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„ Lang, lang ist’s her, das Schülerpraktikum der 8. Klasse im Jahr 2010. Dieses Praktikum habe ich in der Kirchengemeinde Roßtal gemacht und zufällig war in dieser einen Woche eine Gruppe aus unserer Partnergemeinde Siha zu Besuch. Seit ich diese herzensguten Menschen kennen gelernt habe wusste ich: da will ich auch mal hin!

Dieses Jahr war es nun endlich so weit. Als Medizinstudentin war es mir möglich zusammen mit meinem Freund, ebenfalls Arzt, fast 5 Wochen in der Krankenstation Sanya Juu mitzuarbeiten. In gemeinsamen Ausflügen mit unserer Gastfamilie (wir wohnten bei Pastor Fadhili Lyamuya, verantwortlich für die Partnerschaft) und dem Leiter der Krankenstation, Elineema Mollel, konnten wir so viele wundervolle, beeindruckende oder manchmal auch sehr ernste und schwierige Seiten des Landes kennen lernen.

Im Fokus unseres Aufenthaltes stand jedoch die Krankenstation. Insgesamt empfanden wir das Gesundheitswesen hier besser als erwartet, von vielen Dingen waren wir sehr beeindruckt. Beispielsweise von der sehr guten Ausbildung der Ärzte. Nach dem Studium ist man hier üblicherweise in der Lage einfache chirurgische Eingriffe durchzuführen, in Deutschland undenkbar. Besonders berührt hat uns auch der Einsatz der Ärzte für ihre Patienten, wenn eine Behandlung anders nicht möglich ist wird auch gerne mal was aus der eigenen Tasche beigesteuert. Über die Hilfe aus Deutschland, beispielsweise das Ultraschallgerät, sind hier alle sehr dankbar und es erleichtert die Arbeit enorm. Trotz all der positiven Entwicklungen fehlt es leider häufig auch an den einfachsten Dingen. Kleine Eingriffe können bereits in den jetzigen Räumlichkeiten durchgeführt werden. Diese sind aber hierfür nicht ausgelegt, sterile Arbeiten sind kaum möglich. Auch gibt es kein  Desinfektionsmittel oder Schutzkleidung, Dinge die bei uns selbstverständlich sind. Für jeden einzelnen Patienten beteten wir also dass er die nächsten Tage nicht wieder mit einer Wundinfektion zurückkommt. 

Oft waren die Pläne für den neuen Operationstrakt Gesprächsthema und wir merkten wie sehr das ganze Team der Fertigstellung entgegen fiebert. Personalfragen sind schon jetzt geklärt, für Anästhesie und OP-Pflege haben sich bereits Mitarbeiter gefunden. Der Rohbau des Gebäudes ist auch schon fertig gestellt, der teuerste Teil mit der Ausstattung der OP-Räume steht allerdings noch an. Um allen Patienten eine medizinische Behandlung zu ermöglichen wird von diesen nicht viel Geld verlangt, gerade so dass man laufende Kosten decken kann. Aus eigener Tasche ist es also schlicht unmöglich solch ein Projekt jemals fertig zu stellen.

Wir zwei sind uns nach fast 5 Wochen sicher dass wir hier auf jeden Fall wieder herkommen und die Krankenstation auch von zuhause so viel wie möglich unterstützen möchten. Wir hoffen sehr dass wir bei unserem nächsten Besuch dann auch am Alltag im eigenen OP-Trakt teilnehmen können. Für diese wunderbare Zeit und all die unglaublichen Erfahrungen sind wir allen an der Partnergemeinde beteiligten Personen hier und in Siha sehr dankbar.“

Liebe Lisa, hab vielen herzlichen Dank für Deinen Bericht und alles Gute für Deine Zukunft!

Informationen zum dringend benötigten OP-Saal für die Mutter-Kind-Station in Siha finden Sie hier.

Evang.-Luth. Pfarramt Roßtal

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