der Diakoniestation, das muss zu Lebzeiten und in vollem Bewusstsein gemacht werden und wo das geschehen ist, herrschte leichter Frieden. Als Familie wissen was noch getan werden soll, und wie die Patientenverfügung aussieht, viele haben sie daheim ausgefüllt. Ärzte und Krankenhaus sprechen offen über das Sterben und haben eigene Ethikstandards für das Sterben entwickelt.  Und es gilt:  immer dann wenn man vorher gut darüber gesprochen hat, dann können Menschen leichter sterben.  Umso schlimmer, dass Corona hier allen palliativen Standards spottet.  Und die Bilder aus den überfüllten Intensivstationen haben sich tief eingeprägt.  Corona auf der Intensivstation sorgt vielfach für palliative Desaster. Niemand soll ersticken müssen und niemand soll Schmerzen leiden, dieser Grundsatz gilt, aber es gilt auch die Frage, können wir den Tod zulassen, bei Menschen 85 Jahre alt, vielleicht dementiell verändert und der Alterskrebs wartet auf seine Chance.  Daheim sterben wollen, wie bei einer normalen Herzschwäche und dann doch an die Beatmung gehängt…. Was will ich, wie gestalte ich mein Sterben? Das gilt es immer zu klären, egal ob mit Corona oder ohne. Und es geht nur wenn man darüber spricht und es geht nur gut, wenn vorher Kinder und Partner informiert sind, wenn es Unterschriften gibt, wenn klar gesprochen wird, wie soll mein Sterben geschehen, und auch wer darf dann auch mit Schutzkleidung dabei sein… Corona macht die Diskussion nicht einfacher und vielleicht verlieren wir bereits erarbeitete Standards, aber daheim sterben zu dürfen, Schmerzfrei und nach Erledigung aller Hausaufgaben, das bleibt ein Menschenrecht auch jetzt in der Pandemie und wenn darüber gesprochen wurde, wie es sein soll, dann gibt es auch in Corona Zeiten ein Sterben, das Begleitung bis zu Letzt und einen guten Abschied ermöglichen kann. Darüber muss geredet werden in der Familie, mit den eigenen Ärzten und auch mit den Ärzten in Kliniken und in Notarztwägen. Darum suchen Sie das Gespräch mit Ihrer älteren Generation und klären sie es für sich selber meint ihr Jörn Künne

Kinder- und Familientipp: Rätselspaß
Was ist im Bild auf dem Post-it-Zettel zu sehen? Dieses Bilderrätsel und unendlich viele Rätsel für Klein und Groß sind auf der Website von Raetseldino.de zu finden. Von Labyrinth-, Punkt-zu-Punkt-, Kreuzwort-Rätseln, über Detektivspiele, Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsstufen bis hin zu Rätselgeschichten reicht die Auswahl.
Übrigens auf dem Post ist ist eine Spinne beim Handstand zu sehen ;-)

Dienstag, 14. April 2020

Die gute Nachricht:  
erstmals mehr Geheilte als Infizierte!
Vielleicht weil es Ostern war, ganz sicher auch weil sich sehr viele an die Ausgangsbeschränkungen halten und die meisten Menschen mehr als 1, 5 Meter von anderen getrennt stehen, haben sich die Zahlen gedreht und mehr als die Hälfte derer, die positiv auf Corona getestet worden sind; sind inzwischen wieder gesundet. Über 60.000 Menschen haben Corona in Deutschland schon hinter sich und haben hoffentlich jetzt einen Immunschutz. Den knapp 60.000 Erkrankten wünschen wir gute Besserung und einen guten Heilungsverlauf.

Denkanstoß von Thomas Rucker:
Vor über 44 Jahren am 11. April 1976 wurde ich konfirmiert. Damals hat mir mein Pfarrer einen Konfirmationsspruch mit auf dem Weg gegeben, den ich lange Zeit nicht verstanden habe: Jesus Christus spricht: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Johannesevangelium 16,33)
Erzähle einen pubertierenden Jüngling von 14 Jahren dass er Angst hat. Dieser Konfirmationsspruch war einzigartig.
Keine der anderen 89 Konfirmandinnen und Konfirmanden hat diesen Spruch sonst bekommen, obwohl etliche Sprüche mehrmals vergeben wurden. In den Jahren meiner pastoralen Tätigkeit ist er mir nur zwei weitere Male als Konfirmationsspruch begegnet. Einmal vor vielen Jahren bei einer Beerdigung und jetzt in diesem Jahr wurde er von einem meiner Konfirmanden gewählt.
So sehr ich mich damals verwundert habe, ist er mir in den letzten Jahren zum Trost und Mut-mach-Spruch geworden. Vielleicht auch in der Version wie er viele Jahre in der Michaels Kapelle auf den Schwanberg an der Wand hing.
„Seid ohne Furcht, wenn eines Tages die Kraft der Atome (heute müsste man sagen: der unsichtbar kleinen Viren) den kreisenden Erdball zersprengen sollte, dann wird sie doch nicht sein gegen jene Gewalt, die den Stein vom Grabe hinwegwälzte.
Christus hat einmal den Tod besiegt, alles Grauen währt nur bis zum dritten Tag und jede Vernichtung ist eingeschlossen in seine und unsere Auferstehung.

Aus dem Gemeindeleben: Rückblicke
Ostern ohne Gottesdienst Teil 1
Fernsehgottesdienste waren das Angebot der Stunde  und viele sahen die gut durchdachten Gottesdienste rund um Ostern aus ebenfalls leeren Kirchen. (Bitte beachten Sie die Rundfunk und Fernsehtipps, die auch hier regelmäßig erscheinen)
Ostern ohne Gottesdienst Teil 2
Das einsame Trompetenspiel von Pfarrer Thomas Rucker und die  Lesung der Auferstehungsgeschichte auf den Friedhöfen in Roßtal, Buchschwabach und Großweismannsdorf war ähnlich überwältigend, wie der Sonnenaufgang der die bunten Glasfenster in St. Laurentius von Rot, über Gelb ins gewohnte Blau verwandelte.
Ostern ohne Gottesdienst Teil 3
Die geöffneten Kirchen waren der Hauptanziehungspunkt für Spaziergängerinnen und Spaziergänger am Sonntag und dass in den meisten unserer Kirchen das Osterlicht brannte und als Zeichen der Hoffnung nach Hause getragen werden konnte empfanden viele als sehr tröstend.
Ostern ohne Gottesdienst Teil 4
War nicht zu überhören, denn Posaunenchor, Musikzug, Musikschule und Musikerinnen und Musiker, die sich bei Stephen Jenkins dem Posaunenchorleiter gemeldet hatten, spielten quer durch den Ort eine Welle der Hoffnung und verkündeten musikalisch die Osterbotschaft: Der Herr ist auferstanden Gott lässt das Leben gewinnen.  Nebenbei beteiligten sie sich am deutschlandweiten Flashmob: Christ ist erstanden, der vom hannoverschen Posaunenchorverband angeregt worden war und die Kirchenglocken stimmten um 12 Uhr ins Läuten aller evangelischen Glocken lautstark mit ein.
Und nun die Frage an Sie, was haben Sie an Ostern erlebt, was haben Sie gemeinsam gestaltet? Schreiben Sie uns, Sie und Ostern sind uns nämlich wichtig und gute Ideen werden hier gerne veröffentlicht. 

Corona und die Kinder:
Die Kinder verdienen ein ganz besonderes Lob in dieser Zeit, denn sie halten sich nicht nur tapfer, sondern sie lernen mit ihren Eltern Werte fürs ganze Leben :
„Ich liebe alle Menschen, nur die Corona, die mag ich nicht.“ So die dreijährige Tochter unserer Sekretärin. Wahrheit aus Kindermund… und fast fünf Wochen nach Schließung der Schulen und Kindertagesstätten. Was das mit Kindern macht? Wie Kinder auf diese Zeit reagieren werden, was sie langfristig bewegen wird? Ob es Spätfolgen haben wird. Ob mehr Kinder Helden des Alltags werden wollen, Krankenschwestern und Ärzte, Supermarktkassiererinnen, oder Polizisten? Dass geholfen werden kann, tut nicht nur der Kinderseele gut und prägt vielleicht den einen oder anderen Berufswunsch. Gut das ist Zukunftsmusik, aber die radikale Änderung eines Kinderlebens, der ganze Tag anders und den ganzen Tag daheim. Ein Trainingsfeld für Konflikte einerseits, aber auch das Miterleben von Gemeinschaft in der Familie und dass alle viel mehr Zeit füreinander haben und klar was folgt daraus kurzfristig, welche Vorbilder waren und sind wir für unsere Kinder. Und wie soll das in Zukunft auch sein, dann wenn die doofe Corona endlich fort ist.
Wie sieht es dann mit dem Kinder- und dem Familienleben aus? So wie vorher wird es nicht so schnell und Feste und Events werden wohl erst einmal weiter ausfallen. Wie schaut dann unsere Primetime mit Kindern aus? Welche Positiven Anregungen nehmen Kinder, nehmen wir als Familien mit aus dieser Zeit.
Da ist auch die große Rücksichtnahme auf Ältere. Und jeder der seinem Kind erklären musste, warum es den Opa nicht besuchen darf, prägt das Denken seines Kindes und vermittelt ihm Werte. Den Wert, zum Beispiel, dass auf die Schwachen Rücksicht zu nehmen ist, oder den Wert, dass man manche Situationen nur gemeinsam lösen kann, dass um anderer Menschenleben zu schützen, jetzt keine Zeit für Kinderturnen, Babyschwimmen und Kasperletheater ist. Wer mit seinen Kindern redet, der erklärt welche Werte stecken dahinter, warum geschieht das und ja das prägt die Kinder. Und hier offenbart die Krise auch eine Chance und Möglichkeit, denn Kinder lernen immer und am liebsten aus Erfahrung und Corona zeigt uns, es zählt noch anderes, als einen Kindertermin nach dem anderen wahrzunehmen oder immer besser, schneller toller zu sein. 
Das alles gilt es zu bewahren  das alles gilt es zu thematisieren immer wieder und dafür dürfen alle Kinder besonders gelobt werden und vielleicht haben Sie eine gute Idee, wie sie Ihre Kinder loben und beschenken können, denn ganz ehrlich ihr Kinder macht das richtig gut und ja auch das keiner von uns mag den Virus Corona. 

Osterpost aus Tansania:
Dear Künne,
It is Good Friday, we celebrate the love of God and the sacrifices he made for us. We remind ourselves that Jesus Christ took our sins, shame and burdens to the cross we exchanged places. We were supposed to go through all what he went through, every one of us. Every one of us needed to carry his/her Cross, not only a few of us, all of us, Romans 3: 23 " For all have sinned and fall short of the Glory of God". We remind ourselves that we are forgiven and IT IS FINISHED, also we are very much loved by God, all of us in the same way but in his way.
Although I forget now and then, this is where I learn that I am nobody to judge or hate others. That we are equal despite all the differences. Also, this is where I learn that I am here to give love without expecting returns, because from Jesus, I have already received the love to take me through my entire life, Oh Lord help me to always remember that this love is sufficient. This is where I learn to forgive, because I was forgiven before asking and my forgiven sins were many and terrible than the few others committed against me, I took 1,000,000,000 from someone and I was forgiven, I must be very stupid not to forgive someone who took 10 from me. Am I his true follower? Am I committed to his cause? Sometimes I try, sometimes I forget and be completely the opposite but he remains merciful and loving to forgive and give our relationship a fresh start every second.
Jesus dedicated this day to the oppressed, discriminated, stigmatized, to the Gender-Based Violence survivors, to the people living with life-limiting illnesses including Corona victims, to the Orphans and Vulnerable Children, people with different disabilities, to those who lost their loved ones, to those who are going through a divorce and all kinds of challenges in their relationships and families, to those who think they don't matter, because we told them so, to the worried young parents, adolescents and youth who are going through different challenges, those in the edge of losing their businesses and power, he dedicated this day to you.
Have faith in the work Christ did on the Cross, have faith in his unconditional love and great plans for you. He lived your life before you and everything you are going through is known to him. Call upon his miraculous name and even if everything around you spread negativity, please know for sure that he is powerful than your fears and challenges.
While praying, let's continue to take all the necessary precautions.
Stay safe and healthy.
Fadhili

Basteltipp:
Hast ihr leere Klopapierrollen Zuhause? Wenn ja, haben wir hier einen tollen Link zu Bastelanleitungen für Euch.
Von Murmelbahn, Stiftehalter, fliegenden Fischen, Einhorn, schnellen Flitzern, bis hin zu Robotern reicht die Aleitungsvielfalt.

 


Sonntag, den 12. April 2020

Der Herr ist auferstanden- er ist wahrhaftig auferstanden. Frohe Ostern trotz allem und mit dem uns leider gestohlenen Auferstehungsbild wünschen wir allen fröhliche und gesunde Ostern.

Ostern in Bildern: Die Botschaft von Jesu Auferstehung Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich. Markus 16,  1-8 

Ostern macht Mut: Ein Exklusivgruß der Regionalbischöfe für unser Coronatagebuch
Liebe Schwestern und Brüder in Roßtal,
„Hoffen auf Ostern“ oder „Kehrt Ostern das Leben zurück?“
so oder so ähnlich konnte man es in den letzten Tagen immer wieder als Überschrift in den Medien lesen. Die Corona-Pandemie ist das alles bestimmende Thema und viele hatten die Hoffnung, dass nach Ostern die notwendigen Beschränkungen unseres Alltags gelockert werden. Heute wissen wir: Nein! Ostern kehrt das Leben nicht zurück!
 „Dieses verdammte Virus muss doch endlich zu besiegen sein“, denken viele. Wie lange das dauert, weiß im Augenblick noch niemand. Mit Händen zu greifen ist aber, dass sich Corona wie ein Schatten über die Welt gelegt hat. Und die Zahl der Toten wird weiter steigen.
„Kehrt Ostern das Leben zurück?“ Ja! Auch wenn wir nicht zu unseren Eltern und Großeltern reisen dürfen, auch wenn wir unsere Kinder und Enkel bestenfalls am Handy oder Laptop sehen werden, auch wenn viele das beängstigende Gefühl haben, ich weiß nicht mehr weiter: Ostern ist in der Welt! Seit fast 2.000 Jahren. Seit dem Tod die Macht über den gekreuzigten Christus genommen wurde. Seit damals ist die Botschaft von Ostern in der Welt. Am Grab wurde den verzweifelt trauernden Frauen klar: „Sucht ihr Jesus, den Gekreuzigten? Er ist nicht hier, er ist auferweckt worden!“ Ein Engel raunt es ihnen liebevoll in die Seele. Gott lässt dem Tod nicht das letzte Wort über seinen Sohn, über keinen Menschen! Das kann niemand beweisen. Es ist wie mit einem Versprechen für die Zukunft. Erst am Ende können wir sicher sein. Und trotzdem haben so viele Menschen darauf vertraut, dass es gilt: „Ich lebe und ihr sollt auch leben!“ Mit diesem Vertrauen wurde die Geschichte des Christentums geschrieben. In diesem Vertrauen wurden und werden viele Leben gelebt, gewannen und gewinnen viele eine neue Dimension, eine Ahnung vom Ziel und vom Sinn des Ganzen. 
Ostern ist das Fest, an dem wir Christen den Triumph des Lebens über den Tod feiern. Jesus Christus ist auferstanden von den Toten und hat damit allen, die es glauben können, das ewige Leben geschenkt.

Leicht zu glauben ist das nicht, wenn einem die Angst vor einem tödlichen Virus die Kehle zuschnürt oder wenn die Grundlage der eigenen Existenz wegbricht. Für uns beide bedeutet Ostern aber auch: Mit Gott müssen wir in unserem Leid nicht stehen bleiben, der Weg Gottes mit uns geht weiter. Wir können wieder aufstehen, uns aufmachen und weitergehen.
Uns allen gilt dieses besondere Angebot: „Ich lass dich nicht fallen und ich verlasse dich nicht! Trau dich, wag es, mir zu vertrauen.“ Bei allem, was uns jetzt verunsichert und ängstigen kann, dürfen wir dann wissen: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und Besonnenheit“. So steht es in der Bibel.
Kraft, Liebe und Besonnenheit, das wünschen wir Ihnen, für Sie selbst und für den Umgang miteinander. So könnten wir uns gegenseitig zeigen, dass am Ende das Leben das letzte Wort hat.
In diesen Tagen fühlen wir uns besonders allen Menschen nah, die in Ängsten leben: Angst um die Gesundheit eines lieben Menschen oder um die eigene, weil man zu einer Risikogruppe gehört oder erkrankt ist. Angst um das wirtschaftliche Überleben, Angst um den Arbeitsplatz.
Wir denken besonders an alle, die „den Laden am Laufen halten“: Im Supermarkt und in den Krankenhäusern, im Pflegeheim, bei der Müllabfuhr, den Ordnungs- und Rettungskräften, und überall wo Menschen, füreinander da sind und zusammenhalten. Und wir denken an die, die wir in die Verantwortung gewählt haben. Wir sind miteinander im Gebet verbunden und bitten Gott darum, dass er uns beisteht in diesen Zeiten.

Wir wünschen Ihnen frohe Ostern! Und: Bleiben Sie behütet!
Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern und Regionalbischof Dr. Stefan Ark Nitsche

Unser Ostersonntagprogramm:
Auch wenn es keine Gottesdienste gibt, Möglichkeiten zur Andacht und zum Nachdenken gibt es dennoch.

Wenn um 10 Uhr die Klangwelle der Hoffnung (Musik macht Mut) vom Kirchturm sich ausbreitet und wellenförmig nach außen verbreitet. Musikerinnen und Musiker aus ganz Roßtal mitmachen und die Osterbotschaft musikalisch über Berg und Tal hinweg erklingen lassen. Beteiligte sind neben Stephen Jenkins dem Posaunenchor Roßtal, dem Musikzug Roßtal diesmal auch viele Musikerinnen und Musiker aus der Musikschule Roßtal. Sie alle lassen es für uns Ostern werden.
 

Das Osterlicht brennt: Mit dem Sonnenaufgang um 6 Uhr morgens wird mit dem Glockenläuten die Osterkerze in St. Laurentius angezündet. Diese brennt dann bis in den späten Nachmittag in der Kirche, damit Menschen sich auch das Osterlicht ins Haus holen können.
Das ist auch möglich in Weitersdorf. Dort steht die Kirche ab 11 Uhr offen und die Osterkerze brennt.
In Buttendorf steht die Kirche ab 9.30  Uhr offen und die Osterkerze brennt.
In Buchschwabach ist die Kirche von 14-15.30 Uhr geöffnet und auch in ihr brennt dann die Osterkerze
Alle Kirchen, alle Glocken im Gemeindegebiet werden außerdem um 12 Uhr läuten und damit an der bundesweiten Osteraktion der EKD teilnehmen.

Die Osterbotschaft auf dem Friedhof erklingt, wenn Pfarrer Rucker um 7 Uhr auf dem Laurentius-, um 8,45 Uhr auf dem Buchschwabacher- und um 10.15 Uhr auf dem Großweismannsdorfer Friedhof steht, dorthin jeweils seine Trompete mitnimmt und  stellvertretend für die ganze Gemeinde das Osterevangelium auf dem Friedhof liest.
Das Gebet der Pfarrer für die Gemeinde um 18 Uhr schließt den Ostersonntag und den Ostermontag ab

Die Gemeindefürbitte:
Guter Gott!
Du zeigst mit Ostern, daß Du den Tod besiegt hast. Im Vertrauen darauf bringen wir dir unsere Verstorbenen Gemeindeglieder Elsa Winkler aus der Baumgartenstraße und Günther Rackl aus Buttendorf. Nimm sie in Gnaden an und tröste Ihre Familien uns aber stärke den Glauben, daß Du das Leben für uns alle willst.  Amen.

Unsere Kitas und Corona: Freitag den 13.te in der Sonnenblume …
… war es schon sehr ruhig.
Der Grund hierfür war, dass das Team beim Konzeptionstag zur QualitätsManagement-Entwicklung zusammen saß. Neben der Arbeit an der QM war da auch das Thema „Corona“, welches uns ja schon einige Tage lang begleitete! Wir führten Gespräche zu Corona und schulten unsere Kinder zum „richtigen und zeitlich ausreichenden Hände waschen“ und somit klang immer wieder, zweimal hintereinander, das Lied „Happy Birthday to you“ von den sechs Waschbecken aus dem Bad heraus in den Kindergarten. Warum „Happy Birthday“? Die Kinder können es im Schlaf und außerdem hat es bei zweimaligem Singen, die empfohlene Länge für die Hygienemaßnahme. Nur zu diesem Zeitpunkt haben wir die Lage noch nicht so ernst empfunden. Jeder dachte, mit den hygienischen Maßnahmen sind wir auf der sicheren Seite gegen dieses heimtückische Virus.
So saß das Sonnenblumen-Team zusammen und versuchte sich auf die QM zu konzentrieren.
In dem Wissen, dass Ministerpräsident Söder um 9.00 Uhr an diesem Tag eine Pressekonferenz geben wollte, war dies nicht so einfach für uns.
„Was wird jetzt kommen?“, „Wie geht es weiter?“, „Gibt es Schulschließungen?“, „Betrifft dies auch die Kindertagesstätten?“, …
Dann kam die Entscheidung, dass es für Schulen, Kindergärten und Krippen bis Ende der Osterferien ein Betreuungsverbot gibt.
„Wie, auch wir? Und nun?“
Jetzt galt es die 99 Eltern persönlich über das Geschehen zu informieren. So telefonierte jede Gruppe mit ihren Eltern und klärten ab, wer zur systemrelevanten Berufsgruppe gehört, um deren Betreuungsbedarf sicherzustellen. Ebenso wurde alle Aktionen bis Ende April z.B. der Basar der Sonnenblume, das Osternester basteln der Krippen, der Ostergottesdienst, die Gartenaktion, der Elternabend für die „Neuen Kinder“ und der Oma-Opa-Nachmittag abgesagt. All dies machte uns den „Ernst der Lage“ doch ziemlich bewusst und es legt sich einen auf das Gemüt!
So planten wir unser weiteres Vorgehen für die kommenden Wochen und den Dienstplan für die Notbetreuung während der Kita-Schließung.

Woche 1 und 2
In der Käfergruppe findet die Notbetreuung von 8 Kindern systemrelevanter Eltern mit zwei Kolleginnen statt, ab der zweiten Woche können bis zu 12 Kinder sein, da der Kreis der Berechtigten ausgeweitet wurde. Und hier merkt man wie unwirklich das alles ist. Ein paar Kinder, NEIN, das ist nicht normal!!! Wo sonst in einer Gruppe 25 Kinder spielen, singen, bauen, basteln, malen, essen, zanken, sich vertragen, um Hilfe bitten, etc.  Ob für die anwesenden Kinder oder für uns Erwachsene – diese Situation kennt niemand in einer Kindertagesstätte!
Für die Kinder behält der Tagesablauf die gleiche Struktur. Jeder spielt mit jedem, aber man merkt schon, dass ihnen teilweise auch ihre Freunde fehlen. So wurde am ersten Tag noch in den Wald gegangen, wir backten Apfel-Birnen-Muffins, kochten Hackbällchen in Tomatensoße mit Nudeln, backten Schokomuffins, machten eine Gemüse- und Hackfleisch-Lasagne, malten Ostereier an und verzierten diese, … 
Und der Rest des Personals? In Kleingruppen ging es an das Reinigen der Sonnenblume! Die zwei Küchen bekamen eine Grundreinigung. In jeder Gruppe wurde der Gruppenraum, die Galerie, die Spielecken und Kreativzimmer aus- und aufgeräumt, geputzt, desinfiziert und Unmengen von Wäsche gewaschen. Auch die Räume, für die sonst keine Zeit zum  Aufräumen bleibt, haben wir uns vorgenommen. Die Materialzimmer wurden von Grund auf ausgemistet, sortiert und ordentlich eingeräumt. Der Wasch- und Heizraum wurde, ebenso wie der Keller im blauen Haus, entrümpelt und aufgeräumt. Im Personalzimmer wurden die Fachliteratur, die Bilderbücher und die Bastelbücher sortiert und ordentlich eingeräumt und das ein oder andere Fachbuch wurde zum Lesen mit nach Hause genommen. Außerdem wurde der Garten auf Vordermann gebracht. Der Fahrzeug-Unterstand hat eine optische Trennung erhalten, das Sandspielhäuschen glänzt vor Ordnung, das Beet ist für die Gartensaison vorbereitet, das restliche Laub ist zusammengerecht und in Säcke verpackt, …
Die Müllbilanz der Aufräumzeit kann sich sehen lassen, wir haben drei große Restmülltonnen, vier grüne Tonnen und drei große Altpapierkartons, sieben gelbe Säcke, 2 Biotonnen und 15 Laubsäcke gefüllt - Altglas- und Altkleidercontainer wurden auch angefahren.
Am Ende der ersten Woche wurde noch für jedes Sonnenblumen-Kind, als kleine Überraschung,  eine Tüte gepackt – Inhalt als Überraschung war ein Brief, ein Ausmalbild, Straßenmalkreide und Gummibärchen. Die Tüte wurde zu Hause bei jedem Kind an den Gartenzaun bzw. an die Haustüre gehängt oder in den Briefkasten gesteckt.

Woche 3
Nach wie vor ist es sehr still in der Sonnenblume. Wer nicht gerade Kinderdienst hat oder im Kleinteam zum Besprechen oder vorbereiten im Kindergarten ist, arbeitet Zuhause. Portfolio und Beobachtungsbögen, Erstellen von Berichten, Vorbereitungen für die Biggi-Abschieds-Woche, Fertigstellen der Osternester, …
Auch das QM wird weiterentwickelt und die Konzeptionserneuerung  läuft auch weiter.
Unser Büro ist täglich besetzt um für verschiedene Institutionen erreichbar zu sein, außerdem werden die alten Betreuungsverträge kontrolliert und die neuen, zukünftige Betreuungsverträge vorbereitet und versendet.
Fortsetzung folgt …

Danke an meine Kolleginnen!
Trotz des Ausnahmezustandes muss ich feststellen, dass diese Zeit auch etwas Positives hat!
Gerade unser Team hat es noch mehr zusammen geschweißt. Egal welche Arbeit wir zu tun hatten, jeder half mit, der eine half dem anderen und keiner war sich zu schade mitzuhelfen.
Viele gute Gespräche kamen bei der gemeinsamen Arbeit zu Stande oder im Gespräch stellte man fest „sowas habe ich zuhause, das kann ich dir für die Zeit der Ausgangssperre mitbringen“.
Dieses Hand in Hand arbeiten, hat das Miteinander gestärkt und dem WIR-Gefühl sehr gut getan.
Ich bin sehr froh, Teil eines so tollen Teams zu sein!

Liebe Sonnenblumen-Kinder!
Es ist schon sehr still und ungewöhnlich in der Kita. Im Kinderdienst merkt man schon sehr, was einem fehlt!
Ihr Frösche, ihr Käfer, ihr Igel, ihr Mäuse und ihr Eichhörnchen – ihr fehlt in der Kita! Wir denken an euch und freuen uns, euch bald wieder in der Kita empfangen zu dürfen.
Haltet durch, es kommt wieder eine andere Zeit!

Liebe Eltern!
Als Mama weiß ich, es ist nicht immer einfach, gerade wenn die Kinder noch klein sind. „Mir ist langweilig“, „ich weiß nicht, was ich machen soll“, usw. – so einige, nennen wir es, „Experimente“ werden an solchen Tagen gemacht.
Haltet auch ihr durch, nutzt die Zeit als Familie!

Bleibt alle gesund und bis Bald!
Eure / Ihre Ute aus der Fröschegruppe

Samstag, den 11. April 2020

Unser Ostersonntagprogramm:
Auch wenn es keine Gottesdienste gibt, Möglichkeiten zur Andacht und zum Nachdenken gibt es dennoch.

Wenn um 10 Uhr die Klangwelle der Hoffnung (Musik macht Mut) vom Kirchturm sich ausbreitet und wellenförmig nach außen verbreitet. Musikerinnen und Musiker aus ganz Roßtal mitmachen und die Osterbotschaft musikalisch über Berg und Tal hinweg erklingen lassen. Beteiligte sind neben Stephen Jenkins dem Posaunenchor Roßtal, dem Musikzug Roßtal diesmal auch viele Musikerinnen und Musiker aus der Musikschule Roßtal. Sie alle lassen es für uns Ostern werden.
 
Das Osterlicht brennt: Mit dem Sonnenaufgang um 6 Uhr morgens wird mit dem Glockenläuten die Osterkerze in St. Laurentius angezündet. Diese brennt dann bis in den späten Nachmittag in der Kirche, damit Menschen sich auch das Osterlicht ins Haus holen können.
Das ist auch möglich in Weitersdorf. Dort steht die Kirche ab 11 Uhr offen und die Osterkerze brennt.
In Buttendorf steht die Kirche ab 9.30  Uhr offen und die Osterkerze brennt.
In Buchschwabach ist die Kirche von 14-15.30 Uhr geöffnet und auch in ihr brennt dann die Osterkerze
Alle Kirchen, alle Glocken im Gemeindegebiet werden außerdem um 12 Uhr läuten und damit an der bundesweiten Osteraktion der EKD teilnehmen.

Die Osterbotschaft auf dem Friedhof erklingt, wenn Pfarrer Rucker um 7 Uhr auf dem Laurentius-, um 8,45 Uhr auf dem Buchschwabacher- und um 10.15 Uhr auf dem Großweismannsdorfer Friedhof steht, dorthin jeweils seine Trompete mitnimmt und  stellvertretend für die ganze Gemeinde das Osterevangelium auf dem Friedhof liest.
Das Gebet der Pfarrer für die Gemeinde um 18 Uhr schließt den Ostersonntag und den Ostermontag ab

Die Kraft der Auferstehung:
Menschen sind dem auferstandenen Jesus begegnet und diese Begegnung hat ihr Leben verändert. Von der Trauer zur Hoffnung, vom Zweifel zum Glauben, vom Versagen zum erneuten Auftrag. An verschiedenen Stellen in unserer Gemeinde erzählen Aufsteller die Geschichte dieser Menschen. Vielleicht begegnen sie ihnen auf ihren Wegen in unserem Ort.

Mach dir eine Osterfreude: Mit Schwarzwälder Kirschtorte
Vielen Dank an unsere Mesnerin Monika Bauer die diese schöne und leckere Torte für die Hauptamtlichen gebacken und dekoriert hat.
Hier finden Sie das Rezept für eine der besten Torten Roßtals aus einer ehemaligen Traditionsbäckerei:
Zutaten für die Biskuitböden:
6 frische Eier (am besten Bio) zusammen mit 150g Zucker sehr schaumig schlagen
85g Mehl Weizen 405
85g Stärkemehl
40g Schokopulver/Backkakao  (am besten fair gehandelt)
Und 2 1/4 Teelöffel Backpulver
In die Eier-Zuckermasse geben, dort  sorgsam unterheben und in einer mit Backpapierausgelegten 26 cm Springform 45 Minuten backen.
Nach dem Backen etwas auskühlen lassen und auf der Form lösen und einige Stunden ruhen lassen.
Für die Füllung und die Verzierung:
1Glas  Sauerkirschen
1 Päckchen roter Tortenguss  
Etwa ¼ l Kirschsaft mit dem Tortenguss kochen dann die Kirschen unterrühren und erkalten lassen.
6 Becher Sahne und 2 Päckchen Sahnesteif
Zum Tränken des Bodens  Saft oder Kirschwasser, Johannisbeergelee und Raspelschokolade.
Jetzt die Böden zweimal waagerecht durchschneiden den unteren Boden mit einem Tortenring umstellen. Diesen mit Kirschwasser, oder Saft leicht tränken und mit dem Gelee bestreichen. Die erkalteten Kirschen darauf verteilen.
Dann 3 Becher Sahne mit einem Sahnesteif aufschlagen und die Hälfte auf dem Unteren Boden verteilen. Darauf den 2. Boden legen.
Ebenso mit dem Zweiten Boden verfahren. Den Deckelboden darauf legen und einige Stunden gut kühlen.
Jetzt den Tortenring entfernen, die restliche Sahne  mit dem Sahnesteif schlagen und den Rand und den Deckel damit bestreichen. 16 Stücke einzeichnen und nach Belieben verzieren und mit der Raspelschokolade bestreuen und dies auch am Rand entlang tun. Auf jedes Stück eine Kirsche legen.
Gutes Gelingen und Frohe Ostern!

 

Freitag, den 10. April 2020

Die gute Nachricht:
Nächstenliebe fordert Einsatz. Dass viele zu Hause bleiben, dass Seniorinnen und Senioren teilweise schon drei Wochen nicht mehr das Haus verlassen konnten, dass Eltern und Kinder manchmal an der Grenze zum Wahnsinn stehen, weil die Wohnung zu eng ist und man sich nach vier Wochen auch nichts Neues mehr erzählen kann und - das auch, dass berufliche Existenzen gefährdet, ja vielleicht auch schon beendet sind, das sind alles Opfer die von vielen gebracht werden und die Wirkung zeigen. Wir schinden Zeit für den Ausbau der Intensivstationen, wir wollen Momente wie in Spanien, Frankreich, Italien vermeiden, wir testen Arzneimittel und es scheint zu gelingen und das auch im Namen der Nächstenliebe. Darum ist und bleibt es auch in der bayrischen Landeskirche Konsens, die Kirchen geschlossen zu halten und so einmalig das ist, öffentliche Gottesdienste abzusagen. Und nein es ist kein Angriff auf die Religionsfreiheit, sondern ein Akt der Nächstenliebe, auch wenn das wehtut.
Aber Religionsausübung geht auch anders. Allein unser Coronatagebuch kennt jetzt schon viele Wege, den Glauben trotzdem zu leben und die angebotenen Links  zeigen, Beten, Singen, Glauben, Hoffen, Gottesdienst feiern das geht auch digital oder einfach anders und entspricht damit Luthers Hinweis :zum Beten kann man auch ins stille Kämmerlein gehen, und wenn das das einzige Opfer bleiben sollte, dann erbringen wir es als Kirche, so traurig das ist, aus Nächstenliebe mit leichter Hand.


Denkanstoß von Dr. Stefanie Schardien, Wort zum Sonntag-Sprecherin exklusiv für uns (St. Michael - Fürth)
Im Alles-Anders dieses Frühlings 2020 erleben wir die Wiederkehr unsere kirchlichen Feiertage fast beruhigend. Auch wenn wir sie nicht wie sonst begehen dürfen. Vielleicht eröffnet aber gerade dieses nie gekannte Innehalten einen neuen Blick auf die Botschaft dieser Tage. Für dieses Corona-Tagebuch Ihrer Gemeinde bringe ich Ihnen eine kleine Radierung des Malers Thomas Zacharias.
Er nimmt uns mit auf den Berg Golgatha. Nah dran sind wir am Geschehen, am Sterben, am Tod, an der verdunkelten Sonne. An diesem Kreuz kommt mein Blick nicht vorbei. In diesem Jahr höre ich bei jedem Satz viel von dem mit, was in den Nachrichten gemeldet wird: von der Not in den Krankenhäusern, von unserer Hilflosigkeit gegen das gefährliche Virus, von der Einsamkeit und Angst, die viele Menschen in diesen Tagen empfinden.
Not lehrt beten, hat meine Großmutter im ernüchterten und wissenden Rückblick auf die Kriegszeiten immer gesagt. Viele Menschen empfinden jetzt diesen Impuls zu beten, nach Gott zu rufen, ihre Angst jemandem anzuvertrauen oder um Hilfe zu bitten. Gott, wie ihn Thomas Zacharias in seiner Radierung zeichnet, ist kaum erkennbar. Nur die angenagelten Arme, ein angewinkeltes Bein lassen sich sehen. Kein gütiger Blick, keine segnenden Hände. Das ist die Karfreitags-Erfahrung mit Gott: Gottes Sohn leidet selbst, fürchtet sich, weint, stirbt. Die Unsichtbarkeit Gottes macht uns kaputt, hat Dietrich Bonhoeffer einmal geschrieben. So verstehe ich die Menschen, die sich abwenden vom Kreuz: Der kann uns ja doch nicht helfen, scheinen sie zu denken, manche wütend, manche verzweifelt, andere bestätigt. Ihr Kirchenleute könnt mit Eurem Reden vom lieben Gott in dieser Krise auch nicht helfen, hab ich vor kurzem gehört. Wer unter Hilfe ein Wunder versteht, der mag Recht haben: Es fällt kein Impfstoff vom Himmel, Menschen sterben weiterhin. Trotzdem gehört zu meiner christlichen Hoffnung: Dass ich einem verletzlichen Gott, der das menschliche Leiden selbst erfahren hat, in solchen dunklen Zeiten im Leben mein Vertrauen schenken kann. Viel mehr als es einem heldenhafter, unantastbarer Gott.
Am Fuße des Kreuzes wird es licht. Auch die Dunkelheit über dem Kreuz scheint sich langsam aufzulösen. Als Christin, die in der Geschichte schon rückwärts blicken darf, entdecke ich in diesem Licht die Verheißung der Auferstehung. Das Leben gewinnt. Das ist uns versprochen.
Und doch bleibt es eine Herausforderung, genau im Leid, in Trauer, in der erlebten Finsternis darauf zu hoffen und an Gott festzuhalten. 
Kann ich das in diesen Tagen? Wo ist eigentlich mein Platz in diesem Bild? Komme ich gerade an und begreife alles noch nicht recht? Oder will ich nur weg von dem Ort wie die anderen? Gehöre ich mit zu den Ratlosen und Zweifelnden? Spüre ich vor allem die Dunkelheiten, die Gottesfinsternis? Oder will ich mich an den hellen Fuß des Kreuzes stellen und die anderen hinweisen auf die ersten Lichtstrahlen, die das Dunkel durchbrechen? Wenn ich einen Platz am Kreuz suche, nimmt mich Gott heute nicht an die Hand. Aber ich darf hoffen, dass Gott mich von dort abholt.

Passion in Bildern: Markus 15,  24-41
Und sie kreuzigten ihn. Und sie teilten seine Kleider und warfen das Los darum, wer was bekommen sollte. Und es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. Und es stand geschrieben, welche Schuld man ihm gab, nämlich: Der König der Juden. Und sie kreuzigten mit ihm zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken. Und die vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Ha, der du den Tempel abbrichst und baust ihn auf in drei Tagen, hilf dir nun selber und steig herab vom Kreuz! Desgleichen verspotteten ihn auch die Hohenpriester untereinander samt den Schriftgelehrten und sprachen: Er hat andern geholfen und kann sich selber nicht helfen. Der Christus, der König von Israel, er steige nun vom Kreuz, damit wir sehen und glauben. Und die mit ihm gekreuzigt waren, schmähten ihn auch. Und zur sechsten Stunde kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und zu der neunten Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Und einige, die dabeistanden, als sie das hörten, sprachen sie: Siehe, er ruft den Elia. Da lief einer und füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr, gab ihm zu trinken und sprach: Halt, lasst uns sehen, ob Elia komme und ihn herabnehme! Aber Jesus schrie laut und verschied. Und der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus. Der Hauptmann aber, der dabeistand, ihm gegenüber, und sah, dass er so verschied, sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen! Und es waren auch Frauen da, die von ferne zuschauten, unter ihnen Maria Magdalena und Maria, die Mutter Jakobus des Kleinen und des Joses, und Salome, die ihm nachgefolgt waren, als er in Galiläa war, und ihm gedient hatten, und viele andere Frauen, die mit ihm hinauf nach Jerusalem gegangen waren.

Betrachtungen einer leidenschaftlichen Organistin zu dieser Zeit: 
Liebe Gemeinde,
was für Zeiten, die wir gerade erleben! Ich schreibe diese Zeilen mitten in der Karwoche, und es ist eigenartig für mich als Organistin, in den nächsten Tagen zuhause zu sein. Keine Gründonnerstags-Liturgie, kein gemeinsames Erleben des Karfreitags und kein gemeinsam jubelndes Osterhalleluja in den Gottesdiensten. Es fehlt mir sehr – und urplötzlich verschiebt sich wieder die Wahrnehmung. Wie so oft, erweist sich der Wert der Dinge erst dann richtig, wenn man sie nicht mehr hat…
Zugleich haben wir in unseren Chorälen einen reichen Schatz an Trost, Ermutigung und Hoffnung, und ich erlebe wieder einmal, wie die Texte lebendig werden und zu mir sprechen: „harre meine Seele…wenn alles bricht, Gott verlässt uns nicht – größer als der Helfer ist die Not ja nicht“ . Und dann passiert etwas, wenn ich diese Lieder spiele und singe, allein in der Kirche: Ich komme immer mehr in das Lob Gottes und in die Gewissheit, dass wieder andere Zeiten kommen werden. Am Ende meiner Orgelzeit habe ich dann  das Bedürfnis, laut und mit vollem Werk „Großer Gott, wir loben dich“ zu spielen und ich kann wieder voller  Gottvertrauen und Zuversicht weitermachen.  Versuchen Sie es mal – stöbern sie im Gesangbuch und singen sie – es hilft!
Ich freue mich auf den Tag, wenn wir wieder miteinander Gottesdienst feiern dürfen, dann feiern wir aber ein großes Fest!!
In diesem Sinne „und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in Seiner Hand“, bleiben Sie gesund!
Brigitte Vogt

Aus dem Gemeindeleben:
Zur Sterbestunde Jesu um 15 Uhr wird die große Glocke der Laurentiuskirche zu hören sein und mit ihrem dumpfen Schlagen von Tod und Sterben Jesu künden. Damit ertönt statt einer Predigt  das Läuten unserer Kirchenglocke in die Stille dieses Tages und kündet vom Tod des Jesus aus Nazareth, der das Gottes Reich predigte und von Gott als Vater sprechen konnte. Und das Folterkreuz zum Zeichen der Erlösung machte.
Die Kantorei hören
Das ist dieses Jahr leider nur mit Aufnahmen möglich. Verschiedene Musiken zur Sterbestunde Jesu sind aufgenommen worden. Mit Bild und Ton finden sich diese Musiken zur Sterbestunde Jesu unter folgendem Link. Lassen Sie sich von der Musik und den Texten mitnehmen ins Passionsgeschehen.
Blumen der Hoffnung
Bereits gestern konnten 100 Blumentöpfe mit Frühlingsblumen und einem Lesegruß der Kirchengemeinde im Roßtaler sozialen Kompetenzzentrum übergeben werden. Sie sollen die über 100 Bewohnerinnen und Bewohner erfreuen  und in die Isolation der Zimmer einen kleinen Hauch Frühling bringen, denn die besonderen Maßnahmen zum Schutz von Bewohnerinnen und Bewohnern sorgen leider immer noch dafür, dass nur die Mitarbeitenden das Haus betreten dürfen und so viele Bewohnerinnen und Bewohner seit rund drei Wochen ohne Kontakt zur Außenwelt leben müssen.

Der Coronakommentar
„So konnte es nicht mehr weitergehen…“ „Irgendwann musste einmal etwas passieren.“ „die Welt wird eine andere sein, wenn Corona vorbei ist. “Jeden Tag höre ich diese Deutungen der Coronakrise mehrfach. 
Allerdings, was soll nicht mehr so weitergehen, was soll sich ändern, und wer bestimmt die Änderungen. Stoff für viele besinnliche Tage darüber nachzudenken. Der Karfreitag ist ein stiller Feiertag. Immer schon diente er der Besinnung. Also Zeit einmal zu strukturieren und Nachzudenken.
Was soll nicht mehr so weitergehen? Das Reisen, die Globalisierung- was auch immer damit gemeint ist? Das Streben nach Profit und Geld. Das Wachstum der gesamten Volkswirtschaft? Der Mensch, oder der Gewinn als Maßstab aller Dinge?
 Oder die Pessimisten mit ihrem, na klar, da musste mal etwas schief gehen, denn es kann nicht immer nur aufwärts gehen… Aber dem liegt viel zu oft eher ein boshafter Neid zu Grunde und nicht die klare Analyse des Club of Rome, der schon vor rund 50 Jahren die Grenzen des Wachstums aufzeigte. Wer denkt in diese Richtung?
Noch ist das alles sehr diffus und noch gibt es keine klaren Diskussionen und keine Orte der Klärung.  Vermutlich hoffen noch sehr viele, dass nach dem Ende des Lock downs alles ist wie vorher. Heuer Wirtschaftseinbruch um 4,3 Prozent, 2021 Wirtschaftswachstum um 5.6 Prozent…Klar das wäre einfach, aber wie immer: die einfachen Antworten stehen nicht am Anfang einer Diskussion, sondern am Ende.
 Vielleicht hilft es darum heute schon ein paar Themen zu benennen, um an diesem stillen Tag nachzudenken. Und wenn die Welt eine andere werden soll, dann bitte so, dass ich mitdenken und mitgestalten darf und natürlich gibt es weit mehr Themen, als die, die ich gerade identifiziere:
Aber das schon einmal vorweg, die Diskussion muss beginnen Über unser Gesundheitswesen und seine Mängel. Nur weil sich vor allem das Personal Ärzte, wie Putzfrauen reinknien und praktische Lösungen suchen, funktioniert es gerade noch. Aber manches erleben wir grenzwertig und das schon bei uns. Gesundheitsvorsorge gehört nicht in private Hände, sondern ist Teil der öffentlichen Daseinsfürsorge auch mit allen Kosten. Pflege, Gesundheit, Mitmenschlichkeit gibt es nicht profitorientiert oder mit immer knapperen Kassen. Denn dann suchten wir beim nächsten Mal wieder nach FFP-2, oder 3 Masken…
Dann das Thema Umwelt und Mobilität, Ein Himmel so blau wie selten spannt sich über unser Land… Welche Lehren ziehen wir aus diesen Tagen ein Weiter so wie bisher verbietet sich. Aber wie dann außer das Videokonferenzen deutlich weniger Co2 verursachen, als reale Treffen. ….
Oder die Frage der Digitalisierung. Jetzt geht alles digital und online. Ein wahrer Technikschub überall, aber in welche Richtung soll es weitergehen und wie wollen wir in Zukunft arbeiten? Und sind Apps wirklich das Gelbe vom Ei, wenn die Krise vorbei ist? Und wie immer wo arbeiten die Menschen dann, die bisher diese Arbeiten erledigten?
Dann auch die Frage nach den armen Ländern. Dort wo es in den Kliniken an Desinfektionsmitteln fehlt und Beatmungsgeräte Fremdworte sind. Was für ein Glück für uns hier leben zu können, aber dort und war Italiens Norden nicht auch kurz vor dem brasilianischen Niveau weil es nicht ausreichte? Und ja ich habe ein schlechtes Gewissen, nein ich halte es fast nicht aus, wenn ich denke was hätten wir dort in den Armen Ländern des Südens bewegen müssen. Und was muss jetzt und nach der Pandemie für die Menschen dort geschehen…
Vier Themenblöcke aber natürlich nur eine Auswahl an Themen und wer diskutiert das mit wem und wie kommt meine Meinung mit ins Spiel? 
Aber gemach! Schritt für Schritt! jetzt heißt es Themen benennen, Gesprächspartner finden, miteinander in Dialog treten, Foren finden, um die Zukunft zu diskutieren und zu fragen, wenn es so nicht weitergehen kann, wie denn dann. Wir werden hier noch öfters darüber sprechen was denn dann alles anders ist, wenn Corona vorbei ist.
Einen besinnlichen Karfreitag gerade mit diesen Themen  wünscht Ihnen deshalb
Ihr  Jörn Künne…
 

Donnerstag, den 8. April 2020

Die gute Nachricht:  Die Menschen verstehen sich wieder besser
Social distancing hat einen weiteren spannenden Effekt, denn Abstand halten, führt dazu, dass sich Menschen in Ländern mit Corona bedingten Einschränkungen wieder besser verstehen können.  Wer nämlich mit seinem Gesprächspartner reden möchte, womöglich noch durch einen kleidsamen Mundschutz hindurch, der muss deutlich klar und laut sprechen. „Sprich deutlich, nuschel nicht so!“ Das ist in diesen Tagen ein Gebot der Höflichkeit und des Gesundheitsschutzes und nebenbei verstehen sich Menschen wieder besser. Achten Sie einmal beim Einkauf, oder auch bei uns auf dem Friedhof darauf. Wer den nötigen Sicherheitsabstand einhalten will, der kann gar nicht anders, als laut und deutlich zu sprechen.

Die Passion in Bildern: Das Abendmahl
Aber am ersten Tag der Ungesäuerten Brote traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wo willst du, dass wir dir das Passalamm zum Essen bereiten? Er sprach: Geht hin in die Stadt zu einem und sprecht zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; ich will bei dir das Passamahl halten mit meinen Jüngern. Und die Jünger taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und bereiteten das Passalamm. Und am Abend setzte er sich zu Tisch mit den Zwölfen. Und als sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten.  Und sie wurden sehr betrübt und fingen an, jeder einzeln zu ihm zu sagen: Herr, bin ich's? Er antwortete und sprach: Der die Hand mit mir in die Schüssel taucht, der wird mich verraten. Der Menschensohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Bin ich's, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es. Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach's und gab's den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden. Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich aufs Neue davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.  Matthäus 26, 17-30  

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Einzig im Johannesevangelium wird eine kleine Episode erzählt, die sich zuträgt, ehe sich Jesus mit seinen Jüngern zum Abschiedsmahl niederlässt. Die Gäste kommen an, ihre Füße in den Sandalen sind bedeckt vom Staub und Schmutz der Straßen. Da beugt sich Jesus zu ihren Füßen hinunter und wäscht jedem der Gäste die Füße. (Joh. 13) Er übernimmt die Arbeit eines niedrigen Sklaven und zeigt, wie wertvoll diese für die Herren sein kann. In den vielen Jahrhunderten seitdem haben immer wieder Herrscher anderen Menschen die Füße gewaschen (oder waschen lassen). Heute ist es nur noch der Papst, der am Gründonnerstag diese Zeichenhandlung vollzieht.
In der Corona-Krise wird deutlich spürbar, dass die niederen Dienste, an denen viele naserümpfend vorbeigehen, systemrelevant sind. Es ist nicht Germanys Next Topmodel oder DSDS oder die Fußballbundesliga, die systemrelevant sind, sondern die Kassiererin im Supermarkt, die Fachkraft für Lagerlogistik, die LKW-Fahrerin, die pflegenden und andere medizinische Berufe, Rettungsdienst und Feuerwehr. Es ist nur ein Zeichen, aber ein gutes Zeichen, dass sich die bayerische Staatsregierung vor den Pflegenden und Ärztinnen, wenn auch nicht mit einer Fußwaschung sondern mit einem Gehaltsbonus, verneigt.
Der Erste unter euch soll sich allen anderen unterordnen, und wer euch führen will, muss allen dienen. (Lukasevangelium 22,26 Übersetzung: Hoffnung für alle)

Aus dem Gemeindeleben:
Danke ans Büro - Auch in den Coronatagen ist das Kirchenbüro besetzt und am Laufen. Ein herzliches Dankeschön darum heute an die Mitarbeiterinnen im Büro: Heidi Nüchterlein und Martina Lämmermann sind dort am besten telefonisch für sie da.  In der Kindertagesstättenverwaltung arbeiten Herbert Bühling und Gabriele von Fragstein weiterhin. Sie koordinieren auch den Arbeitseinsatz mit den Erzieherinnen in den Kindertagesstätten die offen sind für Kinder von Eltern, die systemrelevante Berufe  haben. Das Coronatagebuch wird von Jutta Hermann im Homeoffice bearbeitet und zusammengestellt, auch dafür sei gedankt.
Anregungen und Fragen dürfen gerne zu den üblichen Bürozeiten, oder per Mail weitergegeben werden.
Unseren Kirchenmusikerinnen und -Musikern gilt der Dank auch, denn deren Arbeit ist trotz Corona noch immer überall zu hören….
Eine Randnotiz: Nachdem ein öffentliches gottesdienstliches Leben zur Zeit nicht möglich ist, befinden wir uns auch in gut lutherischer Tradition denn zum Beten kann man nach Martin Luthers Worten, auch ins stille Kämmerlein gehen. Eine besondere Verantwortung wies er dabei auch dem damaligen Haushaltsvorstand zu. Die Väter sollen die Funktion der Pfarrer übernehmen und die Familie christlich unterweisen. Dies findet sich auf unserem Konfessionsbild auch in gemalter Form wieder. Dort ist am oberen Rand eine Familie abgebildet, die in ihrem Haus christliche Unterweisung bekommt auch wenn nicht alle Kinder auf diesem Gemälde damit einverstanden sind. Praktische Tipps und Informationen wie Väter und Mütter hier ihrer Verantwortung gerecht werden können, finden sich im Gesangbuch, oder auch in den täglichen Tipps unseres Coronatagebuches.

Gottesdienst zu Hause:
Heute ist Gründonnerstag unserer Tradition nach fand an diesem Abend das letzte Abendmahl statt. Mahlzeiten, auch Feste, gehören zum öffentlichen Wirken Jesu dazu. Eingeladen waren die Mühseligen und Beladenen und alle anderen Menschen auch. Heute kann leider kein Abendmahl stattfinden aber es gibt für heute zwei Entwürfe den Gottesdienst daheim zu feiern. Dafür klicken Sie hier: Der Gründonnerstagsgottesdienst von Rainer Oechslen und die Hausandacht von Eva Forssman

Der Coronakommentar:
Wir haben es gemacht, wir haben es getan, jeder von uns und ganz oft und mal mit vollem Ernst, mal weil es Tradition ist: Jetzt aber zeigt es sich, was Neujahrswünsche wert sind und ob sie länger wirken als so manch guter Vorsatz, der ja meist schon am Ende der Woche wieder vergessen ist. Mit den Neujahrswünschen wäre das dieses Jahr fatal, denn das war das Motto, mit dem wir ins neue Jahr starteten, denn sie wissen:
Der normale Neujahrswunsch hier in Roßtal heißt:  Ich wünsche dir ein gesundes Neues Jahr, so die hochdeutsche Variante. Abgekürzt und aus dem Dialekt heraus heißt es dann a xunds Neies  und etwas ausführlicher: I wünsch Dir a gesunds neies Joahr .
Wie oft haben sie es anderen gewünscht? Aus heutiger Sicht hoffentlich vielen und hoffentlich auch dem alten Brauch gemäß: bis der Habern gsäiht  wird?  Das soll Anfang März der Fall sein.  Solange darf man noch a gsunds Neues wünschen.
Allerdings, In diesem Jahr wird entweder kein Hafer gesät, oder die Regel gilt nicht mehr, denn Gesundheit wünschen darf und muss man gerade jetzt immer und überall.  Und der Neujahrswunsch wird zum Ganzjahreswunsch: Und Neujahrswünsche gehen in Erfüllung: Damit Ihnen allen: viel Gesundheit und bleiben Sie behütet.

Kindertipp:
Der Westfälische Verband für Kindergottesdienst gestaltet am Gründonnerstag einen Kindergottesdienst. Die Live-Übertragung startet um 18 Uhr hier. Eine Vorschau könnt ihr euch bereits ansehen.

 

Mittwoch, den 8.April 2020

Die gute Nachricht:
Kommt diesmal aus der Vergangenheit. Sie wissen was gute Nachricht auf altgriechisch heißt?  Na klar, Euaggelion, Evangelium und die Angeloi, die Engel sind gleich mit dabei. Und die gute Botschaft in dieser Woche heißt, der Herr ist auferstanden er ist wahrhaftig auferstanden. Tod, Folter, Krankheit, Pandemie, Leid, sie alle haben seit Ostern nur noch eine eingeschränkte Macht. Daran erinnert Ostern, das ist die gute Nachricht für uns alle und das gerade in dieser Zeit, darum freuen sie sich mit mir auf Ostern und lassen Sie die Osterbotschaft gerade in diesen Tagen in sich wirken und bei sich wachsen.  Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden und hinter dem Kreuz, das am Karfreitag  zu bedenken gilt, scheint das Licht der Hoffnung. Übrigens, in unserer Kirche in ganz besonderer Weise, schauen sie einmal am frühen Morgen rein.

Die Passion in Bildern: Der Ölberg

zum vergrößern auf das Bild klicken

Die Geschichte dazu Matthäus 26, 36-46
Da kam Jesus mit ihnen zu einem Garten, der hieß Gethsemane, und sprach zu den Jüngern: Setzt euch hierher, solange ich dorthin gehe und bete. Und er nahm mit sich Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und fing an zu trauern und zu zagen. Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wachet mit mir! Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst! Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Konntet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen? Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. Zum zweiten Mal ging er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater, ist's nicht möglich, dass dieser Kelch vorübergehe, ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille! Und er kam und fand sie abermals schlafend, und ihre Augen waren voller Schlaf. Und er ließ sie und ging wieder hin und betete zum dritten Mal und redete abermals dieselben Worte. Dann kam er zu den Jüngern und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr weiter schlafen und ruhen? Siehe, die Stunde ist da, dass der Menschensohn in die Hände der Sünder überantwortet wird. Steht auf, lasst uns gehen! Siehe, er ist da, der mich verrät.

Denkanstoß Thomas Rucker
In den Tagen vor dem Passafest die Jesus mit seinen Jüngern in Jerusalem war, übernachtetet er bei seinen Freunden Martha, Maria und Lazarus in Bethanien. An einem Abend gab Simon, den Jesus vom Aussatz geheilt hatte, in seinem Haus in Bethanien eine große Einladung. Viele waren da die Jesus sehen wollten, ein Wort mit ihm wechseln. Und draußen im Hof standen noch viel mehr.
Da kam eine Frau, sie massierte Jesus den Nacken, die Schläfen, den Kopf, mit kostbarem Nardenöl. Der Duft erfüllte den Raum und die Menschen schauten erstaunt auf, was da jetzt geschehen war.
Jesus war den ganzen Tag in Jerusalem unterwegs gewesen, hat Kranke geheilt, mit Schriftgelehrten und Priestern diskutiert, und jetzt beim Abendessen wollte wieder jeder seine Aufmerksamkeit.
In dem Musicalfilm „Jesus Christ Superstar“ wird das recht deutlich dargestellt, wenn die Lahmen und Krüppel auf Jesus einstürmen, und in der nächsten Szene Mary ihn salbt und singt „Try not to get worried - Lass mal all die Sorgen fahren.“ Diese Frau nimmt ihn zärtlich in den Arm, fragt nach dem, was er jetzt braucht, Entspannung, Ruhe, etwas Zärtlichkeit.
Jetzt in Zeiten von Corona, wo der Kontakt zu anderen Menschen sehr eingeschränkt ist, fällt auf wie sehr diese zärtlichen Begegnungen uns fehlen. Ein Umarmung, ein Händedruck oder auch nur ein freundlicher Schlag mit der Hand auf die Schulter.
Wie geht es den Menschen in den italienischen Sterbehospitälern, denen niemand die Hand hält? Warum dürfen die Enkel die Oma/den Opa nicht mehr umarmen? Wie ist es wenn einen der Partner/die Partnerin in der Demenz nicht mehr erkennt?
Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit. (Markusevangelium 14,6+7)

Aus dem Gemeindeleben: Das Osterwochenende
Für Gründonnerstag gibt es einen Lesegottesdienst von Dr.Rainer Oechslen und eine Hausandacht für Jung und Alt von Eva Forssmann
Am Karfreitag kann man nicht nur die Glocken, sondern auch die Musik zur Sterbestunde digital sehen und hören - merken Sie sich schon einmal diesen Link zu youtube.
Am Ostersonntag startet mit vielen, vielen Beteiligten die Welle der Hoffnung, die Kirchen sind geöffnet. Die Osterkerzen brennen und auf den Friedhöfen spielt Pfarrer Rucker auf seiner Trompete
Außerdem spielt heute am Mittwoch um ca. 10.30 Uhr  Michael Bauer auf der Orgel der Laurentiuskirche in Roßtal
Ostern steht vor der Türe, darum hier schon einmal eine Auswahl aller Gottesdienstlinks:
- Zusammenstellung über Andachten und Gottesdienste von Kirchengemeinden in Bayern: https://www.sonntagsblatt.de/artikel/kirche/gottesdienste-online-corona-kirche
- Gottesdienste, Andachten, Gebetsgruppen und darüber hinaus Empfehlungen, Stellungnahmen und grundsätzliche Informationen zu "Kirche von zu Hause" in Bayern in der aktuellen Situation auf der Homepage der Evangelischen Landeskirche in Bayern: https://corona.bayern-evangelisch.de
- Gottesdienste und Angebote in Rundfunk und Internet zu den einzelnen Feiertagen in der Osterzeit auf der Webseite der Evangelischen Landeskirche in Bayern: https://corona.bayern-evangelisch.de/ostern.php
- Tipps und Hinweise auf spirituelle Angebote und Informationen über aktuelle Entwicklungen auch im Web 2.0 bei
Facebook: @evangelischlutherischekircheinbayern,
Instagram: @bayernevangelisch@evangelisch,
Twitter: @elkb,
YouTube: @bayernevangelisch.
Soundcloud: @bayerische-landeskirche.
Auf dem YouTube Channel gibt es digitale Kindergottesdienste sowie eine Playlist von allen bayerischen Online-Gottesdiensten zum Mit- und Nachfeiern.
- Andachten und Gottesdienste im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Fernsehen und Internet: z.B. Mediathek des BR: http://www.br.de/religion
- Andachten des Evangelischen Presseverbandes für Bayern e.V. während der Zeit der Corona-Pandemie: https://www.sonntagsblatt.de/act
- Evangelische Rundfunk- und Fernsehsendungen im privaten Medienbereich in Bayern auf einen Blick: www.sonntagsblatt.de/artikel/medien/aktuelle-radio-und-tv-tipps
- Gottesdienste in ZDF und Deutschlandfunk: https://www.zdf.de/gesellschaft/gottesdienste und www.deutschlandfunk.de/kirchensendungen.915.de.html
- Zusammenstellung der Angebote der evangelischen Kirchen deutschlandweit: https://www.ekd.de/kirche-von-zu-hause-53952.htm

Das Kochrezept für Gründonnerstag: Spinat nach Künne Art
Bewusst, einen Tag vor dem Festtag, damit der Einkauf der Zutaten möglich ist, heute nun das Rezept für den Gründonnerstag. Morgen Abend hätte es nach dem Tischabendmahl wieder ein  gemeinsames Abendessen gegeben. Der Tradition nach wäre es ein grünes Gericht gewesen, auch wenn der Name Gründonnerstag  wohl eher vom gut fränkischen Wort Greinen-Weinen kommt. Gründonnerstagsspinat für zwei Personen soll es heute geben.
Dafür brauchen wir:  
2-4 hartgekochte Eier
4 große fränkische Kartoffeln als Salzkartoffeln gekocht (Schälen, Vierteln, In Salzwasser rund 15-20 Minuten kochen, bis sie vollständig weich sind)
1 Päckchen Sahnespinat  ca. 450 g  in einer Schüssel aufgetaut.
Für die Mehlschwitze, 40 g Butter  eine halbe kleine Zwiebel kleingehackt sowie 1 El Weizenmehl  und rund 100 g (halber Becher Sahne)
Salz nach Geschmack, oder gekörnte Brühe nach Geschmack, oder selbstgemachtes Salzgemüse zur Würze…
Während die Kartoffeln kochen, die Butter zerlassen und die Zwiebel darin glasig dünsten, anschließend den Esslöffel  Mehl zugeben und zu einer glatten Masse bei mittlerer Hitze verrühren. Nun nach und nach die Sahne zugeben und immer warten, bis sie mit der Mehlschwitze gut vermischt ist. Die gekörnte Brühe einstreuen, oder das Salzgemüse mit aufkochen und anschließend den Spinat portionsweise zugeben. Wieder immer warten, bis er sich mit der Sahnemasse gut verbunden hat und kurz aufkochen. (Obacht hier gibt es dann gerne den berühmten grünen Blubb) Alles in Schüsseln füllen und gemeinsam Essen. Guten Appetit.

Coronakommentar:
Helden des Alltages: die Mitarbeiterin in der Pflege, der Mitarbeiter an der Kasse, die Mutter in Homeschooling und Homeoffice, Der 90 jährige, der im AWO Heim lebt und alles ganz gelassen hinnimmt und der LKW fahrer, der den Nachschub an frischem Gemüse aus Spanien bringt. Helden des Alltages und endlich rücken einmal die ganz normalen Menschen ins Rampenlicht.  
Gut Lutherisch ist deren Berufsethik:  wir erfüllen unsere Verpflichtungen, wir machen in unserem Beruf nichts Besonderes, wir erfüllen unsere Pflicht  ist deren Einstellung und dass man früher einmal sagte, ich gehe in den Dienst, wenn man zur Arbeit ging, spiegelt das wieder.
Jeder kann an seinem Ort, in seiner Stellung, in seinem Beruf das tun, was wichtig und was richtig ist. Corona nimmt da eh keine Rücksicht auf Ansehen oder Macht und egal, ob man Flugzeugträger kommandiert, oder nur die eigenen erwachsenen Kinder, egal, ob man in Downingstreet number 10 wohnt, oder in der Fürther Straße in Roßtal, Corona macht alle gleich und wie das Virus alle als Patienten gleich macht, lässt es uns entdecken auf einmal bin ich als Pfarrer nicht mehr so gefragt, aber wer im Supermarkt kassieren kann, oder wer im Wasserwerk dafür sorgt, dass ich mir Händewaschen kann… Das sind die Helden des Alltages.
Und es tut uns allen gut zu sehen, was sind die  wirklich systemrelevanten Berufe  in diesem Land und der Dank dafür in Geld tut gut, aber der Dank dafür in Wertschätzung ist viel mehr und wenn diese bleibt,  auch nach Corona, dann ist etwas gelungen in unseren Köpfen und in diesem Land. Und dann löst sich auch das Problem des Mangels viel leichter, denn Held des Alltages  solch ein Titel lädt ein dabei zu sein und mitzumachen denn das leidige Problem der fehlenden Anerkennung ist eben nicht nur eine Frage der angemessenen Bezahlung.
Dass die Anerkennung aber bleibt, dafür können wir auch nach Corona sorgen. Arbeiten wir daran und schätzen unsere Helden des Alltags wieder mehr. Meint Ihr Jörn Künne

Dienstag, den 7. April 2020

Die gute Nachricht:
Rund 30.000 nachweislich von Corona Geheilte in Deutschland… das ist doch eine Zahl zur Freude. Corona kann man bekommen, Corona kann leicht verlaufen, wie in der Mehrzahl der Fälle und Corona geht auch wieder vorbei, das ist eine begründete Hoffnung. 30.000 Menschen die wieder gesund geworden sind, das ist eine Zahl mit der wir auf Ostern zugehen können, denn das heißt auch, dass Corona Infektionen in rund 14 Tagen vorüber sein können, gab es doch rund um den 20. März erst rund 30.000 Infizierte (Quelle John Hopkins Universität) Und natürlich sind unsere Gedanken auch bei denen, die jetzt mit Covid-19  schwer zu kämpfen haben.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
„Es waren noch zwei Tage bis zum Passafest und den Tagen der Ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchten, wie sie Jesus mit List ergreifen und töten könnten. Denn sie sprachen: Ja nicht bei dem Fest, damit es nicht einen Aufruhr im Volk gebe.“ (Markusevangelium 14,1-2)
Es gibt unterschiedliche Berichte wann Jesus hingerichtet wurde. Hat er nun noch das Passalamm mit seinen Jüngern gegessen (so das Markus-, Matthäus- und Lukasevangelium) oder starb er zu der Zeit als man im Tempel die Passalämmer schlachtete. (so das Johannesevangelium) Zumindest die Stadt war voll von Menschen, die zum Fest kamen. Und vor diesen soll verborgen werden, dass jemandem seine grundlegenden Menschenrechte, das Recht auf Freiheit, das Recht auf Leben durch einen windigen Rechtsspruch geraubt werden.
Wir leben in Tagen in denen unsere Menschenrechte auch eingeschränkt werden, das Recht auf Freiheit, das Recht auf Arbeit, das Recht auf freie Religionsausübung und vielleicht auch demnächst das Recht auf Leben und Medizinische Versorgung. Noch werden diese Einschränkungen durch den Konsens der Mehrheit in unserem Land getragen. Die Notstandsverordnungen werden durch Parlamente und Gerichte geprüft und beschränkt.
Was aber wenn sich jemand diese Notlage zu Nutze macht. Die Notverordnungen bei der nächsten kleine Grippewelle wieder einsetzt oder vielleicht gar nicht auflöst?
Die Vergangenheit und der Blick in manche Nachbarländer zeigen, dass solche Gedankenspiele nicht utopisch sind.
Bei Jesus ist es gelungen mit dem manipulierbaren Teil des Volks das „Kreuzige“ zu rufen und seine Freunde soweit einzuschüchtern, dass niemand gegen das Unrecht aufstehen wollte.

Aus dem Gemeindeleben:
In der Karwoche erinnern wir den Kreuzestod Jesu. Darum sollen bis Ostersonntag Bilder von Kunstwerken aus unseren Kirchen zum Nachdenken anleiten:  Heute nun ein Bild aus der Kirche Maria Magdalena in Buchschwabach. Der Tradition nach war es Maria aus Magdala, die Jesus mit dem Salböl Gutes getan hat.
"Die Salbung in Betanien: Sechs Tage vor dem Passafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus war, den Jesus auferweckt hatte von den Toten. Dort machten sie ihm ein Mahl, und Marta diente bei Tisch; Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch saßen. Da nahm Maria ein Pfund Salböl von unverfälschter, kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber wurde erfüllt vom Duft des Öls. Da sprach einer seiner Jünger, Judas Iskariot, der ihn hernach verriet: Warum wurde dieses Öl nicht für dreihundert Silbergroschen verkauft und das Geld den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, weil ihm an den Armen lag, sondern er war ein Dieb; er hatte den Geldbeutel und nahm an sich, was gegeben wurde. Da sprach Jesus: Lass sie. Es soll gelten für den Tag meines Begräbnisses." Johannes 12, 1-7

Diakonie Katastrophenhilfe ruft zu Spenden auf: Corona - Humanitäre Hilfe verstärken
Berlin/Nürnberg, 03.04.2020. Durch die Corona-Krise wird sich die Situation der Menschen in Krisenregionen weiter verschlechtern. Sie werden die Krankheit selbst, aber auch wirtschaftliche, soziale und politische Auswirkungen der globalen Krise massiv zu spüren bekommen. Die Diakonie Katastrophenhilfe warnt davor, die Lage zu unterschätzen. Gesundheitssysteme in vielen ärmeren Ländern sind nicht dazu in der Lage, mit einer großen Zahl von Corona-Patienten umzugehen.
„Besonders zuspitzen wird sich die Lage in Ländern wie Syrien, wo die Kriegsparteien in den vergangenen Jahren gezielt die medizinische Infrastruktur zerstört haben“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. „Für unsere Arbeit in Krisengebieten brauchen wir gerade jetzt finanzielle Unterstützung.“
Die Gesundheitssysteme in Syrien, aber auch im Jemen oder in Venezuela, sind schon ohne die Gefahr durch Corona kaum existent oder nicht leistungsfähig. Selbst verhältnismäßig gut zu behandelnde Krankheiten verlaufen häufig tödlich. „Wenn die ohnehin wenigen und überlasteten Krankenhäuser nun mit vielen Corona-Fällen konfrontiert sind, können andere Krankheiten gar nicht mehr behandelt und Geburtshilfe nicht mehr geleistet werden“, sagt Füllkrug-Weitzel.
„Und wir befürchten, dass viele Menschen in Krisen- und Konfliktgebieten nicht nur an COVID-19, sondern auch an den indirekten Folgen durch die Bewegungseinschränkungen leiden müssen.“ Hierzu zählt etwa Hunger, weil Einkommensmöglichkeiten wegbrechen und Felder wegen Ausgangssperren brachliegen.
„Die Politik ist jetzt gefordert und muss zusätzliche Mittel für Hilfsorganisationen bereitstellen. Die humanitären Krisen, die schon vor der Corona-Pandemie Millionen Menschen bedroht haben, sind nicht einfach verschwunden, sondern können sich in den kommenden Monaten teilweise massiv zuspitzen. Daher reicht es nicht aus, wenn Gelder einfach umgeschichtet werden“, fordert Füllkrug- Weitzel. Gerade jetzt sei es wichtig, internationale Solidarität zu leben. „Wir bitten auch die Menschen hierzulande, all jene nicht zu vergessen, die schon vor der Corona-Krise in großer Not waren und rufen zu Spenden für unsere Arbeit auf.“
Im intensiven Austausch mit ihren lokalen Partnerorganisationen hat die Diakonie Katastrophenhilfe bereits Hilfsprojekte an die aktuelle Situation angepasst und wird dies in den kommenden Tagen weiter vorantreiben. „Gerade in Zeiten von Reisebeschränkungen, die auch Hilfsorganisationen treffen, zeigt sich, dass humanitäre Hilfe ohne unsere lokalen Partner undenkbar ist“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. „Darauf müssen auch die staatlichen Geber reagieren und den lokalen Helfern einen besseren Zugang zu finanziellen Ressourcen ermöglichen.“
In den vergangenen Tagen wurden bereits Aufklärungskampagnen in verschiedenen Ländern gestartet, beispielsweise in Indien, Indonesien und Guatemala. In dem südamerikanischen Land schaltet der lokale Partner der Diakonie Katastrophenhilfe Radiospots, um die Menschen auf die Gefahr durch Corona und nötige Prävention hinzuweisen. Hygieneprojekte in der DR Kongo, die bis vor kurzem die Bevölkerung vor Ebola schützen sollten, werden nun gegen eine Ausbreitung des Corona-Virus eingesetzt.
 
Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet dringend um Spenden
Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin, Evangelische Bank,
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02 BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Corona-Hilfe weltweit
Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

Kindertipp: Was hat der Hase mit Ostern zu tun?
Seit rund 300 Jahren hoppelt der Hase durch Oster-Geschichten. Jeder kennt ihn bei uns - ganz egal, welchem Glauben er oder sie angehört. Das ist kein Wunder. Schließlich fällt der beliebte Eier-Verstecker in jedem Frühjahr in riesigen Rudeln bei uns ein. Schön plüschig oder aus Schokolade stürmt er auch den letzten Supermarkt.
Dabei ist seine Herkunft umstritten. So meinen manche Menschen, Gläubige hätten den Hasen einst wie ein Osterlamm als Opfer dargebracht. Schweizer sollen ihren Kindern das Märchen vom Osterhasen erzählt haben, weil die Kinder den Hühnern das Bemalen und Verstecken der Eier nicht zugetraut haben.
Besonders verbreitet ist aber diese Erklärung:
Im Ei beginnt Leben und der Hase ist ein Meister im Kinderkriegen. Daher gelten Hase und Eier als Symbole für das Leben. Beide passen also perfekt zu Ostern. Denn das ist für Christen ein Fest für das Leben, das Gott den Menschen schenkt.
Quelle: https://www.religionen-entdecken.de/eure_fragen/was-hat-der-hase-mit-ostern-zu-tun
Videotipp: https://www.religionen-entdecken.de/filme/ostern

Der Coronakommentar: Wer ist schuld an Corona?
Zeit auch einmal hier die Schuldfrage zu stellen und den verschiedensten Theorien eine Absage zu erteilen. Verrücktes wird auf der Suche nach Schuldigen beschrieben und esoterische und andere Verschwörungsideen machen es schwierig nicht wütend zu werden. Denn warum gibt es Corona? Warum gibt es Grippe? Warum gibt es Masern? Oder die Pest, oder die Cholera?  Warum gibt es Malaria Mücken und warum lauern jetzt im Gras die Zecken aus aller Welt Ländern? Warum?  
Und wenn ich die Erde selber wäre, dann würde ich fragen, warum gibt es den Menschen?
Es gibt sie alle, die Krankheiten und Lebewesen, weil theologisch gesehen Gott Leben will und ein Gegenüber und es gibt sie evolutionstheoretisch gesprochen, weil sich Gene veränderten und weil es für sie einen Lebensraum gibt, der Nahrung und Fortbestehen garantiert. Das mit den Mutationen und den Krankheiten ist uns längst allen vertraut und was den Antibiotikaeinsatz in einem Teil der Tierzucht, oder auch in Krankenhäusern betrifft, so entwickeln sich  auf unterschiedliche Weise Resistenzen und die vermehren sich umso lieber.
Warum es dann das neue Corona Virus gibt? Weil es in uns Menschen eine Überlebensnische gefunden hat. Darum gibt es dieses Virus, und wenn es von Tieren auf Menschen übersprang, dann deswegen, weil wir die bessere Grundlage zum Überleben für dieses Virus sind. So einfach und doch so gefährlich ist das.
Dahinter einen weiteren Sinn, eine Verschwörung, eine Aktion böser Mächte etc. zu sehen, die dieses arme Virus zweckentfremden und als Nutztier für was auch immer verwenden, ist abwegig, auch wenn es natürlich auch Gewinner rund um diese Krise gibt, wenn man nur an die plötzlich gestiegenen Preise für Desinfektionsmittel denkt, oder die Ausnutzung der Krise um die eigene Macht zu stärken in einigen Ländern.
Aber Corona ist ein Virus und bleibt ein Virus und die entstehen und vermehren sich dort wo es Nahrung für sie gibt und die bieten wir Menschen nun einmal reichlich. Mehr Sinn, mehr Zweck hat Corona nicht, auch wenn Corona anregt über manches in unserer Zeit nachzudenken und wir das hier auch tun.
Im Einzelnen informiert und widerlegt Argumente und Verschwörungstheoretiker:

Link-Tipp:
Information über Falschinformationen und gegen Mythen des Europäischen Parlaments
https://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/priorities/eu-antwort-auf-das-coronavirus/20200326STO75917/mythen-uber-covid-19-woran-erkennt-man-falschinformationen


Montag, den 6. April 2020

Die gute Nachricht:
Wir halten uns dran. Es gelingt und die Maßnahmen greifen. Klar erkranken unsagbar viele Menschen an Covid. Momentan sind  so viele Menschen in Deutschland,  nur um die Größenordnung zu beschreiben,  wie es Einwohner in der Stadt Fürth gibt, erkrankt.  Am Ende der Woche wird man leider wohl die Einwohnerzahl unseres Landkreises dazurechnen müssen, aber es wirkt trotzdem:  Die Zahl der Infektionen hat nicht mehr die gleiche Steigerungsrate, wie zu Beginn. Es gibt Hoffnungszahlen und es gibt Hoffnungszeichen, 50.000 Intensivbetten nicht nur 4000 wie im Lande des Brexit und ich bitte meinen oftmaligen Ärger über Krankenkassenbeiträge zu verzeihen. Wir halten uns an die Regeln, jedenfalls ziemlich und wir erleben mit, dass das einen Silberstreifen Hoffnung schickt und unser Gesundheitssystem mit allem Verbesserungsbedarf  den es gibt, durchhält und  wir erleben mit die Rettung jedes einzelnen Menschlebens steht immer noch im Mittelpunkt.  

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Von Jesus erzählt man sich folgende Geschichte: In diesen Tagen setzte sich Jesus im Supermarkt der Kasse gegenüber. Er beobachtete die Menschen, die mit vollen Einkaufswagen an die Kasse kamen. In großen Mengen legten sie Klopapier, Nudeln, Dosengemüse, Mehl und Hefe auf das Band. Dazu Handschuhe und Desinfektionsmittel. Sie alle trugen Atemschutzmasken und zahlten bargeldlos mit ihren Plastikkarten und Mobiltelefonen.
Da lud Jesus seine Jünger zur Videokonferenz ein und sprach: „Habt ihr sie gesehen?“
„Nein, wen?“ antworteten seine Jünger.
„Die arme Witwe, die sonst jeden Tag kommt und ihren täglichen Einkauf macht.“ antwortete Jesus. „Sie ist schon alt, und sie bleibt zuhause, damit sie sich und die anderen nicht gefährdet.
Die meisten Kunden hier hamstern nur um ihren Überfluss noch mehr zu vergrößern.
Aber für diese Frau sind die wenigen Worte, die sie mit der Kassiererin wechselt, das „Grüß Gott.“ und „Danke. Auf Wiedersehen.“ oft die einzigen Worte, die ein anderer Mensch an diesem Tag zu ihr spricht.“
Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Wer von euch geht zu der Frau und bringt ihr gute Worte und den täglichen Einkauf?“ (nach dem Lukasevangelium 21,1-4)

Aus dem Gemeindeleben:
Musik macht Mut - Welle der Hoffnung
Wunderbar war sie zu hören die Welle der Hoffnung, die an diesem Sonntag vom Kirchturm ausging und durch den Kernort zog. Musik die die Coronaeinsamkeit vertreibt. Musik für die Seele und dass sich so viele anstecken ließen und so viele mit Ihren Instrumenten mitmachten und die Choräle und Musikstücke erklingen ließen, das war ein großes Zeichen der Hoffnung. Dafür vielen Dank. Aufnahmen vom Sonntag zuvor finden Sie hier.
Kontakthalten-Coronatagebuch für Ältere
Vielleicht gehören Sie zu den regelmäßigen Leserinnen und Lesern dieses Coronatagebuches. Vielleicht freuen Sie sich über manch Tagesabschnitt und denken, eigentlich würde meine Mutter, mein Nachbar das Tagebuch auch gerne lesen. Vielleicht drucken Sie einfach die für Sie interessanten Seiten aus und geben sie dann auch an die Menschen weiter, die noch nicht, oder nicht mehr digital unterwegs sind.
Rückmeldungen aus der weiten Welt
Weitere Rückmeldungen aus der Welt erreichten uns aus Amerika, wo die Menschen viele Sorgen haben, aber auf die Kraft des Landes und die Energie der auf regionaler Ebene Führenden vertrauen.  In Indien dagegen herrscht große Sorge und die Mädchen, die normaler Weise für das Azadi Projekt nähen, produzieren jetzt die, so dringend benötigten, Atemschutzmasken. Die Mädchen und Jungen Frauen in den Wohnprojekten haben in der Ausgangssperre verschiedene kreative Projekte entwickelt und kommen mit der Situation offenkundig ganz gut zurecht. Für ihre Familien in den Slums und in den Dörfern sieht es da wesentlich schlechter aus und die Sorge geht um, was macht Corona mit all den Menschen, die bisher schon unter schlimmsten Bedingungen lebten und die immer noch nicht daheim Zugang zu frischem Wasser haben, damit regelmäßiges Händewaschen möglich wird.
Unsere Karte ist weiter verfügbar
Gerade, weil wieder überall Grenzen geschlossen werden und nationale Egoismen zum Verschwinden von Schutzkleidung und letztlich auch wieder zum Entstehen von Feindbildern führen, ist es dringend nötig, 75 Jahre nach Kriegsende die Kontakte in die Weite Welt aufrecht zu erhalten und einen digitalen Gruß zu verschicken, denn nie war es einfacher mit Menschen auf der ganzen Welt in Kontakt zu sein und zu bleiben. Ab sofort ist es das Startbild unseres Tagebuches.
Das Gebet für die Welt
Geht auch in dieser Woche weiter und beim Gebetsläuten, das wir bei 18 Uhr belassen, sind Pfarrer Rucker, Diakon Schneider und Pfarrer Künne auch in dieser Woche in der Kirche  und denken an Sie, bringen Ihre, unsere Notlagen vor Gott und lesen die Texte der Karwoche, damit die Botschaft vom Leiden, Sterben und Auferstehen zumindest einmal am Tage in unserer Kirche erklingt.
Johannes und Maria unter dem Kreuz
Die Karwoche bedenkt das Leiden und Sterben Jesu. Bilder aus unseren Kirchen laden ein zum Nachdenken über das Leid in der Welt. Zünden Sie eine Kerze an, schalten Sie den Computer ein, oder stellen Sie ihr Handy daneben und lassen Sie sich auf die so vertrauten Bilder ein, spüren Sie, was die unbekannten Künstler aussagen wollten und  sprechen Sie ein Gebet für die Menschen die vom Leid in der Welt heruntergezogen und betroffen sind. Maria und Johannes –zwei Menschen vom Leid tief betroffen.

Der Coronakommentar: Wir sind nicht im Krieg!
Warum ist es noch nicht wie in Frankreich, oder schlimmer wie in Amerika? Warum schockieren die Bilder aus England so sehr? Warum wird dort von einem Krieg gesprochen und nicht von einer Krise? Und warum gibt es dort schlimmste Hochrechnungen über mögliche Opfer? Ich denke es liegt auch am mentalen Umgang mit dieser Pandemie. Mit einem anderen Nachdenken und damit einem anderen Herangehen an die Krise. Und das hat durchaus historische Wurzeln:
Wir haben aus der Geschichte gelernt:  wir haben in den Jahren unserer Bonner und jetzt Berliner Republik  eine ganz anderen Art von Lebenseinstellung geschaffen. Eine die den Wert eines jeden Menschen gleich schätzt. Das war ja nicht immer so: bis vor 75 Jahren hieß es gerade hier in Deutschland: Es gibt lebenswertes Leben und lebensunwertes Leben und Ersteres opferte sich und Letzteres wurde umgebracht. Das war der Krieg und das System: Was war da schon ein Menschenleben wert? Die einen waren Helden und die anderen waren Feinde. Umgebracht wurden beide. Kriegsrhetorik überall.
Der Schock folgte nach dem Ende des Krieges. Mit dem 8. Mai 1945 spätestens war klar jedes Sterben im Krieg ist ein sinnloses Sterben. Und es gibt kein Lebensunwertes Leben. Und um jedes Leben muss gerungen und gekämpft werden und die Menschenrechte gelten universell und einfach allen. Das zieht sich durch unser aller Denken bis heute. Darum haben wir hier mit Recht kein Kriegsrecht.
Darum ist die Kriegsrhetorik mancher Staaten auch so falsch. Hier geht es um den Umgang mit einer Krankheit und nicht um einen Krieg und auch 100.000 Soldaten, die das Virus bekämpfen sollen sind keine Armee, die jetzt das aufholen kann, was in vielen Jahren, in denen es nicht um den Menschen ging, sondern ums Geschäft, versäumt wurde.  Und dem Virus kann keiner befehlen bleib an der Grenze stehen oder ich schalte das Internet ab und trage keine Maske und jeder der jetzt noch auf der Straße steht wird erschossen und wir merken, wie seltsam es sein kann, wenn Kriegsrecht herrscht.
Wenn nur in Kriegersprache gedacht wird…. Vor allem, dann werden Opferzahlen schon vorausgesetzt und Helden müssen an die Front. Und ganz praktisch heißt dass das meine Nachbarin sich opfern soll, weil sie Ärztin ist, oder mein Nachbar, der Krankenpfleger ist, denn der ist jetzt Soldat in diesem Krieg und es ist gut und schön fürs Vaterland zu sterben… oder für die Unzulänglichkeiten eines profitorientierten vernachlässigten Gesundheitswesen…..
Umgekehrt bei uns, der Kampf gegen Covid, soll so wenig Opfer wie möglich schaffen, möglichst eben keine und der Wert eines 80 jährigen ist dem Wert eines 27 jährigen gleichgestellt. Darauf ist unsere Gesellschaft aufgebaut. Deshalb gibt es in vielen, vielen Bereichen einen Generationenvertrag, und der schützt b: den jetzt Älteren und den jetzt Jüngeren, der hoffentlich auch einmal bei den Älteren dabei ist. Covid 19 ist allerdings auch zu Jüngeren hinterfotzig und manchmal tödlich, wie so viele Krankheiten.  
Nein es ist kein Krieg, in den die Jüngeren ziehen sollen und alleine Helden sind, sondern es ist eine gewaltige Anstrengung im ganzen Land, um die Pandemie einzudämmen. Mit so wenig Opfern wie möglich, (es ist eben kein Krieg)
Und wir sind uns einig: es wird alles für jedes Menschenleben getan.  Das schenkt nicht nur Vertrauen in Gesellschaft und Staat, sondern stärkt auch das Miteinander in unserem Land und es wird eine der großen Veränderungen danach sein, dass nicht allein Leistung und Wettbewerb, sondern auch der Einsatz füreinander unser großer Vorteil in dieser Krise war und wir eben nicht mit Kriegsworten eine falsche Wirklichkeit herbeigeredet haben.   
Meint Ihr Jörn Künne

Nähtipp:
Einweghandschuhe und selbstgenähte Mund-Nasen-Maske sind meine neue Einkaufsroutine. Für alle die noch Gummiband und Baumwollstoff zu Hause haben möchten wir hier auf die Anleitung mit Schnittmuster und Video vom ARD-Buffet verlinken. Dort wird eine Mund-Nasen-Maske genäht in die man sogar noch einen Filter einlegen kann.

Eine Übersicht mit weiteren kostenlosen Schnittmustern wurden hier zusammengestellt. (Die Übersicht findet ihr am Ende der beiden Schritt-für-Schritt-Anleitungen)

 

Samstag, den 4. April 2020

Sonntagsgrußwort von Dekanin Almut Held:
Bis Ostern…
ist es am Palmsonntag noch eine Woche hin. Die Passionszeit neigt sich, zumindest liturgisch, ihrem Ende zu. Passionszeit, so nennen wir Evangelischen die sieben Wochen vor Ostern und denken dabei an den letzten schweren Weg, den Jesus als Mensch auf Erden zu gehen hatte. Auch für weniger kirchlich ausgerichtete Menschen ist sie als Fastenzeit eine gute Möglichkeit, lieb gewordene Gewohnheiten zu überdenken, inne zu halten und an der einen oder anderen Stelle Verzicht zu üben.
Verzicht üben – dass müssen wir in dieser besonderen Zeit wirklich alle. Verzicht auf Kontakte ist keine einfache Bußübung. Er fällt, bei aller Sinnhaftigkeit, wirklich nicht leicht. In diesen Wochen lernen und erfahren wir ganz neu, wie schön es ist, in eine Gemeinschaft eingebunden zu sein. Sei es Familie, Verwandtschaft, Schule und Uni, Freundeskreis oder Kollegium.  Es ist auch schön und wohltuend, in die Gemeinschaft der Glaubenden eingebunden zu sein, die sich gerne und regelmäßig zu Gottesdiensten und aufbauenden Veranstaltungen trifft. Dass wir darauf gerade in der Vorbereitung auf Ostern verzichten müssen, ist nicht nur für Pfarrer und Pfarrerinnen und alle Musikschaffende unserer Gemeinden ganz schwer auszuhalten, sondern auch für Sie, die Sie gerne unsere Angebote wahrnehmen, nicht nur, aber auch die gottesdienstlichen.
Bis Ostern … So äußern sich gerade in allen Nachrichten, Talkshows, Blogs aus der Quarantäne heraus usw. auch prominente Vertreter und Vertreterinnen aus Medizin, Politik und Gesellschaft. „Wir warten … bis Ostern…“ „Vielleicht … nach Ostern“ – solche und ähnlich hoffnungsvolle Zeitangaben sind momentan täglich zu hören und zu lesen.
Bis Ostern … Das ist gerade ein Hoffnungsgedanke. Ostern wird es zeigen. Ostern wissen wir mehr. Ostern ist ein Hoffnungsanker! Ostern bringt Erlösung!
Ob das auch für die Ausbreitung und Bewältigung der Pandemie gilt, wissen wir noch nicht.
Aber das erste Ostern hat uns gezeigt: Das Leben ist stärker als der Tod.
„Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium." 2. Tim. 1,10
Deshalb lassen Sie uns im Gebet verbunden und in der Krise zuversichtlich bleiben.
Bis Ostern. Und darüber hinaus.
Seien Sie behütet und bleiben Sie gesund!
Das wünscht Ihnen Ihre Dekanin Almut Held

Die gute Nachricht: 
Und er braucht ihn doch, den Nächsten,  vom Wesen her braucht der Mensch den Menschen, ein Gegenüber. Nicht nur in der Einsamkeit einer Quarantäne, nicht nur wenn man im urlaubsparadies das Zimmer nicht mehr verlassen darf, nicht nur in der Einsamkeit in den Altenheimen, in denen die Menschen warten, wie geht es weiter, oder trifft mich Corona auch noch….  Nein der Mensch braucht den anderen, den Kontakt mit ihm und jedes Gespräch auf der Straße  in gebührendem Abstand von mehr als 2 Metern gehalten, mit, oder ohne Mundschutz dauert in diesen Tagen länger. Jeder hat Zeit und jeder nimmt sich mehr Zeit und jeder braucht es, das Gespräch mit dem Mitmenschen, mit dem Nächsten. Computer ersetzen das Gespräch nur sehr lückenhaft, und die Sehnsucht zu telefonieren, zu skypen, mehr von einander zu erfahren wächst mit jedem Tag an dem die Ausgangsbeschränkungen gelten mehr. Ruf doch mal an, klar, Skype doch mit mir, Schreib mir was bei WhatsApp all das sind Kennzeichen dafür, daß der Mensch den anderen braucht und keiner kann allein durchs Leben gehen, darum wird die Welt nach Corona ein stück weit menschlicher sein, weil wir wieder gelernt haben miteinander zu sprechen. Und das ist doch eine wirklich gute Nachricht.
Erste Antworten aus der weiten Welt (Tom Ogilvie/Elisabeth Ritterbeck).
Am Donnerstag gingen unsere Hoffnungsgrüße in die weite Welt. Mit unserer Karte, die immer noch herunterladbar ist, gingen Grüße rund um den Globus, Neuseeland war das erste Ziel,  Australien, Indien, Amerika und Tansania folgten auch unsere Partnergemeinden in Pontault-Combault vor den Toren von Paris , und Pinnow in Mecklenburg-Vorpommern erhielten Post von uns. Deren zum Teil echt erschütternde Antworten lesen Sie im Folgenden, sie spiegeln die unterschiedlichen Bedrohungslagen wieder und doch zeigen Sie uns vereint im Glauben und im Gebet und das ist es wofür Freunde da sind, einander auch über Hunderte von Kilometern weg im Gebet, in den Gedanken und in der geübten und gelebten Solidarität zu tragen und an einander zu denken.  

Nachricht aus Pontault-Combault
Liebe  Freunde
Danke für die Neuheiten von ROSSTAL
Bei uns ist es genau das gleiche   Gestern haben wir ein jungen VATER von 2 Kindern gegraben von CORONA infiziert. Wir konnten seine FRAU und Kindern nur mit Gebet begleiten, wobei jeder Ausgang verboten ist. MARY unterstützte die Familie.
Wir treffen uns jeden Tag über ein Website namens ZOOM, um gemeinsam auszutauschen und vor allem miteinander zu beten. Es tröstet uns, uns jeden Tag zu sehen und die Absichten des Gebets auszutauschen. Wir nehmen auch regelmäßig Nachrichten von den älteren Glieder unserer Gemeinde die keine Verbindung zu soziale Netzwerken haben.
Wir wandeln mit Zuversicht in dieser Zeit  der Leidenschaft und der Auferstehung unseres HERNN und vertrauen IHM unsere Sorgen an. Er ist an unserer Seite und dieses Virus wird besiegt.
Wir sind von ganzem Herzen mit Ihnen und der Gemeinde ROSSTAL in Gedanken und im Gebet
ELISABETH für die Gemeinde PONTAULT COMBAULT

Nachricht aus Pinnow
Lieber Jörn, liebe Freunde in Roßtal,
herzlichen Dank für Deinen lieben Brief. Bis auf die erzwungene Isolation und ihre Folgen geht es uns recht gut. In unserem Landkreis gibt es noch wenige Erkrankte; in Pinnow noch niemanden. Anders als in anderen Gegenden von M/V leben wir auch nicht vom Tourismus; in diesen Orten stehen die Menschen vor großen Herausforderungen.
Ihr habt vielleicht auf unseren aktuellen Gemeindebrief gewartet. Als er aus dem Druck kam, war er schon Makulatur. Wir konnten ihn nur mit einer Einlage verteilen. Im Moment arbeiten wir an einer Extraausgabe. Ich habe sämtlich Bürgermeister/innen um Grußworte gebeten. Beide Briefe schicken wir Euch dann zu.
Große Not herrschte in Bezug auf Mundschutze. Henrike hat die Organisation in die Hand genommen: 8 Frauen haben fleißig genäht und so konnten wir viele Einrichtungen versorgen: das Pflegeheim, zwei Pflegedienste, 2 Apoteken, Arztpraxen, die Tafel in Schwerin etc...
Außerdem sind wir am Verteildienst von Lebensmitteln beteiligt. Jetzt zahlt sich aus, dass wir gute Verbindungen zu unseren kommunalen Partnern haben.
Bei den Absagen für unsere Sommerveranstaltungen wollen wir "auf Sicht" fahren. Bisher haben wir nur die Konfirmation auf Ende August verschoben. Mal sehen, ob unsere Freizeiten und Sommerfeste stattfinden können.
Sorge bereiten mir die Nachrichten aus unseren afrikanischen Partnerkirchen. Ohne ihre Kollekten werden sie in finanzielle Not geraten. Außerdem habe ich so einige Krankenhäuser vor Augen. Intensivmedizin ist dort kaum möglich.
Auffällig finde ich, wie intensiv die Gespräche sind, wo sie denn möglich sind. Die Menschen rücken zusammen, stärken einander, beten füreinander. Das stimmt mich hoffnungsvoll. Corona wird viel verändern. Vielleicht können wir das Gute mit in die Zeit danach mitnehmen.
Bleibt behütet!
Herzliche Grüße, Tom

Über Corona lachen: Erinnern sie sich?
Was war eine der schlimmsten Situationen als Kind? Fußnägel schneiden, oder Ohrenschmerzen? Und vielleicht auch die Angst vor dem Haare waschen beim Badetag. Ein Frischer Waschlappen über den Augen beruhigende Worte der Mutter und am Ende dann doch Seife in den Augen, dann doch das Shampoo zwischen den zugepressten Augenlidern, und dann im letzten Moment, wo alles schon vorüberschien, dann mit den seifigen Fingern selber ins Auge langen… und  dann brannten die Augen wie Feuer und die Lust aufs Baden war vergangen und wenn es dann wieder hieß Haare waschen…. Dann hatten auch die frechsten Bengel Angst….
Was das mit Corona zu tun hat? Dem Virus, der die schlimmste Krise seit dem zweiten Weltkrieg ausgelöst hat? Der mächtigste Virus unserer Epoche, der der Weltwirtschaften stolpern lässt und tausende von Toten fordert.  Der seit Wochen unser Denken, Handeln, Leben bestimmt. 
Dieser Virus hat Angst vor Seife. Ja Angst wie der Bengel vor dem Haare waschen, Angst vor der Seife, die seine leicht fetthaltige Oberfläche auflöst und den Virus absterben lässt. Ganz einfache fettlösende Seife.  … Deshalb immer Händewaschen und wie man es seinen Kindern eben beibringt, aber bitte mit Seife….  Natürlich kann keiner von uns Seife lutschen, ist der Virus erst einmal im Hals müssen andere Mittel ran…  Aber vorbeugend hilft Seife, hilft Spülmittel. Nicht zum Gurgeln, aber damit die Hände gesäubert werden, hilft ganz normale Seife und es tut gut zu wissen, dass der Menschheit Feind Nummer 1, dieses Corona -Virus, Angst vor Seife hat und so einfach auf allen Oberflächen zu bekämpfen ist und dieses Virus hier schwach und verletzlich wird. Ein bisschen Seife an den Fingern, gründlich die Hände gespült und damit ist Corona zum Teil besiegt und ja es ist wichtig sich das auch vorzustellen, mit Wasser und Seife ist ein Teil der Bedrohung zu besiegen, die die Welt und das Leben so vieler in Angst und Schrecken versetzt. Denn die Schwächen eines solchen Gegners zu kennen hilft ihn zu besiegen und die  Vorstellung, Eigentlich hat das Virus Angst vor dem Shampoo wie das Kind in der Badewanne, das hilft auch einmal über das Virus zu lachen…
 und vielleicht schauen Sie am Wochenende einmal all die schrecklichen Fotos an, die es von Ihnen oder Ihren Kindern in der Badewanne gibt… und denken sie an ihre größte Angst am Badetag….. und dem Corona Virus geht es genauso.
 
Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Vor vielen Jahren besuchte ich zum ersten Mal einen Gnadenhof für Esel in Südengland. (www.thedonkeysanctuary.org.uk). Esel sind so wundervolle Tiere, dass ich öfters dorthin zurückgekehrt bin. Es ist schon ein besonderes Erlebnis, wenn ein solches Grau-(Braun-, Schwarz-)Tier seinen Kopf über das Gatter streckt und du es zwischen den Ohren kraulen darfst.
Esel sagt man bei uns sind störrisch und dumm. Im Vergleich zu Pferden sind sie viel zurückhaltender und vorsichtiger. Pferde leben in den weiten Steppen. Beim ersten Anzeichen der Gefahr können sie loslaufen und fliehen.
Esel leben in gebirgigen Landschaften. Bei jedem Schritt prüfen sie, ob der Fels tragfähig ist, ob das Geröllfeld auch stabil ist. Während das Pferd über die weiten Grasflächen davon läuft, ist es für einen Esel oft sicherer stehen zu bleiben, als auf dem lockeren Geröll abzurutschen und sich die Beine zu brechen. Es ist kein Starrsinn oder Dummheit, sondern nur die Vorsicht, die die Tiere stehen bleiben lässt. Lieber verweigern sie sich, kämpfen, treten und beißen als sich in Gefahr zu begeben.
Am Palmsonntag erzählen wir die Geschichte wie Jesus in Jerusalem einzieht. Er reitet auf einen Esel. Sicher er hätte vielleicht auch einen vierspännigen Streitwagen der Römer bekommen um wie ein siegreicher Feldherr in die Stadt einzuziehen. Aber er nimmt den Esel, das Reittier der alten israelitischen Könige Saul und David.
Esel sind vorsichtig, sie prüfen erste den Weg den sie gehen. Ob Jesus seinen Weg auch geprüft hat? Hat er bedacht, was ihn erwarten könnte, wenn er sich nach Jerusalem, in die Feste seiner Gegner wagt? Dazu noch am Passafest, dem großen Wallfahrtsfest, wo viele religiös fanatische Menschen in der Stadt sind?
Die Evangelien erzählen, dass Jesus wusste, auf was er sich einlässt. Er selbst sagt: „Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird überantwortet werden den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten, und sie werden ihn zum Tode verurteilen und den Heiden überantworten.“ (Markusevangelium 10,33)

Aus dem Gemeindeleben - Musik macht Mut: Welle der Hoffnung
Geschlossene Kirchen, abgesagte Gottesdienste, das Gemeindeleben verschoben, oder digitalisiert.  Kein Fastenessen, kein Ostereiermarkt im Heimatmuseum.  Eine echt stille Passionszeit.
Auch in der Laurentiuskirche herrscht meistens Corona bedingte Friedhofsstille. Das muss so nicht bleiben, dachte Stephen Jenkins. Zusammen, mit dem Posaunenchor organisierte er am vergangenen Sonntag eine Bläserstafette durch den historischen Frankenmarkt. Während er als bezahlter Kirchenmusiker auf dem Kirchturm das Startsignal gab, spielten im ganzen Ort verteilt die Mitglieder des Posaunenchores  von daheim aus, zu klar verabredeten Zeiten. Dass die Choräle nicht überall zuhören waren, lag in der Natur der Sache, aber es motivierte den Musikzug Roßtal dazu Bläserhilfe anzubieten und so werden am Sonntag  nicht nur 16, sondern fast 30 Musiker ab 10 Uhr eine Welle der Hoffnung durch den Ort Roßtal starten und mit ihrem Spiel vielen Bewohnern eine sonntägliche Freude bereiten. Drei Choräle werden dabei erklingen und zumindest im Kernort eine Welle der Hoffnung auslösen….



Gebet für die Verstorbenen aus Roßtal und Umgebung:
Guter Gott!
Nicht immer verläuft Leben, wie wir es wünschen. Nicht immer macht der Körper das, was wir wollen, nicht immer geht alles gut im Leben und Leid, Krankheit und Tod greifen auch in jungen Jahren nach uns. Darum lass die Verstorbenen dieser Woche in unseren Herzen weiterleben, aber hilf uns auch, den Tod als Freund und Ende für deren Leid und deren Schmerzen entdecken und hilf uns mit Zuversicht auf Ostern zuzugehen, denn wir wissen um die Kraft des Lebens gegen den Tod.  Amen.

Notrufnummern: Bei Konflikten zu Hause
Zu Hause eskalieren die Konflikte?
Sie sind von häuslicher Gewalt betroffen?
Sie fragen sich, wie Sie Betrofenen helfen können?

Unter folgenden Notrufnummern finden Betroffene von Konfliktsitutationen und häuslicher Gewalt oder ihr Umfeld kostenlos und anonym Hilfe und Beratung.


Rundfunktipps für Sonntagsgottesdienste:
Übersichtstabelle zu Kirche im Fernsehen, Radio und Internet als pdf-Dokument und Übersichtskarte der Evangelischen Funkagentur.

Jeden Sonntag, 10:30 Uhr, Bayern 1: Evangelische Morgenfeier. Danach in der in der Mediathek
Jeden zweiten Sonntag ab 10.05, Deutschlandfunk (DLF) Gottesdienst (Informationen unter www.rundfunk.evangelisch.de/kirche-im-radio/) Nächster Termin 5.4. (im Wechsel mit ZDF).
Jeden zweiten Sonntag um 9.30 Uhr, ZDF: evangelischer Gottesdienst. (im Wechsel mit DLF)
Osternacht in BR Fernsehen: 11. April von 22.00-23.00 Uhr aus Bad Reichenhall mit Regionalbischof Christian Kopp. Danach in der BR-Mediathek verfügbar. Kirchedigital sorgt für ein Liedblatt zum Download.

Wöchentliche Hör-Andachten

Eine Übersicht über religiöse Beiträge in den bayerischen Privatradios gibt www.sonntagsblatt.de

Digitale spirituelle Angebote
EKD „Kirche von zu Hause“ sammelt Angebote in Deutschland. Darin (Stand 14.3.20) Hinweise zu 
- Twitter Andachten #Twaudes und #Twomplet
- OnlineKirche der EKM
- Andachts-App
- Kirchenjahr-evangelisch
- BibelAPP
- App XRCS (Hannover)
- Netzwerk yeet (gep)

Gottesdiensttipps:
Für Kirche mit Kinder gibt es jetzt einen eigenen youtube-Kanal www.kirchemitkindern-digital.de

Für Erwachsene haben wir mehrere Anleitungen für Sie bereit gestellt
-   Ablauf Gottesdienst@home von Diakon Gerhard Landes aus Veitsbronn/Obermichelbach
-   Hausgottesdienst aus Puschendorf
-   Hausgottesdienst für Familien und Jüngere aus Puschendorf

 

Freitag, den 3. April 2020

Die gute Nachricht: Prinz Charles ist wieder gesund
Ja und das ist heute nicht nur eine Boulevardmeldung, sondern eine echte gute Nachricht, denn damit ist klar Corona geht auch vorbei und die Zahl der Geheilten und aus den Krankenhäusern und der Quarantäne Entlassenen steigt auch und in der Flut der Neuerkrankungen, in der Masse der Infektionen und der schrecklichen Bilder ist das einfach wohltuend, daß Menschen wieder gesunden und das Beispiel Prinz Charles zeigt, auch Promis sind vor dem Virus nicht sicher. Und es zeigt:  auch wenn er vielleicht bevorzugt behandelt wurde, was bei einem Prinzen nicht ungewöhnlich ist sein Körper mußte sich selber helfen, denn gegen Viren gibt es keine Mittel außer der eigenen möglichst stabilen körpereigenen Abwehr und die kann man mit einem gesunden Lebensstil und einer entsprechenden Ernährung, ein Stück weit wenigstens, trainieren.

Coronatänze
Ja Corona gibt den Takt vor. Ja immer schneller steigt die Zahl der Erkrankten. Jung und Alt trifft es. Und Reich und Arm, Mann und Frau, ja die Welt tanzt nach dem Coronarhythmus. Pandemien waren deshalb nicht umsonst Anlass für die Gestaltung mittelalterlicher Totentänze. Hap Grießhaber hat in dieser Tradition eine berühmte moderne Holzschnittmappe geschaffen, den Totentanz von Basel und er zeigt die Krankheit und der Tod sind der große Gleichmacher. Es trifft alle und die Krankheit gibt den Rhythmus vor.  
Das gilt jetzt auch bei uns und noch ist es ein Tanz zur Vermeidung der Krankheit und noch lange kein Totentanz.  Wir tanzen ihn um Abstand zu gewinnen und Abstand zu halten. Bewegen uns im großen Abstand wie Tänzer auf vorbestimmten Positionen.  Achten Sie darauf, wie vernünftige Menschen den Abstand auf zwei Meter zu halten suchen und es fast ein Tanz ist wenn Menschen sich begegnen, oder wenn sie versuchen den Abstand im Gespräch zu bewahren. Achten sie darauf wie immer wieder neu Bewegung in die Gruppierungen von Menschen kommt. Abstand halten gilt, wenn man in der Schlange vor einem Geschäft wartet, oder wenn man Menschen auf dem Friedhof trifft, oder wenn Spaziergänger sich begegnen. Wir alle tanzen den Coronatanz und das ist gut so, denn mit dem Abstand, den wir halten, denn mit den zwei Metern bis zum Nächsten schaffen wir Raum, dass wir auch zukünftig einen Lebenstanz tanzen können.  Und darum so sehr man einander nahe sein möchte, halten wir Abstand, tanzen den Coronatanz. Ja die Krankheit gibt den Rhythmus vor, aber auch das gilt kein Tanz dauert ewig und Distanz schützt nun einmal.  Und bitte halten Sie auch dann Abstand, wenn Sie nicht mehr so gut hören….  Meint Ihr Jörn Künne

Gedanken von Jörg Alt: 
Gestern Abend hätte der Jesuitenpater und Buchautor Jörg Alt im Gemeindehaus über Globalisierung, Weltwirtschaft und Weltethik mit uns nachgedacht. Leider fiel dieser Abend den Coronaverschiebungen erst einmal zum Opfer. Um einen Beitrag und seine Sichtweise zu Corona und die Aufgaben unserer Weltgemeinschaft gefragt, hat er uns diese Zeilen zukommen lassen:
 
Liebe Leserin, lieber Leser,
was habe ich letzten Freitag von CSU (nahen) Personen Schläge bekommen als ich sagte, dass Corona und Klimakrise gleich wichtig und gleich tödlich seien! Das sei doch nicht vergleichbar!
Doch durchaus: Die eine Krise ist halt spürbar, die andere scheint weit weg. In Deutschland hat durch den Klimawandel schlimmstenfalls die Bahn Probleme bei „Extremwetter“, anderswo sterben schon jetzt viele tausend Menschen – Stichwort Dürrekatastrophe in Südafrika. Aber auch in der Klimakrise fahren wir sehenden Auges an die Wand: Wir haben nur noch 5-10 Jahre, um das Schlimmste zu verhindern.
Aber: Die Coronakrise kann uns viel lehren, was dann hoffentlich nach ihrem Ende nicht vergessen wird:
Zunächst, dass man vieles machen kann, ohne mit Auto oder Flugzeug unterwegs zu sein. Es ist doch schon ironisch, dass Corona uns anscheinend hilft, die Klimaziele 2020 doch noch zu erfüllen! Sowohl in China als auch Deutschland geschieht plötzlich vieles, was auch Ozeanien und Afrika hilft.
Oder: Entschleunigung hat gute Seiten: Für die Familie, Lesen, Gartenarbeit…. Oder zum Stichwort Solidarität: Wenn wir uns aktuell darüber aufregen, dass Jugendliche sagen „Corona ist mir egal – ich bin jung!“ sollten die Älteren fragen was der Unterschied ist wenn sie mir immer mal sagen „Ich bin älter, wenn die Klimakrise kommt bin ich tot.“
Dies, und vieles mehr, sollte uns, wenn die Krise hoffentlich glimpflich zu Ende ist, daran erinnern: Folgte man in der Coronakrise bereitwillig dem Rat der Wissenschaft und spielten Verbote und Geld auf einmal keine Rolle, warum sollte man dies nicht dann auch für den Kampf gegen unser kippendes Weltklima anwenden?  
In diesem Sinne gilt für mich: Keine Krise ist so schlimm, dass sie nicht auch gute Seiten hat und dass wir klüger, verständiger und solidarischer aus ihr hervorgehen könnten. In diesem Sinne: Gott befohlen,
Ihr Jörg Alt SJ                   (Foto: Jesuitenmission)

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Ohne die CoronaKrise würde ich jetzt wieder die Lieder für den Gottesdienst am nächsten Sonntag heraussuchen. Ein schönes Morgenlied für den Beginn des Gottesdienstes wäre EG Lied Nr 443 Aus meines Herzens Grunde. In der vierten Strophe heißt es da:
Mein Leib und meine Seele,
Gemahl, Gut, Ehr und Kind
in dein Händ ich befehle
und die mir nahe sind
als deine Geschenk und Gab,
mein Eltern und Verwandten,
mein Freunde und Bekannten
und alles, was ich hab.
Georg Nige’s Lied von 1586 wird zu meinem Stoßgebet März 2020.
Behüt euch Gott und bleibds xund.
Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. (Psalm 121,7)

Aus der Kirchengemeinde:
Rund um den Globus und tatsächlich in alle Kontinente konnten wir gestern Karten versenden. Manch Antwort kam mit viel Glaubensmut und viel Sorge und auch Traurigkeit. Wichtig aber daß wir ein Zeichen der Hoffnung setzen konnten und wir alle gemeinsam diese Zeit tragen und uns gegenseitig stützen können.  Näheres und manch Bericht folgt in den kommenden Ausgaben des Coronatagebuches
Die Bläserstafette unseres Posaunenchores ist inzwischen Digital zu hören und zu sehen. Für diesen Sonntag gibt es noch einmal eine Erweiterung.
Zeitunglesen lohnt, nicht nur wegen der Berichterstattung, auch unsere Kirche war gestern wunderschön beleuchtet in der Zeitung zu sehen. (Foto: Luca Baäuerle)
Michael Bauer spielt heute um 10 Uhr wieder auf der orgel der Laurentiuskirche.

Das Kochrezept: Fastenessen
Um Ihnen beim Fastenessen die leckere Hochzeitssuppe oder das Rindfleisch mit Kartoffelsalat zu servieren, stehen viele Kirchenvorstände und viele Helfer stundenlang in der Gemeindehausküche. Dieses Jahr dürfen Sie die Rezepte Zuhause gerne nachkochen. Hier gibt es die Rezepte zum Herunterladen bzw. Ausdrucken und hier ein paar appetitanregende Bilder vom Fastenessen 2017.

Kindertipp: bunter Smoothie oder selbstgemachtes Eis
Zutaten:
2 Tiger-Bananen (die mit den braunen Flecken)
1 großer Apfel
150 g Erdbeeren (z.B. tiefgekühlt)
100g Naturjoghurt

Obst waschen und in grobe Stücke schneidern. Alle Zutaten in einen leistungsstarken Mixer und ca. 1 Minute mixen.
Entweder in einem Trinkglas sofort als Smoothie servieren oder ab ins Gefrierfach in einer Eis-am-Stiel-Form und später genießen.

Donnerstag, den 2. April 2020

Die gute Nachricht:
Manchmal ist jeder seines Glückes eigener Schmied. Das gilt auch für die gute Nachricht. An dieser Stelle können weltweite Nachrichten stehen, Informationen, die alle Menschen in Aufregung und vielleicht auch Freude versetzen können, aber Sie selber spricht gar nichts an. Lagerkoller, Einsamkeit, Sorgen um die Zukunft, was kommt auf mich noch zu…. Es gibt schnell ganz  viele Gründe, die eine gute Nachricht kaputt machen und mit denen ihre Bedeutung für uns verloren geht.
Darum einmal mehr der Hinweis, aus den Achtsamkeitsübungen, oder besser dem guten traditionellen Gute-Nacht-Gebet, für was bin ich dankbar, was war für mich heute die gute Nachricht, das was für mich heute wirklich gut war. Bitte überlegen Sie das und schließen Sie Ihren Dank in Ihr Gute-Nacht-Gebet ein und sie werden besser schlafen und es ist dann ihre gute Nachricht, an die sie sich erinnern können und sollen und dann ist jeder tatsächlich seines Glückes Schmied.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Gute Nachricht? Gute Nachricht!!! Am Montag hat die Tochter meines Cousins ein Kind entbunden. Der berechnete Zeitpunkt der Geburt hätte schon vor einer Woche sein sollen und am Wochenende haben wir noch geflachst „Ich würde jetzt auch nicht in diese kranke, verkehrte Welt kommen wollen.“
Aber wir freuen uns alle von der Urgroßtante bis zu den Geschwistern, von den Eltern bis zu den, ach ich weiß gar nicht wie man all die anderen Verwandten nennt. Wir stehen im Augenblick in der Familie in engen E-Mail Kontakt und es ist gut einmal etwas anderes zu lesen als „Wir sind alle noch gesund.“ Das Kind ist in dieser Welt, das Leben geht weiter.
In einer Welt, in der im Augenblick alles auf den Kopf gestellt wird, ist das ein Zeichen der Hoffnung: Denn du hast eine Zukunft, und deine Hoffnung wird nicht enttäuscht werden. (Sprüche 23,18)

Der Coronakommentar: Die große Pause
Nein es soll jetzt keineswegs all die Ängste kleinreden, es geht für Patienten, die an Corona erkrankt sind wirklich um Leben und Tod und es soll auch die Folgen der Schulden für die jüngere Generation, oder die Existenzangst vieler Beschäftigter und vieler Betriebe nicht vergessen. Aber es gibt einen Aspekt der Coronakrise, der trotz allem seine Berechtigung hat. Wir leben in einer großen Pause und eine jede Pause unterbricht das Weiter so. Es ist ein Break, ein Abbruch des Vertrauten. Es geht auf einmal nicht immer schneller und hektischer und größer. Sondern vieles steht still. Das hat schlimme Folgen ganz sicher, aber es birgt auch die Chance des Nachdenkens. Über die Konsequenzen für das Gesundheitswesen und die Pflege wurde hier schon nachgedacht aber es gilt in vielen anderen Bereichen ebenfalls hinzuschauen und die Pause zur Neuorientierung zu nutzen.
Nein es ist nicht das: „da müssen erst einmal schlechte Zeiten kommen“, „ oder euch geht es ja viel zu gut“, mit dem wir Babyboomer aufwuchsen, es geht auch nicht um die Strafe für die immer größere Gottlosigkeit auf der Welt, oder säkularer ausgesprochen, um die Folgen der Globalisierung, die so nicht mehr weitergehen sollte.
Sondern das Virus ist da, wie alle anderen Krankheiten auf der Welt auch. Dafür kann niemand etwas, und das Virus kennt eh keine Staatsgrenzen und die zwischen Menschen eben auch nicht. Es heißt mit ihm umzugehen und vielleicht auch die Pause als Bruch mit dem Weiter so zu verstehen. Im Kleinen wird vieles ausprobiert, zwangsläufig, die Vor- und Nachteile des Homescoolings werden sichtbar, das Bedürfnis nach anderen Menschen, nach Kontakten und Gesprächen, Telefonleitungen die wieder heiß laufen und es heißt nicht mehr fasse dich kurz… Gemeinsame Mahlzeiten, miteinander reden und essen. Familien, Paare, sie wachsen (wieder) zusammen. Und was hier im Kleinen geschieht verändert die Welt, verändert die Welt auch im Großen.
Die Krise als Chance, Nachdenken wie geht es danach weiter, was wird wichtig und natürlich vereinfacht die Frage, Börsenkurs und weiter so, oder eine neue Solidarität unter den Menschen, wir sind Teile der einen Welt, des einen Deutschlands, des einen Roßtals und wie soll das aussehen und was ist dann wirklich wichtig und was gehen uns die Menschen in China, in Afrika und in Italien an. Warum sind wir Kinder der einen Welt? Die Krise als Chance, nicht nur als Angstmacher zu sehen, das gilt es jetzt zu nutzen und miteinander in den verschiedensten Bereichen zu diskutieren. Was für Arbeitszeitmodelle soll es in Zukunft geben, wie ist das mit dem Verkehr in der Zukunft? Wie ist das mit der Digitalisierung? wohin geht hier die Reise? Wie geht sparen, so dass es Spaß  macht. Wie gestalten wir unsere Urlaube der Zukunft? Wie solidarisch sind wir mit den armen Ländern…. Und vieles mehr.  und dazu gilt es miteinander ins Gespräch zu kommen, denn Angst allein frisst die Seele auf und das Kaninchen, das nur die Schlange sieht, wird gefressen.  Also fangen wir das miteinander reden an….
Meint Ihr Jörn Künne

Unsere Hoffnungsmail: Machen Sie mit!
Heute nun laden wir ein zu einer weltweiten Aktion der Hoffnung. Heute am Donnerstag den 2. April, laden wir Sie ein, einen Gruß der Hoffnung zu verschicken, einen Gruß der von unserer Osterhoffnung getragen wird. Dafür haben wir ein Bild unserer Kirche mit einem Hoffnungsgruß gestaltet, den Sie für Ihre persönliche Mail, WhatsApp-Nachricht oder als Statusbild verwenden können.
Bitte schicken Sie Ihre Grüße an die Menschen in der weiten Welt, die sie kennen. Wir alle sind von Corona bedroht. Und diese Bedrohung zeigt, wie noch nicht einmal der Klimawandel, wir sind alle Teil dieser Welt. Wir gehören zusammen und wir stehen zusammen. In allen Kontinenten und überall auf der Welt. Darum schreiben, sie Firmenkolleginnen, Austauschschülern, Nachbarn, die vor Jahren ausgewandert sind, Zufallsbekanntschaften, Sportsfreundinnen und Hobbykollegen in der ganzen Welt. Grüßen sie einander und schicken Sie Ihnen mit unserer Karte einen Gruß der Hoffnung und der weltweiten Solidarität. Denn we are the world und vielleicht hören Sie sich diese Hymne morgen auch einfach einmal an, wir sind die eine Welt und es tut gut das nicht zu vergessen. (Bitte auf das Bild der St.-Laurentius-Kirche klicken. Anschließend öffnet sich die Detailansicht. Diese können Sie mit klick auf die rechte Maustaste oder langes antippen am Smartphone bzw. Tablett abspeichern.)  

Aus dem Gemeindeleben:
Wir planen Ostern für die Gemeinde, was wünschen Sie sich. Rufen Sie doch an, oder schicken Sie uns doch eine Mail, was würde Sie an Ostern von uns als Kirchengemeinde freuen. Was könnten Sie sich in diesen Tagen der Ausgangsbeschränkungen vorstellen und worüber würden Sie sich freuen?
Der kleine versteckte Aprilscherz in der gestrigen Ausgabe war  die Aussage, dass eine meiner größten Sorgen, die Sorge um meine Frisur war. Hier gibt es ein kleines April, April… alle Friseure in Roßtal mögen es verzeihen….
Am Sonntag hätten wir uns beim Fastenessen und beim Ostereiermarkt getroffen, deshalb gibt es an dieser Stelle  morgen die Rezepte für unser Rindfleisch mit Festtagssuppe, samt dem Geheimnis der kleinen Klößchen…. Denn gutes Essen macht die Kontaktsperren ein klein wenig erträglicher.

Kindertipp:
Wir haben für euch Links zu Ostermalvorlagen gesammelt und wünschen Euch viel Spaß beim Ausmalen.
- www.kinder-malvorlagen.com
- www.kostenlose-ausmalbilder.de
- www.malvorlagen-bilder.de
- www.erlebnisgeschenke.de
- www.ausmalbilder.info
- www.beste-ausmalbilder.de
- www.mandala-bilder.de

Mittwoch, den 1. April 2020

Die gute Nachricht:
Es gibt sie immer noch, die verlässlichen Quellen, die klaren Antworten, das Hintergrundwissen, ganz ohne Verschwörungstheorien und ohne Vereinfachungen. Es gibt sie im digitalen Raum, die Seiten, die klare Informationen geben und wissenschaftlich fundierte Antworten haben auf alle Fragen rund um Corona und das was gerade geschieht. Die Seiten des RKI (Robert Koch Institutes) sind derartige seriöse Quellen und sie stellen ohne Schnörksel dar, was Corona ist und warum Corona so gefährlich ist.  Einfach RKI googlen und schon sind alle Informationen zu Corona nachlesbar. Ähnlich klar, aber nicht nur auf medizinische Themen beschränkt, gibt die Seite Faktenfinder Informationen und Antworten, auf Fragen, auf die man erst einmal kommen muss. Hinter dieser Seite steht ein Team der ARD-Tagesschau. Gut, dass es diese Seiten gibt, denn Unwissenheit verstärkt immer die Unsicherheit.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker: Der irre Claude
Unser Posaunenchorleiter hatte uns einen Bläsersatz für Deep Purple’s „Smoke On The Water“ ausgeteilt. Trotz etlicher falscher Noten und Rhythmusfehlern klang das Stück gut. Einer der jungen Bläser rief: „Das müssen wir bei der Konfirmation spielen.“ Der Chorleiter hatte mehr an die Kirchweih oder als Spielstück bei einem Konzert gedacht, und er war sehr zurückhaltend als ich es dann wirklich bei der Konfirmation als Predigtlied einsetzen wollte. Ich hatte im Internet den Text und die Geschichte dazu gelesen. Ich fand das passt genau zur Situation der Konfirmanden.
1971 war Deep Purple in Montreux um mit einem mobilen Tonstudio Aufnahmen für eine neue Platte zu machen. Am Abend vorher gab Frank Zappa mit The Mothers ein Konzert im dortigen Casino. Während des Konzertes brach im Casino Feuer aus. Irgend ein Löli hatte mit einer Signalpistole in die Bühnendekoration geschossen, die daraufhin Feuer fing. Die Bandmitglieder sahen von ihrem Hotel aus wie der Rauch des Brandes sich über den Genfer See ausbreitete.
Das Verwunderliche an dem ganzen Geschehen war, dass niemand ernsthaft zu Schaden kam. Claude Nobs, der Manager des Festivals organisierte die Evakuierung des Konzertsaals. Im Song wird ihm dafür ein Denkmal gesetzt: „Funky Claude was running in and out / Pulling kids out the ground.“ (Funky Claude rannte wie irre rein und raus um die Leute vom Gelände zu bringen.)
Auch heute 48 Jahre nach Veröffentlichung des Songs singt man das Lob eines Menschen, der sich für andere eingesetzt hat, aber der Name des Lölis, der das Haus in Brand gesetzt hat, ist vergessen.
Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, aber der Gottlosen Weg vergeht. (Psalm 1,6)

Coronatagebuch und der Blick in die Zukunft:
April, April…. Wie gerne würden wir jetzt glauben alles wäre nur ein Aprilscherz. Wie gerne würden wir jetzt denken, das alles ist nur der Einfall eines Kabarettisten, der einen schlechten Scherz macht , mit seinem weltweiten Lock Down, oder der Nachricht dass eine Beschränkung der Todeszahlen auf 100.000 Tote in den USA ein Erfolg sein sollen, oder Einschränkung meiner öffentlichen Rechte und ich nicht mehr zum Friseur darf.  
Wie gerne würden wir heute locker und leichte Witze reißen auch über Corona, aber das Lachen bleibt im Halse stecken, weil gerade Coronawitze nicht nur geschmacklos sind, sondern oft menschenverachtend. Aber natürlich gibt es immer Witzbolde, die den Ernst nicht erkannt haben und die nicht merken es geht um Leben und Tod. Und natürlich ist es gut mit einer Schutzmaske unterwegs zu sein, sie in der Warteschlange aber abzunehmen um zu rauchen ist dann eher suboptimal.  Aber wie gesagt, Witzbolde gibt es immer, sogar solche,  die gegen die Coronaauflagen klagen, aber das Recht auf einen Beatmungsplatz vor dem Verwaltungsgericht einfordern würden… Und ja die Lage ist ernst, es geht für viele Menschen um Leben und Tod, Abstandhalten ist das Gebot der Stunde. Aber in Indien ist das unmöglich….
Es geht in diesen Tagen um Leben und die schiere Existenz. Nicht nur als Risikopatienten, oder als Selbständige mit kleinem Laden, sondern auch als Angestellte  mit Kurzarbeitergeld mit all den Sorgen um die Zukunft. Und da darf keiner in den April geschickt werden, auch nicht von seinen Arbeitgebern. Natürlich Lachen entspannt und positiv denken ebenfalls. Und das ist es was wir brauchen, einen kleinen Aprilscherz, nicht über die Lage, aber so dass man einmal lachen kann, jeden Tag und auch jeden Tag einen Rückblick auf all das was trotzdem gut war und wie sie die Coronazeit dieses Tages für sich selber nutzen konnten, und ja ein Scherzwort zur rechten Zeit und damit eine Einstellung, die keine schlechten Scherze über die Zukunft macht, Keine Sätze, die verharmlosen, aber auch keine Sätze die alles nur schwarz sehen,  sondern Worte der Zuversicht, dass diese Krise auch Zukunft ermöglicht und das mit einem Lachen oft mehr gewonnen ist, als mit einer Analyse. Dass Sie das nicht nur heute miterleben können, wünsche ich Ihnen und ja auch in diesem Abschnitt ist ein kleiner Aprilscherz versteckt.  Bleiben Sie behütet und gesund. Ihr Jörn Künne

Kirchliches Leben: 
Osterbrunnen, statt Friedhofscontainer
Damit der Osterbrunnen, geschmückt vom Heimatverein, vor dem Pfarrhaus auch wirklich zur Geltung kommen kann, muss der Container für Friedhofsabfälle wieder weichen. Bis Donnerstagabend steht der Container für kompostierbare Friedhofsabfälle zur Verfügung, danach gibt es wieder freie Sicht für Menschen die Ostern so frei sind, mit einem Spaziergang im kleinsten Kreis den oberen Markt zu umrunden und dabei zufällig am Osterbrunnen vorbei zu gehen. Und klar für etwaige Begegnungen mit anderen Menschen, wir wissen sehr wohl um die Abstandsregeln.  
Heute um 10 Uhr
Michael Bauer, unser Organist spielt heute und am Freitag um 10 Uhr auf der Orgel der Laurentiuskirche
Die neue Internationale der Hoffnung
Machen Sie doch mit! Am Donnerstag den 2. April schicken wir Hoffnungskarten und Grüße aus Roßtal in die weite Welt. Bitte beteiligen Sie sich doch an unserer Grußkartenaktion- Grüße der Hoffnung an all unsere Bekannten in der weiten Welt. Schicken Sie an diesem Donnerstag Grüße zu all den Menschen, die Sie in der weiten Welt kennen und zeigen Sie so wir sind miteinander verbunden und die Hoffnung trägt uns weiter.  
Ruf doch mal an:
Frau Nüchterlein/Pfarrbüro: Tel. 09127/57416 Montag und Mittwoch bis Freitag von 9:00 bis 12:00 Uhr
Pfarrer Künne: Tel. 09127/57 416 Dienstag und Donnerstag von 14:00 bis 16:00 Uhr
Pfarrer Rucker: Tel. 0151/265 534 42 täglich von 10:00 bis 12:00 Uhr
Diakonin Popp: Tel. 09127/904 219 Mittwoch von 13:00 bis 14:00 Uhr und Mobil 0170/9650890

Kindertipp: Riesenseifenblasen
Riesenseifenblasen kannst du ganz einfach selbst herstellen. Hier ein Rezept mit Videolink von Muddivation.
Zutaten für Riesenseifenblasen:
- 5 l destilliertes Wasser (Edeka oder Rossmann)
- 30 g Tapetenkleister (Edeka oder Rossmann)
- 30 g Glyzerin (Apotheke)
- 625 ml Fairy Ultra (Edeka oder Rossmann)
Damit machst du aus der Flüssigkeit riesengroße Seifenblasen:
- Schnürsenkel, Baumwollkordel (z.B. von einem alten Turnbeutel)
- 2 Stöcke oder Rundholzstäbe
- evtl. Blumendraht und Schlüsselring (Beispiel am Ende dieses Videos von Mamiblock ;-)
 
Dienstag, den  31. März 2020

Die gute Nachricht:
Wir tun etwas (NICHT)! Das ist die gute Nachricht dieser Tage. Wir tun etwas, Richtiges, indem wir es NICHT tun. Das ist doch wirklich eine gute Nachricht, durch Nichtstun, Leben retten.
Social distancing heißt das auf neudeutsch und wir halten uns daran. Das war die zweite gute Nachricht. Mindestabstände beim Einkauf, kein Friseur und Sport nur alleine, oder mit der Familie. Eigentlich ganz einfach, wenn man nicht in Quarantäne muss.  Und es geht weiter so, vorerst. Aber es war doch jedem klar, dass die Ausgangsbeschränkungen nach gut einer Woche noch nicht zu Ende sein können. Aber wir halten uns daran, jedenfalls ziemlich und damit sind wir eben durch Nichts Tun dabei etwas Gutes zu tun. Und die Ergebnisse lesen wir in 10, 14 Tagen, wenn Ostern kommt und die Neuinfektionen zurückgegangen sind.

Der Coronakommentar:
Etwas mehr Gelassenheit, liebe Kultusbürokratie und liebe engagierte Pädagogen! Etwas mehr Gelassenheit würde ich mir von Ihnen wünschen, denn in einer drei Zimmerwohnung ist es eng und nicht jeder Schüler hat ein eigenes Tablet, um all die angeforderten Aufgaben zu erfüllen. Wie, wenn es technische Probleme gibt, wie  wenn zwei Geschwister gleichzeitig den PC brauchen? Wie wenn Eltern gerade andere Sorgen haben und die Lage bleibt erst einmal schwierig. Gerade, weil Schülerinnen und Schüler durch die ganze Situation unter Druck gesetzt sind, gerade, weil sie auch die Fragen nach der Zukunft nicht mit ihren Freunden besprechen können und die Netflix-Serien immer neue Verschwörungs- und Bedrohungsszenarien produzieren, ist eine Schule, die nur Druck macht, ist ein Lehrer der immer noch nur Leistung fordert, ist eine Bürokratie, die immer noch mehr von den Schülern verlangt, vermutlich selber von der Angst getrieben, wir verpassen den Anschluss an Taiwan, China oder Finnland, zutiefst kontraproduktiv und etwas mehr Gelassenheit war schon immer der pädagogische Trick, um junge Leute bei der Stange zu halten. Darum meine Bitte an alle Pädagogen unter den Lesern dieser Zeilen und an alle Eltern, gehen Sie mit etwas mehr Gelassenheit an diese Zeit heran und ja es ist ein für alle verkorkstes Jahr, aber es ist noch nicht der Weltuntergang, wenn Aufgaben nicht vollumfänglich von allen Eltern richtig beantwortet werden können. Darum bitte etwas mehr Gelassenheit für Eltern, Kinder und auch Lehrer, denn die Zeiten sind sorgenvoll genug und ein Blick nach Indien, nach Italien, nach Amerika zeigt, was wirklich zählt.
Meint Ihr Jörn Künne

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Als ich ein Kind war hatte ich eine Mutter mich zu trösten, eine Vater mir zu zeigen wie man tolle Dinge macht, Lehrer in der Schule die mir schreiben und lesen beibrachten (und die man manchmal ärgern konnte), und meine Freunde und Kumpels mit denen wir nachmittags durch die Straßen zogen und spielten.
Jetzt in Zeiten der Kontaktsperre müssen Eltern zuhause alles für ihre Kinder sein: Mutter, Vater, Lehrer, Freund und Spielkamerad. All diese unterschiedlichen Rollen in einer Person ist schon eine Überforderung. Geht das, mit den Kindern lustig zu spielen und im nächsten Moment streng zu sagen „Ihr müsst eure Aufgaben machen.“? Kann ein Kind solche Rollenwechsel mehrmals am Tag verstehen?
Eines der am schwersten zu begreifenden Dogmen der christlichen Theologie ist die Trinitätslehre, die Lehre von der Dreieinigkeit, den drei Erscheinungsformen Gottes. Vielleicht hilft uns dieses komplizierte Konstrukt Gott besser zu verstehen, wenn die Art wie er sich uns zuneigt auf verschiedene Facetten seiner Persönlichkeit verteilt wird.
Gott, der Vater, der die Welt und alles, auch mich erschaffen hat.
Gott, der Sohn, der mein Freund und Bruder ist,  und
Gott, der Geist, der mir Weisheit, Kraft und Mut zum Leben gibt.
Der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen. (Epheserbrief 1,17)

Aus dem Gemeindeleben:
Morgen, am Mittwoch gegen 10 Uhr spielt Michael Bauer an der Roßtaler Orgel. Passionschoräle, romantische Orgelliteratur und Hoffnungsmelodien erklingen dann in der Königin der Instrumente in Roßtal
Gemeinsam Hoffen- Gemeinsam Beten:  Jeden Tag nachdem die Abendglocken verklungen sind, spricht ein Mitglied des Hauptamtlichenteams in der Laurentiuskirche ein Gebet.  Zusammen mit dem, jetzt wieder nachts angestrahlten Kirchturm,  setzen wir ein sicht- und hörbares Zeichen der Hoffnung in erschreckender Zeit.
Ein Licht der Hoffnung ist jeden Tag im Amtszimmer unserer Diakonin Judith Popp zu sehen. Dort im Fenster zum Friedhof ist für jeden Spaziergänger über den Laurentiusfriedhof eine Kerze angezündet und die Tageslosung steht als ermutigende Karte im Fenster. 

Der Kindertipp: KIM-Spiele = Spiele zu Gedächtnis und Merkfähigkeit
1.  Schnelligkeit
Jeder schreibt innerhalb von ein paar Sekunden alle Geschäfte einer langen Einkaufsstrasse des Ortes in der richtigen Reihenfolge auf. Alternativ: Jeder schreibt alle Gaststätten des Ortes auf.
2. Computerhirn
Auf einem Mühle- oder Damefeld werden 6-8 Steine gesetzt. Diese werden nach 10 Sekunden betrachten verdeckt. Jeder muss nun auf seinem Spielbrett exakt gleich die Steine positionieren.
3. Was wurde geändert?
Ein paar Mitspieler werden vor die Tür geschickt. Es werden 10 Änderungen im Raum vorgenommen. Werden alle Änderungen erkannt?
Alternativ: es können auch eine bestimmte Anzahl Kleidungsstücke getauscht werden (Schuhe, Jacke, Pullover, Hose, Mütze).
Alternativ: es können auch 5 Personen die Plätze untereinander tauschen.
4. Der Reihe/Länge nach ordnen
Mit verbundenen Augen müssen verschieden lange Gegenstände der Reihenfolge nach sortiert hingelegt werden.
Quelle: www.praxis-jugendarbeit.de

Montag, den 30. März 2020

Die gute Nachricht: Demokratie lebt!
Rund 70 Prozent Wahlbeteiligung. Das ist die gute Nachricht heute. Rund 70 Prozent der Wahlberechtigten hat sich an der Stichwahl gestern beteiligt. Darum erst einmal Glückwunsch Demokratie, darum erst einmal ein die Bürgerbeteiligung lebt und das gerade in diesen Zeiten.
Herzlichen Dank an die unterlegene Kandidatin, die ebenfalls eine gute Bürgermeisterin geworden wäre, ihr Einsatz als zweite Bürgermeisterin hat das ja bereits in der Vergangenheit gezeigt. Vielen Dank an Renate Krach. Und ja Demokratie braucht Menschen damit eine Wahl auch eine echte Wahl ist. Und Demokratie braucht Menschen, die bereit sind die Verantwortung in schwierigen Zeiten zu übernehmen.
Das erfordert Kraft, Geduld, Augenmaß und Verhandlungsgeschick. Die Zeiten vor Corona waren schon nicht mehr so einfach. Was jetzt aber an Herausforderungen kommen wird, ist nur mit Gottes Segen und dann einer ruhigen Hand zu meistern. Beides wünsche ich Ihnen lieber Herr Gegner. Gottes Segen und viele gute Ideen zum Wohle unserer ganzen Kommune.
Ihr Jörn Künne

Der Coronakommentar:
Die Krise offenbart das wahre Gesicht und das wahre Denken von Menschen und Firmen und jeder möge sich nicht nur seinen Teil dazu denken, wenn
- Firmen mit Weltruf auf einmal die Mietzahlungen einstellen, brauchen wir dann Kleidung von diesen?
- wenn Schutzkleidung für ein Vielfaches des Preises vom Januar kosten soll, bei gleichen Herstellungskosten.
- wenn Präsidenten behaupten 100.000 Tote im eigenen Land sind ein guter Preis für Corona.
Nein kein Kommentar, nur, dass einem die Spucke wegbleibt, angesichts solcher Aussagen. Der Mensch ist dem Menschen eben doch ein Wolf… und das tut dem Tier vermutlich Unrecht…

Denkanstoß von Thomas Rucker:
In Zeiten der Corona-Krise muss ich morgens, wenn es noch dunkel ist, nicht in die Schule fahren oder zur Dienstbesprechung. Ich habe Zeit bevor ich ins Home-Office gehe, in Ruhe zu frühstücken und die Zeitung zu lesen. Naja, sie ist zur Zeit sowieso dünn, und ich brauche kaum mehr Zeit zum Lesen als sonst für das Durchblättern.
Wenn ich morgens durch den Vorgarten zum Briefkasten laufe um die Zeitung zu holen, schlägt mir die kalte Luft entgegen. „Brrr! A…Kälte!“ schimpfe ich. Die Sonne leuchtet mir ins Gesicht, meine Lungen füllen sich mit der frischen Luft und all den Düften, die sonst vom Gestank der Straße überlagert werden. Ich lebe, ich atme ohne Hilfe, ich bin gesund, ich kann auf meinen beiden Beinen laufen. Das ist mehr als viele andere Menschen von sich behaupten können. DANKE!
Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen. Psalm 92,2-3


Der Buchtipp: Der Kleine Mönch und die Sache mit der Stille
„Was weißt du über die Stille?“, fragte ihn der Abt. „Sie ist still“, antwortete der kleine Mönch, doch eigentlich hätte er lieber „traurig“ oder „langweilig“ gesagt.
Wahrscheinlich empfindet nicht nur der kleine Mönch aus dem aktuellen Buch von Benediktinerpater Zacharias Heyes so. Denn wem von uns erscheint Stille schon erstrebenswert? Gerade in Zeiten, in denen wir zur Stille verpflichtet sind. Wenn das Kinderlachen auf den Straßen fehlt, die Instrumente der Musiker*innen in Kirchen und Konzerthallen schweigen, wenn die langen Gespräche mit denen, die uns nahestehen, ausbleiben müssen.
Was also kann an Stille schon gut sein? An etwas, das Mangel, das Fehlen bedeutet? Vom Abt zum Schweigen aufgefordert, geht der kleine Mönch genau dieser Frage nach. Und bemerkt trotz anfänglicher Schwierigkeiten, wie belebend Stille wirkt.
Die kurzweiligen Episoden rund um den kleinen Mönch werden von Texten von Zacharias Heyes begleitet. Darin ergründet der langjährige Notfallseelsorger, weshalb Stille gerade in der klösterlichen Tradition einen festen Bestandteil hat, und beschreibt, wie sie im Kloster heute gelebt wird. Ehrlich und persönlich berichtet er von seinen Erfahrungen und davon, wie die Stille ein Schlüssel sein kann. Ein Schlüssel zu einer inneren Klarheit, zu einem Wissen, was wirklich zählt und was uns wirklich etwas bedeutet.
Seine Beobachtungen hat Zacharias Heyes mit alltagstauglichen Impulsen, Tipps und Übungen versehen. So können wir nicht nur lesen, wie der kleine Mönch auf die Spur zum Geheimnis der Stille kommt, sondern sie auch für uns selbst entdecken.
Das Buch „Der kleine Mönch und die Sache mit der Stille“ (ISBN 978-3-7365-0280-2) von Zacharias Heyes OSB ist im Vier-Türme-Verlag erschienen. Es kostet 12,00 € und ist über www.vier-tuerme-verlag.de online erhältlich.

Aus dem Gemeindeleben:
Beten und Läuten - Auch nach der Umstellung auf die Sommerzeit, bleibt es getreu dem Motto Corona krempelt alles um, oder Corona schlägt die Tradition, beim Gebetsläuten um 18 Uhr. Denn vereint mit den Christen in Deutschland ertönt um diese Zeit unser Gebet für das Land und die Stadt. Wie schon in den vergangenen zwei Wochen spricht nach dem Gebetsläuten um 18 Uhr ein Roßtaler Geistlicher ein Gebet in der Laurentiuskirche und dafür läuten die Glocken eben weiterhin um 18 Uhr und ja auch das Thema des letzten Jahres kommt dazu:  die wachsende Trockenheit  erfordert eben auch wieder das Gebet um Regen. Sprechen Sie darum um 18 Uhr auch ein Vater Unser für unseren Ort.
Die Internationale der Hoffnung -Inzwischen hat das Coronavirus die ganze Welt im Griff. Auf allen Kontinenten gelten Ausgangssperren und Bewegungseinschränkungen, überall haben Menschen Angst und rücken zusammen. Das soll auch in Roßtal geschehen. Allein die Kirchengemeinde hat Beziehungen einmal rund um den Globus, Alle Menschen  in unserer Gemeinde kennen Menschen rund um die Welt. Denen zu schreiben, zu mailen, mit denen in Kontakt zu kommen, das ist ein Gebot der Stunde und weil man dazu manchmal einen Anstoß braucht, lade ich ein zu einer Challange, nehmen sie am Donnerstag Kontakt mit Menschen in der Welt auf, schreiben Sie ihren Freunden, Geschäftspartnern, ihren Kollegen, ihren Zufallsbekanntschaften rund um die Welt, schicken Sie Grüße aus Roßtal und fragen Sie nach, wie es den Menschen dort rund um den Globus geht. Spannen Sie so Brücken der Hoffnung zwischen den Kontinenten.
Von Ella und Harold - Sie erinnern sich, das sind die beiden Wanderfalken, die letztes Jahr auf dem Kirchturm brüteten. Während des ganzen Winters waren sie auf dem Turm aktiv, Im Februar war ihr Liebesspiel im ganzen Ort zu hören und zu sehen und jetzt? Sind sie immer noch zu sehen, immer wieder kreisen beide um ihre Heimat, aber sie haben scheinbar ihre Stimme verloren. Nachdem der Falkenkasten nicht von außen einsehbar ist, wird in den kommenden Tagen der Falkenbetreuer kommen und die Brutsituation unserer Falken kontrollieren. Wir berichten weiter. Fortsetzung folgt hoffentlich…

Nachricht aus Indien:
Im September 2017 war Die Gruppe STOP aus Delhi auf Tour mit der Kinderkulturkarawane zu Gast in Roßtal. Der Kontakt wird auch heute noch per Email aufrechterhalten und so erreichte uns diese Nachricht:
Ganz kurz gesprochen: bei STOP sind alle gesund. Bis vorletzter Woche arbeitete das Team von der Näherei sogar in der Schneiderwerkstatt – aber seit Montag ist ein landesweites „Shut down“, d.h. sogar Betriebsschließungen sind angeordnet, man darf wirklich nur raus, um Lebensmittel einzukaufen.
Dies wird auch VIEL strenger kontrolliert als bei uns! In den Zentren in den Slumgebieten gibt es Ansprechpartnerinnen; ein Teil der Näherinnen arbeitet zu Hause weiter. Die Angestellten von STOP sind im Homeoffice.
Von den Mädchen im Heim weiß ich momentan nichts Konkretes, aber ich gehe davon aus, dass alle wohlauf sind.
Sorge bereitet mir schon, wie die Entwicklung weiter in Indien sein wird. Durch die Wohnsituation in den Slums hat Corona leichtes Spiel. Wobei auf meine Nachfrage vor einigen Wochen schon Roma Debabrata, Leiterin von STOP, meinte: Bisher habe sich auch niemand um die so zahlreichen TBC Kranken/Toten gekümmert, die es schon – oder immer noch- seit vielen Jahren gibt...!!
Was den Besuch von STOP angeht, bin ich froh, dass ich vor der Eskalation der Situation noch keine Flugtickets bestellt hatte... den Termin für Visa hatten die Inderinnen in der Woche nach den ersten sporadischen Schulschließungen hier – und mit der Situation in Italien war uns klar, dass weitere Planungen zu riskant werden würden. Wir planen nun für 2021 – aber: heute ist heute und morgen ist morgen – alles kann sich sofort ändern.
Wir sind ja flexibel…
Auch im Namen vom FARCAP Team herzliche Grüße nach Roßtal - und bleiben Sie alle gesund!
Regina Vogt-Heeren


Kindertipp: Experiment: Vulkanausbruch
So bringst du einen ungefährlichen Mini-Vulkan in deiner Küche zum Ausbruch
Material:
- ein großer runder Teller
- 2 hohe Gläser
- Alufolie
- 3 Päckchen Backpulver
- rote Lebensmittelfarbe
- Essig (keine Essigessenz)
- Wasser
- Spülmittel
- eine große wasserdichte Unterlage (z.B. ein Tablett)
Experiment:
1. Stelle das Glas in die Mitte des runden Tellers und lege vorsichtig zwei Bahnen Alufolie darüber, so dass der ganze Teller bedeckt ist. Das Ende der Alufolie kannst du unter den Teller drücken und gegeben falls mit etwas Klebeband fixieren. So entsteht die typische Vulkanform, die in der Mitte spitz nach oben läuft. In der Mitte der Glasöffnung, die man durch die Alufolie gut erkennen kann, schneidest du ein Kreuz, so dass du die Alufolie in das Glas drücken kannst und die Öffnung frei wird.
2. In den Vulkankrater kannst du nun das Backpulver füllen.
3. Das zweite Glas füllst du bis zur Hälfte mit Essig und gibst noch ein wenig Wasser dazu. Gib nun die rote Lebensmittelfarbe und einen kleinen Spritzer Spülmittel dazu. Das ganze gut mit einem Löffel umrühren bis sich die Lebensmittelfarbe gut mit dem Gemisch verbunden und es gleichmäßig rot gefärbt hat.
4. Wichtig: Stellt euren Vulkan spätestens jetzt auf die wasserdichte Unterlage.
5. Wenn du bereit für den Vulkanausbruch bist, schütte die Lava in den Vulkan und schau dir das Naturschauspiel an.
Erklärung:
Das im Backpulver enthaltene Natron reagiert mit der Säure des Essigs und bildet das Gas Kohlendioxid (CO2). Dieses Sprudelgas dehnt sich stark aus. Zusätzlich bringt es das Spülmittel zum Schäumen. Der zusammengemischten Lava wird es im Vulkankrater-Glas darum schnell zu eng, und so quillt sie oben heraus. Ähnlich ist es auch bei einem echten Vulkan. Das schmelzende Gestein im Inneren der Erde dehnt sich aus und braucht mehr Platz. So schießt es nach oben und bahnt sich den Weg ins Freie.

Samstag, den 28. März 2020

Ein Gebet:
Heute Gott, bringen wir dir unsere Trauer, unseren Schmerz, unsere Angst, unsere Sorgen, unsere Fragen nach der Zukunft, unserer Zukunft:
in den kommenden Tagen, in diesem Jahr, im Blick auf all das was um uns herum geschieht. Und wir bringen dir unsere Ohnmacht angesichts des Sterbens rund um uns herum, nicht nur in diesen Zeiten.
Wir denken an die beiden Menschen, die in unserem Heim verstorben sind, schwer krank schon lange vorher. Wir denken an die Menschen, die an anderen schweren Krankheiten leiden und die auf dem Weg in deine Arme sind, auch wenn sie gerne noch weitergelebt hätten. Wir denken an die Angehörigen und ihre Traurigkeit, ihren Schmerz aber auch ihre Dankbarkeit für viele gute gemeinsame Zeiten.
Gott! Krankheit und Sterben belasten uns immer. Lass uns gerade in diesen vorösterlichen Tagen den Mut zum Leben nicht vergessen. Hilf ihn weiterzutragen auch wenn die Zeiten schwierig sind. Hilf uns die Dankbarkeit für alle, die sich für andere einsetzen, nicht zu vergessen und gib ihnen die Kraft für ihren schon immer schweren Dienst.
Uns aber lehre bedenken, dass auch wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. Amen

Nächstenliebe auf Distanz
Erschrocken nehmen wir zur Kenntnis, dass es im sozialen Kompetenzzentrum zu den ersten Verstorbenen in Roßtal gekommen ist, die Corona positiv getestet worden waren. Das heißt aber auch noch nicht, dass Corona auch die Todesursache war. Bitte halten wir das fest.  
Wir denken an die Mitarbeiter, die unter  den wirklich verschärften Bedingungen dieser Tage die Betreuung organisieren und durchführen und ich bitte darum die Mitarbeitenden dort zu ermutigen, zu stärken , ihnen zu danken und ich bitte darum  die Bewohner des AWO Heimes zu unterstützen, Wer Telefonkontakt halten kann, wer Briefe schreiben kann, wer Musik vor den Fenstern machen kann, wer sich ein Geschenk einfallen lässt… wer Blumen vor die Türe stellt…. Der macht den Menschen dort, die jetzt die Quarantäne aushalten müssen eine große Freude und zeigt ihr seid nicht vergessen.

Ein Gruß an alle Pflegenden – vom bayrischen Diakoniepräsidenten Michael Bammessel
Eigentlich sollte der Gruß nur den Schwestern der Diakonie Roßtal  gelten. Weil sich aber die Lage für alle Pflegenden in unserer Gemeinde seit gestern verändert hat, gelten nach Rücksprache mit Michael Bammessel diese Grüße auch allen anderen Pflegenden in unserem Ort.

Sehr geehrte Pflegekräfte der Diakonie in Roßtal,
mehrmals war ich in den letzten Jahren zu Gast bei einem Diakoniegottesdienst in Roßtal und habe dabei auch einen Eindruck bekommen von Ihrem engagierten Pflegeteam. Schon in normalen Zeiten ist die Alten- und Krankenpflege eine große Herausforderung.
In der jetzigen Ausnahmesituation ist Ihr Beruf erst recht zu einem Schlüsselberuf geworden, der einen hohen persönlichen Einsatz erfordert. Ich danke Ihnen sehr dafür, dass Sie Ihren Dienst für die Menschen so verlässlich, unermüdlich und fachlich kompetent tun. Sie erfüllen damit eine zutiefst christliche Aufgabe: Gerade wenn die Not groß wird, stehen wir an der Seite der Menschen.

Herzliche Grüße – und bleiben Sie gut behütet!
Ihr Michael Bammessel
Präsident der Diakonie Bayern
 

Ein großes Dankeschön!
Allen die Nächstenliebe jetzt noch mit vollem körperlichem Einsatz machen. Unseren Schwestern im Betreuten Wohnen, in der ambulanten Pflege, unseren hauswirtschaftlichen Kräften sagt die Kirchengemeinde vielen, vielen Dank.  In diesen Dank beziehen wir alle Mitarbeitenden in den anderen ambulanten Pflegediensten  ein und  heute ganz besonders, die unter verschärften Bedingungen arbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im sozialen Kompetenzzentrum.
Sie alle halten, wie auch die Arztpraxen in Roßtal die Gesundheitsversorgung  für uns aufrecht und eigentlich verdient jede Schwester, jeder Pfleger, wo immer wir sie sehen unseren Dank und unseren Applaus, denn  war es bis jetzt schon schwierig genug, diesen Dienst zu erfüllen, macht Corona alles noch viel schlimmer. Denn in der Pflege hilft kein Plexiglas und Distanz bei Anziehen eines Gummistrumpfes ist eben nicht möglich und auch Schwestern haben Kinder, haben Eltern, haben eine Verantwortung für ihre Familien. Zu dieser psychischen Herausforderung, die durch die wirtschaftlichen Folgen von Kurzarbeit  der Partner verstärkt werden, kommen die bis jetzt schon anspruchsvollen Dienstpläne, in denen Jeder einzelne unersetzlich ist und keiner ausfallen darf. Denn es trifft die absolut Schwächsten wenn es keine Schwestern, Ärzte und Pfleger gibt, die das persönliche Risiko eingehen, für andere dazu sein und sich gegebenenfalls zu infizieren… Und das mit den mangelnden Schutzmasken und der sonstigen Schutzkleidung ist ein echtes Problem und letztlich eine Folge vom Sparwahn der vergangen 25 Jahre:

Kaputt gespart
Mit den fehlenden Intensivbetten, mit den nicht vorhandenen Schutzmasken, mit den Ausgangsbeschränkungen, den Rettungsschirmen und all den, vermutlich nur schwer ausreichenden, Schutzmaßnahmen bezahlt unser Land das nach, was in unendlich vielen Sparrunden zuvor im Gesundheitswesen eingespart wurde. Jetzt, mit einem Mal, rächt es sich, dass aus dem Gesundheitswesen ein Markt wurde, in dem es auch immer um profitablere Strukturen ging und Patienten, Medikamente, Krankenhäuser und Mitarbeitende in der Gesundheitspflege nur als Kostenverursacher gesehen wurden.  25 Jahre ist die Einführung der Pflegeversicherung her, die ein Meilenstein auch für dieses marktwirtschaftliche Denken war. Damals und über lange Zeit hinweg hörten Politiker aller Parteien immer wieder: Die Privaten können es besser, der Markt regelt es schon, Freiwilligkeit ist besser als Vorschrift und das ist alles zu teuer, was ihr öffentlich rechtlich macht. Lasst das den Markt regeln.
Von wem hörte das die Politik? Ehrliche Antwort:  Von uns allen, das war der Auftrag aller Schwarzbücher, von wem auch immer geschrieben, das war das Credo von Wirtschaftsberatern und das war der Druck der Öffentlichkeit also von uns allen.  Und wir sparten tatsächlich so viel, dass jetzt in der Krise nur die drastischsten Maßnahmen noch helfen und die einfachsten Schutzkleidungsgegenstände fehlen, oder zu extrem überteuerten Preisen angeboten werden. Damit ist unser Gesundheitssystem, zwar über viele Jahre seinen Preis wert gewesen, aber den wahren Preis quasi den ökologisch-hygienischen Fußabdruck,  zahlen wir jetzt alle auf einmal und zu Lasten der Helfenden, der Leidenden, der in ihrer ökonomischen Existenz bedrohten Menschen.  Damit ist das Gesundheitssystem mitsamt der Pflege ein Fall fürs
Repair-Caffee und fürs Upcyclen, meine ich, denn Up Cyclen heißt wiederverwenden, heißt besser machen, was nicht mehr funktioniert, und das wird nach Corona dringend nötig sein und dazugehört ganz sicher viel mehr Geld, Geld nicht nur für Gehälter und die sind in der Pflege und in der Gesundheitsversorgung nicht das Hauptproblem, auch wenn man immer gerne noch mehr verdienen könnte. Sondern das sind das Ansehen der Berufe und der Schichtdienst und die Ungewißheit vielleicht doch aus dem Frei geholt zu werden, weil der Kollege dann doch krank geworden ist… Und weil einfach zu wenige den ganzen Druck aushalten und aushalten wollen. Einfacher ist es im Büro meistens…
Und es gilt zu den besseren Bedingungen im Gesundheitswesen, gehört ganz sicher daß der Spar- und Wirtschaftlichkeitsdruck endlich minimiert wird und das Dokumentationssystem so verändert wird, daß es schneller geht und nicht immer jeder Arzt, oder jede Schwester sich  nach überallhin absichern müssen, denn es könnte ja jemand klagen….  Und es gehört dazu, daß mehr Mitarbeitende, so man sie denn gewinnen kann, die Arbeit unter sich aufteilen dürfen. Klar das kostet Geld und klar das darf nicht nur mit heißer Nadel gestrickt werden, sondern das braucht auch runde Tische, an denen wie in einem Cafe  nachgedacht werden kann. Es braucht runde Tische an denen die Praktikerinnen dieser Tage sitzen und das neue System gemeinsam entwickeln und  Ja das wird eher in die Richtung gehen, wir schaffen öffentliche Versorgungsstrukturen, als gewinnorientierte Leistungserbringer. Und wir halten  uns wieder Redundanzen vor, die nicht immer gebraucht werden.  Bei den Betten, beim Material und auch beim Personal.
Das ist zwar sicher teurer als bisher, aber die Kosten dafür, wenn alles beim Alten bliebe, werden uns zur Zeit und ganz sicher in den kommenden Jahren noch präsentiert.
Und noch einmal meine Hochachtung vor Allen, die in diesem Gesundheitssystem bis an die Grenzen zur Selbstaufgabe arbeiten.
Ihr Jörn Künne

Gemeindeleben: Musik macht Mut!
Statt des üblichen Sonntagsgottesdienstes wird es in St. Laurentius eine Musikkette durch den ganzen Ort geben. Dazu steigt der australische Chorleiter des Posaunenchores auf den Kirchturm und beginnt nach dem Gottesdienstläuten um 10 Uhr einen Passionschoral zu spielen. Dieser wird nach einem genau getakteten Auftrittsplan von den nächsten Nachbarn aufgenommen und weitergespielt. So entsteht eine musikalische Kette durch den ganzen Ort Roßtal, bis dann nach einer knappen Viertelstunde die Posaune von Stephen Jenkins auf dem Kirchturm einen Schlussakkord setzt. Gleichzeitig sind auch in den Orten rund um Roßtal Bläserinnen und Bläser von ihren Balkonen und Vorgärten dabei und lassen die Osterbotschaft erschallen.

Gottesdiensttipps:
Kindergottesdienst digital aus Bayern ist am 29. März ab 10 Uhr abrufbar auf www.youtube.com/bayernevangelisch. Zur Vorbereitung gibt es hier schon Infos vorab, z.B. über Lieder und andere sinnvolle Utensilien

Für Erwachsene haben wir mehrere Anleitungen für Sie bereit gestellt
-   Ablauf Gottesdienst@home von Pfarrerin Ulrike Weeger aus Obermichelbach
-   Anleitung für Gottesdienst zu Hause aus Veitsbronn
-   Hausgottesdienst aus Puschendorf
-   Hausgottesdienst für Familien und Jüngere aus Puschendorf mit Liedblatt

Kindertipp: Kirche entdecken – interaktive Website für Kinder
Auf der Seite www.kirche-entdecken.de können Kinder zusammen mit der Kirchenelster Kira einen virtuellen Kirchenraum entdecken.
Die Seite hat viele interaktive Tools und einen eigenen Kindergottesdienstraum.

Freitag, den 27. März 2020

Heute, liebe Leserinnen und Leser, bieten wir an dieser Stelle ein ganz besonderes Interview, statt eines geistlichen Wortes und eines Coronatipps lesen Sie ein Exklusivinterview geschrieben nur für diese Website mit Pater Anselm Grün, der bemerkenswertes zu den Fragen unserer Zeit schreibt.
1. Frage:   Wie empfinden Sie auch aus dem Gegensatz von Kloster und Welt die momentane Lage von uns in Bayern?
Die Welt gleicht momentan eher dem Kloster als umgekehrt. Viele werden gezwungen, daheim zu bleiben. Wir Mönche geloben stabilitas, also das Bleiben am gleichen Ort. Und eine wichtige Übung ist, in der Zelle zu bleiben, sich selbst auszuhalten und sich dabei in Gottes Gegenwart zu wissen.
2. Frage:    Was ist Ihrer Meinung nach die Antwort des Evangeliums auf die Coronakrise?
Das Evangelium lehrt uns auf der einen Seite Demut. Wir haben nicht alles in der Hand. Wir haben auch unser Leben nicht in der Hand. Aber das Evangelium lehrt uns auch Hoffnung, dass Gottes Segen stärker ist als alles, was unser Leben gefährdet. Und das Evangelium fordert uns zur Solidarität auf, dem Nächsten in seiner Not zu Hilfe zu kommen.
3. Frage:   Viele theologische Fragen werden zur Zeit sehr säkular diskutiert:  Sollen die Jüngeren zu Gunsten der Älteren zurückstecken, oder sollten diese sich nicht mit einer freiwilligen Quarantäne, ja vielleicht sogar einem Selbstopfer, die Marktwirtschaft am Laufen halten?  Was heißt hier Nächstenliebe?
England hat versucht, mit dem Schlagwort der „Herdenimmunität“ die Krise zu bewältigen. Dabei werden die Toten gar nicht berücksichtigt. Doch die Öffentlichkeit hat gemerkt, wie menschenverachtend so eine Sichtweise ist. Da wird keine Rücksicht auf alte und kranke Menschen genommen. Nur die Wirtschaft steht im Vordergrund. Das ist gegen die christliche Botschaft, die immer den Menschen in die Mitte stellt und nicht die Menschen dem Geld unterordnet.
4. Frage:    Oder wer ist Schuld an Corona und was ist mit denen, die unwissentlich andere angesteckt haben?
Die Schuld liegt bei den Chinesen, die die Seuche nicht ernst genommen haben. Jetzt werden Menschen schuldig, wenn sie leichtfertig damit umgehen und andere anstecken, weil sie keinen Abstand halten und sich nicht um Hygiene kümmern. Daher gilt der Grundsatz: „Ich schütze mich, um dich zu schützen.“ Aber man darf nicht bei der Ansteckung sofort nach Schuldigen suchen. Wenn wir angesteckt worden sind, sollten wir uns mit der Krankheit beschäftigen und nicht nach Schuldigen suchen.
5. Frage:   Kann man guten Gewissens von einer Gottesprüfung reden?
Ich würde nicht unbedingt von einer Gottesprüfung sprechen. Aber ich würde auf jeden Fall fragen: Was will Gott uns durch diese Krise sagen? Jesus spricht ja davon, dass wir die Zeichen der Zeit erkennen sollen. Wir können Gottes Willen auch dadurch erkennen, dass wir versuchen, die Zeichen der Zeit zu verstehen.
6. Frage:   Was raten Sie den Menschen, die ihre Wohnungen nicht mehr verlassen dürfen und dort auf das Ende  von Corona warten müssen?
Sie sollen sich nicht als Opfer fühlen. Sonst werden sie depressiv. Vielmehr sollten sie aktiv darauf reagieren, ihren Tag gut strukturieren, sich überlegen, was sie alles tun könnten, was sie bisher vernachlässigt haben, welche Bücher sie lesen möchten. Wenn eine Familie nun eng zusammen ist, braucht es ein gutes Miteinander von Nähe und Distanz. Man braucht Nischen, in denen man für sich ist. Und es braucht den Raum der Stille, um in der Stille auf das zu horchen, was Gott einem sagen möchte. Foto: Copyright Julia Martin / Abtei Münsterschwarzach

Das Gemeindeleben in Coronazeiten:
Vorankündigung: Sonntag 10 Uhr… Bläserstafette des Posaunenchores. Öffnen Sie Fenster und Türen und hören Sie überall im Ort unseren Posaunenchor
Vielen herzlichen Dank an Herrn Westphal, der für die Kirchenmusik und Konzerte eine Homepage eingerichtet hat. 
Bitte denken Sie an die Menschen im Roßtaler Pflegeheim. Beten sie vielleicht für die Erkrankten und denken Sie an die Angehörigen und an alle Menschen, die in der Pflege und Betreuung dort tätig sind.

Der Lesetipp: Die Renovierung der Kirche in Buchschwabach
Ein Exklusivbericht von Elfriede Heinrich für die Roßtaler Heimatblätter des Roßtaler Heimatvereins.

Diakoniestation:
Stand 26.03.2002 ist das Betreute Wohnen am Jakobsweg nicht von Corona betroffen. Die Mitarbeiterinnen sind nach wie vor im Ort unterwegs und betreuen unsere Patientinnen und Patienten. Was allerdings fehlt und gravierend nicht vorhanden ist, ist Schutzkleidung.  Schutzkleidung dient zuerst dem Schutz der Mitarbeitenden und dann erst der Patienten. Darum danken wir für alle Unterstützung unserer Schwestern und rufen weiterhin zu Spenden von medizinischem Schutzmaterial und Desinfektionsmaterialien auf.

Die Kochrezepte aus der Kirchengemeinde:
Freitags finden Sie hier unsere Kochrezepte fürs Wochenende mit Gerichten und Mahlzeiten, die es im Laufe eines Gemeindejahres immer wieder einmal gibt:  Heute die sauren Zipfel vom Apfelfest und ein fast himmlischer Nachtisch, das Bratapfel-Tiramisu, das es bei Festen und Feiern des Diakonievereins immer wieder gibt. Probieren Sie es aus! 

Kindertipp: Kartoffeldruck
Schnell und einfach schöne Bilder, Textilien oder Briefpapier gestalten
Material:
- 2-3 Kartoffeln (je nachdem, wie viele verschiedene Motive man erstellen möchte; jede Kartoffel ergibt zwei Motive)
- Acrylfarbe, Wasserfarbe, Fingerfarbe, Textilfarbe o.ä.
- Messer und Plätzchenausstecher
- Papier/Grußkarte/Stofftasche/T-Shirts, …
1. Kartoffeln in der Mitte aufschneiden, mit einem Plätzchenausstecher oder mit einem Stift ein beliebiges Motiv markieren, dieses ausschnitzen (Vorsicht beim Schnitzen: Bitte frag lieber einen Erwachsenen, ob er dir über die Schulter schauen kann!).
2. Farbe auftragen (bei Wasserfarben sehr dick anrühren, wenig Wasser verwenden).
3. Auf gewünschtes Motiv stempeln, bei Textilfarben noch nach Packungsanleitung mit Bügeleisen fixieren.

Donnerstag, den 26. März 2020


Die gute Nachricht:
Der Mensch ist das Maß aller Dinge…. Das Menschliche Wohlbefinden kommt vor dem Wohlergehen der wirtschaftlichen Lage. Nach dieser Prämisse wird momentan gehandelt und gearbeitet.
Aufrufe, dass die Generation der Rentner sich freiwillig opfern solle, damit das Bruttosozialprodukt nicht leidet, sind zynisch, menschenverachtend und gefährden den Wert menschlichen Lebens. Denn ist ein älteres Leben mehr wert, als ein jüngeres, oder umgekehrt?
Nein nicht den Neuen Göttern des freien Marktes und des Lebensrechtes nur für die Fitteren ist unser Land verpflichtet, sondern der unteilbaren Würde jedes einzelnen Menschen, der, und hier ergänze ich, ein Ebenbild Gottes ist. Darum ist der Mensch das Maß aller Dinge, und ich bin froh hier leben zu dürfen.

Der Coronakommentar:
Bürgermeisterwahlen in Zirndorf, Stein und Roßtal. Überall in unserem Gemeindegebiet finden Stichwahlen statt. In all unseren Ortsteilen müssten die Wahlunterlagen eingetroffen sein und für diese gibt es eine Wahlempfehlung, nein nicht wen Sie wählen sollen und werden, aber dass Sie einen Klebestift wählen, um die Umschläge wieder zu verschließen… Im Falle eines Falles, nämlich sorgt das Verschließen der Umschläge, so wie man das mit gummierten Umschlägen macht, mit der Zunge und der Spucke für eine wunderbare Verbreitung von Viren… Und Wahlhelfer am Sonntagabend zu sein, dürfte kein Vergnügen sein… und selbst wenn von den Umschlägen jetzt keine Gefahr mehr ausgeht… Hut ab vor allen, die am Sonntag in den Rathäusern die Stimmen zählen und hoffentlich genügend Mundschütze und Gummihandschuhe haben  …

Rückmeldungen und Reaktionen:
Seit gut einer Woche gibt es jetzt das Coronatagebuch auf unserer Webseite. Seit gut einer Woche schreibt Ihnen das Hauptamtlichenteam täglich Kommentare, Tipps, Informationen, Neues und Bedenkenswertes.  Ob unser Newsletter auch ankommt, ob Sie selber gerne Kommentare dazu geben würden, ob sie gerne selber einen Artikel schreiben würden, all das interessiert uns, all das würden wir gerne von Ihnen wissen, Bitte geben Sie uns Rückmeldungen und Gedankenanstöße, teilen Sie uns mit wie Sie gerne mit uns in Verbindung bleiben würden…  Und unsere Telefonnummer lautet immer noch  57416


Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Da verließen Jesus alle Jünger und flohen. (Matthäus 26,56)
So erzählen die Evangelisten von der Reaktion der Jünger auf Jesu Verhaftung im Garten Gethsemane. Dass Petrus aller Mut verlassen hat, als er im Hof des Hohenpriesters erkannt wurde und er abstritt Jesus je gekannt zu haben - ich kann ihn, ich kann sie alle verstehen. Wie oft habe ich in brenzligen Situationen den Schwanz eingekniffen, den Mund gehalten, in die andere Richtung geschaut.
In den Nachrichten wird berichtet, dass unsere Bundeskanzlerin Frau Merkel in häuslicher Quarantäne ist, weil ihr Arzt positiv auf Corona getestet wurde. Hier hat einer nicht gekniffen, wie so viele andere Menschen heute in unserem Land. Ich bin dankbar für die Frauen und Männer in unserem Gesundheitssystem, als Ärztinnen, Pflegende, Menschen im Rettungsdienst, die sich um die Kranken (Corona oder nicht) kümmern, und dabei auch in Kauf nehmen, dass sie sich anstecken. Danke für alle, die sich für andere engagieren.


Gemeindeleben:
Keine Pfeifen in Buchschwabach. Alle Orgelpfeifen hat die Firma Deininger inzwischen aus der Orgel in Buchschwabach mitgenommen. Dort in der Firma werden sie gereinigt, überarbeitet und wieder gangbar gemacht, damit im Sommer die renovierte Orgel wieder große Töne spucken kann und ja wir freuen uns über Spenden für die Orgel… Auch wenn sie jetzt schweigen muß.
Bitte meldet Euch! Irgendwo in den Winkeln und Gassen, irgendwo hinter den Dachschrägen und hinter großen Panoramafensterscheiben aus den 70ern, vor denen unendlich große Schatten und Finsternis spendende Fichten wachsen, irgendwo dort müssen sie doch wohnen, die Seniorinnen und Senioren, die seit zwei drei Wochen nicht mehr auf der Straße waren, die Ansprache brauchen könnten, die gerne wieder Menschen treffen würden, für die die Versorgung mit frischen Lebensmitteln, oder die Besorgung von Tabletten schwierig ist.  Bitte meldet Euch! Wo sind sie denn alle, die Menschen, die eben doch Hilfe und Ansprache brauchen könnten und die lernen dürfen, Ich nehme Hilfe an. Ich lass mir helfen, denn das gehört auch zu einer solidarischen Gesellschaft dazu, dass ich mich melde und sage, ja ich brauche jetzt Hilfe, ich brauche jetzt jemanden…. Bitte rufen Sie im Pfarramt an, oder bei den Kollegen auf dem Handy, oder auch im Rathaus.  Bitte melden Sie Ihren Bedarf und werden Sie Hilfeannehmender und erleben Sie mit, wie gut es tut, sich helfen zu lassen.
Jeden Abend um 18 Uhr nach dem Gebetläuten sind wir eine deutschlandweit verbundene Gemeinde, die einstimmt in die vielen Gebete für die Kranken in unserer Zeit, die einstimmt in das Gebet für Deutschland und die Menschen, die hier leben und natürlich sind wir Hauptamtlichen nach wie vor jeden Abend um 18 Uhr in St. Laurentius und denken an die Menschen, die durch Corona bedroht sind, auch weltweit….

Einblicke aus der Ferne, so antworten die Freunde in Tansania:
Dear Pastor Künne,
I'm grateful to read your e-mail. How is your family and people in Roßtal? To our side hear at Siha we are doing fine though under fear of COVID-19 where now in Tanzania we have 12 known cases, but the situation worldwide caused the great fear.
We real appreciate your suppport and prayers, we also pray for you.
We were proud to have Lisa with us for a month, she and her fiance were good ambassadors as they devouted their time and mind to work in our Health Centre. We were very much blessed. She opened the doors for others from Roßtal to come and visit us.
She shared with me your heart of support to our Health Centre and the way you paid the great attention to the welfare of our people. We really appreciate.
It is our prayer that this COVID-19 will end and our partnership grow strong and strong. We pray for your well-being.
I attach some pictures of the Health Centre Theatre building under construction.
May God bless you,
Rev. Fadhili

Corona in Roßtal:
Bitte stimmen Sie in diesen Tagen auch mit ein, in das Gebet für die Menschen in unserem Altenheim, damit Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch Angehörige und Mitarbeitende dort mit der Krankheit umgehen können und  Heilung und Heilwerden wieder möglich wird. Schließen Sie unsere Mitbürger dort ins Gebet mit ein….

Kindertipp: Hasentüte aus Milchkarton und Wollresten
Dieser Basteltipp wird im Hause Hermann gerade täglich nachgebastelt. Weil es uns so Spaß macht möchten wir die Schritt-für-Schritt-Anleitung und das Video vom ARD Buffet mit Euch teilen.
Material:
- Milchkarton (alternativ: Papierbeutel mit Blockboden z.B. von offenem Tee)
- Schere und Filzstift
- Wollreste
- Flüssigklebstoff
So geht´s:
1. Öffnen Sie die leere Milchpackung oben und schneiden Sie den oberen Bereich rund herum an der Falz ab. Reinigen Sie den Milchkarton anschließend mit etwas Seifenwasser und trocknen Sie diesen.
2. Nun knautschen Sie die Verpackung ordentlich in den Händen um das Material weich zu machen und beginnen Sie oben am Rand die folierte Schicht abzuziehen. Für diesen Schritt brauchen Sie etwas Zeit und Geduld.
3. Anschließend falten Sie die Verpackung mit den Schnittkanten bündig, damit die Hasenohren angezeichnet werden können.
4. Nachdem die Hasenohren zugeschnitten sind kann nun das Hasengesicht aufgemalt werden und dann fehlt nur noch der Hasenbommel.
a. Schneiden Sie ein Wollstück ab und ziehen Sie es durch die mittlere Zinke der Gabel.
b. Nehmen Sie nun Ihr Wollknäuel und wickeln Sie die Wolle eng um die Gabel herum (ca. 30mal)
c. Führen Sie nun die beiden Wollenden vom Anfang nach oben und fixieren Sie die aufgewickelte Wolle mit einem festen Knoten. Anschließend können Sie das Wollpaket vorsichtig von der Gabel schieben.
d. Mit der Schere fahren Sie nun auf der rechten Seite durch alle gebildeten Wollschlaufen und schneiden diese durch. Mit der linken Seite machen Sie dasselbe.
e. Nun kann der Wollbommel noch etwas ausgebessert und nachgeschnitten werden damit er gleichmäßig rund ist.
5. Zum Abschluss fixieren Sie den Bommel mit etwas Flüssigklebstoff auf der Rückseite des Hasen.
6. Nun ist die Hasentüte bereit gefüllt zu werden mit leckeren Naschereien. Wer möchte verschließt die Tüte mit einem weiten Stück Wolle und verziert Sie z.B. mit Blumen, Namensschildern oder ähnlichem

Mittwoch, den 25. März 2020

Update um 16:30 Uhr: Gebet für die an Corona erkrankten Menschen
Bitte sprechen Sie als Gemeinde für die in Roßtal an Corona erkrankten Menschen heute Abend um 18 Uhr ihr Gebet. Die Menschen aus der Roßtaler Pflegeeinrichtung brauchen gerade jetzt unsere Fürbitte und unsere Solidarität

Die gute Nachricht:
Antonio Guterres, der Generalsekretär der Vereinten Nationen hat einen sofortigen Waffenstillstand aller Konflikte angesichts von Corona gefordert und damit ausgesprochen was eigentlich alle denken. Angesichts von Corona und dem drohenden Massentod in den Kriegsgebieten und Flüchtlingslagern der Welt ist das die nötige Konsequenz. Hoffentlich verstehen das auch alle Kriegsherren auf der Welt. Und hoffentlich erkennen angesichts des Kampfes gegen Corona alle, dass wir Glieder einer Welt sind.

Der Coronakommentar:
Bodo Ramelow, der Ministerpräsident Thüringens, Mitglied in der Partei die Linke lehrt seine Landsleute das (erfolgreiche) Beten. So sagte er am Freitag: „Im Moment bete ich zum lieben Gott, dass es regnet, dass es den ganzen Tag regnet“ Und sie erinnern sich welches Wetter am Samstag herrschte…. Not lehrt beten und manchmal stehen selbst Politiker im deutschen Osten da und staunen, was das Gebet für eine Macht hat und ja es hat am Samstag den ganzen Tag geregnet….

Denkanstoß von Thomas Rucker:
Mein Großvater wurde im März 1890 geboren. Als er so alt war wie ich jetzt, 58 Jahre, hatte er schon viele und viele schwere Katastrophen erlebt. Als junger Mann war er Soldat im 1. Weltkrieg und wurde schwer verwundet. In der Nachkriegszeit verstarb sein nur wenige Monate alter Sohn und seine Ehefrau. Er durchlebte die Inflation 1920, die Weltwirtschaftskrise Ende der 20iger Jahre, und die Währungsumstellung 1948 nach der großen Inflation. Als Gewerkschaftler kam er trotzdem gut durch die Nazi-Diktatur und den 2. Weltkrieg.
1948 als er 58 Jahre alt war, wusste er nicht, dass er noch über 25 Jahre leben wird, und in seinen Lebensabend die sechs Enkelkinder seiner drei Töchter von der zweiten Ehefrau erlebt.
Was ich in meiner Lebensspanne bisher erlebt habe, ist kaum damit vergleichbar. Ölkrise, Tschernobyl, Rinderwahnsinn, Year 2000 Bug, Vogelgrippe, Ende des Maya-Kalender. Vielleicht jetzt spüre ich ein wenig, was meine Vorfahren erlebt und überlebt haben.
In meiner Erinnerung ist mein Großvater jeden Sonntag, so lange es ging, in die Kirche gegangen und saß in der Bankreihe für die Schwerhörigen. Er hat auf Gott vertraut und vielleicht hat ihm sein Gottvertrauen geholfen all das Schwere durchzustehen und das Gute dankbar zu empfangen.
Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen. (Psalm 18,30)

Kirchliches Leben:
Heute und am Freitag spielt Michael Bauer an der Orgel der Laurentiuskirche
Heute Abend um 18 Uhr nach dem Gebetsläuten spricht Pfarrer Künne ein Gebet für den Ort, die Welt und gegen das Virus in St. Laurentius

Sterillium gesucht! Für die Diakoniestation Roßtal wird Händedesinfektionsmittel dringend gesucht. Wer die ein oder andere Flasche Sterillium,  vielleicht aus der Pflegezeit der Eltern übrig hat, ist gebeten das ‚Desinfektionsmittel der Station zur Verfügung zu stellen. Tel. 9860

Rufen Sie uns an, schreiben Sie uns eine Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und fragen Sie nach! Was brauchen Sie in Coronazeiten von Ihrer Kirche, von uns als Gemeinde und auch was würden Sie denn gerne hier lesen und erfahren?

Telefonische Beratung im Diakonischen Werk
Klar sorgen die Ausgangsbeschränkungen in den Wohnungen und Häusern für Probleme und manches, was unter der Oberfläche gärte, kommt zum Ausbruch. Manches braucht auch eine professionelle Beratung und Hilfe. Diese bietet das Diakonische Werk Fürth momentan nur telefonisch an:
Allgemeine Nummer der Vermittlung Tel. 0911 / 74933-0
Kirchlich allgemeine Sozialarbeit (Kasa) Tel. 0911 / 74933 -32
Erziehungsberatungsstelle Tel. 0911 / 74933-35

Die Helfer:
Wir zwei (Hannah Kuchlbauer, 17 und Yannik Ahner, 20) bieten, wegen der aktuellen Situation mit geschlossenen Kindergärten und Schulen sowie Krippen, unsere Dienste als Babysitter an. Ich (Yannik) studiere Chemie im 4. Semester und spiele Handball im TSV Roßtal. Außerdem bin ich schon lang in der evangelischen Jugend als Mitarbeiter tätig und bin zudem ausgebildeter Jugendleiter. Ich (Hannah) bin Schülerin an der Laurentis Fachoberschule in Neuendettelsau im sozialen Bereich und bin schon lang im Sportverein als aktive Turnerin und Trainerin tätig. Ich habe meinen Übungsleiter-Assistenten Schein und habe vor drei Wochen mein fünf monatiges Praktikum im Förderzentrum in Ansbach abgeschlossen. Hier hatte ich viel mit Kindern vom Kindergartenalter bis in die siebte Klasse zu tun.
Natürlich entlasten wir auch gerne wenn’s um Spätdienste geht und behandeln mit Ihren Kindern auch Lerninhalte, dass diese nicht verloren gehen über die „Ferien“.
Bei Interesse oder Fragen einfach per Facebook oder per WhatsApp melden (Hannah: 017657345026)

Kindertipp: Hindernislauf – Action und Bewegung für drinnen und draußen
Im größten Raum der Wohnung (oder falls vorhanden im Garten) wird ein Hindernisparcours gebaut, den es anschließend zu durchqueren gilt. Größere Kinder dürfen dabei versuchen eine Kartoffel auf einem Löffel zu balancieren, ohne dass diese herunterfällt. Allein das Bauen, aber vor allem das Durchqueren des Parcours bereitet großen Spaß und sorgt für Action und Bewegung.
Ideen für Hindernisse:
- ein Stuhl (oder mehrere hintereinander) zum Durchkriechen
- Getränkekisten (umgedreht) oder stabile Kartons zum Drüberklettern
- Ein Hoola-Hoop Reifen oder zusammengeknotete Schnur zum Hineinhüpfen
- Ball zwischen die Füße klemmen und damit in Trippelschritten vorangehen
- leere Joghurtbecher oder ähnliches als Slalom aufstellen
- Schnur spannen und drunter hindurch robben

Dienstag, den 24. März 2020

Die gute Nachricht:
Fast 3000 geheilte Coronafälle in Deutschland! So das Robert-Koch-institut. Das lässt hoffen. Und  ja das auch: in Roßtal war am Sonntag die Ode an die Freude überall im Ort zu hören…

Der Coronakommentar:
Zehn Tage sind die Kinder nun schon daheim, Zehn Tage, die keine Ferien sind, aber auch keine Schule und schon gar keine Normalität. Zehn Tage in denen die  Schreie, ich weiß gar nicht, was ich mit MEINEN Kindern machen soll, doch ganz gut verstummt sind, eben weil es meine Kinder sind. Und darum gibt es ein verschärftes Lob an alle:
Weil Familien es schaffen und weil Familien zusammenrücken und Homeoffice flexibler wurden und weil wir Männer uns bewegten und weil Alleinerziehende grandioses leisten, gerade in dieser Zeit.
Und klar es sind meine Kinder und ich bin gefordert, gerade weil Kinder jetzt Verlässlichkeit brauchen und ein Nest. Etwas, das keine Kita, keine Schule und kein Hort ersetzen können. Etwas das Ihnen in all der Unsicherheit in diesen Tagen nur Eltern und Familie geben können. Die Zuversicht, es wird wieder anders und es gibt Zukunft, auch wenn es schlimme Nachrichten aus dem Familien-, oder Freundeskreis geben kann.
Zuversicht schenken, das ist die große Challenge, die in diesen Tagen geleistet werden muss, die jeden Tag von den Familien bereits gemeistert wird. und ja auch das, vielleicht helfen vertraute Geschichten aus der Bibel, auch aus den Kinderbibeln weiter, die davon erzählen, dass Herausforderungen gut ausgingen und Menschen bewahrt wurden und manchmal helfen auch vertraute Lieder wie das Gesangbuchlied 482, der Mond ist aufgegangen…

Das Gesangbuchlied: Der Mond ist aufgegangen oder die EKD lädt zum Rudelsingen.
Jeden Abend um 19 Uhr lädt die Evangelische Kirche Deutschlands zu einem gemeinsamen Singen ein. Das Abendlied  Der Mond ist aufgegangen, im Gesangbuch die Nummer 482 soll dann gemeinsam erklingen, virtuell verbunden mit ganz Deutschland und analog, jeder auf seinem Balkon, oder an seinem Fenster.  Grund genug Matthias Claudius, den Autor der sieben Verse kennenzulernen und dabei auch manch Gedankenanstoß für die eigene Frömmigkeit zu bekommen. Sein Todesjahr 1815 war vor fünf Jahren Anlass für eine Reihe von Publikationen und auch für drei interessante Gemeindeabende. Denn der Pfarrerssohn aus Norddeutschland, war als freier Publizist als Naturliebhaber und als vielfacher Vater, eine Art Aussteiger aus den Karrieren seiner Zeit. Weil er Sohn eines Pfarrers war, durfte der 1740 Geborene studieren. Theologie und Jura in Jena waren seine Studienfächer. Mit in Jena war sein Bruder Josias, der ihn während einer schweren Krankheit pflegte, den er aber dabei  wohl selber ansteckte. Ihn hat Matthias in Jena beerdigen müssen. Seine Grabrede  für den Bruder gilt als erster literarischer Versuch des jungen Claudius.
Schriftstellerisch und journalistisch verlief dann sein weiterer Lebensweg, der ihn nach Wandsbek, vor die Tore Hamburgs führte. Hier arbeitet er, hier heiratet er dreißigjährig seine Frau Anna. Hier werden seinen zwölf Kindern geboren, von denen elf das Kindesalter überleben.
Zusammen mit Frau und Kindern lebt er in einem Haus mit großem Garten, eine Leibrente des dänischen Königs, sichert das wirtschaftliche Überleben der Familie und damit eine gewisse Unabhängigkeit, die sich bereits in den Texten des Wandsbecker Boten, einer Zeitschrift im Hamburgischen widerspiegelt. Ansonsten lebt die Familie für sich selber und zurückgezogen. Die Natur, der Garten, die Kinder, sein Glauben sind ihm wichtig. Und so wird selbst die Bohnenernte zu einem Kinderfest und es gibt ein Gedicht über den Wert der Kartoffel im Gegensatz zu Pasteten aller Art.  
Gedichte wie dieses lassen die Bodenständigkeit und die Verbindung zu Natur und zu den Wurzeln des Lebens erkennen, zumal sein Gottvertrauen immer mitschwingt.  Und damit sind wir beim bekanntesten Liedtext von Matthias Claudius, das auch eine  Fortsetzung von Paul Gerhardts nun ruhen alle Wälder sein kann, denn in Versmaß und im Rhythmus kann man dieses Lied auch mit dieser älteren Melodie singen.  
Tod, Krankheit und Sterben spiegeln sich in den Versen dieses Liedes wieder und es scheint, als ob es für unsere Corona-Zeiten gedichtet worden wäre. Gerade, weil in seiner Jugend drei Geschwister von ihm gestorben sind, ist Freund Hein, der Tod ihm gegenwärtig und nahe, aber eben immer auch im Schach gehalten durch die Hoffnung und die Gewissheit, dass auch wenn der Mond nur halb zu sehen ist, ist er  in Wirklichkeit doch ganz und schön…
Aber das ist nur die Naturbeschreibung, die die Augen öffnen soll für das Wunder, dass Gott uns sein Heil schauen lässt trotzdem und gegen alle Bedrohungen durch den Tod. Gegen alle Vernunft und gegen die Luftgespinste, die auch damals die Welt erklären sollten.
Aber welche Antwort gibt es auf Krankheit und Seuchen und auch 200 Jahre später haben wir nur sehr wenig Erkenntnisse zur Heilung von Virusinfektionen, dafür umso mehr Spekulationen, wie das Virus entstanden ist und auf den Menschen übergesprungen ist. Luftgespinste eben.
Was bleibt? Gottvertrauen, ein wenig kindlich schon, aber eben auch fröhlich und fromm. Und das aneinander denken unter den Geschwistern in der ganzen Welt, über alle Kontinente hinweg und das Gebet und die Hoffnung und die Zuversicht für mich und meinen kranken Nachbarn auch…

Kirchengemeindliche Nachrichten:
Jetzt geht es los: die Orgelrenovierung in Buchschwabach beginnt. Ab Dienstag sind die Orgelbauer dort tätig und sie sorgen dafür, dass die Orgel wieder große Töne spucken kann.
Am Mittwoch und am Freitag übt Michael Bauer an der großen Orgel der Laurentiuskirche. Um jeweils 10 Uhr hört man dann die Orgel auch auf dem Friedhof und im Ort rührt sich wieder etwas….
Jeden Abend um 18 Uhr nach dem Läuten der Glocken, laden wir ein eine brennende Kerze ins Fenster zu stellen und das Vater Unser zu beten. Gleichzeitig spricht auch ein Roßtaler Geistlicher in der Laurentiuskirche ein Gebet für das Land.
Und um 19 Uhr sind alle eingeladen EG 482 Der Mond ist aufgegangen zu singen.

Der Coronatipp: Kontakte weltweit nutzen und miteinander in Verbindung bleiben
Unsere Partner und Freunde in der weiten Welt freuen sich über Nachrichten und Kontakte über Kontinente hinweg. So erreicht uns aus Frankenmuth die Nachricht, dass dort in Michigan (USA) das Wetter noch ein wenig kälter ist und die Krokusse gerade erst das Blühen beginnen. Dort entfallen auch alle Gottesdienste und die Gemeindeveranstaltungen,  wie auch die beliebte „Siem Gscheit Dialekt Party“.  Aber als deutschsprachige Gemeinde wird noch viel mehr über das Internet kommuniziert. Lassen Sie sich von Dan Haubenstricker und seiner Gemeinde grüßen und besuchen Sie St. Lorenz Frankenmuth elektronisch.  Übrigens auch dort gibt es kein Klopapier.
Auch unsere Partner in Pontault-Combault  eglise protestante St. Mathieu bei Paris denken an uns und sind in Quarantäne, wobei auch dort viele Gemeindeglieder Gärten haben, die die noch strengeren  Ausgangssperren in Frankreich erträglicher machen. Auch hier ist das Internet die Verbindung nicht nur der Gemeindeglieder untereinander, sondern eben auch mit der weiten Welt.  
Und in Pinnow geht die große Sorge um eine weitere Wende, die vieles umpflügt und erneut das Leben  im deutschen Osten entwurzelt um. Auch Tom Ogilvie und die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Pinnow grüßen uns. Klicken Sie doch einfach auf evangelische Kirchengemeinde Pinnow und entdecken Sie unsere langjährige Partnergemeinde elektronisch.
Lisa Böhrer, die kurz vor dem Ausbruch von Corona im  Gemeindehaus, über die medizinische Arbeit in Siha berichtet hatte, weiß von 6 bestätigten Fällen in ganz Tansania. Dort sind Schulen und Universitäten geschlossen. Aber in einem Land, in dem normalerweise schon Desinfektionsmittel in den Kliniken fehlen… Was da passieren kann, kann man guten Gewissens gar nicht mehr weiterdenken…. Es bleibt nur die Hoffnung, dass die dort ergriffenen Kontaktsperren wirken und es bleibt das Gebet.
Und ja das vielleicht überhaupt fragen Sie Ihre Freundinnen, Freunde, Bekannten aus der weiten Welt wie es Ihnen in Zeiten von Corona geht und halten Sie so unsere Welt zusammen.

Kindertipp: Frühlingskresse
Aus kleinen Samen wächst eine hübsche Tischdeko. Und schmecken tut‘s auch noch!
1. Suchen Sie sich schöne, kleine Gefäße. Erlaubt ist, was Spaß macht: Wie wäre es mit einer Dose? Wir haben im Selbstversuch kleine Marmeladengläschen benutzt.
2. Füllen Sie ihre Gefäße: Es eignet sich Erde, oder auch Sand. Achten Sie darauf, dass es nicht schimmeln kann. Am besten lassen Sie oben einen kleinen Rand frei.
3. Kresse ist was Wunderbares: Sie wächst nämlich ziemlich anspruchslos auf Watte oder Küchenpapier. Wir haben uns für Wattepads entschieden, die wir noch im Lager hatten. Einfach in die passende Form schneiden und auf die Füllung legen.
4. Damit es schnell grün wird, braucht die Kresse Feuchtigkeit: Hierfür am besten die Watte gut anfeuchten, überschüssiges Wasser ausdrücken.
5. Jetzt haben die Kressesamen ihren großen Auftritt: Gut verteilt auf die Watte legen, dabei leicht andrücken – fertig.

Montag, den 23. März 2020

Die gute Nachricht:
In China hat es nach offiziellen Angaben den dritten Tag in Folge keine Neuinfektion mehr gegeben, so jedenfalls die chinesischen Behörden.  Ob es stimmt? Jedenfalls scheinen rigorose Ausgangsbeschränkungen eben doch zu wirken und Corona kann nicht alles beherrschen.

Die Wochenspruchandacht:
Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein, wenn es aber erstirbt, dann bringt es viel Frucht

Liebe Roßtalerinnen! Liebe Roßtaler!
Die Ereignisse überschlagen sich. Jeden Tag etwas Neues und nichts bleibt mehr wie es war.  Und vor lauter Corona, vor lauter Nachdenken über die kleinen Viren, geht es fast unter, dass die Passionszeit voranschreitet, dass es auf Ostern zu geht, dass wir die Mitte der Passionszeit bereits erreicht haben und die Grundlagen unseres Glaubens längst im Mittelpunkt unseres Denkens stehen könnten. Aber dieses Jahr ist anderes wichtiger, beherrscht das Denken und drängt unsere Hoffnungen zur Seite, aber was ist wichtiger: Vor der Realität verzweifeln, oder in der Passionszeit die Hoffnung gegen alle Dunkelheit finden? In der Passion und in der Auferstehung Jesu wird sichtbar, nicht die Dunkelheit gewinnt. Nicht Krankheit, Schmerz und Leid werden siegen, sondern das Leben und die Liebe und damit Gott. Darauf zu achten ist eine Antwort auf Corona und das viele, viele Leid, das wir im Fernsehen zugemutet bekommen, das auch in unserer Region angekommen ist.  Das ist die Antwort, die wir in diesen Tagen im Herzen weitertragen können. Nicht Dunkelheit und Tod, nicht leid und Elend, sondern das Leben und das auch jetzt in dieser Zeit gewinnt. Und darum fällt das Samenkorn der Hoffnung in die Erde und bringt viel Frucht, denn das Dunkel bringt viel neues Leben ans Licht und so ist es auch diesmal, darum lasst uns nach dem Licht suchen denn auch in diesen Tage und in all der Not ist es zu finden und es bringt viel Frucht.

Roßtaler Nachrichten: Die Bürgermeisterstichwahl hat begonnen
Die Stichwahl  zwischen Renate Krach und Rainer Gegner findet als Briefwahl statt. Bitte machen Sie mit: In diesen Tagen erhalten alle Bürgerinnen und Bürger in Roßtal die Briefwahlunterlagen. Bitte nehmen Sie Sich die Zeit das letzte Kreuzchen zu machen und wer den Brief (allein) zum Briefkasten bringt, oder im Rathaus abgibt, der tut gleichzeitig etwas für seine körperliche Fitness und für das demokratische Engagement vor Ort und egal ob Bürgermeisterin oder Bürgermeister, sie verdienen es mit einer anständigen Wahlbeteiligung  und damit Mehrheit gewählt zu werden.
Die Beteiligung, wohlgemerkt, war im Vergleich zu den Nachbarkommunen in Roßtal eher ausbaufähig, jetzt, aber wo es nur Briefwahl gibt, hat keiner eine Ausrede nicht zu wählen. Einfach ein Kreuz machen in den Umschlag stecken mit Uhu verschließen und abgeht die Post…

Abstandsetikette: Beobachtungen am Tag 1 der Ausgangsbeschränkungen
Die Schlange vor der Bäckerei Bub war am Samstag zeitweise 40 Meter lang.  die Abstände zwischen den Kunden hätten sogar den Ministerpräsidenten erfreut… einziger Nachteil: man stand buchstäblich im Regen. Übrigens wegen diverser Erkrankungen (nicht an Covid 19) gibt es dort erst wieder am Samstag 28.3. wieder Brot, dann soll auch die Sonne wieder scheinen und es soll wärmer werden…

Danke:
Offenkundig durch nichts zu erschüttern, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Roßtaler Supermärkte, denn am Samstagmorgen waren sie genauso freundlich und hilfsbereit, wie in den Zeiten vor Corona. Allen Mitarbeitenden in unseren Lebensmittelgeschäften sei herzlichst gedankt. Ohne Sie wären wir alle vor unseren vollen Kühlschränken verhungert…. Doch ganz im Ernst, sagen Sie danke, zeigen Sie, wenn Sie ihren Einkauf machen ihre Dankbarkeit oder wenigstens ihr Verständnis: die Mitarbeitenden in der Lebensmittelversorgung aber auch in den Arztpraxen, der häuslichen und stationären Pflege, in den Apotheken und unsere KiTa-Mitarbeiter leisten großartiges. Ein Danke, ein Lächeln und vielleicht auch ein kleines Geschenk….

Nachrichten aus der Kirchengemeinde:
Nachdem Hausbesuche in Zeiten von Corona und diversen Kontaktverboten nicht sinnvoll sind, kommt das gute alte Telefon wieder zu neuem Ruhm. Geburtstagsbesuche müssen zwar entfallen, aber dafür klingelt bei unseren Seniorinnen und Senioren rund um den Geburtstag das Telefon und ihre Diakonin, ihre Pfarrer sind am Apparat.
Nicht die Telefonseelsorge, aber Seelsorge  auch am Telefon machen die Hauptamtlichen der Kirchengemeinde. Rufen Sie an, oder schicken Sie eine Email und das Hauptamtlichenteam meldet sich telefonisch bei Ihnen.
Unser Dank gilt Stephen Jenkins, unserem Posaunenchorleiter, der gestern vom Turm spielte und um 18 Uhr die Ode an die Freude über Roßtal erklingen ließ.

Der Kindertipp:
Wann haben Sie das letzte Mal Stadt-Land-Fluss gespielt? 
Manchmal sind es gerade die alten Spiele, die helfen die Zeit zu vertreiben und Stadt Land Fluss lässt sich um Berg, Eigenname, Tier erweitern und wird gespielt, bis der Spaltenzettel vollgeschrieben ist. Für jedes Wort gibt es 10 Punkte, es sei denn, ein anderer hat das gleiche Wort aufgeschrieben und die Runde endet, wenn der erste alle Spalten Stadt, Land, Fluss, Tier, Eigenname etc…. ausgefüllt hat. Und Sieger ist natürlich wer am Ende die meisten Punkte hat… und natürlich lässt sich solch ein Spiel auch für Erwachsene konzipieren dann dürfen es nur noch europäische Länder sein, oder australische Flüsse… 
Hier finden Sie eine kostenlose Vorlage zum Ausdrucken für das klassische Spiel und eine Wortarten-Version für Grundschulkinder.

Wie war das doch mit dem Gummihupfen???? Peter Alexander, Beine auseinander, Beine wieder zu und raus bis Du…. Bewegung ist auf dem kleinsten Balkon möglich… Es braucht zwei Stühle und einen langen Hosengummi, oder einfach eine Schnur. Diese wird in unterschiedlichen Höhen um die Stuhlbeine gebunden und dann viel Spaß beim Hüpfen von immer schwierigeren Kombinationen… Eine Videoanleitung finden Sie hier.

Bleiben Sie gesund
Meint Ihr Jörn Künne

Samstag, den 21. März 2020


Die gute Nachricht:
Laut Robert-Koch-Institut gibt es in Deutschland inzwischen über 1000 Patientinnen und Patienten, die ihre nachweisliche Coronaerkrankung auskuriert und überwunden haben. Das macht Mut und lässt hoffen, Corona kommt und geht bei den meisten vorbei, wie ein grippaler Infekt, allerdings weiß keiner, welchen Hochbetagten, oder Kranken wir angesteckt haben könnten. Doch 1000 Geheilte in der dritten echten Coronawoche, das ist doch eine echte gute Nachricht.

Sonntagsläuten und Sonntagsüberraschung:
Auch wenn kein Gottesdienst stattfinden darf, läuten die Glocken von St. Laurentius am Samstag um 14 Uhr den Sonntag ein und auch am Sonntag, um 10 Uhr, zu unserer normalen Gottesdienstzeit, läuten die Glocken. Eine besondere Überraschung ist in der Nähe des Turmes zu hören… Machen Sie die Fenster auf und lauschen Sie in Richtung Kirchturm.
Besondere Tipps und die Anregung einen Gottesdienst daheim zu gestalten finden Sie am Ende dieses Coronatagebuches, ebenso der Hinweis auf den Fernsehgottesdienst aus St. Lorenz in Nürnberg und die Links für Kindergottesdienste und  biblische Gute-Nacht-erzählungen.

Denkanstoß von Thomas Rucker:
Wenn ich über unseren Laurentius-Friedhof gehe fallen mir in diesen Tagen Gräber auf. Der Weihnachtsschmuck und die Winterbepflanzung ist abgeräumt. Aber noch hat niemand die Frühlingsblüher gepflanzt. Die Erde ist fein säuberlich gerecht und plan gemacht. Es ist leer, trostlos. Im ersten Moment dachte ich das sind Gräber die aufgelassen werden. Aber dann sah ich einen Stein in Form eines Herzens auf dem Grab liegen oder einen Engel.
Die Leere berührt mich, sie spiegelt was ich in diesen Tagen erlebe. Die sozialen Kontakte sind auf ein Minimum reduziert. Jetzt wo es nicht mehr stattfindet, wird mir bewusst wieviel  zwischenmenschliche Kontakte ich jeden Tag habe. Das freundliche „Guten Morgen“ am Gartenzaun, der Verkäuferin im Supermarkt zu lächeln und „Hallo“ sagen, Bekannte und Freunde auf der Straße wenigstens mit einem Winken grüßen, wenn nicht sogar zu einem Schwätzchen stehenbleiben. Das meiste davon fehlt jetzt, und macht auch mein Leben traurig und leer.
Auf manchen Gräbern hat jemand die Knollen der Frühlingsblüher im letzten Herbst in die Erde gesteckt. Da schauen inzwischen die grünen Spitzen, wenn nicht gar schon die ersten Blüten aus der Erde. Das Leben geht weiter, selbst aus trostlosen leeren Erdkrümeln wächst wieder neues Leben.
Das erste Grün im Frühjahr ist auch ein Bote der Auferstehung. Gott hat uns nicht vergessen. So wie er am Ostermorgen Jesus Christus von den Toten auferweckt hat, wird er auch uns am Ende der Zeit auferwecken zu einem neuen Leben in seinem Himmlischen Reich.
Gott ist mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils, mein Schutz und meine Zuflucht, mein Heiland, der du mir hilfst. (2. Samuel 22,3)

Gebet für Verstorbenen in dieser Woche:
„Guter Gott! Wir erinnern uns heute an Frau Maria Krause und an Frau Anna Schuster, die in dieser Woche verstorben sind. Wir bitten Dich Gott für die beiden Frauen, die uns vorausgegangen sind, bewahre sie in deiner Hand. Die Trauernden tröste und schenk uns allen die Hoffnung, dass das Leben gewinnt. Amen“

Der besondere Lesetipp: Die Roßtaler Heimatblätter
Weit über 50 Ausgaben umfassen die Roßtaler Heimatblätter, die unter diesem Titel im Internet digital zu finden sind. Genügend Lesestoff für kalte Sonntagnachmittage um bei einer Tasse Tee mit Honig, viele, manchmal skurrile, Roßtaler Geschichten zu lesen. Werden Sie Heimatexperte und verstehen Sie die Geschichte unserer Heimat.

Der Coronatipp: Kontaktstellen in Roßtal für Hilfesuchende während der Corona-Pandemie
Der Markt Roßtal hat auf seiner Homepage eine Übersicht aller Hilfsangebote in Roßtal zusammengestellt von Unterstützung beim Einkauf von Lebensmitteln, seelischen Beistand bis hin zu Hausaufgabenbetreuung. Natürlich unterstüten wir auch.

Die Schizophrenie des Toilettenpapiers:
Klar es hat etwas mit Würde zu tun. Toilettenpapier und ein selbstbestimmter Toilettengang sind wichtig und die meisten haben vermutlich mehr als ein Päckchen mit Rollen daheim. Was aber schon erschreckt das ist das Horten und die Unvernunft. Illustriert mit einer Beobachtung aus unserem örtlichen Supermarkt. Dort kam es zu folgender denkwürdiger Szene: Eine rüstige Rentnerin schiebt ihren vollen Wagen, am Toilettenpapier, den Raviolidosen und den Nudelpackungen als Coronahamsterkauf erkennbar, Richtung Kasse. Kurz vor dem Erreichen des Kassenbereiches, entdeckt sie zwei Gänge weiter eine alte Bekannte. Und es entspinnt sich folgende Szene: „Marcharedd! Diech hab ich ja scho lang net gxehn…“ „Geh her, lass Dich drückn“ Was dann auch geschah. Dem gefüllten Einkaufswagen zum Trotz! !! Manchmal ist der Mensch ein seltsam inkonsequentes Tier.


Der Sonntagstipp: Gottesdienst kann gefeiert werden
Gottesdienst feiern auch ohne Gemeinde, das gelingt online mit dieser Hausandacht ,Hausgottesdienst lithurgisch, Hausgottesdienst für Familien oder dem Fernsehgottesdienst aus Nürnberg (Sonntag, 22. März 2020 live um 10 Uhr). Darüber hinaus hat auch die Evangelische Kirche in Deutschland Angebote für „Kirche von zu Hause“ mit Links zu Online-Gebetsgemeinschaften und Kirche auf dem Smartphone (App-Tipps). Auch für Gottesdienst mit Kindern haben wir eine Anleitung für den Kindergottesdienst Zuhause und einen Link zu biblischen Gute-Nacht-Geschichten.

Und ansonsten gilt: Daheimbleiben, oder immer einen großen Bogen umeinander machen!
Bleiben Sie gesund
Ihr Jörn Künne

Freitag, den 20. März 2020

Die gute Nachricht:
Heute ist Frühlingsbeginn. Tag und Nacht sind gleich lang und in den vergangenen Tagen lag er auch schon in der Luft. Blumen, Vögel, Tiere, Temperaturen, Garten alles lockte ins Freie. Und auch wenn die kommenden Tage Schnee und Kälte aus dem Osten prognostizieren, der Winter ist vorbei und trotz Corona dürfen wir den Frühling feiern, denn das Licht und die Wärme und das Grün zeigen es das Leben gewinnt und bald ist Ostern.

Der Kommentar:
Und doch Sprache ist verräterisch, auch und gerade in dieser Krise. Denn da gibt es eine erschreckende Verschiebung im Denken, waren 2008 zur Bankenkrise alle Geldinstitute systemrelevant, so sind die Menschen, die jetzt dringend gebraucht werden auf einmal alle systemkritisch  so der offizielle Sprachgebrauch und man fragt sich im ersten Moment, brauchen wir für Ärzte und Krankenschwestern, Polizisten und Supermarktkassiererinnen jetzt einen radikalen Erlass, weil die alle kritisch dem System gegenüber stehen?
Natürlich nicht. Gemeint ist, dass es kritisch wird für uns alle, wenn sie ihren Dienst nicht leisten können und  damit das Gesundheits- und Versorgungssystem in eine kritische Lage kommt. Aber ganz ehrlich systemkritisch? Nein diese Menschen sind alle relevant für unser Zusammenleben in Krisenzeiten und gefährdet hatten dieses die angeblich so relevanten Geldinstitute mit ihren Spekulationsgeschäften. Darum gilt mein Dank schon jetzt allen die relevant sind um diese Krise zu managen –  vom Kassenband bis zur Intensivstation. Und wie gesagt systemrelevant zu sein, motiviert doch ganz anders den harten Job zu machen, als immer unter dem Druck zu stehen, es wird kritisch, wenn ich nicht mehr kann…

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Der Katastrophenfall wurde ausgerufen. Es war nur ein einzelner Mann, der durch die Stadt ging und vor dem kommenden Unheil warnte. „Noch vierzig Tage und dann wird die Stadt Ninive untergehen.“ Als diese Botschaft zum König der Stadt kam, rief er den Katastrophenfall aus. Alle Menschen, alles Vieh in der Stadt, ja selbst der König sollen Buße tun, den Luxus ablegen, fasten und beten. (Jona 3)
Eine alte Geschichte, die mir in den Sinn kam in unserer jetzigen Situation. Im Krisenfall erwarten wir von den Regierenden, dass sie die Ruhe bewahren, weise Entscheidungen treffen, und wir müssen damit rechnen, dass zur Abwehr des Unheils manchmal auch drastische und oft unpopuläre Maßnahmen ergriffen werden müssen. Manchmal können die Verantwortlichen nicht einmal mit Sicherheit sagen ob ihre Anordnungen wirklich die Gefahr abwehren, manchmal ist es nur eine Hoffnung auf Grund von sorgfältigen Überlegungen. Im Fall der Stadt Ninive hat das angeordnete Fasten und Buße geholfen und Gott umgestimmt. Ob die jetzt angeordnete drastische Reduzierung von Kontakten die Ausbreitung des Virus wirklich verlangsamt? Wir hoffen es.
Unser Gebet und der gesunde Menschenverstand aller kann viel zur Beruhigung der Lage beitragen.
Wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. (Daniel 9,18)

Nachrichten aus der Kirchengemeinde:
Konfirmation – leider ist es im April und im Mai nicht möglich unsere Konfirmationen durchzuführen und vorzubereiten. So werden die bisherigen Termine abgesagt und die Jugendlichen können voraussichtlich am 12.7., am 9.8. oder am 27.9. konfirmieren.
Pfarramtsöffnung – auch wenn die Türe zur Zeit versperrt ist, arbeitet unser Büro-Team weiter. Kontakt kann man mit dem Kirchenbüro telefonisch, oder elektronisch aufnehmen. Wer dennoch persönlich vorbeikommen möchte, der muss auf Abstand achten und am entsprechenden Bürofenster klopfen.
Trauerfeier – nachdem Beerdigungen und Trauerfeiern nur im allerkleinsten Kreis durchgeführt werden dürfen, aber eben doch viele Menschen das Bedürfnis haben einen Menschen würdevoll zu verabschieden, wird es im Sommer eine gemeinsame Gedenk- und Trauerfeier mit den entsprechenden Kondolenzbüchern und Beteiligungsformen der Chöre und der Vereine geben. Ein stilles Gebet, eine Mail, eine Karte, oder ein Anruf ermöglichen das Mittragen von Trauer in Zeiten der Krise auch.

Der Corona-Tipp: Halte Abstand und stell dich hinten an.
Solange es noch keine Ausgangssperre gibt, sind Menschen unterwegs. Einkaufen ist möglich und die Lebensmittelgeschäfte haben geöffnet. Und hier beginnt sehr schnell die Unvernunft, denn gerade hier gilt, reduziere Deine Sozialkontakte und halte Abstand.  Und so empfiehlt es sich möglichst große Lücken an der Supermarktkasse zu lassen, oder wo immer man auch ansteht. In vielen kleineren Läden kann man Abstand halten, im dem Menschen draußen warten, bis die vorhergehende Schlange abgearbeitet ist. Bitte fragen Sie höflich, nach dem Ende der Schlange und stellen Sie sich dort an. Alles andere führt zu vermeidbarem Ärger. Und Abstand hilft Corona zu vermeiden.

Das Kochrezept: Schäufele nach Anni Grüttners Art und vegetarische Gemüsepfanne

4 Portionen Schäufele am Stück oder geteilt in 2x 2 Portionen (zum halbieren vom Metzger sägen lassen) Mit Schwarte salzen und pfeffern, im Backofen mit etwas Wasser 1 EL ganzer Kümmel, reichlich kleingeschnittenem Suppengrün, 1 Zwiebel und Maggikraut geben. Schäufele reinlegen, scharf anbraten lassen, etwas aufgießen und bei 180 Grad für 1 Stunde braten. Bratensaft in einen Topf durch ein Sieb abgießen, Schäufele mit etwas Flüssigkeit wieder in die Bratenpfanne geben, Schwarte nach oben und bei 220 Grad auf Grillstufe richtig knusprig fertiggaren. Soße mit Bratensaft und etwas Soßenbinder(z.B. von Alnatura) leicht sämig abschmecken, dazu am besten rohe Klöße.

vegetarische Gemüsepfanne: für 4 Personen ca. 1.500 g Gemüse
2 Zwiebel klein schneiden, 4 Karotten in 1 cm große Stücke, 1 rote und 1 gelbe Paprika in etwa 2 cm große Stücke, kleiner Kopf Weißkraut oder Wirsing, 1 Fenchel, 1 Bund Lauchzwiebeln, 2 Stangen Lauch in 1cm Streifen schneiden, 1 Knoblauchzehe fein schneiden. Alles mit Salz, etwas Pfeffer und Kräutersalz mischen, anschließend 1/2 Stunde ziehen lassen. Gemüsebrühe darüber streuen, in gutem Öl anbraten, Temperatur zurücknehmen und bissfest  garen, immer wieder nach Bedarf etwas Öl zugeben. Petersilie oder Lauchzwiebeln beim Anrichten drüberstreuen. Dazu Reis oder Nudeln - auch sehr gut scharfer roter Tomaten, Chilidip und etwas milder Joghurt-Quarkdip

Nachbarschaftshilfe gesucht:
Ältere Menschen, aber auch Familien, die in Vorsichtsquarantäne sind, brauchen Hilfe. Junge und ältere Menschen , die bereit sind Botengänge und Einkäufe zu erledigen. Wer sich so für die Gemeinschaft einsetzen möchte, wird gebeten sich im Kirchenbüro Tel. 57416 zu melden.  

Der Kindertipp: Aktion Saubere Landschaft mal ganz familiär
Mit Arbeitshandschuhen, Rechen, kleiner Schaufel und einem großen Eimer kann man mit seinen Kindern- und bitte wirklich nur den eigenen Kindern, eine ganz private Aktion saubere Landschaft machen. Und wenn der Eimer voll ist,  dann ist nach einem ordentlichen Händewaschen sicher Zeit für ein Eis aus dem Gefrierschrank. Der gesammelte Müll, wird bitte über den eigenen Hausmüll, oder bei Verpackungsmüll über den gelben Sack entsorgt und bei dem schönen Wetter heute am Freitag ist das Müllsammeln mehr als ein lehrreiches Kinderspiel.

Donnerstag, den 19. März 2020

Die gute Nachricht:
Die Lebensmittelversorgung ist in Roßtal nach wie vor gesichert. Auch wenn einzelne Produkte gerade am Abend ausverkauft sind, die Lieferungen kommen und Frischmilchprodukte und heimisches Gemüse sind immer zu haben. Dem fränkischen Sonntagsbraten steht nichts im Wege. Ein Rezept für ein gelingendes Schäufele und eine vegetarische Reispfanne finden Sie im nächsten Beitrag.

Das Tagebuch - in eigener Sache
Seit Donnerstag gibt es den ersten Eintrag ins Tagebuch der Pfarrei. Das Tagebuch in Anlehnung an einen Newsletter dient der Kommunikation und der Teilhabe am Leben unserer Gemeindeglieder. Kirchliche Themen, Denkanstöße, Mutmachendes aber auch wichtige Tipps wollen wir hier notieren. Natürlich soll auch Unterhaltendes im Newsletter zu finden sein.  In einer Rubrik Miteinander-Füreinander werden Kleinanzeigen unter unseren Gemeindegliedern veröffentlicht. Und natürlich sind viele eingeladen hier mitzuschreiben und Interessantes zu veröffentlichen. Das Hauptamtlichenteam wird hier als Moderatorenteam handeln und die Beiträge sichten. Tipps für Kinderspiele und die Jugendseiten wird es ebenfalls geben. Wir hoffen unser Tagebuch hilft in den anstrengenden Coronatagen ein klein wenig das öffentliche Leben in unserer Gemeinde zu kompensieren.
Viele Leser des Tagebuches wünscht sich Ihr Jörn Künne


Mutmachgeschichten der Bibel: Das Buch Jona
Das Buch Jona hat es in sich, auch wenn es nur vier Kapitel lang ist, so berichtet es von Grunderfahrungen, die Menschen im Leben mit Gott machen können. Beeindruckend und manchmal auch wirklich erschreckend, wie Jona ins Wasser geworfen wird. Dort aber im Sturm der Zeit, in der Gewalt der Ereignisse geht er nicht zugrunde. Gott schickt ihm einen Rettungsfisch. Jona sinkt nicht in den Tod. Gott verläßt ihn nicht, auch wenn Todesangst und Hilflosigkeit den Jona packen. Aber Gottes Fisch umhüllt ihn von allen Seiten und trägt ihn weiter.
Eine Symbolgeschichte auch für uns und unsere Zeit! Und wenn ihr Blick zurückgeht, dann haben sie diese Erfahrung auch mehr als einmal schon gemacht und das Meer griff nach Ihnen. Und sie haben Gottes Rettungsfisch, seine helfende Hand in einem Menschen, in einem Ereignis, in einer Begegnung miterleben können und das sichere Ende war eben nicht das sichere Ende… und wenn man dann bedenkt, daß der Fisch und das griechische Wort für Fisch ichtys die Abkürzung von Jesus Christus Gottes Sohn, unser Retter heißt und der den Jona umschlingt und weiterträgt… Dann ist auch mir nicht bange und wir werden diese herausfordernde Zeit auch meistern.
Meint ihr Jörn Künne


Zum Umgang mit Corona unsere Kirche bleibt offen
Nicht zu überhören sind die Glocken unserer Kirchen, sie rufen zum Gebet und mahnen zum Frieden. Dies bleibt auch in Zukunft so. Unsere Glocken setzen so ein Zeichen gegen die Coronasorgen.

Jeden Tag, wenn das Abendläuten um 18 Uhr verklungen ist, wird für diese Gemeinde in der Laurentiuskirche ein Gebet gesprochen und an die Erkrankten im ganzen Land gedacht. 
Außerdem ist die St.Laurentiuskirche von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Die Möglichkeiten zu stiller Andacht und zum Gebet in Kirche und Krypta wurden erweitert und Andachtsblätter geben Denkanstöße in Zeiten der Krise.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:

In Bayern ist der Katastrophenfall ausgerufen um die Verbreitung des Corona Viruses zu verlangsamen. Das Leben verändert sich. An den Kassen im Supermarkt gibte es noch immer lange Schlangen, Regale sind leer. Im Laufe des Tages  werden sie wieder aufgefüllt werden. Und trotzdem, ein gewisse Angst und Panik bleibt.
In dem Film Don Camillos Rückkehr von 1953 wird am Ende von der Überschwemmung des kleinen Städtchens erzählt. Während Peppone, der Bürgermeister die Evakuierung organisiert und auf dem Damm ausharrt mit den von der Flut vertrieben Menschen, steht Don Camillo alleine in der von der Flut überschwemmten Kirche. Vielleicht würden seine starken Hände auch woanders gebraucht und könnten dort sinnvolle Arbeit tun. Aber bis zur Hüfte im Wasser feierte er die Heilige Messe und als zum Schluss der Messe die Glocke läutet, knien die Menschen am Damm nieder und bekreuzigen sich.
Das Läuten der Glocken ist für sie ein Stück Normalität, das tägliche Gebet in einer Welt voller Chaos. Es ist ein Zeichen der Hoffnung, dass eines Tages die Fluten wieder zurück gehen und sie zurückkehren werden in ihre Häuser.
Auch die Glocken unserer Kirchen läuten zum Gebet wie jeden Tag in einer Zeit voller Unsicherheit und Angst. Sie erzählen davon, dass Gott in dieser Welt ist, auch wenn wir in all dem Chaos dies manchmal vergessen.
Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen. Psalm 37,5

Der Coronatipp für Donnerstag
www.rki.de Unter dieser Internetadresse verbirgt sich das Robert Koch Institut hier erhalten Sie alle wichtigen und richtigen Fakten und Einschätzungen rund um Corona. Bitte fallen Sie nicht auf Fake Nachrichten herein.

Der Kindertipp
Solange es kein Ausgangsverbot gibt, gehen Sie mit ihren Kindern, aber möglichst nur den eigenen Kindern, in unsere Fluren, nehmen Sie ein Fernglas und ein Vogelbestimmungsbuch mit und entdecken Sie mit ihren Kindern die Vögel in unserer Landschaft: Rotmilan, Turmfalken, Stare und viel mehr sind zu entdecken. Und vielleicht sehen Sie mit etwas Glück einen Schwarm Störche, die, wie am Sonntag über den Kirchturm nordwärts ziehen.


Evang.-Luth. Pfarramt Roßtal

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