• Default
  • Title
  • Date
  • Random

Das Klezmer-Ensemble Mesinke präsentiert, am Samstag 27. Juli um 19 Uhr, eine Hommage an den jüdischen Lyriker Theodor Kramer im Roßtaler Pfarrgarten.

Der zu Unrecht vergessene jüdische Lyriker Theodor Kramer steht im Mittelpunkt dieses Open Air Konzerts, das eigens vom Klezmer-Ensemble Mesinke zusammengestellt wurde.

Eintritt 10 Euro im Vorverkauf, 12 Euro an der Abendkasse
Vorverkauf im Pfarramt und Lotto Schuh in Roßtal oder online unter www.mesinke.cortex-tickets.de

"Einer der größten Dichter der jüngeren Generation." So bezeichnete Thomas Mann den österreichischen Lyriker Theodor Kramer.

Obwohl der Wiener Schriftsteller (1897-1958) mehr als 12.000 Gedichte verfasste, geriet sein Werk nach seinem Exil in Großbritannien in Vergessenheit - zumindest in der breiten Öffentlichkeit. Erst in den 70er Jahren führten Gedichtinterpretationen des Musikduos "Zupfgeigenhansel" dazu, dass zumindest in Musikerkreisen das Werk Kramers, der Bert Brecht und Georg Trakl verehrte, wieder entdeckt wurde.

Vor fast 20 Jahren beschäftigte sich auch die aus Krumbach stammende Klezmerband Mesinke mit diesen Zupfgeigenhansel-Liedern und in diesem Zusammenhang auch mit dem literarischen Vermächtnis des jüdischen Lyrikers, der sich in seinen Gedichten vor allem mit den Außenseitern der Gesellschaft beschäftigte. Proletarier, Landstreicher und Knechte stehen oft im Mittelpunkt seiner liedhaften, aber unromantischen Gedichte.

Mesinke arrangierte vor zwei Jahrzehnten einige "Zupfgeigenhansel"-Stücke neu, Sängerin Erika Spielvogel vertonte drei Kramer-Gedichte. 1997 nahm das Ensemble schließlich diese Stücke für ihre dritte CD "Kejn schworzer tog in lebn" im ESTON-Studio Niederraunau auf.

Mehr Informationen zu MESINKE unter www.mesinke.de


Zur Person Theodor Kramer:
Theodor Kramer wurde am 1. Januar 1897 im niederösterreichischen Niederhollabrunn geboren. Sein Vater war der Arzt Dr. Max Kramer, der aus einer jüdischen Familie in Böhmen stammte, so wie auch seine Mutter Babette Kramer. Nach einem abgebrochenen Studium arbeitete Theodor Kramer kurzzeitig als Beamter und Buchhändler. Ab 1931 lebte er als freier Schriftsteller. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde Kramer als Jude und Sozialdemokrat ein Arbeits- und Berufsverbot auferlegt, seine Schriften kamen auf die Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums. 1939 gelang es zunächst seiner Frau Inge Halberstamm und dann ihm selbst, nach London zu emigrieren, wo er 1946 die britische Staatsbürgerschaft erhielt und bis 1957 lebte. 1940 bis 1941 war Kramer als feindlicher Ausländer interniert. Er fand 1943 in Guildford am County Technical College eine Anstellung als Bibliothekar, der er bis 1957 verpflichtet blieb. Er war Vorstandsmitglied des Österreichischen Exil-P.E.N.-Clubs und in engem Kontakt mit Kollegen wie etwa Elias Canetti, Erich Fried oder Hilde Spiel.
Nach dem Zweiten Weltkrieg lehnte Kramer das Angebot Viktor Matejkas ab, nach Wien zurückzukehren. In den 1950er Jahren vereinsamte er immer mehr und litt unter Depressionen. Erst 1957 wurde er auf Intervention seines Freundes Michael Guttenbrunner, aber auch Bruno Kreiskys, nach Wien zurückgeholt, wo er eine Ehrenpension des Bundespräsidenten erhielt. Er starb am 3. April 1958, unglücklich und wenig beachtet, nach einem Schlaganfall in Wien.

Evang.-Luth. Pfarramt Roßtal

Schulstraße 17
90574 Roßtal

Telefon: 09127 57416
Telefax: 09127/951002
E-Mail: pfarrbuero@ev-kirche-rosstal.de

Bürozeiten:

Montag, Mittwoch und Freitag:
9:00–12:00 Uhr
Donnerstag:
9:00–12:00 Uhr und 14:00–18:00 Uhr